12. Oktober 2005

Dromaeosurier-Klauen: Kein Aufschlitzen, nur festhalten


Ein britisches Forscherteam um Phillip Manning von der Universität Manchester hat durch Experimente mit einem nachgebauten Velociraptoren-Bein festgestellt, dass die bis zu zehn Zentimeter lange sichelförmige Kralle keineswegs dazu geeignet war, die Haut eines Tieres aufzuschlitzen.

Manning und sein Team bauten ein 50 Zentimeter langes Saurierbein nach, das der Länge eines Velociraptoren-Beins entspricht, und statteten dieses mit einer zehn Zentimeter langen sichelförmigen Klaue aus. Bei der Konstruktion der Kralle orientierte sich das Team an den Krallen heutiger Vögel und Reptilien und versahen sie mit einer moderaten Rundung statt mit einer scharfen Kante.

Durch eine computergestützte Mechanik wurde das Bein mithilfe hydraulischer Stempel mit einer Kraft von 981 Newton in einen Schweinekadaver geschlagen. Doch statt die Haut des Schweins zu durchschneiden oder aufzureißen, hinterließen die Tritte lediglich kleine, runde Stiche mit einer Tiefe von vier Zentimetern.

Daher nimmt das Team um Manning an, dass Velociraptor und andere Dromaeosaurier ihre Krallen nicht zum Aufschlitzen der Beute nutzten, wie bislang angenommen, sondern eher dazu einsetzen, sich am Beutetier festzuhalten, um ihm mit den rasiermesser scharfen Zähnen die tödlichen Wunden beizubringen.


weitere Informationen unter:

  • Bild der Wissenschaft:
    Klammern statt Aufreißen
  • dinosaurier.org:
    Saurierklaue: Steigeisen statt Schlitzmesser



  • Zurück zur vorhergehenden Seite

    Zum Seitenanfang



    2005 Dinosaurier-Interesse