11. Mai 2006

Morokweng-Krater: Einschlag vor 145 Millionen Jahren − Meteoritenreste entdeckt


Ein Forscherteam um Wolfgang Maier von der Université du Québec in Kanda hat in einem Bohrkern aus dem 70 Kilometer großen Morokweng-Krater in Südafrika mehrere Reste des Meteoriten entdeckt, der hier vor rund 145 Millionen Jahren einschlug: ein unverändertes, 25 Zentimeter großes Bruchstück und mehrere kleinere Fragmente.

Vor 145 Millionen Jahren fiel in Südafrika ein Meteorit auf die Erde.

Nach gängiger Theorie gibt es im Krater selbst niemals Bruchstücke des eingeschlagenen Meteoriten: Entweder verglühte und verdampfte der Meteorit beim steilen Aufprall vollständig, so dass nur noch Spurenelemente im Krater oder in Auswurfgesteinen gefunden werden. Oder die wenigen Bruchstücke, die einen sehr flachen Aufprall unverändert überstanden, wurden zusammen mit dem Auswurfgestein in größere Entfernung weggesprengt.

Der neue Fund der Forschergruppe widerspricht dieser Theorie, zumal die Forscher der Meinung sind, dass dieser Einschlag nicht besonders flach gewesen ist.

Eine Analyse der Spurenelemente ergab, dass die Bruchstücke tatsächlich vom Meteoriten stammen und nicht-irdischen Ursprungs sind. Der Meteorit wird einer Gruppe primitiver Steinmeteoriten zugeordnet, die "LL-Chondriten" genannt werden. Allerdings ist die chemische Zusammensetzung der Bruchstücke recht untypisch für die bislang bekannten Chondriten-Klassen: viel Schwefel und wenig Metalle.

Möglicherweise gehörte der Morkoweng-Meteorit somit ursprünglich zu einem anderen Mutterkörper als alle anderen bislang bekannten Chondriten oder es hat im Laufe der letzten 145 Millionen Jahre eine generelle Veränderung in der Zusammensetzung der LL-Chondriten stattgefunden.

Vor 145 Millionen Jahren, als der Morokweng-Meteorit einschlug, befand sich die Erde am Übergang vom Jura zur Kreidezeit. Ob es einen Zusammenhang zum Einschlag gibt, ist bislang aber nicht bekannt.



weitere Informationen unter:

  • Bild der Wissenschaft:
    Ball aus dem All



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    2006 Dinosaurier-Interesse