23.April 2003

Dino-Sterben: Streit um Krater Chicxulub


Nach vorherrschender Meinung folgte auf den Einschlag, der auf der Yucatan-Halbinsel im Golf von Mexiko niederging, ein weltweiter extremer Klimawandel, der zunächst zum Ausbleiben der Fotosynthese im Pflanzenreich und daraufhin zum Zusammenbrechen verschiedener Ökosysteme führte.

Auf der Fachtagung wurde dieser These nun widersprochen: Zum einen erklärte Gerta Keller von der Princeton University in New Haven, Connecticut, in einem Bohrkern seien große Mengen Plankton nachgewiesen worden, die den Einschlag um rund 300.000 Jahre überlebt hätten, was gegen einen gravierenden Klimawandel spräche. Zum anderen geht Wolfgang Stinnesbeck von der Universität Karlsruhe davon aus, dass zum Zeitpunkt des Einschlags der Chicxulub-Krater, der den Ort des Einschlags noch immer markiert, wesentlich kleiner gewesen sein dürfte. Vermutlich wären nicht nur ein riesiger Meteorit, sondern viele kleine Asteroiden auf die Erde gefallen, was eine Neubewertung der klimatischen Auswirkungen nach sich ziehen müsse.

(s. auch: 18.09.2002:
Dino-Sterben nach Kometenschwarm?
)

Jan Smit, Geologe der Vrije University in Amsterdam hielt jedoch dagegen: Die von Keller im Bohrkern gefundenen angeblichen Plankton-Fossilien seien lediglich mineralische Strukturen.

Der aus dem Jahre 2002 stammende Bohrkern soll nun von weiteren Forschern untersucht werden. Auch sind weitere Bohrungen am Chicxulub-Krater vorgesehen.


weitere Informationen unter:

  • dinosaurier.org:
    Dino-Sterben: Streit um Krater Chicxulub
  • rp-online:
    Kein Massensterben durch Chicxulub-Asteroid



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