02. August 2004

Insekten in Farbe


Der britische Wissenschaftler Andrew Parker hat mit einem von dem Physiker Roy Sambles von der Universität Exeter erdachten Computerverfahren die Farbschattierung eines fossilien 50 Millionen Jahre alten Käfers aus der Grube Messel bei Darmstadt ermittelt.

Da das farbliche Schillern bei Insekten (die so genannte Strukturfarbe) auf einen physikalischen Effekt zurückgeht, kann dieses mithilfe eines Computerprogramms errechnet werden. Dazu werden die mikroskopisch kleinen Erhebungen auf der Panzerung gemessen, die für das Brechen des Lichts verantwortlich sind. Da je nach Dicke der Schicht einige Farben ungehindert hindurchschwingen und andere reflektiert bzw. gestreut werden, schillern die Panzer in unterschiedlichen Farben. Das Computerprogramm ermittelt nun aufgrund der gemessenen Daten die Strukturfarbe des jeweiligen Insekts und lässt es in seiner ursprünglichen Farbwirkung leuchten.

Auch andere Tiergruppen besitzen solche Strukturfarben, so dass möglicherweise auch bei ihnen dieses Verfahren zur Anwendung kommen kann. Vielleicht sind Künstler in Zukunft bei der Rekonstruktion versteinerter Urkrebse, Schlangen und auch Vögel nicht mehr allein auf ihre Fantasie angewiesen, sondern können die nachgebauten Tiere original einfärben.


weitere Informationen unter:

  • Geo Magazin 04/04:
    Paläontologie: Fossilien in Farbe



  • Zurück zur vorhergehenden Seite

    Zum Seitenanfang



    2004 Dinosaurier-Interesse