13. September 2004

Seebeben am Trias-Jura-Übergang


Vor 200 Millionen Jahren, am Übergang von der Trias zum Jura, muss eine gigantische Flutwelle über das damals noch im Meer liegende Schwaben gerollt sein. Das schließt der Geologe Michael Montenari von der Universität Tübingen aus den Ablagerungen, die zu der damaligen Zeit erfolgten.

In einem Natursandsteinwerk nördlich von Tübingen wird Räthsandstein abgebaut, ein Sediment, das wahrscheinlich auf ein Gewässer mit ruhiger Strömung zurückgeht. Darüber liegt eine 20 bis 30 Zentimeter dicke, dunkel gefärbte Schicht, die Sand, Schlamm, Überreste von Lebewesen und Bruchstücke von Muschelschalen, die mit der Wölbung nach oben liegen, enthält. Über dieser dunklen Schicht, die für sehr unruhiges Wasser spricht, liegen wieder Tonschichten, die von stehendem Gewässer abgelagert wurden.

Montenari nimmt an, dass zum Zeitpunkt der dunklen Ablagerungen das Meer durch einen Meteoriteneinschlag aufgewühlt wurde, zumal auf den britischen Inseln eine ähnlich, dort sogar bis zu zweieinhalb Metern breite Schicht zu finden ist (vgl. Nachricht vom 24.03.2003).

Die mächtige britische Schicht deutet an, dass ein Seebeben der Stärke 20 das Meer in Bewegung gesetzt haben muss. Allerdings sind keine geologischen Prozesse auf der Erde imstande eine Flutwelle von solch einen Ausmaß zu erzeugen, daher liegt die Schlussfolgerung nahe, dass ein Meteorit das Beben verursacht haben könnte.


weitere Informationen unter:

  • dinosaurier.org:
    Tsunami über Tübingen



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