19. März 2005

Silverpit-Krater 45 bis 75 Millionen Jahre alt


Vor drei Jahren wurde ca. 130 Kilometer von der englischen Küste entfernt am Grund der Nordsee ein runder, knapp 20 Kilometer breiter Krater entdeckt, der von mehreren hundert Metern dicken Sedimentschichten bedeckt war. Er erhielt den Namen: "Silverpit" (= Silberloch). Schon damals fiel den Forschern eine feine Ringstruktur am Rand des Kraters auf (s. Nachricht).

Seit der Entdeckung des Silverpit-Kraters forschten Simon Stewart vom Erdölkonzern BP und Phil Allen von der Firma Production Geoscience im britischen Banchory nach weiteren Aufzeichnungen, die unwissentlich über diesen Krater gemacht wurden. Jetzt stellten sie die Ergebnisse ihrer Forschung vor.

Ihren Erkenntnissen zufolge besteht der Krater aus zehn bis fünfzehn konzentrischen Ringen, wobei die weiter außen liegenden Ringe vermutlich erst später entstanden, als größere Gesteinsbrocken in Richtung Kraterinneres sackten. Das Alter des Kraters schätzen die beiden Forscher grob auf 45 bis 75 Millionen Jahre. Ihrer Ansicht nach könnte er durch den Einschlag eines etwa 170 Meter großen Meteoriten entstanden sein, der möglicherweise ein Erdbeben der Magnitude 6,9 auslöste und einen Krater von ursprünglich mehr als drei Kilometern Durchmesser hinterließ.

Die beiden Forscher schließen allerdings auch andere Erklärungen für den Ursprung des Silverpit-Kraters nicht aus. So halten sie es durchaus auch für denkbar, dass es sich bei dem Krater um eine vulkanische Struktur handelt. Ihrer Aussage nach, besäßen die Silverpit-Krater-Bilder aber verblüffende Ähnlichkeit mit den Aufnahmen von Meteoritenkratern auf dem Mond oder dem Jupitermond Europa.

Schon auf Aufzeichnungen aus dem Jahr 1992 sind Teile des Kraters erfasst worden, doch blieben diese zehn Jahre unentdeckt. Daher vermuten Stewart und Allen, dass noch weitere Kraterstrukturen sich in kommerziell gewonnenen seismischen Daten aus der Erdölindustrie verstecken könnten.


weitere Informationen unter:

  • Bild der Wissenschaft:
    Die Geheimnisse der Silbergrube



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