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Alle Nachrichten auf Dinosaurier-Interesse seit dem Jahr 2000




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Nachrichten aus dem Jahr 2019


11.05.2019

Mystriosuchus: Vier Phytosaurier aus der Obertrias in den österreichischen Alpen entdeckt
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 1980 wurden in den österreichischen Alpen die fossilen Überreste von mindestens vier Phytosauriern entdeckt, die in den folgenden zwei Jahren geborgen wurden. Allerdings dauerte es mehrere Jahre, bis sich Forscher dieser Überreste annahmen.

Da es nur wenige Phytosaurier-Spezialisten gibt, fand sich erst im Jahr 2013 ein internationales Team aus britischen, französischen, österreichischen und schweizerischen Forschern zusammen, um die Überreste zu analysieren. Die Ergebnisse wurden nun in einer Studie vorgestellt.

Demnach stammen die Überreste von vier Individuen der gleichen Art, die den Namen Mystriosuchus steinbergeri (übersetzt: "Steinbergers Löffelkrokodil" − Sepp Steinberger hatte damals die Überreste entdeckt) erhielt und hier vor 210 Millionen Jahren in der späten Trias gelebt hat. Obwohl die Tiere, die zum Zeitpunkt ihres Todes ca. 8 Jahre alt waren, schon eine Länge von 4 Metern erreicht hatten, zeigen Knochenanalysen, dass sie sich noch mitten im Wachstum befanden.

Phytosaurier waren semi-aquatische Tiere und sahen aus wie eine Mischung aus modernem Krokodil, Alligator und Gangesgavial, obwohl sie mit keinem dieser Tiere näher verwandt waren. Die Ähnlichkeit basiert laut Forscher auf einer konvergente Entwicklung &minus: d.h. die ähnlich gestaltete Lebensweise in ähnlicher Umgebung führt zu einer äußerlichen Anpassung der Anatomie.

Obwohl die meisten Phytosaurier im Süßwasser gelebt haben, weist die Umgebung, in der die Überreste der vier Tiere gefunden wurden, auf einen marinen Ursprung hin. Da gleich vier Tiere ähnlichen Alters und Größe hier entdeckt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass die Kadaver hier angeschwemmt wurden. Vielmehr deutet der Fund darauf hin, dass die Tiere im Salzwasser gelebt haben − oder es zumindest durchschwimmen konnten.

08.05.2019

Ambopteryx: Neuer Scansoriopterygidae bestätigt Auftreten von Membranflügeln bei einer Gruppe der Dinosaurier
KURZNACHRICHT:

Im Nordosten Chinas, in der Nähe von Lingyuan, haben Forscher die 163 Millionen Jahre alten, gut erhaltenen Überreste eines kleinen Theropoden aus der Gruppe der Scansoriopterygidae gefunden, der den Namen Ambopteryx longibrachium erhielt. Aufgrund seines gut erhaltenen Skeletts einschließlich der Zähne und Hinweise auf einen Muskelmagen mit Gastrolithen (Magensteine, die zum Zerkleinern pflanzlicher Nahrung geschluckt werden), in dem man allerdings auch Überreste von Knochen entdeckte, vermuten die Forscher, dass dieser ca. 32 Zentimeter große und rund 300 Gramm schwere Dinosaurier ein Allesfresser war. Wie die heutigen Vögel besaß er einen kurzen Pygostyl, der aus miteinander verschmolzenen Schwanzwirbeln bestand, und möglicherweise auch lange Schwanzfedern, wie sie bei anderen Vertretern der Scansoriopterygidae gefunden wurden.

Die Scansoriopterygidae waren eine bizarre Gruppe der Theropoden. Sie werden systematisch in der Nähe der Vögel eingeordnet (Paraves), werden aber nicht zu den eigentlichen Vögeln (Avialae) gezählt.

Das Besondere an den Scansoriopterygidae war, dass diese zwar ein Federkleid trugen wie die Avialae, allerdings keine Federflügel ausgebildet hatten, sondern eine Flügelmembran, die sich über einen verlängerten Finger spannte - eine Fluganatomie wie man sie von Flugsauriern und Fledermäusen kennt.

Im Jahr 2015 wurde schon ein anderer Dinosaurier aus der Gruppe der Scansoriopterygidae entdeckt, der den Namen Yi qi (übersetzt: "merkwürdiger Flügel") erhielt, da man an diesem erstmals diese Hautflügel entdeckte. Da das Skelett jedoch nur fragmentarisch und nicht sonderlich gut erhalten war, wurde diese Erkenntnis oft angezweifelt und als Fehlinterpretation abgetan.

Die Entdeckung des Ambopteryx (übersetzt: "beider Flügel" − bezieht sich auf den scheinbaren Widerspruch: Vogelkörper mit Membranflügeln) gibt dem damaligen Befund nun jedoch neue Kraft. "Ich erstarrte, als ich erkannte, dass sich ein zweiter membranöser Dinosaurier vor meinen Augen befand", erklärte einer der beteiligten Forscher.

Zu Beginn der Flugevolution experimentierten die Theropoden anscheinend mit verschiedenen Flugtechniken, wobei die Verlängerung der Vorderextremitäten eine Grundvoraussetzung gewesen zu sein scheint: In der kleinen Gruppe der Scansoriopterygidae wurden während der Entwicklung des Fluges der Oberarmknochen und die Elle in die Länge gezogen, damit sich darüber die Flughaut spannen konnte − die große andere Gruppe, zu der alle nicht-Scansoriopterygidae-Dinosaurier aus der Gruppe der Coelurosaurier gehörten, verlängerte die Mittelhandknochen, um mehr Platz für die Flugfedern zu schaffen.

Sämtliche bekannte ScansoriopterygidaeScansoriopteryx (entdeckt: 2002, Existenz: vor 160 Mio. Jahren), Epidexipteryx (entdeckt: 2008, Existenz: von vor 165 bis vor 156 Mio. Jahren), Yi qi (entdeckt: 2015, Existenz: vor 160 Mio. Jahren) und Ambopteryx (entdeckt: 2019, Existenz: vor 163 Mio. Jahren) − stammen aus dem Oberjura in China. Da bislang kein Fossil aus der Kreidezeit gefunden wurde, vermuten die Forscher, dass sich diese Evolutionslinie nicht lange halten konnte und schon "bald" nach der Entstehung wieder ausgestorben ist. Ob die Vertreter dieser Gruppe überhaupt aktiv flattern konnten oder nur gleitend durch die Luft segelten, können die Forscher noch nicht sagen. Sie halten aber den Gleitflug für wahrscheinlicher als das aktive Flattern.

Im Gegensatz zu den Hautflügeln der Scansoriopterygidae starteten die Federflügel eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die zum aktiven Flug führte und sich bis heute in den modernen Vögeln hält.

06.05.2019

Suskityrannus: Überreste eines 2,70 Meter langen Tyrannosauriers aus der frühen Oberkreide in New Mexico entdeckt
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 1998 fand der 16jährige Sterling Nesbitt, der heute ein anerkannter Assistenzprofessor an der Abteilung für Geowissenschaften am Virginia Tech College of Science ist, die Überreste eines bislang unbekannten Dinosauriers, der nun offiziell von ihm und anderen beschrieben wurde.

Demnach handelt es sich um einen frühen Verwandten des später lebenden Tyrannosaurus rex. Während der bis zu neun Tonnen schwere Tyrannosaurus rex jedoch vor ungefähr 68 Millionen Jahren auf der Bildfläche erschien, lebte dieser erheblich kleinere Tyrannosaurier, der den Namen Suskityrannus hazelae erhielt, schon vor 92 Millionen Jahren und brachte ein Gewicht von nur 20 bis 40 Kilogramm auf die Waage. Mit einer Gesamtlänge von 2,70 Metern erreichte er eine Länge, die nur unwesentlich größer war als die Außmaße des Schädels seines später lebenden, ausgewachsenen Verwandten. Allerdings war dieser Dinosaurier zum Zeitpunkt seines Todes auch erst drei Jahre alt.

Im Gegensatz zum Tyrannosaurus rex besaß Suskityrannus noch einen viel schlankeren Schädel und auch einen schlankeren Fuß.

Gefunden hat ihn Nesbitt im sogenannten Zuni-Becken im Westen New Mexicos. Ein Jahr früher wurde schon ein weiteres Exemplar dieses Dinosauriers gefunden - allerdings handelte es sich dabei nur um einen Teilschädel, während Nesbitts Fund wesentlich mehr Teile des Skeletts umfasste.

Da bei beiden Exemplaren keine Arme gefunden wurden, können die Forscher nur spekulieren, ob diese schon so kurz waren wie beim späteren Tyrannosaurus rex oder noch länger − und ob er schon die zweifingrige Hand oder noch drei Finger an der Hand besaß. Auch über die Ernährung können die Forscher keine garantierten Aussagen treffen. Es liegt nahe, dass er sich von Fleisch ernährte und Jagd auf kleinere Tiere machte, aber beweisen lässt sich diese Annahme nicht.

Ursprünglich gingen die Forscher davon aus, dass es sich bei dem Dinosaurier um einen Dromaeosaurier handelte, also um eine nahen Verwandten des Velociraptors. Allerdings war man vor 20 Jahren auch noch nicht so weit in die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den einzelnen Dinosauriern vorgedrungen und hatte zu dem Zeitpunkt noch keinen kleinen Verwandten des Tyrannosaurus rex erkannt, sodass die Forscher diese Verwandtschaft nicht einmal in Betracht gezogen hätten. Inzwischen haben die Forscher die Linie der Tyrannosaurier bis in den mittleren Jura zurückverfolgen können, als diese noch als kleine, unbedeutende Jäger unter den großen Raubsauriern wie dem im Oberjura lebenden Allosaurus ihr Dasein fristeten.

Dieser neu entdeckte Tyrannosaurier hilft den Forschern dabei, eine Lücke etwas weiter zu schließen, die zwischen den frühkreidezeitlichen Tyrannosauriern und den spätkreidezeitlichen Tyrannosauriern klafft. Die Fossilbelege aus der "mittleren" Kreidezeit sind sehr dürftig und vermitteln noch kein einheitliches Bild des plötzlichen Aufstiegs der eher kleinen Tyrannosaurier zu den Top-Predatoren am Ende des Mesozoikums.

Der Name "Suskityrannus hazelae" leitet sich übrigens von dem Wort der Zuni-Indianer für "Kojote" ab ("Suski"). Mit dem Artnamen "hazelae" wird Hazel Wolfe geehrt, die mehrere erfolgreiche Fossilien-Expeditionen in das Zuni-Becken geführt hat. Somit lautet die Übersetzung des Namens ungefähr: "Hazels Kojotentyrann".

02.05.2019

Eine Schlüsselentwicklung im Kauapparat und eine schnelle Evolution der Kopfformen könnte den Erfolg der Hadrosaurier erklären
KURZNACHRICHT:

Ein neue Studie hat sich mit der Entwicklung der Hadrosaurier befasst, die in der späten Kreidezeit zu einer der erfolgreichsten und artenreichsten Tiergruppe in Eurasien, der Antarktis und Amerika wurde.

Die Forscher stellten fest, dass es zu Beginn der Evolution vor rund 100 Millionen Jahren hin zu den Hadrosauriern eine innovative Schlüsselentwicklung im Kauapparat gegeben hat, der zu einer enormen Batterie an Zähnen im Gaumen der Dinosaurier führte und somit den Weg für ein breites Nahrungsspektrum ebnete. Während die Entwicklung dieser Zahnbatterie relativ schnell erfolgt sein muss, änderte sich im Laufe der weiteren Entwicklungsgeschichte jedoch nur noch wenig an dem Kauapparat dieser Tiere. Am Körperbau der Hadrosaurier tat sich jedoch kaum noch was. Die meisten Hadrosaurier hatten eine Körperlänge von 7 bis 14 Metern, brachten zwischen zwei und drei Tonnen auf die Waage und liefen überwiegend auf vier Beinen.

Was allerdings auffällt, ist die unglaubliche Vielfalt der Kopfformen (sowohl im Gesichtsbereich ohne Unteriefer, als auch bei den Kopfkämmen). Die Forscher vermuten, dass diese unterschiedlichen Kopfformen, insbesondere die Kopfkämme keine großartige Notwendigkeit im Leben der Tiere darstellten (z.B. beim Fressen, zur Temperaturregelung im Körper, zur Abwehr von Fressfeinden oder zum Einsatz bei Rivalitätskämpfen), sondern lediglich eine Prästentierfunktion innehatten - zur Arterkennung und zum Anlocken von potentiellen Geschlechtspartnern, bei einigen Arten auch möglicherweise zur Klangerzeugung. Sie hatten somit eine eher sozio-sexuelle Bedeutung.

Eine genaue Analyse der verschiedenen Hadrosaurier zeigt, dass sich diese unterschiedlichen Kopfformen in mehreren Evolutionsschüben relativ zügig und dynamisch entwickelten. Auffällig ist, dass die Lambeosaurinae wesentlich mehr Entwicklungsschübe bei den Kopfkämmen durchmachten als die Saurolophinae, bei denen eigentlich nur innerhalb der Gruppe der Saurolophini entsprechende Veränderungen stattfanden − die Saurolophinae hingegen mehr Unterschiede im Gesichtsbereich aufweisen, wenn man von den Kopfkämmen und Unterkieferbereichen absieht.

Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, hat diese hohe Ausbibldungsrate der unterschiedlichen Kopfformen zu einer recht schnellen sozio-sexuellen Selektion geführt, die diesen großen Erfolg der Hadrosaurier erst ermöglichte.

(Auch bei anderen Tiergruppen lässt sich der Zusammenhang zwischen sozio-sexuelle Selektion und erfolgreicher Ausbreitung nachweisen, wie z.B. bei den Vögeln mit ihren äußerst unterschiedlichen bunten Gefiedern.)

Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Hadrosauriern lässt sich übrigens auch bei den spätkreidezeitlichen Ceratopsiern beobachten: Auch hier gibt es beim Körperbau nur geringfügige Unterschiede, während die Halskrausen eine enorme Vielfalt aufweisen.

30.04.2019

Das Aufkommen der Blütenpflanzen, multifunktionelle Backenzähne und das Aussterben der Dinosaurier führte zum Aufstieg der Säugetiere
KURZNACHRICHT:

Eine neue Studie hat sich mit dem Aufstieg der Säugetiere nach dem Aussterben der Nicht-Vogel-Dinosaurier befasst und dazu kleinere Ökosysteme auch schon zu Zeiten der Dinosaurier näher ins Augenschein genommen.

Bislang galt die Theorie, dass sich die Säugetiere in der mesozoischen Ära eher im Verborgenen aufhielten, meist nachtaktiv waren, am Boden lebten und sich überwiegend von Insekten ernährten. Funde von Überresten fossiler Säugetiere aus den letzten 30 Jahren zeigen jedoch ein etwas anderes Bild.

Demnach entwickelten die frühen Säugetiere schon im Mesozoikum unterschiedliche Fortbewegungsarten, was die Forscher mit den unterschiedlichen Lebensräumen dieser Tiere in Verbindung bringen, wie z.B. Bäume, Böden, Seen usw.

Zudem zeigten die spät-kreidezeitlichen Säuger auch multifunktionelle Backenzähne, die ihnen eine vielfältige Ernährung ermöglichten. Während sie sich zunächst vermutlich auf Nadelbäume, Blätter und möglicherweise Samen spezialisiert hatten, kam mit dem Aufkommen der Blütenpflanzen (Angiospermen) ein weiteres Nahrungsangebot hinzu.

Nachdem am K-Pg-Übergang (Kreide-Paläogen-Übergang) dann die Nicht-Vogel-Dinosaurier ausgestorben waren, fehlten zum einen die großen Dinosaurier, die sich u.a. von den kleinen Ursäugern ernährten, und zum anderen auch die kleinen Dinosaurier, die den kleinen Ursäugern Konkurrenz im Nahrungsspektrum gemacht hatten. Dies führte dazu, dass sich die Säugetiere vermehren konnten und freigewordene ökologische Nischen besetzten.

Im Eozän, der zweiten Epoche der Erdneuzeit nahm dann die Größe der Säugetier rasant zu, was laut Forschern auf die Kombination aus dem Aufstieg der Blütenpflanzen (die durch das schnelle Wachstum von Blättern, fleischigen Früchten, Samen und Knollen einen leichten Zugang zu Nährstoffen lieferten), dem neuen Zahntyp und dem Aussterben der Dinosaurier zurückzuführen ist.

24.04.2019

Die ewige Frage: Konnte Archaeopteryx aktiv fliegen oder nur gleiten?
KURZNACHRICHT:

Eine neue Studie hat sich mit der Flugfähigkeit des Archaeopteryx befasst und dafür das Skelett des Berliner Exemplars mithilfe von UV-Licht untersucht.

Dabei hat das Forscherteam festgestellt, dass an mehr Stellen im Archaeopteryx-Skelett Lufthohlräume vorhanden waren, als bislang angenommen, und so der Pneumatikgrad beim Archaeopteryx dem einger rezenten Neornithes ähnelt. Die Luftsackverteilung des Atmungssytems wird also ähnlich gewesen sein wie in noch lebenden Vögeln.

Zudem wurden im 1. und 2. Kreuzbeinwirbel, im Ilium, im Schambein und in einigen Schwanzwirbeln eine schwammige und daher leichtere Knochenstruktur nachgewiesen. Dies zusammen mit den zusätzlichen pneumatischen Knochen lässt vermuten, dass Archaeopteryx vom Gewicht her leichter war, als bisherige Schätzungen angegeben hatten. Da jedoch die gesamte Ausehnung der Pneumatik bei Archaeopteryx unbekannt ist, kann eine exakte Gewichtsangabe nach wie vor nicht erfolgen.

Die Forscher stellten weiterhin fest, dass einige vordere Brustirbel verschmolzen waren. Für die Frage, ob Archaeopteryx nur gleiten oder mit aktivem Flügelschlag geflogen sei, ist diese Feststellung von enormer Bedeutung, da eine starre Brustwirbelsäule als Ausgleich für die mechanischen Belastung während des Flügelschlagens dient und bei der Landung als Stoßdämpfer wirkt.

Grundsätzlich waren bei Archaeopteryx also die anatomischen Gegebenheiten vorhanden, die ihm einen aktiven Flugstil ermöglichten. Die Autoren der Studie legen sich jedoch nicht weiter fest, inwieweit er diesen auch tatsächlich umgesetzt hat. Sie verweisen lediglich darauf, dass ihre Studie einen Teil zur Lösung der Frage, ob Archaeopteryx zum aktiven Schlagflug oder nur zum passiven Gleiten fähig war, beitragen soll.

19.04.2019

Kleiner Zahn aus Japan könnte auf eine unbekannte Tyrannosaurier-Gattung hindeuten
KURZNACHRICHT:

Im Nordosten Japans, in Kuji, ist ein 18jähriger Student während eines Ausgrabungsseminars auf einen rund neun Millimeter großen Dinosaurier-Zahn gestoßen, den ein Forscher als Zahn eines rund 3 Meter großen Tyrannosauriers identifiziert hat.

Möglicherweise − so der Forscher − handele es sich bei dem Tier um einen noch unbekannten Tyrannosaurier, doch müsste dies noch durch zugehörige Knochenfunde bestätigt werden. Daher hofft der Forscher, dass noch mehr Fossilien dieses Tieres in der Gegend gefunden werden.

18.04.2019

Urtier-Friedhof aus der Obertrias auf knapp acht Kubikmetern in Argentinien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Argentinien, im Ischigualasto-Nationalpark, rund 150 Kilometer südwestlich von La Rioja entfernt, haben Forscher einen sonderbaren, rund 220 Millionen Jahre alten "Urtier"-Fridhof entdeckt: ca. ein bis zwei Meter im Durchmesser und etwa genauso tief. Auf diesen wenigen Kubikmetern konnten die Überreste von mindestens sieben oder acht Dicynodotonten entdeckt werden, von ochsengroßen Säugetier-Vorfahren. Auch Überreste von Archosauriern wurden laut Forscher dort gefunden.

"Es sind Massen von Knochen, es gibt praktisch kein Sediment. Es ist, als würden sie einen Brunnen bauen und diesen mit Knochen füllen", so Ricardo Martínez, Paläontologe der Universität von San Juan.

Die Forscher vermuten, dass es sich hier um ein ehemaliges Trinkloch handelte, an dem die Tiere zu einer Zeit großer Dürre verendeten.

P.S.:
Obwohl in der Überschrift des Artikels etwas von einem "Dinosaurier-Friedhof" geschrieben steht, werden Dinosaurier-Fossilien in dem Artikel an keiner Stelle erwähnt.

17.04.2019

Gobihadros: basaler Hadrosaurier in der mongolischen Wüste Gobi entdeckt − kein Vorfahr der späteren asiatischen Hadrosaurier
KURZNACHRICHT:

In der Wüste Gobi in der Mongolei haben Forscher die Überreste einer bislang unbekannten basalen Hadrosaurier-Art gefunden, die den Namen Gobihadros mongoliensis erhielt und bei den Hadrosauromorpha eingeordnet wird. Nach Analyse mehrerer fragmentarischer Skelette und eines nahezu vollständigen Skeletts dieser Art konnte eine Nähe zu Bactrosaurus erkannt werden, der in ähnlichen Gesteinsschichten gefunden wurde.

Gelebt hat Gobihadros, der knapp 3 Meter lang wurde, in der frühe Oberkreide von vor 100 bis vor 83 Millionen Jahren.

Allerdings zeigt Gobihadros wenig verwandtschaftliche Nähe zu anderen asiatischen Hadrosauriern. Daher vermuten die Forscher, dass Gobihadros kein Vorfahre der später lebenden Hadrosaurier war, sondern dass zu einem späteren Zeitpunkt andere Hadrosaurier-Gattungen von Nordamerika über die Beringbrücke eingewandert sind, und anschließend Gobihadros und andere frühe Hadrosaurier verdrängt haben. Allerdings, so die Forscher, müsste diese Theorie noch weiter geprüft werden.

13.04.2019

Imperobator: umstrittene Neubeschreibung eines fragmentarischen Dinosaurier-Fossils
KURZNACHRICHT:

Ein im Jahr 2003 in der Antarktis gefundener sehr fragmentarischer Dinosaurierr, der im Jahr 2007 vorläufig bei den Dromaeosauridae eingeordnet wurde, wurde neu beschrieben. Die Autoren gaben ihm jetzt den Namen Imperobator antarcticus und ordneten ihn als "gigantischen"" basalen Paraves ein. (Bislang war er wegen seines äußerst fragmentarischen Zustands, der hauptsächlich aus Funden einiger Fußfossilien besteht, nicht näher eingeordnet worden.)

Allerdings wird diese Einordnung sehr kritisch gesehen. Mickey Mortimer, der Autor des Theropod Database Blog kritisiert u.a. die Einordnung "gigantisch", da er aufgrund der in der Beschreibung gemachten Angabe auf eine Länge von 3 bis 4 Meter kommt und diese nicht als "gigantisch" empfindet.

Andrea Cau, Forscher an der Università di Bologna, der im Internet das Theropoda Blog betreibt, kritisiert die festgelegte Einordnung, die eben aufgrund des überaus fragmentarischen Zustands nicht möglich sei. Er selbst würde den Theropoden eher bei den Allosauriern oder den Therizinosauriern einordnen. Da also eine eindeutige Zuordnung seiner Meinung nach nicht möglich sei, würde er den Dinosaurier aufgrund der mangelhaften Fossilien als "Tetanurae incertae sedis" bezeichnen.

10.04.2019

Lyme Regis plant das Aufstellen einer Statue von Mary Anning
KURZNACHRICHT:

Die 11-jährige Evie hat sich dafür stark gemacht, dass in Lyme Regis eine Statue von Mary Anning, ihrem großen Idol, aufgestellt wird. Sie sei sehr geschockt gewesen, dass die großen Verdienste von Mary Anning in Lyme Regis keine Anerkennung fänden, so das Mädchen. Daraufhin habe sie sich mit dem Gemeinderat des Küstenstädtchens in Verbindung gesetzt und der hätte zugestimmt, dass Mary Anning eine Ehrung verdient hätte.

Die Bildhauerin Hazel Reeves wurde nun mit dieser Aufgabe betraut. Sie erklärt: "Es ist wichtig, dass es Statuen von Frauen gibt. Sie können den jungen Frauen als Vorbilder dienen, sie inspirieren und zeigen, dass sie alles tun können, was sie wollen."

Mary Anning wurde am 21. Mai 1799 in der englischen Küstenstadt Lyme Regis in eine arme Familie hineingeboren. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie damit, mit ihrem Vater und ihrem Bruder zusammen an der Küste nach Fossilien (zur damaligen Zeit nannen sie es noch "Kuriositäten") zu suchen, um diese anschließend zu verkaufen. Im Alter von nur 12 Jahren grub sie nach dem ersten Schädelfund durch ihren Bruder den ersten bekannten Ichthyosaurier aus. Im Alter von 22 Jahren fand sie das erste Plesiosaurier-Skelett.

Obwohl sie also einen enormen Beitrag zur paläonotologischen Wissenschaft geleistet hat, erhielt sie im viktorianischen Zeitalter als Frau keine Anerkennung dafür. Erst nach ihrem Tod im Jahr 1846, im Alter von 47 Jahren, wurde sie von der Geological Society of London zum Ehrenmitglied ernannt.

08.04.2019

Minisauripus-Spuren mit Hautabdruck in Südkorea entdeckt
KURZNACHRICHT:

In der Jinju-Formation im Süden Koreas wurden fünf dreizehige Fußabdrücke des winzigen Theropoden Minisauripus entdeckt, der bislang ausschließlich über Fußabdrücke bekannt ist, die auf Felsen gefunden wurden, die aus der unteren Kreide des heutigen Korea und China stammen. Das besondere an diesen neu entdeckten Fußabdrücken ist, dass sie samt Hautabdruck über die gesamte Fußfläche erhalten geblieben sind − ohne Rutsch- oder Gleitspuren.

Da die kleinen Spuren keine runden Zehen, sondern deutlich scharfe Klauenspuren hinterließen, ist ausgeschlossen, dass sie von einem kleinen Ornithopoda stammen, sondern einen Theropoda-Ursprung haben.

Anhand des vorgefundenen Schuppenmusters konnten Ähnlichkeiten zu Vogelarten aus der unteren Kreidezeit des heutigen Chinas festgestellt werden, obwohl die Fußmorphologie nicht mit der von Vögeln übereinstimmt, sondern auf einen Theropoden hindeutet.

Aufgrund der Fußlänge von rund 2,38 Zentimeter gehen die Forscher davon aus, dass dieser Minitheropode eine Hüfthöhe von 10,71 Zentimter besaß und somit eine Gesamtlänge von rund 28,4 Zentimeter, also ähnlich groß war wie eine heutige Amsel. Die Schrittlänge weist auf eine Laufgeschwindigkeit hin, die zwischen 2,27 und 2,57 Metern pro Sekunde liegt.

Da von Minisauripus bislang nur kleine Spuren entdeckt wurden, die mit keinen größeren Spuren im Zusammenhang stehen, gehen die Forscher davon aus, dass sie von ausgewachsenen Mini-Dinosauriern stammen und nicht von etwaigen Jungtieren einer größeren Spezies.

06.04.2019

Sauropoden-Skelett wird versteigert
KURZNACHRICHT:

Im Londoner Flughafen Heathrow wird zur Zeit ein Sauropoden-Skelett gezeigt, das zu einer noch nicht näher bestimmten Spezies gehört. Bis zum 03. Juni wird es dort noch gezeigt, bevor es dann in Paris in einer Auktion versteigert wird. Die Auktionatoren hoffen auf einen Preis von 1,5 bis zwei Millionen Euro.

Entdeckt wurde dieses rund 150 Millionen Jahre alte Skelett, von dem rund 90 Prozent der Knochen gefunden wurden und das den Spitznamen "Skinny" trägt, im Jahr 2012 in Wyoming (USA). Es ist 13 Meter lang und 6,20 Meter hoch.

Da es sich im Privatbesitz befindet, ist zur Zeit das Interesse der Forscher an diesem Skelett eher gering, da nicht gewährleistet ist, dass es nach dem Verkauf weiterhin der Forschung zur Verfügung stehen wird und somit einmal erhaltene Erkenntnisse weiterhin verifizierbar bleiben.

02.04.2019

Adynomosaurus: Lambeosaurini mit vermutlich schwachen Schultern in Spanien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Katlonien (Spanien) wurden die Überreste eines Hadrosauriers aus der Gruppe der Lambeosaurini entdeckt, der hier vor rund 70 Millionen Jahren in der Oberkreide gelebt hat.

Gefunden wurden insgesamt 34 lose verstreute Knochen von mindestens zwei, wahrscheinlich noch nicht ganz ausgewachsenen Individuen. Neben anderem postcranialen Material fand sich darunter auch ein fragmentarisches linkes Schulterblatt, das den Forscher Anlass zur Vermutung gibt, dass dieser Hadrosaurier im Vergleich zu anderen Hadrosauriern recht schwach ausgebildete Schultermuskeln besaß. Daher erhielt er den Namen Adynomosaurus arcanus (übersetzt etwa: "undurchschaubare schwache Schulterechse" - der Artname "arcanus = undurchschaubar" bezieht sich dabei auf die schwer zu interpretierenden restlichen Fossilien).

Adynomosaurus ist erst der zweite Hadrosaurier, der in den Südpyrenäen gefunden wurde − und der fünfte aus ganz Europa.


29.03.2019

Erster Nachweis eine Lambeosaurinae im Norden Alaskas entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im Norden Alaskas, im sogenannten Liscomb Bonebed, haben Forscher den Teil eines Schädels gefunden, den sie aufgrund seiner Anatomie einem Lambeosaurinae zuordnen. Dies gilt als erster Nachweis eines Hadrosauriers aus der Gruppe der Lambeosaurinae, der hier gefunden wurde. Andere Hadrosaurier aus der Gruppe der Hadrosaurinae sind schon mehrfach hier gefunden worden − nebst anderer Dinosaurier wie z.B. Dromaeosauridae, Troodontidae, Tyrannosaurier und Ceratopsidae.

Ähnlichkeiten zu kanadischen Lambeosaurinae bestätigen die schon bestehende Vermutung auf eine intensive Wanderung zwischen den nördlichen und weiter südlich gelegenen Breitengraden, auf die schon die Anwesenheit der anderen Dinosaurierarten hindeutete.

Dass schon häufiger Hadrosaurinae-Fossilien entdeckt wurden, hauptsächlich die des Edmontosaurus, weist nach Angabe der Forscher daraufhin, dass hier die Hadrosaurinae zahlenmäßig stärker vertreten waren als die Lambeosaurinae. Da es sich hier um ein ehemaliges Küstengebiet handelt, bestätigt dieser Fund die schon mehrmals gemachte Beobachtung, dass sich in der Nähe von Meeren eher die Hadrosaurinae aufhielten, während in Gebieten im Landesinneren eher die Lambeosaurinae dominierten, wie Fundorte in Russland und China nahelegen.

Obwohl es in der oberen Kreidezeit wärmer war als heute, dürften in der Arktis-Region damals dennoch extreme Wetterbedingungen vorgeherrscht haben, die eine Anpassung an die widrigen Umweltbedingungen nötig machten. Vermutlich gab es an dieser Stelle wiederkehrende Überschwemmungen und einen schwankenden Wasserspiegel.

29.03.2019

"Totenbett" in North Dakota erzählt von den ersten Stunden nach dem Meteoriteneinschlag auf Yucat´n
KURZNACHRICHT:

Vor 66 Millionen Jahren erzeugte eine Meteoriteneinschlag in einem Binnenmeer eine Tsunami-artige Welle, die Fische, Säugetiere und Insekten tötete und begrub − die ersten Opfer des Massensterbens am Ende der Kreidezeit. In North Dakota (USA) wurde nun ein beispielloser Fund gemacht, der diese Todesszene widerspiegelt:

Den Anfang machten gewaltige Erschütterungen, die in einem Binnenmeer im heutigen North Dakota eine riesige Welle verursachten. Dann fielen winzige Glasperlen wie Schrotkugeln vom Himmel, die einen Großteil der Vegetation an Land in Brand setzten. Im Wasser verstopften die Glasperlen die Kiemen der Fische, die nach Atem rangen. Danach schwappte eine 30 Meter hohe Welle an Land und riss Hunderte bis Tausende von Süßwasserfischen aus dem Binnenmeer mit, die von den niederschießenden Glasperlen mit einem Durchmesser von bis zu 5 Millimetern durchbohrt wurden. Nach 10 bis 20 Minuten, in denen die Glasperlen weiter niedergingen und zudem ein Sturzbach von Felsen und feiner Sand den an Land gespülten Fischen weiter zusetzte, erreichte eine zweite Welle das Land und begrub die zuvor zurückgelassenen Fische unter einer neuen Ladung Kies, Sand und feinem Sediment und versiegelte so den Schauplatz der Tragödie für die nächsten 66 Millionen Jahre.

Dieser einzigartige, versteinerte Friedhof, der die übereinandergestapelten Fische zeigt, gemixt mit verbrannten Baumstämmen, Nadelbaumzweigen, toten Säugetieren, Mosasaurusknochen, dem Kadaver eines Triceratops, Insekten und diversen anderen Kleinslebewesen, wurde in den letzten sechs Jahren von Forschern in der Hell Creek Formation unweit von Bowman, North Dakota, ausgegraben. Schon bei der Entdeckung im Jahr 2013 kam dem Paläontologen Robert DePalma der Verdacht, dass es sich hier um ein Totenbett handelte, das in direktem Zusammenhang mit dem Meteoriteneinschlag von vor 66 Millionen Jahren stand, der letztendlich für die Auslöschung von 75 Prozent aller Arten verantwortlich war.

In einer Studie, die in der nächsten Woche erscheint, legen DePalma und seine Kollegen dar, wie dieser Ort, genannt "Tanis", und der Meteoriteneinschlag auf der Halbinsel Yucatán zusammenhängen.

1979 entdeckten Walter Alvarez und sein Vater eine schmale Iridium-Schicht, die sich auf der ganzen Welt finden lässt und verbanden diese erstmals mit einem Asteroideneinschlag, der sich an der sognannten K-Pg-Grenze (Kreide-Paläogen-Grenze) ereignete.

Der Aufprall eines großen Asteoriden − so die These − hätte das Gestein geschmolzen, den Asteroiden pulverisiert und Staub und geschmolzenes Gestein in die Stratosphäre geschickt. Mithilfe des Windes wäre der Staub um den ganzen Planeten getragen worden und hätte diesen so bedeckt, dass die Sonnenstrahlen für ettliche Monate, wenn nicht sogar Jahre, von der Erde ferngehalten worden wären. Die Trümmerwolken hätten dann den ganzen Dreck, einschließlich Gesteinsreste der kontinentalen Kruste und zu Glasperlen geschmolzenes Getstein wieder auf die Erde regnen lassen. Zum Schluss wäre auch der iridiumhaltige Staub des pulveristierten Asteroiden auf die Erde gefallen und hätte sich als dünne Schicht auf dem Desaster abgelagert.

Die nun entdeckte Fundstätte zeigt: Mindestens zweimal ist das Wasser nach dem Meteoriteneinschlag an dieser Stelle in riesigen Wellen an Land geschwappt und hat so eine knapp eineinhalb Meter dicke Schicht an Ablagerungen hinterlassen.

"Und jetzt haben wir diese großartige und völlig unerwartete Stätte, die Robert DePalma in North Dakota ausgegraben hat. Dort befinden sich detaillierte Informationen darüber, was als Folge der Auswirkungen passiert ist", sagt Walter Alvarez begeistert und sieht seine Theorie bestätigt, zumal es das erste Mal sei, dass schockierte Quarz- und Glaskugeln zusammen mit den unmittelbar nach dem Aufprall getöteten Tieren gefunden wurden. So konnten erstmalls Glasperlen in Kiemen bei Fischen nachgewiesen werden. Auch Bernstein, der einige dieser Glasperlen eingeschlossen hatte, wurde gefunden. Das besondere daran ist, dass diese Glasperlen durch den Einschluss unverändert blieben. So konnte der Fund auf ein Alter von 66 Millionen Jahren datiert werden. Der Fund eines Triceratops- und eines Hadrosaurus-Kadavers zeigen weiterhin, dass zum Zeitpunkt der Tsunamiwelle noch nicht-Vogel-Dinosaurier existierten.

Dieser Fund ist bislang einzigartig und eine Sensation. Vor allem Alvarez und seine Mitstreiter, die seit 40 Jahren die Hypothese eines Asteroideneinschlags als Auslöser des Massensterbens am Ende der Kreidezeit vetreten, fühlen sich bestätigt und sehen den Fund als Geschenk am Ende ihrer Karriere an.

28.03.2019

Kaijutitan: Überreste eines bislang unbekannten Titanosauriers in Argentinien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In der Provinz Neuquén (West-Argentinien), wurde eine bislang unbekannte, basale Titanosaurier-Art aus der mittleren Oberkreide entdeckt, die den Namen Kaijutitan maui erhielt − übersetzt in etwa: "Monstertitan von M(unicipal) A(rgentino) U(rquiza)" (Das Municipal Argentino Urquiza, dessen Abkürzung MAU den Artnamen bildet, ist ein Museum in Rincón de los Sauces in der argentinischen Provinz Neuquén.)

Gefunden wurde auf einer Fläche von 20 Quadratmetern ein unzusammenhängendes partielles Skelett, einschließlich des Schädels. Da allerdings nur wenige Wirbel und ein unvollständiger Oberschenkelknochen gefunden wurde, kann die Größe nur anhand von Vergleichen mit anderen Titanosaueriern geschätzt werden. Die Forscher vermuten jedoch, dass er größenmäßig zwischen Giraffatitan und Notocolossus anzusiedeln ist, was bedeuten würde, dass er auf eine Länge zwischen 25 und 30 Metern kam und ein Gewicht erreichte, das über 38 Tonnen, aber unter 60 Tonnen lag.

Auffallend an dem Skelett waren seine Halswirbel, die zweizähnige neurale Stacheln aufweisen. Scheinbar hatten sich die Halswirbelstacheln mehrmals unter den Sauropoden entwickelt, wie die Forscher in ihrer Studie vermuten.

22.03.2019

Lingyuanosaurus, Beipiaosaurus und Jianchangosaurus: kleiner Therizinosaurier im Nordosten Chinas entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im Nordosten Chinas, in der Provinz Liaoning, noch genauer in der Nähe der Stadt Lingyuan und dem zugehörigen Stadtteil Sihedang wurden die Überreste einer neuen, kleine Therizinosaurus-Art aus der Unterkreide gefunden, die aufgrund der Lokalität den Namen Lingyuanosaurus sihedangensis erhielt.

Obwohl das Skelett nur teilweise erhalten blieb, konnte Lingyuanosaurus dennoch als Therizinosaurus identifiziert werden, zumal er in seiner Anatomie sowohl Eigenschaften von früheren als auch von späteren Therizinosauriern zeigt. Lingyuanosaurus, der somit als Zwischenstufe angesehen wird, hilft den Forschern, die Entwicklung der Therizinosaurier besser zu verstehen.

Therizinosaurier gelten − obwohl sie den Theropoden zugerechnet werden − als Pflanzenfresser. Daher unterscheiden sie sich vor allem durch ein wesentlich breiteres Becken von anderen Theropoden. Auch besaßen sie blattförmige Backenzähne in ihrer an einen Schnabel erinnernden Schnauze, einen verlängerten Hals und Beine, die nicht sonderlich gut zum Jagen geeignet waren.

Durch Vergleiche mit anderen Therizinosauriern deutet der neue Fund daraufhin, dass sich der Beckengürtel nicht linear an die pflanzliche Kost angepasst hat, sondern verschiedene Teile des Beckens mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten modifiziert wurden, was dazu führte, dass verschiedene Therizinosaurier-Arten auch unterschiedlich angepasste Beckengürtel besaßen. Die Forscher sprechen hierbei von einer Mosaikverteilung.

Im Laufe der Evolution passten sich auch die Hinterläufe der Suche nach pflanzlicher Nahrung an, so dass die Fähigkeit zum schnellen und ausdauerenden Laufen abnahm: Die Knochen wurden kräftiger und das Schienbein im Verhältnis zum Oberschenkelknochen kürzer.

Lingyuanosaurus hingegen besaß noch die längeren Schienbeine der frühen Therizinosaurier, allerdings schon den geraden Oberschenkelknochen der späteren Formen mit reduziertem Trochanter (Verdickte Stelle am Oberschenkelende, an dem die Muskeln ansetzen).

In der gleichen Region, in der Lingyuanosaurus gefunden wurde, wurden früher schon zwei weitere Therizinosaurier entdeckt: Jianchangosaurus und Beipiaosaurus. Überraschenderweise besitzen alle drei Arten eine ähnliche Körpergröße, was für das Auftreten in einer Region eher ungewönlich ist.

Die Forscher führen drei mögliche Szenarien an, die diese ungewöhnliche Konstellation erklären könnten:
  1. Da die Fundstelle nicht hundertprozentig zeitlich eingeordnet werden kann und sich die Gesteinsschichten in einem Zeitraum von mindestens acht Millionen Jahren abgelagert haben, könnten diese drei Therizinosaurier zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben und wären sich somit nicht in die Quere gekommen.

  2. Die drei Funde wurden in geographisch leicht entfernten Gebieten gefunden, die möglicherweise durch eine geographische Barriere voneinander getrennt waren.

  3. Trotz gleicher Größe könnten die drei Therizinosaurier unterschiedliche ökologische Nischen besetzt haben, zumal es leichte anatomische Unterschiede zwischen ihnen gibt: So besaß Jianchangosaurus im mittleren und hinteren Gebiss anders geformte Zähne als die anderen beiden Therizinosaurier, was auf eine andere Nahrung hindeutet, während Beipiaosaurus im Vergleich zu den beiden anderen einen kürzeren Oberschenkelknochen aufweist, was auf eine unterschiedliche Fortbewegungsart hinweist.

21.03.2019

"Scotty" aus Kanada war der älteste, größte und schwerste Tyrannosaurus rex, der bislang gefunden wurde
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 1991 wurden die ersten 66 Miilionen Jahre alten Überreste eines Tyrannosaurus rex-Skeletts in Saskatchewan (Kanada) gefunden, die 1994 ausgegraben wurden. Der Sandstein, in dem dieses Exemplar eingebettet war. war so hart, dass die Forscher über ein Jahrzehnt benötigten, die Knochen freizulegen. Nun, nach genauen Studien des relativ vollständigen Skeletts (65 Prozent), konnte dieser T.rex, der den Namen "Scotty" erhielt, der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Demnach handelt es sich um ein ausgewachsenes Exemplar, das größer als alle bislang gefundnen Tyrannosaurier und − laut Forscher − auch größer als alle bislang gefundenen Theropoden war: Dieser Tyrannosaurus rex brachte es auf eine Länge von 13 Metern und − nach Analyse des Oberschenkelknochens − vermutlich auf ein Gewicht von 8800 Kilogramm. Darüberhinaus gilt "Scotty" auch als der Tyrannosaurus rex, der von allen Exemplaren bislang das höchste Lebensalter erreichte: Anhand der Knochenringe wird darauf geschlossen, dass er zum Zeitpunkt seines Todes knapp über 30 Jahre alt war.

Der bisherige Rekordhalter unter den Tyrannosauriern war das berühmte Skelett mit dem Spitznamen "Sue". Allerdings brachte sie es "nur" auf eine Länge von 12,3 Metern und ein Gewicht von 8600 Kilogramm. Zudem wurde sie wahrscheinlich nur 28 Jahre alt.

Wie "Sue", litt auch "Scotty" zu Lebzeiten unter diversen Malessen. So wurde eine Infektion im Kiefer und diverse gebrochene Rippen diagnostiziert. Auch Bisswunden am Schwanz konnten festgestellt werden, die wahrscheinlich von Artgenossen stammten.

Ob "Scotty" ein Männchen oder ein Weibchen war, konnten die Forscher bislang nicht ermitteln. Der Spitzname geht auf die Feier beim Fund der ersten Überreste zurück − da war das einzige vorhandene alkoholische Getränk eine Flasche Scotch.

Ein lustiges Interview mit Scotty (allerdings auf englisch) gibt es hier zu lesen.

21.03.2019

Avimaia: Enantiornithes-Weibchen verendete möglicherweise vor 110 Millionen Jahren an Legenot
KURZNACHRICHT:

Im Nordwesten Chinas sind Forscher schon Mitte der 2000er Jahre auf ein rund 110 Millionen Jahre altes Vogelfossil aus der Gruppe der Enantiornithes gestoßen, das eine seltsame membranartige Struktur in sich trug. Allerdings kamen sie nicht dazu, dieses Fossil näher zu untersuchen.

2018 begann eine Postdoktorandin am chinesischen Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie (IVPP) zu arbeiten und entdeckte bei der Suche nach einem Forschungsprojekt dieses bis dato vergessene Fossil erneut im Archiv des Instituts.

Nach genauer Analyse stellte sich die membranartige Struktur als Eierschale heraus. Der Vogel stand wohl, als er verendete, kurz vor der Eiablage. Daher vermuteten die Forscher, dass bei diesem Exemplar auch Röhrenknochenmark zu finden sein müsste, ein Kalziumreservoir, das heutige Vogelmütter anlegen, um die kalkhaltigen Eierschalen zu produzieren. Dieses Röhrenknochenmark ist nur temporär vorhanden − eben dann, wenn ein Vogelweibchen seine Eier legt. Und die Forscher wurden fündig.

Mary Higby-Schweitzer hatte dieses Röhrenknochenmark bereits im Jahr 2005 an einem Tyrannosaurus-Skelett nachweisen und somit dieses Exemplar als ein Weibchen identifizieren können. Ihr zu Ehren wurde der neu entdeckte Vogel nun Avimaia schweitzerae (übersetzt etwa: "(Mary Higby) Schweitzers Vogelmutter") genannt, welches sie mit den Worten kommentierte: "Ist das nicht die coolste Sache überhaupt? Ich war so überrascht − ich fühle mich sehr geehrt."

Avimaia ist der erste fossile Vogel, der mit einem ungelegten Ei entdeckt wurde. Allerdings hatte dieses Ei an einigen Stellen mehrere Schalenschichten. Wenn ein Vogelweibchen aus irgendwelchen Gründen heraus das Ei nicht legen kann, wächst die Eierschale immer weiter und wird so dick, dass der Embryo im Ei erstickt. Diese Legenot, die dem Vogelweibchen Avimaia durch die mehrlagige Eierschale diagnostiziert wurde, führte laut Forscher möglicherweise zu einem frühzeitigen und qualvollen Tod.

20.03.2019

Iberodactylus: Unterkreidezeitlicher Pterosaurier aus Spanien zeigt Ähnlichkeiten zum aus China stammenden Hamipterus
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Im Nordosten Spaniens, in der Nähe des Dorfes Obón wurden die fragmentarischen Überreste eines Flugsauriers aus der Gruppe der bezahnten Kurzschwanzflugsaurier (Pterodactyloidea) gefunden. Der neu entdeckte Flugsaurier, der in der Unterkreide (genauer gesagt im Barremium) lebte, erhielt den Namen Iberodactylus andreui (übersetzt etwa: "Andreus iberischer Finger" − Javier Andreu ist ein örtlicher Fossiliensammler, der Ende der achtziger Jahre die Überreste entdeckt - die Endung "dactylus = Finger" wird oft bei Flugsauriernamen verwendet).

Es handelt sich bei Iberodactylus um einen Flugsaurier aus der Gruppe der Anhangueria, doch zeigt er wenig Ähnlichkeit zu anderen europäischen Flugsauriern aus dieser Gruppe, sondern scheint verwandtschaftlich näher zu Hamipterus tianshanensis aus China zu stehen. Daher wurden nun Iberodactylus und Hamipterus in einer neuen Familie zusammengefasst, die Hamipteridae heißt und als Schwesterntaxon der Anhangueridae gilt.

(Engere verwandtschaftliche Verhältnisse von Tieren aus der Unterkreide kommen auch bei anderen Tetrapoden vor, wie z.B. bei Titanosauriformes oder Crocodyliformes, aber auch bei den Orntithomimosauria: So zeigt Pelecanimimimus z.B. eine verwandtschaftliche Nähe zu Harpymimus und Garudimimus.)

Iberodactylus lebte vermutlich in einer Küstenumgebung, da in unmittelbarer Nähe viele maritime Fossilien gefunden wurden. Trotz des äußerst fragmentarischen Zustands des Fossils vermuten die Forscher - durch Vergleiche mit Hamipterus und anderen Pterosauriern -, dass Iberodactylus eine Flügelspannweite von ca. vier Metern besaß.

18.03.2019

Erstellten die Dinosaurier neuronale Klangkarten, um die Position von Geräuschen darzustellen?
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Studien zum Hörvermögen bei Vögeln, Alligatoren und Säugetieren ergab, dass Vögel und Alligatoren sogenannte neuronale Klangkarten erstellen, um zu orten, wo ein Geräusch herkommt. Diese Fähigkeit konnte bei Säugetieren nicht nachgewiesen werden.

Bislang ging man davon aus, dass die Fähigkeit, sich aufgrund von Geräuschen in einem Raum zu orientieren mit der Kopfgröße und -form zusammenhängt. Da Vögel und Alligatoren jedoch eine sehr unterschiedliche Kopfgröße und -form besitzen, jedoch eine ähnliche Strategie zum Hören einsetzen, wird diese Fähigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bei den Archosauriern, bei den gemeinsamen Vorfahren von Alligatoren und Vögeln und somit auch bei den Vorfahren der Dinosaurier ausgebildet worden sein.

Insofern gehen die Forscher davon aus, dass auch die Dinosaurier diese neuronalen Klangkarten zur Orientierung von Geräuschen erstellten.

14.03.2019

Die ersten bekannten hartschaligen Eier tauchten bei den Sauropoden vor 195 Millionen Jahren im Unterjura auf
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Ein internationales Team von Forschern hat die ältesten Eierfunde untersucht. Sie stammen von vier bis acht Meter langen Sauropoden, die vor 195 Millionen Jahren im heutigen Argentinien, China und Südafrika unterwegs waren, Landmassen, die zur damaligen Zeit noch einen riesigen Kontinenten bildeten: Pangäa.

Obwohl die Vorfahren der heutigen Reptilien und Säugetiere schon aus dem Karbon bekannt sind, genauer gesagt vor 316 Millionen Jahren im Fossilbericht auftauchen, gibt es keine Überreste, die auf Eier oder Nester schließen lassen. Ei-Fossilien tauchen erstmals im Unterjura im Zusammenhang mit Dinosauriern auf.

Die Forscher können noch keine Antwort auf die Frage geben, warum die Dinosaurier plötzlich hartschalige Eier legten, auch wenn die Schalen mit denen von Vogeleiern noch nicht verglichen werden konnten. Sie waren so groß, wie heutige Gänseeieer, hatten eine Kugelform und waren äußerst dünnwandig, so dass sie leicht zerbrachen. Dennoch erhielt sich über die Jahrmillionen hinweg die Krümmung der fossilen Schalen.

Das Team untersuchte die Schalenstärke der Eier, die Membran, den Mineraliengehalt und die Porenverteilung und kam zu dem Schluss, dass sich recht früh im Dinosaurierstammbaum die hartschaligen Eier entwickelten, aber im Laufe der Evolution dann unabhängig voneinander mehrere Dinosauriergruppen Eier mit einer dickeren Schale legten. Die Forscher vermuten, dass dies zum Schutz der Embryonen geschah, um diese vor Fressfeinden zu schützen oder vor Tieren, die sich durch das Nest wühlten. Möglicherweise könnte auch die Zunahme des Sauerstoffs in der Atmosphäre einen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Auch einer weiteren Frage wollen die Forscher in ihrer Studie auf den Grund gehen: Warum gingen die Dinosaurier nicht wie die Säugetiere dazu über, lebende Junge zu gebären, statt diese in hartschaligen Eiern heranreifen zu lassen?

12.03.2019

Convolosaurus: Überreste von 29 Individuen eines vermeintlichen Hypsilophodontidae, der sich als Iguanodontia aus der Unterkreide entpuppte, in Texas gefunden
KURZNACHRICHT:

Vor 34 Jahren, genauer gesagt im Mai 1985, wurden in der Nähe des Proctor Lake im Norden Texas (USA) diverse Überreste einer bislang unbekannten Ornithopoden-Art aus der Unterkreide entdeckt, die nun endlich beschrieben wurde.

Insgesamt wurden von diesem neuen Dinosaurier 488 fossile Knochen entdeckt, die von mindestens 29 Individuen unterschiedlichen Alters stammen. Durch die große Anzahl an Funden ist nahezu jede Körperregion durch einen Knochen vertreten.

Da so viele Individuen an einem Ort gefunden wurden, erhielt der als "klein" bezeichnete (allerdings ohne nähere Größenangabe) Dinosaurier den Namen Convolosaurus marri (übersetzt etwa: "Dr. Ray H. Marrs Schwarmechse bzw. Herdenechse"). Die Forscher gehen aufgrund des Fundes davon aus, dass dieser Dinosaurier in Herden lebte − möglicherweise zum eigenen Schutz.

Lange Zeit wurden diese auf ein Alter von rund 125 Millionen Jahren geschätzte, neue Dinosaurierart inoffiziell als "Proctor Lake Hypsilophodont" geführt, doch stellte sich nun bei der näheren Analyse heraus, dass es sich bei diesem Dinosaurier gar nicht um einen Hypsilophodontidae handelt, sondern um ein Iguanodontia, mit näherer Verwandtschaft zu Tenontosaurus. Convolosaurus gilt somit als Schwesterntaxon zu den Hypsilophodontodae.

11.03.2019

Galleonosaurus: Überreste eines labradorgroßen Ornithopoda aus der Unterkreide in Australien entdeckt
KURZNACHRICHT:

Schon vor zehn Jahren wurden in der Nähe der Städte Inverloch und Wonthaggi im äußersten Südosten Australiens fünf Oberkiefer einer bislang unbekannten, pflanzenfressenden Dinosaurierart gefunden, die nun beschrieben wurde: Demnach handelt es sich um einen etwa labradorgroßen (in den englischen Texten wird er auch gerne mit der Größe eines Wallabys verglichen − kleinen bis mittelgroßen Kängurus), wendigen Ornithopoda, der aufgrund des an eine Galeone erinnernden Oberkiefers den Namen Galleonosaurus dorisae (übersetzt etwa: "Doris' Galleonenechse" − Dr. Doris Seegets-Villiers schrieb ihre Doktorarbeit über die Paläontologiegeschichte dieser Region − Galeonen waren spanische Segelschiffe, die im 16. Jahrhundert oft im Krieg eingesetzt wurden) erhielt.

Galleonosaurus lebte hier vor etwas 125 Millionen Jahren in der unteren Kreidezeit und war wahrscheinlich eng mit einem anderen Ornithopoda verwandt, dem Diluvicursor pickeringi, der im letzten Jahr beschrieben wurde, jedoch etwa 12 Millionen Jahre später als Galleonosaurus lebte. Dieser Altersunterschied deutet laut Forscher daraufhin, dass diese Gruppe von Ornithopoda hier prächtig gedeihen konnte.

Eine weitere nähere Verwandtschaft lässt sich zu den Ornithopoda aus Patagonien (Argentinien) erkennen, was für rege genutzte Landbrücken auf dem kreidezeitlichen Riesenkontinenten Gondwana spricht, die die heutigen Landmassen von Australien, Südamerika und der Antarktis verbanden.

Mit Galleonosaurus wurden inzwischen bereits fünf verschiedene Ornithopoda im Staat Victoria gefunden. Die gefundenen Gaumen stammen von Tieren unterschiedlichen Alters.

07.03.2019

210 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Fußspuren im Valley Forge National Historical Park (Pennsylvania) entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im Valley Forge National Historical Park im US-Bundesstaat Pennsylvania sind Besucher jahrzehntelang über Dinosaurier-Fußspuren gelaufen, ohne zu bemerken, dass hier einst Urzeittiere herumgewandert sind.

Nun sind diese rund 210 Millionen Jahre alten, versteinerten Trittsiegel aus der Triaszeit, von denen hier Duzende vorhanden sind, jedoch von einem Vertreter des Parks entdeckt worden. Der genaue Ort wird allerdings geheim gehalten, damit kein Vandalismus stattfindet.

Der längste Fußabdruck ist knapp 23 Zentimeter lang und stammt möglicherweise von einem zwei bis drei Meter langen und rund 1,5 Meter hohen Raubsaurier.

Es seien keine spektakulären Fußstapfen, so der Koordinator des Paläontologieprogramms des National Park Service, dennoch überlegt der Parkvertreter, ob die besten Spuren ausgegraben und gesichert werden sollten. Als Bildungsgegenstand hätten sie sicherlich einen gewissen Wert.

06.03.2019

Ausstellung im American Museum of Natural History in New York: "T. rex: The Ultimate Predator"
KURZNACHRICHT:

Im American Museum of Natural History in New York (USA) findet ab nächster Woche eine Ausstellung statt mit dem Titel "T. rex: The Ultimate Predator" ("T.rex, der ultimative Jäger"). Sie wird bis zum 20. August des nächsten Jahres zu sehen sein.

In dieser Ausstellung wird, nach Aussage des Museums, mithilfe von Fossilien und Abgüssen, sowie an lebensgroßen Modellen und durch interaktive Tätigkeiten sowie "virtual reality" die gesamte Tyrannosaurierfamilie den Besuchern näher gebracht.

Dabei geht es um Fragen wie z.B.: Wie lange hat T.rex gelebt, und wie schnell ist er gewachsen? Welche Überlebensstrategien hatte ein junger T.rex, bevor er als Erwachsener zum ultimativen Raubtier wurde? Und welche Entdeckungen haben die Paläontologen mit neuen Fossilienfunden und bahnbrechender Technologie gemacht?

So werden in der Ausstellung auch die Rekonstruktion eines flauschigen, hilflosen T.rex-Jungtiers und die eines vierjährigen jugendlichen T.rex' zu sehen sein. Bei der Befiederung gehen die Forscher übrigens davon aus, dass zumindest die Federn an Kopf und Schwanz bis ins Erwachsenenalter weiterwuchsen.

An der Rekonstruktion der Jungtiere wird auffallen, dass die Arme im Vergleich zu ihren ausgewachsenen Verwandten relativ lang waren und sich diese daher viel besser zum Ergreifen von Beute eigneten als die kurzen Ärmchen der Erwachsenen.

Neuere Funde deuten sogar daraufhin, dass die Arme des ausgewachsenen T.rex noch kürzer waren, als bislang dargestellt. Allerdings sollte man nicht annehmen, dass diese dadurch vollkommen unbrauchbar waren. Dazu waren die Knochen der Arme zu robust gebaut und die Gelenke zu beweglich.

Die Forscher vermuten sogar, dass die Arme recht kräftige Muskeln besaßen. Möglicherweise wurden die Arme und Klauen dazu benutzt, den Kadaver des erlegten Tieres auseinanderzureißen, obwohl bei einer Beißkraft von 34.500 Newton (einer Beißkraft die nur vom ebenfalls ausgestorbenen Urkrokodil Deinosuchus übertroffen wurde und von keiner heute lebenden Spezies erreicht wird) der Einsatz der Arme eher marginal gewesen sein dürfte.

06.03.2019

Angeblicher Rückgang der Dinosaurierzahlen am Ende der Kreidezeit hängt mit mangelhaftem Fossilbericht zusammen
KURZNACHRICHT:

Nach wie vor wird immer mal wieder das Argument gebracht, dass die Dinosaurier am Ende der Kreidezeit zahlenmäßig mächtig zurückgegangen seien und daher der Asteroid nicht mehr viel dazu hätte beitragen müssen, um die Nicht-Vogel-Dinosauier endgültig zu vernichten.

Dieser Aussage widerspricht nun einen neue Studie, die sich auf die Dinosaurierfunde in Nordamerika konzentriert. Demnach geht das oben genannte Gerücht auf einen ungenauen Fossilbericht zurück.

Damals, zum Ende der Kreidezeit, war Nordamerika von einem längs verlaufenden Meer in eine West- und eine Osthälfte geteilt, dem Western Interior Seaway. Während westlich dieses Meeres (auf der Landmass "Laramidia") die Bedingungen für eine Fossilisation verendeter Tiere sehr gut waren, waren die Bedingungen auf der östlchen Seite (auf der Landmssse "Appalachia") eher schlecht. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass östlich nicht so viele Dinosaurier gefunden werden.

Die Forscher arbeiteten in ihrer nun vorgestellten Studie mit einer sogenannten "ökologische Nischenmodellierung". Hierbei wird analysiert, welche Umweltfaktoren verschiedene Arten zum Überleben benötigen und wo sie geographisch und zeitlich auftraten.

Ihren Ergebnissen zufolge, waren die geeigneten Umweltbedingungen weiter und länger verbreitet als angenommen. Allerdings kamen die guten Umwelteigenschaften häufig dort vor, wo die Bedingungen zur Fossilisation eher gering waren. Andererseits waren die Gebiete, in denen gute Fossilisationsbedingungen herrschten, eher von kleiner Größe, sodass sich hier nicht allzu viele Dinosaurier aufgehalten haben. In beiden Fällen kam es so nur zu geringen Dinosaurierfunden, sodass der Anschein erweckt wurde, dass insgesamt nur wenige Dinosaurier gelebt hätten.

Insofern ist es ein Trugschluss, allein aus den gemachten Funden auf die Anzahl der damaligen Dinosaurier zu schließen. Nach Meinung der Forscher hatte sich die Zahl der Dinosaurier keineswegs verringert und die Dinosaurier standen in voller Blüte, als der Chicxulub-Asteroid einschlug, der das Massensterben am Ende der Kreidezeit auslöste.

04.03.2019

Hadrosaurus-Schwanzwirbel mit Bissspuren eines jugendlichen T.rex
KURZNACHRICHT:

An einem Schwanzwirbel eines partiellen Hadrosaurus-Skelett, das in Montana (USA) entdeckt wurde, wurden Bissspuren festgestellt, die wahrscheinlich von einem jugendlichen Tyrannosaurus rex stammen.

In der späten Kreidezeit lebten hier neben den verschiedenen Pflanzenfressern als größere Raubtiere einige Dromaeosaurier, Krokodile und der Tyrannosaurus rex. Da das gefundene Abdruckmuster der Zähne weder zu Dromaeosauriern noch zu Krokodilen passt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem T.rex stammen.

Allerdings liegen die durch die Zähne verursachten Punktierungen des Knochens zu nah beieinander, als dass sie von einem erwachsenen T.rex stammen könnten. Sie zeigen jedoch extrem große Ähnlichkeit zu Bissspuren auf, die an diversen jugendlichen Tyrannosaurus-Skeletten entdeckt wurden und die man auf Rangkämpfe unter artgleichen Jugendlichen zurückführte (vgl.: Nachricht vom Nov. 2009).

Die Forscher vermuten, dass der in Wyoming gefundene Hadrosaurier zum Zeitpunkt des Bisses schon verendet war und sich der jugendliche T.rex, der auf ein Alter von 11 bis 12 Jahren geschätzt wird, über den Kadaver hermachte, der bereits von anderen Raubsauriern ausgeweidet worden war. Das schließen sie aus der Beobachtung heutiger Raubtiere, die sich den Schwanz in der Regel als letztes vornehmen. Laut Forscher zeigt das, dass die jugenlichen Tyrannosaurier bereits ein ähnliches Nahrungsspektrum bevorzugten, wie die erwachsenen Tiere, auch wenn sie noch nicht über deren Bisskraft verfügten.

Hätte ein erwachsener T.rex in den Wirbel gebissen, wäre dieser auseinandergebrochen. Der jugendliche Tyrannosaurus hingegen hatte zwar schon die Kraft, seine Zähne in den Knochen hineinzutreiben, diese reichte aber eben noch nicht aus, diesen auch zu zerbeißen.

04.03.2019

Vulkanismus doch mehr für das Massensterben am Ende der Kreidezeit verantwortlich als der Chicxulub-Einschlag?
KURZNACHRICHT:

Ein Forscherteam um Gerta Keller und Blair Schoene von der Princeton Universität im US-Bundesstaat New Jersey hat versucht die Deccan Traps in Indien zu datieren, die auf den Vulkanismus am Ende der Kreidezeit zurückgehen und im Verdacht stehen, am Massensterben, bei dem rund 75 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde ausstarben, ursächlich beteiligt gewesen zu sein.

Dazu analysierten die Forscher uranhaltige Zirkonkristalle, die sie in kleinen Mengen fossiler Asche zwischen den Lavaströmen fanden.

Den Analysen zufolge gab es vier Schübe, in denen die Vulkane ausbrachen und riesige Mengen an Schwefel und Kohlendioxid in die Atmosphäre schleuderten. Während Schwefelgase zur Abkühlung der Atmosphäre beitragen, wirkt das Kohlendioxid erwärmend. Die Folge waren extreme Klimaschwankungen, die zwischen kalten und warmen Perioden hin- und herwechselten. Für das Leben auf der Erde waren dies schwere Bedingungen.

Von den vier Schüben fanden nach Angabe der Forscher zwei vor dem Massensterben statt, wobei der zweite "nur" wenige zehntausdende Jahre vor dem Einschlag des Chicxulub-Meteoriten auftrat. Keller, die schon immer der Meinung war, dass der Vulkanismus eine bedeutsamere Rolle beim Aussterben spielte als der Impact, folgert aus den Erkenntnissen: "Der Deccan-Vulkanismus ist die wahrscheinlichste Ursache für das Massensterben der Dinosaurier. Der Chicxulub Impact könnte vielleicht zu ihrem Untergang beigetragen haben, allerdings müssen der Zeitpunkt und die Umweltauswirkungen dieses Impacts noch näher untersucht werden."

Für Pincelli Hull, Assistenzprofessorin für Geologie und Geophysik in Yale, die nicht an der Forschung beteiligt war, ist das Ergebnis nicht so deutlich. Sie erklärt, dass diese Studie zwar viel zur zeitlichen Einordnung der Vulkanausbrüche beitragen würde. Dennoch sei der Zusammenhang mit dem Ausgasungs-Zeitpunkt noch nicht geklärt und somit könne man noch nicht abschließend klären, welche Rolle Vulkanismus und Impact bei dem Massensterben gespielt hätten.

01.03.2019

Leptocleidus: Halswirbel eines ca. drei Mater langen Plesiosauriers in Spanien entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im nordöstlichen Spanien bei Morella, Castellón wurde eine große Anzahl an Plesiosaurier-Fossilien bestehend aus Zähnen und diveresen Wirbeln (Hals-, Brust-, Rücken- und Kreuzbeinwirbel) gefunden, die keiner einheitlichen Gruppe zugeordnet werden konnten. Allerdings befand sich darunter ein nahezu vollständiger Halswirbel, der von einer kleinen Plesiosaurier-Art stammte, die bislang nur aus England, Australien und Südafrika bekannt war: dem Leptocleidus.

Leptocleidus zählt mit drei Metern Länge zu den eher kleineren Plesiosauriern und zeichnet sich durch einen relativ kurzen Hals und einem verhältnismäßig großen dreieckigen Kopf aus.

Die in Spanien gefundenen Plesiosaurier-Fossilien stammen aus Gesteinen, die auf ein Alter von 125 Millionen Jahren datiert werden, und somit also aus der Unterkreide stammen. Zu dem Zeitpunkt befand sich hier ein großes Delta, dass sich an der Küste entlang zog.

Im Gegensatz zu anderen Plesiosauriern bewohnten die Leptocleididae eher flache Meere und konnten wahrscheinlich selbst im Brackwasser eines solchen Deltas überleben.


25.02.2019

Dino-Freizeitpark auf der Halbinsel Istrien (Kroatien) geplant
KURZNACHRICHT:

Da auf der Halbinsel Istrien (Kroatien) mindestens zehn Dinosaurierarten gelebt haben sollen (u.a. der 20 Meter lange und 4,50 Meter hohe basale Rebacchisauridae Histriasaurus boscarollii dessen Name übersetzt "[Darío] Boscarollis Istrienechse" lautet), soll in diesem Jahr im Mon Perin Camp an der Mittelmeerküste ein Paleo Park eröffnet werden, der mit diversen Dinosauriermodellen und Informationstafeln in erster Linie der Bildung dient − gleichzeitig aber auch ein Wasser-Vergnügungspark sein soll.

Auf einer Gesamtfläche von 16.199 Quadratmetern wird es einen großen Pool (706 Quadratmeter groß), einen Sonnenbadbereich, einen Kinderspielplatz und Sandspielplätze, ein Restaurant mit Außenterrasse und einen Souvenirladen geben.

Der Pool ist in Form eines Dinosauriers angelegt, der in drei Bereiche gegliedert ist: einem Becken für Erwachsenen, einem Schwimmbecken für Kinder sowie einem Pool mit Sitzbänken und Hydromassage. (Bild des geplanten Pools ist im Artikel zu sehen.)

24.02.2019

Warum auch Fossilien aus Privatbesitz in die Forschung mit einfließen sollten
KURZNACHRICHT:

Der Paläontologe und Kurator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München Oliver Rauhut hat einen Text veröffentlicht, in dem er sich für die wissenschaftliche Dokumentation von Fossilien ausspricht, die sich im Privatbesitz befinden.

In der Fachwelt sind solche Dokumentationen heftig umstritten, da viele Forscher der Meinung sind, dass die in Privatbesitz befindlichen Fossilien für die Wissenschaft oft "verloren" sind und die veröffentlichten Ergebnisse nicht unbedingt überprüft werden können, wenn der Eigentümer nicht mitspielt.

Dennoch hält Rauhut auch die wissenschaftliche Dokumentation dieser Funde für die Forschung für äußerst wichtg, da zum einen auch in Museen aufgehobene Fossilien verloren gehen können (siehe Spinosaurus im zweiten Weltkrieg) und man zum anderen so viele Daten wie möglich sammeln sollte, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Darüberhinaus würden ohnehin nicht sämtliche Untersuchungen, die einmal durchgeführt wurden, immer und immer wieder wiederholt. Viele neue Erkenntnisse greifen auf früher gemachte Untersuchungen zurück, die dann weitergeführt würden.

Zudem gäbe es gerade in der heutigen Zeit viele moderne Techniken, die eine gründliche Dokumentation ermöglichen, ohne dass bei nachträglicher Untersuchung das konkrete Fossil vorhanden sein müsste: physische Abgüsse, Fotografien, Mikro-CT- oder Synchrotron-Scans. In der Paläoichnologie (Wissenschaft, die sich mit fossilen Spuren beschäftigt), werden die gefundenen Fährten ohnehin oft nur fotografisch und zeichnerisch dokumentiert, durch Abgüsse oder mithilfe von Photogrammetrie − ohne, dass die Spuren auf ewig gesichert würden.

Ein anderes Argument, das oft gegen die Aufnahme von Privat-Fossilien in die wissenschaftliche Forschung vorgebracht wird, ist die oft lückenhafte Dokumentation der Herkunft. Auch dieses Argument lässt Rauhut nicht gelten, da viele öffentlich aufbewahrte Stücke in Museen ebenfalls nicht lückenlos zurückverfolgt werden können.

Sicherlich gäbe es immer wieder suspekte Fossilien, deren Herkunft und Echtheit stark angezweifelt werden muss, aber grundsätzlich alles abzulehnen, was nicht öffentlich zugänglich ist und ggf. auf Dauer füf die weitere wissenschaftliche Forschung verloren geht, sieht Rauhut als fatalen Fehler an.

Natürlich sei es begrüßenswert, wenn wichtige Funde professionell ausgegraben, präpariert und in öffentlichen Einrichtungen aufbewahrt würden. Doch sind in der Realität die finanziellen und personellen Mittel der Museen oft so knapp bemessen, dass sie darauf angewiesen seien, dass Privatpersonen oder andere Sponsoren die Ausgrabung finanzierten und den Transport sowie die Weiterarbeit daran übernähmen.

Wichtig bei der Dokumentation von in Privatbesitz befindlichen Fossilien sei allerdings die öffentliche Zugänglichkeit der Daten. Diese dürften nicht allein auf dem Privatrechner oder in der Schublade des betreffenden Forschers verbleiben, so Rauhut.

Zum Abschluss mahnt er noch: "Wissenschaftliche Daten von undokumentierten Exemplaren, die verloren gehen oder zerstört werden, gehen für immer verloren."

22.02.2019

"Cranks" − wie man wissenschaftliche "Spinner" erkennt
KURZNACHRICHT:

Der Paläontologe und Paläokünstler Mark Witton hat auf seinem Blog einen Text veröffentlicht, in dem er auf sogenannte "Cranks" hinweist und Tipps gibt, wie man diese entlarven bzw. erkennen kann. Es geht also um Leute mit verschrobenen Ideen, die meinen, nur sie selbst seien im Besitz der Wahrheit und würden nur deshalb von den anerkannten Wissenschaftlern abgelehnt, weil diese einer Verschwörung anhängig und gehirngewaschen sind.

Grundsätzlich sind Menschen mit merkwürdigen Ansichten nicht weiter gefährlich. Erst, wenn sie scheinbar professionelle Websites bedienen und ihre Schriften in renomierten Verlagen und Buchhandlungen veröffentlichen, werden sie zu einem Problem.

"Cranks" beginnen meist damit, dass sie eine (oder mehrere) "sensationelle Entdeckungen" gemacht zu haben glauben, die noch kein Wissenschaftler von ihnen gemacht hat − oftmals allerdings sind dies einfach nur falsch interpretierte Bilder, die sie in Büchern oder auf Websites entdeckt haben (wie z.B. das berühmte Gesicht auf dem Mars).

Witton nennt zehn deutliche Anzeichen, an denen solche "Cranks" leicht zu identifizieren sind:

  1. "Cranks" erschaffen sich Probleme, die sie lösen können.
    Meist wird auf ein Problem mit dem Satz hingewiesen: "Das wurde nie hinreichend erklärt" oder "Das wurde nie ausreichend untersucht", nur um im Anschluss daran die einzigartige Lösung des Problems zu präsentieren, die im Normalfall von der offiziellen Theorie abweicht und diese angeblich als falsch entlarvt.

  2. "Cranks" vermeiden widersprüchliche Studien oder Daten, die ihren Erkenntnissen zuwider laufen.
    Sie suchen sich passende Erkenntnisse zu ihren gewünschten Ergebnissen heraus und ignorieren grundsätzlich solche, die ein anderes Ergebnis liefern würden. Seriöse Forscher testen ihre Ergebnisse mit verschiedenen Methoden, um eine Bestätigung ihrer Theorien zu erhalten − oder um diese zu widerlegen.

  3. "Cranks" argumentieren mit absoluter Gewissheit.
    Seriöse Forscher wissen, dass sie außer mit nachprüfbaren Daten stets nur mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten und formulieren entsprechend ihre Erkenntnisse: "Das deutet darauf hin, dass...", "Daraus lässt sich ableiten, dass..." oder auch "Wir konnten die Ergebnisse des Autors XY nicht wiederholen." "Cranks" hingegen sind von ihren Ergebnissen überzeugt und formulieren in der Regel radikaler: "Es ist so, dass...", "Ich habe gezeigt, dass...", "Der Autor XY liegt somit grundlegend falsch."

  4. "Cranks" verfügen über einen angeblich großen Schatz an wissenschaftlichen Erkenntnissen.
    Im Gegensatz zu seriösen Forschern haben "Cranks" meist nicht nur eine oder wenige sensationelle Entdeckungen gemacht, sondern sehr viele. Und meist gehen diese Entdeckungen angeblich mit der Lüftung großer weitreichender Geheimnisse einher, die bislang noch niemand lüften konnten. Meist handelt es sich bei diesen Entdeckungen um angeblich revolutionäre Erkenntnisse, die den "Mainstream"-Wissenschaftlern entgangen sind.

  5. "Cranks" zitieren sich immer gerne selbst.
    Das tun angesehene und seriöse Forscher zwar auch, dennoch sollte man vorsichtig sein, wenn jemand seine eigene Arbeit übermäßig hervorhebt und lobt. Wenn er dann gleichzeitig noch die Arbeit anderer Forscher zerreißt und niedermacht, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass hier ein "Crank" seine Theorien verbreitet.

  6. "Cranks" sind meist keine anerkannten Autoren.
    Wenn wissenschaftlich merkwürdige Theorien geäußert werden, ist es interessant zu wissen, welcher Autor diese Theorie äußert. Renomierten Forschern auf ihren Fachgebieten kann man da eher trauen, als anderen, die aus einem ganz anderen Fachgebiet kommen oder namentlich absolut unbekannt sind. Wenn man sich unsicher ist, sollte man auf jeden Fall nach dem Namen im Internet suchen oder bei anerkannten Forschern nachfragen.

  7. "Cranks" arbeiten mit irreführenden Nachweisen.
    Manche "Cranks" lehnen wissenschaftliche Titel ab, andere wiederum schmücken sich selbst mit erdachten Titeln. Auch hier sollte man recherchieren, inwieweit die Institution, an der ein Autor angeblich studiert oder unterricht hat, überhaupt existiert und welchen Ruf sie hat.

  8. "Cranks" kritisieren gerne renomierte Wissenschaftler, manchmal auch mit Angriffen auf persönlicher Ebene.
    Da "Cranks" in der Eigenwahrnehmung die besseren Wissenschaftler sind, stehen sie anderen Forschern stets sehr kritisch und mit Überlegenheitsgefühl gegenüber. Je älter ein "Crank" wird und je öfter seine von ihm selbst als "richtig" erkannten Theorien in der Fachwelt als "falsch" abgelehnt wurden, desto hasserfüllter können seine Kommentare sein.

  9. "Cranks" benutzen bisweilen das "Galileo-Gambit", das lautet: "Über Galileo haben sie früher auch gelacht, und ihr wisst ja, wie das ausging."
    Auch Darwin oder der Geowissenschaflter Wegener, der zu Lebzeiten mit seiner Theorie der Kontinentalverschiebung aneckte, werden bisweilen zum Vergleich mit der eigenen Leistung herangezogen. Ein "Crank" glaubt an seine eigenen Fähigkeiten − selbst wenn alle anderen gegenteilige Beweise anführen. Da kein seriöser Forscher solch eine Rechtferitgung benutzen würde, wenn er eine Theorie äußert, von der er schon vorher weiß, dass sie kontrovers diskutiert werden wird, kann man bei diesem "Galileo-Gambit" stets von einem "Crank" ausgehen.

  10. "Cranks" wittern die große Paläontologie-Verschwörung − das sogenannte "Big Paläo".
    Sie vermuten, dass die "Mainstream"-Paläontologen sich verschworen haben, ihre angeblich so revolutionären Theorien abzulehnen. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass nur wenige Forscher über die Art des globalen Wissens bestimmen und entscheiden, welche Aritkel veröffentlicht werden und welche nicht. Meist wird dieses Argument von solchen "Cranks" erhoben, deren Artikel von renomierten Wissenschaftszeitschriften abgelehnt werden. Allerdings liegt dies normalerweise daran, dass selbst mittelmäßige Forscher recht schnell die Fehler in den Schlussfolgerungen erkennen, da im Gegensatz zu "Cranks" seriöse Forscher, die umstrittene Theorien aufstellen, detailliert darlegen, mit welchen Methoden sie zu ihren Schlussfolgerungen gelangt sind und diese begründen.

21.02.2019

Moros: Überreste eines kleinen Tyrannosauroidea aus der Oberkreide der heutigen USA deuten an, dass die Tyrannosaurier erst in den letzten 30 Millionen Jahren des Mesozoikums an Größe zulegten und sich zu den Top-Prdatoren entwickelten
KURZNACHRICHT:

In Utah (USA) haben Forscher die 96 Millionen Jahre alten Überreste (grazile Beinknochen und einzelne Zähne) eines Tiers aus der Gruppe der Tyrannosauroidea gefunden − einer Gruppe, zu der auch der mächtige bis zu 14 Meter lange und 9,5 Tonnen schwere Tyrannosaurus rex gehörte, der bis vor 66 Millionen Jahren lebte. Im Gegensatz dazu war sein 30 Millionen Jahre jüngerer Verwandter allerdings nur geschätzte 78 Kilogramm schwer und erreichte ungefähr die Größe eines Maultiers.

Die Ahnenreihe der Tyrannosaurier geht bis in den Jura zurück. Dort allerdings existierten nur kleine, agile Vertreter dieser Gruppe, die im Schatten der mächtigen Allosaurier eher eine Art Nebenrolle spielten, wenngleich auch sie aufgrund ihrer Schnelligkeit an Gefährlichkeit nicht zu unterschätzen waren. In einem Zeitfenster von rund 70 Millionen Jahren tauchten dann allerdings keine Tyrannosauroidea mehr auf, bis vor 81 Millionen Jahren scheinbar plötzlich die großen Vertreter der Tyrannenechsen in Nordamerika erschienen. Wann sie den Sprung von den kleinen, agilen hin zu den großen, mächtigen Formen machten, war daher lange unklar.

Dieser neue Fund zeigt jedoch, dass auch noch zu Beginn der Oberkreide in Nordamerika die kleinen Formen vorherrschten. Das heißt, dass die Tyrannosauroidea erst in den letzten 30 Millionen Jahren vor ihrem Ende an Wuchs zulegten und sich schließlich zu den Top-Predatoren entwickeln konnten. Innerhalb der Oberkreide gab es extreme Umweltveränderungen, die dazu führten, dass die bis dahin mächtigen Allosaurier in Nordamerika ausstarben und ökologische Nischen hinterließen, die von den Tyrannosauroidea schleunigst wieder besetzt wurden.

Daher erhielt der neue Tyrannosaurier den Namen Moros intrepidus (übersetzt etwa: "unerschrockenes Verhängnis" - der Name soll den bevorstehenden Aufstieg der Tyrannosauroidea verdeutlichen, der mit dem gleichzeitigen Untergang der Allosaurier einherging).Er gilt als einer der kleinsten Tyrannosauroide der Kreidezeit. Wachstumsringe an dem gefundenen Beinknochen zeigen, dass das Tier zum Zeitpunkt seines Todes sechs bis sieben Jahre alt war und sich dem Erwachsenenalter näherte.

Moros ist nahe mit den asiatischen Tyrannosauroidea verwandt, was dafür spricht, dass die Wiege dieser Gruppe in Asien liegt und sie mit diversen anderen Dinosaurierarten von dort aus nach Nordamerika einwanderte.

20.02.2019

Unnuakomys: 69 Millionen Jahre alte Überreste kleiner Beuteltiere in Alaska entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Alaska haben Forscher die 69 Millionen Jahre alten Überreste kleiner Beuteltiere gefunden, die hier zusammen mit Dinosauriern in der späten Kreidezeit gelebt haben.

Die kleinen, Oppossum-ähnlichen Tiere, von denen Oberkieferfragmente und sandkorngroße Zähne gefunden wurden, bewohnten zu Lebzeiten eine Landschaft am 80. Breitengrad, also nördlich des Polarkreises, an dem es im Winter vier Monate lang dunkel blieb und auch Schnee fiel. Sie gelten als die nördlichsten Beuteltiere, die bisher gefunden wurden.

Aufgrund der Dunkelheit, in der diese Tiere zurecht kommen mussten und der winzigen Größe erhielten sie den Namen Unnuakomys hutchisoni (übersetzt etwa: "Hutchisons Nachtmaus" − J. Howard Hutchison war der Paläontologe, der die Fossillagerstätte entdeckt hatte, an der die Zähne gefunden wurden). Wahrscheinlich ernährte sich Unnuakomys von Insekten und Pflanzen.

Es wurden die Überreste von rund 60 Tieren entdeckt. Die meisten anderen Beuteltier-Arten hätten die extremen Bedingungen nördlich des Polarkreises nicht überstanden, doch die große Präsenz des nur wenige Zentimeter großen Unnuakomys' an dieser Fundstätte zeigt, dass dieser Winzling hier gut zurecht kam.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass der hohe Norden in der Kreidezeit nur spärlich von Tieren besiedelt worden sei. Doch die Funde der letzten Jahre zeigen eine andere Realität: Immer wieder werden die Überreste von Dinosauriern hier entdeckt und nun auch die eines Beuteltiers. Die Fauna im heutigen Alaska war wohl doch wesentlich vielfältiger als früher angenommen.

14.02.2019

40 Meter lange fossile Fährte eines vermutlich 18 Meter langen Titanosauriers in Australien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Australien im zentralen Westen von Queensland, rund 90 Autominuten von Winton entfernt, haben Forscher auf einer Strecke von 55 Metern fossile Fußabdrücke von mindestens drei Dinosaurierarten entdeckt.

Gefunden wurden die dreizehigen Trittsiegel eines kleinen Theropoden (vermutlich Insektenfresser) und eines etwas größeren Ornithopoden sowie die fast einen Meter breiten Fußstapfen eines mittelgroßen Titanosauriers (Sauropode), dessen Ausmaße auf 18 Meter Länge und 30 Tonnen Gewicht geschätzt werden.

Die Fährte des Sauropden ist über eine Strecke von 40 Metern komplett erhalten geblieben mit rund zwei Dutzend Vorder- und Hinterfußabdrucksätzen − die beste Spur, die jemals von Sauropoden in Australien entdeckt wurde. Die konzentrischen Kreise, die sich um die Titanosaurierspuren gebildet haben, deuten auf einen ehemals schlammigen Untergrund hin.

Seit September letzten Jahres wird diese Spur, die sehr fragil ist, Stück um Stück abgebaut und zum Naturkundemusem "Australian Age of Dinosaurs" bei Winton transportiert. Rund ein Viertel wurden so bislang gesichert, je zwei Tonnen Gestein pro Ladung. Insgesamt wird es wohl auf eine Gesamtmenge von 500 Tonnen Gestein hinauslaufen, bis alle Trittsiegel geborgen sind.

14.02.2019

Wie sahen die Wangen der Ornithischia aus und wo setzen die Kaumuskelstränge an?
KURZNACHRICHT:

Ali Nabavizadeh, Assistenzprofessor für Anatomie in der Abteilung für Biomedizinische Wissenschaften an der Cooper Medical School der Rowan University in New Jersey (USA), hat sich mit der Frage beschäftigt, ob Dinosaurier − speziell die pflanzenfressenden Ornithischian − ähnliche Wangen und Kaumuskeln besaßen wie die heutigen Säugetiere. Da Weichgewebe in der Regel nicht erhalten bleibt, können sich die Forscher lediglich auf die überlieferten Knochen konzentrieren, um auf Muskelansätze zu schließen.

Die Wangen der Säugetiere sind in der Tierwelt einmalig; Reptilien besitzen keine. Daher ist es in der Fachwelt umstritten, ob die Dinosaurier welche hatten und falls ja, wie diese ausgesehen haben könnten. Ursprünglich ging man davon aus, dass sie möglicherweise − ähnlich wie bei Säugetieren − senkrechte Wangenmuskeln hatten, die den Oberkiefer mit dem Unterkiefer verbanden und somit gleichzeitig als Barriere dienten, der das Herausfallen des Futters aus dem Maul verhinderte.

Das Problem bei dieser Muskelanordnung ist jedoch, dass sie nicht wirklich zum Schädelaufbau der Tiere passte und somit weitgehend nutzlos gewesen wäre. Daher schlägt Nabavizadeh eine andere Muskelanordnung vor:

Der Muskel, der zur Verstärkung des Kauapparates vom hinteren Teil des Unterkiefers zum Hinterschädel führt, wird weiter nach vorne verlagert, quasi an die Stelle, an der der ursprünglich angenommene senkrechte Muskel am Unterkiefer ansetzte. Dadurch hätte der gesamte Unterkiefer beim Kauen angehoben und beim Mahlen nach hinten gezogen werden können. Auf diese Art des Kauens deuten auch Zahnverschleißanalysen bei diversen Ornithischiern hin. Bei der ursprünglichen Muskelanordnung wäre das Nachhintenziehen des Unterkiefers nicht möglich gewesen.

Wangen, wie wir sie von großen Säugern kennen, wären somit bei den Dinosauriern nicht aufgetreten, wenngleich auch dieser veränderte Muskelstrang ein Herausfallen der Nahrung aus dem Maul verhindert hätte.

14.02.2019

Nhandumirim: Teilskelett eines kleinen Echsenbecken-Dinosauriers in Brasilien entdeckt − Zuordnung zu den Theropoden noch nicht ganz klar
KURZNACHRICHT:

In Südbrasilien wurden in spättriassischen Schichten die Überreste eines bislang unbekannten Dinosauriers aus der Gruppe der Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier) gefunden, der den Namen Nhandumirim waldsangae (übersetzt etwa: "kleiner Nandu aus Waldsanga") erhielt. Das Skelett ist nur zum Teil erhalten und umfasst einige Wirbel, das rechte Darmbein und Teile der Hinterextremitäten.

Bei dem gefundenen Tier handelt es sich um ein noch nicht ausgewachsenes Exemplar, das vorläufig den Theropoden zugeordnet wurde, da einige Merkmale auf eine mögliche Verwandtschaft zur Gruppe der Coelophysoidea hindeuten.

Nhandumirim lebte während des Karnium, des frühesten Erdalters der späten Trias, das vor 237 Millionen Jahren begann und vor 227 Millionen Jahren endete. Somit gilt er als der früheste Theropode, der bislang in Brasilien entdeckt wurde.

14.02.2019

Sektensaurus: mittelgroßer, basaler Euornithopode aus der Oberkreide in Patagonien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Patagonien (Argentinien) wurden die Überreste eines bislang unbekannten basalen Euornithopoden mittlerer Größe aus der späten Kreidezeit entdeckt, der zunächst bei den Iguanodontiern in der Nähe von Tenontosaurus eingeordnet, später dann aber als der Gruppe der Elasmaria zugehörig erkannt wurde.

Gefunden wurden einzelne, unverbundene Knochen, die sich als Überreste eines einzelnen, fast erwachsenen Individuums herausstellten. So eixistiert nun von diesem neuen Dinosaurier, der den Namen Sektensaurus sanjuanboscoi erhielt (übersetzt etwa "Inselechse der Universidad Nacional de la Patagonia San Juan Bosco"), ein Teilskelett samt Schädel.

13.02.2019

Mnyamawamtuka: Titanosaurier mit herzförmigen Schwanzwirbeln in Tansania entdeckt
KURZNACHRICHT:

Bereits im Jahr 2004 wurden im Südwesten Tansanias, einige Kilometer südlich vom Lake Rukwa, an einem Steilhang die ersten Überreste eines Dinosauriers entdeckt, die in ihrer Gesamtheit über mehrere Jahre hinweg geborgen wurden. Nun wurden die Ergebnisse der Auswertung dieser Fossilien vorgestellt.

Demnach handelt es sich bei dem Dinosaurier, von dem ein partielles Skelett einschließlich der Zähne und diverse Teile des postcranialen Skeletts sowie der Extremitäten gefunden wurden, um einen bislang unbekannten Titanosaurier, der hier vor 100 Millionen Jahren in der frühen Oberkreide gelebt hat. Er bekam aufgrund von an Herzen erinnernden Schwanzwirbeln den Namen Mnyamawamtuka moyowamkia (übersetzt: "das Tier aus Mtuka mit dem herzförmigen Schwanz").

Nils Knötschke, der wissenschaftliche Leiter des Dinoparks Münchehagen, sieht jedoch in den herzförmigen Wirbeln keine spezifische Eigenart des Dinosauriers, sondern lediglich eine Besonderheit in der Art der Erhaltung der Fossilien. Seiner Meinung nach sollte die Benennung der Art "moyowamkia" daher nicht in Verbindung mit der Anatomie des Dinsoauriers gesehen werden. (vgl. Facebookseite des Dinoparks Münchehagen)

Die Titanosaurier existierten bis zum großen Massensterben am Ende der Kreidezeit; die Anfänge dieser Spezies liegen aber noch weitestgehend im Dunkeln. Der Fund von Mnyamawamtuka, der trotz Teilskelett zu dem am besten erhaltenen Individuuen unter den afrikanischen Titanosauriern zählt, da von allen Hauptregionen des Körpers Teile gefunden wurden, wirft zumindest einen kleinen Schein auf die Anfänge der Titanosaurier in Afrika und erweitert das Wissen um die damalige Tierwelt. Eine verwandtschaftliche Nähe zeigt er zum Malawisaurus, der in rund 250 Kilometer Entfernung in Malawi westlich des Lake Malawi gefunden wurde, während andere afrikanische Titanosaurier wohl nicht so eng mit ihm verwandt waren.

Übrigens: Mark Witton, der das Bild zum Mnyamawamtuka gemalt hat, wollte mit dem Bild keinen Hinweis auf die herzförmigen Wirbel geben, sondern einfach mal eine andere Darstellung zeigen als einen fressenden Dinosaurier. (vgl. Twitteraccount von Mark Witton)

13.02.2019

Squamaten und Crocodylomorpha nisteten offensichtlich zwischen einer großen Enantiornithes-Nistkolonie
KURZNACHRICHT:

In Siebenbürgen (Westrumänien) wurden die Überreste einer Nistkolonie von Enantiornithes entdeckt, die hier in der späten Kreidezeit angelegt wurde. Neben fossilen Eiern und Eierschalen sowie einzelnen isolierten Knochen der Enantiornithes, fanden die Forscher aber auch von mindestens drei anderen Tierarten entsprechende Gelegereste: von einer bislang nicht identifizierten Vogelart, von Crocodylomorpha und von gekkoartigen Squamaten (Schuppenkriechtieren).

Es wäre zwar grundsätzlich möglich, dass die Enantiornithes, die hier zahlenmäßig eindeutig am meisten vertreten waren, die Eierschalenreste der anderen Tierarten zum Nestbau benutzt haben oder um damit ihren Kalziumhaushalt aufzufüllen, indem sie diese fraßen, aber laut Forscher ist dies eher unwahrscheinlich. Die Forscher gehen viel eher davon aus, dass hier innerhalb der Enantiornithes-Nistkolonie weitere Tiere im Schutz des Vogelschwarms ihre Nester anlegten, so wie es auch heute noch in Nistkolonien zu finden ist.

(Zum Beispiel legt der heutige südamerikanische Gecko oft seine Eier in der Nähe von nistenden Kormoranen oder Möwen ab, um die Wärme und den Schutz dieser Vögel zu nutzen und sich von den Algen zu ernähren, die die Vögel zum Nestbau verwenden.)

Dies wäre die früheste Aufzeichnung einer Nistkolonie bestehend aus verschiedenen Tiergruppen, so die Forscher. Dass sich hier auch Gelegereste von Crocodylomorpha und von gekkoartigen Squamaten finden, könnte darauf hindeuten, dass diese Tiere nicht nur toleriert wurden, sondern auch nicht als Bedrohung für Eier und Nachwuchs wahrgenommen wurden.

06.02.2019

Gobiraptor: Kleiner, samenfressender Oviraotorosaurier aus der Oberkreide in der Mongolei entdeckt
KURZNACHRICHT:

In der Wüste Gobi in der Mongolei wurden schon im Jahr 2008 die Überreste einer bislang unbekannten Oviraptorosauria-Art aus der späten Kreidezeit entdeckt, die nun den Namen Gobiraptor minutus (übersetzt etwa: "kleiner Gobiräuber") erhielt. Das gefundene Exemplar war zum Zeitpunkt seines Todes noch sehr jung, wie die Forscher anhand des Oberschenkelknochens feststellen konnten.

Aufgrund des Unterkiefer-Aufbaus gehen die Forscher davon aus, dass sich Gobiraptor von harten Materialien wie Samen und Muscheln ernährte. Obwohl der Kiefer des Gobiraptor eher Ähnlichkeiten mit denen von Caenagnathidae hat, wird er dennoch in die Gruppe der Oviraptoridae eingeordnet − laut Forscher gehe die Ähnlichkeit wahrscheinlich auf eine konvergente Entwicklung zurück und nicht auf eine direkte Verwandtschaft.

(Konvergenz bedeutet, dass ähnliche Lebensweisen oftmals zu einem ähnlichen Körperbau führen. Paradebeispiel hierfür ist das äußerst ähnliche Aussehen von Ichthyosauriern und Delfinen.)

Der Aufbau des Fußes von Gobiraptor spricht nach Angaben der Forscher ebenfalls eher für ein Tier, dass sich von Pflanzen oder hartschaligen Tieren ernährte, als für eines, dass hinter flüchtender Beute herjagte.

Dass sie dem Tier dennoch den Namen "-raptor", also "-räuber" gaben, könnte an seiner Zugehörigkeit zur Gruppe der Oviraptorosauria liegen, in deren Name ebenfalls das Wort "Raptor" enthalten ist.

Insgesamt wurde von Gobiraptor bisher nur ein einziges, sehr junges Individuum gefunden, das nur zum Teil erhalten geblieben ist. Allerdings hat man sowohl Teile des Schädels (craniales Material) als auch Teile des übrigen Körpers (postcraniales Material) entdeckt, so dass ausgeschlossen werden kann, dass es sich bei dem Fund um ein Jungtier einer bereits bekannten anderen Oviraptorosaurier-Art handelt, die schon früher in der Nähe des neuen Fundes entdeckt wurde.

04.02.2019

Bajadasaurus: Ein Verwandter von Amargasaurus hatte möglicherweise zur Abwehr räuberischer Bisse nach vorn gerichtete Halswirbel-Stacheln
KURZNACHRICHT:

In Patagonien wurden die rund 140 Millionen Jahre alten Überreste eines bislang unbekannten Vertreters der Dicraeosauridae gefunden, zu denen auch der bekannte Amargasaurus gehört. Gefunden wurde ein nahezu kompletter Schädel mit einem Stück Halswirbelsäule, an der lange Stacheln saßen.

Die Dicraeosauridae zählten zu den pflanzenfressenden Sauropoden und zeichneten sich durch eine Wirbelsäule mit zwei Reihen langer Wirbelspitzen aus.

Während die hohen Wirbelstachel bei Amargasaurus aber nach hinten ragten, zeigten sie bei dem neu entdeckten Dinosaurier mit dem Namen Bajadasaurus pronuspinax (übersetzt etwa: "Bajadaechse mit nach vorn gerichteten Wirbeln" − in der Nähe der Stadt Bajada Colorada wurden die Überreste gefunden) nach vorn und waren zudem noch wesentlich länger.

Die Stachel des Bajadasaurus liefern neue Indizien für die Theorie, dass die Wirbelstachel der Dicraeosauridae der passiven Verteidigung bei einem Raubsaurierangriff dienten. Sollte ein großer Räuber ihnen in den Nacken beißen wollen, gelangte er mit seinem Maul nicht bis zum Hals, sondern beschädigte lediglich die Stachel.

Die Forscher gehen davon aus, dass Bajadasaurus bodennahe Pflanzen fraß und mit seinen hoch am Schädel sitzenden, nach vorn gerichteten Augen die Umgebung im Blick behalten konnte. Möglicherweise war er auch zum räumlichen Sehen fähig.

04.02.2019

"Urfeder" stammt möglicherweise gar nicht von Archaeopteryx
KURZNACHRICHT:

Wer kennt sie nicht, die Ur-Feder, die dem Archaeopteryx seinen Namen gab: "Uralter Flügel"?

In einer Studie, die sich eigentlich zum Ziel gesetzt hatte, den 1861 von Meyer beschriebenen Federkiel neu zu entdecken, der bei dem alten Fossil nicht mehr erkennbar war, stellten die Forscher allerdings fest, dass zwar der erwähnte Federkiel tatsächlich vorhanden ist, aber die Feder nicht zu den Federn anderer Archaeopteryx-Fossilien passt − zumindest stammt sie weder vom Schwanz noch vom Flügel: Für den Schwanz ist sie zu krumm, für die Schwinge zu kurz.

Möglicherweise könnte es sich um eine Deck- oder Körperfeder handeln, allerdings − so die Forscher − fehle dem Federkiel die S-Form, die für die Deckfedern moderner Vögel typisch sei. Daher schließen sie nicht aus, dass diese Feder gar nicht vom Archaeopteryx stammt, sondern zu einem anderen jurassischen Vogel oder sogar einem federtragenden Dinosaurier gehört.

Damit ist dies schon das zweite ursprüngliche Archaeopteryx-Fossil, das seine Verbindung zu diesem weltweit bekannten "Urvogel" kappen muss. Im Dezember 2017 wurde schon das sogenannte "Haarlemer Exemplar" als ein Vertreter der Anchiornithiden entlarvt. (vgl. Nachricht vom Dez. 2017)

So enttäuschend diese Erkenntnisse für Arachaeopteryx-Fans auch sein mögen, sie belegen gleichzeitig, dass die Gegend um das heutige Solnhofen zur Juraszeit eine wesentlich höhere Diversität aufwies als lange Zeit angenommen.

01.02.2019

Begann das Massensterben am Ende des Perm mit einer Nickelwolke, die zum Pflanzentod im südlichen Pangäa führte?
KURZNACHRICHT:

Bei dem bislang größten Massensterben am Ende des Perm vor 252 Millionen Jahren, bei dem 96 Prozent des Lebens im Meer und 75 Prozent des Lebens an Land vernichtet wurde, scheint eine Nickelwolke, die 400.000 Jahre vor dem eigentlichen Massensterbeereignis um die Welt gezogen ist, eine entscheidende Rolle gespielt zu haben. Der Fund überraschend hoher Nickelkonzentrationen in Australien und weitere Funde weltweit in Gesteinen, die dem späten Perm-Zeitalter zugeschrieben werden, würde laut Forscher auf dieses Szenario schließen lassen.

Nach Aussage der Forscher wird der Vulkanismus in Sibirien, der für das Massensterben am Ende des Perm verantwortlich gemacht wird, auf ein Nickelvorkommen gestoßen sein, so dass sich Aerosole bildeten, die dann mit der Luftströmung in Richtung Süden abdrifteten. Da Nickel für Pflanzen tödlich ist, werden die Pflanzen im Süden des Riesenkontinents Pangäa als erstes dem Massensterben zum Opfer gefallen sein, was einen Kettenwirkung nach sich zog: Zunächst fanden die Pflanzenfresser nicht mehr genug Nahrung, danach verhungerten auch die Fleischfresser. Später wurde der Nickel dann in die Meere gespült, wo er zum Zusammenbruch der dortigen Ökosysteme führte.


31.01.2019

Antarctanax: Überreste eines kleinen, rund 250 Millionen Jahre alten Archosauriers in der Antarktis entdeckt
KURZNACHRICHT:

In der Antarktis sind Forscher auf die Überreste eines bislang unbekannten, kleinen, rund 250 Millionen Jahre alten Archosauriers gestoßen, den sie Antarctanax shackletoni (übersetzt: "Shackletons Antarktiskönig" - Ernest Shackleton war ein Polarforscher) genannt haben. Der Begriff "König" bezieht sich dabei auf die Umschreibung der Archosaurier als "Herrscherrepitlien", die sich zu dieser Zeit neu entwickelt hatten.

Von Antarctanax wurde ein postcraniales Teilskelett entdeckt, d.h. es konnten Hals- und Rückenwirbel sowie Bein- und Fußknochen geborgen werden, aber kein Schädel. Vermutlich war er ähnlich groß wie ein grüner Leguan, also zwischen 1,50 und 2,30 Metern und ernährte sich von Fleisch, wie Insekten, kleinen Säugetiervorfahren und Amphibien.

Da Antarctanax kurz nach dem Massensterben am Ende des Perm vor 252 Millionen Jahren gelebt hat, das wahrscheinlich durch einen massiven Vulkanismus in Sibirien ausgelöst wurde und bei dem rund 90 Prozent der Wasserlebewesen und 70 Prozent der Landlebewesen zugrunde gingen, vermuten die Forscher, dass dieser Archosaurier sich schnell eine der frei gewordenen ökologischen Nischen gesichert hat. Hier lebten wahrscheinlich die "neuartigen" Archosaurier mit einigen "alten" Tieren, die das Massensterben überlebt haben, zusammen.

Zur damaligen Zeit mussten die Tiere zwar noch nicht mit den eisigen Temperaturen zurecht kommen, die heute dort herrschen (die Temperaturen fielen eher selten unter null Grad), aber die lange Dunkelheit des antarktischen Winters herrschte dort auch schon zur damaligen Zeit und erschwerte den Tieren das Leben.

31.01.2019

Smok knackte vermutlich schon in der Obertrias Knochen wie später in der Oberkreide die großen Tyrannosaurier
KURZNACHRICHT:

Eine Studie an zehn Koprolithen (fossiler Kot) und Regurgitaliten (fossilem Erbrochenen), die in der Tongrube Lipie Slaskie bei Lisowice in Polen entdeckt wurden und dem Archosaurier Smok wawelski zugeschrieben werden, einem frühen Saurier der Obertrias, der Eigenschaften von Krokodilen und Dinosaurier in sich vereinte, lässt die Forscher zum Schluss kommen, dass dieser früher Saurier schon Knochen knacken konnte und diese, ähnlich wie die viel später lebenden großen Tyrannosaurier, verspeiste.

Smok lebte von vor 205 bis vor 200 Millionen Jahren in der Obertrias, also wesentlich früher als die ersten Tyrannosaurier, wurde fünf bis sechs Meter lang und gilt im heutigen Mitteleuropa als der größte Raub-Archosaurier seiner Zeit. Vermutlich lief er auf zwei Beinen und ähnelte in seiner Gesamtgestalt den späteren Threopoden. Dennoch ist nicht genau bekannt, ob er eher zur Linie der Krokodile oder eher zur Linie der Theropoden gehörte. Sein Schädel wird auf eine Länge von 50 bis 60 Zentimetern geschätzt.

Da für das Knacken von Knochen eine robuster Schädel mit starker Beißkraft und harten Zähnen nötig ist (den meisten späteren Dinosauriern fehlte diese Robustheit, daher kam die Fähigkeit zum Knochenknacken innerhalb der Theropoden eher selten vor und beschränkte sich auf die großen Tyrannosaurier der Oberkreide), gehen die Forscher davon aus, dass auch Smok einen solchen kräftigen Biss besaß. Vermutlich handelt es sich hier um eine konvergente Entwicklung, bei der Smok ettliche Millionen Jahre vor den spätkreidezeitlichen Tyrannosauriern die gleiche ökologische Nische besetzte.

In den mittelgroßen bis großen Kotklumpen (87–250 mm lang und ca. 30–50 mm breit) konnten Knochenreste in unterschiedlicher Länge (Submillimeter bis Zentimeter) von diversen, nicht näher bestimmbaren Beutetieren nachgewiesen werden. Allerdings deuten die Reste darauf hin, dass Smok kein eingeschränktes Beuteschema besaß: Er fraß sowohl junge als auch erwachsene, schnell wachsende als auch langsam wachsende, an Land lebende als auch im Wasser lebende Tiere. Insgesamt machten rund 50 Prozent des Gesamtvolumens des Koprolithen die Knochenreste aus.

Zusätzlich wurden auch Zahnteile gefunden, die für Knochenfresser typische Abnutzungserscheinungen aufweisen. Die Forscher vermuten, dass dem Tier beim Knochenknacken hin und wieder auch Zähne abbrachen, die dann mit hinunter geschluckt und anschließend wieder ausgeschieden wurden.

Die Knochenreste im Erbrochenen waren größer. Daher nehmen die Forscher an, dass Smok ähnlich wie heutige Eulen, die unverdaulichen Reste wieder ausspieh.

Zudem wurden in der Nähe der Fundstelle auch Knochen gefunden, die Bissspuren trugen, welche mit dem Zahnmuster von Smok übereinstimmen.

29.01.2019

Was ist das Besondere an Vogelfedern?
KURZNACHRICHT:

Einige Forscher, unter anderm Mary Higby Schweizer, die durch den Fund von Weichgewebe an Dinosaurierfossilien Bekanntheit erlangte, haben untersucht, was die Flugfähigkeit von Vogelfedern im Gegensatz zu den nicht-flugfähigen Dinosaurierfedern ausmacht. Anhand des aus China stammenden nicht-avianischen Dinosauriers Anchiornis, der vor 160 Millionen Jahren lebte und somit 10 Millionen Jahre früher als der berühmte Archaeopteryx, der als einer der frühesten Urvögel angesehen wird, versuchten sie die Unterschiede darzulegen. (Die Stellung der Anchiornithidae innerhalb des Dinosaurier-Stammbaums ist jedoch umstritten: Einige Forscher sehen sie als nicht-vogelähnlich an, ander halten sie für die basaleste Familie der Vögel.)

Federn heutiger Vögel setzen sich aus einem Großteil an Beta-Keratin und einem geringen Prozentsatz an Alpha-Keratin zusammen. Während der Evolution der Feder veränderte sich das Beta-Keratin, das auch in den Hautschuppen, Klauen und Schnäbeln von Reptilien und Vögeln vorkommt, und wurde kleiner. Dadurch wurde die Feder flexibler und flugtauglich.

Anhand einer Feder vom rechten Arm des Anchiornis konnten die Forscher nun nachweisen, dass hier zwar schon das verkürzte Beta-Keratin vorkommt, das Alpha-Keratin aber noch deutlich dominiert. Somit scheint Anchiornis eine Art Zwischenstadium der Feder entwickelt zu haben − sie zeigte schon Anzeichen moderner Federn (verkürztes Beta-Keratin), aber durch den hohen Anteil an Alpha-Keratin, das übrigens auch in Fell und Haaren der Säugetiere zu finden ist, auch noch Eigenschaften des alten Dinosauriergefieders.

28.01.2019

Wamweracaudia, Janenschia, Australodocus und Tendaguria: neue Erkenntnisse zu einigen Sauropoden der Tendaguru Fromation in Tansanie
KURZNACHRICHT:

Bei der Neubewertung einiger jurassischen Sauropoden-Funde aus der Tendaguru Formation in Tansania (Janenschia, Australodocus und Tendaguria), sind Forscher auf einen bislang unbekannten Sauropoden gestoßen.

Schwanzwirbel, die bislang Janenschia zugeordnet worden waren, stellten sich als so besonders heraus, dass sie vermutlich von einer bislang unbekannten Sauropodengattung stammten, die nun den Namen Wamweracaudia keranjei erhielt. Wamwera ist die bevölkerungsreichste Stammesgruppe in der Lindi-Region von Tansania; Mohammadi Keranje war der Chef-Ausgräber dieser Skelettreste.

"Mit dieser Benennung erweisen wir den Hauptakteuren der Tendaguru-Grabung zwischen 1909 und 1913 Respekt und möchten ihre großartige Arbeitsleistung bei der Bergung des Fossil-Materials nachhaltig würdigen", erklärt Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin.

Wamweracaudia wird in die Gruppe der Mamenchisauridae eingeordnet. (Bilder der Schwanzwirbel sind hier zu sehen: Facebookseite des Berliner Naturkundemuseums)

Aber auch bei den drei anderen, schon oben genannten Sauropoden konnten mithilfe computertomographischer Untersuchungen weitere Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Janenschia gehörte anscheinend einer viel ursprünglicheren Sauropodengruppe an als bislang angenommen.
  • Die nahe Verwandtschaft von Australodocus bohetii zu den Titanosauriern konnte bestätigt werden. Somit ist Australodocus der bislang einzige Vertreter dieser Sauropodengruppe aus dem Jura; alle anderen bislang bekannten Titanosaurier lebten erst in der Kreidezeit.
  • Und Tendaguria tanzaniensis stellte sich als der erste Vertreter der basalen Turiasaurier in Gondwana heraus.

26.01.2019

Könnten sich in der Evolution ein zweites Mal Dinosaurier entwickeln?
KURZNACHRICHT:

Ein neuer Artikel auf LiveScience beschäftigt sich mit dem Wiederauferstehen der Dinosaurier:

Dass keine intakte DNA bislang gefunden wurde, ist inzwischen hinlänglich bekannt. DNA erhält sich nicht allzu lange und ist spätestens nach einer Million Jahren nicht mehr brauchbar. Da die meisten Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren ausgestorben sind, kann man damit rechnen, niemals intakte DNA eines non-avialen Dinosauriers zu finden.

Ein Genetiker an der University of Northampton in Großbritannien, Jamal Nasir, äußerte nun die Möglichkeit, dass sich Dinosaurier auf natürlichem Wege wieder entwickeln könnten, da die Anlagen ja vorhanden seien. Dem widersprach aber prompt eine Paläontologin für Wirbeltiere im Londoner Natural History Museum, Susie Maidment.

Nasir argumentierte, dass Evolution nicht auf ein bestimmtes Ziel hin ausgerichtet sei und somit nicht immer nur vorwärtsgewandt passieren müsse. Würden die passenden Umweltbedingungen herrschen und möglicherweise virale Pandemien unsere Physiologie stören, wäre eine Rückwärtsentwicklung in seinen Augen möglich.

Maidment hingegen erklärte: Zum einen wären in den Vögeln die Dinosaurier nach wie vor lebendig, die sich mit der Zeit immer weiter entwickeln und somit auch neue Vogel- bzw. Dinosaurierarten hervorbringen werden. Zum anderen hätte die Evolution gezeigt, dass ökologische Nischen durchaus mit ähnlichen Tieren besetzt würden, ohne dass es sich um die gleiche Tierart handeln müsse. Als bestes Beispiel seien hier die Ichthyosaurier und Delphine zu nennen: Beide sehen sich äußerst ähnlich und hätten einen ähnlichen Lebensstil entwickelt, hätten aber verwandtschaftlich sehr wenig miteinander zu tun.

Auch die gezielte Rückzüchtung von Vögeln würde keine Dinosaurier hervorbringen. Würde man einem Huhn entsprechende Gene kappen, die es zu einem Huhn machen, und somit alte Eigenschaften zurückbringen, wäre es ein sogenannter "Chickenosaurus", also ein modifiziertes Huhn, aber noch immer kein echter Dinosaurier, erklärt Jack Horner, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Burke Museum der University of Washington.

24.01.2019

Eretmorhipis: Meeresechse mit dreieckigen Hornplatten auf dem Rücken konnte nicht gut schwimmen, nicht gut sehen, nicht gut hören und nicht viel schmecken
KURZNACHRICHT:

Vor 250 Millionen Jahren lebte im heutigen China ein marines Tier, das einem Schnabeltier recht ähnlich war, das jedoch nicht sonderlich leistungsfähig gewesen sein wird: Es war rund 70 Zentimeter lang, besaß einen langen, steifen Körper, der von dreieckigen, knöcherenen Hornplatten besetzt war, die an die Platten von Stegosaurus erinnerten, hatte einen kleinen Kopf mit recht kleinen Augen und vier Flossen zum Schwimmen. Wahrscheinlich war diese Kreatur, die den Namen Eretmorhipis carrolldongi erhielt, weit entfernt mit den Ichthyosauriern verwandt.

Schon im Jahr 2015 wurden erste Fossilien dieses urtümlichen Tieres beschrieben, doch kannte man bislang lediglich Exemplare ohne Kopf. Nun wurde ein Exemplar einschließlich des Schädels beschrieben. Die Anatomie des Tieres lässt die Forscher vermuten, dass es ein eher schlechter Schwimmer war, der nicht gut sehen, nicht gut hören und nicht gut schmecken konnte, und sich seine Nahrung mithilfe seines knorpeligen Schnabels im schlammigen Boden suchte. Vermutlich ernährte es sich von Garnelen, Würmern und anderen kleinen wirbellosen Tieren.

Nach dem großen Massensterben am Ende des Perm waren viele ökologische Nischen frei, die von allerlei befremdlichen Tieren besetzt wurden. Zur damaligen Zeit scheint dieses eher einseitig begabte Tier wenig Konkurrenz gehabt zu haben, so dass es sich behaupten konnte. Allerdings scheint diese Zeit nicht allzu lang angedauert zu haben. Die Forscher erklären: "Diese bizarren Formen schnappten sich die offenen Nischen und wurden diversifiziert. Aber bald danach starben sie aus, möglicherweise durch natürliche Auslese. Das fragliche Tier ist eines davon − es muss ein langsamer Schwimmer und ein ineffizienter Fresser gewesen sein, aber für seine Zeit scheint es ausgereicht zu haben."

21.01.2019

Fund von Galagadon-Zähnen (Urhai) in den Überresten von "Sues" Ausgrabungsmaterial spricht für eine ausgedehnte Flusslandschaft
KURZNACHRICHT:

Um freiwilligen Helfern im Field Museum of Natural History in Chicago eine Aufgabe zu geben, ließen die Forscher sie die Gesteinsabfälle analysieren, die beim Präparieren des berühmten Tyrannosaurus rex-Skeletts mit Spitznamen "Sue" angefallen waren und im Archiv des Museums aufgehoben wurden. Diesen Vorgang nennt man "Mikrosortieren".

Dabei entdeckte die pensionierte Chemikerin Karen Nordquist, die seit Jahren ehrenamtlich nach Fossilien sucht, kleine, rund einen Millimeter breite, dreieckige Haizähne, deren Form die Forscher an die Raumschiffe des Arcade Videospiels Galaga aus den 1980er Jahren erinnerte. Daher wurde die nun entdeckt Haiart Galagadon nordquistae (übersetzt: "Nordquists Galaga-Zahn") genannt.

Dieser neu entdeckte Urhai, der vor 67 Millionen Jahren mit Sue zusammen ein Biotop bewohnte, wird zu den Süßwasserhaien gezählt und lebte dort in Flüssen. Leider blieb aufgrund des Knorpelskeletts nicht viel vom Körper dieser Haiart erhalten, doch können die Forscher auch schon anhand der Zähne einige Angaben zu diesem Tier machen: Demnach wurde er vermutlich keine 60 Zenitmeter lang und ernährte sich überwiegend von kleinen Wirbellosen. Möglicherweise glich Galagadon heutigen Bambushaien mit flachem Gesicht und Tarnmuster.

Bislang ging man davon aus, dass das Gebiet, in dem Sue lebte, von Seen gekennzeichnet war. Das Auffinden von Hai-Fossilien spricht jedoch dafür, dass es sich hier um eine Flusslandschaft gehandelt haben muss, deren Gewässer in Verbindung mit einem Meer standen.

07.01.2019

Der Fund des Baryonyx war wichtig für das Verständnis des Spinosaurus
KURZNACHRICHT:

Das Natural History Museum in London hat einen Text herausgebracht, in dem beschrieben wird, wie wichtig der Fund des Baryonyx im Jahr 1983 für das Verständnis des Spinosaurus war.

Als der Paläontologe Ernst Stromer im Jahr 1912 die ersten Spinosaurus-Überreste entdeckte, die er im Jahr 1915 beschrieb, war das der erste Spinosaurier, der weltweit gefunden worden war. Leider gingen die gefundenen Überreste bei einem Bombenangriff auf London im zweiten Weltkrieg verloren.

1983 fand der Fossilienjäger William Walker in einer Ziegelgrube in der Nähe von Ockley, Surrey, im Süden Englands (rund 40 Kilometer südlich von London gelegen) ein kleines Stück einer Klaue, die er ausgrub und dem Natural History Museum vorlegte. Die Mitarbeiter des Museums erkannten einen bedeutenden Fund und machten sich daran, die Fossilien freizulegen. Sie fanden ein nahezu komplettes Skelett eines Theropoden, der allerdings nicht viel mit den bis dato bekannten Theropoden gemein hatte. (Das in Surrey gefundene Baryonyx-Skelett gilt übrigens nach wie vor als das vollständigste Exemplar seiner Art.)

Wie sich herausstellte, war die versteinerte, gebogene Klaue mit einer Gesamtlänge von 31 Zentimetern enorm groß. Diese gab dem Tier schließlich auch seinen Namen: Baryonyx walkeri − "Walkers schwere Klaue".

Auch sonst gab es viele Einzelheiten, die Baryonyx von den bis dato bekannten Theropoden unterschied: So saßen seine Nasenlöcher sehr weit hinten am Schädel und seine Zähne glichen eher denen von Krokodilen als denen anderer Theropoden.

Zur Zeiten des Baryonyx, vor etwa 125 Millionen Jahren in der Unterkreide, war Südengland eine sumpfige Landschaft, durch die sich diverse Flüsse schlängelten. Die Forscher vermuten, dass Baryonyx am Ufer dieser Flüsse hockte und, ähnlich wie die heutigen Bären, mit seiner Klaue die Fische aus dem Wasser angelte. Möglicherweise könnte er auch einige Strecken geschwommen sein, so die Forscher, aber wahrscheinlich habe er − anders als von Spinosaurus angenommen − die meiste Zeit an Land gelebt.

Dafür spricht auch der vermutete Mageninhalt, den man bei dem Surrey-Exemplar gefunden hatte: Neben Fischschuppen entdeckten die Forscher auch Reste von Iguanodon-Knochen. Insofern hätte sich Baryonyx nicht nur von Fisch ernährt, sondern auch von anderen, landlebenden Tieren.

Schnell erkannten die Forscher auch, dass mit Baryonyx ein weiterer Vertreter der Spinosaurier gefunden wurde. Vieles, was wir heute über Spinosaurus wissen, verdanken wir dem Fund des Baryonyx.

Inzwischen wurden die Überreste weiterer Vertreter der Spinosaurier gefunden worden: in England und Spanien Fossilien von Baryonyx, in Ägypten und Marokko Fossilien von Spinosaurus, im Niger Fossilien von Suchomimus und in Brasilien Fossilien von Irritator. Auch zwei Zähne, die schon im Jahr 1820 in England gefunden wurden und ursprünglich für Krokodil-Zähne gehalten wurden, konnten inzwischen dem 1998 in England entdeckten Suchosaurus zugeordnet werden.

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Nachrichten aus dem Jahr 2018


28.12.2018

Klobiodon: Schon 1878 gefundener Rhamphorhynchidae-Unterkiefer (Flugsaurier) aus dem Mitteljura neu untersucht
KURZNACHRICHT:

In Stonesfield (England), rund 70 Kilometer nordwestlich von London, wurde schon im Jahr 1878 in Gesteinsschichten, die dem mittleren Jura zugeordnet werden, ein 14 Zentimeter langer, konkav gebogener Unterkiefer eines Flugsauriers entdeckt, der zunächst Pterodactylus raptor und später dann Rhamphorhynchus depressirostris genannt wurde.

Nun wurde der Fund erneut untersucht und aufgrund der außergewöhnlichen Zähne als neue Gattung erkannt. Im Vorderen Teil des 167 Millionen Jahre alten Kiefers saßen bis zu 2,6 Zentimeter lange Zähne, die leicht nach vorn gerichtet und etwas nach hinten gebogen waren. Beim Schließen des Kiefers hätten sich die Zähne zu einem gezackten Käfig zusammengefügt, aus dem einmal geschnappte Beute nicht mehr hätte entkommen können, so die Forscher. Im mittleren Teil saßen gut ein Zentimeter lange, eher dreieckige Zähne.

Der Flugsaurier erhielt den Namen Klobiodon rochei (übersetzt etwa: "Roches Zahnkäfig" − Nick Roche ist ein irischer Comiczeichner aus Dublin, der seine "Dinobots" anatomisch korrekt darstellt und so einen Beitrag zur Paläoart liefert (siehe: Twitter-Account von Nick Roche).

Klobiodon wird mit seiner auf zwei Meter geschätzten Flügelspannweite der Gruppe der Rhamphorhynchidae zugeordnet.

Die Rhamphorhynchidae waren langschwänzige Flugsaurier, die vor allem von der Nordhalbkugel bekannt sind.

21.12.2018

Im Hals eines Pteranodons wurde ein Zahn des Urhais Cretoxyrhina entdeckt
KURZNACHRICHT:

Zwischen den Halswirbeln eines Pteranodons, das in Kansas (USA) bereits im Jahr 1965 ausgegraben wurde, wurde jetzt der Zahn eines Urhais der Art Cretoxyrhina mantelli entdeckt. Die Forscher gehen davon aus, dass der Zahn bei einem Angriff oder während des Abnagens des verendeten Flugsauriers dorthin geraten ist − und nicht nachträglich während des Fossilisationsprozesses zufällig diese Position gefunden hat.

Beide Tiere lebten hier vor rund 80 Millionen Jahren, als der Western Interior Seaway den nordamerikanischen Kontinent in zwei Teile spaltete − in den westlichen Laramidia und den östlichen Apalachia. Pteranodon, das eine Flügelspannweite von bis zu 7,25 Metern erreichen konnte, wird nach Aussage der Forscher einen wichtigen Teil des Ökosystems rund um den Western Interior Seaway dargestellt haben, indem es selbst sowohl als Beutejäger als auch als Beutetier auftrat.

Pteranodon ist, obwohl meistens nur unvollständig gefunden, doch sehr gut belegt, da die Überreste von insgesamt 1100 Individuen gefunden wurden. Allerdings sind Bissspuren von Tieren nur an sieben Exemplaren bekannt, was die Forscher auf das grazile Skelett des Pteranodons zurückführen, dessen Knochen vermutlich bei Druck direkt zersplitterten. Dokumentiert sind schon die Angriffe einer anderen Hai-Art sowie eines Barrakuda-ähnlichen Fisches wie Saurodon (vgl. Nachricht vom Okt. 2018).

Cretoxyrhina war ein bis zu sieben Meter langer und mehr als drei Tonnen schwerer Hai, der möglicherweise zu den Top-Predatoren dieses Ökosystems zählte.

Pteranodon hingegen, so vermuten die Forscher, wird seine Mahlzeiten in Form von Fischen aus dem Wasser des Western Interior Seaway geholt haben und daher regelmäßig auf dem Wasser gelandet sein, von dem es aus wieder in die Luft starten musste. Möglicherweise war ihm bei einem dieser Starts der Cretoxyrhina dazwischengeraten. Allerdings kann man aufgrund des gefundenen Zahns nicht sagen, ob das Pteranodon einem aktiven Angriff zum Opfer gefallen ist oder ob es als verendetes Aas abgenagt wurde.

Im Gegensatz zum Pteranodon, von dem über 1000 Teilskelette bekannt und bislang nur sieben Angriffe bekannt sind, gibt es von dem Pterosaurier Rhamphorhynchus muensteri nur 150 gefundene Exemplare, von denen allerdings mindestens zehn Bissspuren aufweisen, die Quote also wesentlich höher liegt. Da die Ursache für diese Diskrepanz bislang nicht bekannt ist, liege hier, laut Wissenschaftler, noch ein interessantes Forschungsfeld.

19.12.2018

Euoplocephalus, Panoplosaurus und Kunbarrasaurus: unterschiedlich lange und unterschiedlich stark gewundene Nasengänge dienten als an den Körper angepasste Klimaanlagen
KURZNACHRICHT:

Forscher haben die Nasengänge zweier Ankylosaurier-Arten analysiert und festgestellt, dass diese äußerst lange, gewundene Nasengänge gehabt haben. Untersucht wurden die Nasengänge von Euoplocephalus tutus, einem Vertreter der Ankylosauridae, und Panoplosaurus mirus, einem Vertreter der Nodosauridae; beide Gruppen werden unter den Oberbegriff der Ankylosauria zusammengefasst.

Schon früher wurde vermutet, dass diese Nasenwindungen eine wärmeregulierende Wirkung hatten. Nun wurde das mithilfe einer CFD-Analyse (Computational Fluid Dynamic), eines Computermodells, das auch in der Flüssigkeitsdynamik eingesetzt wird, genauer studiert.

Um die Funktion der Nasenwindungen bei den Ankylosauria genauer herauszufinden, veränderten die Forscher anhand des Computermodells die Nasengänge − begradigten die Windungen oder verkürzten die Länge − und kamen so zu dem Schluss, dass die Nasenwindungen einen erheblichen Einfluss auf die Wärmeregulierung besaßen.

Sowohl der begradigte als auch der verkürzte Nasengang zeigten einerseits deutlich weniger abkühlende Wirkung auf das Blut, das in den Nasengang umgebenden Blutgefäßen vom Körper in das Hirn strömte, andererseits aber auch deutlich weniger aufwärmendere Wirkung der kalt eingeatmeten Luft. Insofern scheinen die gewundenen Nasengänge eine Art Klimaanlage für den Körper dargestellt zu haben.

Weiterhin fiel auf, dass der Nasengang des Euoplocephalus wesentlich länger war als der des Panoplosaurus. Dadurch wies er auch deutlich mehr Windungen auf und scheint einen effektiveren Wärmeaustausch ermöglicht zu haben. Da beide Tiere aus der gleichen Gesteinsschicht stammen und somit vermutlich zur gleichen Zeit in ähnlichen Gebieten gelebt haben, können Einflüsse durch grobe Umweltfaktoren auf die Entwicklung der verschiedenen Nasengänge ausgeschlossen werden.

Die Schädelanatomie der beiden Dinsoaurier könnte eine Rolle dabei gespielt haben, vermuten die Forscher: Während der Schädel des Nodosaurdaes eher schmal und länglich war und somit einem Nasengang schon von vornherein mehr Platz bot, war der Schädel des Ankylosauridaes eher breit und kurz, was automatisch zu mehr Windungen führen musste. Allerdings reiche dieses Argument allein nicht dafür aus, die unterschiedliche Länge der Nasengänge zu erklären, so die Forscher.

Möglicherweise, so vermuten die Forscher weiterhin, spielten auch die Lebensräume eine Rolle bei der Entwicklung der Nasengänge: Während man aufgrund der schmalen Schnauze beim Panoplosaurus (Nodosauridae) davon ausgeht, dass er nur spezielle Nahrung zu sich nahm, die er vielleicht im Schatten von Bäumen fand, vermutet man beim Euoplocephalus (Ankylosauridae) ein wesentlich breiter gefächertes Nahrungsspektrum, was ihn in offenere Landschaften getrieben haben könnte, die ungehemmt von der Sonne beschienen wurden. Somit wäre Euoplocephalus wesentlich mehr Wärmeeinstrahlung ausgesetzt gewesen als Panoplosaurus, was natürlich zu einer deutlich stärkeren Körperaufwärmung hätte führen müssen. Allerdings, so fügen die Forscher direkt an, sei diese Überlegung rein spekulativ.

Eine dritte Vermutung sei es, dass die unterschiedlichen Nasengänge mit der Größe der Tiere zusammenhängt: Der Ankylosauridae war von der Körpermasse her deutlich größer als der Nodosauridae und musste somit das Blut seines Körpers, das sich allein aufgrund der Masse schon mehr erwärmte, mehr abkühlen, bevor es in sein Hirn gelangte, als der kleinere Vertreter der Ankylosauria. Hierfür würden die Befunde bei dem kleinen, basalen Ankylosauria Kunbarrasaurus ieversi sprechen, dessen Nasengang wesentlich kürzer war und weniger Windungen aufwies. Allerdings, so schränken die Forscher dirket wieder ein, habe Kunbarrasaurus aber auch zu einer anderen Zeit und unter anderen Umweltbedingungen gelebt.

Möglicherweise trugen aber auch alle drei Faktoren dazu bei, dass sich die Nasengänge bei Ankylosauridae und Nodosauridae unterschiedlich entwickelten, so die Forscher.

19.12.2018

Saltriovenator: erster großer frühjurassischer Theropode in den italienischen Alpen entdeckt
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 1996 entdeckte Angelo Zanella, ein Hobbypaläontologe und Mitarbeiter des Museo di Storia Naturale di Milano in einem Marmor-Steinbruch bei Saltrio, weniger als 80 Kilometer nördlich von Mailand gelegen, die Überreste eines Dinosauriers und unterrichtete die zuständigen Behörden. Nach der Sicherung der Fossilien lagerten diese dann für drei Jahre unbearbeitet im Mailänder Museum. Drei Jahre später machten sich Forscher schließlich daran, die Fundstücke aus dem umgebenden Stein herauszulösen und das gefundene Skelett zu rekonstruieren, was allerdings aufgrund der sehr fragmentarisch erhalten gebliebenen Knochen, die wegen der Sprengstoffeinsätze, mit denen der Marmor abgebaut wird, zerstört wurden, recht schwierig war. Nun aber haben die Forscher ihre Arbeit beendet und konnten eine Studie zu diesem Dinosaurier veröffentlichen.

Demnach handelt es sich bei dem Tier um einen frühjurassischen Ceratosaurus, der hier vor ca. 198 Millionen Jahren gelebt hat, und in einem Alter von etwa 24 Jahren verendet war. Die Forscher gehen aufgrund des analysierten Knochenaufbaus davon aus, dass er noch nicht ganz ausgewachsen war, aber auch nicht mehr als Jugendlicher gelten konnte. Er wird als "subadult", also auf dem Weg zum Erwachsenen, beschrieben. Der Schädel und irgendwelche Wirbel blieben leider nicht erhalten.

Dieser neu entdeckte Ceratosaurier erhielt den Namen Saltriovenator zanellai (übersetzt etwa: "Zanellas Saltriojäger") und wird in eine Gruppe mit dem in Marokko gefundenen und schon 2007 beschriebenen Berberosaurus eingeordnet, die als "basale Ceratosauria" bezeichnet wird und nicht zu den Neoceratosauria gehört.

Vermutlich war Saltriovenator zum Zeitpunkt seines Todes ca. 7,50 Meter lang, besaß eine Hüfthöhe von 2,20 Metern und wog über eine Tonne, möglicherweise sogar 1,5 Tonnen. Damit vereint er einige Superlative in sich. Er gilt als
  1. der größte frühjurassische Theropode, der bislang bekannt ist,
  2. der älteste der großen Raubsaurier und
  3. der erste Dinosaurier des Jurazeitalters, der in den italienischen Alpen gefunden wurde.
(Übringes ist er auch erst der zweite Theropode, der in Italien gefunden wurde. 1998 wurde bereits Scipionyx beschrieben, der allerdings rund 80 Kilometer nördlich von Neapel entdeckt wurde.)

Möglicherweise steht das Größenwachstum der frühjurassischen Theropoden in direktem Zusammenhang mit dem im Jura einsetzenden Gigantismus der Sauropoden, vermuten die Forscher.

Zudem weist Saltriovenator, laut Forscher, auch darauf hin, dass bei den Vögeln der Daumen, der Zeigefinger und der Mittelfinger erhalten blieb, während sich der kleine Finger und der Ringfinger zurückbildeten. Diese Erkenntnis steht im Gegensatz zu einer Studie aus dem Jahr 2014, in der beim Limusaurus nachgewiesen wurde, dass die mittleren Finger (also Zeige-, Mittel- und Ringfinger) erhalten blieben (vgl. Nachricht vom Jan. 2014).

Die Forscher der Studie zum Saltriovenator erklären allerdings, dass Limusaurus eine Sonderform darstelle und kein Vorläufer der typische dreifingrigen Tetanurae-Hand sei.

17.12.2018

Anurognathidae: Kleine Flugsaurier besaßen verschiedene Arten von Federn
KURZNACHRICHT:

Im Süden der Mongolei haben Forscher die sehr gut erhalenen Überreste zweier Pterosaurier aus dem Oberjura entdeckt, die zeigen, dass auch Flugsaurier schon Ansätze von Federn besaßen.

Die beiden Flugsaurier gehören zur Gruppe der Anurognathidae, die sich durch einen eher hochgewölbten, kurzen Schädel mit runder Schnauze auszeichnen und vermutlich von Insekten ernährten. Die Anurognathidae existierten vom mittleren Jura bis zur Unterkreide, besaßen nur kurze oder gar keine Schwänze und zählen zu den eher kleineren Flugsauriern, die eine Flügelspannweite von maximal 50 Zentimetern erreichten.

Im November noch wurde berichtet, dass schon im Jahr 1931 der Paläontologe Georg August Goldfuß an den in Deutschland gefundenen fossilen Überresten eines oberjurassischen Flugsauriers aus der Gruppe der Rhamphorhynchidae eine Art Fellhaar zu erkennen glaubte, was damals als unmöglich abgeschmettert wurde, nun aber mit modernen Techniken bestätigt werden konnte. (vgl. Nachricht vom Nov. 2018)

An den beiden 165 bis 160 Millionen Jahre alten Anurognathidae, die als NJU–57003 und CAGS–Z070 bezeichneten werden, wurden jedoch nicht nur fellartige Strukturen entdeckt, sondern auch welche, die an Federn erinnern.

Nach Aussage der Forscher enthielt das eine Exemplar an Kopf und Rumpf eher fellartige Filamente, auf den Flügelmembranen jedoch verzweigte Fasern, die an Federn erinnern.

Das zweite Exemplar wies darüberhinaus noch zwei weitere Arten von Fasern auf: Insgesamt wurden bei diesem Exemplar am Nacken, an den Flügelenden und am Schwanz pinselähnlich gebündelte Strukturen gefunden; am Kopf saßen Filamente, an denen sich etwa in halber Höhe Büschel abzweigender Fasern befanden; und auf den Flügelmembranen saßen an Daunen erinnernde, über die ganze Länge hin verzweigte Strukturen. Der übrige Körper wurde von fellartigen Filmanten bedeckt.

Die unterschiedlichen Fasertypen könnten auch unterschiedliche Funktionen gehabt haben, spekulieren die Forscher. So hätten die federartigen Strukturen auf den Flügelmembranen möglicherweise für ein stromlinienartiges, besseres Fliegen gesorgt, während die fellartigen Filamente eventuell der Regulation der Körperwärme gedient haben könnten.

Nähere Untersuchungen zeigten darüberhinaus, dass sich die federartigen Fasern auch chemisch und strukturell nicht von den Federn der Vögel und Dinosaurier unterschieden.

Wie die Forscher bemerken, hätten die beiden in der Mongolei entdeckten Anurognathidae, die eine Flügelspannweite von etwas über 40 Zentimeter aufwiesen, eine gewisse Ähnlichkeit mit flauschigen Fledermäusen gehabt, zumal in den federartigen Fasern auch noch Pigmentrückstände gefunden wurden, die auf eine rot-bräunliche Färbung schließen ließen.

Sollte sich der Fund von federartigen Strukturen bei diesen Pterosauriern bestätigen, wäre das eine Sensation. Denn es würde bedeuten, dass sich entweder federartige Strukturen zweimal unabhängig voneinander entwickelten − einmal bei den Dinosauriern und unabhängig davon auch bei den Flugsauriern − oder, und das sei laut Forscher sogar wahrscheinlicher, dass die Vorfahren dieser beiden Tiergruppen schon federartige Strukturen besaßen und sie keine "Erfindung" der Dinosaurier seien, die Entwicklung der Feder also schon wesentlich früher eingesetzt haben müsste, als bislang vermutet. Und somit wären die ersten Dinosaurier dann nicht von Schuppen bedeckt gewesen, sondern vermutlich von Haaren oder Federn, und hätten dann zum Teil im Zuge der Evolution ihre Körperbedeckung wieder verloren.

"Angesichts ihrer anatomischen Gemeinsamkeiten müssen die Federn eine gemeinsame evolutionäre Wurzel besitzen", so die Forscher.

17.12.2018

85 Dinosaurierstapfen unterschiedlicher Gattungen in England entdeckt
KURZNACHRICHT:

Durch die Klippen-Erosion wurden in den vergangenen vier Jahren im Süden Englands (East Sussex) insgesamt 85 Dinosaurier-Fußstapfen freigelegt, die von mindestens sieben verschiedenen Dinosaurier-Arten aus der unteren Kreidezeit (von vor 145 bis vor 100 Millionen Jahren) stammen und teilweise so gut konserviert wurden, dass auch Hautabdrücke erkennbar sind. Anhand der Fußabdrücke konnten sowohl fleischfressende Theropoden als auch pflanzenfressende Ornithopoden (zu denen u.a. die Iguanodontia zählen), Thyreophora (zu denen Stegosauria und Ankylosauria zählen) und gegebenenfalls auch Sauropoda identifiziert werden.

Die meisten Spuren blieben nur als Hyperrelief (Sedimentfüllung des eigentlichen Fußabdrucks) erhalten, während das Sediment, das den eigentlichen Fußabdruck enthielt, verloren gegangen ist. Die Abdrücke der Haut weisen Vielecke auf: einige nahezu rund, andere eher dreieckig, wieder andere eher langgestreckt.

Insgesamt wurden 13 verschiedene Morphotypen entdeckt:
→ vier Typen von Theropoden-Abdrücken mit zwei- oder dreizehigen Profilen, wobei die Zehe III die längste ist;
→ vier Typen von dreizehigen Ornithopoden-Abdrücken, von denen drei recht groß sind und wahrscheinlich von Iguanodontia-Gattungen stammen und ein Typ von einem grazilen Onithopoden − die Spuren zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder genauso breit wie lang oder sogar breiter als lang sind;
→ vier Typen von Thyreophora-Abdrücken, von denen drei durch vierzehige Profile charakterisiert sind und einer durch ein fünfzehiges Profil − die Spuren zeichnen sich durch abgerundete Zehen und Krallen aus (obwohl auch Krokodile ähnliche Spuren hinterlassen, gehen die Forscher von Dinosaurierabdrücken aus, da Krokodile für gewöhnlich schärfere Zehenabdrücke hinterlassen)
→ ein eventueller Sauropoden-Abdruck, dem allerdings Zehenprofile fehlen, daher kann dieser nicht hundertprozentig zugeordnet werden.

Insgesamt deuten die gefundenen Fußabdrücke an, dass hier eine Gemeinschaft von Dinosauriern an dem schlammigen Ufer eines Flusses oder an einem Meeresstrand unterwegs war, bei der Gruppen von pflanzenfressenden Arten dominierten und Fleischfressser nur vereinzelt auftraten − so wie es von einem gesunden Ökosystem zu erwarten wäre.

07.12.2018

"Scotty" aus Kanada war der älteste, größte und schwerste Tyrannosaurus rex, der bislang gefunden wurde
KURZNACHRICHT:

Bereits im Jahr 1982 wurden in der Nähe des Flusses Wolga unweit der Stadt Uljanowsk (die bis zum Jahr 1924 "Simbirsk" hieß) die ersten drei Schwanzwirbel einer unterkreidezeitlichen Sauropodenart entdeckt, die dann durch vier weitere in den folgenden fünf Jahren ergänzt wurden. Ursprünglich wurde diese Sauropodenart den Brachiosauridae zugeordnet.

Eine Neubewertung der Funde kam nun allerdings zu einem anderen Ergebnis: Demnach handelt es sich bei diesen Schwanzwirbeln um die Überreste eines Titanosauriers, der nun den Namen Volgatitan simbirskiensis erhielt.

Gelebt hat der eher mittelgroße Volgatitan hier vor rund 130 Millionen Jahren und war zu Lebzeiten schätzungsweise 17 Tonnen schwer.

07.12.2018

Weewarrasaurus: Überreste eines 100 Millionen Jahre alten Ornithopoen in einer australischen Opal-Mine entdeckt
KURZNACHRICHT:

Der Opal-Käufer Mike Poben erstand in der Mine in Wee Warra, in der Nähe der Stadt Lightning Ridge in New South Wales (Australien) einen Eimer mit Opalen und fand darin den glitzernden, fragmentarischen Kieferknochen eines etwa hundegroßen Dinosauriers, der hier vor 100 Millionen Jahren in der frühen Oberkreide gelebt hat, als hier noch eine üppig grüne Landschaft durchsetzt mit vielen Seen vorherrschte.

Nach genauer Analyse des Kieferknochens erkannten die Forscher, dass er zu einer noch unbekannten Dinosaurierspezies gehörte, die daraufhin den Namen Weewarrasaurus pobeni erhielt (übersetzt in etwa: "Pobenis Echse aus Wee Warra").

Nach Aussage der Forscher gehörte Weewarrasaurus zu den pflanzenfressenden Ornithopoda und lief auf zwei Beinen. Weewarrasaurus besaß weder Hörner noch besonders scharfe Krallen und könnte möglicherweise zum eigenen Schutz in Herden unterwegs gewesen sein. Ein Forscher bezeichnete den Dinosaurier als "das Känguru der australischen Kreidezeit".

Da der Knochen in den Opalminen gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass der Rest des Skeletts für immer verloren ist.


23.11.2018

Lisowicia: 4,50 Meter langer Dicynodont aus der Obertrias in Polen entdeckt
KURZNACHRICHT:

Bereits im Jahr 2006 wurden im südlichen Polen in Gesteinsschichten, die der Obertrias zugeordnet und auf ein Alter von 210 Millionen Jahren datiert werden, die ersten Knochen eines großen Tiers entdeckt, das die Forscher zunächst aufgrund der Größe für einen Sauropoden hielten. Nach elfjähriger Grabungszeit und gründlicher Analyse der über 1000 gefundenen Knochenfragmente stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Dicynodonten handelte, einem Mitglied der Gruppe der Therapsiden, die früher als "säugetierähnliche Reptilien" bezeichnet wurden.

Dicynodonten waren Pflanzenfresser mit einem zahnlosen Hornschnabel und zwei Stoßzähnen, die an die Fangzähne von Hunden erinnern − daher der Namen "Zwei-Hundezähner". Sie existierten vom mittleren Perm bis zur späten Trias.

Das bislang unbekannte Tier, von dem mehrere Individuen entdeckt wurden, erhielt den Namen Lisowicia bojani, benannt nach der Stadt Lisowice, in deren Nähe die Überreste gefunden wurden und dem vergleichenden Anatom und Paläontologen Ludwig Heinrich Bojanus (1776-1827), der sich u.a. mit Auerochsen und Schildkröten befasste, ab 1806 die Entwicklung der modernen Tiermedizin in Polen initiierte und 1823 die erste polnische Veterinärschule gründete.

Lisowicia beeindruckt die Forscher nicht nur durch seine Größe − nach Schätzung der Forscher erreichte er eine Länge von 4,50 Metern, eine Höhe von 2,60 Metern und ein Gewicht von neun Tonnen und könnte somit der größte Nichtdinosaurier-Vierbeiner seiner Zeit gewesen sein −, er war auch der mit Abstand jüngste Dicynodont, der bislang gefunden wurde (von nicht ganz unumstrittenen australischen Fragmenten aus der Kreidezeit mal abgesehen) und zeigt durch den Fundort in Polen, dass die Dicynodonten weiter verbreitet waren als bislang angenommen.

Zudem scheint der Fund auch Hinweise dafür zu liefern, dass die Umweltbedingungen der späten Trias einen Riesenwuchs unter den Wirbeltieren begünstigten und dass sich der Gigantismus nicht auf die Dinosaurier beschränkte. Auch das Fehlen von Wachstumslinien in den Knochen ist für die Forscher ein Indiz dafür, dass Lisowicia entweder durchgängig sehr schnell wuchs oder dass dieses ohnehin schon große Tier noch nicht ganz ausgewachsen war. Möglicherweise zeugt dieses schnelle Wachstum von einem evolutionären Vorteil gegenüber seinen Fressfeinden, zumal in den gleichen Gesteinsschichten auch die Überreste eines fünf Meter langen Raubsauriers sowie versteinerter Kot mit Dicynodonten-Überresten gefunden wurden.

Zum Aussehen des Tieres kann gesagt werden, dass es auf recht geraden Hinterbeinen stand, die an die geraden Beine von Säugetieren erinnern, während die Vorderbeine leicht abgeknickt waren und eher den Beinen von Reptilien glichen.

Einer der Forscher erklärt: "Wir dachten immer, dass sich Säugetiere und ihre Angehörigen nach dem Massensterben am Ende des Perm in den Schatten zurückzogen, während die Dinosaurier aufstiegen und zu riesigen Größen anwuchsen." Dieser These widerspricht nun der Fund des Lisowicia.

21.11.2018

Macrocollum: früher Sauropodomorpha aus der Obertrias lebte möglicherweise in Gruppen
KURZNACHRICHT:

Im Süden Brasiliens haben Forscher die Überreste von drei Sauropodomorphen der gleichen Art aus der Obertrias gefunden. Diese Tiere, die einer bislang unbekannten Spezies angehörten und den Namen Macrocollum itaquii (übersetzt etwa: "Itaquis Langhals" − José Jerundino Machado Itaqui war einer der Gründer des Zentrums zur Unterstützung der paläontologischen Forschung der Vierten Kolonie / Federal University of Santa Maria (CAPPA / UFSM)) erhielten, lebten vor rund 225 Millionen Jahren und besaßen schon den für spätere Sauropoden typisch langen Hals, einen relativ kleinen Kopf und Zähne, die auf Pflanzennahrung eingestellt waren.

Die Forscher vermuten, dass Macrocollum durch die Anpassung an pflanzliche Nahrung, die er aufgrund seines längeren Halses aus den höher gelegenen Baumkronen pflücken konnte, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Dinosauriern ausgebildet hatte. Immerhin war sein Hals im Vergleich zur Körpergröße schon zweimal länger als der des nur wenige Millionen Jahre vor ihm lebenden Buriolestes schultzi, der ein früher, allerdings noch Fleisch fressender Sauropodomorpha war und dessen Überreste ebenfalls im Süden Brasiliens entdeckt wurden. Die gefundenen Oberschenkelknochen mit einer Länge von 33,5 Zentimetern deuten zudem darauf hin, dass Macrocollum auch von der Körpergröße her schon wesentlich größer war als sein früher lebender Verwandter, dessen Oberschenkelknochen eine Länge von 13,5 Zentimeter aufwiesen. Ein wirklicher Riese war Macrocollum also noch nicht.

Dass die Überreste gleich dreier, eng beieinander liegender Individuen der gleichen Spezies gefunden wurden, lassen nach Aussage der Forscher vermuten, dass diese Tiere im Gruppenverband unterwegs waren. Somit kann dies zudem als erster Nachweis eines Soziallebens unter den sauropodomorphen Dinosauriern angesehen werden - oder zumindest als Hinweis darauf, dass sie wenigstens zeitweise in Gruppen zusammenkamen.

20.11.2018

Erster Dinosaurierfund in Oregon: der einzelne Zehenknochen eines Ornithopoden
KURZNACHRICHT:

Bei einer Exkursion der Universität von Oregon in den Osten des Bundesstaates, bei der nach fossilen Pflanzen gesucht werden sollte, fanden die Studenten im Jahr 2015 einen Haufen fossiler Ammoniten, in dem ein einzelner Dinosaurier-Zehenknochen steckte. Nun wurde dieser Knochen näher beschrieben.

Der Knochen wird auf ein Alter von 103 Millionen Jahre datiert und stammt somit aus der Kreidezeit. Vermutlich gehörte er zu einem zweibeinig laufenden, pflanzenfressenden Ornithopoden, der am Ufer des Meeres verendete, dann ins Meer gespült wurde, wo der Kadaver von Gasen aufgeblasen eine Zeit lang auf dem Wasser trieb, bis er schließlich platzte und unterging. Ob der Rest des Tieres weitergespült wurde oder von Meerestieren gefressen wurde, können die Forscher nicht sagen. Übrig blieb an dieser Stelle nur der einzelne Zehenknochen.

Oregon lag, laut Forscher, zur Zeit der Kreide größtenteils unter Wasser; der Rest des Landes war überwiegend Sumpfland, in dem kaum Fossilien konserviert wurden. Insofern ist der Fund dieses Zehenknochens eine kleine Sensation, zumal er der bislang erste Nachweis eines Dinosauriers in Oregon ist.

Vergleiche mit den Zehenknochen anderer Ornithopoden lassen die Forscher spekulieren, dass das Tier knapp 6 Meter lang war und über eine Tonne wog. Allerdings, so schränken die Forscher gleich ein, sei es schwierig von einem einzelnen Zehenknochen auf die Größe und das Gewicht des Tiers zu schließen.

19.11.2018

Dromaeosauriformipes: rund ein Zentimeter große Raptorenstapfen aus der Unterkreide in Südkorea entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Südkorea haben Forscher die gerade mal einen Zentimeter langen Fußabdrücke einer winzigen Raptorenart entdeckt, die auf ein Alter von 110 Millionen Jahren geschätzt wird. Ob die Spuren jedoch von einer spatzengroßen Dinosaurierart stammen, oder ob hier ein Jungtier herumgelaufen ist, können die Forscher nicht sagen.

Fest steht, dass die kreidehaltige Beschaffenheit des Bodens außergewöhnlich gut geeignet war, solche kleinen Spuren zu konservieren.

Aufgrund der zwei deutlich zu erkennenden Zehen, die für die Gangart eines Raptoren typisch sind, da er seine dritte Zehe mit der übergroßen Kralle während des Gehens zurückzieht und nicht aufsetzt, konnte die Spur zweifelsfrei einem Dinosaurier zugeordnet werden.

Da nicht entschieden werden kann, ob die Spur von einem ausgewachsenen Minidinosaurier oder von einem Jungtier stammt, wurde die zugehörige Spezies vorläufig Dromaeosauriformipes rarus (übersetzt in etwa: "seltene Dromaeosaurierspur") genannt.

16.11.2018

Thanos: rund 6 Meter langer Abelisauridae aus der oberen Kreidezeit in Brasilien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Brasilien wurden einige Halswirbel eines Theropoden aus der oberen Kreidezeit gefunden, die einem Tier aus der Gruppe der Abelisauridae zugeordnet werden konnten. Durch die Auffälligkeiten an diesen Wirbeln erkannten die Forscher eine bislang unbekannte Art und nannten sie Thanos simonattoi. ("Thanos" bezieht sich laut Forscher sowohl auf den griechischen Begriff "thanato" für Tod, als auch auf den Superschurken "Thanos" aus dem Marvel-Film "Avengers: Infinity War". Die Art-Bezeichnung "simonattoi" geht auf Sergio Simonatto zurück, der im Jahr 2014 die Knochen gefunden hatte.)

Trotz der mageren Überreste ordnen die Forscher Thanos der Gruppe der Brachyrostra zu und schätzen das Tier auf eine Länge von 5,5 bis 6,5 Metern. Aufgrund der Knochennähte vermuten sie, dass das Tier kurz vor dem Erwachsenenstadium stand oder es schon erreicht hatte.

Thanos lebte vermutlich in einem Gebiet mit einem noch größeren, noch nicht näher beschriebenen Theropoden zusammen, der möglicherweise aus der Gruppe der Megaraptora stammt. Daher ist es laut Forscher wahrscheinlich, dass Thanos nicht an der Spitze der Nahrungskette stand.

14.11.2018

Lijinganthus: Blume mit drehbaren Blütenblätter verweist auf Entstehung der Blumen möglicherweise schon in der frühen Kreidezeit
KURZNACHRICHT:

In einem vermutlich 99 Millionen Jahre alten Bernstein aus Myanmar haben chinesische Forscher eine Blüte entdeckt, die schon Merkmale heutiger Blumen aufweist, wie Staub-, Frucht- und Blütenblätter. Erhalten blieben in der Blüte zwar nur acht Staubblätter. Da jedoch fünf Blütenblätter vorhanden sind, gehen die Forscher davon aus, dass die Blüte ursprünglich zehn Staubblätter besaß. Allerdings wären weitere Studien notwendig, um diese Vermutung zu untermauern, so die Forscher.

Aus dem Fund dieser Blüte schließen die Forscher, dass Blumen schon wesentlich früher in der Erdgeschichte auftauchten als bislang vermutet, möglicherweise schon zu Beginn der Kreidezeit vor 145 Millionen Jahren.

Die Blüte erhielt den Namen Lijinganthus revoluta (übersetzt etwa: "Frau Jing Lis Blume mit drehbaren Blütenblättern" - während die Kelchblätter winzig sind, sind die Blütenblätter groß und drehbar - Frau Jing Li war eine chinesische Dichterin, die 2015 im Alter von 48 Jahren verstab).

Die Forscher gehen davon aus, dass Lijinganthus ein evolutionärer Vorfahr vieler heutiger Blumenarten ist, allerdings konnten sie bislang noch keine direkte Verbindung herstellen.

14.11.2018

Pterosaurier besaßen eine Art Fell − das erkannte schon der Paläontologe Goldfuß im Jahr 1931
KURZNACHRICHT:

Als der Paläontologe Georg August Goldfuß den aus dem Oberjura stammenden Flugsaurier Scaphognathus crassirostris aus dem Solnhofer Plattenkalk im Jahr 1931 (damals noch "Pterodactylus crassirostris" geannnt) offiziell beschrieb, meinte er auf dem Fossil Haare zu erkennen und schloss nicht aus, dass die Flugsaurier allgemein, von denen man damals glaubte, dass sie als Echsen lediglich von Schuppen bedeckt waren, einen Pelz oder eine Art Federkleid trugen.

Zur damaligen Zeit rief diese Schlussfolgerung jedoch nur ungläubiges Kopfschütteln hervor − auch unter den Fachkollegen − und wurde somit direkt wieder vergessen.

Nun wurde das damals von Goldfuß beschriebene Fossil, das sich immer noch im Besitz des Goldfuß-Museums im Steinmann-Institut der Universität Bonn befindet, mithilfe moderner Techniken neu untersucht, und es wurde festgestellt: Goldfuß hatte recht!

Was dieser nur mithilfe einer Lupe gesehen hatte, konnte durch moderne Bildgebungsverfahren wie RTI (Reflectionance Transformation Imaging) und UV-Licht bestätigt werden.

Zudem konnten aufgrund der neuen Untersuchung auch Blutgefäße gefunden werden, die sich auf den Flügeln abzeichnen.

Eine neue, gründliche Analyse des von Goldfuß beschriebenen Fossils ist zur Zeit in Arbeit.

Scaphognathus crassirostris lebte von vor 155 bis vor 151 Millionen besaß eine Spannweite von rund einem Meter sowie ein geschätztes Gewicht von 200 Gramm.

Das von Goldfuß beschriebene erwachsene Exemplar war unvollständig. Nachdem später noch ein juveniles Exemlar gefunden wurde, das einen langen Schwanz aufwies, wurde der Pterodactylus crassirostris im Jahr 1861 in Scaphognathus crassirostris umbenannt und den langschwänzigen Rhamphorhynchidae zugeordnet.

Goldfuß schrieb damals:

"Auf diesen Flughäuten fallen aber die Abdrücke von Büscheln und Flocken gekrümmter und hin- und hergebogener Haare sogleich in die Augen. Auf der Gegenplatte (B.) zeigen sich diese Spuren als Erhabenheiten, auf der Hauptplatte aber als Vertiefungen. Die Haare lagen demnach ursprünglch unter der Kalschsciht der erstgenannten Tafel. Alle kehren ihre Spitzen nach unten und aussen. In den meisten Flocken unterscheidet man eine etwas stärker vorstehende, mittlere Erhabenheit, von welcher die anderen schwächern hier und da zu divergiren scheinen. Stärkere, vereinzelte Haareindrücke liegen zwischen den beiden Vorderarmen, und auf der Hauptplatte zeigt sich auch auf der weissen Stelle am Rücken der Abdruck einer flockigen, emporgerichteten Mähne, und auf der weissen Umgebung des Vorderhalses nach vorwäts gerichtete Haarbüschel. Letztere sind auch auf der Gegenplatte bemerklich; anstatt der Rückenmähne aber sieht man oben am Hinterhalse eine Menge fas gerader Strahlen, welche durch zarte, unterbrochene, gestreifte Eindrücke gebildet werden. Sie haben einige Aehnlichkeit mit dem Federbärtchen einer Straussenfeder. Noch mehr einer Feder ähnlich sind einige sehr zarte Eindrücke auf beiden Platten. Man erkennt an der bezeichneten Stelle die Umgrenzung und zarte zweizeilig-divergirende Streifung einer kleinen Vogelfeder, findet aber niemals einen stärkern Kiel. Auch macht das Vergrösserungsglas das schwache Bild nicht deutlicher, sondern lässt es vielmehr verschwinden, indem alsdann die gröbern Erhabenheiten hervortreten. Schieferige Bruchstücke der Gegenplatte, welche sich auf deren Rückeseite ablösen lassen, haben bisweilen ähnliche zarte Streifen, und auch auf der Tafel, welche den Pt. medius enthält, sieht man auf beiden Flächen, besonders auf der untern, zahlreiche Streifen und Fasern, welche wie Federbärte divergiren, und auf der obern seitlichen Bauchfläche ein sonderbares, faseriges Gewebe, wie von verfilzten Haaren und Federn. Die sichtbaren Mündungen von zwei federkieldicken Röhren, die aus einer sehr dünnen Substanz bestehen, und mit aufgelösten Klaktheilen ausgefüllt sind, könnte man für Federkiele ansprechen, wenn sich noch deutlichere Spren einer Befiederung auffinden sollten.
Der Pterodactylus crassirostris war demnach nicht wie die Reptilien mit Schuppen und Schildern, sondern mit einem Pelz von weichen, fast Zoll langen Haaren, vielleicht an manchen Stellen sogar mit Federn bekleidet. Eine ähnliche Bedeckung ist daher auch bei seinen Gattungsverwandten zu vermuthen."

KENNTNIS VERSCHIEDENER REPTILIEN DER VORWELT, S. 108 bis 109 (ab S. 106: Hinweise auf Fellbesatz)


13.11.2018

Mirarce: Uhu-großer Enantiornithes war ein guter Flieger
KURZNACHRICHT:

Im Museumsarchiv der Universität von Californien in Berkeley haben Forscher die Fossilien eines bislang unbekannten Vertreters der Enantiornithes, einer ausgestorbenen Vogelgruppe, entdeckt, die hier seit dem Jahr 1992 lagern. Bislang wurden diese Fossilien noch nicht näher beschrieben, daher war niemandem die Bedeutsamkeit dieses Fundes aufgefallen.

Der urtümliche Vogel, der noch Zähne in seinem Schnabel trug und vor etwa 75 Millionen Jahren im heutigen Nordamerika lebte, erhielt den Namen Mirarce eatoni (übersetzt in etwa: "Dr. Jeffrey Eatons wunderbarer geflügelter Bote" − der Gattungsnamen "Mirarce" setzt sich zusammen aus dem lateinischen "mirus" für wunderbar und "Arce", dem Namen des geflügelten Boten der Titanen in der griechischen Mythologie. Der Artname "eatoni" ehrt den Forscher Dr. Jeffrey Eaton, der sich jahrzehntelang mit den Fossilien aus der Kaiparowits-Formation in Utah beschäftigt hat, aus der auch das Fossil des Mirarce stammt.)

Die Bedeutsamkeit des Fundes besteht zum einen darin, dass die Überreste sehr gut erhalten blieben und bis auf den Kopf von nahezu allen Knochen Exemplare vorhanden sind, zum anderen aber auch darin, dass es sich bei diesem Vogel um den größten bislang bekannten Enantiornithen, der zu dieser Zeit in Nordamerika lebte, handelt (bislang wurden ausschließlich krähengroße Vögel entdeckt, Mirarce hatte jedoch die Größe eines Uhus).

Am aufregendsten ist jedoch die Tatsache, dass Mirarce sich an den Vogelflug ähnlich gut angepasst hatte, wie die heutigen Vögel: So besaß er ein schmaleres Gabelbein als andere Enantiornithen und eine ausgeprägtere Brustbeinleiste mit vermutlich größeren Flugmuskeln. Auch könnten kleine Erhebungen auf den Vorderarmknochen darauf hindeuten, dass hier Bänder gesessen haben, die den Konturfedern beim Fliegen mehr Stabilisierung verliehen. Alles in allem könnte Mirarce also ein hervorragender Flugkünstler gewesen sein − und ähnlich gut geflogen sein wie heutige Vögel.

Warum also beim Massensterben am Ende des Mesozoikums vor 66 Millionen Jahren auch dieser Vogel dem Untergang geweiht war, obwohl er sich so gut angepasst hatte, bleibt allerdings ein Rätsel. Die Forscher nehmen jedoch an, dass mit dem Verschwinden des Waldes durch eine weltweite Feuersbrunst der Lebensraum dieses Vogels zerstört wurde und er somit nicht überleben konnte.

Die Theorie, dass die in Bäumen lebenden Vögel mit dem Verschwinden der Wälder ausgestorben sind und sämtliche heute lebenden Vögel von bodenbrütenden Vorfahren abstammen, wurde schon im Mai diesen Jahres geäußert. (vgl. Nachricht vom Mai 2018)

Allerdings, so räumen die Forscher ein, müsse diese Theorie noch weiter erforscht werden.

09.11.2018

Gestein kann Weichgewebe "toasten" und somit über Millionen Jahre hinweg haltbar machen
KURZNACHRICHT:

Früher ging man davon aus, dass nur die harten Substanzen wie Knochen, Krallen und Zähne als Fossilien überlebten. Doch sind in den letzten Jahren auch immer wieder Funde von Weichgeweben wie Proteine und Blutgefäße bei Dinosaurierfossilien bekannt geworden, von denen man vermutete, dass sie eigentlich spätestens nach vier Millionen Jahren zerfallen würden.

Ein Forscherteam um Jasmina Wiemann von der Yale Universität hat daher nun versucht, die Foassilisierung von Weichgewebe zu verstehen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Eiweißstrukturen der weichen Gewebe in entsprechendem Gestein sozusagen getoastet und damit haltbar gemacht wurden. Vor allem sauerstoffreiche Umgebungen wie Sandsteine und marine Kalksteine scheinen ideale Bedingungen dafür zu liefern, dass auch Weichgewebe erhalten bleibt, so die Forscher.

06.11.2018

T.rex war für seine Größe sehr beweglich
KURZNACHRICHT:

In einer noch nicht veröffentliche Studie wird belegt, dass sich der mächtige Tyrannosaurus rex möglicherweise schneller drehen konnte als alle anderen Theropoden ähnlicher Größe.

Das schließen Forscher aus der Kombination eines verhältnismäßig kurzen Körpers und einem verlängerten Ilium (Darmbein, der obere Teil der Hüfte). Nach Aussage der Forscher bot das Ilium eine vergrößterte Ansatzfläche für Muskeln, das dem riesigen Tier erlaubte, mit seinen kräftigen Beinen ein schnelle Drehung auszuführen. Somit war T.rex vermutlich für seine Größe sehr wendig.

Nach Berechnung der Forscher konnte sich Tyrannosaurus rex ähnlich schnell drehen wie Theropoden, die nur halb so groß waren, und rund doppelt so schnell wie andere große Theropoden (Allosaurus, Ceratosaurus, Dilophosaurus...). Somit war Tyrannosaurus rex nicht nur wegen seiner enormen Bisskraft der "König unter den Fleischfressern", sondern auch wegen seiner besseren Beweglichkeit.

Allerdings, so die Forscher weiter, wäre ein erwachsener, sich drehender Tyrannosaurus für einen Menschen, der sich hinter ihm versteckt hätte, nicht sehr gefährlich, weil zu langsam gewesen. Zitat: "Mein Kollege John Hutchinson hat ausgerechnet, man hätte gähnen und seine Uhr kontrollieren können, bevor ein erwachsener T.rex sich hätte umdrehen können, um einen zu erwischen."

Für die großen Beutetiere des Tyrannosaurus rex, wie z.B. Triceratops oder Edmontosaurus, hätte das ganze jedoch schon wieder anders ausgesehen, da sie selbst unter einer gewissen Massenträgheit litten, so die Forscher.

Juvenile Tyrannosaurier konnten sich allerdings noch schneller drehen als erwachsene, was sie zu furchtbaren Jägern für kleinere Tiere machte und − laut Forscher − zu den gefährlichsten Beutejägern unter den Theropoden. Und denen hätte auch ein Mensch nicht entkommen können, so die Forscher weiter.

03.11.2018

Lavocatisaurus: 12 Meter langer Rebbachisaurier aus der Unterkreide in Argentinien entdeckt
KURZNACHRICHT:

In Argentinien, in der Provinz Neuquén, hat ein Team aus spanischen und argentinischen Wissenschaftlern die Überreste dreier Rebbachisaurier (basaler Sauropoden) entdeckt und geborgen. Die entdeckten fossilien Knochen stammen von einem erwachsenen und zwei Jungtieren. Insgesamt erlauben es die geborgenen Knochen, zu denen auch der Großteil der Schädelknochen gehört, eine Gesamtrekonstruktion dieser Tierart und eine Abgrenzung zu allen anderen bisher bekannten Rebbachisaurier-Arten.

Diese bislang also unbekannte Rebbachisaurier-Art erhielt den Namen Lavocatisaurus agrioensis (benannt nach dem französichen Paläontolgen René Lavocat, der 2007 gestorben ist und den ersten bekannten Vertreter der Rebbachisauridae, den Rebbachisaurus, beschrieben hat und der Ortschaft Agrio del Medio, in deren Nähe die Überreste gefunden wurden).

Gelebt hat Lavocatisaurus in der Unterkreide vor rund 110 Millionen Jahren vermutlich in wüstenähnlichem Gebiet mit vereinzelten Seen.

Die Länge des erwachsenen Tiers wird mit zwölf Metern angegeben, die der Jungtiere mit sechs bis sieben Meter. Wahrscheinlich waren die Rebbachisaurier in der Gruppe unterwegs und starben auch zusammen.


31.10.2018

Dinosaurier legten zum Teil bunte Eier
KURZNACHRICHT:

Vor drei Jahren berichtete die Studentin Jasmina Wiemann in ihrer Bacherlor-Arbeit erstmals von farbigen Dinosaurier-Eiern. Mithilfe von chemischen Methoden gelang es ihr nachzuweisen, dass Oviraptorosaurier blaugrüne Eier legten. (vlg. Nachricht vom Juni 2015)

Das schien Frau Wiemann so inspiriert zu haben, dass sie weitere fossile Dionsaurier-Eierschalen aus der Kreidezeit untersuchte − dieses Mal allerdings mit einer neuartigen Methode, die auf eine Pulverisierung und somit Zerstörung der Eierschalen verzichtete: mit der sogenannten "Raman-Mikrospektroskopie". (Bei dieser Methode wird mithilfe von Laserstrahlen die molekulare Zusammensetzung untersucht, die auch Aufschluss darüber geben kann, ob in den Schalen solche Pigmente enthalten sind, die auch moderne Vogeleierschalen färben.)

Mit dieser Methode konnte sie nachweisen, dass die schon früher untersuchten Oviraptorosaurier-Eier eine tief blaugrüne Färbung besaßen, die Eier des Deinonychus ebenfalls blaugrün waren und die Farbe verschiedener Troodontiden-Eier von blaugrün über beige bis hin zu weiß variierte. Auch verschiedene dunkle Sprenkelmuster konnten auf den diversen Eiern nachgewiesen werden.

Bei den untersuchten Sauropoden- und Hadrosaurier-Eierschalen wurden hingegen keine Pigmente gefunden.

Die Forscherin vermutet, dass bunte Eier nicht erst von den Vögeln "erfunden" wurden, sondern ein Erbe der Dinosaurier waren. (Alternativ könnten sich die bunten Eierschalen natürlich auch unabhängig voneinander mehrmals entwickelt haben.)

Allerdings geht Wiemann davon aus, dass mit der Verlagerung der Dinosaurier-Brutstätten von unter der Erde (wie beispielsweise bei den Sauropoden, die ihre Eier wie heutige Schildkröten vergruben) hin in offen angelegte Nester (wie beispielsweise bei den Oviraptorosauriern, die ihre Eier aktiv bebrüteten) auch eine Färbung nötig wurde, um das Gelege für Fressfeinde weniger sichtbar zu machen. Insofern könnte die Evolution der bunten Eier schon bis in die Jurazeit zurückreichen.

Wiemann plant weitere Eierfossilien zu analysieren mit dem Ziel herauszufinden, wann genau die ersten bunten Eischalen auftraten und welche Farbe als erstes erschien.

Übrigens, dass Strauße, Papageien und einige Haushühner weiße Eier legen, führt Wiemann darauf zurück, dass diese Vögel im Laufe der Evolution die Farbe in ihren Eiern wieder verloren haben.

25.10.2018

Archaeopteryx albersdoerferi: 400.000 Jahre jünger und vogelähnlicher als Archaeopteryx lithographica
KURZNACHRICHT:

Schon in den frühen 1990er Jahren wurde in der Nähe des bayerischen Ortes Daiting ein Archaeopteryx-Fossil entdeckt, das durch den Besitz in Privathand jedoch lange Zeit nicht der Forschung zur Verfügung stand. Erst im Jahr 2009 konnte der Paläontolge Raimund Albersdoerfer dieses als "das Phantom" bezeichnete Fossil für die Forschung erstehen.

Seither wurde es untersucht, und nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Demnach handelt es sich um eine neue Art von Archaeopteryx, die rund 400.000 Jahre jünger und vogelähnlicher war als alle anderen bekannnten Archaeopteryx-Fossilien. Diese neue Art erhielt den Namen Archaeopteryx albersdoerferi.

Auffällig sei, dass diese neue Art weniger Zähne im Maul, stärker verschmolzene Schädelknochen und am Gabelbein eine größere Ansatzstelle für die Flügelmuskulatur aufweist bei gleichzeitig mehr Hohlräumen in den Knochen. Daher gehen die Forscher davon aus, dass diese Archaeopteryx-Art möglicherweise besser fliegen konnte als seine Vorgänger, obwohl auch bei dieser Art nicht klar ist, ob sie schon flatternd fliegen oder nur gleiten konnte.

24.10.2018

Bislang vollständigster Pachycephalosaurier-Schädel enthüllt: Pachycephalosaurier waren möglicherweise Allesfresser
KURZNACHRICHT:

Forscher haben auf dem Treffen der Society of Vertebrate Paleontology in Albuquerque, New Mexico, den bislang vollständigsten Schädel eines jungen Pachycephalosauriers vorgestellt (Dracorex-ähnlich), der im östlichen Montana gefunden wurde und auf ein Alter von 68 bis 66 Millionen Jahren geschätzt wird. Dabei haben sie zwei wichtige Aspekte hervorgehoben.

Erstens: Der Kopfschmuck am Schädel scheint sich nicht nur während der Entwicklung vom Jungtier zum Erwachsenen sehr verändert zu haben − auch evolutionär scheinen sie sich recht schnell gewandelt zu haben.

Und zweitens, was noch gravierender ist: Pachycephalosaurier waren wahrscheinlich keine reinen Pflanzenfresser, wie bislang angenommen, sondern möglicherweise Allesfresser.

Bei sämtlichen alten Funden von Pachycephalosaurier-Schädeln fehlte stets der vordere Teil des Kiefers. Lediglich der hintere Teil mit den blattförmigen Zähnen, die zum Zermalmen von rauem Pflanzenmaterial, Früchten und Samen geeignet waren, war bislang bekannt. Nun wurde erstmals auch der vordere Teil des Kiefers entdeckt und zur Überraschung der Forscher fanden sich dort scharfe, dreieckige, klingenartige Fleischfresser-Zähne.

Unklar ist bislang, ob sich Pachycephalosaurus nur während eines Stadiums auf dem Weg zum Erwachsenen als Fleischfresser betätigte, ob er seine Nahrung ähnlich wie heutige Bären saisonal änderte, so eine Vermutung von Mark Goodwin vom Museum für Paläontologie der Universität von Kalifornien in Berkeley oder ob er sein Leben lang Allesfresser war und neben den hartschaligen Pflanzenteilen auch kleine Säugetiere, Frösche, Salamander, Eidechsen und vielleicht sogar kleine Dinosaurier verspeiste, wie Steve Brusatte, Paläontologe an der University of Edinburgh in Großbritannien, vermutet.

Aufgrund dieses Fundes will Philip Currie, Paläontologe an der University of Alberta in Kanada, noch einmal diverse isoliert gefundene Fleischfresserzähne aus Gesteinsschichten, in denen auch Pachycephalosaurus gefunden wurde, daraufhin kontrollieren, ob nicht der ein oder andere vielleicht ebenfalls von einem Pachycephalosaurier stammt.

Danny Anduzavom Badlands Dinosaur Museum in Dickinson, North Dakota, fasst die Bedeutung des Fundes so zusammen: "Selbst nach all den Jahren des Sammelns kann die Entdeckung nur eines einzigen neuen Exemplars unseren Blick auf eine Dinosauriergruppe ändern."

22.10.2018

Der Diplodocidae "Amphicoelias fragillimus" ist kürzer als bislang angenommen und wird zum Rebbachisauridae "Maraapunisaurus fragillimus"
KURZNACHRICHT:

Der Amphicoelias fragillimus wird wahrscheinlich in Maraapunisaurus fragillimus umbenannt und rutscht damit aus der Gruppe der Diplodocidae in die Gruppe der Rebbachisauridae. Da beide Gruppen jedoch zu den Diplodocoidea gehören, bleibt der ehemals Amphicoelias fragillimus genannte Dinosaurier zwar ein Diplodocoide, kann aber nicht mehr direkt mit dem Amphicoelias altus verwandt sein und muss daher einen neuen Namen erhalten.

Die frühere Einordnung des Amphicoelias fragillimus als Amphicoelias geht darauf zurück, dass Edward Drinker Cope den partiellen Neuralbogen eines einzelnen gewaltigen Rückenwirbels ausgegraben, detailliert abgemalt, kurz beschrieben und dann wieder verloren hat. Da Cope bis dahin als einzigen Diplodocoiden nur den Amphicoelias altus beschrieben hatte, war für ihn klar, dass dieser Diplodocoiden-Wirbel ebenfalls zu einer Art des Amphicoelias gehört und benannte den zugehörigen Saurier Amphicoelias fragillimus.

Diese Einordnung blieb seit 1878 so bestehen.

Nun wurde jedoch die Ähnlichkeit des Neuralbogens zu anderen Rebbachisaurier-Arten hergestellt. Das Ergebnis ist die Umbenennung des Amphicoelias fragillimus zu Maraapunisaurus fragillimus - und zur Verkürzung des Diplodocoiden aufgrund der Länge anderer Rebbachisauridae: von 58 Metern als Diplodocidae auf 30,3 Metern als Rebbachisauridae. Die Hüfthöhe liegt aber weiterhin bei acht Metern.

Allerdings bleibt Amphicoelias altus dennoch als eigenständige Gattung innerhalb der Diplodocidae erhalten. Die Änderung bezieht sich lediglich auf die Art Amphicoelias fragillimus.

19.10.2018

Archaeorhynchus: Möglicherweise fossile Lunge eines 120 Millionen Jahre alten Vogels entdeckt
KURZNACHRICHT:

Auf dem 78. jährlichen Treffen der Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie, die am 18. Oktober 2018 stattfand, wurden die überraschenden Ergebnisse der Analyse eines bereits bekannten kreidezeitlichen Vogels vorgestellt. Offiziell veröffentlicht werden sie übermorgen.

Ein Forscherteam hat die gut erhaltenen, 120 Millionen Jahre alten Überreste eines kreidezeitlichen Vogels aus der Jehol Lagerstätte im Nordosten Chinas analysiert, das von einem fleißigen Fossiliensammler im Shandong Tianyu Museum of Nature in Pingyi aufbewahrt wurde. Die ersten Überreste dieses zahnlosen, taubengroßen Vogels, der den Namen Archaeorhynchus spathula trägt, wurden bereits im Jahr 2006 beschrieben. Das nun analysierte Fossil ist das fünfte dieser Art, allerdings das bislang am besten erhaltene.

Zunächst stachen die hervorragend erhaltenen Federn ins Auge und ein spitzer Schwanz, der bei Vögeln aus dieser Zeit weitestgehend unbekannt ist, bei heute lebenden Vögeln aber häufiger auftritt wie z.B. bei der Spießente. Nach näherer Analyse entdeckten die Forscher zudem versteinertes Gewebe, das sie nach intensiver Untersuchung als versteinerte Lunge interpretieren konnten.

Das gefundene Gewebe enthält Strukturen, die Blutkapillaren ähneln. Insgesamt gleicht die Lunge der Lunge heutiger Vögel und lässt vermuten, dass sie wie heute den hochenergetischen Flug des Vogels unterstützte. "Vogelflug ist die körperlich anstrengendste Form der Fortbewegung, daher braucht man viel Sauerstoff", erklären die Forscher.

Möglich sei jedoch, dass diese Lungenstruktur sich auf die Gruppe der Ornithuromorpha beschränkt, einer Gruppe, die schon in der Kreidezeit existierte und in den heutigen Vögeln weiterlebt. "Vielleicht lag diese Spezialisierung nur in dieser Gruppe und war einer der vielen Faktoren, die ihr Überleben ermöglichten", so die Forscher.

Martin Sander, ein Paläontologe an der Universität Bonn, fordert jedoch noch weitere Untersuchungen ein, bevor die endgültige Diagnose gestellt werden kann, dass es sich bei dem gefundenen Geweben tatsächlich um eine versteinerte Lunge handelt. "Wir sollten verschiedene andere analytische Techniken anwenden, um zu bestätigen, dass der Bereich im Fossil wirklich die Lunge ist", sagte er. Allerdings hält er es für eine "coole Sache", weil es möglicherweise zeigt, "wie die Lunge eines frühen Vogels aussah".

18.10.2018

Studie zur Handbewegung: Theropoden waren "Klatscher", keine "Schläger"
KURZNACHRICHT:

In einer neuen Studie, die sich mit den Vordergliedmaßen bei Alligatoren und Truthähnen befasst, sollte die Fähigkeit des Tyrannosaurus rex und anderer Theropoden ermittelt werden, die Hände zu drehen. Die Ergebnisse zeigen, dass Theropoden ihre Hände nach innen oder nach oben drehen konnten. So wie die Forscher es ausdrücken, hätten sie zwar klatschen, aber nicht mit der Handfläche nach unten schlagen können.

Neben der Drehbewegung nach oben hätten die Theropoden die Hände auch nahe an die Brust ziehen können, um so eventuell Beute näher zum Maul zu führen.

Da bei Theropoden-Fossilien die nötigen Knorpel und Bänder fehlen, konnten diese Studien nur an heute noch lebende Tiere durchgeführt werden, da nur so die Beschränkung der Bewegung untersucht werden konnte.

18.10.2018

Piranhamesodon: 150 Millionen Jahre alter Piranha-ähnlicher Pflasterzahnfisch im Solnhofer Plattenkalk entdeckt
KURZNACHRICHT:

Im Solnhofer Plattenkalk, der durch den Fund des Archaeopteryx Weltruhm erlangte, haben Forscher nun einen weiteren sensationellen Fund gemacht: Den eines Knochenfisches, der möglicherweise wie heutige Piranhas auf Fische Jagd machte, um ihnen mit seinen langen, spitzen Zähnen Stücke aus den Flossen oder dem Fleisch zu reißen.

Der Fisch erhielt den Namen Piranhamesodon pinnatomus und lebte vor etwa 150 Millionen Jahren. Mit ihm zusammen wurden in den gleichen Gesteinsschichten auch fossile Fische gefunden, deren Flossen angebissen zu sein scheinen.

Allerdings lebte dieser zu den Pflasterzahnfischen (Pycnodontiformes) zählende Fisch, welche wegen ihrer flachen, runden Zähne eher hartschalige Tiere wie etwa Muscheln, Schnecken und Krebse fraßen, vor 150 Millionen Jahren im Meer − und nicht wie heutige Piranhas im Süßwasser.

Mit dem Fund des Piranhamesodon, dessen Kiefer sehr gut erhalten blieb, wurde der bislang älteste fleischreißende Knochenfisch entdeckt.

17.10.2018

Unterschiedliche Beckengestaltung bei Ornithischia und Saurischia geht vermutlich auf die unterschiedliche Art der Atmung zurück
KURZNACHRICHT:

Ende letzten Jahres haben sich Forscher mit der Frage befasst, welche Gründe es geben könnte, dass Dinosaurier zwei Arten von Beckengestaltung ausgebildet haben: Während das Sitzbein und Darmbein ("Ischium" und "Illium") bei beiden Dinosauriergruppen ähnlich angeordnet ist, unterscheiden sie sich jedoch erheblich in der Stellung des Schambeins ("Pubis").

Bei den Saurischia, den "Echsenbecken-Dinosaurier", ist das Os pubis nach unten und leicht nach vorn gerichtet, bei den Ornithischia, den "Vogelbecken-Dinosauriern" liegt es hingegen parallel zum Os ischium und zeigt nach hinten.

Da jedoch davon ausgegangen wird, dass es einen gemeinsamen Vorfahren beider Gruppen gibt, muss es einen Grund dafür geben, warum die Dinosaurier diese unterschiedliche Beckenform ausgebildet haben.

Ein möglicher Grund könnte in der Nahrung liegen, dass Pflanzenfresser einen erheblich größeren Darm benötigen als Fleischfresser, doch diesen Grund schließen die Forscher aus, da auch schon die frühesten Vogelbecken-Dinosaurier die typische Beckenform der Ornithischia besaßen, aber wahrscheinlich noch Allesfresser waren und sich noch nicht auf pflanzliche Kost spezialisiert hatten.

Eine andere Möglichkeit könnte mit der Eiablage und des Brutverhaltens zusammenhängen, aber auch das sehen die Forscher als eher nebensächlich an.

Sie vermuten viel mehr, dass der Hauptgund für die unterschiedlich geformte Beckenregion in der unterschiedlichen Art der Atmung zu finden ist. Saurischia besitzen pneumatische Knochen, deren Hohlräume luftgefüllt sind und mit den Luftsäcken der Lunge in Verbindung stehen. Ornithischia hingegen hatten massive Knochen. Um dennoch genügend Atemluft unterzubringen, waren sie also wahrscheinlich darauf angewiesen, dass sich die Beckenregion änderte, um allen Organen, die an der Atmung beteiligt waren, genügend Platz zu verschaffen. Direkte Auswirkung dürfte die Art der Atmung auf das Ischium (Sitzbein) gehabt haben, da dieses durch einen Muskel mit den Bauchrippen in Verbindung stand. Warum das Os pubis sich bei der veränderten Atmungsart nach hinten drehte, können die Forscher jedoch nicht genau erklären.

Ebenfalls ist die Frage offen, warum die Ornithischia überhaupt eine andere Art von Atmung entwickelt haben.

Dass später bei den Vögeln, die von den Saurischia, also den "Echsenbecken-Dinosauriern", abstammen, das Os pubis ebenfalls die Lage veränderte, liegt hingegen vermutlich an der Ausbildung der Flugfähigkeit, da durch das nach hinten gedrehte Schambein mehr Kontrolle über die Schwanzbewegung gewonnen wurde, die für das Fliegen von enormer Bedeutung ist.

16.10.2018

Schädel des Montana-T. rex-Fossils vollsändig mit sämtlichen Knochen
KURZNACHRICHT:

Vor zwei Jahren wurde in Montana ein neues Tyrannosaurus rex-Skelett entdeckt, dessen Schädel außergewöhnlich gut erhalten geblieben war (vgl. Nachricht vom Aug. 2016).

Seither werden die gefundenen Fossilien präpariert.

Der gefundene Schädel stellte sich nun als noch außergewöhnlicher heraus als vorher vermutet - als eine absolute Sensation: zum ersten Mal wurden sämtliche Knochen, die einen Schädel ausmachen, entdeckt - selbst das kleinste Ohrknöchelchen wurde gefunden.

Bislang ist die rechte Seite vollständig freigelegt und die linke zum großen Teil. Die Forscher hoffen, dass sie bis Ende nächsten Jahres den gesamten Schädel aus dem Stein herausgearbeiten haben werden.

Das Burke-Museum erhält inzwischen Anfragen von Forschern aus aller Welt, die den Schädel des T. rex nach Freilegung näher untersuchen wollen.

"So könnte es schließlich zu den am meisten untersuchten Exemplaren von T. rex in der Welt und zu den am meisten untersuchten Exemplaren in den Burke-Sammlungen werden", glaubt Dr. Greg Wilson, Kurator des Burke Museums für Wirbeltierpaläontologie und Associate Professor für Biologie an der University von Washington.

Schon vor drei Jahren versuchten Forscher mithilfe eines CT Scans in Fürth die vielen winzigen Knochen im T .rex-Schädel zu entdecken. Nun scheint eine solche Untersuchung überflüssig geworden zu sein (vgl. Nachricht vom Juni 2015).

12.10.2018

Diplodocus-Jungtiere bevorzugten möglicherweise einen anderen Lebensraum als die ausgewachsenen Tiere
KURZNACHRICHT:

In Montana (USA) wurden die rund 150 Millionen Jahre alten Überreste eines Diplodocus-Schädels entdeckt. Der Schädel weist eine Länge von nur 24 Zentimetern auf und stammt von einem sehr jungen Tier, das den Spitznamen "Andrew" erhielt.

Zur Überraschung der Forscher weist der Schädel des Jungtiers jedoch eklatante Unterschiede zum Schädel des erwachsenen Tieres auf: Während der ausgewachsene Diplodocus eine eher breite und eckige Schnauze mit charakteristischen Zähnen besaß, die auf eine spezielle Nahrung innerhalb eines offenen Geländes hinweisen, zeigt der Schädel des Jungtiers eine eher kurze und schmale Schnauze mit Zähnen, die ein breitgefächertes Angebot an pflanzlicher Nahrung zermalmen konnten.

Daher nehmen die Forscher an, dass erwachsenen Tiere sich nicht um ihren Nachwuchs kümmerten und einen anderen Lebensraum bevorzugten. (Früher gemachte Eifunde von Sauropoden lassen ohnehin vermuten, dass sie sich nicht um ihren Nachwuchs kümmerten, sondern die Eier durch Erdwärme ausbrüten ließen - vgl. Nachricht vom Juli 2010.)

Vermutlich lebten die Jungtiere nach dem Schlüpfen, solange sie eine gewisse Größe nicht überschritten, von ihren Eltern getrennt im Wald, geschützt vor Fressfeinden und suchten dort selbstständig ihre Nahrung, während die großen und ausgewachsenen Tiere die offene Ebene bevorzugten und dort die für sie passenden Pflanzen fanden. Im Laufe des Erwachsenenwerdens scheint sich auch der Schädel an die neue Nahrungsgrundlage angepasst zu haben.

Diplodocus erreichte eine Gesamtlänge von 27 Metern und konnte bis zu 15 Tonnen schwer werden. Die Jungtiere, die wahrscheinlich wie andere Sauropden aus einem Ei schlüpften, waren um ein Vielfaches kleiner als die ausgewachsenen Exemplare und hätten von den Großen leicht zertrampelt werden können.(Das Aathal Museum in der Schweiz beherbergt z.B. die Überreste eines etwa sechs Monate alten, 1,70 Meter großen Diplodocidae-Jungtiers − jedoch ohne Schädel.) Daher würden unterschiedliche Lebensräume in den Augen der Forscher durchaus Sinn ergeben.

Bislang wurden allerdings noch keine Eier gefunden, die dem Diplodocus zugeordnet werden konnten.

12.10.2018

Unzählige 140 Millionen Jahre alten Dinosaurierspuren in Niedersachsen entdeckt
KURZNACHRICHT:

In den Obernkirchener Steinbrüchen (Niedersachsen) wurden die 140 Millionen Jahre alten Spuren unzähliger Dinosaurier gefunden, die zur Zeit gesichert werden. Noch ist unklar, von wie vielen Dinosauriern die sich teilweise überlappenden Trittsiegel stammen, aber schon jetzt ist klar, dass es sich dabei um einen außergewöhnlichen Fund handelt.

"So viele Spuren auf einer so großen Fläche, dann gleich viele verschiedene Arten von Raubsauriern und Pflanzenfressern − das ist schon selten", kommentiert Leiterin Lina Leschka vom Dinosaurierpark Münchehagen den Fund, die vom Betreiber der Steinbrüche direkt nach der Entdeckung unterrichtet wurde und mit der Präparation begann. "Wenn wir so viele Fußabdrücke auf einer Fläche finden und sie sich sogar überlappen, nennen wir die Schicht Hühnerhof, weil es daran erinnert, wenn Hühner in einem Stall hin- und herlaufen."

Das Gebiet, in dem heute die Steinbrüche liegen, war zur Zeit der Unterkreide zum großen Teil von Wasser bedeckt, das vermutlich nicht sehr tief war. Viele kleine Inseln ragten aus dem Gewässer empor, und die Dinosaurier wateten durch das ca 1,2 Meter tiefe Wasser von Insel zu Insel.

Die Forscher vermuten, dass sich in dem Gestein der Steinbrüche weitere Spuren verbergen, die noch freigelegt werden müssen. Ob auch Spuren bislang unbekannter Dinosaurier darunter sind, ist noch unklar. Leschka hält dies zwar für unwahrscheinlich, aber dennoch möglich.

Falls der Betreiber der Steinbrüche zustimmen sollte, werden die Spuren nach der Auswertung aus dem Steinbruch gebracht, um ausgestellt zu werden. Anderenfalls werden sie anschließend zerstört.

11.10.2018

Sauropoden-Knochen und Ornithopoden-Fußabdrücke in der Wüste Gobi entdeckt
KURZNACHRICHT:

Ein Team aus japanischen und mongolischen Forschern hat in der Wüste Gobi in der Mongolei die Überreste eines großen Dinosauriers wahrscheinlich aus der Gruppe der Sauropoden entdeckt, der hier vermutlich vor 70 Millionen Jahren in der Oberkreide gelebt hat.

Gefunden wurden Hüftknochen und ein Oberschenkelknochen von 1,55 Metern Länge. Die Forscher machen noch keine konkreten Angaben zur mutmaßlichen Größe des Tieres, sondern erklären nur allgemein, dass es sich hierbei wahrscheinlich um einen der größten Dinosaurier handelt, der jemals in Gesteinsschichten diesen Alters in Asien gefunden wurde.

An anderer Stelle fand das Team zudem Fußabdrücke, die wahrscheinlich von einem zweibeinig laufenden Ornithoden stammen. Dieser Pflanzenfresser hinterließ Fußstapfen, die rund 115 Zentimeter mal 85 Zentimeter groß sind. Aufgrund der Schrittlänge schätzen die Forscher die Gesamtlänge des Tiers auf 17 Meter.

11.10.2018

Mosasaurus-Baby stellt sich als Tylosaurus-Baby heraus − die lange Schnauze kam erst später
KURZNACHRICHT:

Im Jahr 1991 fand ein US-amerikanischer Forscher die ersten 85 Millionen Jahre alten Schädel-Überreste eines Baby-Meeressauriers, die zunächst für die Knochen eines neugeborenen Platecarpus, eines im Erwachsnenalter bis zu sechs Meter großen Mosasauriers, gehalten wurden.

Nun ergaben neue Analysen aber, dass die Fossilien zu einem Tylosaurus-Baby, einem Mosasaurier, der im Erwachsenenalter bis zu 13 Meter lang werden konnte, stammen.

Tylosaurus besaß eine lange Schnauze. Da die gefundenen Überreste aber eher auf eine kurze Schnauze hindeuteten, fiel es den Forschern zunächst schwer, die Art des Tieres zu bestimmen. Schließlich erkannte ein Forscher, dass Tylosaurus-Babys, die lebend geboren wurden, wahrscheinlich mit kurzer Schnauze auf die Welt kamen, und die Schnauze dann recht zügig im Kindes- und Jugendalter wuchs. Da die Schnauze sich also wahrscheinlich sehr schnell ausbildete, war das Fehlen der Schnauze im bisherigen Fossilbericht noch nicht aufgefallen.

Die gefundenen Überreste lassen auf eine Schädellänge von 30 Zentimetern beim Baby schließen. Ausgewachsene Tylosaurier besaßen einen rund 1,80 Meter langen Schädel bei einer gesamten Körperlänge von 13 Metern. Überträgt man die Relationen auf das Tylosaurus-Baby, wird es rund ein Sechstel der Größe gehabt haben, also gut zwei Meter lang gewesen sein.

Es gibt bislang zwei bekannte Arten von Tylosauruiern aus gleichaltrigen Gesteinsschichten: Tylosaurus nepaeolicus und Tylosaurus proriger. Zu welcher Art das Baby gehörte, können die Forscher aufgrund des fehlenden postcranialen Skeletts jedoch nicht sagen.

03.10.2018

Pteranodon-Knochenspuren deuten auf Angriff zweier Haie hin: Squalicorax und Saurodon
KURZNACHRICHT:

Schon im Jahr 2014 wurden in Alabama (USA) die Überreste eines 83 Millionen Jahre alten Pteranodon-Flügels gefunden, der geborgen und präpariert wurde. Während der Präparation entdeckte der damit betraute Doktorand plötzlich Einkerbungen im Knochen und dachte zunächst geschockt, er hätte bei der Präparation einen Fehler gemacht. Beim näheren Hinsehen erkannte er jedoch, dass die Einkerbungen parallel verliefen und es sich dabei um die Fressspuren eines Raubtiers handelt. Auch eine zweite Spur von Zahnmarkierungen wurde daraufhin entdeckt.

Nach dem Vergleich mit diversen fleischfressenden Fischen wurde deutlich, dass die einen Fressspuren vermutlich von dem rund 4,5 Meter langen Urhai namens Squalicorax kaupi stammten und die anderen von einem kleineren, etwa 1,2 bis 1,8 Meter langen Barrakuda-ähnlichen Fisch namens Saurodon.

Da die Fressspuren keine Anzeichen von Heilung zeigen, vermuten die Forscher, dass der Pteranodon diesen Tieren als Beute gedient hat und ihnen nicht lebend entkommen konnte.

Ob er jedoch von einem aus dem Wasser springenden Tier erwischt wurde, oder ob er beim Tauchen nach Fischen für seine eigene Nahrung zum Opfer der Haiattacke geworden ist, oder ob er schon vorher tot war und in das Meer gespült wurde, können die Forscher anhand des gefundenen Fossils nicht sagen.

Immerhin gilt dieses Fossil als etwas ganz Besonderes, da die Knochen der Pterosaurier sehr fragil sind und unter den scharfen Zähnen von Haien in der Regel zersplittern. Daher sind Pterosaurier-Knochen mit Zahnspuren eine große Seltenheit.


27.09.2018

Ledumahadi: Riesiger Lessemsaurier lief auf krummen Beinen
KURZNACHRICHT:

Rund 300 Kilometer südlich von Johannesburg und unweit der Grenze von Lesotho (Afrika) wurden die spärlichen Überreste eines Sauropodomorpha entdeckt, der den Namen Ledumahadi mafube (übersetzt: "riesiger Donnerschlag der Morgendämmerung") erhielt. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Exemplar um ein ausgewachsenes Tier, das ein Alter von 14 Jahren erreicht hatte. Die Forscher ordnen es in die Gruppe der Lessemsaurier ein, zu der auch der in der Obertrias lebende Ingentia zählt, der im Juli dieses Jahres vorgestellt wurde (Nachricht).

Gelebt hat Ledumahadi vor ca. 200 Millionen Jahren zum Beginn des Jura, kurz nach dem Massenaussterben am Ende der Trias. Der Sauropodomorpha, der wie der schon früher beschriebene Ingentia zwar vierfüßig unterwegs war, aber dabei noch nicht die geraden Säulenbeine besaß, wie es für alle später lebenden Sauropoden typisch war, sondern noch die "krummen" Beine seiner zweibeinigen Vorfahren, wird trotz des überaus spärlichen Materials auf eine Hüfthöe von vier Metern und ein Gewicht von zwölf Tonnen geschätzt − und übersteigt, sollten sich diese Vermutungen bestätigen, noch einmal die Maße des vor ihm lebenden Ingentia. Möglicherweise könnte Ledumahadi somit das größte Landtier seiner Ära gewesen sein.

Diese Größe überrascht bei den krummen Beinen, gelten doch die säulenförmigen Beine als Voraussetzung dafür, dass sich die Sauropoden zu solchen Riesen haben entwickeln können. In der heutigen Tierwelt der Säuger gibt es krumme Beine nur bei kleinen, leichten Tierarten, die leichter als 300 Kilogramm sind. Alle heutigen Säugetiere, die dieses Gewicht überschreiten, besitzen säulenartige Gliedmaße.

Ledumahadi existierte zu einer ähnlichen Zeit, wie der ebenfalls in Afrika gefundene, 6,5 Meter lange und 3,5 Tonnen schwere Vulcanodon, der zu den frühesten Sauropoden gezählt wird, die auf säulenartigen Beinen liefen. Die Koexistenz zwischen den krummbeinigen Lessemsauriern und geradbeinigen Sauropoden dauerte jedoch nur kurz. Aus noch nicht geklärten Gründen starben die Lessemsaurier kurz nach der Trias-Jura-Grenze aus und machten die Bühne für die Sauropoden frei.

24.09.2018

Jinguofortis: In China entdeckter Vogel zeigt Merkmale von modernen Vögeln und Eigenschaften von Dinosauriern
KURZNACHRICHT:

In China, in der nordöstlichen chinesischen Provinz Hebei, wurden die Überreste eines merkwürdigen Vertreters der eher modernen kurzschwänzigen Vögel (Pygostylia) entdeckt, die die Forscher ein wenig verwirren. Zum einen besaß dieser aus der Unterkreide stammende Vogel Merkmale moderner Vögel, wie z.B. das Pygostyl (stark verkürzte, miteinander verschmolzene letzte Schwanzwirbel), zum anderen aber auch noch Eigenschaften der Dinosauriervorfahren: einen bezahnten Schnabel, Krallen an den Flügeln und − was die Forscher besonders überrascht hat − einen verschmolzenen Schultergürtel.

Moderne Vögel haben normalerweise zwei Knochen, die den Schultergürtel bilden: das Schulterblatt und das Coracoideus. Dieser geteilte Schultergürtel erlaubt den Vögeln den eigentlichen Schlagflug. Erstaunlicherweise besaß dieser neu entdeckte Vogel jedoch diese Aufteilung noch nicht. Daher gaben ihm die Forscher den Namen Jinguofortis perplexus (übersetzt etwa: "verwirrende mutige Jinguo-Kriegerin").

Jinguofortis lebte vor ca. 127 Millionen Jahren und gehört somit zu den frühesten Vertretern der Pygostylia. Vermutlich bewohnte er ein dicht bewaldetes Gebiet, das von einzelnen Seen durchbrochen wurde. Er hatte die Größe einer heutigen Krähe und breite, kurze Flügel, die es ihm möglicherweise erlaubten, während des Flugs geschickt zwischen den Bäumen zu manövrieren.

Allerdings sind nicht alle Forscher davon überzeugt, dass dieser Vogel überhaupt fliegen konnte. Ein verschmolzener Schultergürtel ist heute nur von flugunfähigen Vögeln, wie z.B. dem Vogelstrauß bekannt. Somit könnte es auch einer der frühen Vertreter flugunfähiger Vögel sein.

Zwar würde das Forscherteam um Min Wang vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesen Akademie der Wissenschaften in Peking, das diesen Vogel in einer Studie vorstellt, diese Möglichkeit berücksichtigen, so Min Wang, doch gehe das Team davon aus, dass der Vogel einfach eine andere Flugtechnik benutzte, die den geteilten Schultergürtel nicht benötigte. Vermutlich zeige dieses verwirrende Skelett lediglich, dass die Entwicklung vom Dinosaurier zum Vogel keine stringente war, sondern eine mit vielen Umwegen und komplizierten Entwicklungen.

Steve Brusatte, einer der Rezensenten dieser Studie, ergänzt: "Das zeigt, dass die Vögel nicht alle Eigenschaften entwickelt haben, die sie für eine schöne, klare und unkomplizierte Flugweise benötigten. Es gab unter den frühen Vögeln eine Menge Experimente bei den Flugstilen."

20.09.2018

Massensterben am Ende des Perm dauerte maximal 31.000 Jahre
KURZNACHRICHT:

Chinesische Forscher haben in Südchina bei Penglai Zhou ein neues Gebiet entdeckt, in dem das Massenaussterben am Ende des Perm vor 252 Millionen Jahren gut dokumentiert ist. Während rund 1200 Kilometer nordwestlich bei Meishan die Zeit des Massenaussterbens auf nur wenige Zentimeter komprimiert ist, bietet es hier − in einem ehemaligen flachen Tropenmeer − mehrere Meter Gesteinsschicht, an denen der Ablauf des Massensterbens studiert werden kann.

Demnach dauerte das Massensterben, bei dem mehr als 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten im Ozean und 70 Prozent aller Landbewohner ausstarben, maximal 31.000 Jahre, möglicherweise sogar weniger, erklären die Forscher. Zudem konnten die Forscher weder einen Artenrückgang vor dem Ereignis feststellen, noch Überreste von Arten, die vorher und nachher existierten.

Auch die Wirkung des Klimawandels, der vermutlich aufgrund des starken Vulkanismus im Gebiet des heutigen Sibirien standfand, konnten sie teilweise ermitteln: So stieg die Wassertemperatur in den Ozeanen um drei bis fünf Grad an bei gleichzeitigem rapiden Abfall des Sauerstoffgehalts. Gase und Schwermetalle, die durch die Vulkanausbrüche in die Atmosphäre geschleudert wurden, gingen über die Weltmeere nieder, und saurer Regen einschließlich Kohlendioxid und Methan trugen zusätzlich zum Umkippen der Meere bei.

18.09.2018

Frühe Säugetiere schrumpften, um die Umbildung des Reptilienkiefers hin zum für Säugetiere typischen Gehör zu überstehen
KURZNACHRICHT:

Laut Forscher gab es einen korrelativen Zusammenhang zwischen der kleinen Größe der frühen Säugetiere und der Ausbildung des für Säugetier typischen Gehörs.

Während der Evolution, vor rund 200 Millionen Jahren beginnend, bildete sich während der folgenden 100 Millionen Jahre bei den frühen Säugern der mehrteilige reptilische Unterkiefer so um, dass zum einen ein einteiliger Unterkiefer mit neuem Gelenk entstand, zum anderen aber auch die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel.

Noch bevor diese späteren Knöchelchen ihre Funktion im Gehör fanden, wurden sie schon kleiner und suchten eine größe Entfernung zum Gelenk. Das führte dazu, dass nicht mehr so viel Kraft auf diese Knochen ausgeübt werden konnte. Um dennoch weiterhin auch mit diesen nun nicht mehr so belastbaren Knochen kauen zu können, schrumpften die frühen Säugetiere auf Minimalgröße: Je kleiner der ganze Kauapparat, desto weniger Druck wurde auf die Knochen ausgeübt. "Bei einer Größenverringerung um die Hälfte sanken die absoluten Kräfte auf das Kiefergelenk und die Kompression exponentiell auf nur noch 25 Prozent", erklären die Forscher.

Als Indiz für ihre Theorie sehen die Forscher die Tatsache, dass viele der kleinen Säuger am Beginn ihrer Existenz Insektenfresser waren, was einen starken Kiefer nicht mehr nötig machte.

13.09.2018

Zweifel an bisherigen Kollagenfunden bei Dinosauriern
KURZNACHRICHT:

Eine neue, bislang nur im Vorabdruck hochgeladene, noch nicht überprüfte und veröffentlichte Studie zieht die Kollagen- und Proteinfunde, die in den letzten Jahren an Dinosaurierfossilien hauptsächlich durch ein Forscherteam um Mary Higby Schweitzer von der North Carolina State University gemacht wurden, in Zweifel.

Demnach wurden in neu entdeckten, 76 Millionen Jahre alten Centrosaurus-Fossilien aus Kanada (Dinosaurier, die zur Gruppe der Ceratopsier gezählt werden) nur einige Stämme moderner Bakterien gefunden, die sich in diesen Fossilien eingenistet haben − und zwar lange nachdem die Tiere gestorben und deren Überreste versteinert worden waren. Auf der Suche nach Protein- und Kollagenfunden in den Centrosaurier-Fossilien fand das Team um Evan Saitta vom Field Museum jedoch nur Proteine, deren Alter auf einen modernen Ursprung schließen ließen und somit vermutlich von den gefundenen Mikroben stammten.

Bislang ungeklärt ist die Frage, ob so ein Mikrobenbefall für alle Dinosaurierfossilen gilt. Sollte dies der Fall sein, wirft der Fund ein neues Licht auf die Kollagen- und Proteinfunde, die das Forscherteam um Mary Higby Schweitzer seit dem Jahr 2005 in diversen Dinosaurierfossilien gemacht hat und die es stets den entsprechenden Dinosauriern zugeschrieben hatte. Allerdings wurde diese Interpretation immer wieder von verschiedenen Wissenschaftlern angezweifelt. Die Studie von Saittas Team gibt diesen Skeptikern nun neue Argumente an die Hand.

Allerdings gibt sich Schweitzer nicht so schnell geschlagen. Sie erklärt, dass Saittas Team nicht sämtliche Techniken angewendet habe, die ihr Team nutzte. Zudem hätte ihr Team mittels Massenspektrometrie Übereinstimmungen mit Vertebratenproteinen gefunden und festgestellt, dass diese Gewebe auf Antikörper reagieren, die speziell von Wirbeltierproteinen erkannt werden.

08.09.2018

Größtes Dinosaurier-Skelett Japans der Öffentlichkeit vorgestellt - es war ein Hadrosaurier
KURZNACHRICHT:

In Japan wurde das größte Dinosaurier-Skelett der Öffentlichkeit vorgestellt, das dort jemals gefunden wurde. Es handelt sich dabei um einen Hadrosaurier (Entenschnabel-Dinosaurier), der möglicherweise zu einer Gattung gehört, die bislang unbekannt ist.

Das Skelett wurde im Jahr 2003 in Gesteinsschichten entdeckt, die auf ein Alter von 72 Millionen Jahren datiert werden, im Jahr 2013 geborgen und seither präpariert.

Momentan heißt dieser Dinosaurier noch vorläufig "Mukawa-Dinosaurier", da die Überreste in der Nähe der Stadt Mukawa im Norden Japans entdeckt wurden. Die Forscher versuchen nun zu analysieren, ob es sich tatsächlich um eine bislang unbekannte Spezies handelt.

Dabei stehen ihnen 157 Knochen des Hadrosaurier-Sekeletts einschließlich der Schwanz- und Schädelknochen zur Verfügung, was insgesamt 60 Prozent der Gesamtzahl der Knochen eines Hadrosaurier-Skeletts ausmacht und 80 Prozent des Gesamtvolumens.

03.09.2018

Wann entstanden die unterschiedlichen "Grundbaupläne" der heutigen Tierwelt?
KURZNACHRICHT:

Die Tiere werden systematisch in verschiedene Gruppen geteilt, so z.B. in
  • Gliederfüßer (Arthropoden), zu denen u.a. Insekten, Tausendfüßer, Spinnentiere, aber auch die ausgestorbenen Trilobiten gehören,
  • Weichtiere (Mollusken), zu denen u.a. Schnecken, Muscheln und Tintenfische gehören,
  • Chordata, zu denen u.a. die Wirbeltiere (einschließlich die Menschen), die Schädeltier, die Schädellosen und die Manteltiere gehören.
  • (Nähere Informationen: Systematik der vielzelligen Tiere)

    In der Wissenschaft geht man davon aus, dass es 30 bis 40 verschiedene "Grundbaupläne" gibt, die sich alle aus ehemals einzelligen Organismen entwickelt haben. Doch wie und wann entstanden diese unterschiedlichen "Baupläne"?

    Dieser Frage widmete sich ein Team Wissenschaftler und analysierte hierfür sämtliche heute lebende Tiergruppen einschließlich diverser ausgestorbener Arten. Sie verglichen die Tiere miteinander, stellten akribisch Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und versuchten anhand von Modellsimulationen mögliche Evolutionsprozesse zu bestimmen.

    Das Ergebnis war, dass es nicht einen einzelnen Zeitpunkt gab, wie z.B. die kambrische Explosion, in der sich die grundlegenden Designs entwickelt haben, sondern dass sie stoßweise immer mal wieder weiterentwickelt wurden und sie es heute immer noch tun. "Die Erweiterung der Formenvielfalt nach dem Kambrium ging dabei oft mit anderen großen ökologischen Veränderungen einher – zum Beispiel der Eroberung des Landes", erklären die Forscher.

    Sprunghafte anatomische Entwicklungen, wie sie sich heute scheinbar zeigen, sind dabei vermutlich eher nicht vollzogen worden, sondern gehen auf einen mangelnden Fossilbericht und ausgestorbene Zwischenstadien zurück.

    Den Auslöser für eine immer größer werdende Anzahl an "Grundbauplänen" sehen die Forscher in dem immer größer werdenden Repertoire an regulativen Genen, die für die Entwicklung bestimmter Körperelemente verantwortlich sind. "Unsere Studie bestätigt, dass die Genregulation eine Schlüsselrolle für die Evolution der Tiere spielte", so die Forscher.


    29.08.2018

    Xiyunykus und Bannykus: 120 Millionen Jahre alte Alvarezsaurier geben Hinweise auf die Entwicklung dieser Dinosauriergattung
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2010 wurden zwei Alvarezsaurier aus China beschrieben, die zeitlich etwa 80 Millionen Jahre voneinander getrennt gelebt haben.

    Der eine erhielt den Namen Haplocheirus sollers (übersetzt etwa: "einfache geschickte Hand") und lebte vor ca. 160 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Wüste Gobi. Mit einer Größe von gut zwei Metern Länge war er der größte Alvarezsaurier, der bis dato gefunden worden war. Er besaß zwei relativ lange Arme, die in Händen mit drei langen Fingern endeten, von denen der Daumen schon deutlich verlängert war. (Zwischenzeitlich wurde allerdings bezweifelt, ob es sich bei diesem Dinosaurier tatsächlich um einen Alvarezsaurier handelte.) (vgl. Nachricht vom Jan. 2010)

    Der andere Alvarezsaurier wurde im Osten Chinas in der Provinz Henan gefunden, war schätzungsweise 50 Zentimeter lang und zeigte auffällig lange Beine. Er lebt vor ca. 83 Millionen Jahren und erhielt den Namen Xixianykus zhangi (übersetzt etwa: "Zhangs Klaue aus Xixia"). Seine Vorderarme wurden zwar nicht gefunden, doch vermuteten die Forscher, dass er wie andere Alvarezsaurier aus der Oberkreide sehr kurze Arme mit Händen besaß, welche aus einer verlängerten Daumenklaue mit möglicherweise zwei sehr kurzen Fingern bestanden und mit denen er die Rinde von Bäumen abschälte, um an die darunter liegenden Insekten zu kommen. (vgl. Nachricht vom März 2010)

    Nun haben Forscher im Westen Chinas zwei weitere Alvarezsaurier gefunden, die zeitlich gesehen zwischen den 2010 gefundenen gelebt haben und die Entwicklung der Arme verdeutlichen − und somit den Haplocheirus eindeutig als Alvarezsaurier identifizieren. Die beiden "neuen" Alvarezsaurier lebten vor etwa 120 Millionen Jahren und erhielten die Namen Xiyunykus pengi (übersetzt etwa: "Pengs Klaue von Xiyu") und Bannykus wulatensis (übersetzt etwa: "halbe Klaue von Wulahouqi"). Ihre Arme waren zwar schon etwas kürzer als die des Haplocheirus, aber noch längst nicht so kurz wie die später in der Oberkreide lebenden Alvarezsaurier. Bannykus zeigte an der Hand zwar noch drei Finger, doch waren zwei von ihnen sehr komprimiert, während der Daumen übermäßig gewachsen war.

    In den Jahren 1993 und 2011 wurden Alvarezsaurier aus der Oberkreide gefunden, die ihre Hand nur noch auf die Daumenklaue reduziert hatten, die allerdings noch länger als bei Bannykus war. Diese zwei Alvarezsaurier erhielten die Namen Mononykus olecranus (1993, übersetzt etwa: "Einzelne Klaue" − zur Bedeutung des Artnamens "olecranus" konnte ich nichts finden, Alter: ca. 70 Millionen Jahre) und Linhenykus monodactylus (2011, übersetzt etwa: "einfingrige Klaue aus Linhe", Alter: 84 bis 75 Millionen Jahre). (vgl. Nachricht vom Jan. 2011)

    23.08.2018

    Eorhynchochelys: Schildkröte ohne Panzer aber mit zahnlosem Schnabel weist auf Mosaik-Evolution hin
    KURZNACHRICHT:

    Im Südwesten Chinas, in der Provinz Hainan, haben Forscher die Überreste einer Ur-Schildkröte entdeckt, die zwar noch keinen Panzer ausgebildet hatte, dafür aber schon einen zahnlosen Schnabel. Sie war rund 2,50 Meter lang, lebte vor ca. 230 Millionen Jahren (Obertrias) und erhielt den Namen Eorhynchochelys sinensis (übersetzt etwa: "Schnabelschildkröte der Morgenröte aus China"), was ein Hinweis darauf sein soll, dass dies die bislang älteste bekannte Schildkröte mit einem Schnabel darstellt. Der Körper zeigte aber schon die für Schildkröten typsiche diskusartige Körperform mit breiten Rippen.

    Früher wurden schon die Überreste anderer Ur-Schildkröten gefunden, und diese Funde deuten an, dass die Schildkröten keine stringente Entwicklung durchliefen, sondern eine nicht-lineare: So entwickelten sich einige Eigenschaften früher als andere, scheinen anschließend wieder verschwunden zu sein und sind später in der Evolution wieder aufgetaucht oder ganz weg geblieben. Dies wird mit dem Begriff "Mosaiktheorie" umschrieben.

    Im Jahr 2015 wurden die Überreste einer rund 240 Millionen Jahre alten Schildkröte entdeckt, die den Namen Pappochelys (übersetzt "Großvaterschildkröte") erhielt, nur kompakte Bauchrippen und am Rücken T-förmige Rippen besaß, deren Panzer aber noch nicht vollständig ausgebildet war. Diese Schildkröte hatte noch keinen zahnlosen Schnabel, sondern Kiefern mit Zähnen. Der Schädel wies allerdings (zur Überraschung der Forscher damals) zwei Schädelöffnungen auf und deutete damit an, dass Schildkröten keineswegs wie bis dahin angenommen zu den Anapsida zählte, sondern den Diapsida zugerechnet werden mussten und somit enger mit den Dinosauriern verwandt waren, als vermutet. (vgl. Nachricht vom März 2015)

    (Die Begriffe Anapsida und Diapsida beziehen sich auf die Schläfenöffnungen im Schädel, die bei der Einordnung von Tieren und deren Verwandtschaft zueinander eine große Rolle spielen. Nähere Informationen hier: Schädeltypen.)

    Auch die Überreste eines schon im Jahr 1892 gefundenen Schildkröten-Vorfahren mit dem Namen Eunotosaurus zeigten einen platt gedrückten Körperbau wie Pappochelys, doch war dieses Urtier 20 Millionen Jahre älter als Pappochelys. Zum Zeitpunkt des Fundes schloss man aufgrund des ebenfalls vorhandenen diapsiden Schädels eine Verwandtschaft zu den Schildkröten aus, die durch den Fund von Pappochelys jedoch hergestellt werden konnte. (vgl. Nachricht vom Sept. 2015)

    Im Gegensatz dazu hatte Eorhynchochelys, die vor 230 Millionen Jahren lebte und somit 10 Millionen Jahre jünger war als Pappochelys, die schon einen angedeuteten Panzer besaß, gar keinen Panzer, dafür aber einen Schnabel ohne Zähne und einen Schädel mit nur noch einem Schläfenfenster.

    Im Jahr 2008 wurden die Überreste einer 220 Millionen Jahre alten Schildkröte entdeckt (also nochmals 10 Millionen Jahre jünger), die den Namen Odontochelys erhielt, schon einen Bauchpanzer, aber noch keinen Rückenpanzer ausgebildet hatte, kein Schädelfenster mehr besaß und wieder einen Kiefer mit Zähnen zeigte. (vgl. Nachricht vom Nov. 2008)

    Die Schildkröten scheinen sich von einem diapsiden Vorfahren zurück zu einem angeblichen Anapsida entwickelt zu haben und gelten jetzt als "verdeckte Diapsida".

    Wie bei den 240 und 220 Millionen Jahre alten Ur-Schildkröten (Pappochelys und Odontochelys) wurde auch bei Eorhynchochelys vermutet, dass sie im Wasser lebte, vermutlich mithilfe ihres langen Schwanzes durch flaches Gewässer paddelte und im seichten Wasser oder Schlamm nach Nahrung suchte.

    23.08.2018

    Melanosome auch in inneren Organen gefunden − weisen alle bisherigen Melanosomfunde tatsächlich auch auf die Hautfarbe hin?
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass nicht nur in den Hautschichten und den Federn Farbpigmente, sogenannte Melanosome, auftreten, sondern auch in den inneren Organen − zahlenmäßig sogar wesentlich häufiger.

    Daher ist zur Zeit nicht so ganz gesichert, ob sämtliche an den Fossilien nachgewiesenen Melanosome tatsächlich auf die Hautfarbe zurückgehen.

    Allerdings, so die Forscher, unterscheiden sich die Hautpigmentzellen von denen der inneren Organe in Größe und Form. Die Forscher erklären: "Wenn man die Gestalt dieser Melanosomen betrachtet und schaut an welcher Stelle sie im Tier vorkommen, dann können wir herausfinden, ob Pigmente von der Haut stammen oder nicht. Und als wir das bei versteinerten Fröschen überprüft haben, sahen wir, dass die Methode funktioniert."

    Daher müssten sämtliche Studien über Melanosomfunde an Tierfossilien nochmals genau überprüft werden, ob tatsächlich Hautpigmente gefunden wurden oder ob es sich bei den gefundenen Melanosome eher um die Pigmente der inneren Organe handelt, bevor zuverlässige Aussagen zur Färbung eines Tieres getroffen werden könnten, so die Forscher.

    20.08.2018

    Die Brutzeit des Troodon lag zwischen der heutiger Vögel und heutiger Reptilien
    KURZNACHRICHT:

    Der Fund eines Troodon-Embryonen gibt Aufschluss über die Brutzeit dieser Dinosaurierart und lässt darauf schließen, dass die Brutzeit zwischen der von heutigen Vögeln und der von heutigen Reptilien liegt.

    Der Embryo wurde in einem Ei entdeckt, das zu einem Troodon-Gelege bestehend aus 19 Eiern gehört. Die Forscher nehmen aufgrund der Größe des Embronen an, dass er kurz vor dem Schlüpfen stand und konnten anhand eines Embryonalzahns schließen, wie lange sich dieses Tier schon im Ei befand.

    Zähne bilden so etwas wie Wachstumsringe aus - an jedem Tag kommt ein weiterer Ring hinzu. Die Forscher kamen beim Zählen auf 31 Ringe - und da die Spitze fehlt, gehen sie von 39 Ringen bei einem vollständigen Zahn aus. Die Zahnentwicklung beginnt aber nicht direkt am ersten Tag im Ei, sondern setzt bei heutigen Krokodilen etwa nach 47 Prozent der Brutzeit - also mit knapp der halben Eizeit - ein. Wenn man diesen Wert auch bei Troodon zugrundelegt, wird der Embryo am Tag seiner Verendung rund 74 Tage lang im Ei gesessen haben.

    Heutige Vögel mit ähnlich schweren Eiern wie Troodon haben eine durchschnittliche Brutzeit von gut 44 Tagen, Reptilien hingegen eine durchschnittliche Brutzeit von gut 107 Tagen. Somit liegt die Brutdauer des Troodon so ziemlich in der Mitte dieser beiden Werte.

    Die Forscher führen die längere Brutzeit des Troodon im Gegensatz zu den Vögeln darauf zurück, dass die Eier - obwohl sich die Elterntiere auf das Gelege setzten - wegen der großen Anzahl teilweise eingegraben wurden und nicht vollständig frei lagen wie bei den avialen Verwandten.

    16.08.2018

    Spinosaurus: Zweifel an semiaquatischer Lebensweise
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2014 überraschten Forscher um Nizar Ibrahim mit einer vollkommen überarbeiteten Version des Spinosaurus, der sich nicht nur äußerlich von den bisherigen Darstellungen unterschied, sondern auch von den vermuteten Verhaltensweisen. (vgl. Nachricht vom Sept. 2014)

    Ibrahim und seine Kollegen vermuteten aufgrund der neuen Erkenntnisse, dass Spinosaurus semiaquatisch lebte ähnlich heutiger Krokodile, zwar an Land kommen konnte, aber doch das Wasser als Lebensraum bevorzugte. Ihrer Meinung nach wären seine Hinterbeine nicht kräfig genug gewesen, um ihm einen bipeden Gang zu ermöglichen. Im Wasser hingegen hätte er sich vermutlich wohl gefühlt und sich halb watend, halb schwimmend, unterstützt von einem hin- und herschlagenden Schwanz vorwärtsbewegt.

    Aufgrund der Handanatomie wurde die angebliche quadrupede Laufweise an Land jedoch sehr schnell angezweifelt. Viele Paläontolgen widersprachen der Möglichkeit, dass Spinosaurus auf Knöcheln hätte laufen können.

    Nun zieht eine weitere Studie die Schlussfolgerungen Ibrahims und seiner Kollegen weiter in Zweifel.

    Mithilfe einer dreidimensionalen Computeranimation und Analysen heutiger Alligatoren und Pinguinen kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Spinosaurus als Schwimmer eher ungeeignet gewesen wäre. Zum einen sei der Schwanz des Spinosaurus viel zu unbeweglich gewesen, als dass er als Antriebsmotor hätte dienen können. Zum anderen hätte sein hohes Segel eher dazu geführt, dass Spinosaurus im Wasser umgekippt wäre, hätte er nicht ständig mit seinen Beinen gegen das Umfallen gestrampelt. Und zum dritten wäre es Spinosaurus aufgrund seiner pneumatischen Knochen nicht möglich gewesen, seinen ganzen Körper unter Wasser zu bringen, selbst wenn er dreiviertel seiner Luft aus den Lungen herausgedrückt hätte. Die Unfähigkeit unterzutauchen ist für einen Wasserjäger allerdings äußerst hinderlich, da er so seiner Beute nicht wirklich nachjagen kann.

    Außerdem liegt der Schwerpunkt, anders als von Ibrahim und seinen Kollegen berechnet, eindeutig über der Hüfte wie bei den anderen Theropoden, was ihm die bipede Fortbewegungsart durchaus ermöglicht hätte. Somit wäre Spinosaurus ein ebenso geschickter Landgänger gewesen wie die anderen Theropoden auch.

    Die Forscher haben neben dem Spinosaurus auch andere Theropoden wie Tyrannosaurus, Allosaurus, Coelophysis, Struthiomimus und Baryonyx auf ihre Schwimmtauglichkeit getestet und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie ähnlich wie Spinosaurus hätten schwimmen können und aufgrund des fehlenden Segels vermutlich sogar besser im Wasser gelegen hätten als Spinosaurus. Daher gäbe es keinen Grund, das Wasser als eigenständigen Lebensraum des Spinosaurus anzusehen.

    Vielmehr vermuten die Forscher, dass Spinosaurus ähnlich heutiger Grizzlys am Ufer oder im seichten Wasser stand und mit seiner Schnauze und seinen Händen nach Fischen schnappte.

    Abschließend merken die Forscher noch an, dass das von Ibrahim und Kollegen zusammengesetzte Skelett aus Knochen diverser Individuen stammt, ergänzt durch Knochen verwandter Spezies. Daher wäre es durchaus möglich, dass die Proportionen der Beine (entweder der Hinterbeine oder der Vorderbeine) nicht ganz stimmig seien. Diese Aussage sei aber nur spekulativ, sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden.

    In einem National Geographic-Bericht liegt eine erste Reaktion von Nizar Ibrahim selbst vor: Demnach erklärt er, dass sein Team tonnenweise spannender Artikel mit zusätzlichen Hinweisen für einen wahrhaft wasserliebenen Spinosaurus gelesen hätte und dass der schwierige Teil der Forschung gerade darin bestünde, die Einzelheiten über die Art und Weise, wie die Tiere sich im Wasser bewegten und wie sie die Beute fingen, herauszufinden.

    Desweiteren gibt es auf der Facebookseite des Paläontologen Thomas Holtz eine spannende Diskussion zu diesem Thema:

    Der Paläontologe Andrea Cau merkt an, dass weder Ibrahim im Jahr 2014 noch Henderson bei der neuen Studie die kräftige Körperstatur gerade in Höhe des Brustkorbs berücksichtigt hätten, sondern beide Teams von einem terrestrischen Körperbau ausgegangen seien. Cau schreibt: "Die Thoraxrippen von Spinosaurus weisen nach den Zeichnungen von Stromer 1915 auf einen breiten, fassartigen Thorax hin. Hendersons Modell verwendet einen schmaleren Allosaurus-artigen Brustkorb [...]"

    Cau erklärt, wie auch Henderson im ursprünglichen Artikel, dass er Probleme bei den Vordergliedmaßen sieht. Er verweist darauf, dass dringend weitere Funde getätigt werden müssten, um ein umfassendes Verständnis dieses Dinosauriers zu bekommen, da das Skelett insgesamt noch zu unvollständig sei.

    13.08.2018

    Caelestiventus: Wüsten-Flugsaurier mit Kehlsack entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Utah wurden die Überreste (Teile des nicht zerdrückten Schädels, Kieferknochen und einen Fingerknochen vom Flügel) eines juvnilen Flugsauriers gefunden, der irgendwann von vor 210 bis vor 201 Millionen Jahren in der Obertrias hier gelebt hat und möglicherweise eine Art Kehlsack trug ähnlich heute lebender Pelikane.

    Da die Knochen so filigran sind, wurden sie nicht aus dem umgebenden Stein herausgelöst, sondern mithilfe eines CT-Scanners gescannt, um so eine dreidimensionale Darstellung des Schädels zu erhalten. Der Scan offenbarte ein überraschend komplexes Gebiss.

    Allerdings lebte diese Pterosaurierart, die den Namen Caelestiventus hanseni (übersetzt etwa: "(Robin) Hansens himmlischer Wind") erhielt und eine für diese frühe Form vergleichsweise große Flügelspannweite von ca. 1,50 Metern sowie einer Schädellänge von 17,8 Zentimetern besaß, nicht am Meer, sondern an einer Wasserstelle in der Wüste, die scheinbar mit der Zeit versiegt war. Der Fund dieses Flugsauriers belegt somit, dass schon 65 Millionen Jahre früher als bisher angenommen Pterosaurier in der Wüste lebten.

    Allerdings wird Caelestiventus nicht Fische mit seinem möglicherweise vorhandenen Kehlsack gekeschert haben, sondern vermutlich kleine Echsen oder andere kleine Wirbeltiere, die hier lebten.

    Eine phylogenetische Analyse zeigt, dass der nächste Verwandte wahrscheinlich Dimorphodon macronyx aus dem frühen Jura Großbritanniens ist.

    10.08.2018

    Saurierschädel aus dem Perm in Bad Tarbarz entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Bad Tabarz im Kreis Gotha (zwischen Jena und Fulda gelegen) haben Forscher die Überreste eines rund 295 Millionen Jahre alten Saurierschädels gefunden. Zum Beginn der Zeitperiode des Perm lag das heutige Bad Tabarz in einer Flusslandschaft mit vielen Seen.

    Der gefundene Schädel gehört zu einem Tier aus der Gruppe der Temnospondyli, die auch als "primitive Amphibien" gelten. Zu welcher Art der neu entdeckte Schädel gehört oder ob es sich um eine bislang unbekannte Art handelt, ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings sind sich die Forscher darin einig, dass das zugehörige Tier im Wasser lebte und eine Länge von 70 Zentimeter aufwies.

    Der Schädel wird in den kommenden Monaten präpariert. Ob er anschließend in einem Museum ausgestellt wird oder ob er der wissenschaftlichen Erforschung dient, wird erst später entschieden.

    08.08.2018

    Konnten Dinosaurier schon Blumenduft schnuppern?
    KURZNACHRICHT:

    Manchmal kann man über den Ideenreichtum und die Methoden-Entwicklung von Wissenschaftlern einfach nur staunen:

    Blüten lockten vermutlich schon zu Zeiten der Dinosaurier Tiere mithilfe von Duftstoffen an, haben Forscher nun durch die Analyse diverser Blüten, die in Bernstein eingeschlossen sind, ermittelt.

    Dazu haben die Forscher nach entsprechendem Gewebe innerhalb der Blüte gesucht, die solche Duftstoffe produzieren − und sie sind fündig geworden.

    Möglicherweise rochen die Dinosaurier also schon Blumenduft. "Ich wette, einige Dinos konnten die von den Blumen verströmten Duftstoffe wahrnehmen − vielleicht wirkten die Blumendüfte sogar anziehend auf manche dieser gigantischen Reptilien", so einer der Forscher.

    07.08.2018

    Fußspuren von Hadrosauriern und Therizinosauriern belegen die Existens eines "Super Highways" zwischen Asien und Nordamerika
    KURZNACHRICHT:

    Im Denali-Nationalpark in Alaska haben Forscher neben diversen dreizehigen Fußabdrücken, die sie Hadrosauriern zuordnen, auch 31 vierzehige Abdrücke entdeckt, die vermutlich von Therizinosauriern stammen. Die Forscher gehen davon aus, dass beide Dinosaurier-Gattungen hier zur gleichen Zeit gelebt haben.

    Obowhl man aus der Mongolei zwar Fossillagerstätten kennt, in denen die Überreste beider Gattungen gefunden wurden, sind gemeinsame Fußspuren bislang unbekannt. Aus Nordamerika war auch die Koexistenz beider Gattungen bislang unbekannt.

    In der späten Kreidezeit herrschte in Alaska ein mildes Klima und die Landschaft, die von einem Flussdelta mit zahlreichen Wasserarmen dominiert wurde, zeichnete sich durch eine üppige Vegetation aus, die möglicherweise die Pflanzenfresser hierher lockte. Wahrscheinlich gab es somit zwischen Asien und Nordamerika eine Landbrücke, die es den Dinosauriern erlaubte, von einem Kontinent zum anderen zu wechseln.

    "Diese Entdeckung liefert weitere Belege dafür, dass Alaska vor 65 bis 70 Millionen Jahren ein ‘Super-Highway’ für Dinosaurier auf ihrem Weg von Asien ins westliche Nordamerika war", so die Forscher.

    03.08.2018

    Grundhaie profitierten vom Massenaussterben am Ende der Kreidezeit und verdrängten die Makrelenhaiartigen
    KURZNACHRICHT:

    Die heutigen Haie aus der Gruppe der Grundhaie scheinen Profiteure des Massenaussterbens von vor 66 Millionen Jahren zu sein.

    Zu Zeiten der Dinosaurier dominierten zwar auch schon Haie die Weltmeere, allerdings gehörten diese überwiegend der Gruppe der Makrelenhaiartigen (Lamniformes) an. Von diesen gibt es zwar immer noch einige wenige Vertreter, doch haben nach dem Massenaussterben die sogenannten Grundhaie (Carcharhiniformes), die während des Mesozoikums eine eher untergeordnete Rolle spielten, die Herrschaft an sich gerissen und stellen nun rund die Hälfte aller Haiarten.

    Zunächst sah es für die Forscher so aus, als hätten die Haie keinerlei Verluste während des Massenaussterbens zu verzeichnen gehabt, doch dann fiel ihnen auf, dass das Aussterbeereignis innerhalb der verschiedenen Haigruppen zu unterschiedlichen Wirkungen führte: Während die Lamniformes größere Verluste zu verzeichnen hatten, nahm die Gruppe der Carcharhiniformes an Artenvielfalt zu. Das zumindest erzählen die Zahnfosslien aus dieser Zeit.

    Der Zahnaufbau der Lamniformes und Carcharhiniformes unterscheidet sich deutlich: Während die Zähne der Lamniformes von lockererem Osteodentin gebildet werden, das echten Knochen ähnelt und die Zahnhöhle ausfüllt, besteht die Zahnkrone der Carcharhiniformes aus sehr kompaktem Orthodentin, welches die Zahnhöhle umgibt, ähnlich wie bei uns Menschen.

    Bei der Analyse der gefunden Zähne fiel auf, dass vor allem die Lamniformes mit dreieckigen Zähnen und flachen Zahnkronen vom Aussterben betroffen waren; die Lamniformes mit schmalen und hochkronigen Zähnen hingegen ließen keinen großen Schwund erkennen. Die Grundhaie, die ebenfalls dreieckige und flache Zähne besaßen, zeigten den gegenteiligen Effekt: Sie starben nicht aus, sondern verbreiteten sich zunehmend.

    Die Forscher vermuten, dass ein Grund für diese unterschiedliche Entwicklung in der unterschiedlichen Nahrungsgrundlage zu sehen ist: Kopffüßer und Meeressaurier verschwanden, Knochenfische breiteten sich rasant aus. Möglicherweise profitierten von letzterem die auf kleinere Nahrung spezialisierten Grundhaie.

    Ob aber tatsächlich das unterschiedliche Beutespektrum bei dieser Entwicklung eine Rolle spielte, muss in weiteren Studien geklärt werden, so die Forscher.

    02.08.2018

    250 Dinosaurierspuren in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Osten Chinas wurden 250 Dinosaurierspuren gefunden, genauer gesagt in der Provinz Hebei nahe der Stadt Chengde.

    Einige Tages zuvor wurde schon berichtet, dass sich Forscher um den Paläontologen Xing Lida hier konkret auf die Suche nach entsprechenden Spuren begeben wollen, da eine schriftliche Aufzeichnung aus dem Jahr 1992 auf den Fund von Spuren hinweise. Leider wurden diese zum damaligen Zeitpunkt nicht näher untersucht.

    Im Jahr 1993 wurden weitere 80 Dinosaurierspuren in der Nähe entdeckt, die auf ein Alter von 130 Millionen Jahren datiert wurden. Diese scheinen aber erst im Jahr 2011 näher analysiert worden zu sein.


    31.07.2018

    Dinosaurierspuren in den Ostalpen entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Ein Jäger, der Gämse beobachten wollte, hat am 08. Juli diesen Jahres auf einem Plateau der Alpen im Osten der Schweiz 25 Dinosaurierspuren von insgesamt drei Dinosaurierarten (sowohl Theropoden als auch Sauropoden) entdeckt, die eine Größe von bis zu 60 Zentimetern im Durchmesser aufweisen. Der Fund konnte inzwischen von Paläontologen bestätigt werden. Allerdings liegt noch keine genaue Analyse vor, da das Gebiet extrem schwer zugänglich ist und nur unter dem Einsatz eines Hubschraubers erfolgen kann, dessen Finanzierung noch nicht gesichert ist.

    Wahrscheinlich stammen die Spuren aber aus der Obertrias und sind 210 bis 215 Millionen Jahre alt. Der Fund gilt als besonders interessant, da bislang in dieser, "Silvretta" genannten Gebirgsgruppe in den zentralen Ostalpen keine Dinosaurierspuren gefunden wurden.

    26.07.2018

    Forscher "backen" sich Fossilien
    KURZNACHRICHT:

    Manchmal kann man über den Ideenreichtum und die Methoden-Entwicklung von Wissenschaftlern einfach nur staunen:

    Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sie die Millionen Jahre lang andauernden Fossilisationsprozesse in nur 24 Stunden simulieren können. Damit wollen sie das Verständnis für Fossilisationsprozesse unterstützen sowie auch aufzeigen, welche Strukturen bei der Fossilisation erhalten bleiben, um demnächst bei "echten" Fossilien gezielt danach suchen zu können.

    Um ein Fossil zu "backen", wie sie es nennen, betten sie Vogelfedern, Gliedmaßen von Eidechsen oder Blätter in Tontäfelchen ein, üben mithilfe einer hydraulischer Presse eine bestimmten Druck darauf aus und lassen sie bei Temperaturen von rund 210 Grad Celsius "backen".

    Die Ergebnisse kommen "echten" Fossilien recht nahe: So konnten die Forscher − wie auch schon bei Fossilien geschehen − Melanosome nachweisen, fanden aber keine Spur mehr von Proteinen und Fettgewebe.

    24.07.2018

    Lingwulong: Überraschender Diplodocidea-Fund in China lässt vermuten, dass Neosauropoda-Entwicklung früher einsetzte als vermutet
    KURZNACHRICHT:

    In rund 174 Millionen Jahre alten Schichten in China wurden die Überreste einer Diplodocidea-Art gefunden, die zum einen an dieser Stelle und zum anderen in Gesteinen aus dieser Zeit nicht erwartet wurden.

    Da man bislang davon ausging, dass die Entwicklung erst nach dem Zerbrechen des Riesenkontinents im mittleren Jura einsetzte (und zwar im Bathonium-Erdalter vor rund 168,3 Millionen Jahren), wäre es den neu entstandenen Sauropoden-Gattungen, zu denen auch die Diplodocidea gehören, nicht mehr möglich gewesen, das Ostasiatische Festland zu erreichen.

    Da nun aber schon in Gesteinsschichten, die dem Aalenium-Erdalter (von vor 174,1 bis vor 170,3 Millionen Jahren) zugeschrieben werden, Neosauropoda-Knochen aufgetaucht sind, muss der Startpunkt der Entwicklung dieser Sauropodengruppe wesentlich weiter nach vorne datiert werden. Und da sie in China gefunden wurden, müssen die Neosauropoda auch einen Weg gefunden haben, bis hierher vorzudringen.

    Der neu entdeckte Dinosaurier erhielt somit auch den Namen Lingwulong shenqi (übersetzt: "erstaunliche Drache von Lingwu").

    24.07.2018

    "Bigfoot": Größter bekannter Fußstapfen aus Wyoming stammt vermutlich von einem 10 Meter hohen Brachiosauria
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Wyoming wurden vor 20 Jahren die bislang größten bekannten Dinosaurier-Fußstapfen entdeckt. Nun wurden die ein Meter breiten Abdrücke mihilfe von 3D-Scans und anderen technischer Hilfsmittel vermessen und mit den Füßen bekannter Sauropoden verglichen. Der Abdruck des Mittelfußknochens deutet dabei auf einen Vertreter der Brachiosauria hin.

    Anhand der Schrittlänge konnten die Forscher bei dem Tier, das diese Fußstapfen hinterlassen hat, auf eine Hüfthöhe von vier Metern schließen und somit eine Gesamthöhe von mindestens zehn Metern vermuten. Das Gewicht schätzen die Forscher auf 30 bis 40 Tonnen.

    An derselben Stelle, an der die Forscher den Fußabdruck fanden, entdeckten sie auch die Überreste eines kleinen Brachiosaurus und die eines kleinen Diplodocus, die von der Größe her beide zu klein waren, um diese Abdrücke zu hinterlassen. Da das Tier, das diesen Stapfen hinterlassen hat, wesentlich größer gewesen sein muss, bekam es den Spitznamen "Bigfoot".

    19.07.2018

    Akainacephalus: Neu entdeckte Ankylosaurier-Art spricht für zwei Einwanderungswellen der gepanzerten Echsen von Asien nach Nordamerika
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden des US-Bundesstaates Utah haben Forscher vor zehn Jahren während einer Expedition des Natural History Museums von Utah die ersten Überreste einer neuen Ankylosaurier-Art entdeckt, die hier vor 76 Millionen Jahren in der Oberkreide gelebt hat und die nun vorgestellt wurde:

    Die neue Art erhielt den Namen Akainacephalus johnsoni (überestzt: "Johnsons Dornenkopf"), benannt nach dem mit spitzen Platten besetzten Schädel und Randy Johnson, einem freiwilligen Mitarbeiter im Naturhistorischen Museum von Utah, der bei der Präparation des Schädels geholfen hatte. Es handelt sich um das bislang vollständigste Skelett eines Ankylosauriers, das bisher im Südwesten der USA gefunden wurde. Geborgen werden konnten der komplette Schädel, ein Großteil der Wirbelsäule, ein kompletter Schwanzknüppel, mehrere Vorder- und Hinterbeinknochen sowie die Körperpanzerung.

    Wie für Ankylosaurier typisch war auch der Körper des ca. fünf Meter langen und 1,5 Meter hohen Akainacephalus von Kopf bis zum Schwanz, der in einer schweren Keule endete, von einem dicken Panzer bedeckt.

    Auffällig waren jedoch − wie bereits oben erwähnt − spitze Auswüchse auf den Panzerplatten am Kopf und auf der Schnauze. Damit ähnelte er dem in Mexiko entdeckten und bereits im Jahr 1999 beschriebenen Ankylosaurier Nodocephelausaurus kirtlandensis und weiteren Ankylosauriern aus Asien, während er sich gleichzeitig von anderen im Westen Nordamerikas gefundenen Ankylosauriern unterschied.

    Die Forscher gehen davon aus, dass der Ursprung der Ankylosaurier-Gruppe in Asien liegt und einige ihrer Vertreter über eine temporäre Landbrücke von Asien aus nach Laramidia (dem westlichen Landteil Nordamerikas) einwanderten. Da sich Akainacephalus und Nodocephelausaurus aber eben von älteren im Westen Nordamerikas gefundenen Ankylosaurier-Arten unterscheiden, vermuten die Forscher, dass es später eine erneute Einreisewelle von Asien aus gab.

    18.07.2018

    Xiaophis: 100 Millionen Jahre alter Bernstein enthält eine 5 Zentimeter lange Baby-Waldschlange ohne Kopf
    KURZNACHRICHT:

    In Myanmar haben Forscher in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eine eingeschlossene Babyschlange mit einer Länge von weniger als fünf Zentimetern entdeckt. Leider fehlt der Kopf, doch konnten mithilfe von Röntgenstrahlen 97 Wirbel einschließlich Rippen entdeckt werden, die zeigen, dass sich die Anatomie der Schlangen in den letzten 100 Millionen Jahren kaum verändert hat. Die kleine Schlange erhielt den Namen Xiaophis myanmarensis (übersetzt: "Xiao Jias Morgenröte von Myanmar" − Xiao Jia spendete das Fossil dem Museum, nachdem sie es auf dem Markt in Myanmar entdeckt hatte).

    Ob es sich bei der kleinen Schlange um einen Embryo, einer lebend geborenen oder einer gerade aus dem Ei geschlüpften Schlange handelt, können die Forscher nicht sagen. Allerdings verrät das mit eingeschlossene Material wie Käfer, Pflanzen und Kakerlakenkot, dass diese Schlange ein Waldbewohner war. Damit konnte zum ersten Mal nachgewiesen werden, dass Schlangen sich auch schon in der Kreidezeit den Wald als Lebensraum erschlossen hatten. (Bislang wurden Schlangen aus dieser Zeit immer nur mit Wasser oder Wüste in der Verbinung gebracht.)

    In einem weiteren Bernstein konnten die Forscher zudem eine abgestreifte Schlangenhaut entdecken, die jedoch von einer größeren Schlange stammt. Dieser Fund zeichnet sich durch die gut zu erkennende Färbung mit hellen und dunklen Markierungen aus. Von welcher Art Schlange die abgestoßene Haut stammt und ob sie mit der Babyschlange verwandt war, wissen die Forscher jedoch nicht.

    17.07.2018

    Das Washingtoner Naturhistorische Museum wählt eine neuartige Ausstellung der Dinosaurier: lebendige Posen
    KURZNACHRICHT:

    Das National Museum of Natural History des Smithsonian Instituts in Washington DC zeigt das Tyrannosaurus rex-Sekelett in einer neuen Pose: So, als woller der T.rex gerade einem Triceratops den Schädel abreißen. Mit seinem Fuß nagelt er das Triceratops-Skelett quasi am Boden fest, indem er ihn auf den Brustkorb mit leicht gesprungenen Rippen stellt, während seine steakmesserartigen Zähne sich tief in den Nackenschild des Pflanzenfressers versenken.

    Da in Triceratops-Nackenschilden immer wieder T.rex-Bissspuren festgestellt wurden, ist diese Szene nicht aus der Luft gegriffen, sondern könnte sich tatsächlich so abgespielt haben.

    Das Museum hat sich dazu entschieden, bei dieser Darstellung die Originalknochen zu verwenden (soweit vorhanden), keine Replikate. Diese werden auf ein Stahlgerüst gelegt, so dass sie für weitere Analysen ohne Probleme zwischenzeitlich auch mal entfernt werden können.

    Ziel der Ausstellung ist es, möglichst verschiedene Ökosysteme als Ganzes darzustellen − auch Tiere mit Pflanzen zusammen − und die Tiere in solchen Posen zu zeigen, die sie nach wissenschaftlichen Befunden auch eingenommen haben. So wird auch z.B. ein Dinosaurier auch schlafend dargestellt. Die Besucher sollen zum Nachdenken angeregt werden, sich vorzustellen, dass auch Dinosaurier verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen sind: fressen, jagen, schlafen...

    Die Ausstellung soll für die Besucher Überraschungen mit sich bringen. Die Darstellung des T.rex sei allerdings keine Überraschung, so der Kurator des Museum, er solle nur großartig aussehen.

    Während die traditionelle Darstellung eines Museums die Tiere in stillen Positionen zeigt, was sie zu "Dingen" degradiert, will das National Museum of Natural History sie als quasi lebendige Tiere zeigen.

    17.07.2018

    Ausgrabungen in Spanien förderten bereits diverse Sauropodenfossien zutage
    KURZNACHRICHT:

    In der Nähe von Torrelara in der nordspanischen Provinz Burgos sind Forscher auf die Überreste einiger Sauropoden gestoßen. Diese lebten hier vermutlich vor rund 145 Millionen Jahren in dem Überschwemmungsgebiet eines Flusses.

    Bislang wurden verschiedene Knochenfossilien gefunden, wie z.B. ein großer Oberarmknochen, eine Elle, ein Mittelfuß, mehrere Wirbel und Rippen. Die Ausgrabungen dauern aber noch an.

    13.07.2018

    Möglicherweise war die Populationsdichte pflanzenfressender Dinosaurier in einem Gebiet höher als angenommen, da das Grünfutter erheblich nahrhafter war als gedacht
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben Pflanzen unter ähnlichen klimatischen Bedingungen angebaut, wie sie im Mesozoikum vor etwa 150 Millionen Jahren herrschten. Anschließend wurden diese dann künstlich fermentiert, so als seien sie durch einen Dinosauriermagen gegangen.

    Dadurch wollten die Forscher testen, ob die Annahme zutraf, dass die Nährwerte bei dem erhöhten Kohlendioxidgehalt der Luft, der damals herrschte, nicht so reichhaltig waren wie heute. Doch die Forscher wurden eines besseren belehrt:

    Schachtelhalme und Ginkoblätter zeigten bei der künstlichen Fermentierung, dass sie erheblich mehr Nährstoffe enthielten, als bislang angenommen.

    Daraus ergibt sich die Folgerung, dass die großen Sauropoden und andere "Megaherbivoren" mengenmäßig viel weniger Nahrung zu sich nehmen mussten, als bisher vermutet.

    Das wiedrum führt zu der Schlussfolgerung, dass auf einem bestimmten Gebiet eine viel höhrere Populationsdichte an herbivoren Dinosauriern geherrscht haben könnte als bislang angenommen - möglichweise bis zu 20 Prozent mehr.

    09.07.2018

    Ingentia: Obertriassischer Lessemsaurier (Sauropdomorpha) aus Argentinien erreichte schon eine Länge von knapp zehn Metern
    KURZNACHRICHT:

    In Argentinien wurden die Überreste einer neuen Saropodomorpha-Art gefunden, die in der späten Trias gelebt hat und den Namen Ingentia prima (übersetzt: "erster Großer") erhielt. Dieser Dinosaurier ist der zweite, der in die Gruppe der Lessemsaurier eingeordnet wird, zu der auch schon Lessemsaurus sauropoides (übersetzt: "Lessems Echse mit Sauropoden vergleichbar") gehört, der im Jahr 1999 beschrieben wurde. Auch beim Fund des Ingentia wurden erneut Überreste des Lessemsaurus entdeckt.

    Lessemsaurier stehen zu den späteren Giganten in einem unklaren Verwandtschaftsverhältnis. Dennoch waren beide Lessemsaurier schon ca. neun bis zehn Meter lang, etwa zehn Tonnen schwer und lebten im Südosten des Superkontinents Pangäa zur Zeit des sogenannten "Norium" (von vor 227 bis 208,5 Millionen Jahren).

    Andere Sauropodomorpha, die als direkte Vorfahren der späteren Giganten gelten, waren zu dem Zeitpunkt noch recht klein, wie z.B. Panpagia protos, der 2009 beschrieben wurde und mit einer Länge von eineinhalb Metern und einer Höhe von 30 Zentimetern noch so gar nicht an seine späteren riesigen Nachfahren erinnerte.

    Analysen der Knochen brachten einen grundsätzlichen Unterschied zwischen diesen beiden Sauropodomorpha-Gruppen zutage:

    Während Panpagia schon gerade Beine besaß, hatten die Lessemsaurier noch eher krumme Beine. Die Knochenstruktur verweist bei Panpagia auch auf ein kontinuierliches Größenwachstum. Die Lessemsaurier hingegen wuchsen scheinbar in unregelmäßigen Schüben.

    Anscheinend erlaubte diese neu entdeckte Wachstumsstrategie diesen beiden Dinosaurier-Arten schon in der späten Trias zu einer ungewöhnlichen Größe heranzuwachsen.

    06.07.2018

    Jurassic Park: Könnte man Velociraptoren tatsächlich dressieren?
    KURZNACHRICHT:

    Der Paläontologe Stephen Brusatte hat sich zu der Velociraptor-Dressur-Idee der neuen Jurassic-Park-Filme geäußert. Er hält sie grundsätzlich für möglich - aus folgenden Gründen:

    1. Der reale Velociraptor war natürlich viel kleiner als der im Film dargestellte minus; etwa so groß wie ein amerikanischer Truthahn. Auch diese Vögel haben die Menschen domestizieren können, obwohl selbst Truthähne sehr aggressiv sein können. (Für einen Velociraptor käme dennoch vermutlich ein nochmals verstärktes Aggressionspotential hinzu.)

    2. Velociraptoren gelten als recht intelligente Dinosaurier minus; ähnlich intelligent wie heutige Säuger oder Vögel. Bisweilen wird sogar behauptet, sie hätten die Intelligenz von Primaten erreicht. Somit wären Velociraptoren durchaus klug genug gewesen, dass man ihnen Tricks hätte beibringen können.

    3. Velociraptoren waren mit hoher Wahrscheinlichkeit Rudeltiere " zumindest deuten diverse Funde darauf hin. Da ein Rudel immer unter einem Leittier jagt (wie es auch bei Wölfen zu sehen ist), unter das sich die anderen Rudelmitglieder unterordnen, hält Stephen Brusatte es für durchaus möglich, dass sich die Velociraptoren im Film auch Christ Pratt untergeordnet hätten.

    04.07.2018

    Litovoi: Inselleben führte zur Schrumpfung des Gehirns bei rattengroßem Säugetier
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2014 wurden in Transilvanien (Rumänien) die Überreste eines kleinen, rattengroßen Säugetiers entdeckt, das am Ende der Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren gelebt hat und sich durch ein gewölbten Kopf mit extrem kleinen Gehirn auszeichnete. Gefunden wurde ein Teilskelett, das den Forschern Informationen lieferte, wie sich das Inselleben auf die Evolution auswirken kann.

    Das Tier wurde im April dieses Jahres beschrieben und erhielt den Namen Litovoi tholocephalos.

    Rumänien lag zur Zeit der Oberkreide unter dem Meer mit einigen kleinen Inseln, die aus diesem Meer herausragten. Litovoi passte sich nach Aussage der Forscher im Laufe der Evolution dem ruduzierten Nahrungsangebot auf diesen Inseln an - nicht, indem die Körpergröße schrumpfte, sondern das Gehirn. Ein großes Gehirn benötigt viel Energie, ein kleineres weniger.

    Die Schrumpfung des Gehirns könnte ebenfalls darauf hindeuten, dass keine großartigen Fressfeinde in seiner Umgebung lebten, die ein größeres Gehirn nötig gemacht hätten. Dieser Fund ist laut Forscher bislang der früheste, bei dem eine Anpassung an das Inselleben durch Gehirnschrumpfung nachgewiesen werden konnte.


    27.06.2018

    Gefundene Gesteinsschicht im Berchtesgardener Land könnte weitere Einblicke zum Massensterben am Ende der Kreiezeit liefern
    KURZNACHRICHT:

    An einem Steilhang im Lattengebirge (in der Nähe von Berchtesgarden gelegen) haben Forscher eine seltene Kombination von Bodenschichten entdeckt, die möglicherweise weitere Einblicke in die Naturkatastrophe liefern könnte, die am Ende der Kreidezeit u.a. zum Aussterben der meisten Dinosaurier geführt hat.

    Drei Schichten liegen hier übereinander: unten eine dicke Schicht Kalk - darüber eine millimeterdicke Schicht aus Staub- und Gaspartikeln - und darüber eine dicke Schicht Lehm, in der die in der Kalkschicht entdeckten Lebewesen nicht mehr aufzufinden sind.

    Die Forscher hoffen, hier Hinweise entweder auf Iridium oder aber auf Quecksilber und Selen zu finden. Iridium würde die Asteroidentheorie untermauern, die davon ausgeht, dass am Ende der Kreidezeit ein riesiger Asteroid auf die Erde geprallt ist; Quecksilber und Selen würden für die Vulkantheorie sprechen, die den Jahrtausende anhaltenden Vulkanismus in Indien für das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit verantwortlich macht.

    Erste Ergebnisse werden in einem halben Jahr erwartet.

    Immerhin ist diese Bodenbeschaffenheit so selten, dass die Forscher einen Teil des Bodens aus dem Berg gelöst haben und diesen in einem Museum ausstellen wollen. Welches Museum diese Bodenschicht erhält, ist aber noch unklar.

    Einen Filmbeitrag zu diesem Fund ist in der "Abendschau" vom 27.06.2018 zwischen der Frequenz von ca. 7:50 bis 11:15 zu sehen: Das bewegt Bayern heute.

    26.06.2018

    Pflanzenkost und Flugfähigkeit könnten Einfluss auf die Entwicklung einer beweglichen Zunge gehabt haben
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie hat fossile Zungenbein-Funde von vogelähnlichen bzw pflanzenfressenden Dinosauriern und dem Tyrannosaurus rex mit dem von dreizehn heute lebenden Vogelarten und drei Alligatorenarten verglichen.

    Das Zungenbein ist ein kleiner Knochen am Mundboden unterhalb der Zunge, der nicht mit dem übrigen Skelett verbunden ist, sondern nur an Bändern und Muskeln hängt.

    Das Ergebnis zeigt:

    Die meisten Dinosaurier besaßen ein sehr kurzes, einfaches Zungenbein ähnlich dem der Alligatoren. Die Alligatoren können ihre Zunge kaum bewegen und können somit kaum die Richtung beeinflussen, die die Nahrung durch das Maul nimmt. Ähnliches nehmen die Forscher auch bei den Dinosauriern an, die das kurze, einfache Zungenbein besaßen, unter anderem beim Tyrannosaurus rex.

    Bei den vogelähnlichen Dinosauriern und auch bei Pterosauriern fanden die Forscher hingegegen komplizierter gebaute Zungenbeine in unterschiedlichsten Variationen vor, ähnlich der Vielfalt von Zungenbeinen bei heute lebenden Vögeln. Vögel können ihre Zungen je nach Bedürfnis bewegen - man denke nur an die Kolibris, die mit ihrer langen Röhrenzunge in Blütenkelchen Nektar saugen, oder an die Gänse, die mit ihren an den Seiten gezackten Zungen Pflanzenstengel durchschneiden können.

    Dies führte zu der Thorie, dass möglicherweise die Flugfähigkeit zur Beweglichkeit der Zunge beigetragen hat - je mehr sich die Vorderarme zu Flügeln umwandelten und nicht mehr als Greifwerkzeuge zur Verfügung standen, desto wichtiger wurde eine flexible Zunge.

    Möglicherweise erschloss die Flugfähigkeit aber auch neue Nahrungsquellen, die nur mit einer flexiblen Zunge erreicht werden konnten.

    Pflanzenfresser, wie z.B. Triceratops, besaßen allerdings ebenfalls kompliziert gebaute Zungenbeine, was die Forscher darauf zurückführen, dass diese ihre Nahrung aktiv kauten und somit im Maul hin und herbewegen mussten.

    22.06.2018

    Hypothetische Frage: Könnten Menschen und Dinosaurier koexistieren?
    KURZNACHRICHT:

    National Geographic hat sich im Zuge des neuen Jurassic-Park-Films die Frage gestellt, ob Dinosaurier tatsächlich wiederbelebt werden könnten und was geschehen würde, wenn wir unseren Planeten tatsächlich mit Dinosauriern teilen müssten.

    Bislang konnte aus so alten Fossilien keine intakte Dinosaurier-DNA gewonnen werden − und dabei ist es egal, ob es sich bei dem Spender um eine uralte Moskitoart handelt, wie im Film, oder um in Bernstein eingeschlossene Dinosaurier-Küken. Die älteste DNA, die Forscher bislang finden konnten, war etwa eine Million Jahre alt.

    Allerdings werden immer mehr Proteine und Weichgewebsteile entdeckt, die auf die Zeit der Dinosaurier zurückgehen. Daher schließen die Forscher inzwischen nicht mehr grundsätzlich aus, dass vielleicht eines Tages doch uralte DNA gefunden werden könnte, auch wenn es eher unwahrscheinlich ist.

    Seit den Jurassic-Park-Filmen suchen Forscher tatsächlich nach versteinerter Dinosaurier-DNA, sagt Stephen Brusatte: "Wir wissen, dass wir Karriere machen würden, wenn wir die ersten wären, die eine solche finden würden. Aber trotz aller Bemühungen hat noch niemand ein einziges Fragment von Dinosaurier-DNA gefunden, geschweige denn das vollständige oder nahezu vollständige Genom, das nötig wäre, um einen Dinosaurier zu klonen."

    Und Mike Benton, Paläontologe an der Universität von Bristol in Großbritannien ergänzt: "Die DNS bricht sehr schnell zusammen. Schon in hundert Jahren hat sie sich in winzige Nonsense-Fragmente aufgespalten."

    Um diese Fragmente, sollten sie eines Tages tatsächlich gefunden werden, wieder zusammenzusetzen, bedürfe es einer außergewöhnlich großen technischen Meisterleistung, die wir bis heute nicht einmal ansatzweise erreichen.

    In den USA arbeiten jedoch diverse Gruppen daran, Genscheren zu entwickeln und diese auch auf fossile DNA anzuwenden. So macht die sogenannte CRISPR/Cas-Methode große Fortschritte, mit deren Hilfe man DNA gezielt zerschneiden und verändern kann.

    In Harvard versucht man zur Zeit, Sequenzen uralter Mammut-DNA in das Genom asiatischer Elefanten einzubauen. (Anm. von mir: Hierüber wurde bereits im Jahr 2015 berichtet: Forscher pflanzen Mammuterbgut in Elefanten ein − auf youtube kann eine Dokumentation dazu gefunden werden: Wiedergeburt des Mammuts − DNA ermöglicht Erzeugung eines Klons.)

    Aber selbst wenn wir eines Tages in der Lage sein sollte, Dinosaurier neu zu erschaffen, bleibt zu bezweifeln, dass die Dinosaurier überhaupt eine Chance hätten, neben den Menschen zu überleben. Selbst heutige große Tiere wie Löwen, Bären, Elefanten und andere werden immer weiter vom Menschen verdrängt, da dieser viel Platz zum Anbau von Lebensmitteln und der Erschließung von Wohnraum benötigt. Überall werden große Raubtiere, die in menschliche Siedlungen eindringen, erlegt.

    So gibt Susie Maidment, Paläontologin am Naturhistorischen Museum in London, zu bedenken: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit einem kolossalen Raubtier wie Tyrannosaurus rex zusammenleben würden. Wir haben in den meisten Teilen Nordamerikas nicht einmal Wölfe tolerieren können und diese fast vollständig ausgelöscht. Wie sollten wir mit einem Raubtier zusammenleben, das mehr als 70mal größer ist als ein Wolf?"

    Von diesen Problemen abgesehen, ergäben sich aber weitere Fragen, so Maidment:

    Die Dinosaurier lebten z.B. in einer Welt, die nicht viel mit der heutigen gemein hatte: Viele der heutigen Pflanzen existierten damals noch nicht, auch die großen Säuger gab es zu Zeiten der Dinosaurier nicht. Insofern fragt sich Maidment, wovon sich die Dinosaurier ernähren sollten, wie sie mit der Kokurrenz durch die Säuger fertig werden sollten und wie die Verdauung der Dinos funktioniert, wenn sie sich auf anderes Futter einstellen müssten. Zudem wirft das Erschaffen der Dinosaurier ethische Fragen auf: Wo würden die Dinosaurier leben? Welche Rechte hätten Dinosaurier überhaupt?

    Brusatte ergänzt noch: "Sie entwickelten sich vor mehreren zehn oder hundert Millionen von Jahren, als die Erde noch ganz anders war. Die Kontinente waren an anderen Orten, die Atmosphäre war anders, die Pflanzen waren anders. Vielleicht könnten sie überhaupt nicht zurecht kommen."

    Allerdings, so gibt er auch zu Bedenken, leben wir ja eigentlich schon mit einigen Dinsoauriern zusammen - und zwar in Form ihrer Nachkommen, den Vögeln. "Wir halten Dinosaurier als Haustiere, essen sie, betrachten sie gerne in der Natur und in Zoos und benutzen sie als Maskottchen für einige unserer Lieblingssportmannschaften."

    Victoria Arbour, eine Expertin für gepanzerte Dinosaurier im Royal Ontario Museum in Toronto, ist zwar begeistert von der immer weiter voranschreitenden Technologie, die vielleicht irgendwann eine Wiederbelebung ausgestorbener Tiere ermöglicht, hofft aber dennoch, dass sich die Menschen eher auf die Erhaltung der momentan vorhandenen Fauna konzentrieren.

    18.06.2018

    Fußspuren eines schätzungsweise zehn Meter langen Raubsauriers aus der Unterkreide in Rehburg-Loccum (Niedersachsen) entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In der Nähe des Dinoparks Münchehagen bei Rehburg-Loccum wurden Trittsiegel eines bislang unbekannten, bis zu zehn Meter langen Raubsauriers gefunden, zudem die fossilen Überreste von urzeitlichen Krokodilen, Schildkröten und Haien.

    Gelebt hat der noch namenlose Theropode, der hier seine Fußstapfen hinterließ, vor etwa 139 Millionen Jahren in der Unterkreide.

    Darüberhinaus ist der Dinopark auch um eine Attraktion reicher: Die Filmfirma Universal Deutschland überließ dem Dinopark das zwölf Meter lange, mehr als vier Meter hohe und knapp drei Tonnen schwere Modell eines Tyrannosaurus rex, das für die Filmpremiere von "Jurassic World: das gefallene Königreich" gebaut wurde.

    18.06.2018

    Plesiosaurier waren vermutlich schon warmblütig
    KURZNACHRICHT:

    Schon seit 2010 gibt es Hinweise darauf, dass die Delfin-ähnlichen Ichthyosaurier warmblütig waren (vgl. Nachricht vom Juni 2010).

    Sechs Jahre später fand man entsprechende Indizien auch für die Mosasaurier (vgl. Nachricht vom Mai 2016).

    Im letzten Jahr wurden dann auch Hinweise für Warmblütigkeit bei der Plesiosaurier-Gattung Rhaeticosaurus gefunden (vgl. Nachricht vom Dez. 2017).

    Nun haben Forscher die Knochenstruktur weiterer Plesiosaurier analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass auch diese bis zu 15 Meter langen Meeresechsen mit vier Paddeln, langem Hals und kleinem Kopf sehr wahrscheinlich warmblütig waren. Wachstumsringe in den Knochen deuten auf schnelles Wachstum im Jugendalter hin, Blutkanäle in den Knochen auf eine hohe Stoffwechselrate. Die Forscher vermuten einen ähnlich hohen Stoffwechsel wie bei heutigen Vögeln, was über der Stoffwechselrate eines Menschen liegen würde.

    Hinweise liefert aber auch die Lebensweise dieser Tiere: So existierten sie damals laut Forscher u.a. auch in kalten Regionen und schienen Brutpflege betrieben zu haben.

    Ursprünglich ging man davon aus, dass erst mit dem Auftauchen der Säugetiere und Vögel die Warmblütigkeit "erfunden" wurde, doch musste man sich von dieser Annahme inzwischen verabschieden. Im letzten Jahr fanden Forscher sogar in einem 300 Millionen Jahre alten Beinknochen eines Synapsiden Hinweise auf Warmblütigkeit, was das Team zur Vermutung veranlasste, dass ursprünglich sämtliche Reptilien warmblütig waren und später dann ein Großteil dieser Tiergruppe zur Wechselwärme zurückgekehrt sei. (vgl. Nachricht vom 2017)

    16.06.2018

    Das Jura-Museum Eichstätt vor dem Aus
    KURZNACHRICHT:

    Dem Jura-Museum in Eichstätt, einem der bedeutsamsten Museen in Deutschland, droht zum Ende des Jahres hin das Aus, da sich einer der Geldgeber (das Bischöfliche Priesterseminar) aus der Finanzierung zurückzieht.

    Zwar wird die Finanzierung des Museums nur zum Teil durch das Priesterseminar, dem die Exponaten-Sammlung des Museums gehört, gedeckt − den Großteil, rund 80 Prozent, übernimmt der Freistaat Bayern − doch wäre eine grundlegende Sanierung des Gebäudes in Millionenhöhe sowie eine Anpassung an das digitale Zeitalter nötig, um das Jura-Museum weiterhin attraktiv zu halten, und das müsste das Priesterseminar zum Großteil allein stemmen.

    Es gäbe zwar Interessenten, die das Museum weiter finanzieren wollten, doch wäre die Zeit sehr knapp. Bayern hat schon einen Antrag der Freien Wähler auf vorübergehende Alleinfinanzierung durch den Freistaat abgelehnt.

    Auch wenn sich das Priesterseminar als Geldgeber zurückzieht, die Exponate würde es weiterhin zur Verfügung stellen.

    Das Altmühltal, in dem das Jura-Museum von Eichstätt liegt, kennzeichnte vor 150 Millionen Jahren eine Riff- und Lagunenlandschaft. Berühmt wurde es durch die Funde des Archaeopteryx im Solnhofer Plattenkalk.

    13.06.2018

    Acantholipan: 85 Millionen Jahre alte Nodosaurus-Art im Norden Mexikos entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Norden Mexikos, genauer gesagt in der Ocampo-Region von Coahuila, wurden im Jahr 2011 die Überreste einer neuer Nodosaurus-Art gefunden, die hier vor 85 Millionen Jahren (Oberkreide) gelebt hat und nun nach sieben Jahren offiziell beschrieben wurde.

    Die neue Art erhielt den Namen Acantholipan gonzalezi, benannt nach dem griechischen Wort für "stachelig" (akanthos) und dem spanischen Namen der "Grauen Leute" (Lápai-Ndé), einem Apachenstamm, der im Gebiet des Fundortes lebt sowie dem mexikanischen Paläonotolgen Arturo Homero González-González.

    Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Tier um ein Jungtier, das allerdings schon die stattliche Größe von 3,5 Metern besaß und auf ein Gewicht von mehr als einer halben Tonne auf die Waage gebracht hätte.

    Der Acantholipan gehört zu den ältesten Dinosauriern, die in dieser Gegend gefunden wurden.

    Allerdings sind die Forscher über diesen Fund ein wenig erstaunt, denn so erklärt ein Pläontolge: "Es gab damals kein Land in Coahuila. Deshalb haben wir aus dieser Periode bisher keine Dinosaurier gefunden. Die Frage ist nun: Wie kommt ein Landdinosaurier in ein Gebiet, das damals Meeresboden war?"

    08.06.2018

    Gorynychus und Nochnitsa: Zwei Therapsiden-Funde vom Ende des Perm zeugen von Hierachie-Umwälzung nach kleinem Massensterben
    KURZNACHRICHT:

    Im europäischen Teil Russlands an dem Fluss Wjatka haben Forscher die Überrester zweier Therapsiden gefunden − Vorfahren der heutigen Säugetiere. Beide zählten zu den Raubtieren, welche hier in der Spätphase des Perm, dem sogenannten Lopingium, von vor 260 bis vor 252 Millionen Jahren, auf Beutefang gingen.

    Das größere Tier, das die Größe eines heutigen Wolfes erreichte und somit zu den Top-Prädatoren gehört haben wird, erhielt den Namen Gorynychus masyutinae, benannt nach einem dreiköpfigen Drachen aus der russischen Folklore: "Smei Gorynych".

    Das kleinere Tier, das sich durch nadelspitze Säbelzähne in seiner verlängerten Schnauze sowie großen Augenhöhlen auszeichnet und als nachtaktiv gilt, erhielt den Namen Nochnitsa geminidens, benannt nach einem bösen Gespenst, das nachts Kinder erschreckt - ebenfalls aus der russischen Folklore stammend: "Nocnitsa".

    Nochnitsa wird der Gruppe der Gorgonopsia zugeordnet und ist für diese Gruppe erstaunlich klein, bislang die kleinste der bekannten Gorgonopsia-Arten. Gorynychus wird in die Gruppe der Theriodontia eingeordnet und ist wiederum für diese Gruppe außergewöhnlich groß.

    Daher scheint sich − laut Forschern − nach dem kleinen Massensterben zu Beginn des Lopingium eine Umwälzung in der Hierachie herausgebildet zu haben. Die Gorgonopsia, die in den früheren Phasen des Perm zu den Top-Prädatoren gehörten, schienen nach dem kleinen Massensterben nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen, während die Theriodontia, die in den frühen Permphasen eher klein bis mittelgroß waren, sich anschließend zu großen, dominanten Raubtieren aufschwangen.

    Am Ende des Perm starben beide Gruppen während des bislang größten Massensterbens der Erdgeschichte aus.

    04.06.2018

    Animation zeigt, wie die Stegosaurus gelaufen ist
    KURZNACHRICHT:

    Auf den Seiten des Natural History Museum von London wird eine animierte Darstellung eines laufenden Stegosaurus-Skeletts mit Spitznamen ",Sophie" gezeigt und mit der Stimme von Sir David Attenborough textlich begleitet.

    Übersetzt lautet der Text in etwa so:

    "Meistens ist Sophie um die anderthalb Stundenkilometer schnell gelaufen. Wenn sie jedoch in ihrer Höchstgeschwindigkeit von sechseinhalb Stundenkilometern unterwegs war, werden sich ihre großen Hinterbeine etwas unbeholfen bewegt haben.

    Die Platten auf ihrem Rücken hatten höchstwahrscheinlich mehrere Funktionen: Sie waren eine Art von Zurschaustellung für andere und werden auch dabei geholfen haben, den Körper kühl zu halten, indem sie Wärme abgaben.

    Ein CT-Scan zeigte, dass die Platten zu schwach waren, um vor einem Angriff zu schützen. Sie hätten Sophie aber zumindest größer aussehen lassen.

    Für den Fall jedoch, dass sich ein Raubtier näherte, wären die Stacheln an diesem Schwanz aus ihrer Passivität erwacht. Wenn also irgendwelche Raubtiere da wären, würde ich nicht erwarten, dass Sophie eine leichte Mahlzeit gewesen wäre."

    Um diesen Film herzustellen, wurde das 150 Millionen Jahre alte Fossil des 2003 in Wyoming gefundenen, bislang vollständigsten Skeletts eines Stegosaurus eingescannt. Das besondere an diesem Fossil war, dass es nicht so platt gedrückt geborgen wurde, sondern in seiner Dreidimensionalität erhalten geblieben ist.

    Deutlich erkennbar sind die im Vergleich zu den Hinterbeinen recht kurzen Vorderbeine. Dies führen die Forscher darauf zurück, dass Stegosaurier von ehemals auf zwei Beinen laufenden Dinosauriern abstammen, die ihre Hände an den relativ kurzen Armen eher zum Greifen benutzten. Beim Stegosaurus hatten sich die Hände dann so angepasst, dass sie eher zum Tragen des schweren Körpers geeignet waren.

    Die Forscher um Paul Barrett sind der Ansicht, dass Stegosaurier eher langsam laufen und nicht wirklich rennen konnten. Sie vermuten, dass die normale Laufgeschwindigkeit eher der von Nashörnern oder Elefanten glich.

    Auffällig am Stegosaurus ist sein sehr kleiner Kopf im Gegensatz zu dem riesigen Körper mit einem ebenfalls kleinen Maul. Es war lange Zeit umstritten, wie der Stegosaurus mit einem so kleinen Maul genügend Nahrung aufnehmen konnte, um den riesigen Körper mit ausreichender Energie zu versorgen, zumal in seinem Maul nur fingernagelgroße Zähne saßen, die für ein Mahlen oder Knabbern großer Menge Futter ungeeignet schienen.

    Die Scans zeigten aber an, dass Stegosaurus eine ähnliche Beißkraft besaß wie heutige Kühe oder Schafe und seine Kiefer ähnlich effektiv arbeiteten. Seine bevorzugte Nahrung waren vermtulich Palmfarne und andere hartfaserige Pflanzen.

    Das Gerücht, Stegosaurier hätten in der Hüftnähe eine Art zweites Gehirn besessen, hält sich hartnäckig. Früher vermutete man hier ein Zusammenlaufen mehrere Nervenstränge, die die Koordination der hinteren Achse übernahmen. Doch der Scan offenbarte dort eine Art Speicherort, an dem Nahrungssubstanzen eingelagert werden konnten, die es Stegosaurus erlaubten, Zeiten mit mangelndem Nahrungsangebot gut zu überstehen.

    Für die Platten gab und gibt es auch verschiedene Theorien. Die These, dass sie dem Schutz dienten, ist inzwischen gut widerlegt worden. Dazu waren die Platten viel zu dünn und viel zu zerbrechlich. Daher vermuten die Forscher andere Funktionen: Zum einen ließen sie das Tier wesentlich größer erscheinen als es wirklich war, zum anderen könnte es bei der Partnerwerbung eine Rolle gespielt haben. Da sich durch diese Platten viele Blutbahnen ziehen, vermuten die Forscher darüberhinaus noch eine Art Kühlungseinrichtung: So konnte Stegosaurus über die Blutbahnen überschüssige Körperwärme abgeben.


    31.05.2018

    Riesige Flugsaurier konnten fliegen, taten dies aber eher selten
    KURZNACHRICHT:

    Mark Witton, Experte für Flugsaurier, bemängelt, dass die Flugfähigkeit der riesigen Pterosaurier immer wieder in Frage gestellt wird − vor allem in den sozialen Netzwerken und der Presse − und findet es äußerst frustrierend. Unter den Forschern, die sich mit diesen Tieren intensiv auseinandergesetzt haben, wird die Flugfähigkeit von keiner Seite in Frage gestellt, so Witton − im Gegensatz zur Presse, die die Zweifel an der Flugfähigkeit immer wieder heraufbeschwört.

    Zudem werden die Forscher häufig gerade von denjenigen heftigs attackiert, die sich mit Flugzeugen auskennen und meinen, sie wüssten es besser als die Wissenschaftler. Dabei, so Witton, sollte doch klar sein, dass ein oberflächliches Wissen über technische Flugmaschinen längst nicht befähigt, sich mit allem auszukennen, was jemals geflogen ist.

    Witton versucht nun also, eine detaillierte Erklärung zu geben, warum selbst die riesigen Pterosaurier fliegen konnten und kein Forscher das in Frage stellt, damit diese Diskussion endlich beendet wird. Dabei bezieht er sich in erster Linie auf die Gruppe der Azhdarchidae, zu denen die Riesen unter den Flugsauriern gehörten wie Quetzalcoatlus (11 bis 13 Meter Flügelspannweite) und Hatzegopteryx (wahrscheinlich 12 Meter Flügelspannweite), obwohl seine Ausführungen auch auf alle anderen großen Flugsaurier übertragbar sind.

    Die Fossilien dieser riesigen Flugsaurier sind in der Regel sehr bruchstückhaft, bestehen oft nur aus Fragmenten einzelner Knochenstücke oder im Falle des Quetzalcoatlus aus den unvollständigen Überresten des linken Flügels. Normalerweise stellt dieser Mangel an vollständigen Fossilien ein Problem für haltbare Interpretationen dar, doch im Falle fliegender Organismen reichen schon wenige Knochenfragmente aus, um auf eine Flugfähigkeit schließen zu lassen. Vergleiche mit kleineren Pterosaueriern, deren Flugfähigkeit keine Zweifel aufkommen lassen, ergaben, dass die Proportionen der Knochen bei den Riesen dieselben waren wie bei den "Zwergen" und die Gelenke die gleiche Beweglichkeit aufwiesen. Auch Reste des Oberarmknochens, die einen Kamm andeuten, an denen starke Flugmuskeln ansetzen, sprechen eindeutig für eine Flugfähigkeit. (Am fossilen Oberarm des Hatzegopteryx fand sich nur ein relativ kleiner Knochenkamm, doch ist dies der Tatsache geschuldet, dass er nicht gut erhalten blieb und Bruchstücke des Knochenkamms fehlen.)

    Im Gegensatz zu kleineren Flugsauriern besaßen die Riesen allerdings dickere Knochen, die robuster waren und der erhöhten Spannung beim Fliegen mit größeren Hautsegeln widerstehen konnten. Im Durchschnitt entsprach die Dicke des Oberarmknochens den Beinknochen riesiger Säuger, doch brachten sie aufgrund der für Flugsaurier typischen dünnen Knochenwände nur ein Bruchteil des Gewichts von Säugetierknochen auf die Waage. (Ein Hatzegopteryx-Flügel z.B. hat eine Knochenwanddicke von 4 bis 7 Millimeter - und das ist für einen Flugsaurier schon ein recht üppiger Wert. Die Knochenwände anderer Pterosaurierriesen liegen bei etwa 2 Millimeter - ähnlich dick wie die bei kleineren Flugsaurierarten.)

    Natürlich darf man sich den Flug eines riesigen Flugsauriers nicht so vorstellen, wie man ihn von kleinen Vögeln kennt, sondern muss zum Vergleich den Flug der großen Vögel heranziehen, wie etwa dem der Schwäne, Gänse oder Albatrosse, auch wenn die Flugweise eine ganz andere war. Allerdings kann man auch bei den großen Pterosauriern davon ausgehen, dass sie - wie die großen Vögel - enorm viel Energie aufbringen mussten, um überhaupt abzuheben. Dieser Umstand und die Tatsache, dass diverse Fährten der Azhdarchidae gefunden wurden, lässt darauf schließen, dass sie recht viel Zeit am Boden verbrachten. Wahrscheinlich erhoben sie sich nur dann in die Lüfte, wenn sie vor Feinden fliehen mussten.

    Berechnungen der beim Abflug benötigten Kraft ergaben, dass die riesigen Azhdarchidae vermutlich nur 90 Sekunden lang ihre Flügel flatterartig bewegen konnten, und dann erst wieder eine Pause benötigten, um sich zu erholen. Dies bedeutet aber nicht, so Witton, dass sie nur kurze Distanzen überwinden konnten. Innerhalb dieser 90 Sekunden flogen Azhdarchidae zum einen große Distanzen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 90 km/h und hatten zum anderen reichlich Zeit, thermische Zonen zu finden, die ihnen einen Gleitflug ermöglichten.

    In den Jahren 2009 und 2010 wurden Studien veröffentlicht, die tatsächlich die Flugfähigkeit der riesigen Pterosaurier in Frage stellten, doch gingen die Autoren von falschen Annahmen aus. In der einen Studie wurde der Flugsaurierflug mit dem Vogelflug gleichgesetzt, was bei den Riesen erhebliche Problemen nach sich gezogen hätte. In der anderen Studie wurde die Gesamtmasse des Quetzalcoatlus weit überschätzt, was zur Flugunfähigkeit hätte führen müssen. Nach Berichtigung der Daten aufgrund neuer Erkenntnisse, konnten aber beide Studien widerlegt werden.

    Ausschlaggebend für die Flugfähigkeit ist der Start auf allen Vieren. Anders als Vögel, die sich von einem zweibeinigen Stand in die Luft erheben, starteten vermutlich sämtliche Flugsaurier von einem vierbeinigen Stand aus. Diese Theorie lässt sich anhand des Skeletts begründen:

    Schaut man Vögeln beim Starten zu, bemerkt man, dass nicht der Flügelschlag an sich den Einsatz zum Abheben gibt, sondern ein kräftiger Sprung in die Luft, der dann in den Flügelschlag übergeht. Aus diesem Grund haben Vögel starke und robuste Beinknochen und vergleichbare leichte und dünne Armknochen. Bei Pterosauriern ist es jedoch umgekehrt: Bei ihnen sind die Armknochen wesentlich stärker und größer ausgeprägt als die Hinterbeinknochen.

    Zudem besitzen Vögel an zwei Stellen starke Muskelstränge: An der Schulter die Flugmuskeln und an der Hüfte die Sprungmuskeln. Flugsaurier besaßen nur einen starken Muskelstrang und zwar an der Schulter. Auch dies weist deutlich auf die besondere Bedeutung der Vordergliedmaße für den Abflug hin.

    Darüberhinaus sprechen auch die gefundenen Pterosaurierfährten für einen vierbeinigen Abflug: Während Vögel auf zwei Beinen laufen und starten, laufen und starten Fledermäuse auf allen Vieren. Von Pterosauriern wurden Trittsiegel von allen vier Gliedmaßen gefunden. Also liegt die Vermutung nahe, dass sie, da sie auf vier Beinen liefen, auch auf vier Beinen den Abflug machten. (Auf einem Video wird der vierbeinige Flugstart der Pterosaurier virtuell nachvollziehbar dargestellt: "Quadrupedal Launch in Pterosaurs Animation")

    Witton betont, dass trotz dieser detaillierten Ausführungen, viele Informationen über Pterosaurier noch im Dunkeln liegen. Er schließt auch nicht aus, dass eines Tages vielleicht tatsächlich ein flugunfähiger Flugsaurier gefunden werden könnte, doch würden die bisherigen Erkenntnisse für eine Flugfähigkeit sämtlicher bislang gefundener Flugsaurier sprechen − auch der absoluten Riesen unter den Pterosauriern.


    Ein weiteres Indiz für die Flugfähigkeit der riesigen Flugsaurier stellen die Größe der Flügel und die im Vergleich zu den starken Vorderbeinen bescheidenen Hinterbeinen dar: Sollten die großen Pterosaurier ihre Flugfähigkeit verloren und nur noch an Land gelebt haben, hätten sich vermutlich die starke Schultermuskulatur abgebaut, die Beinmuskulatur stärker entwickelt und die Größe des Beckens zugenommen.

    Die Studie zur Hinterbeinhaltung der Pterosaurier vom 22.05.2018 (vgl. Nachricht) sieht Witton etwas skeptisch: ein anatomischer Vergleich ziwschen Pterosrauriern und Wachteln sei nicht ganz unproblematisch − Becken und Oberschenkelknochen wären bei beiden Spezies zu unterschiedlich, ebenfalls die Muskelverteilung. In der Studie sei aber nur sehr oberflächlich auf diese Verschiedenheiten eingegangen worden und es bedürfte einer noch wesentlich gründlicheren Untersuchung − obwohl er auch zugibt, dass der vergleichende Ansatz durchaus interessant sei.

    Gelandet sind die Pterosaurier übrigens mit den Füßen zuerst, wie Spuren zeigen. Sie benutzten wahrscheinlich die Flügel, um den Flug auszubremsen und den Körper so lange in der Luft zu halten, bis sie gefahrlos auf dem Boden aufsetzen konnten. Sobald sie auf den Hinterfüßen standen, seien sie nach vorne auf alle Viere gefallen und hätten sich dann quadruped fortbewegt.

    30.05.2018

    Die ersten Wirbeltiere stiegen aus Brackwasser an Land
    KURZNACHRICHT:

    Bislang nahmen Forscher an, dass die ersten Wirbeltiere, die im späten Devon das Land als Lebensraum für sich entdeckten, aus Süßwasserseen oder Tümpeln an Land krabbelten. Darauf ließen die Unmengen Fossilien schließen, die die Forscher im sogenannten Old-Red-Sandstein fanden - einem Sedimentgestein, das sich nach gängiger Meinung in Süßwasserseen und Tümpeln abgelagert hatte.

    Einige wenige Fossilien und vor allem Spuren widersprachen dieser Theorie jedoch schon über einen längeren Zeitraum hinweg, da sie auf eine Herkunft aus dem salzhaltigen Meer hindeuteten.

    Nun fanden Forscher allerdings eindeutige Marker, die die Herkunft der ersten Tetrapoden belegen: Isotope einer Schwefelvariante, die sich in den Knochen mariner Lebewesen einlagert, konnten bei 51 verschiedenen rund 365 Millionen Jahre alten Tetrapodenfossilien nachgewiesen werden - die sogenannten Schwefel-34-Istotope. Mit einem Gehalt von 12,5 bis 13,8 Promille Schwefel-34 weisen die Knochen eindeutig auf einen marinen Ursprung hin.

    Allerdings wurden auch Sauerstoff-Isotope nachgewiesen, die wiederum für Süßwasser-Ursprung sprechen. Daher gehen die Forscher davon aus, dass die Ur-Tetrapoden in einer Umwelt lebten, die von einem starken und schnell schwankenden Salzwassergehalt gekennzeichnet war, der für Flussdeltas oder Ästuars (trichterförmige Flussmündungen) typisch ist, in denen bedingt durch die Gezeiten immer mal wieder salzhaltiges Wasser einströmt. Die Ur-Tetrapoden mussten also mit schwierigen Umweltbedingungen zurecht kommen.

    Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, habe das Leben mit diesen extremen Umweltbedingungen überhaupt erst die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Ur-Tetrapden den Schritt auf das Land wagten und dort eine Lebensgrundlage für sich fanden.

    30.05.2018

    Leedsichthys: Riesiger urzeitlicher Knochefisch widerspricht der Annahme, der Stoffwechsel hätte Auswirkung auf die Größe
    KURZNACHRICHT:

    Ein Knochenfisch, der schon im Jahr 1889 beschrieben wurde und von vor 165 Millionen bis vor 155 Millionen Jahren im mittleren / oberen Jura im Meer schwamm, tritt wieder in den Fokus der Wissenschaft: Leedsichthys problematicus.

    Wie der Artenname schon verrät, taten sich die Forscher von Anfang an schwer mit diesem Planktonfresser: Obwohl Leedsichthys ein Knochenfisch (Osteichthyes) war, zeigte er für diese Art Fisch eine rätselhafte Größe.

    Die meisten Knochenfische der heutigen Zeit bleiben recht klein − anders als die Knorpelfische, zu denen Haie, Rochen und der riesige Walhai zählt. Die größten bekannten Knochenfische der heutigen Zeit, die mit ihrer Länge oder ihrem Gewicht eine seltene Ausnahme bilden, sind der Mondfisch (3,2 Meter Länge bei 2 Tonnen Gewicht) und die beiden längeren, aber deutlich leichteren Fische: der Europäische Hausen, auch Beluga-Stör genannt (6 Meter Länge) und der Riemenfisch (8 meter Länge). Der größte gemessene Walhai hingegen hatte eine Länge von 12,65 Metern und ein Gewicht von 21,5 Tonnen.

    Die Forscher vermuteten lange, es läge an ihrem Stoffwechsel, dass Knochenfische diese Länge und ein solch hohes Gewicht nicht erreichen. So nahmen sie an, dass Knochenfische grundsätzlich höhere metabolische Ansprüche stellen als Haie und ihre Verwandten. Doch Leedsichthys widerspricht dieser Annahme. Er sprengte die Größe heutiger Knochenfische deutlich − obwohl bedingt durch die wenigen Überreste keine genaue Größenangabe möglich ist. Früher schwankte die Größenangabe zwischen neun und 30 Metern. Heute geht man davon aus, dass Leedsichthys 16 Meter lang und 45 Tonnen schwer werden konnte.

    Forscher haben nun den Stoffwechsel dieses urzeitlichen Fisches neu berechnet und kommen zu dem Schluss, am Stoffwechsel kann es nicht gelegen haben. Bei genügender Sauerstoffzufuhr hätte Leedsichthys sogar mit einer Geschwindigkeit von 18 Kilometern in der Stunde schnell schwimmen können. Daher vermuten sie, der Grund dafür, dass heute kaum noch große Knochenfische existieren, sei möglicherweise einfach nur ein evolutionärer Zufall.

    28.05.2018

    eDNA-Spurensuche im Loch Ness
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Wissenschaftler-Team will zwei Wochen lang an unterschiedlichen Stellen des 226 Meter tiefen Loch Ness rund 300 Wasser- und Sedimentproben nehmen und diese anschließend auf DNA-Spuren untersuchen. Der Leiter der Forschung, der neuseeländische Biomedizin-Professor Neil Gemmell erklärt: "Immer, wenn sich eine Kreatur durch ihre Umgebung bewegt, hinterlässt sie winzige DNA-Fragmente aus Haut, Schuppen, Federn, Fell, Kot und Urin. Diese DNA kann eingefangen, sequenziert und dann verwendet werden, um diese Wesen zu identifizieren."

    Diese sogenannte eDNA (e steht für environmental, also "aus der Umwelt") soll mit allen bekannten Gensequenzen, die in diversen Datenbanken gespeichert sind, abgeglichen werden, um ggf. auf neue Gensequenzen zu stoßen. Gemmell und sein Team erwarten Hinweise auf Tausende verschiedener Arten im See, vor allem bislang unbekannter Arten von Bakterien.

    Im Team erwarte niemand ernsthaft, Spuren von Nessie zu finden, so Gemmel, die Gruppe sei aber für alle Resultate offen. Immerhin könnte mit dieser Methode ggf. nachgewiesen werden, dass Nessie weder ein großer Fisch wie z.B. ein Wels, Aal oder Stör sei noch eine Wasserschlange. "Wenn wir in unseren Wasserproben Sequenzen fänden, die an ein Reptil erinnern, könnten wir dieser Spur folgen", so Gemmell.

    Die ersten Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 erwartet.

    25.05.2018

    Schuppenflocken-Zusammensetzung auf Fossilien von Microraptor, Beipiaosaurus, Sinornithosaurus und Confuciusornis weist auf Kurzstreckenflieger hin
    KURZNACHRICHT:

    Auf einem 125 Millionen Jahre alten Microraptor-Fossil haben Forscher Überreste von Schuppenflocken gefunden. Da dieser Dinosaurier schon Federn besaß, konnte er nicht, wie viele Reptilien, seine alte Haut im ganzen oder in größeren Fetzen abstreifen. Daher bildete er eine modernere Art der Hauterneuerung aus, die auch heute noch von den Vögeln angewendet wird.

    Nach konkreter Suche konnten auch bei Fossilien von Beipiaosaurus, Sinornithosaurus und Confuciusornis ähnliche Schuppenflocken nachgewiesen werden. Alle diese Dinosaurier stammen aus dem heutigen China.

    Dies sind die ersten Nachweise der Hauterneuerung bei gefiederten Dinosaurier, so die Forscher.

    Während allerdings abgestorbene Vogelschuppen reich an Fett und Keratin sind, was hilft, die Hitze, die beim Fliegen entsteht, schneller loszuwerden, ist in den Dinosaurierschuppen der Fettanteil weniger hoch. Die Forscher vermuten, dass es damit zusammenhängt, dass diese Dinosaurier entweder gar nicht oder nur recht kurze Strecken geflogen sind und somit nicht so viel Hitze entwickelten wie die heutigen Vögel.

    24.05.2018

    Massensterben am Ende der Kreidezeit: Baumbrütende Vögel starben mit der Vernichtung der Bäume aus
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat sich auf Neuseeland mit der Auslöschung von Wäldern und Vögeln am Ende der Kreidezeit beschäftigt.

    Fossilien belegen, dass am Übergang von der Kreide zum Paläogen (der sogenannten "K-Pg-Grenze", früher " K-T-Grennze" = Kreide-tertiär-Grenze) in den Sedimenten massenhaft Holzkohle und Tonnen an Farnsporen zu finden sind.

    Da Farne in der Regel die ersten Pflanzen sind, die nach einer Pflanzen vernichtenden Umweltkatastrophe zurückkehren, kann man von der Menge der Farnsporen auf den Grad der Verwüstung schließen.

    Somit gehen die Forscher davon aus, dass der Meteoriteneinschlag auf der Erde weltweit für Brände und dadurch bedingt für die Vernichtung von Wäldern gesorgt hat.

    Dies hatte Auswirkungen auf den Bestand der Vögel. Vögel, die in Bäumen brüteten und dort den Großteil ihres Lebens verbrachten, fanden nun keinen Wohnraum mehr und waren ebenfalls dem Untergang geweiht.

    Lediglich Vögel, die am Boden brüteten, hatten eine Chance, dem Massensterben zu entgehen.

    Somit gehen die Forscher davon aus, dass sämtliche heute lebenden Vogelarten von nur einer Handvoll Vogelarten abstammen, die ursprünglich Bodenbrüter waren und das Massensterben am Ende des Mesozoikums überlebten. Erst nach der Rückkehr der Bäume entdeckten diese erneut die Bäume als Lebensraum für sich.

    Heute gelten die Vögel mit rund 11.000 Spezies als die vielfältigste und weltweit am weitesten verbreitete Gruppe von Wirbeltieren.

    Die Forscher betonen einen weiteren Aspekt ihrer Studie: Obwohl die Dinosaurier und andere Tierarten im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, wenn über das Aussterbeereignis am Ende der Kreidezeit berichtet wird, das Schicksal der Pflanzen ist das erheblich wichtigere. Ohne Pflanzen sterben auch die Tiere, die von oder auf diesen Pflanzen leben.

    "Pflanzen sind alles, Pflanzen sind der Kontext, in dem sich alles irdische Leben entwickelt und überlebt. Sie sind die Primärproduzenten, sie stellen allen Lebensformen die Energie zur Verfügung, die sie aus den Sonnenstrahlen gewinnen − das können wir ohne die Pflanzen nicht schaffen." so die Forscher.

    Gerade in der heutigen Zeit des Klimawandels und der Umweltzerstöung bekommen die Erkenntnisse zur Wichtigkeit der Pflanzen im Hinblick auf Aussterbeereignisse neue Brisanz.

    23.05.2018

    Cifelliodon: Hasengroßer Säuger aus Utah war recht blind, konnte aber gut riechen und lässt vermuten, dass Pangäa später zerbrochen ist als bislang angenommen
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Utah wurde bei Ausgrabungen unter der Leitung von James Kirkland ein nahezu vollständiger fossiler Säugetierschädel gefunden, der auf ein Alter von 130 Millionen Jahren geschätzt wird. Der Fund dieses Schädels weist darauf hin, dass Pangäa etwa 15 Millionen Jahre später vollständig zerbrochen ist, als bislang angenommen wurde.

    Dieser hasengroße Säuger aus der Unterkreide, der den Namen Cifelliodon wahkarmoosuch erhielt und der Gruppe der Haramiyida zugeordnet wird, scheint enger mit fossilen Säugern aus Marokko (Hahnodon) und welchen auf Madagaskar (Vintana) verwandt zu sein. Daher vermuten die Forscher, dass die Landbrücken zwischen dem afrikanischen Kontinent und dem nordamerikanischen länger Bestand hatten, als bisher angenommen.

    Zudem zeige der neue Fund, so die Forscher, dass die frühen Säuger mehr ökologische Nischen besetzten, als ihnen bislang zugestanden wurden.

    CT-Scans des Schädels zeigten an, dass Cifelliodon ein kleines Gehirn mit recht ausgeprägtem Geruchssinn hatte, aber nur kleine Augenhöhlen besaß. Die Forscher schließen daraus, dass das Tier möglicherweise nachtaktiv war, wobei der Gesichtssinn eine eher unbedeutende Rolle spielte und sich das Tier eher auf den Geruchssinn verließ.

    22.05.2018

    Wachtel-Experiment: Pterosaurier und vierflügelige Vögel flogen wahrscheinlich anders als bislang dargestellt
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie an toten Wachteln stellt die Flugdarstellung der Pterosaurier und vierflügeligen Vögel in Frage.

    Oft werden Pterosaurier und vierflügelige Vögel beim Flug mit breit gespreizten Beinen dargestellt − ähnlich dem der Fledermäuse. Vermutlich liegt es an der Flughaut und die Befestigung derselben an den Hinterbeinen.

    Eine Forscherin der Brown Universität in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island hat nun anhand von Experimenten mit toten Wachteln herausgefunden, dass diese Flughaltung sowohl bei Pterosauriern als auch bei vierflügeligen Vögeln sehr wahrscheinlich unmöglich war.

    Würde man auf die Gelenkbewegungen allein aufgrund von Knochenfunden schließen, würde die Beweglichkeit oft überschätzt, so die Forscherin. Bänder, sogeannnte Ligamente, würden die Beweglichkeit erheblich einschränken. Allerdings würden diese in der Regel nicht fossilisiert.

    Die Forscherhin hatte die Wachteln von Muskelfleisch befreit und nur die Ligamente an den Knochen belassen. Bei Bewegungen des Skeletts stellte sie fest, dass die Beweglichkeit mit Ligamente nur fünf Prozent der Bewegungen zuließen, die ohne Ligamente möglich wären.

    Für die Spreizung der Hinterbeine, die einen Flug ähnlich dem der Fledermäuse zulassen würde, müsste sich das entsprechende Band um rund 63 Prozent mehr dehnen können als sie es vorgefunden hat. Da dieses entsprechende Band bei den meisten Vögeln und vielen mit Pterosauriern verwandten Tieren vorhanden ist, geht die Forscherin davon aus, dass es auch sowohl die Pterosaurier als auch die vierflügeligen Vögel besaßen. Daher wäre ein breitbeiniger Flug nicht möglich gewesen.

    21.05.2018

    Karyotyp-Vergleich zwischen Schildkröten und Vögel − die große Anzahl an Chromosomen bei Vögeln und Dinosaurier könnte Grund für große Diversität sein
    KURZNACHRICHT:

    Unter dem Begriff "Karyotyp" wird in der Zytogenetik (Zell-Vererbungs-Lehre) die Gesamtheit alle Chromosomeneigenschaften (Anzahl, Länge, Aufbau...) eines Idividuums oder einer Gruppe genetisch verwandter Individuen verstanden. Auch beim Verständnis evolutiver Prozesse kann der Karyotyp herangezogen werden.

    Forscher haben nun die Karyotypen von Vögeln und Schildkröten miteinander verglichen und dabei viele Gemeinsamkeiten gefunden. Man kann davon ausgehen, dass ein gemeinsamer Vorfahr dieser beiden Tiergruppen, der vor ca. 260 Millionen Jahren gelebt hat, in seinen Chromosomen ebenfalls diese Gemeinsamkeiten aufwies und damit auch die Dinosaurier, die als Vorfahren der Vögel gelten und somit ebenso Nachfahren dieses gemeinsamen Urahns sind.

    Da es nicht möglich ist, den Karyotypen einer bereits seit mehreren Millionen Jahren ausgestorbenen Spezies zu rekonstruieren, versuchen die Forscher nun über Umwege auf diese zu schließen. Nach Aussage der Forscher hilft diese Methode dabei Eigenschaften zu erkennen, die allein durch das Betrachten von Fossilien nicht gefunden werden können und ermöglicht zum ersten Mal einen Blick auf die gesamte Genomstruktur der Urzeitechsen.

    Da die Anordnung der Chromosomen sich also seit Millionen von Jahren nicht groß verändert hat, scheint sie eine wichtige Funktion für Vögel und Schildkröten zu haben. Die Ähnlichkeit der Karyotypen sagt allerdings nichts über das Aussehen oder die Eigenschaften einer Spezies aus. Die wird nur durch die Gene beeinflusst.

    Die Forscher entdeckten durch den Vergleich der Karyotypen, dass Veränderungen bei der Genanordnung nur innerhalb eines Chromosoms stattfanden - und äußerst selten zwischen zwei Chromosomen.

    Da Vögel im Vergleich zu anderen Spezies relativ viele Chromosomen besitzen, könnte dies laut Forscher erklären, warum sie so artenreich sind. Da vieles dafür spräche, dass die Dinosaurier einen ähnlichen Karyotypen wie die Vögel besaßen, könnte dadurch auch die große Diversität der Urzeitechsen erklärt werden.

    18.05.2018

    Neuer Dinopark auf Usedom
    KURZNACHRICHT:

    Auf der Ferieninsel Usedom wurde heute ein Dinosaurierpark mit 90 lebensgroßen Modellen eröffnet. Zur wissenschaftlichen Unterstützung konnte der Experte Benjamin Englich gewonnen werden, der im Jahr 2015 Grabungsleiter beim Freilegen einer 50 Meter langen Sauropodenfährte in der Nähe des Dinoparks Münchehagen war. (vgl. Nachricht vom Aug. 2015)

    Der Park, in den von dem Betreiber eine Million Euro investiert wurde, liegt wenige Kilometer von Wolgast entfernt auf einer Fläche von 3,6 Hektar.

    Zu den ausgestellten Dinosauriern gehören unter anderem auch Tyrannosaurus rex und Diplodocus.

    16.05.2018

    Wie Oviraptorosauria ihre Eier bebrüteten
    KURZNACHRICHT:

    Japanische Forscher haben rund drei Dutzend fossile Nester von Oviraptorosauriern analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Dinosaurier eine spezielle Art des Brütens entwickelt hatten, die ihnen erlaubte, das Gelege aktiv zu wärmen und gleichzeitig verhinderte, dass sie die länglichen Eier mit ihrem eigenen Gewicht zerquetschten.

    Die Forscher ordneten die Nester nach der Größe der Eier und teilten sie in drei Gruppen − eine konkrete Zuordnung der Gelege zu bestimmten Oviraptorosaurier-Arten ist anhand versteinerter Nester in der Regel nicht möglich:
    1. die kleinsten Eier hatten eine Länge von weniger als 17 Zentimetern und wurden der Gruppe der "Elongatoolithidae" zugeordnet. Wahrscheinlich wurden sie von Oviraptorosauriern gelegt, die maximal 200 Kilogramm schwer wurden oder wesentlich leichter waren.
    2. die mittelgroßen Eier wiesen eine Länge zwischen 17 und 24 Zentimetern auf und werden als "Macroolithus" bezeichnet. Sie stammen von großeren Oviraptorosauriern.
    3. die größten Eier mit einer Länger von über 24 Zentimetern werden als "Macroelongatoolithus" bezeichnet und stammen wahrscheinlich von riesigen Oviraptorosauriern, die auf ein Gewicht von mindestens zwei Tonnen kamen.
    (Diese Begriffe stehen für fossile Eier, die keiner bestimmten Tierart zugeordnet werden können.
    "Elongatoolithidae" bezeichnet eine ganze Gruppe verschiedener Eier länglicher Form, die ganz allgemein den Oviraptorosauriern zugeordnet werden.
    "Macroolithus" ist eine spezifische Form der "Elongatoolithidae", die sich durch eine zweischichtige Schale auszeichnen und grün-blau pigmentiert waren.
    Mit "Macroelongatoolithus" werden die besonders großen "Elongatoolithidae" bezeichnet.)

    Die Eier waren stets zu einem Ring geordnet, in deren Mitte eine freie Fläche zu erkennen war: je länger die Eier, desto größer war der freie Zwischenraum.

    Daher vermuten die Forscher, dass sich die Oviraptorosaurier in der Mitte des Nestes niederließen, in dem keine Eier lagen, und so die Hauptlast des Körpergewichts von den Eiern fernhielten, während sie dennoch in der Lage waren, das Gelege zu wärmen und zu bebrüten.

    Diese Art des Brütens scheint jedoch am Ende der Kreidezeit mit diesen Dinosauriern ausgestorben zu sein, da kein bekannter Vogel in der gleichen Weise sein Nest anlegt. − Moderne Vögel sitzen stets mit ihrem gesamten Gewicht auf den Eiern.

    08.05.2018

    Zusammenfassung eines Interviews mit Stephen Brusatte zu seinem neuen Buch: "The Rise and Fall of the Dinosaurs"
    KURZNACHRICHT:

    Das Magazin "QUARTZ" hat im Zuge der Bucherscheinung von "The Rise and Fall of the Dinosaurs" ein Interview mit Steve Brusatte veröffentlicht. Hier die Zusammenfassung:
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    Steve Bursatte, Paläontolge an der Universität von Edinburgh ist der Meinung, dass die Dinosaurier nicht die Aufmerksamkeit bekämen, die sie verdient hätten. Erwachsene würden die Dinosaurier häufig nur als Bessenheit von Kindern betrachten oder als Monster in Filmen wahrnehmen, doch seien sie eigentlich eines der faszinierendsten Themen der Wissenschaft, zumal sie einige der größten Kreaturen der Evolution hervorgebracht hätten.

    Mit seinem Buch "The Rise an Fall of the Dinosaurs" versucht Brusatte nun zu begründen, warum auch Erwachsene den Dinosauriern mehr Respekt zollen sollten.

    "Mir wurde beigebracht," erklärt Brusatte, "dass Dinosaurier große, schuppige, dumme Tiere waren." Sie hätten sich ihrer Umgebung schlecht angepasst, seien nur herumgetrottet, hätten ihre Zeit abgesessen und eigentlich nur darauf gewartet, irgendwann einmal auszusterben. Sie seien kurzum gesagt "Evolutionäre Fehler" oder "Sackgassen in der Geschichte des Lebens" gewesen.

    Sicherlich, vor 66 Millionen Jahren sind die Dinosaurier ausgestorben, ausgelöst durch einen auf die Erde geprallten Himmelskörper. Aber davor herrschten die Dinosaurier 150 Millionen Jahre lang − und zwar dank ihrer Klugheit und Anpassungsfähigkeit. Homo sapiens dagegen gibt es erst seit etwa 300.000 Jahren − im Vergleich zur Existenzdauer der Dinosaurier ist diese kurze Zeitspanne so viel wie nichts.

    Die Dinosauriergeschichte sei jedoch eine Erfolgsgeschichte, so Brusatte: "Um die Welt zu beherrschen, braucht es echtes Talent und Einfallsreichtum. Die Dinosaurier bewegten sich nicht langsam; sie waren schnell. Sie waren nicht dumm; wir können aus CAT-Scans erkennen, dass sie große Gehirne und scharfe Sinne hatten. Und dennoch beleidigen wir weiter die Intelligenz der Dinosaurier, indem wir mit ihren Namen die aus der Zeit gefallenen Typen wie den in Ungnade gefallenen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein beschreiben."

    Das Wort "Dinosaurier" sollte viel mehr mit "Erfolg" gleichgesetzt werden statt mit "Scheitern".

    Brusatte nennt einige Gründe, warum sich auch Erwachsene für das Thema "Dinosaurier" interessieren sollten:

    • Dinosaurier erinnern uns an unsere menschliche Vergänglichkeit.
      Dinosaurier waren für viele Millionen Jahre die unangefochtenen Könige des Planeten. Dann, aus dem Nichts, kollidierte ein Weltraumfelsen in der Größe des Mount Everests mit der Erde und löste Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche, Waldbrände und ofenähnliche Temperaturen aus. Gleichzeitig füllte sich die Atmosphäre mit Trümmerteilen an, so dass die Sonnen nicht mehr auf die Erde scheinen konnte.
      Brusatte fragt: "Wissen Sie, wie sich die Dinosaurier demgegenüber verhalten haben? Sie starben. Wir würden das Gleiche tun."
    • Dinosaurier geben uns einen neuen Blickwinkel auf unseren Platz in der Welt und wie flüchtig dieser in Wirklichkeit ist.
      Brusatte macht klar: "Selbst wenn Sie an der Spitze der Natur stehen, gibt es keine Garantie, dass Sie für immer dort stehen werden." Der Titel des Buches "The Rise and Fall of the Dinosaurs" sei eine Hommage an das Römische Reich: So wie die Römer hatten auch die Dinosaurier eine Art Imperium geschaffen − sie hätten sich gegenüber anderer Tiergruppen behauptet, seien erstaunlich dominant geworden und schließlich seien sie untergegangen. Das ist so oft in der Geschichte der Menschheit − ein Königreich ist allmächtig und dann geht es unter.
    • Menschen existieren heute nur aus dem Grund, weil die Dinosaurier ausgestorben sind.
      Die ersten Säugetiere entstanden während der Trias vor rund 230 Millionen Jahren. Diese Säugetiere blieben klein, bescheiden und lebten im Schatten der Dinosaurier als Schwimmer, Wühler, Baumkletterer und Segelflieger. Diejenigen, die den Einschlag des Asteroiden überlebten, waren nicht viel größer als Ratten. Dann, als die Nicht-Vogel- Dinosaurier ausgestorben waren, konnten sie evolutionär durchstarten. Fast unmittelbar nach dem Aussterben fast aller Dinosaurier findet man sowohl kuhgroße als auch große, grabende, dachsartige Säugetiere. Innerhalb von höchstens einer Million Jahre nach dem großen Dinosauriersterben gab es die ersten baumschwingenden Affen. Mit anderen Worten: Erst der Zusammenbruch der Dinosaurier führte zu den Primaten und später zum Menschen.
    • Dinosaurier verdeutlichen die Bedeutung der Biodiversität.
      Wenn Erwachsene über Dinosaurier sprechen, nennen sie in der Regel nur die bekanntesten Namen: T. rex, Stegosaurus, Velociraptor und Brontosaurus. Aber Wissenschaftler kennen mindestens 700 oder 800 Arten von Dinosauriern und glauben, dass es noch viel mehr gab.
    • Dinosaurier und andere Fossilien machen deutlich, dass Vielfalt ein Schlüssel zum Erfolg ist.
      Weil die Dinosaurier so vielfältig waren, konnten sie sich besser an die Veränderungen der Umwelt anpassen. Als zum Beispiel am Ende der Jurazeit die Sauropoden im Schwinden begriffen waren, verloren viele Fleischfresser eine wichtige Nahrungsquelle − es hätte die gesamte Nahrungskette erschüttern können. Stattdessen, so erklärt Brusatte in seinem Buch, begannen einige fleischfressende Dinosaurier neue Nahrungsquellen zu erschließen, verzichteten auf Fleisch und begannen stattdessen Nüsse, Samen, Käfer und Schalentiere zu fressen. Die Spinosaurier begaben sich ins Wasser und begannen Fisch statt Fleisch zu fressen.
    Die Anpassungsfähigkeit der Dinosaurier bekommt heute eine neue Relevanz, sagt Brusatte, da der Klimawandel gerade zum sechsten großen Aussterben der Erdgeschichte führt: "Viele Arten sterben schneller aus als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte." Die Tiere der Urzeit mussten sich Millionen von Jahren vor dem Menschen mit realen Klimaveränderungen auseinandersetzen − mit Vulkanen, Asteroiden, steigenden Temperaturen und steigendem Meeresspiegel. Genau das macht sie heute wichtig, da wir verstehen müssen, was passieren wird, wenn sich der Meeresspiegel ändert und die Temperaturen steigen. Im Leben und Sterben der Dinosaurier und anderer ausgestorbener Tiere liegen die Hinweise darauf.

    07.05.2018

    Unwissenheit zerstört Fossilien im Red Fleet State Park (Utah, USA)
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Utah beklagen zuständige Stellen, dass aus dem Red Fleet State Park in den vergangen sechs Monaten schon zehn fossile, 200 Millionen Jahre alte Dilphosaurus-Fußabdrücke zerstört worden − wahrscheinlich aus Unwissenheit.

    Einige der mehr als 30.000 Besucher im Jahr werfen Steine in den See und bemerken wahrscheinlich nicht, dass sie dabei auch Trittsiegel ins Wasser werfen.

    Vor kurzem wurde ein Jugendlicher dabei erwischt, wie er eine Steinplatte mit zwei Zehenabdrücke in den See werfen wollte.

    Die Parkverwaltung gibt zu, dass manche Spuren für Laien tatsächlich nicht so leicht zu erkennen sind, doch gibt es durchaus auch klar erkennbare Trittsiegel, die dennoch zerstört werden.

    In der Hoffnung, weiteren Vandalismus zu verhindern, haben die Parkmitarbeiter begonnen, noch mehr Hinweisschilder aufzustellen.

    Es gibt auch die Überlegung, Taucher im See nach den verschollenen Steinplatten suchen zu lassen, doch ist wenig Hoffnung vorhanden, intakte zu finden − wahrscheinlich wurden sie beim Aufprall zerstört und haben sich im Wasser aufgelöst.

    Der Park glaubt, dass Bildung solchen Vandalismus verhindert und bittet darum, den Aufruf zu verbreiten:

    "Bitte werfen Sie keine Steine aus dem Gebiet der Dinosaurierspuren des Red Fleet State Park. Helfen Sie uns, das Gebiet für die Besucher von morgen und für kommende Generationen zu bewahren."


    Facebook-Seite des Parks

    03.05.2018

    Erster entdeckter pflanzenfressender Dinosaurier Luxemburgs war ein Thyreophora
    KURZNACHRICHT:

    Nachdem im Jahr 2014 die spärlichen Überreste eines oder zweier fleischfressender Dinosaurier beschrieben wurden, die im Gebiet des heutigen Luxemburg gelebt hatten, können nun die ebenfalls sehr spärlichen präparierten Überreste des ersten pflanzenfressenden Dinosauriers vorgestellt werden, der hier gelebt hat.

    Von dem oder den Fleischfressern wurden in den 90er Jahren ein Zehenglied gefunden, das durch Vergleiche mit anderen Fossilien sehr wahrscheinlich einem Dilophosaurus zugeordnet werden konnte. Die gefundene Zahnkrone konnte damals lediglich ganz allgemein einem Theropoden zugeordnet werden, ohne genauere Angaben darüber zu machen, aus welcher Gruppe dieser stammen könnte. Dieser oder diese Raubsaurier lebten hier vermutlich vor rund 200 Millionen Jahren im Unterjura (vgl. Nachricht vom Mrz. 2014).

    Das nun vorgestellte, neu entdeckte Fossil lebte etwas später und wird auf ein Alter von rund 170 Millionen Jahren und somit auf den Mitteljura datiert. Es stammt von der Panzerung eines Thyreophora, einer Dinosaurier-Gruppe, in der allgemein die gepanzerten Dinosaurier wie z.B. Ankylosaurier und Stegosaurier zusammengefasst werden. Allerdings gehörte das gefundene Panzerstück zu einer recht primitiven Gattung, möglicherweise zu einem Scelidosaurus.

    02.05.2018

    Fund eines nahezu kompletten Ichthyornis-Schädels gibt Einblick in die Vogelschnabel-Evolution
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Kansas wurde zum ersten Mal der fossile, nahezu intakte Schädel eines Ichthyornis dispar entdeckt. Dieser Urvogel, der von vor 93 bis vor 83,5 Millionen Jahren am "Western Interior Seaway" (dem großen Binnenmeer, das Nordamerika in der mittleren und späten Kreidezeit von Norden nach Süden durchzog) gelebt hat, wurde schon im Jahr 1872 von Othniel Charles Marsh, einem der großen Kontrahenten des "Knochenkrieges" beschrieben, doch konnte bislang kein halbwegs brauchbarer Schädel gefunden werden.

    Bisher waren ohnehin sämtliche gefundene fossile Schädel von Urvögeln aus der Jura- und der Kreidezeit so stark zerdrückt, dass eine dreidimensionale Rekonstruktion nicht möglich war. Daher konnten die Forscher bislang kaum Aussagen zur Evolution des Vogelschnabels treffen.

    Vögel unterscheiden sich von den Dinosauriern durch ihren zahnlosen Schnabel, der vor dem Kiefer sitzt, reduzierte Kaumuskeln und einen besonders großen Hirnschädel. In welcher Reihenfolge sich aber diese Merkmale ausbildeten, konnten die Forscher anhand des spärlichen Fossilmaterials nicht sagen.

    Das neu entdeckte Fossil des Ichthyornis und zwei weitere Schädel-Elemente, die schon vor einiger Zeit entdeckt, aber bislang noch nicht näher untersucht worden waren, bringen nun Licht in diese Angelegenheit:

    Vom Aussehen her glich Ichthyornis den heutigen Möwen oder Seeschwalben. Er besaß schon ein modernes Brustbein und entsprechende Flügel, was laut Forscher für einen guten Flieger sprechen würde. In seinem Maul trug er noch Zähne, die von einem lippenartigen Gewebe bedeckt waren. Am Vorderende des Kiefers saß eine zahnlose, mit Horn bedeckte Zangenspitze, die möglicherweise dem Aufpicken von Beeren oder Würmern diente, also als spezielles Greifwerkzeug ausgebildet wurde, während die Hände sich zu Flügeln entwickelten.

    "Die zangenähnliche Bewegung der scharfkantigen, zahnlosen Schnabelspitze könnte das Gefiederputzen oder die Handhabung kleinerer Objekte erleichtert haben", vermuten die Forscher.

    Während eine Reduzierung der Kaumuskeln bei Ichthyornis noch nicht stattgefunden hatte, glich sein Gehirn schon sehr dem der heutigen Vögel. Das hatten die Forscher so nicht erwartet.

    Bislang war man davon ausgegangen, das sich das größere Gehirn nur entwickeln konnte, weil die Kaumuskeln durch die Reduzierung weniger Platz benötigten. Dem widerspricht nun der Fund des Ichthyornis-Schädels.


    26.04.2018

    Troodon, Dromaeosaurus, Saurornitholestes und Gorgosaurus: Abnutzungserscheinungen an Zähnen lassen auf Beißmethode und Beutetiere schließen
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Team aus spanischen und kanadischen Wissenschaftlern hat die Zähne vierer Raubdinosauriergattungen auf Kratzspuren hin untersucht, um herauszufinden, wie und wovon sich die Tiere ernährt haben.

    Untersucht wurden die Abnutzungserscheinungen an den Sägezähnen von Troodon, Dromaeosaurus, Saurornitholestes und Gorgosaurus, da diese Gattungen zur selben Zeit das gleiche Gebiet bewohnten. Mithilfe einer Technik aus dem Ingenieurwesen konnten Aussagen über die Art der Beute getroffen werden. So wollten die Wissenschaftler erforschen, wie diese Tiere miteinander lebten, ob sie sich gegenseitig Konkurrenz machten oder ob sie auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert waren.

    Während die ersten drei Dinosaurier von ähnlicher Statur und Größe waren (etwa zwei Meter lang und 15 bis 25 Kilogramm schwer), erreichte Gorgosaurus eine Länge von acht bis neun Metern bei einem Gewicht von schätzungsweise mehr als 2.4 Tonnen.

    Bei allen vier Gattungen konnten ähnliche Abnutzungserscheinungen an den Zähnen festgestellt werden, die auf eine sogenannte "Stich und Zug"-Methode beim Jagen schließen lassen. Nach Aussage der Forscher bissen die Dinosaurier ins Fleich hinein und zogen den Kopf beim Zubeißen zurück, so dass die Zähne die Fleischstücke aus der Beute herausschnitten.

    Obwohl die Technik bei allen vier Dinosauriern ähnlich war, gehen die Forscher dennoch davon aus, dass die Tiere unterschiedliche Beute bevorzugten.

    Das Troodon hatte ungewöhnlich lange Sägeblätter, die in einem bestimmten Zubeiß-Winkel auch sehr effektiv schnitten, bei einem ungünstigen Winkel aber zu brechen begannen. Da bei einer sich wehrenden Beute jedoch nicht damit gerechnet werden kann, den Biss im optimalen Winkel anzusetzen, vermuten die Forscher, dass Troodon eher kleine Tiere oder Wirbellose gejagt oder sich auf Aas spezialisiert hatte.

    Die Zähne von Dromaeosaurus und Saurornitholestes scheinen hingegen nicht so zerbrechlich gewesen zu sein, so dass sie sich auch an größere Beute herantrauen konnten und ihre Zähne sogar in Knochen schlagen konnten.

    Gorgosaurus wiederum hatte erheblich größere Zähne und konnte damit vermutlich Knochen zerteilen. Fossile Kotreste weisen darauf hin, dass auch Knochenstücke mit verspeist wurden. (Im Gegensatz zu heutigen Hyänen wiesen seine Zähne jedoch wenig Abnutzungserscheinungen auf, was die Forscher darauf zurückführen, dass sich beim Gorgosaurus die Zähne ein Leben lang stets erneuerten.)

    Im Januar diesen Jahres wurde eine Studie veröffentlicht, in der auch an Pterosaurierzähnen ähnliche Untersuchungen durchgeführt wurden, um ebenfalls detaillierter auf die Nahrung schließen zu können. (s. Nachrichten vom Jan. 2018)

    25.04.2018

    Litovoi: Kleiner Säuger offenbart Anpassung an Inselleben durch Gehirnschrumpfung
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2014 wurden in Transilvanien (Rumänien) die Überreste eines kleinen, rattengroßen Säugetiers entdeckt, das am Ende der Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren gelebt hat und sich durch ein gewölbten Kopf mit extrem kleinen Gehirn auszeichnete. Gefunden wurde ein Teilskelett, das den Forschern Informationen lieferte, wie sich das Inselleben auf die Evolution auswirken kann.

    Nun erhielt das Tier den Namen Litovoi tholocephalos.

    Rumänien lag zur Zeit der Oberkreide unter dem Meer mit einigen kleinen Inseln, die aus diesem Meer herausragten. Litovoi passte sich nach Aussage der Forscher im Laufe der Evolution dem ruduzierten Nahrungsangebot auf diesen Inseln an - nicht, indem die Körpergröße schrumpfte, sondern das Gehirn. Ein großes Gehirn benötigt viel Energie, ein kleineres weniger.

    Die Schrumpfung des Gehirns könnte ebenfalls darauf hindeuten, dass keine großartigen Fressfeinde in seiner Umgebung lebten, die ein größeres Gehirn nötig gemacht hätten. Dieser Fund ist laut Forscher bislang der früheste, bei dem eine Anpassung an das Inselleben durch Gehirnschrumpfung nachgewiesen werden konnte.

    24.04.2018

    Sonorasaurus: offizielles Staatssymbol von Arizona
    KURZNACHRICHT:

    Nachdem im März der US-Bundesstaat Arkansas mit dem Arkansaurus fridayi seinen "Staatsdinosaurier" ausgerufen hat (s. Nachricht vom Mrz. 2018), hat nun auch der Bundesstaat Arizona nachgezogen und den Sonorasaurus thompsoni zum "Staatsdinosaurier" ernannt.

    Gefunden wurden die ersten Überreste dieses Dinosauriers im Jahr 1994 in der Sonorawüste von Rich Thompson, der sich durch die Auswahl sehr geehrt fühlt. Beschrieben wurde Sonorasaurus im Jahr 1998 von Ronald P. Ratkevich.

    Der Sonorasaurus wird zu den Brachiosauridae gezählt und lebte am Übergang der Unterkreide zur Oberkreide von vor 112 bis vor 93 Millionen Jahren. Er wird auf eine Größe von 15 Metern Länge und 8,2 Metern Höhe geschätzt und erreichte damit nur rund ein Drittel der Größe eines Brachiosaururs.

    17.04.2018

    Neu gefundenes Archaeopteryx-Fossil ist jünger und größer als alle bisher gefundenen Exemplare
    KURZNACHRICHT:

    Im Solnhofer Plattenkalk ist erneut ein Archaeopteryx-Fossil entdeckt worden, das in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes ist, obwohl bislang nur ein Flügel gefunden wurde:

    Zum einen ist es in Schichten gefunden worden, die höher liegen als die anderen, in denen bisher Funde getätigt wurden − und somit ist dies das bislang jüngste Exemplar, das gefunden wurde. Zum anderen ist es größer als die anderen und überragt diese um ungefähr 10 bis 15 Prozent.

    Eine wissenschaftliche Beschreibung dieses Fundes steht noch aus, soll aber demnächst publiziert werden.

    17.04.2018

    Der Dinosaurier-Aufstieg kam mit einem Klimawandel in der Obertrias
    KURZNACHRICHT:

    Ein italienisch-britisches Forscherteam hat anhand von fossilen Dinosaurier-Fußspuren in den Dolomiten und Dinosaurier-Skeletten in Argentinien und Brasilien den Zeitpunkt ausgemacht, an dem der Aufstieg der Dinosaurier begann.

    Die ersten Dinosaurier entstanden schon nach dem größten Massensterben der Erdgeschichte vor 245 Millionen Jahren am Beginn der Trias. Allerdings waren sie zu dem frühen Zeitpunkt nur eine Tiergruppe unter vielen.

    In Gesteinsschichten aus dem Karnium (Obertrias), die auf ein Alter von 234 bis 232 Millionen Jahren datiert werden, verändert sich dann plötzlich die Häufigkeit der Dinosaurierspuren und der Dinosaurierskelette. Sie nehmen rapide zu.

    Zum gleichen Zeitpunkt, so stellten die Forscher fest, gab es auch große klimatische Veränderungen auf der Welt: Zunächst wurde das bis dahin wüstenähnlich Klima erst feuchter und anschließend wieder trockener. Diese schwankenden Umweltbedingungen führten zu einem erneuten Massensterben, das die Dinosaurier für sich entscheiden konnten, da sie am schnellsten die frei gewordenen ökologischen Nischen wieder besetzten.

    Allerdings ebnete dieses erneute Massensterben auch den Weg für die weiteren heute noch existierenden Reptiliengruppen wie Eidechsen, Krokodile und Schildkröten.

    Die Forscher führen diese klimatischen Schwankungen auf einen verstärkten Vulkanismus zurück, der mit Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen die Atmosphäre veränderte. Entsprechende Flutbasalte aus dieser Zeit konnten am Wrangellia Terran nachgewiesen werden, einem Landstreifen, der sich vom südlichen Alaska über das südwestlich Yucon bis zum Küstenstreifen von British Columbia zieht.

    Ein Forscher zeigt sich angesichts der neuen Erkenntnisse begeistert und erklärt: "Es war aufregend zu sehen, dass die Fußabdrücke und die Skelette dieselbe Geschichte erzählten und wie markant der Wechsel von ‘kaum Dinosaurier’ zu ‘fast überall Dinosaurier’ war."

    (Anmerkung: Auf einigen Seiten, wie z.B. science.orf.at oder n-tv.de wird der Klimawandel im Karnium mit einem Meteoriteneinschlag begründet, allerdings findet sich dazu in der Originalstudie kein Anhaltspunkt.)

    05.04.2018

    Ichthyosaurier mit sechs bis acht Embryonen in der Bauchhöhle entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Norden Englands wurden die 180 Millionen Jahre alten Überreste eines tragenden Ichthyosaurier-Weibchens gefunden, in dessen Bauchhöhle Überreste von sechs bis acht Embryonen entdeckt wurden. Dies belegt erneut, dass die Fischsaurier lebende Junge gebaren und keine Eier legten.

    Da die Überreste keine Hinweise auf Verdauungsprozesse zeigen und auch keine sonstigen Nahrungsüberreste mit ihnen überliefert sind, schließen die Forscher aus, dass die gefundenen Fossilien von der letzten Beute herrühren. Tatsächlich deuten sie eher auf bevorstehenden Nachwuchs hin.

    Nach Aussage der Forscher ist dies der bislang jüngste in Großbritannien gefundene Ichthyosaurier − die anderen gefundenen Ichthyosaurier-Fossilien werden auf ein Alter von zwischen 190 und 200 Millionen Jahren datiert.

    Tragende Ichthyosaurier-Weibchen der Gattung Stenopterygius mit Hinweisen auf mehrere Embryonen wurden auch schon mehrfach in Holzmaden entdeckt. Ausschließen, dass das neue Fossil ebenfalls ein Stenopterygius war, können die Forscher nicht, allerdings fehlen ensprechende Kennzeichen für eine eindeutige Identifizierung der Gattung.

    03.04.2018

    Erneut Sauropoden-Spuren und Theropoden-Stapfen auf der Isle of Skye entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten der Isle of Skye (Schottland) hat ein Team um Steve Brusatte die Fußabdrücke mehrerer Dinosaurier entdeckt − genauer gesagt sind zwei Studenten während einer Exkursion mehr oder weniger darüber gestolpert.

    Bei Flut waren die Spuren nicht zu sehen, bei Ebbe taten sich plötzlich Wasserlachen auf. Dies war der erste Hinweis auf entsprechende Trittsiegel eines Sauropoden. Bei näherer Analyse der Umgebung fanden die Forscher dann sowohl Hinter- als auch Vorderfußstapfen und dreizehige Theropoden-Fußabdrücke − insgesamt rund 50 Stapfen

    Die Trittsiegel werden auf ein Alter von ca. 170 Millionen Jahren datiert, stammen also aus dem mittleren Jura, als die Isle of Skye noch näher am Äquator lag und sich durch viele Strände, Flüsse und flache Lagunen auszeichnete. Die Fußabdrücke sind somit ähnlich alt wie die Spuren, die vor zweieinhalb Jahren auf der Isle of Skye gefunden wurden. (vgl. Nachricht vom Dez. 2015) Damals schon vermuteten Forscher, dass die Sauropoden (entgegengesetzt der landläufigen Meinung, Sauropoden hätten sich nur über festes Land bewegt) am Rand der Lagune entlanggewandert waren. Diese Vermutung scheint der neue Fund zu bestätigen.

    Während allerdings die Ende 2015 gefundenen Spuren eher kreuz und quer führten und Brusatte damals an eine "Dinosaurier-Disco" erinnerten, scheint es an dieser Stelle ruhiger zugegangen zu sein: "Diese Dinosaurier sehen aus, als würden sie nur verweilen, sie lungerten nur herum", so Brusatte.


    29.03.2018

    Oviraptorosaurier-Gelege im Bundesstaat Utah entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Forscher der NCSU (North Carolina State University) haben in San Rafael Swell im Zentrum des US-Bundesstaates Utah zum ersten Mal ein Gelege fußballgroßer, rund 97 Millionen Jahre alter, fossiler Oviraptorosaurier-Eier gefunden.

    Während im asiatischen Raum, genauer gesagt aus China und der Mongolei, schon Hunderte von Nestern mit jeweils Dutzenden von Oviraptorosaurier-Eiern entdeckt wurden, waren aus Nordamerika bislang nur zwei fragmentarische Eier bekannt. Daher gilt dieser Fund als Sensation.

    29.03.2018

    Mandasuchus: Triassisches Urkrokodil aus Tansania wird 80 Jahre nach seiner Endeckung offiziell beschrieben
    KURZNACHRICHT:

    80 Jahre nach seiner Entdeckung erhielt jetzt ein Tier aus der mittleren Trias, dessen Überreste in den 1930er Jahren in Tansania gefunden wurden, endlich einen offiziellen Namen: Mandasuchus tanyauchen.

    Der Name deutet schon an, dass es sich bei dem Tier nicht um einen Dinosaurier handelt, sondern um einen Krokodilvorfahren.

    Gelebt hat Mandasuchus von vor 247 bis vor 242 Millionen in der mittleren Trias.

    Im Zuge seiner Doktorarbeit schlug Alan Charig (1927-1997) zwar schon in den 1950er Jahren den Namen Mandasuchus für das Tier vor, doch kam er nie dazu, seine Arbeit zu beenden, sodass der Name nie offiziell wurde.

    Zusammen mit Beschreibungen neuerer Entdeckungen aus Tansania, wird nun auch der Fund aus den 1930er Jahren seine offizielle Beschreibung und damit seinen Namen erhalten.

    Paul Barret, Paläontologe am Natural History Museum in London weist daher auch auf die Bedeutsamkeit der Sammlungen in den Museen hin: "Studien wie diese unterstreichen die wichtige Rolle, die Museen als Informationsspeicher der Natur spielen. Obwohl diese Arbeit Jahrzehnte in Anspruch nahm, blieben die Proben in unseren Sammlungen sicher und zugänglich und bilden nun die Grundlage für diese erstaunliche neue Art."

    29.03.2018

    Forscher hoffen durch die Analyse der Überreste eines jugendlichen Raubsauriers eine Antwort auf die Frage zu finden, ob Nanotyrannus und Tyrannosaurus rex verschiedene oder gleiche Spezies waren
    KURZNACHRICHT:

    An der Universität von Kansas wird zur Zeit das Teilskelett eines jungen Raubsauriers untersucht, das vor kurzem in der Montana Hell Creek Formation gefunden wurde. Die Forscher nehmen an, dass es sich dabei um einen jungen Tyrannosaurus rex handelt, der hier vor 66,5 Millionen Jahren gelebt hat.

    Allerdings erklären die Forscher, dass eine solche Aussage nicht mit Sicherheit getroffen werden kann, da Tiere ihre Gestalt ändern, wenn sie vom Jungtier zum erwachsenen Individuum heranreifen. Insofern könnte es sich auch um eine mit Tyrannosaurus rex verwandte andere Spezies handeln.

    Bislang wurden ein Oberkieferteil mit intakten Zähnen, ein Teil des Schädels, Teile des Fußes, der Hüften und des Rückgrats gefunden. Bei erneuten Grabungen an der Stelle hoffen die Forscher weitere Überreste des Tieres zu finden.

    Die bislang gefunden Zähne würden zwar für einen Tyrannosaurus rex sprechen, allerdings könnte es sich auch um einen Nanotyrannus handeln. Allerdings ist bislang ohnehin nicht vollständig geklärt, ob Nanotyrannus eine eigenständige Spezies ist oder doch nur ein juveniler Tyrannosaurus rex. Die Forscher hoffen anhand des neu entdeckten Skeletts genau auf diese Frage eine weitere Antwort zu finden.

    In den kommenden Monaten wollen die Forscher ihre Ergebnisse veröffentlichen.

    28.03.2018

    Tratayenia: Überreste eines bislang unbekannten Megaraptoriden aus der Kreidezeit in Patagonien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im argentinischen Patagonien wurden die Überreste eines neuen Megaraptoriden gefunden, der ein etwas helleres Licht auf diese ansonsten noch sehr geheimnisvolle Gruppe großer Fleischfresser aus Südamerika und Australien wirft.

    Der neu entdeckte Raubdinosaurier erhielt den Namen Tratayenia rosalesi und lebte vor rund 85 Millionen Jahren. Gefunden wurden viele Rückenwirbel, sämtliche Hüftwirbel, einige Rippen und Teile des Beckens. Obwohl es sich nur um ein Teilskelett handelt, sind die Forscher begeistert, da es der erste Megaratorid ist, dessen Hüftwirbel komplett erhalten geblieben sind.

    Bislang wurden nur unvollständige Skelette der verschiedenen Spezies aus der Gruppe der Megaraptoridae gefunden, sodass noch viele Fragen offen blieben.

    Zur Gruppe der Megaraptoridae zählen demnach:
    • Megaraptor, der von vor 91 bis vor 88 Millionen Jahren im heutigen Patagonien gelebt hat und ca. acht Meter lang wurde,
    • Murusraptor, der von vor 93 bis vor 89 Millionen Jahren ebenfalls im heutigen Patagonien gelebt hat und 6,4 Meter lang wurde,
    • Aerosteon, der vor ca. 84 Millionen Jahren wie die anderen beiden im heutigen Patagonien gelebt hat und ca. neun Meter lang wurde,
    • Orkoraptor, der von vor 100 bis vor 84 Millionen Jahren ebenfalls im heutigen Patagonien gelebt hat und ca. sechs Meter lang wurde,
    • Australovenator, der vor ca. 95 Millionen Jahren im heutigen Australien gelebt hat und ca. sechs Meter lang wurde
    • und nun auch
    • Tratayenia, der von vor 86 bis vor 83 Millionen Jahren wiederum im heutigen Patagonien gelebt hat und ca. fünf Meter lang wurde.
    Allen Spezies gemeinsam sind relativ lange, niedrige Schädel, in deren Schnauzen lange, gezackte Zähne saßen, pneumatische Knochen, wie sie auch von modernen Vögeln bekannt sind, und lange, kräftige Vordergliedmaßen, an denen Hände mit vergrößertem ersten und zweiten Finger saßen, die von langen, gerillten Krallen besetzt waren.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die Megaraptoridae ihre Beute, zu denen sicherlich auch andere Dinosaurier gehörte, mit den langen Krallen fingen und festhielten.

    In welchem Verwandtschaftsverhältnis die Megaraptoridae zu anderen großen Fleischfresser stehen, ist noch nicht geklärt. Einige Forscher vermuten eine engere Verwandtschaft zu Charcharodontosaurus und Giganotosaurus, andere Forscher sehen sie enger bei Tyrannosaurus rex stehen.

    28.03.2018

    Isisfordia: Kleinkrokodil lebte in kreidezeitlichem Brackwasser
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2006 wurde ein gut ein Meter langes Krokodil aus der frühen Oberkreide beschrieben, das vor 95 Millionen Jahren im heutigen Australien gelebt hat und den Namen Isisfordia duncani erhielt, benannt nach dem Viehzüchter Ian Duncan, der die ersten Überreste dieses Krokodils gefunden hatte und der Stadt Isisford im nordöstlichen Bundesstaat Queensland, in deren Nähe die Fossilien gefunden wurden.

    Der Fund galt damals als bedeutsam, da Isisfordia im Gegensatz zu den bis dahin bekannten Urkrodilen schon die von den modernen Krokodilen bekannten vier Reihen Panzerplatten trug. Die anderen Urkrokodile trugen noch zwei Reihen Panzerplatten, die die Bewegung vor allem bei den großen Tieren arg einschränkte. Daher wurde damals die Überlegung angestellt, dass die modernen Krokodile sich auf dem Urkontinent Gondwana entwickelt und von dort aus über die ganze Welt verbreitet haben. (Zuvor war man aufgrund der spärlichen Fossilbelege davon ausgegangen, dass der Ursprung der modernen Krokodile in Nordamerika lag. - vgl.: Nachricht vom Juni 2006)

    Nun hat sich eine neue Studie erneut mit Isisfordia beschäftigt und dabei die Frage beantwortet, ob die kleinen Krokodile, deren Überreste hauptsächlich in Brackwasserdeltas gefunden wurden, dort nur angeschwemmt worden waren oder ob die Urkrokodile tatsächlich auch dort gelebt hatten.

    Wenn Kadaver längere Zeit im Wasser treiben, bevor sie irgendwo angeschwemmt und vergraben werden, zeigen sie oft auffällige Spuren: gebrochene und abgeschürfte Knochen sowie nicht mehr vollständige Skelette, was vor allem häufig den Schädel betrifft, da dieser sich in der Regel als erstes vom Rumpf löst.

    Die Überreste von Isisfordia, die gefunden wurden, waren zwar nicht alle vollständig, doch die Verletzungen an den Knochen seien recht untypisch für treibende Kadaver, so die Forscher. Zudem wurden auch zwei nahezu vollständige Skelette gefunden. Da die Überreste sowohl von erwachsenen als auch von jugendlichen Exemplaren stammen, kann man laut Forscher davon ausgehen, dass die Kleinkrokodile hier nicht angeschwemmt wurden, sondern in diesem Gebiet gelebt und gebrütet haben.

    Das wiederum lässt darauf schließen, dass das kreidezeitliche Klima in Queensland feucht und warm genug war, dass hier kaltblütige Krokodile leben konnten. erklärten die Forscher.

    22.03.2018

    Lufengosaurus: krankhafte Entzündung an einer Rippe festgestellt
    KURZNACHRICHT:

    Für die Paläontologie wird die Röntgentomographie immer wichtiger, da mithilfe dieser bildgebenden Technik die wertvollen fossilen Knochen nicht mehr zerstört werden müssen. Zudem hilft diese Technik dabei, an fossilen Knochen ehemalige Krankeiten festzustellen, falsch gestellte pathologische Vermutungen zu korrigieren oder Bernsteineinschlüsse zu analysieren und sichtbar zu machen, ohne den Stein beschädigen zu müssen.

    Mithilfe dieser Technik konnte nun an der rechten Rippe eines Lufengosaurus, der im Unterjura in der heutigen chinesischen Provinz Yunnan gelebt hat, eine krankhafte Veränderung diagnostiziert werden, die ihre Ursache vermutlich im Inneren des Knochens hatte.

    Mit herkömmlichen Methoden hätte man lediglich von der Außenseite des Knochens auf das Problem schließen können. Mithilfe der Röntgentomographie wurde es den Forschern aber ermöglicht, sich auch im Inneren des Knochens umzusehen.

    Dabei stellte das Forscherteam fest, dass im Inneren des Knochens sowohl zerstörerische Energien als auch knochenbildende Prozesse abgelaufen waren, also auf eine Krankheit hindeuteten, die den Namen Osteomyelitis trägt. Bei der Osteomyelitis handelt es sich um eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks, die in diesem Fall vermutlich durch den Angriff eines Raubsauriers hervorgerufen worden war.

    Die Form der Wunde an der Rippe legt die Vermutung nahe, dass es sich um einen Biss oder eine Verletzung mit einer scharfen Kralle handelt.

    Vermutlich wurde das Leben des Lufengosaurus durch diese Knochenmarksentzündung entschieden negativ beeinflusst, da für gewöhnlich solche Krankheiten mit Fieber, Ermüdungserscheinungen und Übelkeit einhergehen. Die diagnostizierten Prozesse innerhalb des Knochens weisen allerdings darauf hin, dass der Dinosaurier noch einige Zeit mit dieser Infektion gelebt hat, die Forscher vermuten jedoch, dass diese ihn für weitere Krankheiten anfällig gemacht haben könnte oder dass Bakterien bis in das Hirn vorgedrungen sein könnten, die den Tod des Tieres beschleunigt hätten.

    Welcher Räuber dem Lufengosaurus die Verletzung zugefügt hat, ist allerdings nicht zu ermitteln. Möglicherweise könnte es ein Sinosaurus gewesen sein, dersen Überreste in ähnlichen Gesteinsschichten in Yunnan gefunden wurden.

    Lufengosaurus war übrigens ein zu den Sauropoden gehörender Pflanzenfresser mit einer Länge von bis zu sechs Metern und einem Gewicht von knapp zwei Tonnen. Gelebt hat er von vor 200 bis vor 170 Millionen Jahren im heutigen südwestlichen China und wird in die Gruppe der Massospondylidae eingeordnet.

    22.03.2018

    Überreste eines noch namenlosen, riesigen Pterosauriers in einer Ausstellung im Altmühltal
    KURZNACHRICHT:

    Im Dinosaurier-Museum Altmühltal wurde eine Flugsaurier-Ausstellung eröffnet, die insgesamt 25 Sauriergattungen umfasst. Eines der spektakulärsten Exponate sind die großen Knochen eines Flugsaurier-Funds aus dem rumänischen Transsilvanien, der bislang noch nicht beschrieben wurde und somit noch keinen Namen besitzt. Die kleineren Splitterstücke dieses Flugsauriers werden zur Zeit in Florida (USA) mithilfe aufwendiger Technik wissenschaftlich untersucht.

    Die Forscher gehen aufgrund des gefundenen Halswirbels, des gefundenen Handwurzelknochens, des gefundenen Stücks Oberarm und des gefundenen Schnabelteils davon aus, dass dieser Pterosaurier eine Spannweite von mindestens 13 Metern besaß und in sitzender Stellung die Größe einer Giraffe übertraf.

    Das Fossil wird auf ein Alter von 66 Millionen Jahren datiert und stammt somit aus der späten Kreidezeit. als die Gegend rund um den Fossilfund noch eine Insel war. Da hier bislang keine größeren fleischfressenden Dinosaurier gefunden wurden, gehen die Forscher davon aus, dass die Flugsaurier in diesem Gebiet an der Spitze der Nahrungskette standen.

    Da Transsilvanien für seinen Vampirfürsten Graf Dracula bekannt ist, wünschen sich die Entdecker, dass sich im Gattungsnamen irgendeine Anspielung auf diesen Vampirfürsten wiederfinden wird, auch wenn der Flugsaurier sich eher von kleinen Tieren oder den Eiern anderer Arten ernährte und weniger vom Blutsaugen.

    20.03.2018

    Vergleiche diverser Ceratopsier-Arten miteinander zeigt: Nackenschild diente der sexuellen Selektion
    KURZNACHRICHT:

    Schon im Jahr 2016 wurden Studien vorgelegt, die die Bedeutung der Nackenschilde bei den Ceratopsiern für die Partnerwerbung herausstellten. In diesen älteren Studien wurden als Begründung dieser Hypothese die noch wenig ausgeprägte Nackenkrause bei den Jungtieren angeführt:
    Nun kommt eine neue Studie zu einem ähnlichen Schluss, folgt allerdings einer anderen Argumentationslinie:

    Im Jahr 2010 erklärten die Paläontologen K. Pardian und J. R. Horner, dass die Unterschiede der Nackenschilde der Arterkennung dienten, damit sich die Arten nicht untereinander kreuzten und es so zu unfruchtbaren Nachkommen kommen würde.

    Dieser Annahme widerspricht nun die neue Studie:

    Sollte die von Pardian und Horner aufgestellte Hypothese zutreffen, müssten sich bei Arten, die im gleichen Gebiet lebten, deutliche Unterschiede bei den Nackenschilden finden lassen, während sich bei Arten, die in weit von einander entfernt liegenden Gebieten lebten, nicht so deutliche Unterschiede herausgebildet haben. Da das Wachstum der Nackenschilde großer Energien bedurfte, müsste man zudem bei isoliert lebenden Ceratopsier-Arten keine besonders großen Nackenschilde vorfinden − so die Forscher.

    Für die Überprüfung dieser Theorie wurden 46 Ceratopsier-Arten untersucht. Die Forscher stellten allerdings dabei fest, dass Arten, die in ähnlichen Gebieten lebten und deren Lebensräume sich überschnitten, keine deutlichen Unterschiede zwischen den Schilden aufwiesen. Ebenso stellten sie fest, dass die Nackenschilde bei allen Neoceratopsiern recht aufwendig gestaltet waren − unabhängig von anderen Arten im gleichen Gebiet.

    Zudem entwickelten alle Ceratopsia mit der Zeit einen immer schwereren Nackenschild aus, der sie zwang, auf allen vieren zu laufen − anders als z.B. Psittacosaurus, der noch auf zwei Beinen rennen konnte.

    Die einmal ausgebildeten Nackenschilde blieben erhalten, selbst wenn die Arten in Gebieten lebten, in denen nur eine einzige Ceratopsia-Art vorkam. Wenn der Schild aber allein der Arterkennung dienen würde, hätte der Nackenschild bei diesen Tieren mit der Zeit wieder kleiner werden müssen, da die Tiere weniger Energie benötigt und somit eine größere Überlebenschance als andere Artgenossen mit größerem Schild gehabt hätten. Dies ist jedoch nicht der Fall.

    Daher, so argrumentieren die Forscher, muss der Nackenschild eine andere Funktion gehabt haben − und die lag vermutlich in der sexuellen Selektion. Je größer und prächtiger der Nackenschild war, desto größer waren die Chancen bei der Partnerwerbung. Und dafür lohnte sich der erforderliche Energieaufwand.

    19.03.2018

    Arkansaurus: offizielles Staatssymbol von Arkansas nun beschrieben
    KURZNACHRICHT:

    Schon im Februar 2017 wurde der Arkansaurus fridayi zum offiziellen Staatsdinosaurier des US-Bundessaates Arkansas ernannt, obwohl noch keine offizielle Beschreibung vorlag.

    Die ersten Fossilen in Form eines Fußes wurden schon 1972 von einem Bauern namens Joe Friday gefunden, als er auf der Suche nach einer vermissten Kuh war.

    Nun endlich wurde dieser Dinosaurier auch offiziell beschrieben und gilt somit als "entdeckt".

    Bei Arkansaurus handelt es sich um einen Ornithomimosauria, der in der Unterkreide, genauer gesagt vom Aptium bis Albium, gelebt hat, auf zwei Beinen lief und Fleischfresser war. Es ist der bislang einzig bekannte Dinosaurier aus Arkansas.

    15.03.2018

    Brutverhalten hatte direkten Einfluss auf die Ausbreitung der Dinosaurierspezies
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat die weltweit gefundenen Überreste von Dinosaurier-Nestern untersucht und mit den Nistgewohnheiten, dem Nistmaterial und der geographischen Verbreitung noch lebender Archosaurier verglichen.

    Dabei haben die Forscher festgestellt, dass bei den unterschiedlichen Brutmethoden auch vorzugsweise bestimmtes Nistmaterial verwendet wird und dass diese Brutmethoden in verschiedenen geographischen Breiten angewandt werden - was sich auch auf die Dinosaurier übertragen lässt.

    Die Forscher unterschieden drei verschiedene Brutmethoden:
    • Tiere, die ihre Eier in Sandhügeln legen oder in der Erde verscharren, um diese von der Sonne oder geothermischen Quellen ausbrüten zu lassen,
    • Tiere, die ihre Eier mit organischem Material bedecken, um diese von der Wärme, die bei der mikrobiellen Zersetzung der Pflanzenreste auftritt, ausbrüten zu lassen und
    • Tiere, die ihre Eier durch ihre eigene Körperwärme ausbrüten, indem sie sich auf ihre Eier setzen.
    Bei den Sandhügel-Nestern oder Erdlochnestern, deren Gelege von der Sonne ausgebrütet werden, ist die Nesttemperatur nur unerheblich höher als die Umgebungstemperatur, maximal konnten knapp 7 Grad Celsius Unterschied festgestellt werden. Daher wird diese Brutmethode nur von Tieren in Gegenden mit entsprechend hoher Lufttemperatur angewendet, heutzutage bis zum 37. Breitengrad. Vorzugsweise verwenden diese Tiere zum Bau der Nester Sand, weniger Pflanzenmaterial oder Erde, vermutlich wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit von Sand.

    Auch in entsprechenden Erdlochnest-Überresten der Dinosaurier konnte vorzugsweise Sand nachgewiesen werden. Diese Brutmethode wurde von einem Teil der Sauropoden bevorzugt, die Eier legten mit besonders großen Poren, sogenannte "faveoloolithische Eier". Solche Nester konnten bis zum 47. Breitengrad nachgewiesen werden, also noch 10 Grad nördlicher bzw. südlicher als bei heute lebenden Tieren.

    Bei den Nestern, deren Gelege von mikrobieller Zersetzungswärme ausgebrütet wird, kann eine deutlich höhere Nesttemperatur nachgewiesen werden als sie in der Umgebung vorherrscht, teilweise sogar um mehr als 20 Grad Celsius. Bei diesen Nestern, die in der Regel aus Erdhügeln bestehen, wird kaum Sand als Abdeckmaterial nachgewiesen, sondern eher Pflanzenmaterialien oder Erde. Somit können solche Nester auch von Tieren, die weiter nördlich oder weiter südlich als bis zum 37. Breitengrad und somit in kälteren Regionen leben, nachgewiesen werden.

    Aufgrund der in den Dinosauriernestern vorgefunden fossilen Resten organischen Materials gehen die Forscher davon aus, dass der andere Teil der Sauropoden, der Eier mit bis zu 1,5 Millimeter dicken Schalen legte, welche "megaloolithische Eier" genannt werden, und sämtliche Ornithischia diese Brutmethode bevorzugten. Hadrosaurier-Nester konnten bis zum 76. nördlichen Breitengrad und somit in der kreidzeitlichen Arktis nachgewiesen werden. Allerdings betonen die Forscher, dass dies auch mit dem damaligen Klima zusammenhängt, das wesentlich wärmer war als heute.

    Da brütende Tiere ihr Nest mit der eigenen Köprerwärme und somit nahezu unabhängig von der Umgebungstemperatur warm halten können, besteht für aktiv brütende Tiere kaum eine Kältegrenze, wie Pinguine eindrucksvoll belegen, die ihre Jungtiere am Südpol aufziehen.

    Auch einige Dinosaurier hinterließen offene Nester wie z.B. Oviraptorosauria oder Troodontidae. Von Troodontidae sind Nester von ähnlich hohen nördlichen Breitengraden bekannt, wie die von den Hadrosauriern. Auch sie konnten scheinbar aufgrund ihres aktiven Brutvorgangs in der kreidezeitlichen Arktis ihre Jungen aufziehen.

    Als Fazit kann man also sagen, dass in der Arkis ausschließlich Hügelnester, die mit organischem Material bedeckt werden oder Nester, die aktiv von den Elterntieren bebrütet werden, anzutreffen sind. Daher machen die Forscher die Voraussage, dass − sollten eines Tages auch Sauropoden-Eier dort gefunden werden − es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um megaloolithische Eier und nicht um faveoloolithische Eier handeln wird.

    Darüberhinaus erklären die Forscher auch, dass die Ausbreitung der Dinsoaurier in Richtung Arktis oder Antarktis eng verbunden war mit ihrem Nistverhalten. Verließen sie sich beim Brüten auf geothermische Quellen oder auf die Sonneneinstrahlung, konnten sie sich nicht weiter als bis zum 47. Breitengrad ausbreiten. Nutzten sie hingegen organisches Material zur Abdeckung oder setzten sich selbst auf ihre Eier zum Brüten, konnten sie sich unabhängig von der Umgebungstemperatur ausbreiten.

    Somit könnten auch sehr weit nördlich gelegene Landbrücken zwischen zwei Landmassen die Ausbreitung der Dinosaurierspezies, die ihre Eier in Sandhügel- oder Erdlochnester legten, verhindert haben, während sie für die Arten, die aktiv brüteten oder Erdhügelnester bauten kein Hindernis darstellten.

    15.03.2018

    Fossilienlagerstätte offenbart: kein allmähliches Aussterben der Pterosaurier, sondern große Artenvielfalt bis zum Ende der Kreidezeit
    KURZNACHRICHT:

    Zur Zeiten der Dinosaurier beherrschten teilweise riesige Flugsaurier den Luftraum. Nach dem Massensterben am Ende der Kreidezeit waren diese wie die meisten der Dinosaurier auch ausgestorben.

    Aufgrund der wenigen Fossilbelege gingen die Forscher bislang davon aus, dass die Artenvielfalt der Flugsaurier aber schon 15 Millionen Jahre vor Ende der Kreidezeit rapide abgenommen hatte.

    Dem widerspricht nun jedoch der Fund einer Fossilienlagerstätte im Norden Marokkos, in der Hunderte von Pterosaurier-Fossilen entdeckt wurden, die auf ein Alter von etwas mehr als 66 Millionen Jahren geschätzt werden.

    Die Flugsaurier-Überreste zeugen von Spezies unterschiedlicher Größe mit verschiedenen Schnabel- und Flügelformen sowie variierenden Halslängen. Bisher konnten drei Pterosaurier-Familien mit sieben Spezies identifiziert werden, unter anderem Knochen eines Tethydraco, von dem bislang angenommen wurde, dass er 15 Millionen Jahre zuvor ausgestorben war.

    Dieser Fund zeigt deutlich, dass bis zum Ende der Kreidezeit auch bei den Pterosauriern eine große Artenvielfalt vorherrschte und sie nicht schon dem Untergang geweiht waren. Vielmehr hätte das Massensterben am Ende der Kreidezeit die Pterosaurier auf einen Schlag vernichtet, scheinbar mitten in ihrer Blütezeit, so die Forscher.

    Sie resümiert daher: "Die marokkanischen Fossilien erzählen das letzte Kapitel aus der Geschichte der Pterosaurier. Darin steht, dass die Pterosaurier den Himmel über dem Land und den Meeren beherrschten − ganz so, wie sie es auch in den rund 150 Millionen Jahren davor getan hatten."

    13.03.2018

    Archaeopteryx: Anatomie verweist auf Flugstil wie ein Fasan
    KURZNACHRICHT:

    Die Frage, ob Archaeopteryx fliegen oder nur gleiten konnte, oder vielleicht nicht einmal das, war bislang immer noch ein Streitthema unter den Forschern − und ist nun möglichweise geklärt.

    Ein tschechisches Forscherteam hat die Vordergliedmaßen dreier Archaeopteryx-Fossilien gescannt und deren Aufbau mit dem Aufbau der Flügel heute lebender Vögel und ausgestorbener Flugsaurier verglichen. Dabei hat es festgestellt, dass der Arm-Aufbau des Archaeopteryx am ehesten denen solcher Vögel gleicht, die nur ab und an vom Boden abheben, um eine kurze Strecke flatternd zu fliegen − sei es, um eine Hürde zu überwinden oder um einem Räuber auszuweichen. Insofern wird Archaeopteryx möglicherweise eher ähnlich wie ein heutiger Fasan geflattert sein, der keine langen Distanzen ausdauernd fliegt, vermuten die Forscher.

    Da das Schultergelenk und die Brustmuskulatur aber nicht dafür ausgelegt waren, dass Archaeopteryx wie ein heutiger Vogel seine Flügel schwingen konnte, wird er seine Flügel vermutlich anders bewegt haben. Wie das genau ausgesehen haben könnte und ob der lange Schwanz dabei eine wichtige Funktion übernommen hat, wissen die Forscher allerdings noch nicht.

    "Wir werden uns die Fossilien noch einmal ansehen müssen, um zu klären, wie genau diese Ikone der Evolution ihre Flügel benutzte", erklärte der Teamleiter.

    Martin Röper, Leiter des Bürgermeister-Müller-Museums Solnhofen glaubt, dass mit dieser Studie nun endgültig geklärt sei, dass Archaeopteryx tatsächlich aktiv fliegen konnte und dass sich die Forschung nun darauf konzentrieren wird, herauszufinden, wie der Flugstil des Urvogels ausgesehen haben mag.

    Da zu Zeiten des Archaeopteryx die Gegend um Solnhofen, in der sämtliche Archaeopteryx-Fossilien bislang gefunden wurden, ein Archipel war, das aus vielen kleinen Inseln bestand, könnte der Urvogel seine Flatterfähigkeit dazu eingesetzt haben, um von Insel zu Insel zu hüpfen, spekulieren die Forscher.

    05.03.2018

    127 Millionen Jahre altes Fossil eines Enantiornithes-Küken in Spanien gefunden
    KURZNACHRICHT:

    In Spanien wurde das nahezu vollständige Fossil eines gerade geschlüpften Enantiornithes-Küken gefunden, das vor ca. 127 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit gelebt hat.

    Die Enantiornithes sind am Ende der Kreidezeit beim großen Massensterben ausgestorben, unterschieden sich aber von den modernen Vögeln noch durch einen bezahnten Schnabel und Krallen an den Fingern.

    Das neu entdeckte Enantiornithes-Küken war knapp fünf Zentimeter groß und kam wahrscheinlich auf ein Gewicht von rund 85 Gramm. Es ist vermutlich kurz nach dem Schlüpfen verendet.

    Da sein Brustbein noch zum großen Teil aus Knorpel bestand, gehen die Forscher davon aus, dass es noch nicht fliegen konnte, da Knorpel der notwendigen Flugmuskulatur nichts entgegenzusetzen haben.

    Den Forschern ist aufgrund des Fundes jedoch nicht möglich zu entscheiden, ob es sich bei dem Küken um einen Nestflüchter oder einen Nesthocker handelt, da es auch in der heutigen Vogelwelt Nestflüchter gibt, die noch nicht fliegen können, wie z.B. kleine Entenküken.


    23.02.2018

    Tansania plant die Rückführung von in Deutschland befindlichen Fossilien
    KURZNACHRICHT:

    Diverse Mitglieder des tansanischen Parlaments haben die tansanische Regierung aufgefordert, von Deutschland Fossilien zurückzuverlangen, die ursprünglich aus Tendaguru stammen. Zu diesen Fossilien gehört u.a. auch das berühmte Brachiosaurus-Skelett in Berlin.

    Die tansanische Regierung lehnte dies jedoch ab, da zur Zeit Tansania noch keine Möglichkeit habe, diese Fossilien der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit deutscher Hilfe solle aber in Lindi, im Südosten Tansanias, ein Museum errichtet werden, das später diese Fossilien beherbegen könne.

    Tansania erhofft sich durch die Ausstellung der Fossilien mehr Einnahmen durch den Tourismus.

    Das Berliner Naturkundemuseum bemüht sich ebenfalls schon länger um eine sinnvolle Kooperation mit Tansania.

    22.02.2018

    Verkleinerung der Nationalparks "Bears Ears" und "Grand Staircase-Escalante" führt zum unwiederbringlichen Verlust diverser Fossilien aus dem Mesozoikum
    KURZNACHRICHT:

    Auf dem Land, das nach dem Erlass durch Präsident Trump nun nicht mehr zum Bears Ears Nationalpark gehört, haben Forscher die Überreste von Tieren aus der Trias gefunden - teilweise sogar nahezu vollständige Skelette einschließlich intakter Schädel. Die jüngsten Ausgrabungen brachten Überreste von Phytosauriern (krokodilartige Reptilien) zutage.

    Obwohl die Forscher vermuten, dass hier noch viele weitere Fossilien vergraben liegen, wird es schwierig sein, diese noch zu bergen, da zum einen das Gebiet für Bergbauarbeiten freigegeben wurde und zum anderen die Finanzierung zur Bergung der dort liegenden Fossilien nicht gesichert ist. Auch wurden schon Indizien für Plünderungen festgestellt, nun, da diese Gebiet nicht mehr unter besonderen Schutz steht.

    Auch bei der Beschneidung des Grand Staircase-Escalante wurden große Gebiete, in denen diverse Dinosaurier-Fossilien gefunden wurden, aus dem Schutzstatus entlassen, einschließlich großer Teile eines versteinerten triassischen Waldes. Diese Monumente vergangener Zeitepochen werden für immer verloren sein, sollten hier Bergbauarbeiten beginnen.

    Viele der Nationalparks wurden früher durch den sogeannten "Antiquities Act" einem besonderen Schutz unterstellt.

    Mit dem "Antiquities Act" aus dem Jahr 1906 wurde dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Macht gegeben, Gebiete mit bedeutenden natürlichen, kulturellen oder wissenschaftlichen Ressourcen als schützenswerte Region zu proklamieren und so vor ungenehmigter Ausgrabung und Zerstörung von Altertümern jeglicher Art zu schützen. Im letzten Jahr unterschrieb Präsident Trump einen Erlass zur Überprüfung dieses Gesetzes und seiner Verwendung.

    David Polly, der Präsident der Gesellschaft für Wirbeltierpaläontologie, gab sich daher auch sehr besorgt, angesichts der jüngsten Entwicklung und erklärte im Hinblick auf den Schutz der vorhandenen Fossilien: "Wenn ein neuer Präsident sich nicht um diese Dinge kümmert, kann er einfach die Regeln ändern und muss sie dann nicht mehr schützen."

    21.02.2018

    Die Systematik der Dinosaurier gerät aus den Fugen
    KURZNACHRICHT:

    Vor der Jahrtausendwende gab es einige klare Kennzeichen, die einen Dinosaurier von anderen Urzeittieren abhob. David Norman hatte diese in den 90er Jahren grob umrissen:
    1. Dinosaurier lebten nur während des Mesozoikums.
    2. Dinosaurier waren Reptilien.
    3. Alle Dinosaurier lebten auf dem Land.
    4. Die Dinosaurier liefen aufrecht auf säulenförmigen Beinen.
    Inzwischen sind aber so viele neuen Erkenntnisse im Bereich der Dinosaurierforschung hinzugekommen, dass diese klare Strukturierung vollkommen hinfällig ist.

    Später wurden dann neue Unterscheidungsmerkmale aufgeführt, die für Dinosaurier charakteristisch waren, die wiedrum grob zusammengefasst lauten:
    1. Eine Einbuchtung am Schädel, an der starke Beißmuskeln ansetzen.
    2. Eine Art Knochenkamm am Oberarm, ebenfalls als Ansatzfläche für Muskeln.
    3. Epipophysen (kleine knöcherne Auswüchse) an den Halswirbeln.
    4. Oben am Oberschenkel ein Rollhügel als weitere Ansatzfläche für Muskeln.
    5. Ein Loch in der Hüftpfanne, an dem der Oberschenkelknochen im Becken sitzt.
    Mit dem Fund des Teleocrater im Jahr 2015 haben sich aber auch diese Charaktereigenschaften wieder in Luft aufgelöst. Teleocrater stand zeitlich gesehen am Scheideweg der Dinosaurier und ihrer Verwandten und wird einer Schwesterngruppe der Dinosaurier zugeordnet. Ihm konnten zwar die ersten vier der oben genannten Kennzeichen eines Dinsoauriers nachgewiesen werden, doch besaß er dort, wo bei den Dinosauriern ein Loch in der Hüftpfanne war, lediglich eine Delle. Dieses Kennzeichen verhinderte die Zuordnung in die Gruppe der Dinosaurier.

    Stephen Brusatte von der Universität von Edinburgh resümiert daher: "Damals [Anm.: zu Owens Zeiten] gab es so wenige Dinosaurier. Aber je mehr Fossilien man findet, desto komplizierter werden die Muster. Mit jeder neuen Entdeckung erhältst du einen anderen Blick darauf, welche Eigenschaften einen Dinosaurier definieren. Es ist bei weitem nicht so klar wie früher."

    Früher glaubten die Forscher auch, dass die Dinosaurier irgendeinen Vorteil gegenüber den mit ihnen verwandten Gruppen hatten, der ihnen half, das Massensterben am Ende der Trias zu überleben und ihnen somit die Herrschaft über die Erde zu ermöglichen.

    Inzwischen haben die die Forscher aber erkannt, dass auch in den verwandten Gruppen ähnliche Entwicklungen stattgefunden haben wie bei den Dinosauriern: So wurden u.a. die Beine länger und ordneten sich direkt unter dem Körper an.

    Dass die Dinosaurier im Jura dann zur herrschenden Tiergruppe wurde, lag vermutlich daran, dass sie schneller als andere Tiergruppen die nach dem Massensterben frei gewordenen ökologischen Nischen wieder besetzten und sich dort breit machten.

    Sterling Nesbitt von der Virginia Tech in Blacksburg meint, die Dinosaurier hätten im Grunde eigentlich gar nichts anders gemacht als ihre nächsten Verwandten. Warum also gerade die Dinosaurier das Massensterben überlebten und die Dinosaurier-Verwandten nicht, können die Forscher bislang nicht erklären.

    Diese vielen neuen Erkenntnisse in der Dinosaurierforschung veranlasste im letzten Jahr eine Gruppe von Paläontologen um David Norman und Paul Barrett dazu, die bisherige Klassifizierung der Dinosaurier anzuzweifeln und eine neue Klassifizierung der Dinosauriergruppen vorzuschlagen, nach der die Theropoden näher den Ornithischiern zugeordnet und die Sauropoden als eigene Gruppe angesehen werden sollten. (vgl. Nachricht vom März 2017)

    Eine andere Gruppe um Stephen Brusatte hatte jedoch Zweifel an dieser neuen Klassifizierung und überprüfte durch eigene Auswertung diverser Fossilien die Wahrscheinlichkeit dieser Neuausrichtung der Klassifizierung − eigentlich mit dem Ziel, diese ad absurdum zu führen.

    Zur eigenen Überraschung stellte die Gruppe um Stephen Brusatte aber fest, dass sämtliche Stammbaum-Theorien gleich wahrscheinlich sind:

    • der traditionelle Stammbaum, nach der Sauropoden und Theropoden zur Gruppe der Saurischia und die Ornithopoden als eigenständige Gruppe übrig bleiben
    • er 2017 neu vorgeschlagene Stammbaum, nach der die Theropden und die Ornithischia zu den Ornithoscelida zusammengefasst werden und die Sauropoden als eigenständige Gruppe übrig bleiben
    • und auch ein schon fast vergessener noch älterer Stammbaum als der traditionelle, nach der sämtliche Pflanzenfresser in die Gruppe der Phytodinosauria eingeordnet werden und die Fleischfresser als eigenständige Gruppe übrig bleiben.
    Somit scheinen die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte eine unerwartet große Komplexität eröffnet haben.

    Stephen Brusatte meint daher: "Wir sollten die Lehrbücher noch nicht umschreiben. Aber wir haben das, was wir für eine Gewissheit hielten, in ein Mysterium verwandelt."

    Früher waren die Paläontolgen der Ansicht, dass immer mehr Funde von früheren Dinosauriern und deren Verwandten auch zu einer immer detaillierteren Sicht auf die Evolution der Dinosaurier und einem immer besser geordneten Stammbaum beitragen würden.

    Doch Sterling Nesbitt stellt aufgrund der neuesten Erkenntnisse fest: "Jetzt haben wir viel mehr Fossilien und es ist viel unordentlicher."

    08.02.2018

    Schon Fische beherrschen das Prinzip des Laufens
    KURZNACHRICHT:

    Einem Forscherteam um Jeremy Dasen von der New York University School of Medicine ist aufgefallen, dass der Kleine Igelrochen (Leucoraja erinacea), wenn er sich nahe am Boden bewegt, mit den Beckenflossen über den Boden läuft, ähnlich wie Landwirbeltiere an Land: links - rechts - links - rechts...

    Bislang ging man davon aus, dass die neurologischen Verbindungen, die das stolperfreie Laufen ermöglichen, sich erst mit dem allmählichen Betreten des Landes in der Evolutionsgeschichte entwickelt haben. Doch muss diese schon wesentlich früher eingesetzt haben.

    Die Mediziner haben die Gene analysiert, die für das koordinierte Laufen zuständig sind und haben entdeckt, dass sowohl die Igelrochen als auch Mäuse die gleichen Gene für das Laufen aktivieren und dass sich die Gemeinsamkeit selbst auf die Interneuronen erstreckt, die zwischen den die Muskel aktivierenden Nerven vermitteln und diese koordinieren.

    Daher kann man, laut Forschern, davon ausgehen, dass die "Vorbereitung" auf den späteren Landgang schon bei dem gemeinsamen Vorfahren von Knorpelfischen und Tetrapoden stattfand und nicht erst dann einsetzte, als die Koordination für den bevorstehenden Landgang nötig wurde.

    Allerdings, so schränken die Forscher ein, sei es nicht wahrscheinlich, dass schon die urtümlichen Fische über die komplexen neurogenen Verbindungen verfügten, die zu einem aufrechten Gang auf zwei Beinen an Land notwendig sind. Daher vermuten die Forscher, dass sich das Laufen unabhängig voneinander zweimal entwickelt hat − allerdings durch Ausbau der bereits für die koordinierte Flossenbewegung notwendigen Nervenverbindungen.

    08.02.2018

    Meteoriteneinschlag führte auch am Meeresboden zu vermehrtem Magma-Austritt
    KURZNACHRICHT:

    US-amerkikanischer Forscher haben festgestellt, dass es vor 66 Millionen Jahren nicht nur in Indien zu einem verstärktern Vulkanismus gekommen war, sondern dass auch in den Meeren an den tektonischen Plattengrenzen verstärkt Magma zutage getreten ist.

    Die Forscher vermuten einen direkten Zusammenhang zum Meteoriteneinschlag, der seismische Wellen verursacht hat, sodass es im heutigen Indien zum Anstieg der ohnehin schon vorhandenen Vulkantätigkeiten, aber eben auch zur Ausschüttung von Magma am Meeresboden kam.

    Die Studie, so die Forscher, belege zwar nicht, inwieweit der meerische Magmaausstroß zum Massensterben beigetragen haben könnte, aber er zeige eindeutig, dass durch den Einschlag des Meteoriten die globale Aktivität der Vulkane erheblich zugenommen hat, was letztendlich zum Aussterben so vieler Tier- und Pflanzenarten geführt habe.

    07.02.2018

    Chinesische Forscher favorisieren Vulkanismus als wichtigste Ursache des Massensterbens am Ende der Kreidezeit
    KURZNACHRICHT:

    Im Streit darum, ob der Meteoriteneinschlag auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko oder der starke Vulkanismus in Indien der Auslöser des Massensterbens vor 66 Millionen Jahren war, haben sich nun chinesische Wissenschaftler eingeschaltet, die im Norden Chinas alte Sedimente eines Seebeckens analysierten.

    Ihrer Meinung nach sei dieses Gebiet weit genug von beiden Ereignissen entfernt, um eine objektive Aussage über den Auslöser des Massensterbens zu treffen.

    Die Forscher entdeckten, dass schon vor dem Einschlag des Meteoriten die Wassertemperatur hunderttausend Jahre lang angestiegen war, was sie auf den zunehmenden Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre infolge der indischen Vulkantätigkeit schoben. Zwei Drittel der Bewohner des Seebeckens waren, nach Aussage der Forscher, schon vor dem Meteoriteneinschlag verschwunden.

    Aus diesen Befunden folgern die Forscher, dass der Vulkanismus in Indien zu einer weltweiten Aussterbewelle führte, und der Meteoriteneinschlag durch seine verheerenden Folgen der ohnehin geschwächten Natur den letzten Stoß versetzte.

    Mit dieser Deutung sind jedoch nicht alle Wissenschaftler zufrieden.

    Sean Gulick, ein Geophysiker an der Universität von Texas in Austin, der an den letzten Bohrungen am Chixchulub-Krater beteiligt gewesen war, verweist auf mehere Studien, die aufzeigen, dass die Ökosysteme bis zum Einschlag des Meteoriten stabil waren. Möglicherweise, so spekuliert er, könnten die im Norden Chinas festgestellten Sterbeereignisse ein regionales Problem gewesen sein. Es bleibe abzuwarten, ob ähnliche Ergebnisse auch an anderen Orten der Erde nachgewiesen würden. Von diesem einzlenen Seebecken könne man nicht auf ein globales Phänomen schließen, so der Forscher.

    02.02.2018

    Teilweise verwestes Enantiornithes-Küken zusammen mit Kakerlake im 99 Millionen Jahre altem Bernstein entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Myanmar (Burma) ist bekannt für seine Bernsteinfunde, in denen immer wieder prähistorische Sensationen gefunden werden. So auch dieses Mal.

    In einem trüben Bernstein, dessen Ursache wohl im Einschluss von Naturmaterialien und Feuchtigkeit liegt, wurden zwei Fossilen gefunden: das zerdrückte Teilskelett eines Vogelkükens und eine Kakerlake, die vor 99 Millionen Jahren zur Zeiten der frühen Oberkreide möglicherweise gemeinsam aus einem Nest gefallen sind und von Baumharz überschüttet wurden. Mit einer Länge von sechs Zentimtern ist das Küken etwas größer als das im letzten Jahr beschriebene "Bernsteinküken" (vgl. Nachricht vom Juni 2017).

    Da das Baumharz das Tier zunächst nicht komplett einhüllte, haben Zersetzungsprozesse nach dem Tod des Küken eingesetzt. Erst danach schloss sich mit einem weiteren Harzfluss der Bernstein und hüllte das Küken komplett ein. Anschließend muss der Harzklumpen aber nochmals zerquetscht worden sein, woraufhin diverse Knochen brachen.

    Die Forscher gehen davon aus, dass das eingeschlossene Küken aus der Gruppe der Enantiornithes stammt, einer am Ende der Kreidezeit ausgestorbenen primitiven Vogelgruppe. Allerdings können sie dies nicht mit Sicherheit sagen, da wichtige Merkmale zur Bestimmung fehlen: der gezahnte Schnabel und die bekrallten Finger an den Flügeln.

    Wahrscheinlich sei das Küken aber zu Lebzeiten dunkel kastanienfarben oder wallnussbraun gefärbt gewesen, vermuten die Forscher, mit flaumigen Federn an Kopf und Hals und eben mit den erwähnten Zähnen in seinem Schnabel.

    Durch den Bruch und den vorherigen Zersetzungsprozess ist das Vogelküken äußerlich nicht sehr ansehnlich, erlaubt den Forschern aber einen sensationellen Blick in sein Inneres: in den Schädel und in die Brusthöhle.

    Zu erkennen sind die Rückseite des Schädels, der größte Teil der Wirbelsäule, die Hüfte und Teile eines Flügels sowie eines Beins. Und obwohl das Küken vermutlich erst wenige Tage alt war, bevor es vom Harz umschlossen wurde, besaß es dennoch schon eine ganze Reihe von Flugfedern, die allerdings noch recht schwach ausgebildet waren. Somit wird es noch kein guter Flieger gewesen sein, so die Forscher.

    02.02.2018

    NASA-Experte findet zwei Quadratmeter große Steinplatte mit 70 Trittsiegeln unterschiedlicher Tierarten aus der Kreidezeit
    KURZNACHRICHT:

    Auf einem NASA-Gelände in Maryland hat der NASA-Forscher und Dinosaurier-Experte Ray Stanford eine ca. tischgroße Steinplatte mit mindestens 70 Trittsiegeln aus der Kreidezeit entdeckt.

    Sowohl die Menge der Spuren auf dieser zwei Quadratmeter großen Platte als auch die Anordnung und die Diversität der Spuren macht diesen Fund einzigartig: So konnten sowohl Spuren von Dinosauriern als auch von Flugsauriern und zudem noch von Säugetieren identifiziert werden.

    Ein Säugetier scheint sich ähnlich einem Eichhörnchen hoppelnd vorwärtsbewegt und sich immer mal wieder auf seinen Po gesetzt zu haben. Auch von der Größe her könnte es einem Eichhörnchen geähnelt haben. Diese Spur erhielt den Namen Sederipes goddardensis (übersetzt: "sitzende Spur von Goddard").

    Ein zweites Säugetiert hinterließ rund elf Zentimeter lange und 6 Zentimeter breite, fünfzehige Trittsiegel, was auf ein Tier von der Größe eines Präriehundes schließen lässt. Es sind die größten Säugetierspuren aus der Kreidezeit, die bislang gefunden wurden.

    Eine dritte Säugetierspur wird in dem Nachrichtentext nicht weiter beschrieben.

    Weiterhin konnten auch die Fußabdrücke eines Nodosauriers vermutlich mit seinem Jungtier nachgewiesen werden. Nodosaurier zählen zur Gruppe der Ankylosaurier: stämmige, vierbeinige Dinosaurier mit Panzerung.

    Daneben wurden auch Fußabdrücke zweier Raubsaurier identifiziert, die parallel verlaufen, was die Forscher zur Annahme verleitet, dass diese beiden gemeinsam auf der Jagd waren.

    Darüberhinaus gab es auch Sauropoden-Fußspuren.

    Fuß- und Schnabelabdrücke von Pterosauriern vervollständigen das Sammelsurium auf der Platte.

    Auch die Anordnung der Spuren ist besonders: Keine der Spuren überlappen sich. Daher gehen die Forscher davon aus, dass diese Spuren entweder gleichzeitig oder innerhalb weniger Stunden bzw. Tage hinterlasen wurden.

    "Das ist wie eine Zeitmaschine: Wir sehen die Interaktionen dieser Tiere, wie sie einander passieren. Das ist wirklich spannend!", so Ray Stanford.

    01.02.2018

    Candelarhynchus: Zehnjähriger entdeckt Fossil eines kreidezeitlichen Eidechsenfisches auf Bodenplatte in kolumbianischen Kloster
    KURZNACHRICHT:

    In Kolumbien hat ein zehnjähriger Junge beim Besuch des Klosters La Candelaria nahe der Stadt Ráquira Boyacá in Kolumbien (ca. 80 Kilometer Nordöstlich der Hauptstadt Bogotá entfernt) in einer Bodenplatte ein Fischskelett entdeckt, dieses fotografiert und das Bild einem Naturkundemuseum gezeigt.

    Die Forscher erkannten sofort einen fossilen Fisch und nahmen Kontakt zu Kollegen in Kanada auf, die in Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Museum die fossilen Funde der Region schützen.

    Zusammen mit den kolumbianischen Kollegen machte sich eine Forschergruppe der Universität von Alberta auf, den fossilen Fisch näher in Augenschein zu nehmen und fanden das nahezu komplette Fossil eines bislang unbekannten kreidezeitlichen Eidechsenfisches vor, das trotz seiner Lage in einem Gehweg nach mehreren Jahren noch immer intakt war.

    Der neu entdeckte Fisch erhielt den Namen Candelarhynchus padillai, zählt zur Gruppe der Eidechsenfischverwandten, die am Ende der Kreidezeit ausstarben, und wird auf ein Alter von 90 Millionen Jahren geschätzt. Es ist das erste Fossil eines kreidezeitlichen Eidechsenfisches, das in Kolumbien und im tropischen Südamerika gefunden wurde.


    29.01.2018

    Mansourasaurus: nordafrikanischer Titanosaurier hat engere Verwandtschaft zu eurasischen Tieren als zu südamerikanischen
    KURZNACHRICHT:

    In Ägypten haben Forscher der Universität Mansoura im ägyptischen Teil der Sahara die Überreste eines ca. schulbusgroßen Titanosauriers vom Ende der Kreidezeit entdeckt. Gefunden wurden Teile des Schädels, einige weitere Körperteile sowie Stücke von Hautplatten.

    Der neu entdeckte Titanosaurier erhielt den Namen Mansourasaurus shahinae (übersetzt: "Echse von Mansoura").

    Dieser Fund ist von großer Bedeutung, da bislang der afrikanische Kontinent noch eher spärlich durch Fossilfunde vom Ende der Kreidezeit aufgefallen ist.

    Analysen und Vergleiche der gefundenen Knochen sprechen für eine engere Verwandtschaft mit Titanosauriern aus Europa und Asien als mit entsprechenden Tieren aus Südafrika und Südamerika.

    Daher vermuten die Forscher, dass noch am Ende der Kreidezeit eine größere Landbrücke zwischen Eurasien und Afrika bestand, die es den Tieren erlaubte, ihren Genpool zu vermischen.

    26.01.2018

    Deuten unterschiedliche Zahnmuster bei verschiedenen Archaeopteryx-Exemplaren auf eine Art Darwin-Finken der Jurazeit hin?
    KURZNACHRICHT:

    Im Dezember letzten Jahres machte die Nachricht die Runde, dass das erste gefundene Exemplar eines vermeintlichen Archaeopteryx gar kein Urvogel war, sondern eher den Anchiornithiden zugeordnet werden muss, einem vogelähnlichen Raubsaurier, der an der Küste des Festlandes aufgehalten wurde und wegen seiner Flugunfähigkeit nicht bis auf die damals vorhandenen Inseln des Solnhofer Archipels gelangen konnte. (vgl. Nachricht vom Dez. 2017)

    Nun gibt es neue Erkenntnisse über Archaeopteryx, die mit dem letzten Fund eines Exemplars aus dem Jahr 2010 zusammenhängen.

    Neue Forscherungen haben ergeben, dass dieses elfte Archaeopteryx-Exemplar das bislang älteste ist, rund eine Millionen Jahre älter als das jüngste, der bislang gefundenen Archaeopteryx-Fossilien, und dass es noch viele ursprüngliche Merkmale aufweist, die an die fortschrittlichen Raubsaurier erinnern.

    Zudem haben genaue Studien der verschiedenen Archaeopteryx-Funde gezeigt, dass sämtliche Exemplare unterschiedliche Zahnmuster trugen, was auf unterschiedliche Ernährungsweisen hindeuten könnte.

    Die Forscher um Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität München vermuten daher, dass sich Archaeopteryx reltaiv schnell auf den verschiedenen Inseln des Archipels ausgebreitet und unterschiedliche ökologische Nischen besetz hat, was zu den unterschiedlichen Anpassungen des Gebisses führte.

    Somit könnte Archaeopteryx möglicherweise ein jurassischer Darwinfink gewesen sein, so die Forscher.

    Heutige Darwinfinken leben auf den Galápagosinseln und gehen wahrscheinlich auf eine Stammart, möglicherweise sogar auf nur ein einziges trächtiges Weibchen zurück, das während eines Sturms auf eine dieser Vulkaninseln geraten war. In kürzester Zeit verbreitete sich die Vogelart auf den verschiedenen Inseln und spezialisierte sich aufgrund von geographischer Abgeschiedenheit und dem Konkurrenzkamp innerhalb der eigenen Art auf unterschiedliche Nahrungsquellen. So entwickelten sich recht schnell eigene Arten, die sich vor allem in der Schnabelform, aber auch in der Größe und dem Aussehen voneinander unterscheiden.

    Nach dem Befund der unterschiedlichen Zahnmuster bei Archaeopteryx gehen die Forscher nun also davon aus, dass auch Archaeopteryx unterschiedliche Arten hervorgebracht hat und dass der Artenreichtum dieses Urvogels erheblich größer war, als bislang angenommen.

    Allerdings, so gibt Oliver Rauhut zu bedenken, sei dies "im Moment noch eine spekulative Hypothese".

    24.01.2018

    Hypsilophodontidae: langsameres Wachstum half in den Polarregionen
    KURZNACHRICHT:

    Vor 120 Millionen Jahren lag der südliche Bundesstaat Australiens, Victoria, in der Nähe des Südpols, und wie heute in der Antarktis gab es dort auch in der Unterkreide lange Perioden der Dunkelheit und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dennoch war er die Heimat diverser Dinosaurier, unter anderem auch Arten aus der Gruppe der Hypsilophodontidae, wie z.B. Leaellynasaura.

    Australische Forscher sind nun der Frage nachgegangen, wie sich die Dinosaurier in diesen Extremverhältnissen entwickeln konnten und haben die Mikrostruktur des Knochengewebes bei 17 Individuen im Hinblick auf ihr Wachstum untersucht. Dabei stellten sie fest, dass die bis zu zwei Meter langen und einem Meter hohen Dinosaurier in den ersten drei Jahren extrem schnell wuchsen und mit fünf bis sieben Jahren voll ausgewachsen waren.

    Schon im Jahr 2011 gingen die Forscher davon aus, da sich die Physiologie der Polar-Dinosaurier nicht von anderen Dinosauriern unterschied, die unter moderateren Umweltbedinungen lebten, dass dieses Entwicklungsmodell so erfolgreich war, dass sich die Dinosaurier in fast allen Landschaftstypen mit unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen ausbreiten konnten.

    Allerdings unterschieden sich die polaren Dinosaurier in der Größe von ihren Verwandten in den gemäßigten Breiten: Während eine Maiasaura (Hadrosaurier) acht Jahre bis zur vollen Größe von neun Metern benötigte, benötigten die kleinen Hypsolophodontidae in den polaren Regionen sieben Jahre, um ihre Größe von knapp zwei Metern zu erreichen. Somit kann bei den polaren Dinosauriern von langsameren Wachstumsraten ausgegangen werden.

    Bei dieser erneuten Untersuchung der Fossilien stellten die Forscher darüberhinaus bei einem der untersuchten Dinsoaurier fest, dass sein Schienbein (Tibia) entzündet gewesen sein muss. Vermutlich ging diese Knochenentzündung auf einen vorherigen Bruch zurück, den er sich im Alter von etwa vier Jahren zugezogen hatte. Untersuchungen am nicht betroffenen Oberschenkelknochen (Femur) deuteten darauf hin, dass der Dinosaurier mit dieser Verletzung noch drei Jahre weiterlebte, bevor er verendete.

    18.01.2018

    Massospondylus-Schädel für den 3D-Drucker
    KURZNACHRICHT:

    Eine südafrikanische Paläontologin hat in einem Computertomographen die Schädelknochen eines 200 Millionen Jahre alten Massospondylus gescannt und dabei einige neue Details entdeckt, die bislang nicht nachgewiesen wurden:

    So fand sie eine bislang nicht bekannte Verbindung zwischen Innen- und Mittelohr und Ersatzzähne im Kiefer, die nachwachsen konnten, sollten die ursprünglichen Zähne verloren gehen. Zudem konnte sie anhand des Scans nachweisen, dass die Knochen noch nicht miteinander verwachsen waren, es sich bei dem gescannten Exemplar also um ein Jungtier handelte.

    Den Scan arbeitete die Paläontologin außerdem für einen 3D-Druck auf und bietet die Daten nun jedem Interessierten frei zugänglich an, damit dieser sich den Schädel in einem 3D-Drucker ausdrucken kann. Auf Spiegel Online ist eine Animation zu sehen, in die man hineinzoomen kann, um sich den Schädel auch ohne Ausdurck näher anzusehen.

    Massospondylus lebte von vor 200 bis vor 183 Millionen Jahren im heutigen Südafrika, war ein Pflanzenfresser und zählt zu den sogenannten "Prosauropoden". (Dieser Begriff umfasst allerdings meherere Gruppen der frühen Sauropoden und ist keine einheitliche Gruppe, daher wird er immer in Anführungszeichen gesetzt.) Massospondylus erreichte eine Länge von bis zu fünf Metern und lief auf zwei Beinen.

    17.01.2018

    Fußabdrücke von Acrocanthosauriern und Sauropoden in US-amerikanischem Gipsbergwerk digital gesichert
    KURZNACHRICHT:

    2011 wurden in einem aktiven Gipsabbaugebiet in der Nähe von Nashville im Bundesstaat Arkansas (USA) die Fußtritte diverser Dinosaurier entdeckt. Da das Bergwerk aber deshalb nicht die Arbeit einstellen konnte, wurde den Forschern 14 Tage Zeit gegeben, diese Fußtritte wissenschaftlich zu vermessen und mithilfe eines Laser-Gerätes, das an eine Hebebühne montiert war, zu scannen und digital zu sichern, bevor hier weiter Gips abgebaut wurde.

    Nun wurden die Arbeiten und deren Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Aufsatz vorgestellt. Demnach handelte es sich bei den Trittsiegeln, die inzwischen unwiederbringlich zerstört sind, um Fußabdrücke von Acrocanthosauriern, größeren und kleineren, sowie um Spuren von Sauropoden.

    Das Alter der Spuren wird mit 100 Millionen Jahren angegeben. Die Forscher erklären, dass zu dieser Zeit wohl Acrocanthosaurus die Hauptgattung großer Theropoden in Nordamerika war, zumal nun aus Wyoming, Utah, Oklahoma, Arkansas und Maryland solche Spuren bekannt sind.

    Die digitalisierte Rekonstruktion kann im Internet betrachtet werden: Trackways

    15.01.2018

    Caihong: Vogel aus dem Oberjura besaß schillerndes Gefieder und einen breit gefächerten Schwanz
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2014 fand ein Bauer in der ostchinesischen Provinz Hebei eine Steinplatte einschließlich Gegenplatte mit einem nahezu vollständigen Skelett eines entengroßen Anchiornithidae. Nun wurde dieser außergewöhnliche Fund näher vorgestellt.

    Demnach stammt Caihong juji (übersetzt: "Regenbogen mit großem Kamm"), so der Name des neu entdeckten Dinosauriers, aus der späten Jurazeit und wird auf ein Alter von 161 Millionen Jahren geschätzt.

    Anhand der Federabdrücke auf den Steinplatten und der zu erkennenden Anordung der Melanosome, konnten die Forscher auf ein irisierendes Gefieder schließen, dass wie beim heutigen Kolibri in allen möglichen Farben schimmerte. Daher auch der Name "Regenbogen". Dieses schillernde Gefieder fanden die Forscher am Kopf, an den Flügeln und am Schwanz und ist der erste Nachweis, dass solch eine Färbung schon zu Zeiten der Dinosaurier auftrat.

    Aber nicht nur die Färbung, auch die Art der Federn macht den Caihong einzigartig: So trug er an den Armen und Beinen lange, schmale Federn und anders als heutige Vögel nicht an den Flügeln, sondern am Schwanz asymmetrische. Die Forscher vermuten daher, dass Caihong nicht fliegen konnte, sondern seine Federn zur Wärmeisolierung und zum Imponieren einsetzte. Darüberhinaus besaß der Schwanz auch noch eine extrem große Fläche.

    Der Schädel von Caihong war flach und hatte eine lange Schnauze. Auf dem Kopf zwischen den Augen trug er einen deutlich ausgeprägten knöchernen Kamm, der ihm den Artnamen "jiju" (übersetzt: "großer Kamm") einbrachte.

    Eine Forscherin fasst das Aussehen Caihongs so zusammen: "Er hat einen eher Velociraptor-ähnlichen flachen und langen Schädel mit diesem vollen, zottigen Federkleid und einem großen Fecherschwanz. Er ist wirklich cool... oder vielleicht gruselig, je nachdem aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtet."

    11.01.2018

    Schmetterlinge entwickelten sich schon während der Trias, nicht erst mit Aufkommen der Blütenpflanzen
    KURZNACHRICHT:

    Wer der Meinung ist, Schmetterlinge hätten sich erst mit Aufkommen der Blütenpflanzen entwickelt und durch die Ausbildung ihres langen Saugrüssels auf eine veränderte Umwelt reagiert, der irrt - sagen Forscher eines internationalen Teams, die in einem Bohrkern aus der ausgehenden Trias bei Braunschweig bis zu 0,06 Millimeter kleine Schuppen von Schmetterlingen und Motten fanden.

    Ursprünglich gingen auch die Wissenschaftler davon aus, dass es zwischen dem Aufkommen der ersten Blütenpflanzen und der Evolution der Schmetterlinge einen direkten Zusammenhang gab, doch nun wurden sie eines besseren belehrt: Demnach existierten Schmetterlinge schon rund 70 Millionen Jahre früher als die ersten Blütenpflanzen.

    Da die gefundenen Schuppen typisch für Vertreter aus der Gruppe der Glossata sind, die auch heute noch existiert und deren zugehörige Arten allesamt einen Saugrüssel tragen, den sie unter dem Kopf zusammenrollen können, gehen die Forscher davon aus, dass auch diese frühen Exemplare schon einen solchen besaßen.

    Möglicherweise, so vermuten die Forscher, entwickelten die Schmetterlinge den Rüssel, um in der trockenen Umwelt am Ende der Trias an versteckte Wasserreserven zu gelangen oder die Flüssigkeit aus verletzten Blättern zu saugen, zumal die Trockenheit auch bei den großflächigen Flügeln einen negativen Einfluss auf den Wasserhaushalt dieser Insekten hatte, sodass sie schneller austrockneten. Mithilfe ihrer Saugrüssel wären die Schmetterlinge in der Lage gewesen, ihren Wasserhaushalt schnell wieder aufzutanken.

    Möglicherweise ernährten sie sich auch von Pollentropfen, die viele urzeitliche Bäume absonderten. Später, als dann die ersten Blütenpflanzen auftraten, stiegen die Schmetterlinge scheinbar auf den Nektar als Nahrungsquelle um, so die Forscher.

    Insgesamt könnte die Entwicklung eines Saugrüssels erklären, warum es den Schmetterlingen gelang, das Massensterben am Ende der Trias zu überstehen, bei dem 70 bis 75 Prozent aller Arten auf der Erde verschwanden.

    05.01.2018

    Rhamphorhynchus, Pterodactylus und Dimorphodon; Schleifspuren an den Zähnen verrät Details über Ernähungsgewohnheiten
    KURZNACHRICHT:

    Obwohl der Begriff Pterosauria (Flugsaurier) schon im Jahr 1834 durch den deutschen Paläontologen Johann Jakob Kaup eingeführt wurde, wusste man bislang nur wenig über die Ernähungsweise dieser Urzeittiere, da vollständige Fossilien aufgrund der leichten, hohlen Knochen kaum gefunden wurden und der Darminhalt auch nur von vier Arten bekannt ist.

    Aussagen zur möglichen Nahrung wurden in der Regel aufgrund der gefundenen Zahnformen oder der Umgebung getroffen, in der die Flugsaurier lebten. So wurde oftmals unterstellt, dass Pterosaurier sich von Fisch ernährten.

    Nun hat ein Forscherteam um Jordan Bestwick von der Universität von Leicester in Großbritannien die Zähne von inzwischen elf verschiedenen Pterosaurier-Arten mit hoch auflösenden Mikroskopen untersucht und diese mit Zähnen noch heute lebender Tiere verglichen. Dabei haben die Forscher die Theorie zugrunde gelegt, dass unterschiedliche Arten von Nahrung auch verschiedene Arten von Abschürfungen an den Zähnen hinterlassen.

    Das Ergebnis dieser Studie sieht wie folgt aus:

    Rhamphorhynchus, der in Deutschland gefunden und 1825 erstmals beschrieben wurde, zeigt an seinen Zähnen ein Abnutzungsmuster, das auch von dem krokodilverwandten Garvial bekannt ist, der sich hauptsächlich von Fisch ernährt. Somit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Rhamphorhynchus in erster Linie Fische fraß - so wie es bislang vermutet wurde.

    Pterodactylus, der in Solnhofen (Deutschland) gefunden und schon 1784 beschrieben wurde und somit als erster wissenschaftlich beschriebener Pterosaurier gilt, wird als Allesfresser eingestuft.

    Dimorphodon, der von Richard Owen im Jahr 1859 erstmals beschrieben wurde, wurde ursprünglich als Fischfresser deklariert, weil der Kopf dieses Flugsauriers an den heute legenden Papageientaucher erinnerte. Allerdings zeigten schon frühere Studien, dass Dimorphodon ein eher schlechter Flieger war, was eine Fischjagd im Wasser eher unwahrscheinlich machte. Nun haben die Schleifspuren an den Zähnen gezeigt, dass er sich vermutlich von Insekten und kleinen Landwirbeltieren ernährt haben wird. Diese Erkenntnis stützt die Theorie aus dem letzten Jahr, nach der Flugsaurier durchaus auch Jäger waren, die ihrer Beute laufend hinterhergejagt sind (vgl. Nachricht vom Juli 2017)

    Der Paläontologe Stephen Brusatte von der Universität von Edinburgh in Großbritannien zeigt sich begeistert angesichts der angewandten Methode: "Dies ist ein großartiges Beispiel dafür, wie uns eine Kombination aus hochmodernen Techniken und sorgfältigen Vergleichen mit modernen Arten helfen kann, das Verhalten lange ausgestorbener Tiere nachzuvollziehen."

    03.01.2018

    Massensterben: "The Big Five" und das Kellwasser-Ereignis im mittleren Devon
    KURZNACHRICHT:

    Im Laufe der Erdgeschichte gab es fünf große Massensterben, bei denen stets ein Großteil der Lebewesen von der Erde verschwand und sich ökologische Nischen auftaten, sodass sich neue Spezies entwickeln konnten. Diese fünf Massensterben werden auch die "Big Five" genannt.

    Zwei dieser Massensterben sind gerade unter Dinosurier-Interssierten sehr bekannt: Das bislang letzte (wenn man das aktuell stattfindende sechste außer Acht lässt) vor 66 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit, das nicht nur fast sämtliche Dinosaurier dahinraffte sondern darüberhinaus rund 70 bis 75 Prozent allen Lebens auf der Erde - und das dritte vor 251 Millionen Jahren am Ende des Perm, das mit Abstrand katastrophalste, das rund 96 Prozent aller Meereslebewesen und 70 Prozent der an Land lebenden Tiere und Pflanzen vernichtete, jedoch den Weg frei machte für die Entwicklung der Dinosaurier.

    Darüberhinaus gab es das erste nachgewiesene große Massensterben am Ende des Ordoviziums vor 444 Millionen Jahren, dass allerdings ausschließlich die mehrzelligen Lebewesen im Meer betraf, da das Land zu der Zeit noch nahezu unbesiedelt war, dort jedoch 85 Prozent sämtlicher Arten vernichtete - dann das zweite im mittleren Devon vor 374 Millionen Jahren, das sich mit dem Verschwinden von 75 Prozent der bestehenden Arten hauptsächlich auf das Leben in den Meeren beschränkte, obwohl inzwischen auch das Land von den Pflanzen erobert worden war und sich allmählich auch Tiere dort ansiedelten - und das vierte am Ende der Trias vor 201 Millionen Jahren, das 70 bis 75 Prozent der Arten betraf, vor allem viele große Amphibien und Vorläufer der Säugetiere, sodass sich die Dinosaurier, die sich in der Trias entwickelt hatten, zu den Herrschern des Landes aufschwingen konnten.

    Zum dritten Massensterben, das im mittleren Devon stattfand und auch "Kellwasser-Ereignis" genannt wird, benannt nach einer Fossilienfundstätte im deutschen Kellwasserkalk, haben Forscher nun neue Erkenntnisse präsentiert:

    Die Forscher gehen davon aus, dass in der Atmosphäre zur damaligen Zeit wesentlich mehr Kohlendioxid vorherrschte und das Klima einem extremen Gewächshausklima glich. Scheinbar plötzlich verringerte sich der Sauerstoffanteil in den Meeren und erstickte viele Wasserlebewesen.

    Die Forscher vermuten, dass dies mit der Besiedelung des Landes durch die Pflanzen zusammenhing: Die Pflanzen hatten holziges Gewebe und tiefe Wurzeln entwickelt, wurden aber nach dem Ableben in die Meere gespült. So wurden die Meere von Biomasse überschüttet, deren Verrottungsprozess enorme Mengen an Sauerstoff band und dem Meer entzog.

    Zudem konnten die Forscher zu dem Zeitpunkt Schwankungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne herum nachweisen, was vermutlich zusätzlich die Ozeanzirkulation beeinträchtigte.

    All das führte dazu, dass die meisten Organismen nicht mehr genügend Sauerstoff zum Leben vorfanden und verendeten, deren Verwesungsprozess wiederum Sauerstoff benötigte. So starben drei Viertel aller Arten, die damals existierten, aus.

    03.01.2018

    Pneumatische Knochen haben eine spezielle und einmalige Art von Knochengewebe
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben entdeckt, dass pneumatische Knochen eine individuelle Struktur aufweisen.

    Vorher war es recht schwer nachzuweisen, ob ein Knochen pneumatisiert, also von Luftsäcken durchzogen war, oder nicht. Mit Hilfe der nachweisbaren Struktur können die Forscher nun auch die Entwicklung dieser Knochen nachvollziehen.

    Die Pneumatisierung der Knochen scheint eine Voraussetzung dafür gewesen zu sein, dass die Vögel das Fliegen entwickeln und die Sauropoden die riesigen Formen ausbilden konnten, denn durch das Ausfüllen der massiven Knochen mit Luftsäcken wurden die Knochen leichter.

    Die Forscher vermuten, dass in der Evolution zunächst die Knochen von Luftsäcken durchzogen wurden und sich erst anschließend das für Vögel typische Lungen-Luftsack-System entwickelte. Bislang konnte diese Theorie jedoch nicht bewiesen werden, da die Luftsäcke in den Knochen die Fossilisation nicht überdauern.

    Durch die Entdeckung der Forscher, dass Knochen, die mit Luftsäcken in Kontakt kommen, eine einzigartige Struktur aufweisen, die aus sehr feinen und dicht gepackten Fasern besteht, kann nun die Entwicklung der Atmung bei Vögeln und Sauropoden näher untersucht werden. Diese besondere Art des Knochengewebes hat den Namen "Pneumosteum" erhalten.

    Nähere Untersuchnungen an Sauropodenhalswirbeln haben gezeigt, dass auch diese Knochen das typische Gewebe aufwiesen und somit mit Luftsäcken gefüllt waren. Zwar wurde dies schon lange vermutet, nun aber konnte es auch wissenschaftlich nachgewiesen werden.

    02.01.2018

    Abdruck eines Babyschildkrötenpanzers der Art Taphrosphys in Koprolithen gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Koprolithen sind versteinerte Kothaufen bestehend aus fossilen Exkrementen. Ein solcher versteinerter Kothaufen begeisterte nun die Forscher.

    Denn sie entdeckten in einem Koprolithen den Abdruck eines Babyschildkrötenpanzers, der einer ausgestorbenen Halsseitenschildkrötenart namens Taphrosphys sulcatus zugeordnet werden konnte.

    Da der Abdruck des Panzers einschließlich seiner Struktur in diesem Koprolithen erhalten geblieben ist, er allerdings Bruchstellen zeigt, gehen die Forscher davon aus, dass die wenige Wochen alte, knapp 6,5 Zentimeter kleine Schildkröte vor 60 bis 70 Millionen Jahren von einem Tier gefressen wurde und die Panzerschalen zusammen mit den übrigen Exkrementen wieder ausgeschieden wurden.

    Es ist das erste Mal, dass der Abdruck eines Wirbeltierkörper in einem Koprolithen entdeckt wurde.

    Gefunden wurde der Koprolith in South Carolina in einem Gebiet, das Fossilien aus unterschiedlichen Zeitepochen (Kreide, Paläozän und Plio-Pleistozän) enthält. Die Schildkrötengattung Taphrosphys ist sowohl vor als auch nach dem Massensterben am Ende der Kreidezeit nachgewiesen.

    Die Größe und der Fundort des versteinerten Kothaufens lassen darauf schließen, dass er entweder von einem Mosasaurier oder einem Krokodil oder einem theropoden Dinosaurier stammt. Da im Krokodilmagen allerdings ein sehr hoher Säuregehalt vorherrscht, der die Schale extrem angegriffen hätte, schließen die Forscher Krokodile als Urheber dieses Kothaufens aus.

    Sie gehen viel mehr davon aus, dass die kleine Babyschildkröte von einem Mosasaurier oder einem Theropoden gefressen wurde - möglicherweise von einem Appalachiosaurus oder einem Dryptosaurus, zwei Tyrannosaurier-Gattungen, die aus diesem Gebiet bekannt sind.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2017


    27.12.2017

    Vegavis, Neogaeornis, Polarornis und Australornis bilden die neue Gruppe der Vegaviidae, die das Massensterben am Ende der Kreidezeit überlebten
    KURZNACHRICHT:

    In der Antarktis wurde in 70 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten das nahezu vollständige Skelett eines Vegavis iaai gefunden.

    Vegavis wurde schon im Jahr 2005 beschrieben und gilt als Vorläufer heutiger Gänse und Enten. Mit seinem Fund konnte damals nachgewiesen werden, dass es auch schon in der Oberkreide moderne Vögel gab, die das Massensterben am Ende der Kreidezeit überlebten. (vgl. Nachricht vom Jan. 2005).

    Anhand des neu gemachten, gut erhaltenen Skeletts konnten die Forscher nachweisen, dass Vegavis eng mit anderen modernen, inzwischen ausgestorbenen Vögeln auf der südlichen Halbkugel verwandt war: mit Neogaeornis wetzeli, der von vor 70 Millionen bis vor 67 Millionen Jahren im heutigen Chile gelebt hat, mit Polarornis gregorii, der vor rund 66 Millionen Jahren in der heutigen Antarktis gelebt hat, und mit Australornis lovei, der im Paläozän vor rund 61 Millionen Jahren auf dem heutigen Neuseeland gelebt hat.

    Diese fossilen Vögel wurden nun in die neue Gruppe der Vegaviidae eingeordnet − tauchende Vögel mit spitzem Schnabel und schwach ausgeprägter Flugfähigkeit, die die Küste bewohnten.

    Anhand der Gruppenmitglieder ist schon zu erkennen, dass diese Gruppe nicht auf die Kreidezeit beschränkt war, sondern das Massensterben überlebte und auch noch im Paläozän existierte.

    Die Forscher vermuten, dass die Vegaviidae gegenüber den urtümlichen zahntragenden Vögeln einen großen Vorteil hatten, um das Massensterben zu überleben: Knochenanalysen zeigen, dass die Vegaviidae einen enorm hohen Stoffwechsel hatten, so dass sie schnell wuchsen und innerhalb eines Jahres vom gerade geschlüpften Küken zum Erwachsenen heranreiften. Dies scheint eine äußerst günstige Voraussetzung gewesen zu sein, die extremen Klimaveränderungen zu überstehen, die nach dem Meteoriteneinschlag eingesetzt haben.

    26.12.2017

    Kreidezeitliche Dinosaurier-Eier in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Am 25.12. wurden auf einer Baustelle im Osten Chinas die Überreste von Dinosaurier-Eiern aus der Kreidezeit entdeckt, die auf ein Alter von 130 Millionen Jahren geschätzt werden. Insgesamt handelt es sich dabei um 20 ovale Eier mit 2 mm dicker, schwarzer Schale, die aufgrund der Fotos intakt zu sein scheinen, aber noch näher untersucht werden müssen und daher in ein Museum gebracht wurden.

    22.12.2017

    Überraschender Pliosaurier-Fund aus dem Oberjura in der Antarktis
    KURZNACHRICHT:

    In der Antarktis wurden die 150 Millionen Jahre alten Überreste eines Plesiosauriers gefunden. Lauf Forscher sei dieser Fund überraschend, da zum einen in dieser Gegend noch kein so früher Pliosaurier gefunden wurde und zum anderen die Gegebenheiten nicht gerade für eine Erhaltung von Knochenresten sprächen.

    Die Knochen wurden zwischen Überresten von Fischen, Ammoniten, Muscheln und anderen Tieren gefunden. Mit einem Pliosaurier hatte keiner der Forscher gerechnet.

    Eine offizielle Beschreibung des Tieres liegt noch nicht vor. Allerdings wird seine Länge auf rund zwölf Meter geschätzt.

    Zur Zeit des Oberjura, aus der dieser Pliosaurier stammt, gehörte die heutige Antarktis zusammen mit Australien und Südamerika zum südlichen Riesenkontinent Gondwana.

    20.12.2017

    Vandalen zerstören in Australien originales Theropoden-Trittsiegel
    KURZNACHRICHT:

    In Australien haben Unbekannte das 115 Millionen Jahre alte Trittsiegel eines Theropoden mit einem Hammer traktiert und dabei zerstört. Das musste ein Ranger feststellen, als er eine Schülergruppe zur Fundstelle Flat Rocks führte.

    Der Fußabdruck wurde schon im Jahr 2006 im Bunurong-Park im südöstlichen Bundesstaat Victoria entdeckt und dort belassen, nachdem ein Silikon-Abdruck genommen worden war.

    Einer der Mitarbeiter des Bunurong-Umweltzentrum zeigt sich enttäuscht: "Der Gänsehaut-Effekt, einen echten Dinosaurier-Fußabdruck zu sehen, ist durch diesen stumpfsinnigen Akt des Vandalismus geschmälert worden."

    Einige Bruchstücke konnten gesichert werden. Nun hoffen die Verantwortlichen des Parks, dass Museumsexperten den Abdruck zumindest zum großen Teil wieder restaurieren können.

    14.12.2017

    Rhaeticosaurus: Früher Plesiosaurus aus der Trias deutet auf Warmblütigkeit hin
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2013 haben Forscher in der Nähe von Paderborn die Überreste eines Plesiosauriers entdeckt, der nun vorgestellt wurde.

    Demnach handelt es sich um den ersten Plesiosaurier, der in den Schichten der obersten Trias ("Rhaetium") gefunden wurde. Bislang waren Plesiosaurier lediglich aus dem Jura und der Kreide bekannt. Dieses noch jugendliche Tier lebte hier aber schon vor ca. 201 Millionen Jahren und war zu Lebzeiten rund 2,40 Meter lang. Demnach existierten die Plesiosaurier länger als bislang angenommen.

    Wie für Plesiosaurier üblich, besaß auch Rhaeticosaurus mertensi (übersetzt: "Mertens Echse aus dem Rhaetium" - Michael Mertens hatte die ersten Überreste in einer Tongrube entdeckt), so der Name des neu entdeckten Plesiosauriers, einen langen Hals und einen kleinen Kopf. Allerdings war der Hals wohl nicht so beweglich, wie bei späteren Plesiosaurier-Arten. Er hatte nur eine eingeschränkte Beweglichkeit. So konnte Rhaeticosaurus seinen Nacken und Kopf wohl nur bis zu einem gewissen Grad nach hinten oder zur Seite bewegen.

    Die Forscher vermuten, dass sich Rhaeticosaurus mit dem langen Hals und dem kleinen Kopf in Fischschwärme begeben konnte, ohne dass die Fische ahnten, dass ein großer Räuber in der Nähe war. So konnte er relativ unbemerkt von seinen Opfern Beute machen.

    Die Analyse der Knochenringe lässt vermuten, dass die Plesiosaurier im Jugendalter bis zur Geschlechtsreife sehr rasch wuchsen, was auf Warmblütigkeit hindeutet. Dies gab den Raubtieren die Möglichkeit, auch in den kalten Tiefen der Ozeane auf Beutezug zu gehen. Möglicherweise war dies auch der entscheidende Vorteil, den Sprung von der Trias in den Jura zu überleben, da viele der Tiere, die sich in Küstennähe aufhielten, am Ende der Trias ausstarben.

    Die Plesiosaurier schafften es jedoch, sich bis zum Ende der Kreidezeit in den Ozeanen zu behaupten, starben dann aber am Ende der Kreidezeit zusammen mit fast sämtlichen Dinosauriern aus.

    12.12.2017

    Kumimanu: 1,70 Meter großer Pinguin aus dem Paläozän in Neuseeland entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Neuseeland wurden die fossilen Überreste einer vermutlich 1,70 Meter großen, bislang unbekannten Pinguinart entdeckt, die den Namen Kumimanu biceae (übersetzt: "Monstervogel", entlehnt aus der Sprache der Maori) erhielt und hier vor ca. 59 bis 56 Millionen Jahren, also im späten Paläozän, gelebt hat.

    Geborgen wurden die Flügel, die Beinknochen und das Brustbein des riesigen Pinguins. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Tier um eine ursprünglichere Art handelt, als es bei anderen bisher entdeckten Riesenpinguinen, die aus jüngeren Erdepochen stammen, der Fall war.

    Nur aus der Antarktis ist ein noch größerer, fossiler Pinguin bekannt: der schon 1905 beschriebene Anthropornis mit einer geschätzten Größe von 1,80 Metern, der allerdings erst später im Eozän von vor 45 bis vor 33 Millionen Jahren gelebt hat.

    Warum diese Pinguine so groß werden konnten, muss Spekulation bleiben. Die Forscher vermuten allerdings, dass nach dem Aussterben der großen Meeressaurier viele ökologische Nischen für diese riesigen Vögel frei wurden, bis sie schließlich von anderen großen Räubern wie z.B. von Robben oder Zahnwahlen, verdrängt wurden.

    12.12.2017

    Cornupalpatum: Bernsteinfund beweist Zeckenplage schon unter Dinosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben in einem rund 99 Millionen Jahre alten Bernstein eine Zecke der Art Cornupalpatum burmanicum entdeckt, von der bislang nur zwei Larven bekannt waren, und die sich mit einem Bein an ein zwei Zentimeter langes Federnstück klammert, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem gefiederten Dinosaurier stammt.

    "Wir können daher zwar nicht genau sagen, welche Art von Dinosauriern diese Zecke als Wirt nutzte, aber das Alter des Bernsteins bestätigt uns, dass diese Feder nicht zu einem modernen Vogel gehörte", erklärt einer der Forscher.

    Damit ist dies der erste echte Beweis, dass auch schon die Dinosaurier von Zecken befallen wurden.

    Im Juni diesen Jahres wurde zwar schon eine andere in 100 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossene Schildzecke mit dem Namen Amblyomma birmitum beschrieben, deren Nachfolger sich heute auf Reptilien spzeialisiert haben und man somit davon ausging, dass auch diese Zecke möglicherweise an Dinosauriern saugte (vgl. Nachricht vom Juni 2017), aber der direkte Beweis fehlte noch.

    Mit dem nun beschriebenen Vorläufer der heutigen Schildzecken hält man jetzt den direkten Beweis in Händen.

    Neben dieser "Dinosaurier-Zecke" wurden in noch drei weiteren Bernsteinen fossile Zecken gefunden, die einer neuen, bislang unbekannten Art mit Namen Deinocroton draculi (übersetzt: "Draculas Schreckenszecke") zugeordnet wurden.

    Zwei der Zecken wurden zusammen mit den Borsten eines Käfers im Berstein entdeckt, dessen Nachfahren vor allem in Vogelnestern lebt. Daher vermuten die Forscher, dass auch diese Zecken möglicherweise an Nest bauenden Tieren, wie z.B. gefiederten Dinosauriern, saugten.

    Das dritte Exemplar der neuen Gattung Deinocroton wurde direkt nach seiner Mahlzeit vom Baumharz erwischt; sein Hinterleib ist auf die achtfache Größe angeschwollen. Da der Hinterleib jedoch nicht vollständig vom Baumharz umschlossen war, wurde der Darminhalt durch Mineralienablagerungen verändert. Somit kann nicht untersucht werden, wessen Blut dieser Zecke als letzte Mahlzeit gedient hat. Doch schließen die Forscher nicht aus, dass es sich ebenfalls um Dinosaurierblut gehandelt haben könnte.

    Die Verwandten von Cornupalpatum (Zecke an Dinosaurierfeder) haben bis heute überlebt, z.B. in Form des Gemeinen Holzbocks Ixodes ricinus, während die Zeckenart Deinocroton am Ende der Kreidezeit − vermutlich zusammen mit ihren Wirten − ausstarb.

    08.12.2017

    Vaderlimulus: Pfeilschwanzkrebs sieht aus wie der Helm von "Darth Vader"
    KURZNACHRICHT:

    Im Bundesstaat Idaho, im Westen der USA, wurden die rund 245 Millionen Jahre alten Überreste eines Pfeilschwanzkrebses gefunden, der aufgrund seines bizarren Aussehens nach "Darth Vader" aus der Filmreihe "Star Wars" benannt wurde: Vaderlimulus tricki. (Der Artenname "tricki" ehrt den Finder der Fossilien: Trick Runions.)

    Vaderlimulus war rund 10 Zentimeter lang, wird der Gruppe der Austrolimulidae zugeordnet und besaß eine Form, die an die Helmform des Dunklen Lords erinnert.

    Mit Vaderlimulus konnte zum ersten Mal ein Pfeilschwanzkrebs aus der Trias in Nordamerika identifiziert werden. Bislang kamen die ältesten Funde von Pfeilschwanzkrebsen in Nordamerika aus der Kreidzeit. Es gibt jedoch außerhalb Nordamerikas Funde, die auf ein Alter von rund 470 Millionen Jahren zurückblicken, also aus dem Ordovizium stammen, einer Zeit lange, bevor die ersten Dinosaurier die Weltbühne betraten.

    Die Austrolimulidae waren Salzwasserkreaturen aus dem Ozean, die jedoch auch in Süßwasserregionen vordrangen. Dabei half ihnen vermutlich die oftmals seltsame Anatomie, so die Forscher.

    Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Vaderlimulus tricki in einem Gebiet an der Westküste des Superkontinents Pangäas lebte, wo das Süßwasser auf das Salzwasser traf.

    Auch heute gibt es noch Pfeilschwanzkrebse, allerdings nur noch vier Arten. Diese Tiere sind jedoch keine echten Krebse, wie der Name vermuten lässt, sondern sind mit Skorpionen und Spinnen verwandt.

    Vaderlimulus ist nicht die erste Spezies, die einen Namen aus der Filmreihe "Star Wars" erhält. So wurden im Jahr 2016 ein in Neuguinea neu entdeckter Rüsselkäfer Trigonopterus chewbacca (nach dem riesigen haarigen Begleiter Han Solos) und im Jahr 2012 eine auf Madagaskar neu entdeckte Ameisenart Tetramorium jedi (nach den "die Macht" beherrschenden Friedenswächtern der Galaxis) genannt.

    08.12.2017

    Halszkaraptor: Eine Mischung aus Schwan und Raptor
    KURZNACHRICHT:

    (Text von Eric Barsuhn)

    Durch einen glücklichen Umstand gelangten Forscher an ein aus der südlichen Mongolei stammendes Fossil eines Raubsauriers. Halszkaraptor escuilliei heißt der 75 Millionen Jahre Dinosaurier und lässt sich nur schwer klassifizieren.

    Thropoden galten bislang als an Land lebende Fleischfresser, doch mit Halszkaraptor esuilliei wurde ein Raubsaurier gefunden, der sich sowohl an Land als auch im Wasser fortbewegte und jagte.

    Es gibt diverse Merkmale die er mit Reptilien und Vögeln gemeinsam hatte: Sein Körperbau erinnerte an einen Raptor, aber er hatte auch einen Schwanenhals, einen mit Zähnen besetzten Schnabel und flossenartige Vorderbeine, mit denen er gut im und unter Wasser manövrieren konnte − ebenso wie heutige Wasservögel.

    Zusätzlich wurde bei weiterer Untersuchung des Fossils ein neurovaskuläres Geflecht innerhalb der Schnauze gefunden, das dem heutiger Krokodile sehr ähnelt und dafür sorgt, dass auch Beute unter Wasser besser erkannt wird.

    In Anbetracht dieser verschiedensten Merkmale konnte man den Dinosaurier nicht richtig zuordnen, also "spendierten" die Forscher ihm eine Gruppe: die Halszkaraptorinae.

    05.12.2017

    Der erste gefundene "Archaeopteryx" war kein Urvogel, sondern ein Anchiornithide
    KURZNACHRICHT:

    Die Geschichte des Archaeopteryx-Fundes ist eine recht spannende.

    So gibt es bislang nur zwölf gefundene Fossilien dieses Urvogels, der mit seiner Klassifikation sozusagen zu einer Revolution führte, als vor rund 150 Jahren das erste Mal die Idee aufkam, dass Vögel und Dinosaurier miteinander verwandt waren. Lange Zeit galt Archaeopteryx als der Urvogel schlechthin, der vor 150 Millionen Jahren durch die urzeitlichen Wälder flatterte. Später wurde er als Vogel deklassifiziert, die Flugfähigkeit wurde ihm abgesprochen, und er wurde in die Gruppe der Dinosaurier eingeordnet. Inzwischen gilt er wieder als Urvogel, aber einem Zweig entstammend, der inzwischen ausgestorben ist und als "Schwesterngruppe" zu unseren modernen Vögeln angesehen wird. Zudem gilt es als sehr sicher, dass er fliegen konnte − wie gut er diese Fähigkeit jedoch beherrschte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, zumal ihm das Brustbein fehlte, an dem bei heutigen Vögeln die Flugmuskulatur ansetzt.

    Nun ist eine weitere spannende Episode in der Entdeckung des Archaeopteryx hinzugekommen, die aber eigentlich gar nichts mit diesem Urvogel zu tun hat:

    Schon im Jahr 1855 wurde das erste vermeintliche Archaeopteryx-Fossil gefunden - also sechs Jahre vor der namensgebenden "Feder", die im Jahr 1861 entdeckt und beschrieben wurde. Allerdings wurde das Fossil des 1855 gefundenen Skeletts erst 1870 von John Ostrom wissenschaftlich beschrieben und als Archaeopteryx klassifiziert, nachdem schon drei weitere Teilfossilien dieser Urvogelart zugeordnet worden waren.

    Jetzt wurde dieses erste gefundene Exemplar, das den Namen "Haarlemer Exemplar" trägt, von den beiden Paläontolgen Oliver Rauhut und Christian Foth erneut untersucht - mit einem überraschenden Ergebnis:

    Demnacht handelt es sich bei diesem Fossil gar nicht um einen Archaeopteryx, sondern um einen Vorläufer desselben, der in die Gruppe der Anchiornithiden eingeordnet werden muss - kleine, vogelartige Raubsaurier mit Federn an Armen und Beinen, die wahrscheinlich nicht fliegen konnten und bislang ausschließlich aus China bekannt waren. Der bekannteste Vertreter der Anchiornithiden ist Anchiornis, der 2009 beschrieben wurde und als "Missing Link" zwischen Dinosaurier und Vögel gilt. (s. Nachricht vom Okt. 2009)

    Das "Haarlemer Exemplar" ist somit der erste außerhalb Chinas entdeckte Dinosaurier dieser Gruppe und macht somit das Fossil noch wertvoller.

    Zudem zeigt der Fund, dass es eine Landbrücke von China bis in das heutige Europa gegeben haben muss, so dass sich die Anchiornithiden bis hierher ausbreiten konnten.

    Da vor 150 Millionen Jahren das Gebiet des heutigen Solnhofer Plattenkalks aus lauter kleinen Inseln bestand, konnte der Anchiornithide allerdings nur bis zum östlichen Rand dieses Gebietes kommen, das nahe am Festland lag, während der flugfähige Archaeopteryx sich weiter westlich auf den Inseln niederlassen konnte.

    01.12.2017

    Hunderte von Hamipterus-Eiern geben Hinweis auf möglicherweise aktives Brutverhalten bei Pterosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas sind Forscher auf die Überreste von über 200 Flugsaurier-Eiern der Art Hamipterus tianshanensis gestoßen. Diese Pterosaurierart lebten vor 120 Millionen Jahren und besaßen eine Flügelspannweite von eineinhalb bis dreieinhalb Metern − hatten also eine ähnliche Größe wie ein heutiger Albatros.

    Zwischen den versteinerten Eiern fanden sich auch Knochen von bereits geschlüpften Flugsauriern unterschiedlichen Alters. Daher vermuten die Forscher, dass die Flugsaurier in Nistkolonien lebten. Möglicherweise habe ein Unwetter die Nistkolonie heimgesucht und viele Eier und Tiere in einen nahen See gespült, so die Forscher. Das würde das Durcheinander der Eier und Knochen und gewisse Schäden an den Fossilien erklären.

    Einige der gefundenen Eier, die ursprünglich eine ledrige Schale besaßen und daher vermutlich nicht aktiv bebrütet, sondern in der Erde vergraben oder von pflanzlichem Material bedeckt wurden, sind so gut erhalten, dass im Inneren die Überreste von Embryonen entdeckt werden konnten.

    Analysen der gefundenen Embryonen deuten darauf hin, dass die Beine zwar schon weitestgehend ausgebildet, die Flügelknochen aber noch nicht gefestigt waren. Auch Zähne besaßen die Embryonen scheinbar noch nicht. Möglicherweise bildeten sich die Zähne erst nach dem Schlüpfen.

    Dies lässt die Forscher vermuten, dass die Pterosaurier − entgegen der bisherigen Theorie − zwar laufen, aber noch nicht fliegen konnten und keineswegs von vornherein auf sich selbst gestellt gewesen waren, sondern dass die Eltern aktive Brutfürsorge betrieben.

    Andere Forscher sehen das allerdings anders: Sie argumentieren, dass die gerade geschlüpften Flugsaurier so leicht waren, dass die Knochen der Flügelapparatur noch gar nicht hätten gefestigt sein müssen, damit das Leichtgewicht Flüge absolvieren konnte. Daher könnte eine aktive Nestfürsorge nicht so ohne weiteres angenommen werden.


    29.11.2017

    Neue Erkenntnisse zum Anchiornis: graues, aufgeplustertes Gefieder mit schwarz-weiß gemusterten Flügeln und rot-braunem Kamm
    KURZNACHRICHT:

    (Text von Eric Barsuhn)

    Und wieder gibt es Neuigkeiten von der Universität Bristol.

    Evan Saitta und Jakob Vinther stellen zusammen mit der Paläo-Illustratorin Rebecca Gerlernter eine neue künstlerische Rekonstruktion des Raubsauriers Anchiornis vor.

    Dem zugrunde liegt eine neue Untersuchung der Köperbefiederung des vor 160 Millionen Jahren lebenden und nur 40 cm kleinen Dinosauriers.

    Bei fossilen Therapoden fand man verschiedenste Arten von Federn, wie auch bei heutigen Vögeln, die als Abkömmlinge der Raubsaurier gelten.

    Der erst im Jahr 2009 entdeckte und sofort als gefiedert erkannte Anchiornis ist dafür das perfekte Beispiel. Denn die Analyse des umliegenden Gesteins, in dem das Fossil eingebettet war, machte es möglich die Struktur verschiedener Federn zu erkennen und diesen einen Zweck zuzuordnen.

    An den Extremitäten befanden sich starke Konturfedern mit Kiel, die es ihm ermöglichten, längere Zeit zu gleiten und auch dabei zu lenken. Am Körper soll Anchiornis eine Mischung aus Daune und Formfeder getragen haben, die so ähnlich wie Schafs- oder Flokatifell ausgesehen haben muss. Das alles hat dem Raubsaurier ein recht flauschiges Aussehen gegeben.

    Bei der Untersuchung auf molekularer Ebene gelang es sogar, die Farbe des Gefieders zu bestimmen. Die Federn am Körper hatten eine graue Farbe, die Schwingen waren schwarz-weiß gemustert, und auf dem Kopf besaß Achiornis einen rot-braunen Kamm.

    Bei der künstlerischen Darstellung der Dinosaurier muss sich heutzutage noch etwas ändern.

    Auf den meisten Illustrationen sehen die gefiederten Dinosaurier so aus als hätten sie ein hautenges Gefieder, aber nach den neusten Erkenntnissen sahen sie wohl eher so aus wie ein Haushuhn, welches gerupft optisch einem Raubsaurier sehr nahe kommt.

    Seit den Neunzigerjahren kann man immer mehr Dinosauriern ein Gefieder oder eine Behaarung nachweisen. Wir müssen uns langsam von unserem Bild der geschuppten und beängstigenden Echsen verabschieden und realisieren, dass viele Dinosaurier mehr mit einem Vogel mit aufgeplustertem Gefieder gemeinsam hatten.

    21.11.2017

    Haifischschuppen und Wirbeltierzähne haben gleichen Ursprung
    KURZNACHRICHT:

    Anhand von Stammzellenforschung haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass die Placoidschuppen der Knorpelfische (z.B. Haie) sich aus den gleichen Zellen bilden wie die Zähne aller Wirbeltiere. Danach könnten sich die Zähne aus der Panzerung früher Fische entwickelt haben.

    Die Schuppen der heutigen Knochenfische hingegen bilden sich im Embryonalstadium aus anderen Zellen, können also nicht als Vorläufer der Zähne gelten.

    Die Forscher vermuten, dass die frühen Fische eine zweilagige Panzerung besaßen: eine untere Knochenschicht, die von einer Dentin-Struktur überlagert wurde. Im Laufe der Evolution verschwand bei den Knorpelfischen möglicherweise die Knochenschicht und nur das Dentin blieb in den Placoidschuppen übrig - bei den Knochenfischen hingegen verschwand das Dentin und ihnen blieb nur die Knochenstruktur.

    14.11.2017

    Weltgrößte Fährte stammt von einem Brontopodus
    KURZNACHRICHT:

    Im Oktober 2009 ging die Nachricht vom Fund der größten, bislang bekannten Dinosaurier-Fußstapfen in Frankreich, genauer gesagt in Plagne nahe Lyon, um die Welt. Damals wurden die Spuren mit 1,50 Meter angegeben und vermutet, dass sie von einem 25 Meter langen und 40 Tonnen schweren Sauropoden verursacht wurden. (s. Nachricht vom Okt. 2009)

    Nach mehrjährigem Studium derselben, weiteren Funden in der Region und Analysen des umgebenden Gesteins wurden nun die ersten Erkenntnisse vorgestellt:

    Demnach ist die Fährte rund 150 Millionen Jahre alt, stammt somit aus dem Oberjura, erstreckt sich über eine Länge von rund 155 Metern (weltweit einzigartig!) und besteht aus Fußstapfen sowohl eines Sauropoden, dessen größte Stapfen 1,03 Meter groß sind, als auch aus den eines Raubsauriers. Bei den Sauropoden-Fußstapfen sind die jeweils fünf rundlichen Zehen gut zu erkennen.

    Da von beiden Dinoauriern nur die Fußstapfen erhalten geblieben sind und ihnen bislang keine Knochen zugeordnet werden konnten, gelten sie als sogenannte "Ichnospezies". Der Sauropode erhielt den Namen Brontopodus plagnensis (übersetzt: "Donnerfuß aus Plagne"), der Raubsaurier bekam den Namen Megalosauripus (übersetzt etwa: "Fährte eines Megalosauriden").

    Die Forscher vermuten, dass Brontopodus ungefähr 35 Meter lang und 35 bis 40 Tonnen schwer gewesen war. Seine Schrittlänge wird im Durschnitt 2,80 Meter betragen haben bei einem gemächlichen Lauftempo von rund vier Kilometern in der Stunde.

    Zur Zeit des Oberjura war die Gegend um Lyon von einem flachen, warmen, mit vielen kleinen Inseln durchsetzten Meer bedeckt, welche zumindest zeitweise durch Landbrücken miteinander verbunden waren. Da sich hier eine so große Dinosaurier-Spezies halten konnte, gehen die Forscher davon aus, dass genügend Vegetation vorhanden war, um diese Tiere zu ernähren.

    09.11.2017

    Massensterben vor 66 Millionen Jahren: Meteorit schlug einfach an der falschen Stelle ein!
    KURZNACHRICHT:

    Schon vor drei Jahren vermuteten Wissenschaftler, dass der Meteoriteneinschlag für die Dinsosaurier zu einem äußerst schlechten Zeitpunkt stattgefunden hat, da sie gerade ohnehin eine eher schlechte Zeit durchlitten. Eine Million Jahre früher oder später hätte möglicherweise zu einem ganz anderen Ergebnis geführt und die Dinosaurier nicht ganz von der Erde hinweggerafft. (s. Nachricht vom Juli 2014)

    Nun setzen japanische Forscher noch einen oben drauf und sagen: Auch die Stelle, an der der Meteorit eingeschlagen ist, hätte ungünstiger nicht sein können!

    Wäre der Meteorit mehrere Kilometer links oder rechts dieser Stelle auf der Yucátan-Halbinsel eingeschlagen, wäre die Wirkung nicht so verheerend gewesen.

    Da diese Stelle, an der der Chicxulub-Krater liegt, eine ungewöhnlich hohe Kohlenstoff- und Schwefelkonzentration aufwies, entwickelte sich nach dem Einschlag eine extreme Stratosphärenwolke mit Rußpartikeln und Schwefelaerosolen, die so riesig und dicht war, dass sie überall auf der Welt für Abkühlung und Austrocknung sorgte.

    Um ihre These zu überprüfen, berechneten die Forscher mithilfe einer Modellsimulation die Klimaveränderung bei Einschlägen auf unterschiedlichem Untergrund. Dabei kristallisierte sich die große Bedeutung des Kohlenstoffs heraus: Je mehr Kohlenstoff im Boden ist, desto dichter war der Rußanteil der Wolke. Die hohe Schwefelkonzentration gab dem Ganzen nur noch einen zusätzlichen Effekt.

    Nach der Analyse der Forscher sind allerdings nur 13 Prozent der Erde mit einer so hohe Kohlenstaubkonzentration ausgestattet, das bei einem Einschlag eine solch katastrophale globale Abkühlung folgen würde.

    Insofern scheinen die Dinosaurier einfach nur Pech gehabt zu haben, dass der Meteorit zu einer für sie falschen Zeit und an einem falschen Platz eingeschlagen ist.

    07.11.2017

    Durlstotherium und Dulstodon: Die wohl ältesten Vorfahren der heutigen Säugetiere aus der Unterkreide entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Ein britischer Student hat im Südwesten Englands, in den Küstenklippen der Grafschaft Dorset, zwei Zähne gefunden, die von zwei Tieren stammen, die hier vor 145 Millionen Jahren am Übergang vom Jura zur Kreidzeit gelebt haben.

    Bemerkenswert daran ist, dass die Zähne so hoch entwickelt waren, wie man sie eigentlich nur aus der späten Kreidezeit kennt. Ein Forscher erklärt: "Die Zähne sind von einem hoch entwickelten Typ, der durchbohren, schneiden und zermalmen kann."

    Es handelt sich nach Aussage der Forscher um die frühesten Belege "aus der Linie der Säugetiere, die zu unserer eigenen Spezies geführt haben", also als Vorfahren der Menschen gelten könnten.

    Die Zähne stammen vermutlich von rattenähnlichen Tieren, die nachtaktiv waren und ein Fell besaßen. Dem Zustand der Zähne nach zu urteilen − sie waren schon recht abgekaut − werden diese Tiere recht alt geworden sein.

    Benannt wurden die zwei Spezies nach Charlie Newman, einem Pub-Besitzer in der Nähe des Fundortes, Durlstotherium newmani, und nach Paul Ensom, einem Paläontolgen aus der Gegend, Dulstodon ensomi.

    Während sich das eine Tier wohl überwiegend von Insekten ernährt haben wird, wird das andere auch Pflanzen gefressen haben, so die Forscher.

    06.11.2017

    Setzte Tyrannosaurus rex seine kurzen Arme zum Zerfetzen der Beute ein?
    KURZNACHRICHT:

    Bei einer Präsentation vor der Geological Society of America (Amerikanische Geologische Gesellschaft, Abkürzung: GSA) hat der Paläontologe Steven Stanley von der Universität von Hawaii in Manoa eine neue Theorie zu den kurzen Armen des Tyrannosaurus rex vorgestellt:

    Seiner Meinung nach dienten diese Arme zum Zerschneiden der Beute. Tyrannosaurus rex habe auf dem Rücken gesessen, mit seinen Kiefern die Beute fixierend, und mehrmals mit seinen kurzen Armen und messerscharfen Krallen in kürzester Zeit zugeschlagen, um so seine Beute zu zerfetzen. Zu diesem Zweck wären die Arme hervorragend geeignet gewesen, so der Forscher: die Länge, um die Beute aus kürzester Entfernung zu traktieren, starke, robuste Knochen und messerscharfe Krallen.

    Allerdings ist diese Deutung nicht ganz unumstritten. Jakob Vinther, ein Paläobiologe von der Universität Bristol in Großbritannien, empfindet es als unlogisch, dass dieser große Räuber mit so kurzen Ärmchen auf Beutezug gegangen sein soll. Er vermutet viel mehr, dass die Arme zum Fixieren der Partnerin beim Geschlechtsverkehr gedient haben.

    Und Thomas Holtz von der Universität von Maryland im College Park meint, dass die kurzen Arme in erster Linie im Jugendalter des T.rex eine Rolle gespielt haben dürften, als Tyrannosaurus noch eine ganz andere, kleinere Beute bevorzugte. In Jugendtagen des T.rex - so der Experte - sei der Schlagbereich proportional größer gewesen und die Kraft hätte ausgereicht, die kleine Beute zu erlegen. Mit zunehmendem Alter hätten die Arme dann eine immer geringere Rolle gespielt.

    03.11.2017

    Überreste eines riesigen Pterosauriers in der Mongolei gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Schon im Jahr 2006 wurde in der Fossilienlagerstätte Nemegt-Formation in der Mongolei das erste Teilstück eines riesigen Halswirbels entdeckt, der sehr schnell einem Pterosaurier zugeordnet werden konnte. Noch im gleichen Jahr wurden die übrigen, recht spärlichen und zerbrochenen Reste des Skeletts geborgen. Nach jahrelanger Präparation und ebenso langem Studium, wurden nun die ersten Ergebnisse präsentiert:

    Demnach handelt es sich vermutlich um einen rund 70 Millionen Jahre alten Flugsaurier aus der Gruppe der Azhdarchidae, der möglicherweise ähnliche Dimensionen erreichen konnte wie die bekannten ebenfalls dieser Gruppe zugehörigen Riesen Quetzalcoatlus und Hatzegopteryx, bei denen man von einer Flügelspannweite von knapp zwölf Metern und am Boden stehend einer Höhe von sechs Metern ausgeht. Eine ähnliche Höhe erreicht heutzutage nur eine Giraffe.

    Dies ist der erste Fund eines Azhdarchidae in Ostasien, ein Indiz dafür, dass die riesigen Pterosaurier weiter verbreitet waren, als bislang angenommen.

    Vergleicht man den gefundenen Halswirbel des asiatischen Azhdarchidae mit einem Halswirbel eines aus Jordanien stammenden Pterosauriers mit Namen Aramabourgiania, der 1987 beschrieben wurde und auf eine Flügelspannweite von sieben bis zwölf Metern geschätzt wird, könnte man sogar noch größere Ausmaße nicht ausschließen. Der Wirbel von Aramabourgiania ist kanpp sechs Zentimeter breit, der des asiatischen Azhdarchidae knapp 20 Zentimeter.

    Allerdings vermutet einer der an der Forschung beteiligten Wissenschaftler, dass der neu entdeckte Pterosaurier einfach nur insgesamt kompakter gebaut war und einen dickeren Hals hatte. Er nimmt an, dass mit zwölf Metern Flügelspannweite das äußerste Maß der Flugfähigkeit erreicht worden sei.

    Einen Namen hat dieser neu entdeckte Pterosaurier noch nicht erhalten, da die Überreste zu spärlich sind, um eine konkrete Beschreibung vorzunehmen.

    Anders als bei Hatzegopteryx gehen die Forscher aber nicht davon aus, dass dieser neu entdeckte Azhdarchidae der Top-Prädator in seinem Gebiet war, da er sich das Terrain mit Tarbosaurus teilen musste, einem 5,5 Tonnen schweren Verwandten des Tyrannosaurus rex.

    In der Oberkreide lebten in diesem Gebiet jedoch zahlreiche Dinosaurier, so dass die Forscher vermuten, dass der Azhdarchidae am Boden Jagd auf die Jungtiere machte.


    26.10.2017

    Matheronodon: Neuer Rhabdodontidae besaß Schneidezähne im Backenbereich, die sich wahrscheinlich selbst schärften
    KURZNACHRICHT:

    Ende Oktober wurde eine neue entdeckte Dinosaurierart aus der Gruppe der Rhabdodontidae vorgestellt, deren spärliche Überreste in Südfrankreich gefunden wurden: Matheronodon provincialis (übersetzt: "Matherons Zahn aus der Provence" - Philippe Matheron (1807-1899) hatte die ersten Dinosaurierfossilien in Südfrankreich entdeckt). Gefunden wurden ein versteinerter Kierferknochen und drei Zähne. (Einige schon früher gemachte, bislang noch nicht näher identifizierte Funde konnten nun ebenfalls dieser Dinosaurierart zugeordnet werden.)

    Mit Matheronodon enthält die nicht ganz unumstrittene Gruppe der Rhabdodontidae, die unter den Iganodontia eingeordnet wird, nun vier Vertreter: Rhabdodon, Zalmoxes, Mochlodon und Matheronodon.

    Vermutlich hat Matheronodon vor 70 Millionen Jahen in der Oberkreide gelebt und wurde möglicherweise fünf Meter lang.

    Auffällig an Matheronodon waren die merkwürdig geformten Schneidezähne im hinteren Kieferbereich, die zudem auch im Gegensatz zu anderen mit ihm verwandten Dinosauriern äußerst lang (sechs Zentimeter) und extrem breit (fünf Zentimeter) waren. Sie hatten Ähnlichkeit mit breiter werdenen Meißeln.

    Die Zähne waren geriffelt, hatten aber nur auf einer Seite eine dicke Schmelzschicht. Während die Zähne im oberen Kiefer außen stärker geriffelt und mit Schmelz bedeckt waren, war es bei den Zähnen im Unterkiefer die Innenseite.

    Da der Zahnschmelz abriebfester als das freiligende Dentin ist, funktionierte diese Kombination wahrscheinlich wie eine selbstschärfende gezackte Schere.

    Die Forscher vermuten, dass Matheronodon in erster Linie hartfaserige Nahrung zu sich nahm wie z.B. Palmblätter, die es vor dem Schlucken mithilfe seiner scharfkantigen Backenzähne in kleine Teile zerschnitt.

    Die mit ihm verwandten Hadrosaurier hingegen besaßen Zahnbatterien aus zahlreichen kleinen Zähnen, mit denen sie ihre vermutlich aus Koniferen bestehende Nahrung zerquetschten, bevor sie sie schluckten.

    26.10.2017

    Die Färbung des Sinosauropteryx deutet auf eine Savanne als Lebensraum hin
    KURZNACHRICHT:

    (Text von Eric Barsuhn)

    Sinosauropteryx ist ein knapp über ein Meter großer Echsenbeckensaurier und lebte vor etwa 130 Millionen Jahren in der heutigen Jehol-Gruppe im Nordosten Chinas.

    Bisher wurde davon ausgegangen das die Region in der damaligen Zeit von Wäldern bedeckt war. Die Forscher der Universität Bristol analysierten das bereits 2010 rekonstruierte Gefieder von Sinosauropteryx und kamen zu dem Schluss, das es dort durchaus Savannen gegeben haben könnte, denn Sinosauropteryx hatte eine besondere Färbung zum Schutz vor Feinden.

    Er hatte einen dunklen Rücken und einen hellen Bauch, dessen Übergang sehr deutlich war und als "Konterschattierung" bezeichnet wird. Dadurch wirkt bei Sonneneinstrahlung von oben der Rücken heller und der Bauch dunkler, was ihn bei offenen Landschaften, wie einer Savanne, weniger dreidimensional wirken und schlechter vom Hintergrund unterscheiden ließ. Das sieht man auch noch bei vielen heutigen Tieren. Wäre der Lebensraum von Sinosauropteryx der Wald gewesen, müssten diese Farbübergänge fließender sein.

    Dazu hatte Sinosauropteryx einen gestreiften Schwanz, mit denen er wohl Feinde ablenken konnte und eine Augenmaske, wie ein Waschbär, wodurch seine Augen schwerer entdeckt wurden.

    26.10.2017

    Ichthyosaurus-Neugeborenes fraß Tintenfische
    KURZNACHRICHT:

    In der Sammlung des Lapworth Museums für Geologie in Birmingham haben Forscher einen überraschenden Fund gemacht: Die nahezu vollständigen Überreste des ersten frisch geborenen Ichthyosaurus communis samt seiner letzten, inzwischen versteinerten Mahlzeit.

    Das Ichtyhosaurus-Fossil wird auf ein Alter von 196 bis 199 Millionen Jahren geschätzt und ist rund 70 Zentimeter lang. In seinem Bauchraum, ungefähr dort, wo der Verdauungstrakt des Tieres saß, wurden die Überreste von Tintenfischtentakeln gefunden.

    Bislang gingen Forscher davon aus, dass junge Ichthyosaurier ausschließlich Fische fraßen, da frühere Funde von Jungtieren der Art Stenopterygius darauf schließen ließen. Nun scheint es jedoch so, dass die Jungtiere unterschiedlicher Ichthyosaurus-Arten auch verschiedene Nahrungsarten bevorzugten.

    Ichthyosaurier waren warmblütige Beutejäger in den Meeren der Untertrias bis hin zur Oberkreide, die lebende Junge zur Welt brachten.


    31.09.2017

    Glaesivelia und Iberovelia: In Bernstein eingeschlossene Wasserläufer aus der Unterkreide
    KURZNACHRICHT:

    Bislang stammten die ältesten bekannten Wasserläufer-Fossilien aus dem Miozän, genauer gesagt aus der Zeit von vor 12,5 bis vor 6,5 Millionen Jahren.

    Nun berichten Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts und Naturmuseums von einem Bernsteinfund aus aus dem nordspanischen Peñacerrada, die auf ein Alter von 112,9 bis 100,5 Millionen Jahren (Unterkreide) geschätzt werden. In diesem Bernstein wurden drei Wasserläufer eingeschlossen: ein Männchen und zwei Weibchen.

    Da mehrere Tiere zusammen eingeschlossen wurden, gehen die Forscher davon aus, dass die Wasserläufer in Gruppen zusammenlebten. Die entdeckten Tiere erhielten die wissenschaftlichen Namen Glaesivelia pulcherrima und Iberovelia quisquilia. (Anm. von mir: Warum zwei verschiedene Arten in einer Gruppe zusammengelebt haben sollen, wird allerdings nicht erklärt.)

    Dieser Bernsteinfund gilt als außergewöhnlich, da zum einen die filigrane Struktur der Beine eine so gute fossile Erhaltung oft sehr erschwerte und zum anderen die Wasserläufer sich nur selten in der Nähe von harzproduzierenden Bäumen aufhielten.

    22.09.2017

    Hadrosaurier aus dem heutigen US-Bundesstaat Utah fraßen möglicherweise Krabben, um ihren Protein- und Kalziumhaushalt während der Fortpflanzungszeit auszugleichen
    KURZNACHRICHT:

    In Koprolithen (versteinerten Kothaufen), die vermutlich von den pflanzenfressenden Hadrosaurier stammen, haben Forscher überraschenderweise Reste von Krebstieren gefunden.

    Da die Schalenreste darauf hindeuten, dass die Krebstiere fünf Zentimeter und größer waren, gehen die Forscher davon aus, dass die Entenschnabeldinosaurier diese Tiere nicht aus Versehen zusammen mit der Pflanzennahrung zu sich genommen, sondern gezielt gefressen haben.

    Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, hätten Hadrosaurier vor allem in der Fortpflanzungszeit vermehrt Proteine und Kalzium benötigt und hätten daher auf diese tierische Nahrung zurückgegriffen. Auch bei heutigen Vöglen sei zu beobachten, dass sie in der Zeit der Fortpflanzung ihre Ernährung dahingehend ein wenig umstellen.

    Die untersuchten Koprolithen wurden im heutigen US-Bundesstaat Utah gefunden und stammen aus unterschiedlichen Gesteinssichten. Daher vermuten die Forscher, dass die Krebstiere zum normalen Nahrungsspektrum der Hadrosaurier dieser Region gehörten, die in der Kreidezeit ein Küstenbereich war.

    21.09.2017

    Beelzebufo: Riesenfrosch könnte kleine Dinosaurier verspeist haben
    KURZNACHRICHT:

    Auf der heutigen Insel Madagascar lebte am Ende der Kreidezeit vor rund 68 Millionen Jahren ein ca. 40 Zentimter langer und fünf Kilogramm schwerer, gepanzerter Hornfrosch, dessen Schädel rund 20 Zentimeter breit war: der Beelzebufo ampinga (übersetzt: "gepanzerte Teufelskröte"). Entdeckt und beschrieben wurden die Überreste dieser Froschart schon im Jahr 2008. (vgl. Nachricht vom Feb. 2008)

    Nun haben Forscher sich mit der Beißkraft dieses Frosches beschäftigt, indem sie heutige Hornfrösche genauer studierten.

    Hornfrösche besitzen nicht nur ein breites Maul, sondern im Gegensatz zu ihren übrigen Verwandten auch sehr kräftige Kiefer, die mit spitzen Zähnen versehen sind. Zudem sind sie recht aggressiv und beißfreudig und jagen kleine Tiere, die teilweise sogar ihrer eigenen Körpergröße entsprechen.

    Die Forscher ließen in ihrer Studie heutige Hornfrösche in eine Kraftmesszange beißen und errmittelten so, dass kleinere Exemplare von drei bis neun Zentimetern Länge, die eine Kopfbreite von 4,5 Zentimeter aufweisen, eine Beißkraft von rund 30 Newton besitzen. Größere Exemplare mit Kopfbreiten von 10 Zentimetern besitzen schon eine Beißkraft von bis zu 500 Newton − ähnlich der Beißkraft von Alligatoren oder Krokodilen mit ähnlich breitem Schädel.

    Die Beißkraft steigt also proportional mit der Breite des Kopfes an.

    Für den kreidezeitlichen Beelzebufo würde sich aus entsprechenden Berechnungen somit eine Beißkraft von bis zu 2200 Newton ergeben − dies entspräche der Beißkraft heutiger Wölfe oder weiblicher Tiger.

    Die Forscher können somit nicht ausschließen, dass Beelzebufo nicht auch auf kleine Dinosaurier Jagd gemacht und sich unter anderem von diesen ernährt haben könnte.


    31.08.2017

    Erneuter Fund im Landesmuseum Hannover: Vollständigstes Plesiosaurier-Fossil Europas war neue Spezies mit Namen Lagenanectes und besaß eine krankhafte Knochenveränderung am Hals
    KURZNACHRICHT:

    In den Sammlungen des Landesmuseums in Hannover wurden erneut die Überreste einer neuen Plesiosaurier-Art entdeckt, die vor 132 Millionen Jahren lebte und im Flachmeer, das das heutige Niedersachsen überspülte, auf Jagd ging. Die neue Speizies erhielt den Namen Lagenanectes richterae (übersetzt: "Richters Leinenschwimmer").

    Das Fossil wurde schon im Jahr 1934 in einer ehemaligen Tongrube bei Sarstedt (Niedersachsen) entdeckt, wurde aber nicht weiter beachet und einfach nur eingelagert. Nun wurden die Überreste analysiert und es stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Fossil, obwohl nicht vollständig, dennoch um eines der am besten erhalten gebliebenen Plesiosaurier-Fossilen aus der Unterkreide Europas handelt.

    Gefunden wurden große Teile des Schädels, der Wirbelsäule und der Gliedmaßen. Obwohl der Hals nicht komplett vorhanden ist, lassen Vergleiche mit verwandten Tiere darauf schließen, dass der Hals zwischen 40 und 50 Wirbel besaß.

    Der gefundene Unterkiefer zeigt, dass Lagenanectes einen verstärkten Kiefer besaß und seine Zähne seitlich wegragten. Am Übergang zwischen Kopf und Hals konnten die Forscher eine krankheitsbedingte Knochenveränderung ausmachen. Sie nehmen an, dass eventuell ein Biss zu einer bakterielle Infektion führte, die diese Entzündung hervorgerufen und möglicherweise auch das Ableben des Tieres verursacht hat.

    Zu seinen Lebzeiten erreichte Lagenanectes vermutlich eine Länge von acht Metern und gilt als einer der ursprünglichsten Vertreter der Elasmosauriden-Familie.

    30.08.2017

    Frage: "Sind die in den Museen ausgestellten Exponate real?" - Hier die Antwort!
    KURZNACHRICHT:

    Im Guardian wurde ein interessanter Artikel gebracht, in dem es um die Frage geht: "Sind die in den Museen ausgestellten Exponate real?" Angesichts der zunehmenden Zahl an Skeptikern und Kreationisten eine gar nicht mal so überflüssige Frage.

    Im Artikel werden verschiedene Arten von "Echtheit" unterschieden:

    Zunächst wären da die realen Fossilien oder auch die Spuren, die damals lebende Tiere hinterlassen haben. Hier kann man davon ausgehen, dass diese Exponate schon echt sind, wobei man nicht vergessen darf, dass sie oft mehrere Millionen Jahre alt sind. Insofern handelt es sich bei den gefundenen Stücken niemals um den Originalknochen, sondern um einen Knochen, der mit der Zeit verändert wurde, der sich in der Mineralzusammensetzung verändert hat. Dennoch handelt es sich bei diesem "Steinknochen" aber um einen "echten Knochen".

    Dann gibt es die Abgüsse, die in der Regel im Museum ausgestellt werden. Diese sind im Sinne der Originalität nicht wirklich "echt", da ein echter Knochen oftmals viel zu wertvoll und instabil ist, um in einem für alle Besucher zugänglichen Bereich ausgestellt zu werden. Dennoch kann man auch bei diesen Abgüssen sagen, sie sind real. Denn die einzelnen "Kunstknochen" werden von realen Knochen hergestellt, in der Regel detailgetreu.

    Wurden von einem Skelett jedoch nicht alle Teile gefunden, werden zur Darstellung oftmals andere Knochen als Vorlage herangezogen; am ehesten von einem Skelett eines Tieres der gleichen Art. Sollte kein weiteres existieren, schaut man sich bei den verwandten Tieren um, ob dort auf den fehlenden Knochen geschlossen werden kann. Gibt es auch hier keine Möglichket, versuchen die Forscher aufgrund ihres Wissens um die Anatomie den noch fehlenden Knochen zu rekonstruieren. Allerdings sollte man auch hier nicht von einer "bösartigen Fälschung" oder "Täuschung" reden, da die Forscher dies auf wissenschaftlicher Grundlage tun nach bestem Wissen und Gewissen. Es geht dabei in erster Linie darum, ein komplettes Skelett dem Besucher zu zeigen, da lückenhafte Skelette kein deutliches Bild eines Tieres vermitteln können. Zudem werden in der Regel die Knochen, die auf Originalknochen zurückgehen und die Knochen, die ergänzt wurden, eindeutig gekennzeichnet und voneinander unterschieden.

    Schließlich gibt es noch die Modelle oder Skulpturen. Diese sind natürlich viel weniger real als die gefunden Fossilien. Aber auch bei diesen Tieren versuchen die Forscher all ihr Wissen in die Abbildung mit einfließen zu lassen, um möglichst nahe an die Realität heranzukommen.

    Insofern gibt es auf die Frage: "Sind die in den Museen ausgestellten Exponate real?" eigentlich nur eine Antwort: Ja, diese Tiere haben mit Sicherheit einst gelebt und die Darstellung derselben entspricht unserem heutigen Kenntnisstand.

    28.08.2017

    Funde im Landesmuseum Hannover: großer Ichthyosaurier mit Embryo und neue Plesiosaurierspezies mit Namen Thaumatodracon
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam hat bei einem in der Dauerausstellung des Landesmuseums Hannover befindlichen weiblichen Ichthyosaurier-Fossil die Überreste eines noch unausgereiften Embryos im Bauchraum entdeckten.

    Dies sei nach Aussage der Forscher erst das dritte Mal, dass ein trächtiger Ichthyosaurus identifiziert werden konnte. Vom Embryo, dessen Knochen zum Zeitpunkt seines Todes wahrscheinlich noch nicht vollständig verknöchert waren, wurden Teile der Wirbelsäule, der Rippen und eine Vorderflosse gefunden.

    Das Fossil des Fischsauriers wurde Mitte der 1990er Jahre an der Südküste Englands in Somerset entdeckt. Es wird auf ein Alter von rund 200 Millionen Jahren geschätzt und hat eine Länge von drei bis dreieinhalb Metern. Damit gilt es als größtes Exemplar der Spezies Ichthyosaurus somersetensis, die erst vor kurzem beschrieben wurde.

    Bei der genaueren Analyse des Fossils stellten die Forscher darüberhinaus auch fest, dass der angehängte Schwanz nicht von diesem Tier stammt. Sven Sachs vom Naturkundemuseum Bielefeld erklärte, dass dies jedoch vermutlich keine bewusste Täuschung sei, sondern lediglich dazu beitragen sollte, ein vollständiges Skelett in der Ausstellung zu haben.

    Ichthyosaurier stammen von Landreptilien ab, waren aber, nach Isotopenanalysen zu vermuten, wahrscheinlich schon warmblütig. Da sich ihr Körper vollkommen an ein Leben im Wasser angepasst hatte und sie nicht in der Lage waren, an Land Eier zu legen, brachten sie lebende Junge zur Welt.

    Bereits im Jahr 1969 wurde ein anderes Fossil des Landesmuseums Hannover ebenfalls in England allerdings noch weiter südlich, nämlich in Dorset entdeckt und auch bisland nicht näher beachtet. Nun stellte es sich heraus, dass es sich dabei um eine neue Plesiosaurierart mit dem Namen Thaumatodracon wiedenrothi (übersetzt: "Wiedenroths Wunderdrachen" − Kurt Wiedenroth hatte die Überreste entdeckt) handelt.

    Auch Thaumatodracon lebte vor rund 200 Millionen Jahren und zeugt davon, dass die Gruppe der Plesiosaurier rund fünf bis sieben Millionen Jahre älter war, als man bislang angenommen hatte.

    24.08.2017

    Plesiosaurier: Harmonisches Schlagen mit den Paddeln − aber je nach Art und Schwimmweise in ganz unterschiedlicher Weise
    KURZNACHRICHT:

    Eine britische Forschergruppe hat sich erneut mit der Fortbewegung bei Plesiosauriern beschäftigt und diese anhand von konkreten Modellen untersucht.

    Plesiosaurier waren ideal an ein Leben im Wasser angepasst: Sie hatten zwar unterschiedlich geformte Körper von langen Hälsen und kleinen Köpfen bei den Elasmosauriern bis hin zu den kurzen Hälsen und großen Köpfen bei den Pliosauriern; gemeinsam waren jedoch bei allen Plesiosauriern die zwei gleich gebauten Paddelpaare vorne und hinten, die allerdings je nach Art in unterschiedlichen Abständen zueinander saßen.

    Vor eineinhalb Jahren hatte eine Gruppe Wissenschaftler anhand von Computermodellen ermittelt, dass die Plesiosaurier vermutlich wie heutige Pinguine geschwommen seien: Vorderantrieb durch das vordere Flossenpaar, Steuerung durch das hintere. (vgl. Nachricht vom Dez. 2015)

    Die neuen Untersuchungen widersprechen dieser Analyse jedoch: Zum einen seien die vorderen und die hinteren Paddelpaare gleich gestaltet, was für eine ähnliche Funktionsweise spräche, zum anderen fehlten die nötigen Muskelpartien für eine solche Fortbewegungsart.

    Die Forscher der neuen Studie gehen davon aus, dass die vier Paddel in enger Koordination zueinander bewegt wurden − und zwar je nach Abstand der Flossen zueinander in unterschiedlicher Art und Weise.

    Außerdem, so vermuten die Forscher, wird der harmonische Paddelschlag zwischen den vier Flossen nur eine gewisse Zeitlang durchgehalten worden sein − danach hätten die Plesiosaurier erst wieder eine Phase des Vorangleitens einlegen müssen.

    Demnach wird es −, so erklären die Forscher − weder ein einziges Fortbewegungsmuster gegeben haben, das für alle Plesiosaurier gilt, noch einen bestimmten Paddelschlag einer einzelnen Flosse, der durchgängig eingehalten wurde.

    Daher ist eine Einigung zwischen Plesiosaurierforschern über die Fortbewegung bei diesen Meeressauriern bislang auch nicht gelungen. so die Forscher weiter.

    22.08.2017

    Große Rußmengen verdunkelten die Erde am Ende der Kreidezeit für mehr als eineinhalb Jahre und führten zum Massensterben
    KURZNACHRICHT:

    US-amerikanische Forscher haben mithilfe einer Computersimulatione ermittelt, dass beim Einschlag des Meteoriten vor 66 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán und den anschließenden weltweiten Flächenbränden so viel Ruß in die Atmosphäre gelangt war, dass die Erde für mehr als eineinhalb Jahren von Dunkelheit umgeben war, was zum fast gänzlichen Erliegen der Photsynthese und Absinken der Temperaturen führte.

    Das Ziel der Wissenschaftler war es, die längerfristigen Folgen des Einschlags zu erforschen, vor allem, welche Wirkung sich so negativ auf die Pflanzen und Tiere ausgewirkt hat, dass es zu diesem weltweiten extremen Massensterben kam.

    In dieser Studie wird auf frühere Studien verwiesen, in denen das entstandene Rußvolumen mit 15 Milliarden Tonnen angegeben wird. (Anm.: Unsicher, auf welche Studie sich diese Aussage bezieht, zumal die angegebene Menge zehnmal höher ist als die ermittelte Menge in einer Studie aus dem Jahr 2016, in der die Menge mit 1,5 Milliarden Tonnen angegeben wird: Nachricht vom Jul. 2016)

    Nach Angaben der Forscher sind die Rußpartikel, aufgewärmt durch die Sonne, immer höher in die Atmosphäre aufgestiegen und haben sich als eine Art Film rund um den Erdball verteilt und so die Sonneneinstrahlung behindert. Es sei vermutlich über eineinhalb Jahr lang so dunkel gewesen wie in einer vom Mond erhellten Nacht, und die Temperaturen wären um 20 Grad auf eine Jahresmitteltemperatur unter dem Gefrierpunkt gefallen.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die Landpflanzen schon durch die Brände größtenteils vernichtet wurden und sich die Dunkelheit in erster Linie auf das Photosynthese betreibende Phytoplankton auswirkte, so dass viele Meereslebewesen zum Aussterben verurteilt waren.

    Auch die Regenmenge könnte sich durch den Mangel an Sonnenlicht und Wärme stark reduziert haben − die Forscher gehen von 70 bis 80 Prozent weniger Niederschlag aus −, was ebenfalls große Auswirkung auf die noch vorhandene Vegetation und Tierwelt hatte.

    Somit erklärt diese Studie auch, warum die meisten Dinosaurier ausstarben und mit ihnen rund 70 Prozent allen Lebens, während eine kleine Gruppe von Tieren das Massensterben überlebte:

    Während vermutlich besonders die großen, warmblütigen Tiere, die zum Überleben entsprechend viel Energie benötigen, unter der Veränderung der Licht- und Temperaturverhältnisse und den veränderten Lebensbedingungen auf der Erde litten, hatten Tiere, die eine Art Winterschlaf halten konnten oder einfach nur wenig Nahrung benötigten, viel bessere Chancen die Zeit der Dunkelheit, Dürre und Kälte zu überstehen.

    18.08.2017

    Die Evolution der Vögel
    KURZNACHRICHT:

    Auf Spektrum.de wurde ein langer Bericht von Stephen Brusatte veröffentlicht, einem Paläontologen an der Universität von Edinburgh, in dem es um die Evolution der Vögel geht.

    Hier eine kurze Zusammenfassung des langen Berichts:

    Mit dem Auftauchen des ersten Archaeoteryx-Fossils im Jahr 1861 wurde die Idee "geboren", dass die Vögel möglicherweise Nachkommen der Dinosaurier seien. Allerdings bedurfte es noch weitere 100 Jahre, bevor diese Idee überhaupt ansatzweise ernst genommen wurde.

    In den 1960er Jahren entdeckte John Ostrom (1928-2005) das erste Deinoychus-Fossil. Dieser Dinosaurier erinnerte in seiner "Leichtbauweise" so sehr an einen Vogel, dass nun sowohl die Möglichkeit eines Federkleides bei Dinsoauriern als auch die Möglichkeit von Warmblütigkeit Einzug in den wissenschaftlichen Diskurs hielten. Allerdings fehlten entsprechende Fossilien, die die These des Federkleides hätten bestätigen können.

    Im Jahr 1996 konnte der Paläontolge Philip Currie einen entsprechenden Fund aus China vermelden: Sinosauropteryx − ein kleiner Dinosaurier mit eindeutigen Hinweisen auf ein Federkleid. Dieser Fund revolutionierte das Verständnis der Verwandtschaft von Vögeln und Dinosauriern.

    Gerade China ist inzwischen berühmt für die Funde gefiederter Dinosaurier. Inzwischen sind aus dieser Gegend über 20 Dinosaurier mit Federbesatz bekannt geworden.

    Aufgrund der vielen verschiedenen Funde können die Forscher heute die Vögel sehr gut im Stammbaum der Dinosaurier verorten. So gibt es viele Stimmen, die sagen, dass die Vögel keine eigene Gruppe bilden, sondern als Dinsoaurier gelten müssen - die letzten lebenden Dinosaurier.

    Die Vögel werden der Gruppe der Theropoda zugeordnet, zu der auch T.rex und Allosaurus gehören, sind mit diesen beiden großen Raubsauriern aber eher entfernt verwandt. Engere Verwandtschaft haben sie mit den kleinen, agilen, und mit großem Gehirn ausgestatteten Raptoren (Maniraptora), zu denen u.a. Velociraptor und Deinonychus gezählt werden.

    Mit der Frage des Ursprungs der Vögel ist aber gleichzeitig auch die Frage nach dem Ursprung der Feder und ihren diversen Funktionen verbunden − und die Antwort auf diese Frage war ebenfalls lange nur schwer zu finden.

    Da die ersten Federn bzw. Federvorläufer, die eher an einen Haarflaum erinnerten, schon bei den nicht-flugfähigen Dinsoauriern auftraten, konnten die Federn nicht von Anfang an dem Fliegen gedient haben, sondern hatten zunächst eine andere Funktion. Vermutlich lag die erste Funktion der Feder im Regulieren der Körpertemperatur.

    Später bildeten die Dinosaurier dann an Armen, Beinen und Schwanz kompliziertere Federn aus, mit denen imponiert werden konnte − sei es bei der Partnerwerbung oder im Kampf gegen Rivalen. Darauf deuten viele Fossilien hin, die zwar schon recht kompliziert gebaute Federn an den Extremitäten trugen, aber aufgrund des schweren Körperbaus und anderer anatomischer Merkmale keine Möglichkeit hatten, vom Boden abzuheben.

    Inzwischen konnte man auch nachweisen, dass diese Federn teilweise recht bunt schillerten, was die These der Signanlfunktion noch untermauerte.

    Das Fliegen wurde demnach eher durch Zufall entdeckt, indem diese Federn das Springen oder Rennen unterstützten. Mit der Zeit bildeten sich dann die für das Fliegen notwendigen aerodynamischen Federn aus und die Anatomie entwickelte sich entsprechend: Die Körper wurden kleiner, der Schwanz immer kürzer, die Arme länger und die Brustmuskulatur massiger. Die ersten Vögel entwickelten sich...

    Natürlich bereiteten im Laufe der Evolution nicht nur die Federn die späteren Vögel auf das Fliegen vor: So gab es schon unter den ersten Dinosaurier die entsprechende Veränderung an den Beinen, die ihnen das schnelle Laufen und Jagen ermöglichten. Auch die hohlen Knochen, die zum Teil mit Luftsäcken gefüllt waren (ebenfalls eine wichtige Voraussetzung zum Fliegen) waren schon bei den nicht-flugfähigen Dinosauriern vorhanden.

    Darüberhinaus setzte schon bei den Dinosauriern im Zuge der Entwicklung zur Warmblütigkeit ein schnelleres Wachstum der Jungtiere ein sowie eine Verringerung der Körpergröße bei den Maniraptora. Ein Grund für das Kleinerwerden dieser Dinosauriergruppe könnte im Besetzen neuer ökologischer Nischen zu suchen sein.

    Im Zuge des rascheren Stoffwechsels, der mit der Entwicklung zur Warmblütigkeit einherging, bildeten die Maniraptora auch voluminösere Gehirne aus - eine Grundvoraussetzung für die komplizierten Flugmanöver der späteren Vögel. Warum sich allerdings schon bei den nicht-flugfähigen Dinosauriern größere Gehirne entwickelten, ist bislang noch nicht geklärt.

    Durch all diese kleinen und größeren Veränderungen im Körperbau und bei den Organen, die im Laufe der Evolution bei den Dinosauriern auf ihrem Weg hin zu den Vögeln stattfanden, ist es nicht möglich, eine klare Trennlinie zwischen den Dinosauriern und den Vögeln zu ziehen. Daher haben sich die Paläontolgen darauf geeinigt, alle Dinosaurier als "Vögel" zu bezeichnen, die vom letzten gemeinsamen Vorfahren von Archaeopteryx und den modernen Vögeln abstammen. So gehören zum Beispiel die Dromaeosaurier, obwohl viele von ihnen auch große Ähnlichkeiten mit Vögeln haben, nicht in diese Gruppe, da die Dromaeosaurier schon vorher eine andere Entwicklunglinie eingeschlagen haben.

    Nachdem sich die ersten "richtigen" Vögel voll entwickelt hatten, legten diese dann ein enormes Tempo bei der Evolution neuer Arten ein. Wahrscheinlich bedingt durch dieses Talent, in relativ kurzer Zeit immer wieder neue Arten hervorzubringen, ist es ihnen gelungen, das Massensterben am Ende der Kreiezeit zu überleben und anschließend diverse freie ökologische Nischen in kurzer Zeit neu zu besetzen.

    16.08.2017

    Chilesaurus: Belegt der "Mischdinosaurier" die These, dass die Theropoden näher mit den Ornithischia verwandt waren als mit den Sauropoden?
    KURZNACHRICHT:

    Schon im April 2015 wurde vom Fund eines äußerst seltsamen Dinosauriers berichtet, der vor 150 Millionen Jahren gelebt hat, den Namen Chilesaurus diegosuarezi erhielt und Merkmale diverser Dinosauriergattungen aufwies. Obwohl sein Gebiss auf einen Pflanzenfresser hindeutete, ordnete man ihn dennoch den Theropoden zu - den Raubsauriern, zu denen u.a. auch Tyrannosaurus rex und Velociraptor zählen. (vgl. Nachricht vom Apr. 2015)

    Nun wurde der etwa drei Meter lange, auf zwei Beinen laufende Chilesaurus erneut Thema

    Demnach bezweifelten Forscher die ursprüngliche Zuordnung dieses "Mischdinosauriers" zu den Theropoden. Sie sehen ihn viel mehr als Zwischenglied zwischen den zweibeinig laufenden Theropoda und den zweibeinig laufenden Ornithischia an.

    Im März diesen Jahres stellten die gleichen Forscher die These auf, dass die bisherige Einteilung der Dinosaurier in die zwei großen Gruppen der Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier) und Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier) aufgrund der vielen neuen Erkenntnisse nicht mehr haltbar sei und die Theropoda, die bis dato zusammen mit den langhalsigen riesigen Sauropoden den Saurischia zugeordnet wurden, eigentlich näher an die Ornithischia gerückt werden müssten. (vgl. Nachricht vom Mrz. 2017)

    Die Forscher sehen im Chilesaurus nun einen weiteren Beleg für diese These.

    Ihren Analysen zufolge handelt es sich bei Chilesaurus keineswegs um einen Theropoden, sondern um einen sehr frühen Vertreter der pflanzenfressenden Ornithischia, der einer Gruppe entspringt, die sich von den Theropoda abgezweigt hat. Chilesaurus stünde somit noch sehr nah an der stammesgeschichtlichen Astgabel, die Theropoda und Ornithischia voneinander trennt.

    Die Forscher begründen ihre neue Einordnung damit, dass Chilesaurus zwar schon das breite Becken der Pflanzenfresser besessen hat, aber noch nicht den für Ornithischia typischen schnabelartigen, harten Kiefer.

    Sie vermuten, dass sich zunächst der Magen-Darmtrakt an die neue Nahrung anpasste und erst anschließend die Kiefer. Auch die Laufweise passte sich erst allmählich der neuen Nahrungsaufnahme an, so die Forscher.

    Sollte diese These zutreffen, dann wäre laut Forscher damit zu rechnen, noch weitere Spezies zu finden, die eine ähnliche Charaktermischung aufweisen wie Chilesaurus.

    09.08.2017

    Maiopatagium und Vilevolodon: Erste gleitfähige Säugetiere lebten schon vor 160 Millionen Jahre im heutigen China
    KURZNACHRICHT:

    In China, nordöstlich von Peking, wurden die Überreste von zwei frühen Säugetierarten gefunden, die an ein Leben in den Bäumen angepasst waren. Neben langen Gliedmaßen und langen Fingern sowie flexiblen Schultergelenken besaßen beide Tiere eine Flugmembran, die sich zwischen den Vorder- und den Hinterläufen spannte.

    Die Tiere, die die Namen Maiopatagium furculiferum und Vilevolodon diplomylas erhielten, lebten hier vor 160 Millionen Jahren im Oberjura, also zu einer Zeit, in der die Dinosaurier die vorherrschende Tiergruppe waren. Somit entwickelten die frühen Säuger rund 100 Million Jahre früher die Gleitfähigkeit als die ersten modernen Säugetiere und gelten bislang als die frühesten Vertreter gleitender Säuger.

    Obwohl die Tiere Ähnlichkeiten zu heutigen Gleithörnchen aufweisen, waren sie mit diesen nicht näher verwandt, sondern gehörten der ausgestorbenen Gruppe der Haramiyida an, deren frühesten Vertreter in der Obertrias vor 201 Millionen Jahren auftraten und deren letzte Vertreter vor 40 Millionen Jahren im Eozän ausstarben.

    Das Tier mit dem Namen Maiopatagium war rund 30 Zentimeter lang; es ist besser erhalten als das Tier mit dem Namen Vilevolodon.

    Die Zähne beider Tiere deuten darauf hin, dass sie sich von weichen Pflanzen ernährten, vermutlich von jungen Blättern. Da die Blütenpflanzen erst später auftraten, konnten sie sich noch nicht − wie heutige Flugsäuger − an Früchten, Blüten oder Nektar laben. Durch ihre Gleitfähigkeit konnten diese Tiere aber an Nahrung gelangen, die anderen Säugern ihrer Zeit verwehrt blieb.

    Nach Aussage der Forscher zeigt der Fund dieser frühen Gleitsäuger, dass es eine viel größere Artenvielfalt unter den frühen Säugern gab und diese viel mehr ökologische Nischen besetzt hatten, als lange Zeit vermutet wurde.

    09.08.2017

    Lemmysuchus: 165 Millionen Jahre altes Meereskrokodil nach dem Sänger der Gruppe Motörhead beannt.
    KURZNACHRICHT:

    Schon im Jahr 1909 wurden in einer Tongrube nahe der Stadt Peterborough im Osten Großbritanniens die Überreste eines Urkrokodils gefunden, welches hier vor ca. 165 Millionen Jahren in der mittleren Jurazeit gelebt hat.

    Die Überreste wurden zunächst der gleichen Meereskrokodilspezies zugeordnet, von der am gleichen Ort viele weitere Fossilien entdeckt wurden.

    Nun zeigte jedoch eine erneute Untersuchung der Überreste durch eine Doktorandin von der University of Southampton, dass sich dieses Krokodil vor allem im Bereich der Schnauze deutlich von den anderen Krokodilen unterschied, so dass ein neuer Name gefunden werden musste.

    Die Kuratorin des des Londoner Naturhistorischen Museums (NHM) ist Motörhead-Fan und schlug daher vor, den Ende 2015 verstorbenen Sänger und Bassisten der britischen Heavy-Metal-Gruppe Lemmy Kilmister mit einem entsprechenden Namen zu ehren. Daher erhielt dieses Krokodil nun den Namen Lemmysuchus obtusidens.

    Lemmysuchus (übersetzt: "Lemmys Krokodil") war etwa 5,80 Meter lang und besaß einen mehr als ein Meter langen Schädel. Er wird den Teleosauridae zugeordnet, einer Gruppe meeresbewohnender Krokodile aus dem Jura.

    Was ihn von den anderen Krokodilen unterschied, war seine breite Schnauze mit abgestumpften Zähnen. Die Forscher vermuten, dass er damit vor allem Schildkrötenpanzer knackte. Andere Teleosauridae hatten hingegen eher spitze, schmale Zähne in längeren Schnauzen und gingen vermutlich verstärkt auf Fischjagd.

    Möglicherweise war Lemmysuchus eines der größten Küstenraubtiere seiner Zeit, erklären die Forscher, war aber mit heutigen Salzwasserkrokodilen nur entfernt verwandt.

    Dies ist nicht die erste Ehrung, die Lemmy Kilmister erfährt: Im Jahr 2006 wurde bereits ein ausgestorbener Wurm nach ihm benannt (Kalloprion kilmisteri) und im November 2016 wurde der Asteroid 243002 mit seinem Namen belegt: Lemmy.

    09.08.2017

    Patagotitan: Titanosaurier aus Patagonien ist neuer Rekordhalter unter den Dinosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Schon vor drei Jahren wurde die Nachricht bekannt gegeben, dass in Patagonien (Argentinien) die Überreste riesiger Titanosaurier gefunden wurden. (s. Nachricht vom Mai 2014)

    Jetzt wurden erste Ergebnisse zu diesem Fund veröffntlicht:

    Demnach wurde die ursprüngliche Schätzung von 40 Metern Länge, sieben Metern Höhe und 80 Tonnen Gewicht ein wenig nach unten korrigiert, so dass nun davon ausgegangen wird, dass Patagotitan mayorum (so der Name des bislang unbekannten Titanosauriers) "nur" 37 Meter lang, sechs Meter hoch und 69 Tonnen schwer war. Aber trotz dieser korrigierten Maße gilt er dennoch als der bislang größte, jemals gefundene Dinosaurier.

    Anders als vor drei Jahren vermutet handelt es sich bei den 200 gefundenen und geborgenen Knochen nach Aussage der Forscher nicht um die Überreste von sieben erwachsenen Tieren, sondern um die Überreste von mindestens sechs noch nicht ganz ausgewachsenen Exemplaren, die zu unterschiedlichen Zeiten an dieser Stelle verendeten.

    Dass gerade in Patagonien immer wieder riesige Dinosaurier gefunden werden, die alle Rekorde brechen, führen die Forscher auf die möglicherweise sehr guten Bedingungen für den Wuchs bestimmter Pflanzengruppen zurück, die den Titanosauriern optimale Ernährung ermöglichten.

    Möglicherweise liegen in Patagonien noch weitere, noch größere Dinosaurier begraben, die noch nicht gefunden wurden. Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass Patagotitan schon nah an der Grenze des möglichen Größenwachstums liegt.

    Ein rekonstruiertes Skelett des Patagotitan ist im American Museum of Natural History in New York ausgestellt. Da das ganze riesige Exemplar jedoch nicht in den Ausstellungsraum passte, ragt der Kopf nun in den Flur hinein.

    03.08.2017

    Borealopelta: Mumifiziertes Nodosaurus-Fossil enthüllt Konterschattierung
    KURZNACHRICHT:

    Es gibt Neuigkeiten zum spektakulären Nodosaurus-Fossil, der im Mai diesen Jahres unter der Bezeichnung "Dinosaurier-Mumie" bekannt wurde (s. Nachricht vom Mai 2017):

    Zunächst einmal erhielt der Nodosaurus den Namen Borealopelta markmitchelli (übersetzt: "Schild des Nordens").

    Inzwischen sind auch die näheren Daten eindeutiger: Borealopelta wird auf eine Länge von 5,5 Metern und ein Gewicht von 1,3 Tonnen geschätzt. An den Seiten besaß dieser am ganzen Körper gepanzerte Dinosaurier bis zu 50 Zentimeter lange Stacheln und an verschiedenen anderen Stellen des Körpers kleine, knöcherne Höcker.

    Darüber hinaus haben die Forscher die Panzerung des Nodosaurus-Fossils auch chemisch näher analysiert und haben neben einer rötlich-braunen Pigmentierung auch festgestellt, dass Borealopelta eine Konterschattierung aufwies ähnlich heutiger Meeresbewohner: oben dunkel gefärbt, unten hell, was einen gewissen Tarnvorteil bringt. (Im letzten Jahr wurde eine ähnliche Farbverteilung auch beim Psittacosaurus festgestellt - s. Nachricht vom Sept. 2016)

    Aus der Farbverteilung schließen die Forscher, dass die Panzerung allein Borealopelta nicht geschützt hätte und er sich zudem noch eine farbliche Tarnung zulegte. "Der offenbar starke Räuber-Druck auf einen massiven, stark gepanzerten Dinosaurier verdeutlicht, wie gefährlich die Raubsaurier der Kreidezeit gewesen sein müssen", so die Forscher.

    Demnächst wollen sie sich mit dem erhalten gebliebenen fossilen Mageninhalt beschäftigen, um nähere Informationen über die letzte Mahlzeit zu erhalten.

    27.07.2017

    Austrosaurus: Verlorene Grabungsstelle nach 80 Jahren wiederentdeckt - weitere Knochenfunde eines bereits bekannten Sauropoden
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 1933 wurden in Queensland (Australien) die spärlichen Überreste eines Sauropoden in Form einer Teilwirbelsäule gefunden. Nach eingehender Analyse erhielt er daraufhin den Namen Austrosaurus mckillopi (übersetzt: "Südliche Echse von McKillop", benannt nach Dr. Martin Joseph McKillop, der an der Ausgrabung beteiligt war) erhielt.

    Weitere Ausgrabungen am Bergungsort scheiterten in den 70er und 80er Jahren, weil die Forscher die genaue Ausgrabungsstelle nicht wiederfinden konnten. Ursprünglich sei der Platz mit zwei Pfosten markiert worden, doch waren diese Pfosten scheinbar verschwunden.

    Im Jahr 2014 wurde die Ausgrabungsstelle dann endlich wiederentdeckt, da ein Paläontologe über Google Earth die Stelle so gut er konnte aufgrund von alten Aufzeichnungen markiert hatte und ein anderer mit einem Hubschschrauber die Gegend abflog. Dabei entdeckte letzterer die umgestürzten Pfosten, so dass erneut Ausgrabungen stattfinden konnten.

    Die Forscher fanden daraufhin weitere Knochenüberreste in Form von sechs Rippen, die nach eingehender Analyse eindeutig den anderen Überresten zugeordnet werden konnten, so dass man nun in der Lage ist, Austrosaurus ein wenig näher zu bestimmen, auch wenn die Forscher - wie sie selbst sagen - insgesamt nur wenige Geheimnisse dieses Sauropoden lüften konnten.

    Demnach scheint Austrosaurus bei seinem Tod auf der linken Seite gelegen zu haben, da diese weitestgehend intakt geblieben ist und die Knochen so vorgefunden wurden, wie sie beim Eintreten des Todes angeordnet waren.

    Systematisch wird Austrosaurus den Titanosauriformes zugeordnete, genauer gesagt den Somphospondyli. Da Austrosaurus von vor 104 bis vor 102 Millionen Jahren und somit nur wenige Millionen Jahre vor den anderen bekannten in Australien gefundenen Sauropoden gelebt hat, könnte er mit diesen in verwandtschaftlichen Verhältnissen stehen, wie zum Beispiel mit Diamantinasaurus und Savannasaurus.

    27.07.2017

    Corythoraptor: Oviraptorosauria mit hohem Knochenkamm, ähnlich dem eines heutigen Helmkasuars
    KURZNACHRICHT:

    In Südchina haben Forscher im Jahr 2013 die Überreste einer bislang unbekannten Oviraptorosaurier-Art gefunden, die nun vorgestellt wurde und den Namen Corythoraptor jacobsi erhielt. Es handelt sich bei dem Fund um ein nahezu komplettes Skelett einschließlich Schädel mit Unterkiefer.

    Anhand der gefundenen Knochen schätzen die Forscher, dass Corythoraptor ein junger Erwachsener war, der im Alter von ca. acht Jahren starb.

    Da der 15 Zentimeter hohe Knochenkamm auf dem Kopf sehr auffällig ist und im Aufbau Ähnlichkeiten mit dem Kamm des heute in den Regenwäldern von Nordaustralien und Papua-Neuguinea beheimateten Helmkasuars aufweist, gehen die Forscher davon aus, dass dieser ähnliche Funktionen besaß wie der Kamm des Helmkasuars: Möglicherweise diente er als Erkennungszeichen für seine Artgenossen oder wurde bei der Brautwerbung eingesetzt. Die heutigen Vögel verstärken mit ihren Kämmen unter anderem niederfrequente Töne. Möglicherweise setzte Corythoraptor seinen Kamm auch zu diesem Zweck ein.

    Die Knochenkämme der Oviraptorosaurier unterscheiden sich im Aufbau sehr von denen der Hadrosaurier, von denen ebenfalls viele Arten mit einem Knochenkamm ausgestattet waren. Daher nehmen die Forscher an, dass die Kämme unterschiedliche Funktionen besaßen.

    Corythoraptor lebte irgendwann von vor 100 bis vor 66 Millionen Jahren in der oberen Kreidezeit, wurde rund drei Meter groß bei einem geschätzten Gewicht von 230 Kilogramm. Wie andere Oviraptorosaurier besaß auch Corythoraptor ein Federkleid, konnte aber nicht fliegen. Seine Oberschenkel sprechen jedoch dafür, dass er ein guter Läufer war.

    Ernährt hat er sich vermutlich von Eidechsen und anderen kleinen Dinosauriern, erklären die Forscher.

    Mit Corythoraptor wurde bereits die siebte Oviraptorosaurier-Art in dieser Region gefunden, was darauf hinweist, dass diese Dinosauriergruppe hier mit einer großen Artenvielfalt vertreten war.

    26.07.2017

    Birgeria: Knochenfisch aus der frühen Trias weist auf schnelle Erholung der Tierwelt nach Massensterben hin
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Nevadas (USA) haben Forscher den 26 Zentimeter langen, fossilen Schädelknochen eines bislang unbekannten Knochenfisches gefunden, der hier am Beginn der Trias vor rund 250 Millionen Jahren gelebt hat.

    Birgeria americana, so der Name des neuen Fisches, war rund 1,8 Meter lang und gilt mit seinen langen Kiefern und den bis zu zwei Zentimeter langen, spitzen Zähnen als Spitzenjäger seiner Zeit.

    Was die Forscher überraschte, ist die Tatsache, dass Birgeria schon rund eine Million Jahre nach dem größten Massensterben in der Erdgeschichte lebte, das vor 252 Millionen Jahren 96 Prozent sämtlichen Lebens im Meer und 70 Prozent des Lebens an Land vernichtete.

    Das lässt vermuten, dass sich die Ökosysteme wesentlich schneller von dem Massensterben erholten, als die Forscher bislang angenommen haben - und auch, dass es möglicherweise in Äquatornähe nicht ganz so warm war, wie vermutet wurde.

    Heutige Knochenfisch-Eier können sich bei Temperaturen von über 36 Grad Celsius nicht entwickelt. Der Fund von Birgeria weist aber darauf hin, dass es dennoch Knochenfische in Äquatornähe gab.

    Die Forscher ziehen daraus die Erkenntnis: "Die Wirbeltierfunde aus Nevada weisen darauf hin, dass bisherige Interpretationen, wie sich vergangene globale Veränderungen und Biodiversitätskrisen entwickelt haben, zu einfach waren."

    18.07.2017

    Albertavenator: 71 Millionen Jahre alter, ca. drei Meter langer und 50 Kilogramm schwerer Troodontidae in Kandada entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Kanada wurden in der Nähe des Royal Tyrrell Museum in Drumheller (Alberta, Kanada) die Überreste eines kleinen Theropoden gefunden.

    Zunächst hielt man diese für die Überreste von Troodon inequalis, doch konnte anhand der gefundenen Schädelbruchstücke festgestellt werden, dass es sich bei dem Dinosaurier um eine bislang unbekannte Art aus der Gruppe der Troodontidae handelt.

    Der neu entdeckte Dinosaurier erhielt den Namen Albertavenator curriei - benannt nach der kanadischen Provinz, in der er gefunden wurde und dem bekannten kanadischen Paläontologen Phil Currie.

    Wie das Troodon, lief auch Albertavenator auf zwei Beinen und trug ein Federkleid. Er lebte allerdings ungefähr fünf Millionen Jahre später als sein Verwandter, nämlich vor ca. 71 Millionen Jahren in der oberen Kreidezeit. Die Körpermaße könnten jedoch ähnlich gewesen sein: 2,5 bis 3 Meter lang und 50 Kilogramm schwer.

    Was ihn vom Troodon unterscheidet ist sein kürzerer und robusterer Schädel.

    Die Forscher hoffen, dass sie in näherer Zukunft auch noch andere Teile des Skeletts finden, damit sie mehr über diese neu entdeckte Art erfahren können.

    18.07.2017

    Mathematisches Modell zeigt: Groß ist nicht gleich schnell
    KURZNACHRICHT:

    Forscher aus Jena und Leipzig haben ein mathematisches Modell entworfen, mit dem sie die Geschwindigkeit eines Tieres berechnen können - auch die Geschwindigkeit bereits ausgestorbener Tiere.

    Mithilfe dieses mathematischen Modells konnte eine schon im Jahr 2007 berechnete Geschwindigkeit für Tyrannosaurus rex von knapp 30 Kilometern in der Stunde bestätigt werden.

    Als Berechnungsgrundlage dienen den Forschern die Körpergröße und der Lebensraum, in dem sich das Tier bewegt (Land, Wasser, Luft). Die ersten Resultate zeigen, dass das berechnete Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent zutrifft.

    Grundsätzlich gilt für die Geschwindigkeit: Je größer ein Tier, desto schneller kann es sich bewegen. Allerdings gilt dieser Grundsatz nur bis zu einer bestimmten Körpergröße. Danach wird Größe eher hinderlich.

    Den Grund für diese Abweichung sehen die Forscher in den für Sprints zuständigen Energielieferanten - den hellen Muskelfasern. Sie liefern sehr schnell viel Energie, die zur Beschleunigung notwendig ist, ermüden aber auch recht rasch. Danach übernehmen die dunklen Muskelfasern die Energiezufuhr, um die Masse in der Geschwindigkeit zu halten. Die dunklen Muskelfasern geben die Energie langsamer ab, ermüden aber dadurch auch nicht so schnell.

    Kleine Tiere können ihre Masse recht schnell in Bewegung setzen und somit die Energie der hellen Muskelfasern voll ausschöpfen. Große Tiere hingegen, wie z.B. ein Elefant oder ein Tyrannosaurus rex, benötigen einige Zeit, bis sich ihre riesige Masse in Bewegung setzt - und bevor diese Tiere voll in Fahrt kommen, ist die Energie der hellen Muskelfasern schon verbraucht. Das erklärt nach Aussage der Forscher den Umstand, dass ab einer bestimmten Körpergröße der Grundsatz "je größer, desto schneller" nicht mehr gilt.

    Allerdings, so geben andere Forscher zu Bedenken, müsse noch weiter untersucht werden, weshalb bei Tieren mit etwa gleicher Körpergröße teilweise erhebliche Unterschiede bei der Geschwindigkeit auftreten.

    13.07.2017

    Flugsaurier-Hüftknochen gibt Hinweise auf häufiges Laufen an Land
    KURZNACHRICHT:

    Vor zwei Jahren wurde im Alberta's Dinosaur Provincial Park (Kanada) ein merkwürdiger Knochen gefunden, über dessen Herkunft die Forscher eine Zeitlang im Unklaren waren.

    Vermutet wurde, dass es sich dabei um einen Theropoden-Knochen oder um den Knochen eines prähistorischen Vogels handelte. Doch konnten die Forscher keine Übereinstimmung mit entsprechenden Knochen dieser beiden Tiergruppen feststellen.

    Also erweiterten sie ihren Suchradius und mussten erkennen, dass dieser Knochen wahrscheinlich der Hüftknochen eines Flugsauriers aus der Gruppe der Azhdarchidae war, zu denen u.a. auch Quetzalcoatlus und Hatzegopteryx (beide Flugsaurier mit einer Flügelspannweite von ca. 12 Metern) gehörten.

    Überraschend für die Forscher waren die ausgeprägten Muskelnarben auf dem Knochen, die Hinweise auf eine kräftige Beinmuskulatur geben.

    Schon im Jahr 2009 wurde anhand von Computersimulationen erkannt, dass die riesigen Flugsaurier sich vermutlich auf vier Beinen fortbewegten, ausgestattet mit starken Vorderarmen und Flügeln sowie einem abfallenden Hinterteil.

    Nach der jetzigen Analyse der Forscher, könnten die Beine allerdings eine wesentlich größere Rolle bei der Vorwärtsbewegung über Land gespielt haben, als damals angenommen wurde.

    Da der gefundene Hüftknochen eine wesentlich stärkere Beinmuskulatur aufzuweisen scheint als der anderer Flugsaurier, gehen die Forscher davon aus, dass dieser Azhdarchidae hervorragend an ein Leben an Land angepasst war und möglicherweise wesentlich häufiger zu Fuß als fliegend unterwegs war.

    07.07.2017

    Razanandrongobe: Urkrokodil aus dem Jura machte möglicherweise Jagd auf Sauropoden
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2007 wurden rund 15 Zentimeter lange Zähne aus der Jurazeit auf Madagaskar entdeckt, die lange Zeit keinem Tier zugeordnet werden konnten. Vermutet wurde, dass sie einer bislang unbekannten Dinosaurierart gehörten.

    Diese Vermutung konnte nun widerlegt werden, da ein fossiler Schädel, der bereits in den 1970er Jahren ausgegraben wurde und sich in Privatbesitz befand, jetzt der Wissenschaft zur näheren Analyse zur Verfügung gestellt wurde.

    Demnach handelt es sich bei den Zähnen um die Überreste einer ausgestorbenen Krokodilart, die zu den Notosuchia gezählt wird und die den Namen Razanandrongobe sakalavae erhielt - beanannt nach der Region, in der die Überreste gefunden wurden: der Sakalava-Region.

    Nach dem Schädel zu schließen, kam das Urkrokodil, das vor 167 Millionen Jahren gelebt hat, vermutlich auf eine Länge von sieben Metern und wog rund eine Tonne. Anders als heutige Krokodile waren seine Gelenke jedoch nicht eingeknickt, so dass es aufrecht laufen konnte.

    Die Forscher vermuten, dass dieses Krokodil zu den Topprädatoren seiner Zeit gehörte und möglicherweise auch Jagd auf die riesigen Sauropoden machte.

    Mit der Identifizierung des Razanandrongobe müssen die Forscher auch die Entstehungszeit der Notosuchia weiter nach vorn datieren: So gibt dieser Fund Hinweise darauf, dass die Notosuchia rund 40 Millionen Jahre früher auftraten als bislang angenommen.

    29.06.2017

    Oviraptoren saßen vermutlich beim Brüten auf den Gelegen
    KURZNACHRICHT:

    In Südchina wurden sieben 70 Millionen Jahre alte, fossile Oviraptor-Eier gefunden, die gut erhaltene Embryonenüberreste enthielten. Ein Forscherteam untersuchte daraufhin die Sauerstoff-Isotopen sowohl in den Schalen als auch in den Embryonenknochen, um die Temperatur zu ermitteln, bei der sich die Eier vor Millionen von Jahren entwickelten. Da die Menge des Sauerstoff-Isotops O-18, die von den Eiflüssigkeiten in die Embryonen-Knochen eingebaut wird, von der Umgebungstemperatur abhängt, kann die Analyse als eine Art Temperaturmesser betrachtet werden.

    Die Forscher sind durch diese Analyse nun zu dem Schluss gekommen, dass die Eier einer Temperatur von 35 bis 40 Grad ausgesetzt waren. Dies entspricht in etwa der Bruttemperatur von Hühnern, die durch aktives Brüten, die Eiwärme auf 37,5 Grad halten. Krokodilseier, die nicht bebrütet werden, sondern im Sand heranreifen, entwickeln sich dagegen bei einer Temperatur von ca. 30 Grad.

    Die ermittelte Bruttemperatur der Oviraptor-Eier spricht laut Forscher somit eindeutig für einen aktiven Brutvorgang.

    So ganz überraschend kommt dieser Befund allerdings nicht, da schon 1995 ein fossiler Citipati (Oviraptor-Verwandter) brütend auf seinem Nest gefunden wurde.

    14.06.2017

    Amblyomma: In Bernstein eingeschlossene, 100 Millionen Jahre alte Zecke saugte möglicherweise Dinosaurier-Blut
    KURZNACHRICHT:

    In einem rund 100 Millionen Jahre alten Bernstein aus Myanmar haben Forscher eine fossile Zecke entdeckt, die bislang als frühester Vertreter der noch heute existierenden Amblyomma-Schildzecken gilt und den Namen Amblyomma birmitum erhielt.

    Die Nachfahren dieser Zecke saugen bevorzugt das Blut von Reptilien. Somit gehen die Forscher davon aus, dass auch der neu gefundene Vorfahr der heutigen Zecken Reptilienblut bevorzugte.

    "Wir gehen davon aus, dass die neu entdeckte Zeckenart aus dem Burmesischen Bernsteinwald durchaus auch an Dinosauriern gesaugt hat", erklärt die leitende Wissenschaftlerin.

    Bei der gefundenen fossilen Zecke handelt es sich um ein 1,5 Millimeter großes weibliches Tier, das neben typischen Eigenschaften der heutigen Amblyomma-Zecken auch noch typische Merkmale der in Australien beheimateten Bothricroton-Zecke aufweist. Amblyomma birmitum gilt somit als Missing-Link innerhalb der Evolution dieser beiden Zeckenarten.

    13.06.2017

    Erster Fund eines Dinosaurier-Schädels in British Columbia
    KURZNACHRICHT:

    Im Tumbler Ridge Museum im Westen von British Columbia (Kanada) wurde der erste jemals in British Columbia entdeckt Dinosaurierschädel vorgestellt, der an einem Bach in der Nähe von Tumbler Ridge gefunden wurde.

    Ein Chiropraktiker hatte Zähne eines Theropoden entdeckt, diese fotographiert, die GPS-Daten notiert und daraufhin Kontakt zu einem Museum aufgenommen, deren Forscher das 100 Kilogramm schwere Schädelfossil bargen.

    Das Alter des Schädels, der nur zum Teil erhalten geblieben ist, wird auf rund 75 Millionen Jahre geschätzt. Klar ist, dass es sich dabei um die Überreste eines Tyrannosauriden-Schädels handelt - um welche Art genau ist jedoch nicht geklärt, da die Knochen nur zum Teil erhalten und auch erodiert sind.

    07.06.2017

    "Belone": In Bernstein eingeschlossene, 99 Millionen Jahre alte Überreste eines Enantiornithen-Küken zeigt Flugfedern an den Flügeln
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2014 kaufte ein chinesischer Museumsdirektor einen 99 Millionen Jahre alten Bernstein, in dem eine "merkwürdige Echsenkralle" eingeschlossen war und gab diesen Stein an ein gewowissenschaftliches Institut weiter. Die Forscher untersuchten den Bernstein daraufhin mit CT-Bildprogrammen und fanden die eingeschlossenen Überreste eines ein paar Tage alten Kükens aus der vor 66 Millionen Jahren ausgestorbenen Vogelgruppe der Enantiornithen, die sich durch einen bezahnten Schnabel auszeichneten. Erkennbar waren im Bernstein neben dem Fuß auch noch Kopf, Flügel, Haut und Federn.

    Die erkennbaren Federn hatten eine weiße, braune und dunkelgraue Färbung.

    Überraschenderweise besaß dieses Küken schon Flugfedern am Flügel, währen die anderen Federn am Körper eher spärlich verteilt und eher primitiv gebaut waren. Die Forscher schließen daraus, dass dieser Enantiornithe Nestflüchter war und schon mit Flugfähigkeiten ausgestattet schlüpfte. Dies könnte auf eine sehr frühe Selbstständigkeit hindeuten. Möglicherweise, so die Forscher, schlüpfte diese Vogelart, der sie den Namen Belone gaben, am Boden und kletterte dann in Bäume, um sich so zu schützen. Dies würde erklären, warum das Küken von Baumharz umhüllt wurde.

    Allerdings brachte diese frühe Selbstständigkeit auch Gefahren mit sich: In Gesteinen der Kreidezeit wurden bislang ausschließlich Enantiornithen-Jungtiere gefunden - von keiner anderen Vogelgruppe sind Überreste von Jungtieren aus dieser Zeit bekannt.

    Eine ähnliche Nachricht gab es auch schon vor einem Jahr, allerdings lag da der Schwerpunkt auf den Fingern am Flügel (s. Nachricht vom Juni 2016).

    07.06.2017

    Tyrannosaurus rex besaß womöglich keine Federn − höchstens vielleicht welche am Rücken
    KURZNACHRICHT:

    Ein in Montana gefundenes T.rex-Skelett und weitere Überreste anderer großer Tyrannosaurier wie Gorgosaurus, Albertosaurus und Tarbosaurus wurden von einem Team Wissenschaftler untersucht in Hinblick darauf, ob sie Federn hatten − und die Forscher stellten fest: zumindest am Nacken, am Schwanz, an der Brust und an der Hüfte zeigten sich keinerlei Anzeichen von Federn, sondern nur kleine, rund einen Millimeter große Schuppen.

    Nachdem im Jahr 2012 die Überreste eines frühen Vorfahren des Tyrannosaurus rex − des Yutyrannus − gefunden wurden und sich herausstellte, dass dieser von Protofedern bedeckt war, kam die Theorie auf, dass auch die später lebenden Tyrannosaurier möglicherweise ein Federkleid trugen oder doch große Partien von Schmuckfedern besetzt waren.

    Die neue Studie widersprich dieser Theorie nun. Die einzige Region, an der T.rex möglicherweise Federn gehabt haben könnte, wäre der Rücken, räumen die Forscher ein.

    Da die Vorfahren des T.rex von einem Federkleid bedeckt waren, die später lebenden, größeren Nachfahren jedoch nicht, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich im Laufe der Evolution mit dem Wachstum der Tiere zumindest beim T.rex die Federn wieder zurück gebildet haben. Möglicherweise diente das Federkleid bei Yutyrannus der Isolation, die T.rex durch seine Größe nicht mehr benötigte. Vielleicht hätte ein geschlossenes Federkleid auch zur Überhitzung des Tieres geführt, so die Forscher.

    Die Forscher schließen nicht aus, dass die Kombination aus Körpergröße und aktiver Jagd zur Zurückbildung der Federn geführt hat. Ob diese Theorie zutrifft, müssen allerdings noch weitere Studien zeigen.

    29.05.2017

    Luskhan: Pliosaurier mit fragiler Schnauze in Russland entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Der Fund eines nahezu vollständigen, rund 130 Millionen Jahre alten Pliosaurier-Fossils widerspricht der gängigen Annahme, dass Pliosaurier nur eine kleine ökologische Nische besetzten und ausschließlich Topjäger waren, die große Beute bevorzugten.

    Der schon im Jahr 2002 in Russland entdeckte, aber jetzt erst endgültig beschriebene Pliosaurus besaß jedoch keine breiten, kräftigen Kiefer wie die meisten seiner Artverwandten, sondern eine eher schmale und fragil wirkende Schnauze. Daher vermuten die Forscher, dass Luskhan itilensis (so der Name des neu beschriebene Pliosauriers) eher Jagd auf kleine Fische machte - und die Pliosaurier somit wesentlich mehr ökologische Nischen besetzten, als bislang angenommen.

    Die frühen Pliosaurier des Jura waren zwar noch kleiner, besaßen lange Hälse und schmale Schnauzen, doch hatten sie sich bis zur Kreidezeit schon zu kurzhalsigen und großen Jägern mit breiten und starken Kiefern entwickelt.

    Luskhan, der in der frühen Kreidezeit lebte, wurde insgesamt ca. 6,50 Meter lang, besaß einen 1,50 Meter langen Schädel und wie seine Verwandten auch einen kurzen Hals, allerdings im Gegensatz zu den meisten von ihnen eine extrem schmale und eher grazile Schnauze.

    19.05.2017

    Ophiacodon: Waren Synapsiden schon vor 300 Millionen Jahren warmblütig und war die Warmblütigkeite möglicherweise die ursprüngliche Regulierung der Körpertemperatur?
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam um Martin Sander von der Universität Bonn hat die Extremitätenknochen eines rund 300 Millionen Jahre alten Synapsiden, der evolutionär sehr nah an der Abwzeigung zwischen Reptil und Säugetier steht, untersucht und hat Anzeichen dafür entdeckt, dass dieser frühe Synapside möglicherweise schon warmblütig war. (Synapsiden sind reptilienähnliche Vorfahren der Säugetiere.)

    Bekannt ist der ca. zwei Meter lange Ophiacodon (so der Name des Synapsiden) schon seit 1878 und wurde seinerzeit von Othniel Charles Marsh, dem Rivalen Edward Drinker Copes im sogenannten Knochenkrieg, beschrieben.

    Doch erst jetzt hat sich ein Forscherteam näher mit dem Knochenaufbau beschäftigt und diese überraschenden Hinweise auf Warmblütigkeit gefunden.

    Anfangs ging man davon aus, dass erst mit dem Auftreten der Säugetiere und Vögel die Warmblütigkeit Einzug in die Evolution gehalten hätte, doch musste diese Annahme mit dem Nachweis von Warmblütigkeit bei einigen Dinosauriern und Meeressauriern revidiert werden. Somit mutmaßte man nun, dass der Beginn der Warmblütigkeit vor rund 270 Millionen Jahren lag.

    Ophiacodon könnte diesen Startpunkt jetzt aber noch um weitere 30 Millionen Jahre nach vorne verlagern, sollten sich die Erkenntnisse von Sanders Team in weiteren Studien bestätigen.

    Die Forscher äußern sogar schon die Vermutung, dass möglicherweise die ursprüngliche Regulierung der Körpertemperatur sowohl bei den Reptilien als auch bei den Säugern in der Warmblütigkeit lag und erst später ein Großteil der Reptilien zur energiesparenderen Wechselwärme zurückgekehrt ist.

    18.05.2017

    Tyrannosaurus rex zermalmte auch die härtesten Knochen
    KURZNACHRICHT:

    Schon häufiger befassten sich Forscher mit der enormen Beißkraft des Tyrannosaurus rex, so auch im Jahr 2012, als englische Wissenschaftler mit Computermodellen ermittelten, dass der Biss die Kraft von 35.000 bis 52.000 Newton erreichte. Damals erklärten die Forscher den T.rex zum König der Zubeißer, bis zwei Wochen später für das Urzeitkrokodil Deinosuchus eine Beißkraft von 102.000 Newton errechnet wurde.

    Im Jahr 2015 wurde dann festgestellt, dass T.rex bei einem geöffneten Maul im Winkel von 30 Grad die stärkste Beißkraft ausüben konnte.

    Nun haben US-amerikanische Forscher anhand eines neuen Computermodells festgestellt, dass T.rex mit jeder seiner einzelnen Zahnspitzen einen Druck von 30.000 Kilogramm pro Quadratzentimeter ausüben konnte, was dazu führte, dass er auch den härtesten Knochen zermalmen konnte.

    Nach Aussage der Forscher scheint das ein Alleinstellungsmerkmal des T.rex gewesen zu sein und ermöglichte ihm, an das Mark in den harten, mineralhaltigen Knochen zu gelangen.

    15.05.2017

    Nodosaurus: 112 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Mumie in Kanada entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Kanada wurden im Jahr 2011 bei Bergbauarbeiten nördlich von Fort McMurray in der kanadischen Provinz Alberta durch Zufall die sensationellen Überreste eines Nodosauriers einer bislang unbekannten Art entdeckt, die nun beschrieben wurden.

    Das Besondere an diesem Fund ist, dass sowohl die Haut als auch der Panzer und sogar der Mageninhalt erhalten geblieben sind. Dieser Dinosaurier wurde nach seinem Ableben regelrecht mumifiziert, so dass sich sämtliche Knochen, Panzerplatten und Stachlen noch an Ort und Stelle befinden. Nach Aussage der Forscher sieht der Dinosaurier so aus, als wäre er noch vor einigen Wochen durch die Gegend gelaufen.

    Dass man anhand dieses Dinosaurier-Fossils die Panzerung genau studieren kann, birgt allerdings auch Nachteile: Die Platten sind so dicht, dass selbst CT-Scans sie nicht durchdringen können, um das darunter liegende Skelett näher in Augenschein zu nehmen.

    Gelebt hat dieser Nodosaurus vor 112 Millionen Jahren, war 5,4 Meter lang und wog 1,1 Tonnen. Chemische Tests, die an seiner Haut durchgeführt wurden, gaben Hinweise auf eine rötliche Färbung, während seine Hörner wohl eher hell waren.

    12.05.2017

    Superkeime gab es auch schon zur Zeit der Dinosaurier
    KURZNACHRICHT:

    Superkeime, die gegen jede Art von Antibiotika immun sind, gibt es nicht erst, seitdem die Menschen die Geschichte der modernen Medizin schreiben.

    Forscher haben versucht, den Ursprung dieser Bakterien, die meist einer einzigen Gattung angehören, den sogenannten Enterokokken, zu finden und sind dabei auf die Zeit von vor 450 Millionen Jahren gestoßen, in der die ersten Tiere das Land eroberten und somit auf eine Zeit, die 200 Millionen Jahre vor dem ersten Auftreten der Dinosaurier liegt. Auch damals waren die Enterokokken schon sehr robust und widerstandsfähig gegenüber natürlichen Antibiotika.

    Die Forscher versuchen nun, da sie nun wissen, welche Gene die Widerstandsfähigkeit bei den Enterokokken hervorgerufen haben, daraus eine neue Art von Antibiotika zu entwickeln, auch wenn die ersten Erfolge voraussichtlich erst in einigen Jahren präsentiert werden können.

    10.05.2017

    Zuul crurivastator: 75 Millionen Jahre alter Ankylosaurier nach dem Torwächter aus "Ghostbusters" benannt
    KURZNACHRICHT:

    In Montana (USA), rund 25 Kilometer vor der Grenze zu Alberta (Kanada), wurde vor einigen Jahren bei Bergungsarbeiten eines Tyrannosaurus rex durch Zufall der keulenbesetzte Schwanz eines Ankylosauriers entdeckt. Wäre hier nicht aktiv gegraben worde, wäre das Fossil vermutlich erst in Tausenden von Jahren durch Erosion ans Tageslicht gelangt.

    Nach Bergung des gesamten Ankylosaurier-Fossils und der bisherigen Präparation, die den Kopf und den Schwanz schon fertig freigelegt hat, können die Forscher sagen, dass es sich bei diesem Fund um eines der am besten erhaltenen Fossilien eines Ankylosauriers handelt, das jemals gefunden wurde. Selbst die Weichteile, die normalerweise faulen und abfallen, sind zum Teil erhalten.

    Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis auch der Rest des Körpers aus dem umgebenden Stein herausgearbeitet sein wird. Danach hoffen die Forscher Originalproteine und andere organische Biomoleküle im Weichgewebe zu finden.

    Anhand der bisher zu erkennenden Eigenschaften des gefundenen Ankylosauriers konnten die Forscher eine neue, bislang unbekannte Art diagnostizieren, der sie den Namen Zuul crurivastator gaben. Der Name "Zuul" stammt aus dem Film "Ghostbusters" aus dem Jahr 1984 und bezeichnete dort einen Halbgott, der der Torwächter zu einer anderen Welt war. Der zweite Name "Crurivastator" lautet übersetzt "Zerstörer von Schienbeinen", was sich auf seinen Keulenschwanz bezieht.

    Denn am Auffälligsten an Zuul ist sein mit seitlichen Stacheln besetzter, langer Schwanz, der wie bei den meisten Ankylosauriern am Ende mit zwei Keulen ausgestattet und von Knochenplatten bedeckt war und das Aussehen eines Vorschlaghammers besaß. Die hintere Schwanzhälfte war versteift, so dass Zuul mit seinem Schwanz kräftig zuschlagen konnte - sei es, um Feinde abzuwehren oder Rivalen zu bekämpfen. Mathematische Berechnungen hatten ergeben, dass der Schwanz eine enorme Zerstörungskraft entwickeln konnte, ohne selbst zu zerbrechen.

    Zuuls Kopf zeichnete sich durch eine kurze Schnauze und vier Hörner aus - zwei oberhalb der Augen und zwei seitlich an den Wangen -, was ihm den Namen "Zuul" einbrachte, da er die Forscher an den Torwächter aus "Ghostbusters" erinnerte.

    Gelebt hat Zuul vor ca. 75 Millionen Jahren in der Oberkreide. Er erreichte eine Länge von sechs Metern bei einem Gewicht von 2,5 Tonnen und ernährte sich, wie die anderen Ankylosaurier auch, wahrscheinlich von niedrigen Pflanzen: unter anderem von Farnen und Sträuchern.

    10.05.2017

    "Baby Louie": Embryo eines riesigen Oviraptorosauriers namens Beibeilong gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 1993 fanden Bauern in Henan (im Zentrum Chinas) ein fossiles Nest mit rund 40 Zentimeter großen Eiern - und in dem Nest einen Embryo einer bislang unbekannten Oviraptorosaurier-Art aus der oberen Kreidezeit. Ob der Embryo schon geschlüpft war oder noch im Ei lag, war aus den veröffentlichten Nachrichten nicht zu erkennen: In einigen Nachrichten entdeckten die Forscher mit modernen technischen Hilfsmitteln den Embryonen im Ei - in anderen war er zwar nicht von einer Eihülle umgeben, doch gingen die Forscher davon aus, dass er im Ei gestorben sei - und wieder andere Nachrichten berichten darüber, dass er gerade geschlüpft gewesen sein muss, als ihn sein Ende ereilte.

    Dieser Fund kam damals über illegale Wege in die USA und stand wegen ungesicherter Besitzansprüche nicht der Wissenschaft zur Verfügung. Im Jahr 2013 gaben die USA das Fossil an China zurück, so dass dieses näher analysiert werden konnte. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

    Demnach handelt es sich bei dem über 90 Millionen Jahre alten Embryo, der unter dem Namen "Baby Louie" bekannt geworden ist, um einen - von Schnauze bis Schwanzspitze gemessen - 38 Zentimeter langen Oviraptorosaurier, der in Embryonalstellung gefunden wurde mit angezogenen Beinen und zur Brust gesenkten Kopf. So eingekugelt brachte er es auf eine Länge von 23 Zentimetern. Die Eier, die mit Baby Louie im Nest lagen, hatten eine Größe von 40 bis 45 Zentimeter und werden als "Macroelongatoolithen" bezeichnetet.

    Solche Macroelongatoolithen wurden schon häufiger in Asien und Nordamerika gefunden, konnten bislang aber noch keiner Spezies zugeordnet werden. Da in den Felsen von Henan neben solchen Eiern auch Tyrannosaurier-Überreste gefunden wurden, nahm man zunächst an, dass es sich um Gelege von Tyrannosauriern handelte. Allerdings gab es schon längere Zeit Zweifel an dieser Theorie.

    Baby Louie bestätigte nun diese Zweifel. Demnach handelt es sich bei den Eiern um ein Gelege einer bislang unbekannten Oviraptorosaurier-Art, die den Namen Beibeilong sinensis (übersetzt: "chinesischer Baby-Drache") erhielt. Aufgrund der Größe der Eier gehen die Forscher davon aus, dass Baby Louie, wäre er erwachsen geworden, eine Größe von bis zu acht Metern und ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreicht hätte. Somit hätte er ähnliche Ausmaße wie der bislang größte bekannte Oviraptorosaurier mit dem Namen Gigantoraptor erlianensis angenommen, der allerdings vor rund 70 Millionen Jahren und somit rund 20 Millionen später als Beibeilong gelebt hat.

    Knochen eines erwachsenen Beibeilong sind bislang nicht bekannt.

    05.05.2017

    Chenanisaurus: Außergewöhnlich großer Abelisauride lebte vor 66 Millionen Jahren im heutigen Marokko
    KURZNACHRICHT:

    In Marokko wurden der fossile Kiefer und einige Zähne einer bislang unbekannten Abelisauriden-Art gefunden, die vermutlich vor 66 Millionen Jahren, also kurz vor dem Massensterben am Ende der Kreidezeit gelebt hat.

    Der neu entdeckte Dinosaurier erhielt den Namen: Chenanisaurus barbaricus und war mit einer geschätzten Länge von sieben bis acht Metern für einen Abelisauriden außergewöhnlich groß. Die Forscher vermuten, dass er unter anderem auch auf Titanosaurier Jagd gemacht hat.

    Auffällig an dem Fund ist der kurze, kräftige und hochgewölbte Kiefer. Damit unterscheidet er sich deutlich von seinen Abelisauriden-Verwandten in Südamerika.

    So wie die anderen Abelisauriden lief Chenanisaurus jedoch auch auf starken Hinterbeinen und und besaß kurze, rudimentäre Vorderarme. Anders als die Verwandten von Tyrannosaurus trugen die Abelisauriden allerdings keine Federn, sondern nur ein Schuppenkleid.

    02.05.2017

    Vouivria: "Dinosaurier von Damparis" wird nach 83 Jahren endlich als Brachiosaurier-Art beschrieben und erhält einen Namen
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 1934 entdeckten Forscher im Osten Frankreichs bei der kleinen Stadt Damparis die Überreste einer Dinosaurierart, die aber keine große Beachtung fanden. Die geborgenen Fossilien wurden ins Museum National d‘Histoire Naturelle in Paris gebracht und erfuhren in den 30ern und 40ern Jahren des letzten Jahrhunderts hin und wieder eine kurze Erwähnung in diversen Artikeln, indem vom "Dinosaurier von Damparis" gesprochen wurde. Ansonsten wurden die Funde weitestgehend ignoriert und fast vergessen.

    Nun hat sich ein Forscherteam um Dr. Philip Mannion vom Imperial College in London intensiv mit den Funden beschäftigt und festgestellt, dass es sich bei den Fossilien um die Überreste einer bislang unbekannten Brachiosaurier-Art handelt, die im späten Jura im heutigen Frankreich gelebt hat. Getauft wurde sie auf den Namen Vouivria damparisensis - nach einem in der Region bekannten sagenhaften geflügelten Reptil mit dem Namen "la Vouivre" und der Stadt, bei der die Überreste gefunden wurden.

    Vouivria war, als er vor 160 Millionen Jahren verendete, vermutlich noch recht jung gewesen, erreichte aber schon eine Länge von 15 Metern und ein Gewicht von schätzungsweise 15 Tonnen. Er besaß einen langen Hals, den er etwa in einem Winkel von 45 Grad trug, einen langen Schwanz und vier gleichlange säulenartige Beine. Wie seine Brachiosaurier-Verwandten war auch Vouivria ein Pflanzenfresser und lebte wahrscheinlich auf einer Insel, da zu dieser Zeit das heutige Europa nur aus einer Reihe kleiner Inseln bestand.

    02.05.2017

    Jianianhualong: Früher Troodontidae mit asymmetrischen Schwanzfedern entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas haben Forscher die fast vollständigen Überreste eines frühen Troodontidae gefunden, der hier in der frühen Kreidezeit vor rund 125 Millionen Jahren gelebt hat und der den Namen Jianianhualong teng erhielt.

    Jianianhualong war rund einen Meter lang und wog schätzungsweise so viel wie ein heutiger Papagei.

    Das Aufsehenerregende an ihm sind die asymmetrischen Schwanzfedern mit schmaler Außen- und breiter Innenseite, die schon an die modernen Federn der heutigen Vögel erinnern und einen büschelartigen Federschwanz bilden. Wie auch der als "Urvogel" bekannte Archaeopteryx besaß Jianianhualong breite Federn an Armen und Beinen.

    Leider sind die vorderen Federn des Tieres nicht so gut erhalten geblieben wie die hinteren.

    Dies ist nach Aussage der Forscher der erste Nachweis, dass auch schon die frühen Troodontidae asymmetrische und somit flugtaugliche Federn besaßen.

    Die Frage, ob Jianianhualong schon richtig fliegen konnte, nur durch die Luft glitt oder seine asymmetrische Federn beim schnellen Laufen einsetzte, kann anhand des gefundenen Fossils jedoch nicht beantwortet werden.

    24.04.2017

    Masrasector, Prorotodactylus, Slimonia − Vorstellung dreier neu entdeckter Fossilien aus dem Eozän (Raubtier), der Trias (Fährte) und dem Silur (Seeskorpion)
    KURZNACHRICHT:

    Es wurden drei Entdeckungen vorgestellt:

    Masrasector nananubis: ein Hyaenodontidae aus dem ausgehenden Eozän.
    Obwohl der Name es vermuten lässt ("Hyänenzähner"), waren die Hyaenodontidae nicht näher mit den heutigen Hyänen verwandt. Entwicklungsgeschichtlich trennten sich die Hyaenodontidae vor 63 Millionen Jahren von den heutigen Raubtieren und existierten rund 50 Millionen Jahre lang. Zu den Hyaenodontidae zählen rund 20 Zentimeter lange Baumbewohner sowie 60 Kilogramm schwere Kolosse, die einen doppelt so großen Schädel besaßen, wie heutige Löwen. Der neu entdeckte, vermulich sehr flinke Masrasector lebte vor 34 Millionen Jahren im heutigen Afrika und wurde ähnlich groß wie ein Stinktier.

    Prorotodactylus mesaxonichnus: ein Archosaurier aus der frühen Trias.
    Vom Prorotodactylus kennt man bislang nur Fährten, noch keine Knochenreste. Anhand der bekannten Spuren, die auf ein Alter von 248 Millionen Jahren datiert werden und bis dato von nur zwei verschiedenen Arten der Prorotodactylus stammen, nahm man bislang an, dass es sich bei diesen Tieren um kleine, grazile, hochbeinig laufende Dinosauromorpha, also direkte Vorfahren der Dinosaurier handelte, zumal die Fußspuren darauf schließen ließen, dass die Beine unter dem Körper standen und die Stapfen Ähnlichkeiten zu dem später lebenden direkten Dinosaurier-Vorfahr Lagerpeton aufweisen. Die neu in den Pyrenäen entdeckten Spuren des Prorotodactylus mesaxonichnus lassen allerdings darauf schließen, dass diese Tiere evolutionär doch näher an den ursprünglichen Archosauriern lagen als bei den Dinosauromorpha.

    Slimonia acuminata: ein Eurypterida aus dem Silur.
    Eurypterida waren Seeskorpione, die bis zu drei Meter lang werden konnten, und von vor 461 bis vor 258 Millionen Jahren in den Meeren des Erdaltertums (Känozoikum) lebten. Sie ähnelten vom Aussehen her heute lebenden Asseln mit spitz zulaufendem Ende, das in eine Art Stachel übergeht, konnten ihren Hinterleib aber nicht wie die modernen Skorpione über den Kopf hinwegbiegen, um ihren Gegner zu stechen. Der neu entdeckte Slimonia acuminata lebte vor 430 Millionen Jahren im heutigen England und konnte seinen Hinterleib seitlich um 180 Grad biegen, so dass er in der Lage war, seinen Gegner mit den Scheren festzuhalten und seitlich zu stechen. Das würde bedeuten, dass Skorpione schon 150 Millionen Jahre früher ihren tödlichen Stachel entwickelten, als bislang angenommen.

    13.04.2017

    Teleocrater: 245 Millionen Jahre altes Archosaurier-Fossil aus Tansania könnte bisheriges Bild der ersten Dinosaurier grundlegend verändern
    KURZNACHRICHT:

    Aufgrund der bekannten frühen Vertreter der Dinosaurier wie Herrerasaurus und Eoraptor waren die Forscher bislang davon ausgegangen, dass auch deren Vorfahren zweibeinig laufende, kleine, leichtgebaute Fleischfresser waren und handelten zunächst Lagosuchus, später dann Marasuchus als möglichen gemeinsamen Vorfahren aller Dinosaurier.

    Im Jahr 2015 fanden Forscher dann in Tansania einen Archosaurier, der diesem Bild ziemlich widersprach. Nun veröffentlichten sie ihre Ergebnisse:

    Demnach gehörte der neu entdeckte Teleocrater rhadinus (so der Name des neuen Archosauriers), der auf ein Alter von 245 Millionen Jahren geschätzt wird, einer Schwesterngruppe der Dinosaurier an, die Aphanosaurier genannt wird. Dieses Gruppe steht an der Basis der gemeinsamen Stammeslinie der Dinosaurier, Flugsaurier und Vögel.

    Überraschend an dem Fund ist, dass Teleocrater vermutlich auf allen Vieren durch die Gegend watschelte und seine Fußgelenkt wie heutige Krokodile seitwärts abdrehen konnte. Mit einem Gewicht von schätzungsweise 30 Kilogramm und einer Länge von zwei bis drei Metern war er zudem erheblich größer und schwerer, als der nur 40 Zentimeter lange und auf 100 Gramm geschätzte Marasuchus.

    Laut Sterling Nesbitt vom Virginia Polytechnic Institute verändert Teleocrater "unsere Vorstellungen der frühesten Geschichte der Dinosaurier-Verwandten auf fundamentale Weise".

    03.04.2017

    Daspletosaurus horneri: Feinfülige Nase und mit Rüstungshaut geschützte Schnauze
    KURZNACHRICHT:

    In Montana sind Forscher auf die Überreste einer neue Tyrannosaurier-Art gestoßen, der sie den Namen Daspletosaurus horneri gegeben haben. Diese neue Tyrannosaurier-Art wurde vermutlich neun Meter lang und lebte vor 74 Millionen Jahren.

    An den sehr gut erhaltenen Schädel-Fossilien dreier Exemplare haben die Forscher Strukturen gefunden, die kleine Öffnungen für Nerven darstellen könnten, sogenannte "Foramina". Diese Foramina deuten darauf hin, dass Daspletosaurus sehr feinfühlige Nasen besaß. Sie schlussfolgern aus ihren Funden, dass möglicherweise sämtliche Tyrannosaurier diese Strukturen aufwiesen und somit sehr sensible Schnauzen hatten.

    Die Forscher vermuten, dass diese feinfühligen Nasen sowohl bei der Brutpflege (sanftes Wenden der Eier, vorsichtiges Schubsen der Jungtiere, Erfühlen der Nesttemperatur) als auch beim Paarungsverhalten (möglicherweise sanftes Aneinanderreiben der Köpfe als Vorspiel) von Bedeutung waren.

    Neben diesen Foramina konnten die Forscher aber auch Indizien dafür finden, dass Daspletosaurus ein lippenloses, geschupptes Gesicht besaß, deren Kiefern und Schnauze von einer harten, schützenden Rüstungshaut umgeben war.

    31.03.2017

    Zahnschmelzproben von T.rex "Tristan Otto" sollen Auskunft über seine Ernährungsweise geben
    KURZNACHRICHT:

    Dem im Berliner Naturkundemuseum ausgestellten Tyrannosaurus-rex-Modell mit dem Spitznamen "Tristan Otto" wurden winzige Zahnschmelzproben des Unterkiefers entnommen.

    Die Forscher hoffen bei der Untersuchung dieser Zahnproben konkrete Hinweise darauf zu finden, ob sich der T.rex ausschließlich von frischem Fleisch ernährt hat oder ob er auch Aas bzw. die Knochen nicht verschmähte.

    Möglicherweise finden die Forscher aber auch Antworten auf die Fragen, ob er sich saisonbedingt unterschiedlich ernährte und ob er vielleicht größere Wanderungen vollzog.

    Ergebnisse aus dieser Untersuchung werden erst im Sommer erwartet.

    Bisher hat man aber schon herausgefunden, dass "Tristan Otto" zu Lebzeiten vermutlich unter starken Zahnschmerzen litt und dass er möglicherweise einen Tumor im Kiefernbereich hatte.

    27.03.2017

    Gebiet mit riesiger Anzahl an Dinosaurier-Fußstapfen aus der Unterkreide in Australien entdeckt - von mindestens 21 verschiedenen Dinosaurierarte
    KURZNACHRICHT:

    Als die Regierung von Westaustralien 2008 in der Region Walmadany eine riesige Flüssiggas-Verarbeitungsanlage bauen wollte, wurden Forscher von den Ureinwohnern auf dort befindliche Dinosaurier-Spuren aufmerksam gemacht, die in dieser Vielfalt und Menge weltweit einzigartig sind.

    Forscher um Steve Salisbury haben daraufhin rund 400 Stunden lang den gut 25 Kilometer langen Küstenstreifen untersucht und die Funde dokumentiert. Sie fanden Tausende von Dinosaurier-Fußspuren. Nun veröffentlichten sie ihre Ergebnisse.

    Demnach sind die gefunden Fußspuren zwischen 140 und 127 Millionen Jahre alt und stammen von mindestens 21 verschiedenen Dinosaurierarten. Unter anderem findet sich hier der erste Nachweis, dass auch im heutigen Australien Stegosaurier lebten.

    Aber auch fünf weitere gepanzerte Pflanzenfresser-Arten, fünf zweibeing laufende Fleischfresser-Arten sowie vier zweibeinig laufende pflanzenfressende Ornithopoden-Arten und sechs langhalsige Sauropoden-Arten hinterließen hier ihre Abdrücke - der größte gefundene Fußabdruck wird mit einer Größe von 1,70 Metern Länge angegeben.

    Übrigens wurde das Bauvorhaben im Jahr 2013 aufgegeben, so dass diese Spuren erhalten blieben und nun weiter erforscht werden können. Bislang konnten nämlich nur 150 der Tausenden von Fußstapfen eindeutig zugeordnet werden.

    23.03.2017

    Mögliche Veränderungen im bisherigen Dinosaurier-Verständnis:
    − Sind Theropoden näher mit den Ornithischia verwandt als mit den Sauropoden?
    Saltopus - gab es die ersten Dinosaurier schon vor 247 Milionen Jahren?
    − Entwickelten sich die ersten Dinosaurier auf der Nordhalbkugel und nicht auf der Südhalbkugel?
    KURZNACHRICHT:

    Nach neuen Erkenntnissen, die jedoch noch gründlich weiter studiert und geprüft werden müssen, scheint sich innerhalb der Dinsoaurier-Klassifizierung ein gewaltiger Umbruch anzubahnen:

    Demnach könnten die Theropoden (meist fleischfressende Zweibeiner, bekanntester Vertreter: Tyrannosaurus rex ), die mit den Sauropoden (langhalsige, meist auf vier Beinen laufenden Dinosaurier, bekannte Vertreter: Brachiosaurus und Brontosaurus) bisher zur Gruppe der Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier) gezählt wurden, demnach näher den Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier, bekannte Vertreter: Triceratops und Stegosaurus) zugeordnet werden und würden dann mit diesen die neue Gruppe der Ornithoscelida bilden, während die Sauropoden allein in der Gruppe der Saurischia zurückbleiben würden.

    Diese neue Klassifzierung der Dinosaurier würde nicht nur eine Verschiebung der Theropoden beinhalten, sondern möglicherweise bei einigen Dinsoauriergruppen auch ganz neue Verwandtschaftsverhältnisse zutage treten lassen.

    Viele Paläontologen empfinden einen Neusortierung der Dinsoaurier-Gruppen sinnvoll, da gerade in den letzten Jahrzehnten unglaublich viele neue Erkenntnisse gewonnen wurden, die bei der ursprünglichen Entwicklung des Dinosaurier-Stammbaums noch nicht bekannt waren.

    So könnten sich auch einige Rätsel innerhalb der Dinosaurier-Entwicklung leichter lösen lassen, zum Beispiel die Frage, warum sowohl die Theropoden Federn ausbildeten als auch einige Vertreter der bislang nicht mit den Theropoden verwandten Ornithischia, während die näher mit den Theropoden verwandten Sauropoden keinerlei Hinweise auf einen Federbesatz aufzeigten. Eine Klassifizierung, die die Theropoden weiter in die Nähe der Ornithischia rückt und die enge Verwandtschaft zu den Sauropoden kappt, könnte diese Entwicklung besser erklären.

    Zudem würde das auch die Ähnlichkeit des Beckenaufbaus zwischen den Nachfahren der Theropoden - den Vögeln - und dem der bislang nicht mit den Vögeln verwandten "Vogelbecken-Dinosaurier" erklären.

    Allerdings würde diese Klassifizierung wiederum nicht erklären, warum sowohl die Theropoden als auch die Sauropoden sogenannte "pneumatische Knochen" besaßen - d.h. Knochen, die teilweise mit Luftsäcken gefüllt waren, während die Ornithischia keine luftgefüllten Knochen aufweisen.

    Während sich durch eine solche neue Klassifizierung also einige Fragen beantworten lassen würden, täten sich gleichzeitig neue Fragen auf, die wieder schwer zu beantworten wären. Daher wird es sicherlich noch mehrere Jahre dauern, bis sich diese - oder eine ganz andere - Neuklassifizierung der Dinosaurier durchsetzen wird.

    Neben dieser grundlegenden und tiefgreifenden Veränderung innerhalb des Dinosaurier-Stammbaums könnte zudem ein Fossil namens Saltopus neue Details über den Ursprung der Dinosaurier liefern und diesen auf die Zeit vor 247 Milionen Jahren vorverlegen - also etwas früher als bislang angenommen.

    Und als dritte Umwälzung der bisherigen Theorien könnte der Ursprung der Dinosaurier, der bisher auf der Südhalbkugel angenommen wurde, möglicherweise auf der Nordhalbkugel gelegen haben - allerdings ist diese These nicht ganz unumstritten.

    06.03.2017

    Warum viele Dinosaurier auf zwei Beinen liefen
    KURZNACHRICHT:

    Schaut man sich die Fortbewegungsart der Dinosaurier an, fällt auf, dass es unter ihnen eine große Anzahl von Arten gab, die auf zwei Beinen liefen. Schaut man sich hingegen die Fortbewegungsart von Säugetieren, Echsen oder Amphibien an, muss man feststellen, dass es unter diesen Tiergruppen vergleichsweise wenige Zweibeiner gibt. Woher kommt das?

    Mit dieser Frage hat sich eine Forschergruppe um den kanadischen Paläontologen Scott Persons von der University of Alberta in Edmonton beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass es mit den Vorfahren bzw. frühen Vertretern der verschiedenen Tiergruppen zu tun hat.

    Man geht allgemein davon aus, dass sich die Dinosaurier aus Protosauriern entwickelten, die zwar überwiegend auf vier Beinen liefen, sich aber in Gefahrensituationen auf ihre Hinterbeine aufrichteten, um schneller wegrennen zu können. Zur Unterstützung dieser bipeden Fortbewegungsart hatten sie kräftige Schwänze als Gegengewicht zur aufrechten Haltung entwickelt, die im Zusammenspiel mit den muskulösen Hinterläufen eine enorme Schnelligkeit ermöglichten.

    Im Laufe der Evolution passte sich ein Teil der Dinosaurier immer mehr dem zweibeinig-aufrechten Gang an, indem die Hinterbeine länger wurden und die Vordergliedmaße kürzer, um das vordere Gewicht zu reduzieren. Immer längere Strecken konnten zweibeinig zurückgelegt werden; auch die Schnelligkeit nahm zu. Irgendwann verzichteten dann einige Dinosaurierarten ganz auf den vierbeinigen Gang und liefen ausschließlich aufrecht auf zwei Beinen, so die Forscher.

    Dass sich unter den Säugetieren das bipede Laufen nicht durchgesetzt hat, liegt ebenfalls an den frühen Formen der Säuger bzw. an deren Vorfahren. Viele von ihnen bauten zur Zeit der Dinosaurier und auch schon im Perm Höhlen, in die sie sich verkrochen. Beim Kriechen in den engen Gängen wären ein kräftiger Hinterteil und ein langer Schwanz, an dem ein Beutejäger das Tier aus der Höhle hätte ziehen können, eher nachteilig gewesen. Vorteilhafter war ein kräftiges Vorderteil mit muskulösen Vorderarmen, die beim Graben und Vorwärtsbewegen eingesetzt werden konnten.

    So war die Entwicklung der Säuger von vornherein auf eine andere Anatomie ausgelegt. Als dann nach dem Aussterben der Dinosaurier viele frei gewordenen ökologischen Nischen von den Säugern neu besetzt wurden, fehlte den meisten Säugetieren der kräftige Hinterleib, um sich längere Zeit biped fortbewegen zu können. So mussten sie andere Strategien entwickeln, um auf vier Beinen die Schnelligkeit zu steigern.

    03.03.2017

    Laser-induzierte Fluoreszenz (LIF) macht Weichgewebe bei Anchiornis sichtbar
    KURZNACHRICHT:

    Mit einer neuen Methode, der sogenannten laser-induzierte Fluoreszenz (LIF) ist es Forschern gelungen, an den 160 Millionen Jahren alten, fossilen Knochen von Anchiornis Partikel des Weichgewebes sichtbar zu machen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

    Anchiornis war ein 30 Zentimeter langer vogelähnlicher Dinosaurier, dessen Überreste erstmals 2009 im Nordosten Chinas gefunden und beschrieben wurden, und von dem inzwischen über 200 weitere Exemplare bekannt sind. Die gefundenen Fossilien wurden, obwohl alle von Anchiornis stammend, bei ihrer Beschreibung unterschiedlichen Gruppen zugeordnet, alledings waren sich alle Forscher darin einig, dass Anchiornis ein basaler Vertreter der Gruppe der vogelähnlichen Dinosaurier war, in die auch die modernen Vögel eingeordnet werden.

    Anchiornis zeichnet sich durch trommelstockförmige Beine, lange Unterarme, einen langen, schmalen Schwanz und einer dichten Befiederung aus. Mithilfe des LIF konnten sowohl schuppige Füße (ähnlich wie bei einem Huhn) als auch eine Flughaut, das sogenannte "Patagium" nachgewiesen werden, dass sich vom Unterarm zum Oberarm spannt und dem Tier zumindest einen Gleitflug ermöglichte. Auch eine aktive Flugfähigkeit kann nicht ausgeschlossen werden, allerdings reicht die Existenz des Patagium als Indiz dafür alleine nicht aus, da auch moderne, nicht des Fluges fähige Vögel ein solches Patagium aufweisen, wie z.B. der Weka von Neuseeland.

    Ähnlich wie auch bei Microraptor und Archaeopteryx, spricht man bei Anchiornis ebenfalls von einem "Vierflügler", dessen Federn an den Beinen so ausgeprägt waren, dass sie möglicherweise das Fliegen oder Gleiten unterstützten.

    28.02.2017

    Angeblicher Torosaurus in Albuquerque entpuppt sich als eine bislang unbekannte Ceratopsier-Gattung
    KURZNACHRICHT:

    Bei Untersuchungen von angeblichen Torosaurus-Fossilien im New Mexico Museum für Naturgeschichte und Wissenschaft in Albuquerque ist einem dort beschäftigen Paläontologen aufgefallen, dass diese Fossilien wahrscheinlich nicht von Torosaurus stammen, sondern von einer, bislang unbekannten Ceratopsier-Gattung, die wie auch Triceratops und Torosaurus am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren lebte und Pflanzenfresser war.

    Im letzten Jahr wurden bei einer Expedition im süd-zentralen New Mexico in der McRae Formation weitere Fossilien dieser neuen Ceratopsier-Gattung ausgegraben, auch weitere Teile des Schädels.

    Bisher ist dieser neue Ceratopsier aber noch nicht offizielle beschrieben worden, soll aber auf einer offiziellen Tagung im April in Socorro offiziell vorgestellt werden.

    23.02.2017

    Noch namenloser Riesenpinguin aus dem frühen Pleistozän lief schon aufrecht wie moderne Pinguine
    KURZNACHRICHT:

    Forscher des Senckenbergmuseums in Frankfurt haben zusammen mit neuseeländischen Forschern die Überreste einer bislang unbekannten Pinguinart aus dem frühen Pleistozän beschrieben, die ein Hobbysammler durch Zufall am Waipara-Fluss auf der Südinsel Neuseelands entdeckt hatte. Einen Namen hat diese neue Art scheinbar noch nicht.

    Das Besondere an dieser ausgestorbenen Pinguinart ist zum einen, dass sie nur fünf Millionen Jahre nach dem Ende der Dinosaurier lebte, also vor 61 Millionen Jahren - und zum anderen, dass sie mit einer Größe von 1,50 Metern die zweitgrößte Pinguinart ist, die - soweit wir heute wissen - jemals gelebt hat. Nur ein später lebender Verwandter dieses Riesenpinguins, Anthropornis nordenskjoeldi, der vor 45 bis 33 Millionen Jahren gelebt hat, wurde mit einer Länge von 1,80 Metern noch größer.

    Gefunden wurde ein Beinknochen, der sich von den entsprechenden Knochen anderer früher Pinguine unterscheidet. So liefen die frühen Pinguine noch sehr stark nach vorne geneigt, wie man bei einer Rekonstruktion des Waimanu sehen kann, der zu einer ähnlichen Zeit gelebt hat, wie der neu entdeckte Riesenpinguin und der als der älteste bisher gefundene Pinguin gilt. Im Gegensatz zum Waimanu watschelte der neu entdeckte Riesenpinguin wahrscheinlich schon aufrecht, wie wir es von den heute lebenden Pinguinen kennen.

    Dass neben dem eher urtümlichen Pinguin Waimanu nun auch eine Pinguinart mit modernem aufrechten Gang gefunden wurde, lässt die Forscher vermuten, dass die Artenvielfalt unter den Pinguinen zu diesem Zeitpunkt schon größer gewesen ist, als vermutet. Daraus schließen die Forscher, dass die Entwicklung der Pinguine schon viel früher eingesetzt haben muss - vermutlich schon zu Zeiten der Dinosaurier.

    21.02.2017

    Euchambersia: Benutzte der Therapside aus dem Perm beim Beißen Gift?
    KURZNACHRICHT:

    Forscher sind in Südafrika auf zwei rund 260 Millionen Jahre alte, fossile Schädel einer Therapsidenart mit dem Namen Euchambersia gestoßen, die möglicherweise Anpassungen an toxische Bisse zeigen.

    So fanden die Forscher im Schädel dieses kleinen, hundeähnlichen Säugetiervorfahren eine runde Vertiefung, von der aus feine knöcherne Kanäle zu den Zähnen und in den Mundraum führten sowie scharfe Furchen in den Zähnen. Dies deuten die Forscher als mögliche Giftdrüsen, die das Gift in den Mundraum leiteten und beim Beißen den giftigen Speichel in das andere Tier injezierten.

    Entweder, so spekulieren die Forscher, hätte Euchambersia damit seine Feinde abwehren können - oder, was wahrscheinlicher sei, hätte Euchambersia damit seine Beute gelähmt bzw. getötet.

    Falls es sich bei den anatomischen Merkmalen tatsächlich um Giftdrüsen handeln sollte, wäre Euchambersia das bislang früheste bekannt Tier, dass Gift produzierte. Schlangen, die heute die bekanntesten Giftbeißer sind, entwickelten sich erst 100 Millionen Jahre nach dem Auftreten Euchambersias.

    16.02.2017

    Knoetschkesuchus: Überreste eines bislang unbekannten Urkrokodils aus dem oberen Jura in der Nähe von Goslar im Harz entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben nahe Goslar im Harz neben kleinen Fossilienbruchstücken auch zwei hervorragend erhalten gebliebene Schädel und diverse Skelettreste weiterer Individuuen unterschiedlichen Alters einer ausgestorbenen Krokodilgattung gefunden. Da die Überreste zum großen Teil in Sediment eingebettet waren, konnten sie zunächst nicht eindeutig bestimmt werden und wurden vorläufig einer aus dem oberen Jura von Südengland bekannten Urkrokodilgattung namens Theriosuchus zugeordnet.

    Nun wurden die Steinplatten mit den Fossilien mit Hilfe eines Computertomographen genau durchleuchtet und eine präzise Rekonstruktion des Schädels hergestellt. Dabei ergaben sich zum einen deutliche Unterschiede zum Schädel des Theriosuchus, zum anderen aber auch so große Ähnlichkeiten mit einem aus dem oberen Jura von Portugal stammenden Urkrokodil, welches ursprünglich Theriosuchus guimarotae benannt wurde, dass für diese beiden Exemplare ein neuer Gattungsname gefunden werden musste: Knoetschkesuchus - benannt nach dem wissenschaftlichen Leiter des Dinosaurier-Parks Münchehagen am Steinhuder Meer Nils Knötschke.

    Konkret zeichnet sich Knoetschkesuchus durch eine kurze Schnauze, große Augen und zwei Arten von Zähnen aus: spitzen Kegelzähnen im vorderen Kieferbereich und rundlicheren lanzettförmigen Zähne im hinteren Kieferbereich. Auch ein zusätzliches Knochenfenster vor den Augen und ein Knochenfenster im Unterkiefer sind typische Merkmale dieses Urkrokodils.

    Der im Harz entdeckte Knoetschkesuchus langenbergensis (benannt nach dem Fundort Langenberg) war nur rund 50 Zentimeter lang und lebte vor ca. 154 Millionen Jahren an den sumpfigen Rändern einer Insel im Jurameer, möglicherweise zusammen mit dem im Jahr 2006 beschriebenen Zwergsauropoden Europasaurus holgeri. Vermutlich ernährte sich Knoetschkesuchus - nach seinen Zähnen zu schließen - vorwiegend von Insekten.

    14.02.2017

    245 Millionen Jahre altes Dinocephalosaurus-Fossil zeigt wahrscheinlich Muttertier mit Embryo und verweist auf Lebendgeburten bei dieser Art von Protosaurier
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Chinas wurden schon im Jahr 2008 die Überreste einer ausgestorbenen Protosauria-Art entdeckt, die vor 245 in der mittleren Trias gelebt hat, deren besondere Bedeutung erst jetzt erkannt wurde.

    Dinocephalosaurier, so der Name der Protosaurier-Art, gehörten zu den Archosauromorpha, lebten als Fischjäger im Meer und besaßen paddelförmige Füße und einen langen Hals, der aus 25 Wirbeln bestand und somit wahrscheinlich sehr beweglich war. Der ausgewachsene Dinocephalosaurus war insgesamt knapp drei Meter lang, wovon der Hals mit einer Länge von 1,7 Metern mehr als die Hälfte ausmachte.

    Schon vor einiger Zeit war den Forschern aufgefallen, dass im Inneren des Dinocephalosaurus-Skeletts ein Miniskelett eines anderen Dinocephalosaurus lag, doch konnte nicht sofort ermittelt werden, ob es sich dabei um einen Embryo oder ein kürzlich verschlungenes Jungtiert handelt.

    Nach eingehenden Studien sind sich die Forscher nun aber einig, dass es sich dabei um ein noch nicht geborenes Jungtier und nicht um die letzte Mahlzeit handelt.

    Viele Indizien sprächen, laut Forscher, für eine Lebendgeburt bei diesem gemeinsamen Vorfahren von Krokodil, Dinosaurier und Vogel:

    Erstens: Das Miniskelett ist vollkommen vom großen Skelett eingeschlossen, was dafür spricht, dass die beiden Tiere zeitgleich gestorben sind und gegen die Möglichkeit, dass das eine Fossil das andere überlagert hat.

    Zweitens: Der Kopf des Embryos zeigt nach vorn, was bei Lebendgeburten im Wasser typisch ist. Während Landtiere meist mit dem Kopf zuerst geboren werden, gebären Wale und andere lungenatmende Wassertiere ihre Jungtiere mit dem Schwanz vorneweg, damit sie, sobald sie ganz aus dem Mutterleib heraus gekommen sind, sofort an die Wasseroberfläche schwimmen können, um Luft zu atmen.

    Drittens: Die Lage des Miniskeletts spricht gegen ein Beutetier, da diese in der Regel mit dem Kopf zuvor verschlungen und so auch verdaut werden.

    Viertens: Das Miniskelett liegt in einer typischen Embryonalhaltung.

    Fünftens: Es wurden keine Hinweise auf kalkhaltige Eierschalen gefunden, dafür aber auf verkalkte Knochen bei dem Jungtier, was auf eine fortgeschrittene Entwicklung hindeutet. Somit wird es seine weitere Entwicklung nicht außerhalb des Mutterkörpers in einem Ei fortgesetzt haben.

    Sechstens: Weitere Untersuchungen zeigten, dass das Geschlecht genetisch festgelegt war - anders als bei Krokodilen und Schildkröten, bei denen das Geschlecht von der Umgebungstemperatur im Nest abhängt.

    Siebtens: Beim Muttertier konnte ein dehnbares Becken nachgewiesen werden, was ebenfalls für eine Lebendgeburt spricht.

    Vermutlich ließ der Körperbau mit den Paddelflossen und dem überlangen Hals es ohnehin nicht zu, dass Dinocephalosaurus an Land kroch, um Eier abzulegen. Insofern war die Lebendgeburt wahrscheinlich für diese Tierart notwendig, um im Wasser existieren zu können.

    Mit diesem Fund ist erstmals eine Lebendgeburt bei den Archosauromorpha nachgewiesen worden. Gleichzeitig gilt dieser Fund als der älteste Nachweis der Fortpflanzungsstrategie bei dieser Tiergruppe. Durchgesetzt hat sich die Lebendgeburt in dieser Tiergruppe jedoch nicht. Denn ab dem Jura sind keinerlei Hinweise mehr bekannt, die bei Krokodilen, Dinosauriern oder Vögeln auf Lebendgeburten hindeuten.

    13.02.2017

    Die Lavamassen des Dekkan-Traps in Indien stammen möglichweise sowohl aus dem Réunion- als auch aus einem Kommoren-Hotspot
    KURZNACHRICHT:

    Der Dekkan-Trapp in Indien hat beim Massensterben vor 66 Millionen Jahren eine bedeutende Rolle gespielt, darin ist sich die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler einig. Die Dauer der Eruptionen wird von mehrer hunderttausend Jahren bis zu mehrere Millionen Jahren angegeben.

    Die Lavaströme überzogen ein Gebiet von 600.000 Quadratkilometern und sind noch heute in Form von mehr als 1000 Meter dicker erstarrter Basaltlava zu erkennen. Die bei den Eruptionen freigesetzten Gase und Aschemengen veränderten das Klima der Welt einschneidend.

    Doch wo stammte diese riesige Menge Lava her, die aus den Vulkanen strömte? Diese Frage war lange unbeantwortet.

    Nun haben Forscher der Universität von Québec in Montreal mithilfe eines Computermodells eine mögliche Antwort auf diese Frage gefunden:

    Als Indien sich damals vom afrikanischen Kontinent gelöst hatte und in Richtung Norden davon driftete, zog es über den Réunion-Hotspot hinweg, der nach Berechnung der Wissenschaftler schon vor 68 Millionen Jahren aktiv war und damals rund 40 Millionen Kubikkilometer Magma produzierte.

    Zusätzlich zu diesem Réunion-Hotspot, der schon länger im Verdacht stand, für die Magmamassen verantwortlich gewesen zu sein, fanden die Forscher mithilfe ihres Computermodells auch noch einen Hotspot unter den heutigen Kommoren, der ihren Berechnungen zufolge rund 35 Millionen Kubikkilometer Magma beisteuerte.

    Die Menge an geschmolzenem Gestein, das diesen beiden Hotspots entsprang, könnte laut Forschern die riesige Menge Basalt erklären, die am Ende der Kreidezeit und noch einige Zeit danach das heutige Indien überflutete.

    10.02.2017

    Lufengosaurus: 195 Millionen Jahre altes Kollagen aus einem fossilen Hüftknochen gibt Hoffnung, Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Dinosaurier besser ermitteln zu können
    KURZNACHRICHT:

    Ein erneuter Fund von Kollagen begeistert die Wissenschaftler - dieses Mal in einer Rippe eines Lufengosaurus, enes zweibeinig laufenden Sauropodomorpha, der vor 195 Millionen Jahren im Unterjura gelebt hat.

    Die Forscher fanden das Kollagen innerhalb eines Knochens mithilfe von technischen Geräten, ohne den Knochen zerstören zu müssen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um um das Kollagen aus den Gefäßkanälen des Knochens. Möglicherweise spielt das Eisen im Blut der Tiere eine Rolle bei der Erhaltung des Kollagens, so die Forscher.

    Da Kollagen und Proteine typische Infrarotabsorptionsspektren besitzen, kann man mit Hilfe dieser Technik entsprechende Hinweise auf das Vorhandensein finden.

    Damit ergibt sich ein ganz neues Feld für die Erforschung der Dinosaurier. Bislang konnte man nur anhand des Knochenbaus auf Verwandtschaftsverhältnisse zwischen verschiedenen Dinosaurier-Arten schließen. Da sich das Protein im Kollagen bei unterschiedlichen Tiergruppen auch in seiner Zusammensetzung unterscheidet, könnte man nun auch daran ermitteln, welche Tiergruppen enger beeinanderstehen und welche weiter entfernt miteinander verwandt sind.

    Bisher versuchen die Forscher noch zu ergründen, woran es liegt, dass sich das Kollagen - entgegen früherer Meinungen - doch so lange halten konnte. Die nächste Herausforderung wird aber dann sein, sichere Methoden zu entwickeltn, mit denen man das Kollagen für intensivere Studien aus dem Knochen herauslösen kann.

    01.02.2017

    Bulbasaurus: Früher Dicodontier des Perm mit Merkmalen späterer Vertreter war Pflanzenfresser
    KURZNACHRICHT:

    In Südafrika haben Forscher das Fossil einer neue Art aus der Gruppe der Diconydontier ("Zweihundezähner") gefunden, die eine Art Übergang bildet zwischen den früheren und späteren Arten.

    Die Dicynodontier gehören zu den sogenannten säugetierähnlichen Reptilien, die gemeinhin als Vorläufer der späten Säugetiere gelten.

    Das neu entdeckte Fossil wird auf ein Alter von 260 Millonen Jahren geschätzt und lebte somit zur Zeiten des Perm, also noch vor den ersten Dinosauriern.

    Im Perm galten die säugetierähnlichen Reptilien als die herrschende Tiergruppe, die später im Mesozoikum von den Dinosauriern verdrängt wurden.

    Das neu entdeckte Fossil erhielt den Namen Bulbasaurus phylloxyron, hatte in etwa die Größe eines Hundes, einen ähnlichen Körperbau wie ein Schwein und wies wie die die anderen Vertreter der Dicynodontier einen Schildkrötenschnabel mit zwei deutlichen Eckzähnen auf. Das Besondere an Bulbasaurus war jedoch die verhältnismäßig überdurchschnittliche Größe der Hauer: die Zähne waren zwei Zentimeter lang bei einer Kopflänge von 14 Zentimetern.

    Trotz dieses gefährlichen Aussehens war Bulbasaurus jedoch ein Pflanzenfresser.

    Obwohl Bulbasaurus zu den frühen Dicynodontier zählt, weist sein breiter Schädel jedoch schon viele Eigenschaften auf, die man von den späteren Dicynodontiern kennt.

    30.01.2017

    Saccorhytus: Fossil der bislang primitivsten Form der Neumünder aus dem frühen Kambrium entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China sind Forscher auf winzige Fossilien gestoßen, die möglicherweise am Beginn der zu den Wirbeltieren führenden Evolution standen. Rund 540 Millionen Jahre alt lebten diese Tiere zum Beginn des Kambriums und erreichten eine Größe von nur 1,3 Millimetern.

    Das Besondere an diesem Tier ist jedoch die Einordnung in die Gruppe der sogenannten Neumünder, zu denen auch unserere Vorfahren und letztendlich auch wir Menschen gehören.

    Dieses Tier, das aufgrund seines runden, sackähnlichen Aussehens den Namen Saccorhytus coronarius (übersetzt: "faltiger Sack mit Kronenmaul") erhielt und die bisher primitivste Form der Neumünder darstellt, besaß einen symmetrischen Körperbau (d.h. zwei Seiten, die sich spiegelbildlich gegenüber lagen), einen großen, dehnbaren Mund, der es ihm erlaubte auch im Verleich zu ihm riesige Nahrung aufzunehmen, und trotz der winzigen Größe Muskelgewebe, das wahrscheinlich rhythmische Bewegungen verursachte, mit dem sich Saccorhytus durch das Wasser fortbewegen konnte. Allerdings gehen die Forscher davon aus, da das winzige Tier auch Borsten besessen hat, dass es in erster Linie im Sand am Meeresgrund gelebt hat. Darüberhinaus zeigte das Fossil acht kleine Öffnungen, die die Forscher als Vorläufer von Kiemen identifizierten.

    Seltsamerweise besaß dieses Tier aber noch keinen Anus, so dass das große Maul vermutlich auch für das Ausscheiden von Stoffwechselprodukte benutzt wurde.

    "Saccorhytus ermöglicht uns nun Einblicke in die sehr frühen Stufen einer Evolutionsgeschichte, die erst zu den Fischen und schließlich am Ende auch zu uns geführt hat", erklären die Forscher.

    27.01.2017

    Hatzegopteryx: War vor 70 Millionen Jahren ein Flugsaurier der Topjäger auf der Insel Hateg im Tethys-Meer?
    KURZNACHRICHT:

    Bereits seit dem Jahr 2002 ist der Flugsaurier Hatzegopteryx mit einer Spannweite von bis zu 12 Metern und einem Gewicht von 250 Kilogramm bekannt. Er lebte in der Oberkreide im heutigen Europa. Ein neuer Fund aus Rumänien bringt nun weitere Details ans Tageslicht:

    Der neue Fund stammt aus dem heutigen Transilvanien von einer Gegend, die vor 70 Millionen Jahren zu der Insel Hateg im Tethys-Meer gehörte. Bislang zeichnete sich diese Gegend hauptsächlich durch Funde von kleineren Dinosauriern aus. Größere Fleischfresser konnten bisher noch nicht entdeckt werden. Das ändert sich nun mit dem Fund der Überreste dieses Flugsauriers.

    Anders als andere Flugsaurier, die sich durch einen langen Hals und entsprechende Beine kennzeichneten, war Hatzegopteryx eher kompakt gebaut: kurzer, kräftiger Nacken mit breiten Wirbeln, kräftigen Beinen und starken Rücken- und Flugmuskeln. Sein Maul war außerordentlich breit.

    In Anbetracht dessen, dass auf der ehemaligen Insel Hateg bislang keine dominierenden Jäger entdeckt wurden, gehen die Forscher davon aus, dass Hatzegopteryx der Spitzenräuber dieses Habitats war. Der Körperbau und das breite Maul sprächen dafür, so die Forscher, dass Hatzegopteryx auch größere Beute schlagen konnte, unter anderem auch ponygroße Dinosaurier, die er - laut Forscher - im Ganzen schlucken konnte.

    26.01.2017

    Aethiocarenus: Ausgestorbenes flügelloses Insekt mit dreieckigem Kopf aus der Kreidezeit erhält eigene Ordnung
    KURZNACHRICHT:

    In einem rund 100 Miilionen Jahre alten, aus dem heutigen Burma stammenden Bernstein haben Forscher ein außergewöhnliches Insekt gefunden, das so viele Unterschiede zu allen bisher bekannten Insekten aufweist, dass zur Klassifizierung dieses neuen Insektes eigens eine eigene Ordnung eingerichtet wurde: die Aethiocarenodea.

    Das neu entdeckte Insekt, das den Namen Aethiocarenus burmanicus erhielt und zur Zeiten der Dinosaurier lebte, zeichnet sich durch einen flachen, flügellosen Körper aus, langen dünnen Beinen und einem charakteristischen Kopf: dreieckig; die Spitze zeigt in Richtung Hals, während an den Außenspitzen der Basis die Augen saßen.

    Die Forscher vermuten, dass Aethiocarenus seinen Kopf um 180 Grad drehen konnte und durch die weit auseinanderliegenden Augen eine gute Rundumsicht hatte, mit denen es schnell irgendwelche Fressfeinde ausmachen konnte.

    Darüberhinaus fand man bei diesem Insekt im Nackenbereich mehrere Drüsen, aus denen vermutlich in Gefahrensituationen ein Abwehrsekret heraustrat.

    Wahrscheinlich lebte Aethiocarenus auf der Rinde von Bäumen und suchte dort nach Milben, Würmern oder auch Pilzen.

    Über die Gründe, warum dieses wehrhafte, charakteristische Insekt ausstarb ohne Nachkommen zu hinterlassen, können die Forscher nur spekulieren. Möglicherweise war es zu sehr auf eine bestimmte Nahrung spezialisiert, die mit dem Verschwinden der entsprechenden Bäume auch verloren ging.

    25.01.2017

    Trilobiten: Triarthrus schleppte sein Gelege am Kopfteil mit − Fossil eines Megistaspis gibt Auskunft über Weichteile und Beine
    KURZNACHRICHT:

    Zum ersten Mal wurde das Fossil eines Trilobiten entdeckt, der am Kopfteil ein Bündel mit neun Eiern trägt. Die erste Vermutung, es könne sich dabei um Trilobiten-Eier handeln, wurde mithilfe eines Computertomographen bestätigt, der deutlich machte, dass das Bündel tatsächlich mit dem Körper verbunden war.

    Bei dem Trilobitenfossil, das auf ein Alter von rund 450 Millionen Jahren geschätzt wird, handelt es sich um einen Vertreter der Art Triarthrus eatoni.

    Die Forscher erhoffen sich nun weitere Erkenntnisse über das Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten der Trilobiten.

    Trilobiten lebten nahezu während des ganzen Paläozoikums, der Ära, die vor dem Mesozoikum liegt, welches als Zeitalter der Dinosaurier bekannt ist. Die ersten Trilobiten tauchten kurz nach der sogenannten Kambrischen Explosion vor 521 Millionen Jahren auf und starben am Ende des Perm vor 251 Millionen Jahren aus.

    Bereits vor einer Woche wurde auf Spiegel-Online noch eine weitere Nachricht zu den Trilobiten veröffentlicht:

    Demnach wurden drei fossile Exemplare der Art Megistaspis hammondi entdeckt, die außergewöhnlich gut erhalten geblieben sind und auf ein Alter von 480 Millionen Jahren geschätzt werden.

    Zusammen mit ihrem harten Panzer wurden zum ersten Mal auch Abdrücke der Weichteile dieser Tiere gefunden, unter anderem dem der Beine.

    Nach dem Fund zu schließen besaßen Trilobiten sogenannte Spaltbeine - Gliedmaße, die in zwei Teile mit unterschiedlichen Aufgaben gespalten sind. Der außen gelegene Teil des Beins wird Schwimm- oder Kiemenbein (auch "Expodit") genannt und ist mit fächerartigen Strukturen besetz, der innen gelegene Teil des Beins wird Laufbein (auch "Endopodit") genannt. Wie die Namen schon vermuten lassen, wurde der äußere Beinteil vermutlich beim Schwimmen eingesetzt und bei der Aufnahme von Sauerstoff, während der innere Beinteil der Fortbewegung auf dem Grund des Meeres diente.

    24.01.2017

    Magnuviator: 75 Millionen Jahre altes Fossil einer wahrscheinlich ausgestorbenen Eidechsen-Art auf dem "Egg Mountain" entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Der Fund von zwei vollständigen leguanartigen Fossilien in Montana begeistert die Wissenschaftler.

    Gefunden wurden die Überreste der auf den Namen Magnuviator ovimonsensis getauften, nicht zu den Dinosauriern zählenden Eidechsen auf dem bekannten "Egg Mountain", auf dem im Jahr 1978 Jack Horner zum ersten Mal Überreste von Maiasaura-Gelegen und Dinosaurier-Embryonen entdeckt hatte. Auch Orodormeus und Troodon hatten hier ihre Nester angelegt.

    Zur gleichen Zeit, in der auch Maiasaura, Orodromeus und Troodon hier lebten, existierte auch Magnuviator, dessen Überreste auf ein Alter von 75 Millionen Jahren datiert werden.

    Magnuviator hatte Zähne, die für einen Insektenfresser sprechen. Da auf dem Egg Mountain unter anderem auch Wespenpuppen nachgewiesen wurden, könnte sich Magnuviator von diesen ernährt haben. Allerdings ist dies bisher nur Spekulation. Bei einer Körperlänge von 14 Zentimetern könnte Magnuviator auch größere Beutetiere oder Pflanzen gefressen haben.

    Um Pflanzen erfolgreich zu verdauen, bedarf es einer gewissen Körpergröße und die von Magnuviator hätte dafür ausgereicht, so die Forscher.

    Übersetzt heißt der Name Magnuviator ovimonsensis übrigens "mächtiger Reisende vom Egg Mountain".

    Nach näherer Untersuchung stellten die Forscher fest, dass Magnuviator nur entfernt mit anderen fossilen nordamerikanischen Eidechsen verwandt war und sein nächster Verwandter wohl in der Mongolei lebte. Auch mit heute lebenden Eidechsen Nordamerikas scheinen sie höchsten weitläufig verwandt zu sein. Daher vermuten die Forscher, dass Magnuviator mit den Nicht-Vogel-Dinosauriern am Ende der Kreidezeit ausgestorben ist.

    23.01.2017

    Brachylophosaurus: Bestätigung des Kollagenfundes in einem 80 Millionen Jahre alten Knochen
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam um Mary Schweitzer hat unter sterilen Bedingungen einzelne Peptide aus Dinosaurier-Kollagen isoliert und konnte somit nachweisen, dass auch noch nach 80 Millionen Jahren Proteine nachweisbar sind.

    Bereits im Jahr 2009 wurden Proteine bei einem Oberschenkelknochen eines aus der Kreidezeit des heutigen Montanas stammenden Brachylophosaurus canadensis nachgewiesen, doch war diese Studie umstritten und es wurden ihr Verunreinigungen unterstellt.

    In einer neuen Studie, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden, hat nun ein amerikanisches Forscheteam gewissenhaft darauf geachtet, die Proben nicht zu verunreinigen und konnte aus dem Kollagen des 80 Millionen Jahre alten Dinosaurierknochens acht Peptid-Sequenzen extrahieren: Zwei entsprachen genau den vor acht Jahren isolierten Sequenzen, dazu sechs neue.

    Die neuen Sequenzen zeigen Ähnlichkeiten mit dem Kollagen von Krokodilen und Vögeln, was allerdings auch zu erwarten war.

    "Wir wollten demonstrieren, dass es möglich ist, wiederholt infomative Peptid-Sequenzen aus alten Fossilien zu gewinnen", erklären die Forscher.

    16.01.2017

    Kurzfristige "Eiszeit" nach Meteoriteneinschlag könnte zum Aussterben der Dinosaurier beigetragen haben
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie zum Massensterben am Ende der Kreidezeit berichtet nun davon, dass die Dinosaurier (und mit ihnen rund 70 Prozent sämtlichen Lebens) vermutlich erfroren sind.

    Am Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) wurde mithilfe eines gekoppelten Klimamodells für Atmosphäre, Ozean und Eis festgestellt, dass nachdem die Temperaturen direkt nach dem vermuteten Chicxulub-Meteoriten rasant nach oben geschnellt waren, sich das Klima um mehrere Grade rapide abkühlte, so dass es mehrere Jahre lang im Mittelwert unter dem Gefrierpunkt lag.

    Die errechneten Werte zeigen einen Abfall von mindestens 26 Grad Celsius an und einem Beibehalten dieser tiefen Temperaturen in einem Zeitraum von drei bis 16 Jahren. Die Forscher vermuten, dass sich das Klima erst nach rund 30 Jahren wieder normalisierte.

    Neben der extremen Kälte wird auch das Nahrungangebot drastisch zurückgegangen sein.

    Darüberhinaus wird auch die Oberflächentemperatur der Ozeane mächtig abgekühlt sein, so dass das Wasser an der Oberfläche schwerer wurde, nach unten absackte und warme, nährstoffreiche Wassermassen aus der Tiefe nach oben trieb, was zur Folge gehabt haben könnte, dass sich auf dem Wasser eine möglicherweise toxische Algenblüte in Massen entwickelte. Dies wiederum könnte Auswirkungen auf die Ökosysteme im Meer und an den Küsten gehabt haben, so die Forscher.

    02.01.2017

    Protoceratops und Hypacrosaurus: Dinosaurier-Küken blieben überraschend lange im Ei
    KURZNACHRICHT:

    Dass Dinosaurier Eier legten, ist hinlänglich bekannt und auch durch viele Fossilien belegt. Bisher war aber nicht bekannt, wie viele Tage die Dinsoaurier-Embryos im Ei verbrachten, bevor sie schlüpten.

    Da sich die Vögel aus einem Zweig der Dinsoaurier entwickelt haben, nahmen die Forscher an, dass die Inkubationszeit bei den Dinosauriern ähnlich lang war wie bei den Vögeln, die zwischen 11 und 85 Tagen liegt.

    Forscher um Mark Norell vom American Museum of Natural History und Gregory Erickson von der Florida State University in Tallahassee haben nun die Zähne von zwei Dinosaurier-Embryos untersucht, um auf das Alter der Tiere zu schließen. Zähne bilden jeden Tag Markierungen ähnlich von Baumringen aus, anhand man die Tage seit Zahnentstehung zählen kann.

    Bei dem Embryo eines Protoceratops (eines eher kleinen, nur 2 Meter langen Ceratopsiers), der in einem 194 Gramm schweren Ei heranwuchs, ermittelten die Forscher ein Alter von drei Monaten, bevor das Ei so verschüttet wurde, dass es Millionen Jahre später noch erhalten blieb. Der Embryo eines Hypacrosaurus (eines bis zu neun Meter langen Hadrosauriers) saß hingegen sogar schon sechs Monate in seinem rund vier Kilogramm schweren Ei, bevor er verendete.

    Demnach ähnelte die Inkubationszeit eher der von Reptilien als der von Vögeln, stellten die Forscher fest. Möglicherweise sei die längere Brutzeit ein zusätzlicher Faktor für das Aussterben der Urzeitechsen gewesen, so die Forscher. Allerdings - so gaben sie auch gleich zu Bedenken - wären die von ihnen untersuchten Dinosaurier-Embryos nur entfernt mit den Vögeln verwandt. Gegebenenfalls würden bei den näher verwandten Dinosaurierarten auch andere Inkubationszeiten festgestellt werden, doch gäbe es für solche Studien noch keine geeigneten Fossilien.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2016


    29.12.2016

    Ornithopoden-Trittsiegel auf der Isle of Skye beschädigt
    KURZNACHRICHT:

    Laut Polizeiaussage hat auf der schottischen Isle of Skye in der Nähe von Staffin jemand zwei der 165 Millionen Jahre alten Fußabdrücke von Ornithopoden zerstört, indem er dort Gips eingefüllt hat.

    Die Polizei sucht nun nach einem Mann mit einem Wohnmobil (Campervan).

    Die zuständigen Behörden sind über die Beschädigung entsetzt, da sie eine wichtige Touristenattraktionen sind / waren.

    22.12.2016

    Limusaurus: Entwicklung vom Jungtier zum erwachsenen Tier gibt möglicherweise Hinweis auf Evolution des Vogelschnabels
    KURZNACHRICHT:

    Seit 2001 werden in der chinesischen Xinjiang Provinz immer wieder Überreste von einer Dinosaurier-Art gefunden: Limusaurus inextricabilis aus der Gruppe der Ceratosauria, bisher 19 Exemplare unterschiedlichen Alters. Der jüngste Limusaurus war kaum ein Jahr alt, der älteste mehr als zehn Jahre.

    Limusaurus lebte von vor 161 bis 156 Millionen Jahren, ging wie die meisten Theropoden, zu denen die Ceratosauria gezählt werden, auf zwei Beinen, besaß kurze Arme und einen langen Schwanz.

    Anhand der 19 Funde konnten die Forscher die Entwicklung vom Küken zum Erwachsenentier gut dokumentieren und sind nun auf eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der großen Gruppe der Dinosaurier gestoßen:

    Während die Jungtiere noch Zähne in ihrem Maul besaßen und die Isotopenanalyse der Knochen für Allesfresser sprach, hatten die erwachsenen Exemplare zahnlose Schnäbel und ernährten sich wohl ausschließlich von Pflanzen.

    Zunächst vermuteten die Forscher daher, dass sie auf zwei verschiedene Arten von Dinosaurier gestoßen waren und hatten auch schon begonnen, diese als zwei Arten zu beschreiben, mussten dann aber bei einem genauern Abgleich feststellen, dass sie sich hauptsächlich in der Anzahl der Zähne unterschieden.

    Daher nehmen die Forscher an, dass Limusaurus als Jungtier Fleisch- oder zumindest Allesfresser war, im Laufe der weiteren Entwicklung dann aber immer mehr Zähne verlor, bis er schließlich im Erwachsenenalter gar keine Zähne mehr besaß und seine Nahrung auf pflanzliche Kost umstellte.

    Als Grund dieser außergewöhnlichen Entwicklung vermuten die Forscher, dass die Jungtiere durch ihr breites Nahrungsspektrum mehr Überlebenschancen hatten und, indem die Erwachsenen die Nahrung umstellten, ein Konkurenzkampf zwischen Jungtieren und Alttieren vermieden wurde.

    Die Forscher hoffen, durch ihre Entdeckung weitere Erkenntnisse zur Evolution des Vogelschnabels beitragen zu können.

    09.12.2016

    In Bernstein eingeschlossener Dinosaurierschwanz mit Federn aus der mittleren Kreidezeit entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Auf einem Bernsteinmarkt in Myanmar ist eine Forscherin auf den knapp 3,5 Zentimeter großen Einschluss eines gefiederten Dinosaurier-Schwanzes gestoßen, deren Analyseergebnisse nun veröffentlicht wurden.

    Demnach handelt es sich bei dem Fundstück eindeutig um den flexiblen Schwanz eines wahrscheinlich zweibeinig laufenden Dinosaurierjungtiers aus der mittleren Kreidezeit, möglicherweise von einem basalen Maniraptora (Coelurosaurier), zu denen Oviraptorosaurier und Therizinosaurier gehörten. Anhand der nicht verschmolzenen acht Wirbel konnte ein Vogel ausgeschlossen werden.

    Dieser Fund gilt bislang als einzigartig, da er erstmals eindeutig einem Dinosaurier zugeordnet werden konnte. Alle bisherigen Federeinschlüsse konnten nur vermutungsweise Vögeln oder Dinosauriern zugeordnet werden. Doch dieses Mal sind auch Knochen mit erhalten geblieben, die eine eindeutige Zuordnung zulassen.

    Die Federn, die dieser Dinosaurier trug, der vor 99 Millionen Jahren gelebt hat, waren auf der Oberseite kastanienbraun und auf der Unterseit hell gefärbt. Einen kräftigen Schaft besaßen die Federstukturen noch nicht.

    Der Federaufbau lässt darauf schließen, dass der Dinosaurier nicht fliegen konnte. Möglicherweise dienten die Federn zur Wärmeregulierung oder hatten eine Signalwirkung.



    14.11.2016

    Besaß Triceratops aufblasbare Nüstern?
    KURZNACHRICHT:

    Der Paläontologe Darren Naish hat sich näher mit den Nasen der Ceratopsia befasst, die vor Jahren schon einmal im so genannten "DinoNose Project" untersucht wurden, bei dem u.a. der Paläontologe Lawrence Witmer mitgearbeitet hatte. (vgl. Nachricht vom Aug. 2001)

    Aktuell wundert sich Naish über die überdimensionale Größe der Nasenhöhlen im Ceratopsia-Schädel, die viel mehr Platz böten, als für Nasenlöcher typisch sei. Witmer hatte schon 2001 betont, dass trotz der riesigen Nasenöffnungen, die Nasenlöcher weiter vorne an der Schnauze gesessen hätten und nicht wie bis dato oft dargestellt, weiter höher gelegen, näher an den Augen.

    Naish betont nun, dass im vorderen Teil der riesigen Nasenlöcher verschiedene knöcherne Strukturen identifiziert werden konnten, die wahrscheinlich auch noch von diversen Knorpeln verstärkt wurden. Bei den Chasmosaurinen (die Gruppe, zu denen u.a. auch Triceratops gezählt wird) seien diese Knochenstrukturen wesentlich komplexer gewesen als bei den Centrosaurinen.

    Was diese knöchernen Strukturen für eine Aufgabe hatten, kann nur vermutet werden, da bislang kein Hinweis auf Weichteile gefunden wurde. Da sie keine Ansatzfläche für Muskelstränge aufweisen, geht Naish davon aus, dass diese dafür nicht ausgelegt waren.

    Möglicherweise - und das ist bislang auch die populärste Theorie - beherbergten die riesigen Nasenlöcher gut durchblutete Schleimhäute, die der Wärmeregulierung im Dinosaurierkörper dienten.

    Allerdings erklärt dies, laut Naish, noch nicht diese überdimensionale Größe der Nasenöffnungen im Schädel. Naish spekuliert, ob in den riesigen Höhlen möglicherweise komplexe und vielleicht anschwellende Luftsäcke saßen, die sie bei passender Gelegenheit aufbliesen - ähnlich der Luftsäcke, die den Hadrosauriern zugeschrieben wurden.

    Allerdings erklärt Naish sofort, dass dies nur eine Möglichkeit der Erklärung sei, die nicht von jedem geteilt werden müsse.

    Zu Naishs Theorie ist auch schon ein entsprechendes Bild eines Triceratops entworfen worden: New Look Triceratops?

    13.11.2016

    Buriolestes, Ixalerpeton: Dinosaurier und Lagerpetidae lebten eine zeitlang gemeinsam nebeneinander
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Brasiliens haben Forscher einen interessanten Fund gemacht:

    Sie entdeckten in einer Schicht, die auf ein Alter von 230 Millionen Jahren datiert wird, sowohl die Überreste eines Tieres aus der Gruppe der sogenannten Lagerpetidae - die keine echten Dinosaurier waren, sondern sich in einem anderen Zweig aus den direkten Dinosaurier-Vorfahren entwickelt haben - als auch die eines sehr frühen Dinosauriers, den sie der Gruppe der Sauropodomorpha zuordnen, obwohl es sich bei diesem Dinosaurier um einen relativ kleinen, zweibeinig laufenden Fleischfresser handelt.

    Beide Exemplare gehören bislang unbekannten Spezies an.

    Der Lagerpetidae erhielt den Namen Ixalerpeton polesinensis, war ca. einen halben Meter lang und Fleischfresser. Von ihm wurden Teile des Schädels, Teile der Vordergliedmaßen und einige Wirbel gefunden.

    Der Sauropodomorpha erhielt den Namen Buriolestes schultzi und war rund 1,5 Meter lang. Obwohl sämtliche seiner Nachfahren, die riesigen vierbeinig laufenden Sauropoden, zu denen Diplodocus und Brachiosaurus gehörten, Pflanzenfresser waren, verweisen die gefundenen Zähne eindeutig darauf, dass es sich bei diesem frühen Dinosaurier um einen Fleischfresser handelt.

    Nach Aussage der Forscher wurden zum ersten Mal Tiere dieser beiden Gruppen (Lagerpetidae und Dinosaurier) zusammen entdeckt, was bedeutet, dass beide zumindest eine Zeitlang zusammen existierten, bevor die Dinosaurier die andere Gruppe soweit zurückdrängte, dass die Vertreter dieser Gruppe ausstarben.

    10.11.2016

    Tongtianlong: Im Schlamm verendeter Oviraptorosaurier in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Die nahezu vollständigen Überreste eines nur 70 Zentimeter langen Oviraptorosauriers wurden im Süden Chinas in der Nähe der Stadt Ganzhou beim Bau einer neuen Schule entdeckt.

    Da das Tier auf dem Bauch liegend mit ausgestreckten Gliedmaßen und erhobenem Kopf gefunden wurde, erhielt es den Namen Tongtianlong limosus (übersetzt etwa: "Schlammiger Drache auf dem Weg in den Himmel").

    Die Forscher vermuten, dass Tongtianlong vor rund 70 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit hier im Schlamm stecken blieb und verendete.

    09.11.2016

    Japanischer Milliardär plant Dinopark mir animatronischen Dinosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Nachdem im Jahr 2013 schon ein Multimillionär in Queensland einen Dinosaurierpark mit "echten Dinosauriern" (vorläufig animatronisch, auf Dauer aber mit geklonten Tieren geplant) eröffnet hatte, der zwei Jahre später wieder schloss...

    ... und im Januar von einem chinesischen Milliardär berichtet wurde, der vor der australischen Küste einen weiteren Dinosaurierpark mit "echten Dinosauriern" (ausschließlich animatronische Tiere) bauen wollte...

    ... kam nun auch die Nachricht von einem japanischen Investor, der einen animatronischen Dinosaurier-Park, basierend auf echten Fossilien, mit dem Namen "Dino-A-Live" eröffnen will. Die ersten Modelle wurden jetzt in einem Hotel in Tokio vorgestellt, bei deren Vorstellung schon ein Mitarbeiter spielerisch von einem Tyrannosaurus angegriffen wurde.

    09.11.2016

    Citipati: Auch Dinosaurier besaßen Krallenhülsen wie heutige Vögel
    KURZNACHRICHT:

    Bei einem bereits im Jahr 1995 gefunden fossilen Exemplar eines Citipati osmolskae, das damals in brütender Stellung auf seinem Nest gefunden wurde, haben Forscher nun auch Klauenhülsen entdeckt, ähnlich denjenigen, die die Klauen heutiger Vögel wie Fingernägel schützen.

    Das rund 75 Millionen Jahre alte Fossil wies eine dünne Linse weißen Materials auf, dass über die knöchernen Klauen des Tieres hinausragte und sich farblich wie auch strukturell von dem umgebenden Stein und dem darunterliegenden Knochen unterschied.

    Das nahm eine Wissenschaftlerin zum Anlass, weiter nachzuforschern und fand Proteine, die auch in den Vogel-Krallenhülsen vorkommen.

    09.11.2016

    Zwei gut erhaltene Pachycephalosaurier-Schädelfunde geben Hinweis auf Entwicklungsursprung im Süden Laramidias und späterer Auswanderung in den Norden
    KURZNACHRICHT:

    Gleich zwei nahezu vollständige fossile Schädelfunde von Pachycephalosauriern geben Einblicke in die Evolution dieser Dinosauriergruppe.

    Der eine rund 76,5 Millionen Jahre alte Schädel wurde im US-Bundesstaat Utah gefunden, der andere, der auf ein Alter von 73,5 Millionen Jahren datiert wird, in New Mexico. Somit stammen beide aus dem in der Kreidezeit existierenden südlichen Laramidia, was diese Funde für die Wissenschaft bedeutsam macht.

    In der Kreidezeit bestand Nordamerika aus zwei Teilen, die von Norden nach Süden durch ein Meer getrennt wurden, dem Western Interior Seaway. Der westliche Teil Nordamerikas wird Laramidia, der östliche Teil Apalachia genannt.

    Bislang waren Pachycephalosaurier-Funde fast ausschließlich aus dem Norden Laramidias bekannt, aus Alberta und den Nordstaaten der USA. Zwar gab es auch schon Funde in der Höhe von Texas, allerdings waren diese Funde eher von geringer Qualität und nur selten vollständig.

    Die beiden neuen, gut erhaltenen Funde stammen von kleinen Pachycephalosauriern, deren Größe etwa mit der deutscher Schäferhunde vergleichbar ist - wobei das Exemplar aus Utah rund 20 Prozent größer war als das aus New Mexico.

    Auffällig an beiden Schädeln waren einzigartige knöcherne Beulen am hinteren Teil, die von anderen Pachycephalosaurier-Funden bislang nicht bekannt sind. Daher vermuten die Forscher, dass es sich bei diesen Funden um bisher unbekannte Pachycephalosauriergattungen handelt.

    Die Forscher nehmen an, dass diese knöchernen Beulen Verzierungen sind, die es den Tieren ermöglichten, verschiedene Arten zu unterscheiden. Zudem könnten sie bei der Partnerwerbung eine Rolle gespielt haben.

    Das südliche Fundgebiet dieser Fossilien veranlasst die Forscher zu der Vermutung, dass sich die Pachycephalosaurier im Süden Laramidias entwickelten, dort eine gewissen Artenvielfalt hervorbrachten und später nach Norden auswanderten.

    Die Pachycephalosaurier waren jedoch nicht die einzige Dinosauriergruppe die von Süden nach Norden wanderte. Ähnliche Wanderbewegungen sind auch von Tyrannosauriern und Ankylosauriern bekannt. Den Grund für diese Wanderbewegungen können die Forscher noch nicht benennen. Eine Theorie geht jedoch davon aus, dass sich der Western Interior Seaway weiter ausdehnte und somit die Dinosaurier zwang, ihr Land zu verlassen und in neue Gebiete abzuwandern.

    08.11.2016

    Noch im Oberjura gabe es Schildkröten mit Zähnen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben in Wucaiwan, im westlichen China die fossilen Überreste einer bislang unbekannten Schildkrötengattung gefunden, die noch Reste von Zähnen im Maul hatte.

    Während die heutigen Schildkröten sämtlich ohne Zähne auskommen und ihre Nahrung mit ihren harten Kieferleisten bearbeiten, trugen die frühen Vorfahren von ihnen noch Zähne im Maul.

    Allerdings stammten die bis dato jüngsten gefundenen Zahn-Schildkröten aus dem Unterjura und waren rund 190 Millionen Jahre alt. Das neu entdeckte Fossil stammt mit einem Alter von 160 Millionen Jahren hingegen aus dem Oberjura.

    Somit überlebten Zahn-Schildkröten länger als bislang angenommen.

    07.11.2016

    Kaikaifilu: Überreste des bislang größten Mosasauriers der Antarktis entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Schon im Jahr 2010 wurden auf der Insel Seymour (Antarktis) die ersten Überreste einer neuen Meeresechsenart entdeckt, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

    Es handelt sich um einen schätzungsweise 10 Meter langen Mosasaurier mit einer Schädellänge von 1,2 Metern. Damit dürfte er größer als der bisherige Größenrekordhalter Taniwhasaurus antarcticus sein, dessen Schädel eine Länge von 70 Zentimetern aufwies.

    Der neu entdeckte Mosasaurier lebte vor 66 Millionen Jahren und erhielt den Namen Kaikaifilu hervei, benannt nach der bei den Mapuche (Eingeborene Südchiles und Argentiniens) bekannten Mythengestalt Kai-Kai FILU, die laut Sage die Meere beherrschte und mit Treng-Treng FILU, dem Herrscher des Landes, im ständigen Kampf lebte und so Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis auslöste.

    Auffällig sind die vielen verschiedenen Arten von Zähnen, die in seinem Maul saßen. Nach Aussage der Forscher gibt dieser Fund Anlass zu der Vermutung, dass möglicherweise gar nicht so viele verschiedene Mosasaurierarten in der Antarktis lebten, wie bislang aufgrund der vielen verschiedenen Einzelzahnfunde erwartet werden konnte.

    Wahrscheinlich ernährte sich Kaikaifilu von Plesiosauriern, die hier, in der heutigen Antarktis, die damals ein wesentlich wärmeres Klima aufwies, sehr zahlreich gelebt haben.

    07.11.2016

    Insektenbestand erholte sich nach dem Massensterben vor 66 Mio. Jahren auf der südlichen Halbkugel schneller als nahe des Chicxulubkraters
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat sich mit fossilen Blättern beschäftigt, die Insektenfraß aufweisen, um so herauszufinden, wie schnell sich der Insektenbestand nach dem Massensterben am Ende der Kreidezeit wieder erholte.

    Da bislang ähnliche Studien hauptsächlich auf das Gebiet nahe des Chicxulub-Einschlagkraters bezogen waren, hat die neue Studie 3646 Fossilien untersucht, die aus Patagonien (Südamerika) stammen.

    Dabei haben die Forscher festgestellt, dass anders als in den USA, wo sich die Insektenpopulation erst nach neun Millionen Jahren wieder erholt hatte, in Patagonien schon nach vier Millionen Jahren wieder eine ähnliche Insektenvielfalt vorherrschte wie vor dem Massensterben.

    Zunächst vermutete das Team, dass die Insekten so weit von dem Einschlagsereignis entfernt, überlebt haben könnten. Doch in der Gesteinsschicht, die dem Zeitpunkt des Impakts zugerechnet wird, fanden die Forscher keine Anzeichen für das Vorhandensein von Insekten. Zudem fanden sie neue Arten von blattfressenden Insekten vor als solche, die vor dem Einschlag hier ihre Spuren hinterließen. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass auch hier ein massenhaftes Artensterben unter den Insekten stattgefunden hat, doch scheint sich die Insektenpopulation in den weiter entfernt liegenden Gebieten eher erholt zu haben als in den Gebieten, die in der Nähe des Einschlags lagen.

    04.11.2016

    Studie: Pflanzenfressende Dinosaurier hatten entweder keinen größeren Brust-Bauch-Raum als Fleischfresser oder die Rekonstruktionen sind fehlerhaft
    KURZNACHRICHT:

    Schweizer Forscher haben den Brust-Bauch-Raum bei diversen Tetrapoden mithilfe von Computermodellen vermessen und festgestellt, dass bei den pflanzenfressenden Säugetieren der Brust-Bauch-Raum im Durchschnitt rund doppelt so groß ist wie der bei den fleischfressenden Säugetieren ähnlicher Größe. Das führen die Forscher darauf zurück, dass der Darm bei Pflanzenfressern wesentlich mehr Platz benötigt als der Darm von Fleischfressern.

    Dieser Unterschied ist nach der Erkenntnis der Wissenschaftler aber ein Alleinstellungsmerkmal bei den Säugeiteren. Weder bei Dinosauriern, noch bei Vögeln und Krokodilen konnte ein Unterschied zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern nachgewiesen werden. (Anm. von mir: Vögel hätte ich spontan jetzt nicht zu den Vierbeinern gerechnet...)

    Dieser Befund könnte zwei Gründe haben:
    Zum einen, so meinen die Forscher, könnte sich die Morphologie der Säugetiere grundlegend von der anderer Tiergruppen unterscheiden, so dass man keinesfalls von heutigen Säugetieren auf ausgestorbene Dinosaurier schließen könne.
    Zum anderen könne es aber auch bedeuten, dass die Rekonstruktionen der Dinosaurierskelette bisher noch fehlerhaft seien.

    27.10.2016

    Erster fossiler Nachweis eines Hadrosaurier-Gehirns zeigt Nähe zu Krokodilen und Vögeln
    KURZNACHRICHT:

    Im Jahr 2004 machte ein Hobbypaläontologe einen bislang weltweit einzigartigen Fund: Er fand einen unscheinbaren braunen Klumpen, der sich nach intensiver Analyse als die fossilen Überreste eines Hadrosaurier-Gehirns entpuppte.

    Da sich Hirnmasse beim Verwesen sehr schnell zersetzt, ist der Fund eine Sensation.

    Die Forscher gehen davon aus, dass der Hadrosaurier vor 133 Millionen Jahren in einer sumpfigen Landschaft verendete und mit seinem Kopf in ein stehendes Gewässer fiel. Wie bei einer Moorleiche wurde der Kopf durch das saure Sediment konserviert, und die Hirnmasse, die in dieser sauren Umgebung mit der Zeit aushärtete, blieb erhalten.

    Bei der Untersuchung mit Elektronenmikroskop und Computertomograph fanden die Forscher Strukturen der Hirnhaut, sowie Blutgefäße und Kollagenfasern. Zudem scheint das Gehirn direkt an der Schädelwand gesessen zu haben, obwohl dies auch eine Folge der Fossilierung sein könnte. Falls jedoch tatsächlich die für Reptilien typischen Gewebstrukturen, die zwischen Gehirn und Schädelknochen sitzen, fehlten, könnte das Dinosaurierhirn größer gewesen sein, als die Forscher bislang vermuteten. Allerdings lässt sich dies nicht mit Sicherheit von dem vorliegenden Fossil ableiten.

    Und noch eine Erkenntnis zogen die Wissenschaflter aus der Analyse dieses Hadrosauriergehirns: Wie zu vermuten war, weist es am meisten Ähnlichkeit mit den Gehirnen von Vögeln und Krokodilen auf, den nächsten Verwandten der Dinosaurier.

    Einen kurzen Film zu dieser Entdeckung gibt es auf FAZ.net: Forscher untersuchen erstmals Dinosaurierhirn

    20.10.2016

    Schlangen hatten ursprünglich mal Beine
    KURZNACHRICHT:

    Die heutigen Schlangen haben sich vor rund 100 Millionen Jahren aus Vorfahren mit Beinen entwickelt. Diese schon bekannte Erkenntnis stützt nun eine amerikanische Forschung.

    Demnach geht das beinlose Dasein der Schlangen auf drei Genmutationen zurück, die das Ausbilden von Beinen unterdrücken. Durch diese Genmutationen wird das so genannte Sonic-Hedgehog-Gen (SHH) quasi ausgeschaltet.

    Die genetische Anlage für Beine ist vorhanden, wie Python-Embryos belegen: Bei ihnen sind Beine mit Füßen und Zehen zu erkennen. Allerdings werden sie nicht weiter entwickelt.

    Die Genmutationen wirkt bei allen Schlangen nicht gleich stark: So besitzen z.B. männliche Pythons oder Boas so genannte Aftersporne, die auf rudimentäre hintere Gliedmaße zurückgehen, während Kobras und Vipern keinerlei Zeichen für Gliedmaße zeigen.

    20.10.2016

    Nahezu vollständiges Skelett eines Savannasaurus und Schädel eines Diamantinasaurus in Australien gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Im westlichen Queensland (Australien) wurden im Jahr 2005 die ersten Knochen einer neuen Sauropodenart gefunden, die jetzt vorgestellt wurde:

    Demnach handelt es sich um einen Titanosaurier, der den Namen Savannasaurus elliottorum erhielt. Benannt wurde er nach dem im Queensland vorherrschenden Savannenland und dem Ehepaar Elliot, das maßgeblich am Finden und Ausgraben der Überreste beteiligt war.

    Nach dem Herauslösen der Knochen aus dem umgebenden Stein wurde erkennbar, dass es sich bei diesem Exemplar mit 20 bis 25 Prozent der Knochen um eines der am vollständigsten erhaltenen Sauropodenskelette Australiens handelt.

    Savannasaurus war ein eher mittelgroßer Titanosaurier mit langem Hals und eher kurzem Schwanz. Er lebte vor etwa 95 Millionen Jahren. Seine Länge wird mit 14 Metern angegeben. Er besaß starke Stampferbeine; der Humrus (Oberarmknochen) brachte allein schon 100 Kilogramm auf die Waage. Die waren auch notwendig, denn durch seine 1,5 Meter breite Hüfte und seinem riesigen, fassartigen Brustkorb gehörte Savannasaurus wohl zu den rundesten Titanosauriern.

    Der führende Paläontologe beschrieb ihn als ein "wandelnden, gährenden Bottich", der seine Nahrung bis zu zwei Wochen im Darm behielt, um die Nährwerte der Nahrung ausreichend herauszulösen. Er verglich ihn mit einem langhalsigen und langschwänzigen Nilpferd mit sehr kleinem Kopf.

    Neben dem Savannasaurus wurde zudem der erste Sauropodenschädel Australiens und ein teilweise erhaltenes Skelett eines Diamantinasaurus matildae vorgestellt. Der Diamantinasaurus ist seit 2009 bekannt, konnte durch das Auffinden des Schädels nun aber genauer in den Sauropodenstammbaum eingeordnet werden.

    19.10.2016

    Fossiler Knochenfund im Denali Nationalpark (Alaska)
    KURZNACHRICHT:

    Obwohl seit 2005 im Denali Nationalpark (Alaska) immer wieder Dinosaurierspuren gefunden wurden, machten sich fossile Überreste bislang ziemlich rar. Die Paläontologen waren aufgrund der dort vorhandenen sauren Sedimente auch recht pessimistisch, dort jemals welche zu finden.

    Doch jetzt ist einem Forschungsteam überraschenderweise der Fund von vier kleinen Knochenfragmenten gelungen. Die Forscher sind begeistert, auch wenn die Stücke nicht größer als fünf Zentimeter sind.

    Selbst diese kleinen Fragmente können durch die molekulare Struktur und die enthaltenen Wachstumsringe schon Informationen über die physikalischen Eigenschaften dieser vor langer Zeit existierten Tiere geben, so einer der Forscher.

    12.10.2016

    Kein Syrinx (Laute erzeugendes Organ bei Vögeln) bei Dinosauriern - konnten also keine Vogellaute erzeugen
    KURZNACHRICHT:

    Bei einem 66 Millionen Jahre alten Vogelfossil aus der Gruppe der Entenvögel, genannt Vegavis iaai, haben Forscher erstmals Hinweise auf einen so genannten Syrinx gefunden. Das sind die aus starren Knorpelringen bestehenden und mit dünner Membran bespannten Organe in der Nähe des Herzens, mit denen heutige Vögel ihre Laute erzeugen.

    Der bislang älteste gefundene Syrinx hat ein Alter von 2,5 Millionen Jahren. Somit kommt dem neu entdeckten Syrinx vom Ende der Kreidezeit, der eine Größe von nur einem Zentimeter aufweist, eine besonders spektakuläre Bedeutung zu, da die Forscher aus diesem Fund schließen, dass zumindest schon zum Ende der Dinosaurierzeit ähnliche Laute, wie sie heute von Enten und Gänsen verursacht werden, durch die Luft schallten.

    Gefunden wurde der Syrinx schon im Jahr 1992 auf der Vega-Insel in der Antarktis. Zwei Jahre lang untersuchten und forschten die Wissenschaftler auch bei den Dinosaurier-Fossilien nach einem Syrinx, sind aber nicht fündig geworden.

    Die Forscher vermuten daher, dass sich der Syrinx im Gegensatz zu den Federn und der Flugfähigkeit erst recht spät in der Vogelevolution entwickelt hat und sich ausschließlich auf die echten Vögel beschränkt. Die Dinosaurier konnten nach den Ergebnissen zu urteilen - anders als die im Juli aufgekommene Vermutung - keine Vogellaute von sich geben.


    30.09.2016

    Drepanosaurus: 200 Millionen Jahre alter Protosaurier mit besonders starken Vorderarmen
    KURZNACHRICHT:

    In New Mexiko wurden neue Fossilien der 50 Zentimeter langen, auf Bäumen lebenden Protorosauria-Gattung Drepanosaurus gefunden, die eine Besonderheit dieses Reptils offenbarten: Demnach besaß der im Unterjura lebende Drepanosaurus Vorderarme, die es ihm erlaubten, in Bäumen oder anderen harten Materialien nach Insekten und anderer Beute zu suchen.

    Normalerweise besitzen alle Wirbeltiere trotz unterschiedlicher Lebensräume ähnlich aufgebaute Vordergliedmaße: Elle und Speiche liegen parallel nebeneinander und enden am Handgelenk vor den kleinen Karpalknochen.

    Drepanosaurus, der vor 200 Millionen Jahren gelebt hat, machte hierbei jedoch eine Ausnahme: Die Elle saß nicht parallel zur Speiche, sondern war schaufelartig verbreitert und gekrümmt. Im nahezu starren, unbeweglichen Ellenbogen saß dieser breite Knochen fast senkrecht zur kleineren, dünnen Speiche. Zudem waren die Karpalknochen deutlich verlängert.

    Durch die Verbreiterung bot die Elle Ansatzflächen für mächtige Muskeln, die es dem Tier ermöglichten, selbst harte Materialien auseinander zu reißen. Unterstützt wurde dies noch durch große Krallen an den Fingern, vor allem durch eine extrem lange, gebogene Klaue am zweiten Finger.

    Die Hände von Drepanosaurus hatten Ähnlichkeit mit den Vorderfüßen von heutigen Ameisenbären, obwohl rund 150 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte zwischen diesen beiden Tierarten liegen. Dennoch leiten die Forscher aus dieser Ähnlichkeit ab, dass auch Drepanosaurus Jagd auf Insekten gemacht haben könnte - nur eben nicht am Boden in irgendwelchen Substraten, sondern auf den Bäumen im Holz.

    30.09.2016

    Titanosaurier-Fußabdruck in der Wüste Gobi ist über einen Meter lang
    KURZNACHRICHT:

    In der Wüste Gobi haben Wissenschaftler einen sehr gut erhaltenen Fußabdruck eines Titanosauriers gefunden, bei dem man auch noch gut die Klauen erkennen kann.

    Insgesamt ist dieser Fußabdruck, der auf ein Alter von 70 bis 90 Millionen Jahren datiert wird, 106 Zentimeter lang und 77 Zentimeter breit.

    Der verursachende Titanosaurier wird auf eine Länge von 30 Metern und einer Höhe von 20 Metern geschätzt und soll einen sehr langen Hals gehabt haben.

    15.09.2016

    Psittacosaurus: farblich getarnt für ein Waldleben mit Federn zum Imponieren
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam aus Bristol hat Melaninrückstände in rund 130 Millionen Jahre alten fossilen Hautresten eines aus China stammenden Psittacosaurus gefunden und konnte somit nachweisen, dass diese Dinosauriergattung einen dunkel gefärbten Rücken und einen hellen Bauch besaß.

    Nach einem Computermodell zu urteilen war diese Farbverteilung besonders in geschlossenen Waldgebieten von Vorteil, um nicht gesehen zu werden. Daher vermuten die Forscher, dass dies der bevorzugte Lebensraum des Psittacosaurus war.

    Auch mit den Schwanzborsten des Psittacosaurus hat sich ein Team Wissenschaftler beschäftigt und konnte nachweisen, dass es sich bei diesen Schwanzanhängseln um ursprüngliche Federn handelt. Da diese Borsten allerdings keine große wärmende Funktion gehabt haben dürften, dienten sie vermutlich eher dem Imponiergehabe.

    05.09.2016

    Das "Monster vom Storr Lochs" war ein vier Meter langer Ichthyosaurier, der vor 170 Millionen Jahren gelebt hat
    KURZNACHRICHT:

    Bereits vor 50 Jahren wurde ein Fischsaurier-Fossil am Strand der Insel Skye in Schottland entdeckt und geborgen, das erst jetzt präpariert werden konnte.

    Danach habe sich herausgestellt, so der Paläontologe Steve Brusatte, dass es sich bei dem 170 Millionen Jahre alten und vier Meter langen Ichthyosaurus-Skelett um "das vollständigste Fossil eines Seereptils" handelt, das jemals in Schottland gefunden wurde.

    Mit seinen hunderten von spitzen Zähnen sei dieses "Monster vom Storr Lochs" wesentlich spektakulärer als "Nessie", das weltberühmte fiktive Monster vom Loch Ness, so Brusatte.

    02.09.2016

    Das "Monster von Minden" ist ein Raubsaurier names Wiehenvenator
    KURZNACHRICHT:

    Die ersten Knochen des "Monsters von Minden" wurden im Jahr 1999 in einem still gelegten Steinbruch in der Nähe von Minden entdeckt. Nun hat ein Forscherteam um Oliver Rauhut von der LMU München erste Ergebnisse vorgelegt.

    Bei dem "Monster" handelt es sich um eine bis dato unbekannte Dinosaurier-Gattung, die den Namen Wiehenvenator albati erhielt. Wiehenvenator lebte vor etwa 163 Millionen Jahren im mittleren Jura. Er lief auf zwei Beinen und besaß kurze Arme.

    Da bislang nur einzelne Knochen und gut erhaltene Zähne dieses neuen Raubsauriers vorliegen, können die Forscher bislang nur Größe und Gewicht schätzen und kommen zu dem Schluss, dass Wiehenvenator vermutlich acht bis zehn Meter lang war und mehr als zwei Tonnen gewogen hat.

    Seine Zähne waren nach hinten gekrümmt und rund 20 Zentimeter lang.

    Da Deutschland in der Jurazeit größtenteils von Wasser bedeckt war, gehen die Forscher davon aus, dass Wiehenvenator mit anderen Megalosauriern auf kleinen Inseln gelebt hat.


    31.08.2016

    77 Millionen Jahre alte Überreste eines Mini-Flugsaurier aus der Gruppe der Azhdarchoidea in Kanada entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Kanada hat ein Hobbysammler auf Hornby Island vor British Columbia zehn fossile Knochen eines kleinen Flugsauriers aus der späten Kreidezeit gefunden.

    Nach der Analyse der rund 77 Millionen Jahre alten Knochen, u.a. eines vollständigen Oberarmknochens, kamen die Forscher zum Schluss, dass es sich um eine Gattung aus der Gruppe der Azhdarchoidea handelt, einer Kurzschwanz-Flugsaurier-Gruppe, die in der späten Kreidezeit weit verbreitet war.

    Aus der Länge des Oberarms schloss das Team, dass dieser Flugsaurier eine Flügelspannweite von knapp 1,50 Metern hatte, was in etwa der Flügelspannweite einer Silbermöwe entspricht.

    Die Knochenstruktur weise daraufhin, dass es sich bei dem Exemplar um die Skelettteile eines ausgewachsenen Tieres handelt und nicht um ein kleines Jungtier, so die Forscher.

    Demnach ist dies der bislang kleinste Flugsaurier aus der Kreidezeit, der jemals gefunden wurde - zumal die Flugsaurier der Kreidezeit eher für ihre enorme Größe bekannt waren, wie z.B. der Quetzalcoatlus, der eine Flügelspannweite von bis zu 13 Metern aufwies.

    Dass bislang noch keine Fossilien von kleinen Flugsauriern gefunden wurden, wird wahrscheinlich damit zusammenhängen, dass die Knochen - wie die von Vögeln - hohl waren und sehr zerbrechlich. Je kleiner eine Spezies war, desto geringer war die Chance, dass die Knochen erhalten blieben, erklärten die Forscher.

    29.08.2016

    Neues Erdzeitalter soll eingeführt werden: Das "Anthropozän" (= "Menschenzeitalter")
    KURZNACHRICHT:

    Eine 35-köpfige Arbeitsgruppe hat mit überwältigender Mehrheit (34 ja-Stimmen, eine Enthaltung) auf der auf dem Internationalen Geologischen Kongress im südafrikanischen Kapstadt dafür gestimmt, ein neues Erdezeitalter einzuläuten: das "Anthropozän" (übersetzt: "Menschenzeitalter").

    Nach Aussage der Fachleute ist der Einfluss des Menschen auf die Umwelt nicht mehr zu übersehen und auch nicht mehr rückgängig zu machen. Darunter fallen der Klimawandel, Verbreitung von Plastik, Aluminium, Betonteilchen und Flugasche, die globale Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt der radioaktive Fallout.

    Inoffiziell wird der Begriff des "Anthropozän" schon länger verwendet, ist aber noch nicht offiziell eingeführt worden, was sich aber jetzt ändern soll. Während über die Einführung des Begriffs weitgehend Einigung herrscht, ist der Zeitpunkt, wann das "Holozän" aufhört und das "Anthropozän" anfängt, noch Anlass zu Streitigkeiten.

    Einige Wissenschaftler würden gerne die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus als Startpunkt nehmen, andere wiederum den Beginn der industriellen Revolution. 28 der 35 Fachleute haben sich jedoch für die Mitte des 20. Jahrhunderts ausgesprochen, genauer gesagt der Tag des ersten Atombombentests am 16. Juli 1945.

    In den nächsten zwei bis drei Jahren soll nun geklärt werden, welche Ablagerungen in den Erdschichten als Referenzstoffe für das neue Erdzeitalter dienen sollen. Danach wird der Vorschlag der Arbeitsgruppe noch einige weitere Instanzen durchlaufen, bis das "Anthropozän" schließlich von der International Union of Geological Sciences offiziell eingeführt wird.

    18.08.2016

    Ältestes Archaeopteryx-Fossil kommt in den Dinopark im Altmühltal
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2010 wurde ein gut erhaltenes Archaeopteryx-Fossil in den Steinbrüchen von Solnhofen gefunden, das mit einem Alter von 153 Millionen Jahren als das älteste gefundene Archaeopteryx-Exemplar gilt.

    Der Wert dieses erst zwölfte Archaeopteryx-Fossils wird auf eine sechsstellige Summe geschätzt.

    Nun wird dieses Fossil in dem neu eröffneten Dinosaurier-Park im Altmühltal, der nur knapp zehn Kilometer von der Fundstelle entfernt liegt, ausgestellt.

    18.08.2016

    Neues T.rex-Fossil in Montana entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In der Hell Creek Formation in Montana (USA) ist ein neues Fossil eines Tyrannosaurus rex gefunden worden. Bislang hat man einen relativ vollständigen Schädel mit Teilen des Unterkiefers, einigen Rippen, Wirbeln und Becken gefunden.

    Der Kopf misst eine Länge von über 1,30 Meter, daher vermuten die Wissenschaftler, dass der T.rex rund 85 Prozent von der Größe ausmacht, die der größte bislang gefundene T.rex misst. Wahrscheinlich lebte er am Ende der Kreidezeit vor 66,3 Millionen Jahren und ist im Alter von 15 Jahren gestorben, so die Forscher.

    Zwei freiwillige Unterstützer des Ausgrabungsteams, das hier nach Hinweisen zum Aussterben der Dinosaurier suchten, entdeckten den ersten Knochen dieses Dinosauriers, der aus einem Hügel ragte. Die beiden Freiwilligen heißen Jason Love und Luke Tufts. Aus diesem Grund erhielt der neu gefundene Tyrannosaurus den Spitznamen "Tufts-Love Rex".

    Bislang sind die bis jetzt gefundenen Knochen noch in einen Transport-Gipsmantel gehüllt und sollen demnächst aus dem sie umgebenden Gestein gelöst werden. Im nächsten Jahr werden weitere Grabungen durchgeführt in der Hoffnung, weitere Überreste dieses oder anderer Dinosaurier zu finden.

    05.08.2016

    Konnten Dinosaurier besonders gut Rottöne unterscheiden?
    KURZNACHRICHT:

    Vögel besitzen ein rotes Pigmentöl in ihrer Augennetzhaut, was sie befähigt, weitaus mehr Rottöne zu unterscheiden als wir Menschen. Wissenschaftler haben dieses rote Pigmentöl nun auch bei Schildkröten entdeckt, wohingegen es bei Eidechsen, Schlangen und Krokodilen nicht auftritt.

    Die Forscher vermuten, dass die gemeinsamen Vorfahren von Schildkröten und Vögeln dieses rote Pigmentöl ausgebildet haben und dieses somit auch bei den Dinosauriern vorkam. Somit könnten auch die Dinosaurier besonders sensibel für Rottöne gewesen seien, was auch die Funde von diversen Pigmentrückständen, die auf ein unerwartet buntes Aussehen schließen lassen, erklären könnte.

    Dass bei Schlangen und Eidechsen kein entsprechendes Pigmentöl gefunden wurde, verwundert die Wissenschaftler nicht, da sie sich zu einem früheren Zeitpunkt von den Vögeln und Schildkröten abspalteten. Warum die Krokodile dieses Pigmentöl nicht aufweisen, können sich die Forscher nur dadurch erklären, dass sie es im Laufe der Evolution wieder verloren haben.

    03.08.2016

    Hadrosaurier-Armknochen weisen auf Arthritis hin
    KURZNACHRICHT:

    An der Ostküste der USA haben Forscher die fossilen Armknochen eines Hadrosauriers entdeckt, die eindeutige Anzeichen von Arthritis aufwiesen. Die Knochen werden auf ein Alter von 70 Millionen Jahren datiert. Da nicht mehr als diese beiden Armknochen gefunden wurden, ist weder die genaue Art festzustellen, noch zu sagen, ob mehr Körperteile von Arthritis befallen waren.

    Die Forscher vermuten, dass über eine Wunde am Ellenbogen Bakterien in den Arm eindringen konnten und so eine bakterielle Entzündung verursachten, die zu einer septischen Arthritis bei diesem Dinosaurier führte.


    21.07.2016

    Murusraptor: 80 Millionen Jahre alter "Großer Räuber" in Patagonien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Patagonien (Argentinien) wurden die rund 80 Millionen Jahre alten Überreste einer bislang unbekannten Theropodenart gefunden, die den Namen Murusraptor barrosaensis (benannt nach dem Fundort in der Sierra Barrosa) erhielt.

    Ob Murusraptor den Coelurosauriern oder den Allosauriern zugeordnet werden muss, wissen die Forscher bislang noch nicht. Allerdings erhoffen sie sich Informationen über die Anfänge der großen Raubsaurier.

    Bei dem Fossil ist die Hirnschale vollständig erhalten. Auch die ungewöhnlichen Hüftknochen von Murusraptor wurden gefunden.

    18.07.2016

    Eunotosaurus: Teilpanzer gibt Hinweis auf Unterstützung von Grabetätigkeit bei Urschildkröten
    KURZNACHRICHT:

    Vor 260 Millionen Jahren waren die Umweltbedingungen im heutigen Südafrika scheinbar so ungemütlich, dass sich die Schildkröten-Vorfahren zum Schutz Höhlen gruben. Darauf deutet ein neu entdecktes Fossil der Urschildkröte Eunotosaurus africanus mit einem teilweise ausgeprägten Panzer hin.

    Das fossile, etwa 15 Zentimeter große Exemplar ist so gut erhalten, dass sowohl die Gliedmaße als auch die Rippenbögen gut zu erkennen sind.

    Die Urschildkröte besaß noch keinen ausgeprägten Außenpanzer wie die heutigen Schildkröten, sondern nur stark geweitete, breite Rippen und breite, spatenförmige Finger an den Vorderfüßen wie man sie von heutigen Tieren kennt, die in der Erde wühlen.

    Die Forscher gehen davon aus, dass Eunotosaurus seine Vorderbeine in erster Linie zum Graben benutzte und die verbreiterten Rippen das Graben unterstützen sollten, indem sie den Brustkorb starrer werden ließen und den Körper bei der Fortbewegung unter der Erde schützten.

    Obwohl durch den verbreiterten Brustkorb die Bewegung und die Atmung eingeschränkt wurden, scheinen die Vorteile, die diese Abänderung der Anatomie mit sich brachte die negativen Folgen aufgewogen zu haben.

    Im Laufe der Evolution traten die Rippen dann nach außen und bildeten den heute bekannten Panzer der Schildkröten.

    14.07.2016

    Hat der Chicxulub-Meteorit ein Ölfeld getroffen, so dass 1,5 Mrd. Tonnen Ruß das Massensterben verursacht haben?
    KURZNACHRICHT:

    Japanische Wissenschaftler haben eine neue Theorie zum Massenaussterben am Ende der Kreidezeit aufgestellt:

    Demnach könnte der Meteorit, der vor 66 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan eingeschlagen ist, ein Ölfeld getroffen, dieses in Brand gesteckt und somit dazu geführt haben, dass sich Ruß bis in die Stratosphäre und über den ganzen Erdball verbreitet hat.

    Bodenproben aus Haiti und Spanien, die Hinweise auf verbranntes Erdöl gegeben hätten, sollen diese Theorie untermauern.

    Mithilfe von Computersimulationen wollen die Forscher heraus gefunden haben, dass 1,5 Milliarden Tonnen Ruß bei diesem Szenario entstanden sind. Bei einer kleineren Menge hätten die Dinosaurier vermutlich überlebt, bei einer größeren Menge wären auch die Tiere gestorben, die das Massensterben überlebt haben, so die Forscher.

    Das Wisschenschaftlerteam schließt die weitverbreitete Theorie aus, dass eine weltweite Finsternis aufgrund von Schwefelsäure in der Atmosphäre zur Einstellung der Photosynthese geführt hat, da so sämtliche Tiere hätten eingehen müssen. Daher sei ein von Ruß bedeckter Himmel wahrscheinlicher, da so die Photosynthese trotz einer gewissen Dunkelheit weitergegangen wäre.

    14.07.2016

    Gualicho: Raubsaurier mit kurzen Armen und Zwei-Finger-Händen war nur entfernt mit T.rex verwandt
    KURZNACHRICHT:

    In Patagonien (Argentinien) wurden die Überreste eines sechs bis acht Meter langen, schätzungsweise 450 Kilogramm schweren, auf zwei Beinen laufenden Raubsauriers gefunden, der nur etwa 60 Zentimeter lange Arme besaß, die in zwei mit Klauen besetzten Fingern endeten.

    Obwohl die kurzen Arme an einen Tyrannosaurus rex erinnern, war dieser neu entdeckte, Gualicho shinyae genannte Raubsaurier, der vor 90 Millionen Jahren gelebt hat, nur entfernt mit diesem verwandt.

    An welcher Stelle im Kladogramm Gualicho einzuordnen ist, wissen die Forscher noch nicht. Die Forscher sprechen von einem "Mosaik-Saurier", weil er von diversen Gruppen Körpermerkmale aufweist. Es könnte sich durchaus um eine ganz neue Abstammungslinie handeln, von der die Wissenschaft bisher nichts wusste.

    Die ersten Überreste wurden schon im Jahr 2007 entdeckt, doch war die Bergung durch diverse Schwierigkeiten gekennzeichnet, was zum Namen des neu entdeckten Raubsauriers führte: "Gualicho" ist der Name eines bösen Geistes aus der Mythologie des in Patagonien ansässigen Volkes der Tehuelche, was die Paläontologen veranlasste bei dem Fund scherzhaft vom "Fluch von Gualicho" zu sprechen. Der Artenname "shinyae" bezieht sich auf den Chef-Fossilienpräparator Akiko Shinya am Chicago Field Museum, der Teile des neuen Raubsauriers entdeckt hatte.

    11.07.2016

    Konnten Dinosaurier brüllen? Oder gurrten sie eher?
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben nun die These aufgestellt, dass Dinosaurier ähnliche Laute von sich gegeben haben wie ihre heutigen Nachfahren, die Vögel.

    Während kleine Vögel in der Regel zwitschern, erzeugen größere Vögel, wie Tauben oder Strauße, ihre Laute bei geschlossenem Schnabel durch Vibrationen über ihrem Kehlsack.

    Da auch Krokodile - Verwandte der Dinosaurier - ihre Laute so produzieren, gehen die Forscher davon aus, dass zumindest ein Teil der Dinosaurier ebenfalls die Laute über dem Kehlsack bildeten - und somit eher gurrten und nicht brüllten, wie in den Jurassic-Park-Filmen dargestellt wird.

    07.07.2016

    In Norddeutschland lebten zur Zeit des Jura große Raubsaurier: frühe Tyrannosaurier, Megalosaurier und Allsoaurus-Verwandte
    KURZNACHRICHT:

    Nachdem vor einigen Jahren der Fund des Minisauropoden Europasaurus holgeri im Harz für Aufsehen sorgte, erklärt nun eine unter der Leitung des Paläontologen Oliver Wings durchgeführte Studie, dass im jurassischen Norden Deutschlands metergroße Raubsaurier wie frühe Tyrannosaurier, Megalosaurier oder Verwandte von Allosaurus existierten.

    Zu diesem Ergebnis gelanten die Forscher anhand der Analyse diverser, teilweise mikroskopisch kleiner Zahnüberreste, die in den vergangenen 200 Jahren in Steinbrüchen gefunden wurden.

    Vor rund 150 Millionen Jahren lag der Norden Deutschlands größtenteils unter einem flachen Meer mit vereinzelten Inseln.

    Vermutlich wurden die Zähne und auch vereinzelte Knochen bisweilen von den verschiedenen Inseln an bestimmte Sammelstellen gespült. Zusammenhängenden Skelett-Teile wurden bislang trotz intensiver Suche nicht gefunden, so die Forscher.

    Aufgrund der Ähnlichkeit zu Funden aus dieser Zeit auf anderen Landmassen schließen die Forscher nicht aus, dass sich immer mal wieder kurzzeitige Landbrücken zwischen den Gebieten des heutigen Deutschlands, Portugals und Nordamerikas bildeten, über die die Dinosaurier in neue Gebiete einwandern konnten.

    05.07.2016

    Untersuchung an fossilen Muscheln spricht für Doppelschlag am Ende der Kreidezeit: erst Vulkanismus, dann Meteoriteneinschlag
    KURZNACHRICHT:

    Eine Forschergruppe hat mit einer neuen Methode 29 sehr gut erhaltene fossile Muschelschalen, die aus dem Gebiet der antarktischen Seymour-Inseln stammen, untersucht, um Rückschlüsse auf die Temperaturen ziehen zu können, die während des Massesterbens vor 66 Millionen Jahren vorherrschten.

    Dabei haben die Forscher festgestellt, dass die Meerestemperatur von durchschnittlich 8 Grad Celsius binnen kurzer Zeit auf 16 Grad angestiegen ist und 150.000 Jahre später nochmal anstieg, allerdings nicht mehr in diesen Ausmaßen.

    Nach Aussage der Forscher spreche dies dafür, dass zunächst der starke Vulkanismus in Indien eine so radikale Klimaerwärmung hervorgerufen hätte, die den Pflanzen und Tieren mächtig zusetzte, und dass dann der Meteoriteneinschlag den ohnehin schon angeschlagenen Pflanzen und Tieren den Garaus machte.

    05.07.2016

    Gutartiger Gesichtstumor an einem Telmatosaurus-Schädel gefunden
    KURZNACHRICHT:

    An dem vor zehn Jahren in Rumänien entdeckten fossilen Schädel eines jungen Telmatosaurus transsylvanicus (Hadrosaurier-Art) wurde ein Ameloblastom entdeckt, ein meist gutartiger Gesichtstumor, der von zahnschmelzbildenden Zellen ausgeht.

    Da der Telmatosaurus noch nicht ausgewachsen und auch der Tumor noch recht klein war, vermuten die Forscher, dass die "Kieferbeule" den Dinosaurier nicht sonderlich behindert hat.

    Woran der junge Telmatosaurus letztendlich gestorben ist, können die Forscher anhand des Fundes nicht sagen.

    Allerdings sei dieser Fund der erste eines eindeutig identifizierten Ameloblastom bei einem Dinosaurier, so die Forscher.

    Telmatosaurier lebten vor ca. 69 bis 67 Millionen Jahren im heutigen Rumänien und wurden bis zu fünf Meter lang.


    29.06.2016

    Enantiornithes: Flügel von Nestflüchtern in 99 Millionen Jahren alten Bernstein entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Myanmars wurden zwei kleine Bernsteinklumpen gefunden, die jeweils einen winzigen Flügel einschließen, deren Knochenstruktur noch nicht vollständig ausgeprägt ist, deren Federkleid hingegen aber schon voll ausgebildet ist.

    Der Fund wird auf ein Alter von 99 Millionen Jahren geschätzt und stammt somit aus der mittleren Kreidezeit.

    Aufgrund der Knochen- und Federstruktur gehen die Forscher davon aus, dass die Federn von Nestflüchtern stammen, vermutlich aus der Gruppe der Enantiornithes, einer in der Kreidezeit weit verbreiteten Vorgelgruppe, die am Ende der Kreidezeit ausstarb.

    Gut zu erkennen sind am Ende der zwei bis drei Zentimeter langen Flügel die drei langen Finger, die mit Krallen besetzt waren. Das lässt darauf schließen, so die Forscher, dass es sich bei den Vögeln und Baumkletterer gehandelt hätte.

    Insgesamt glichen die Flügel denen von Kolibris, hätten auf der Feder-Oberseite helle Flecken besessen und wären an deren Unterseite hell gefärbt gewesen, erklären die Wissenschaftler.

    08.06.2016

    Säugetiere traf das Massensterben am Ende der Kreidezeit härter als bislang angenommen
    KURZNACHRICHT:

    Laut einer neuen Studie, die sich mit dem Übergang von der Kreide zum Paläogen befasst und in erster Linie die Evolution der Säugetiere im Blick hat, gab es vor dem Massensterben vor 66 Millionen Jahren eine schon beträchtliche Diversivität unter den Säugern - und ebenso am Wendepunkt eine massive Aussterbewelle dieser Tiergruppe.

    Die Forscher gehen davon aus, dass rund 93 Prozent aller Säuger am Ende des Mesozoikums ausstarben, wobei in dieser Tiergruppe in erster Linie die Tiere überlebten, die eine Länge von einem Meter nicht überschritten. Dies sei möglicherweise darauf zurückzuführen, dass mit dem Aussterben der meisten Tier- und Pflanzenarten nur noch wenig Nahrung insgesamt zur Verfügung stand und somit auch nur kleine Tiere, die weniger Nahrung benötigten, überleben konnten. Insofern kam es den Säugern zugute, dass sie im Schatten der mächtigen Dinosaurier eher klein blieben.

    Allerdings war nach Aussage der Forscher die Aussterbequote unter den Säugertieren sogar höher als unter den Eidechsen, Schildkröten und Krokodilen. Die Säuger erwiesen sich jedoch als wesentlich anpassungsfähiger, so dass sie sich von dem Schlag schneller erholten, als bislang angenommen. In nur 300.000 Jahren hatten sie nicht nur ihre vorherige Artenvielfalt wieder erreicht, sondern diese verdoppelt. Daher, so die Forscher, war man bislang davon ausgegangen, dass die Aussterberate unter den Säugern nicht so hoch gewesen sei.


    29.05.2016

    Zahnschmelzfund beim T.rex verweist auf Lippen
    KURZNACHRICHT:

    Kanadische Forscher sind davon überzeugt, dass Tyrannosaurus rex und auch andere Theropoden Lippen besaßen. Das schließen sie aus dem Fund einer dünnen Schicht Zahnschmelz.

    Zahnschmelz benötigt eine feuchte, minesralienhaltige Umgebung, die die Zähne vor Säure und Bakterien schützt. Krokodile benötigen, weil sie hauptsächlich im Wasser leben, keine Lippen, da ihre Zähne fast ständig von Feuchtigkeit umgeben sind.

    Landtiere hingegen, die Zähne besitzen, müssen den Schmelz vor dem Austrocknen und anderen schädlichen Einflüssen schützen. Daher sind sie auf Lippen angewiesen, die die Feuchtigkeit an den Zähnen bewahrt.

    Insofern werden auch sämtliche an Land lebende Tiere - zumindest dünne - Lippen besessen haben.

    Außerdem, so ergänzen die Forscher, werden die Zähne des T.rex bei einem lebenden Exemplar eher kleiner ausgesehen haben, als bei den ausgestellten Skeletten, da die Zähne zum Teil im Zahnfleisch steckten, welches naturgemäß bei den Skelettrekonstruktionen fehlt. Trotz der scheinbar geringeren Größe der Zähne wird T.rex dennoch ein beeindruckender Räuber seiner Zeit gewesen sein, so die Forscher weiter.

    27.05.2016

    Auch die Pole waren vom Massensterben am Ende der Kreidezeit betroffen
    KURZNACHRICHT:

    Bislang wurde unter Forschern die Meinung vertreten, dass die Ökosysteme an den Polen möglicherweise von der Aussterbewelle am Ende der Kreidezeit weniger stark betroffen waren, da im Zuge der saisonalen Schwankungen die Tiere besser auf veränderte Umweltbedingungen hätten reagieren können. Zudem meinten einige Forscher, dass die Regionen an den Polen zu weit entfernt waren, um einen ernsthaften Schaden zu erleiden.

    Eine neue Studie ist allerdings zu dem Schluss gekommen, dass diese Theorie so nicht stimmt.

    Nach Auswertung von 6000 Meeresfossilien aus der Zeit von vor 69 Millionen bis vor 65 Millionen Jahren, die eine Palette von Meeresschnecken bis hin zu den großen Meeresreptilien umfasst, konnten die Forscher nachweisen, dass sich die biologische Vielfalt um 65 bis 70 Prozent verringert hatte.

    27.05.2016

    Fünf neue Saurier-Briefmarken in Kanada
    KURZNACHRICHT:

    Kanada hat eine neue Briefmarken-Serie mit fünf Saurier-Abbildungen herausgegegeben. Das Besondere daran ist, dass die dargestellten Saurier als Reflexion in den Augen der Angreifer oder der Beute dargestellt sind

    Die Motive stammen aus dem kanadischen Urzeit und zeigen folgende Saurier:

  • Acrotholus audeti (eine Pachycephalosauus-Gattung, die vor 85 Mio. Jahren die Küstenebenen des heutigen Albertas bevölkert hat),
  • "Comox Valley elasmosaur" (diesem Meeresreptil wurde noch kein wissenschaftlicher Name gegeben, es lebte vor 83 Mio Jahren im heutigen Comox Valley),
  • Cypretherium coarctatum (eine Säugetier-Gattung, die vor 35 Mio. Jahren an den Flussauen des heutigen Saskatchewan gelebt hat),
  • Dimetrodon borealis (ein säugetierähnliches Reptil, das vor 270 Mio. auf den heutigen Prince Edward Island gelebt hat),
  • Troodon inequalis (ein flinker Raubsaurier, der vor 75 Mio. Jahren in den Küstenniederungen des heutigen Albertas gelebt hat).

  • 20.05.2016

    Stegosaurus hatte ein stärkeres Gebiss als bislang gedacht
    KURZNACHRICHT:

    Britische Wissenschaftler haben mithilfe von Computermodellen festgestellt, dass Stegosaurus - entgegen bisheriger Annahmen - einen relativ starken Biss besaß und somit vermutlich ein breiteres Spektrum an pflanzlicher Nahrung zur Verfügung hatte, als bislang angenommen.

    In der Studie haben Forscher die Schädel und Kiefer von drei Dinosauriergattungen untersucht, die zwar zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten gelebt haben und unterschiedliche Körperformen besaßen, deren Schädelformen aber durchaus vergleichbar waren: Stegosaurus, Plateosaurus und Erlikosaurus.

    Diese drei Dinosauriergattungen besaßen Schädel mit großen niedrigen Schnauzen, eher schwachen Zähnen in Zapfenform und Kiefern, die sich wie Scheren nur auf und abbewegen konnten.

    Da diese drei Dinosauriergattungen ähnlich geabaute Kiefer besaßen, gingen die Forscher bislang davon aus, dass sie auch eine ähnliche Nahrung bevorzugten und eine ähnliche Bisskraft aufwiesen.

    Aufgrund der Computersimulation konnten die Forscher jedoch nachweisen, dass Stegosaurus einen erheblich festeren Biss hatte, der mit heutigen Kühen und Schafen vergleichbar ist. Das wiederum bedeutet, dass er auf ein wesentlich weiteres Spektrum an Nahrungspflanzen zurückgreifen konnte, als die anderen beiden Dinosauriergattungen.

    Daraus könnte sich auch eine neue Bedeutung des Stegosaurus innerhalb seiner ökologischen Nische ergeben: Möglichweise trug Stegosaurus u.a. dazu bei, dass sich die Samen von Palmfarnen verbreiteten, so die Forscher.

    19.05.2016

    Spiclypeus: Ceratopsia mit nach außen gerichteten Hörnern und Anzeichen für Arthritis gefunden
    KURZNACHRICHT:

    In Montana am Judith River wurden die Überreste eines bislang unbekannten Ceratopsier gefunden, der den Namen Spiclypeus shipporum erhielt. Gefunden wurden eine Schädelhälfte, Teile der Beine, der Hüfte und der Wirbelsäule.

    Auffällig an dem Dreihorn-Gesicht waren die außergewöhnlich nach außen gerichteten Hörner über den Augen und die sowohl nach vorne als auch nach hinten gerichteten Zacken an der Außenkante des Nackenschildes.

    Die Forscher vermuten aufgrund der Zackenstellungen, dass es sich bei Spiclypeus, der vor ca. 76 Millionen Jahren gelebt hat, um eine Art Übergangsform zwischen den primitiven Ceratopsia, deren Nackenschildzacken nach außen zeigten und den moderneren Formen, bei denen die Zacken nach innen gedreht waren, handeln könnte.

    Zudem fand man im linken Vorderbein von Spiclypeus Hinweise darauf, dass dieses Tier unter Arthritis und einer Entzündung des Knochenmarks litt. Obwohl dieser Spiclypeus also womöglich durch die Gegend humpelte, wurde er mit einem Alter von über zehn Jahren dennoch relativ alt.

    19.05.2016

    Saskatchewans Lieblingsfossil ist ein Tyrannosaurus-Skelett namens "Scotty"
    KURZNACHRICHT:

    In einer Abstimmung, an der sich 14.208 Menschen beteiligten, wurde das 65 Millionen Jahre alte Tyrannosaurus-rex-Skelett mit dem Spitznamen "Scotty", dessen erste Überreste 1991 in Eastend (Saskatchewan, Kanada) entdeckt wurden, mit 4923 Stimmen (35 Prozent) zum beliebtesten Fossil Saskatchewans gewählt und ist nun offiziell zum fossilen Wahrzeichen dieser kanadischen Provinz gekürt worden.

    18.05.2016

    Mehrzelliges Leben rund eine Milliarde älter als bislang vermutet?
    KURZNACHRICHT:

    In China sind 167 verschiende, acht bis 30 Zentimeter große Wabenabdrücke gefunden worden, die auf ein Alter von 1,56 Milliarden Jahre datiert werden und möglicherweise von mehrzelligen Lebewesen stammen. Sollte das der Fall sein, müsste die Erdgeschichte neu geschrieben werden, da bislang das Ediacarium (von vor 635 bis vor 541 Millionen Jahre) als das Zeitalter gilt, in dem erstmals große mehrzellige Lebewesen auftraten.

    Da die Abdrücke auf regelmäßige Formen schließen lassen und eine spezielle Anordnung aufweisen, vermuten die Forscher, dass es sich bei den Abdrücken nicht um bakterielle Matten handelt, sondern um primitive mehrzellige Eukaryonten (Lebewesen mit einem Zellkern). Möglicherweise könnten diese frühen Eukaryoten auch schon fotosynthetisch aktiv gewesen sein, spekulieren die Wissenschaftler.

    Allerdings sind nicht alle Forscher mit der Interpretation dieser Abdrücke einverstanden. So gibt es Stimmen, die trotz allem vermuten, dass die Abdrücke Kolonien von Bakterien widerspiegeln und andere, die sagen, dass man für eindeutige Beweise der Mehrzelligkeit echtes Gewebe finden müsse.

    18.05.2016

    Machairoceratops: Centrosaurinae mit gekrümmten Hörnern am Ende des Nackenschilds in Utah entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Utah wurden die Überreste einer neuen Ceratopsia-Gattung gefunden, die den Namen Machairoceratops cronusi erhielt.

    Machairoceratops lebte vor etwa 77 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit, wird zu den Centrosaurinae gezählt und konnte bei einem geschätzten Gewicht von ein bis zwei Tonnen ca. sechs bis acht Meter lang werden.

    Die Teile des Schädels, die gefunden wurden, weisen Ähnlichkeiten mit einem anderen Centrosaurinae auf, der in einem ähnlichen Gebiet gefunden wurde: Diabloceratops.

    Allerdings zeigt der Nackenschild des Machairoceratops eine Eigenschaft auf, die ihn vom Diabloceratops grundlegend unterscheidet: Machairoceratops besaß am Ende seiner Halskrause zwei lange nach vorne gebogene Hörner, die eine eigentümliche Rille von der Basis bis zur Spitze aufweisen. Welche Funktion diese Rille hatte, können sich die Forscher bislang nicht erklären.

    Der Fund des neuen Centrosaurinaes unterstützt die These, dass die Ceratopsia zwei getrennte Gebiete besiedelten, in denen sie sich getrennt entwickelten.

    18.05.2016

    Eotyrannus: Zahnfund auf der Isle of Wight weist auf 6 Meter Größe hin
    KURZNACHRICHT:

    Eine Paläontologie-Studentin hat am Strand auf der Isle of Wight einen besonders großen Zahn des Eotyrannus lengii entdeckt, der vermuten lässt, dass Eotyrannus größer war, als bislang angenommen.

    Bisher ist nur ein einziges unvollständiges Skelett dieses T.rex-Verwandten bekannt, der vor 125 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit im heutigen Südengland gelebt hat. Aufgrund des ersten Fundes wurde die Größe des Eotyrannus mit 4 Metern angegeben.

    Der nun gefundene Zahn spricht jedoch dafür, dass Eotyrannus auch größer werden konnte, möglicherweise mehr als 6 Meter.

    18.05.2016

    In der Dinosaurierevolution kam es häufiger zu Federnausbildung
    KURZNACHRICHT:

    In einer Studie, die sich mit der Hautstruktur bei 75 Dinosauriergattungen befasst hat, wurde festgestellt, dass das Ausbilden von Federn keine einmal stattgefunden "Erfindung" war, die dann von Generation zu Generation bis hin zu den Vögeln weitergegeben wurde. Vielmehr wurden die Vorläufer der Feder immer wieder neu erfunden und später wieder verworfen.

    Die Studienautoren meinen, dass die Verallgemeinerung vieler Paläontologen, dass sie aus mehreren Funden einzelner federtragender Dinosaurier gleich auf eine ganze Gruppe von federtragenden Dinosauriern schließen, ziemlich übertrieben und auch oft fehlt am Platze ist. In der Studie wurde festgestellt, dass die meisten der untersuchten Dinosaurier eindeutig eine schuppige Haut besessen hätten und oft nur einzelne Federn oder nur wenige Federn.

    Man sollte bei der Erforschung federtragender Dinosauriern die späteren Nachkommen, die Vögel, ganz aus den Überlegungen ausschließen und statt dessen fragen: Welchen Vorteil bot ein Federkleid oder welchen boten einzelne Federn.

    Die gängigste Antwort lautet: dem Imponiergehabe. Es werden aber auch Meinungen geäußert, die von einer Ausweitung der Sensorik sprechen, so wie Katzen ihre Schnurrhaare an den Kopfseiten einsetzen. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass seitlich am Körper sitzende Dornen, Haare oder Federn eine ähnliche Funktion einnahmen wie die Schnurrhaare bei einer Katze.

    15.05.2016

    Sehr guter Fußabduck von Isochirotherium in Spanien entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Katalonien (Spanien), in der Nähe von Barcelona, wurde ein außergewöhnlich gut erhaltener Fußabdruck eines Isochirotherium gefunden, an dem man Krallen und Hautabdrücke sehen kann. Der Abdruck wird auf ein Alter von 230 Millionen Jahren geschätzt und entstand somit in der mittleren Trias.

    Spuren von Isochirotherium und dessen Verwandten Chirotherium sind aus mehreren Teilen der Welt bekannt. So wurden ebenfalls Spuren in Argentinien, China und Deutschland gefunden.

    Der Begriff Isochirotherium bedeutet "Hand-Tier", da der Fußabdruck einem menschlichen Handabdruck gleicht: Ein Zeh streckt sich ähnlich vom Fuß ab, wie der Daumen von der menschlichen Hand.

    Allerdings vermuten die Forscher, dass dieser abgespreizte Zeh lediglich dem Stand im Schlamm Stabilität verleihen sollte und nicht wie der menschliche Daumen den anderen Fingern gegenübergestellt werden konnte.

    Da vom Isochirotherium bislang nur Fußabdrücke bekannt sind, können die Forscher nur vermuten, wie das Tier ausgesehen haben könnte. Sie nehmen jedoch an, dass es zu der Gruppe der Prestosuchidae oder der Rauisuchidae gehörte und somit ein Verwandter der Krokodilvorfahren war. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei Isochirotherium um einen Raubsaurer.

    Ein Gipsabdruck dieses sehr gut erhaltenen Fußstapfens ist an regionale Archäologie- und Paläontologie-Einrichtungen geschickt worden zur näheren Untersuchung.

    10.05.2016

    Salisbury berichtet von 71 Millionen Jahre alten Dinosaurierfunden in der Antarktis
    KURZNACHRICHT:

    In einer Pressemitteilung, die Dr. Steve Salisbury von der University von Queensland herausgegeben hat, berichtet er von einigen Funden in der Antarktis, die er während der Expedition mit seinem zwölfköpfigen Team im Februar/März dieses Jahres gemacht hat.

    Demnach haben die Forscher auf James Ross Island Fossilien gefunden, die ca. 71 Millionen Jahre alt sind. Es handelt sich sowohl um die Überreste von Plesiosauriern und Mosasauriern als auch um Dinosaurier-Fossilien.

    Allerdings, so räumt Salisbury ein, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern, bis die Fossilien so gut präpariert sind, dass weitere Forschungen an ihnen durchgeführt werden können.

    10.05.2016

    Erdatmosphäre vor 2,7 Milliarden Jahren war dünner als heute
    KURZNACHRICHT:

    Eine neue Studie verweist darauf, dass die Erdatmosphäre vor 2,7 Milliarden Jahren wesentlich dünner war als bislang angenommen:

    Um herauszufinden, wie hoch der Atmosphärendruck war, als lediglich Einzeller die Erde beherrschten, es noch keinen Sauerstoff auf der Erde gab und das Sonnenlicht rund ein Fünftel schwächer schien als heute, untersuchten Forscher die Größe von eingeschlossenen Blasen in erkaltetem Lavagestein aus jener fernen Zeitepoche.

    Da es zu jener Zeit relativ warm auf der Erde war, galt bis jetzt die Annahme, dass die Atmosphäre dichter gewesen sein muss als heute, da nur so die geringe Wärmeeinstrahlung die Erde warm gehalten haben könnte.

    Bei ihren Untersuchungen stellten die Forscher nun aber überrascht fest, dass die Blasen auf einen nur geringen Atmosphärendruck hinweisen. Nicht nur, dass er nicht dichter war als heute - er scheint sogar noch niedriger als heute gewesen zu sein.

    Daher muss die Wärme auf der damaligen Erde andere Ursachen gehabt haben. Die Forscher vermuten, dass vor 2,7 Milliarden Jahren mehr Methan und Kohlendioxid auf der Erde vorherrschten und weniger Stickstoff, so dass durch die Treibhausgase die Wärme gehalten werden konnte.

    Das wiederum führt zu der Vermutung, dass auch die Stickstoffkonzentration in der Atmosphäre im Laufe der Erdgeschichte weit mehr geschwankt haben muss als bislang angenommen.

    06.05.2016

    Waren Mosasaurier warmblütig?
    KURZNACHRICHT:

    Mithilfe einer Sauerstoffisotopenanalyse bei Mosasaurier-Fossilien und dem Vergleich mit entsprechenden Werten von Fischen und Schildkröten aus der Zeit des Mesozoikums sowie mit denen von Vögeln, konnten Forscher in den USA Hinweise darauf finden, dass Mosasaurier wahrscheinlich warmblütig waren.

    Die Werte der Analyse bei den Mosasauriern lagen näher an denen der warmblütigen Vögel als an denen der wechselwarmen Fische und Schildkröten.

    Zwar gab es kleine Unterschiede bei den Werten zwischen einzelnen Mosasaurier-Gattungen, doch zeigten sich diese unabhängig von der Größe der Spezies. Dies wurde als Indiz dafür gewertet, dass keine Gigantothermie - also Warmblütigkeit aufgrund der Körpermasse - vorliegt.

    Insofern waren Mosasaurier wahrscheinlich nicht abhängig von der umgebenden Wassertemperatur und hielten selbstständig ihre relativ hohe Körpertemperatur.

    06.05.2016

    Minisauripus: Kleinste Dinosaurier-Fährte bestätigt
    KURZNACHRICHT:

    Vor zwei Jahren wurden in China die weltweit kleinsten Dinosaurier-Spuren gefunden. Das bestätigte jetzt ein internationales Forscherteam.

    Die Fußspuren sind ungefähr zwei Zentimeter lang, stammen aus der Unterkreide und wurden in der Provinz Sichuan entdeckt. Sie werden als Minisauripus bezeichnet.

    06.05.2016

    Atopodentatus: Pflanzenfressendes Meeresreptil besaß ein Maul ähnlich einem Hammerhaikopf
    KURZNACHRICHT:

    Als vor zwei Jahren die Überreste eines bis dato unbekannten Meeresreptils im Süden Chinas gefunden wurden, fehlten noch entscheidende Teile des Schädels. Es war lediglich erkennbar, dass es lange dünne Zähne besaß. Die Forscher vermuteten damals, dass das neu entdeckte Reptil, das vor rund 242 Millionen Jahren in der mittleren Trias lebte, kleine Krebstiere aus dem Wasser filterte. Aufgrund der Zähne erhielt das Meeresreptil den Namen Atopodentatus unicus (übersetzt: "einzigartig und ungewöhnlich Bezahnter").

    Nun wurden zwei weitere Fossilien dieses Meeresreptils gefunden einschließlich eines nahezu kompletten Schädels. Jetzt erst zeigte sich, wie außergewöhnlich Atopodentatus wirklich war: Sein Maul war im vorderen Teil so breit gezogen wie der Kopf eines Hammerhais. Während im breiten Teil des Kiefers eine Reihe meißelartiger, langer Zähne saß, wuchsen ihm im hinteren, schmaleren Bereich viele nadelspitze Zähne.

    Die Forscher gehen nun davon aus, dass Atopodentatus kein Fleischfresser war, sondern sich von Pflanzen ernährte, die er mit den vorderen Zähnen vom Boden des Meeres abschabte und einsaugte. Danach wird er das mit eingesaugte Wasser wieder herausgepresst haben, während die Zähne im hinteren Bereich die gefressenen Pflanzenstückchen festhielten.

    Nach den Ergebnissen zu schließen, ist Atopodentatus der bislang älteste bekannte Pflanzen-Filtrierer unter den Meeresreptilien.


    28.04.2016

    Dinosaurierschlaf durchlief wahrscheinlich ebenso REM- und Slow-Wave-Phasen wie bei Säugern und Vögeln
    KURZNACHRICHT:

    In einer Studie haben Forscher mit Überraschung festgestellt, dass Eidechsen wie wir Menschen ebenfalls einen Schlaf haben, der aus einem Zyklus aus REM und dem so genannten Slow-Wave-Muster besteht. Zu diesem Zweck hatten sie fünf australischen Bartagamen neu entwickelte Sonden ins Gehirn implantiert, mit denen sie die Hirntätigkeiten der Tiere während des Schlafes überwachen konnten.

    Bislang waren die Forscher davon ausgegangen, dass lediglich die Säugetiere und Vögel diese Schafzyklen durchlebten und sich diese Zyklen erst in der Zeit entwickelten, als die ersten Vögel und Säuger auftraten.

    Nach den Ergebnissen der Studie zu schließen, muss die Entwicklung des REM und Slow-Wave-Musters während des Schlafes aber schon viel früher stattgefunden haben - möglicherweise schon zu Beginn der Wirbeltier-Evolution - zumindest aber schon bei den gemeinsamen Vorfahren von Säugern, Vögeln und Echsen vor rund 300 Millionen Jahren.

    Das bedeutet, dass wahrscheinlich auch die Dinosaurier einen Schlaf aus abwechselnden Phasen zwischen REM und Slow-Wave-Mustern aufwiesen.

    Allerdings, so betonen die Forscher, sind die Schlafrhythmen bei Menschen, Reptilien und Vögeln sehr unterschiedlich: Zum einen dauern die einzelnen Zyklen bei den verschiedenen Tieren sehr unterschiedlich lange und sind zum anderen auch unterschiedlich verteilt:

    Beim Menschen dauert der Zyklus zwischen 60 und 90 Minuten, bei einer Katze rund 30 Minuten und bei einer Bartagame ca. 80 Sekunden.

    Während beim Menschen die REM-Phase für gewöhnlich aber viel kürzer ist als der Slow-Wave-Schlaf, dauern bei der Eidechse die Phasen scheinbar gleich lange und sind bei Vögeln absolut unregelmäßig verteilt.

    27.04.2016

    Sarmientosaurus: Titanosaurier konnte vermutlich sehr gut sehen, vorzugsweise tiefe Töne hören und fraß niedrig wachsende Pflanzen
    KURZNACHRICHT:

    In Zentral Patagonien (Argentinien) wurde der außergewöhnlich gut erhalten gebliebene Schädel samt eines Halsfossils eines Titanosauriers gefunden, der den Namen Sarmientosaurus musacchioi erhielt.

    Benannt wurde dieser Titanosaurier nach der Stadt Sarmiento, in dessen Nähe die Fossilien gefunden wurden sowie nach einem verstorbenen Paläontologen-Kollegen und Freund des Ausgrabungs-Teams, Eduardo Musacchio, der an der Nationalen Universität von Patagonien San Juan Bosc tätig war.

    Gelebt hat Sarmientosaurus vor rund 95 Millionen Jahren in der Oberkreide.

    Der gefundene fossile Schädel ist so gut erhalten, dass der Ausguss und ein Computerscan deutliche Hinweise auf gewisse sensorische Fähigkeiten geben: Demnach besaß Sarmientosaurus zwar ein sehr kleines Gehirn, allerdings große Augäpfel und vermutlich eine gute Sehfähigkeit. Sein Innenohr deutet darauf hin, dass sein Hörsinn eher auf niedirgfrequentierte Schallwellen ausgelegt war. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass dieser Titanosaurier seinen Kopf meist mit der Schnauze nach unten getragen hat. Das führt die Forscher zur Vermutung, dass er sich überwiegend von niedrig wachsenen Pflanzen ernährt hat.

    26.04.2016

    Dinosaurier wanderten in der Mittelkreide aus Europa aus, aber nicht hinein
    KURZNACHRICHT:

    Eine Studie, die auf sämtlichen dokumentierten Dinosauriernachweisen sämtlicher Kontinente fußt, zeigt, dass auch nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangäa eine Wanderbewegung der Dinosaurier zwischen den Kontinenten stattfand.

    Die Forscher vermuten, dass sich durch Kontinentalbewegungen noch lange Zeit nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents immer mal wieder Landbrücken zwischen den Kontinenten auftaten, über die die Dinosaurier von einem Kontinent zum anderen gelangten.

    Die dokumentierten Dinosaurierfunde scheinen allerdings anzuzeigen, dass während der mittleren Kreidezeit von vor 125 Millionen bis vor 100 Millionen Jahren viele Dinosaurier von Europa aus auf andere Kontinente auswanderten, aber keine Migration nach Europa hinein stattfand.

    Dieses Ergebnis verwundert die Forscher. Allerdings, so geben sie zu bedenken, wäre es durchaus möglich, dass die bislang dokumentierten Funde durch das Fehlen entsprechender Fossilien auch ein falsches Bild vermitteln.

    22.04.2016

    Samenfressende Schnabelträger unter den Dinosauriern waren beim Massensterben am Ende der Kreidezeit im Vorteil
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben eine neue Theorie veröffentlicht, nach der die Vögel vermutlich deshalb das Massensterben am Ende der Kreidezeit überstanden, weil sie sich mit ihren zahnlosen Schnäbeln auf Samen als Nahrungsquelle spezialisiert hatten.

    Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Forscher nach der Untersuchung von rund 3000 Maniraptora-Zähnen (Raubsaurier-Zähnen von vogelähnlichen Dinosauriern) unterschiedlicher Dinosaurier-Gattungen. Ihren Ergebnissen zufolge blieb die Anzahl der Zahnträger während der letzten 18 Millionen Jahre der Kreidezeit gleich stabil. Daher muss es einen sehr plötzlichen Klimaumschwung gegeben haben, der zur Benachteiligung und dem raschen Aussterben der zahntragenden Maniraptora geführt hat. Dies kann nach Meinung der Forscher nur durch einen Meteoriteneinschlag erklärt werden.

    Da infolge des Einschlags die Pflanzen unter den veränderten Klimabedingungen zu leiden hatten, während deren Samen Jahre lang unbeschadet im Boden überleben konnten, waren die Samenfressern den Pflanzenfressern gegenüber im Vorteil.

    22.04.2016

    Rapetosaurus-Babys besaßen kein Kindchenschema - möglicherweise Hinweis auf fehlendes Brutfürsorge-Verhalten
    KURZNACHRICHT:

    Ein Zufallsfund von Suropoden-Baby-Knochen in einem Museum liefert neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Sauropoden:

    Schon im Jahr 2012 entdeckte eine Forscherin in einem Museum zwischen diveresen Krokodilknochen kleine Sauropodenknochen, die sie dem Titanosaurier Rapetosaurus krausei zuordnen konnte. Es waren Knochen, die von einem noch sehr jungen Tier stammten, das vermutlich zwischen 39 und 77 Tage alt gewesen war. Die Untersuchung der Knochen zeigt, dass es wahrscheinlich verhungerte.

    Das Erstaunliche an diesem Fund jedoch waren die Körperproportionen. Denn dieses Jungtier wies kein erkennbares Kindchenschema auf.

    Normalerweise sind die Proportionen bei einem neugeborenen Tier (und auch beim Menschen) anders als die bei einem ausgewachsenen Individuum: verhältnismäßig kurze Arme und Beine, großer Kopf, große Augen, kurze Schnauze, wenig ausgebildeter "Körperschmuck" (wie z.B. Geweihe, Hörner, Halskrausen...).

    Der kleine Rapetosaurus hingegen, der zum Zeitpunkt seines Todes eine Hüfthöhe von ungefähr 35 Zentimeter und ein geschätztes Gewicht von 40 Kilogramm gehabt haben dürfte, zeigte fast die gleichen Proportionen wie ein erwachsenes Exemplar, das bis zu 15 Meter lang, 4 Meter hoch und 10 Tonnen schwer werden konnte.

    Aus diesem Befund schließen die Forscher, dass Rapetosaurus keine Nestfürsorge betrieb und dass die frisch geschlüpften Sauropoden direkt auf sich selbst gestellt waren. Außerdem zeigten die Jungtiere ein erstaunlich schnelles Wachstum: Bei der Geburt schätzungsweise 3,5 Kilogramm schwer, verzehntfachten sie ihr Gewicht schon innerhalb der ersten zwei bis drei Monate.

    18.04.2016

    Hatte die Artenvielfalt unter den Dinosauriern schon vor dem Meteoriteneinschlag deutlich abgenommen?
    KURZNACHRICHT:

    Es gibt eine neue Studie, die sich mit dem Aussterben der Dinosaurier befasst:

    Demnach hat die Aussterberate bei den meisten Dinosauriern am Ende der Kreidezeit zugenommen, so dass diese eh schon vom Aussterben bedroht waren. Der Meteoriteneinschlag hätte das Aussterben nur noch beschleunigt, da die Dinosaurier nicht mehr in der Lage gewesen seien, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Die Forscher stellten ein Abnehmen der Artenbildungsrate spätestens 24 Millionen Jahre vor dem Meteroriteneinschlag fest, bei einzelnen Gruppen schon wesentlich früher: rund 50 Millionen Jahre vor dem Impakt.

    Insbesondere bei den Sauropoden fanden die Forscher, dass das Aussterben einzelner Arten wesentlich schneller vonstatten ging als das Hervorbringen neuer Arten. Bei Theropoden war der Prozess eher schleichender. Hingegen sei die Artenbildungsrate bei den Hadrosauriern und den Ceratopsidae noch sehr hoch gewesen.

    06.04.2016

    Bohrungen am Chicxulubkrater sollen Auskunft über die ersten Minuten nach dem Impakt geben
    KURZNACHRICHT:

    Im Golf von Mexiko soll eine intensive Untersuchung des Chicxulub-Kraters stattfinden, der nach Meinung vieler Wissenschaftler den Einschlagsort des Meteoriten darstellt, der vor 66 Millionen Jahren zum Aussterben der Dinosaurier und vieler ander Tier- und Pflanzenarten geführt haben soll.

    An dem mehr als 10 Millionen Euro teuren Projekt, das rund 10 Jahre lang vorbereitet wurde, beteiligen sich insgesamt 30 Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen aus 12 Nationen, darunter Geologen, Geochemiker, Geophysiker und Paläontologen.

    Das Forscherteam will Bohrkerne bis zu 1,5 Kilometer Tiefe aus dem Ring des Kraters entnehmen, die in Bremen zwischengelagert werden. Die Bohrkerne werden in der Regel schon auf dem Schiff gespalten. Auf dem aktuellen Schiff ist jedoch kein Platz, daher bleiben sie in diesem Fall intakt und werden nur kühl gelagert.

    Einige wenige Untersuchungen der Bohrkerne werden allerdings schon an Bord des Schiffes durchgeführt, so z.B. die Feststellung der physikalischen Eigenschaften wie Dichte und Gammastrahlung. Die Außenseite der Kerne wird ebenfalls schon visuell analysiert und erkennbare Änderungen im Aufbau markiert.

    Im Herbst wollen sich die Forscher dann zu einer vierwöchigen Klausur in Bremen treffen, um u.a. die Bohrkerne zu spalten. Während die eine Hälfte unter den Wissenschaftlern aufgeteilt wird, soll die zweite Hälfte für spätere Untersuchungen verwahrt werden.

    Die Forscher hoffen sich durch die Analyse der Bohrkerne Antworten auf die Fragen, was in den ersten Minuten nach dem Impakt geschehen ist.

    Im ersten Jahr stehen die Bohrkerne nur den an dem Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftlern zur Verfügung, später sollen sich auch andere Forscher mit ihnen beschäftigen dürfen.

    Die ersten Untersuchungs- und Interpretationsergebnisse dieser Expedition werden schon im kommenden Jahr erwartet, nachdem sämtliche Forscher in ihren Disziplinen die Bohrkerne untersucht haben.

    05.04.2016

    Lystrosaurus: Kleineres Körperwachstum und schnellere Geschlechtsreife halfen beim Überstehen vom Massensterben am Ende des Perm
    KURZNACHRICHT:

    Forscher, die sich mit dem Massensterben am Ende des Perm vor 262 Millionen Jahren beschäftigt haben, haben entdeckt, dass die Lystrosaurier, die sowohl vor als auch nach dem Massensterben existierten, eine eigene Strategie entwickelten, um das Massensterben zu überstehen: Ihre Arten wurden kleiner und lebten kürzer, was darauf schließen lässt, dass auch ihre Fortpflanzungsfähigkeit früher einsetzte.

    Lystrosaurier gehörten zu den säugetierähnlichen Reptilien, die während des späten Perm und der frühen Trias lebten.

    Vor der Katastrophe lag das Durchschnittsalter der Lystrosaurier bei 13 bis 14 Jahren, nach der Katastrophe bei 2 bis 3 Jahren.

    Diesen Effekt haben Wissenschaftler auch bei heutigen Tieren festgestellt, wie z.B. beim Kabeljau. Im vergangenen Jahrhundert sind die Tiere wesentlich kleiner geworden und früher geschlechtsreif. Daraus schließen die Forscher, dass wir uns zur Zeit mitten im sechsten großen Massensterben befinden, das allerdings anders als bei früheren Massensterben nicht durch Umwelteinflüsse sondern durch das Wirken der Menschen hervorgerufen wurde.

    Einige Forscher vermuten, dass die Hälfte der Säugetierarten bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts ausgestorben sind, falls es so weitergeht wie bisher.


    29.03.2016

    Sauropoden entwickelten sich im Laufe der Evolution immer in eine Richtung: längerer Hals, größerer Brustkorb, stärkere Vorderbeine
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam hat sich genauer mit der Evolutionsgeschichte der Sauropoden auseinandergesetzt und mithilfe von Computermodellen einen Trend in der körperlichen Entwicklung dieser Dinosauriergruppe festgestellt:

    Die frühesten Dinosaurier, die sich zu Sauropoden entwickelten, liefen noch zweibeinig und hatten den Schwerpunkt über der Hüfte, damit sie ihr Gleichgewicht halten konnten. Sie waren noch eher klein, hatten eine schmale Brust, kurze und schwache Vorderbeine und einen relativ kurzen Hals. Zu diesen frühen Sauropoden zählt u.a. der aus der Obertrias stammende Plateosaurus.

    Nach Aussage des Teams fand dann aber eine Entwicklung hin zu einem massigeren Brustkorb, stärkeren Vorderbeinen und einer Verlängerung des Halses statt. So wurden aus den hinterlastigen Zweibeinern mit der Zeit vorderlastige Vierbeiner, wie z.B. die aus dem Oberjura stammenden Apatosaurus und Diplodocus.

    Allerdings war mit dem Erreichen dieser Körperform die Evolution noch nicht beendet. Der Trend hielt weiterhin an. So entwickelten sich in der Kreidezeit die Titanosaurier, zu denen u.a. der mächtige Argentinosaurus und der ebenso mächtige Dreadnoughtus zählen. Diese Dinosaurier gehörten zu den schwersten und größten Sauropoden, die jemals die Erde bevölkerten, und lebten in der oberen Kreidezeit. Bei ihnen setzte sich der Trend des nach vorne verschiebenden Schwerpunkts durch ein weiteres Anschwellen des Brustkorbes in Verbindung mit einem langen Hals weiter fort, was wiederum zu noch stärkeren Vorderbeinen führen musste.

    29.03.2016

    Litten auch schon die Dinosaurier unter einer Malaria-ähnlichen Krankheit?
    KURZNACHRICHT:

    Forscher der Oregon State University haben in einem rund 100 Millionen Jahre alten Bernstein aus Myanmar eine eingeschlossene Gnitze (Bartmücke) gefunden und in deren Hinterleib 35 Oozysten (frühe Entwicklungsstadien) des Parasiten "Paleohaemoproteus burmacis", der als Vorläufer heutiger Parasiten gilt, die eine Malaria-ähnliche Krankheit hervorrufen.

    Laut Nachrichtenquelle folgern die Forscher daraus, dass diese Gnitze auch die herrschenden Reptilien ihrer Zeit belästigt haben könnte - und somit möglicherweise auch die Dinosaurier bereits unter einer Malaria-ähnlichen Krankheit gelitten hätten.

    Der schriftführende Forscher hatte allerdings schon 2008 die These aufgestellt, dass die Dinosaurier entscheidend durch Insekten geschwächt worden wären, die sich in der Kreidezeit zu Überträgern von Mikroben und Krankheiten entwickelt hätten - was letztendlich zum Aussterben der Dinosaurier geführt hätte und von einem verstärkt auftretenden Vulkanismus oder einem Meteoriteneinschlag nur unterstützt worden wäre. (vgl Nachricht vom Jan. 2008)

    17.03.2016

    Bestätigung: Vorhandensein von Röhrenknochenmark bei Dinosaurierfossilien verweist eindeutig auf weibliches Individuum
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2005 konnte ein Forscher-Team um die US-amerikanische Wissenschaftlerin Mary Higby Schweitzer im Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus-Skeletts Röhrenknochenmark nachweisen, das mit dem Röhrenknochenmark von heutigen Emus und Straußen große Ähnlichkeit aufwies, und eindeutige Rückschlüsse darauf zuließ, dass der untersuchte Tyrannosaurus weiblich war und kurz vor seinem Ableben Eier gelegt hatte.

    Nun haben weitere Tests diese Befunde bestätigt.

    Zwar könnte somit eine Geschlechteridentifizierung möglich sein, allerdings sei der Nachweis von Röhrenknochenmark bei vielen Fossilien nur schwer möglich, so die Forscher.

    16.03.2016

    Genetisches Experiment: Huhn mit Dinosaurier-Beinen
    KURZNACHRICHT:

    In Chile ist das nächste Hühner-Dinosaurier-Experiment gelaufen. Diesmal haben die Forscher das so genannte "Indian Hedghog Protein" manipuliert und so ein Huhn mit Dinosaurier-Bein erschaffen.

    Im letzten Jahr hatten US-amerikanische Forscher durch Genmanipulation Hühnerembryonen mit Dinosaurierschnauze und Dinosaurier-ähnlichem Rachenraum "erschaffen", die sie allerdings nicht schlüpfen ließen. (vgl. Nachricht vom Mai 2015)

    Ob die chilenischen "Dinosaurier-Hühner" zum Schlüpfen gebracht wurden, ist auf den deutschsprachigen Nachrichtenservern nicht vermerkt.

    16.03.2016

    Warum kam es zur "kambrischen Explosion"
    KURZNACHRICHT:

    Warum die so genannte "kambrische Explosion" vor rund 540 Millionen Jahren plötzlich so vielfältige komplexe Lebewesen hervorbrachte, nachdem es Milliarden von Jahren nur Einzeller und einfach gebaute Tiere und Pflanzen gab, ist nach wie vor ein Rätsel.

    Viele Theorien gehen davon aus, dass ein plötzlicher Sauerstoffanstieg in den Meeren dafür verantwortlich ist, obwohl signifikante Beweise dafür noch nicht gefunden worden sind.

    Es ist aber anzunehmen, dass im Kambrium erstmals sich bewegende Räuber auftraten, die die festsitzenden Tiere des Ediacariums (das Zeitalter unmittelbar vor dem Kambrium) zu einer Art "Aufrüstung" bei den Abwehrmechanismen zwangen - sei es durch das Bilden eines Außenskeletts oder durch eigene Beweglichkeit, die eine Flucht ermöglichte.

    Fossile Spuren zeigen, dass möglicherweise die ununterbrochenen mikrobiellen Matten, die im Ediacarium die Meeresböden bedeckten, aufgelockert wurden und sich einige Tiere begannen, vor den räuberischen Tieren zu verstecken.

    Auch die Flucht in höher gelegene Schichten des Meeres, die mehr Sauerstoff enthielten und somit mehr Energiezufuhr erlaubten, wäre eine Möglichkeit gewesen, den Räubern zu entkommen, so die Forscher.

    14.03.2016

    Timurlengia: Tyrannosaurier aus der Oberkreide war noch klein, aber vermutlich sehr intelligent
    KURZNACHRICHT:

    In Usbekistan wurden die Überreste einer bis dato unbekannten Tyrannosaurier-Gattung gefunden, die in der Zeit zwischen 1997 und 2006 ausgegraben wurde und den Namen Timurlengia euotica erhielt. Dieser neu entdeckte Tyrannosaurier lebte vor rund 90 Millionen Jahren im heutigen Asien und könnte eine noch klaffende Lücke im Tyrannosaurus-Stammbaum schließen.

    Bislang kannte man lediglich relativ kleine Tyrannosaurier aus dem Jura und der Unterkreide und die riesigen Tyrannosaurier vom Ende der Kreidzeit, zu denen u.a. auch Tyrannosaurus rex gehörte. Daher war bislang nicht bekannt, wie die Evolutionsgeschichte dieser Raubsaurier-Gruppe aussah.

    Der Fund von Timurlengia gibt nun darüber Auskunft: Selbst bis in den Anfang der Oberkreide hinein waren die Tyrannosaurier nicht größer als ein heutiges Pferd. Timurlengia brachte es nach Schätzung der Forscher auf keine drei Meter Länge und auf ein Gewicht von nur 250 Kilogramm. Allerdings besaß er lange Beine, was auf einen schnellen Jäger schließen lässt, und schmale, messerartige Zähne.

    Am auffälligsten bei Timurlengia war jedoch sein Schädel, denn die Proportionen und der Aufbau sprechen für eine hohe Intelligenz und scharfe Sinne. Demnach lässt sich darauf schließen, dass die Tyrannosaurier zunächst intelligent wurden und sich dann auch größenmäßig zu den Herrschern der Dinosaurier aufschwangen, so die Forscher.


    29.02.2016

    Wiedergefundener Abelisaurier-Knochen verrät Größe des Tiers
    KURZNACHRICHT:

    Ein lange Zeit in einer Museumsschublade vergessener, jetzt wieder entdeckter rund 95 Millionen Jahre alter, fossiler Oberschenkelknochen eines Abelisauriers half Forschern dabei, auf die Größe des lebenden Tieres zu schließen. Aufgrund der Narben und Beulen an diesem Knochen konnten die Forscher erkennen, wo die Muskeln und Sehnen für Oberschenkel und Schwanz ansetzten, und wie lang sowohl die Muskeln als auch die Sehnen waren. Daher vermuten die Forscher, dass dieser Abelisaurier neun Meter lang und ein bis zwei Tonnen schwer gewesen war. Trotz seiner kurzen Arme und möglicherweise auch seines flauschigen Federkleides, wird er einer der gefährlichsten Raubsaurier seiner Zeit gewesen sein.

    Der Knochen stammte ursprünglich aus den so genannten Kem Kem Beds Marokkos, die für ihre Fülle an Fossilen großer, räuberischer Dinosaurier bekannt sind und in denen noch andere Raubdinosaurier von mindestens fünf Gruppen gefunden wurden. Lange Zeit war es den Forschern ein Rätsel, wie so viele Raubsaurier zur gleichen Zeit am gleichen Platz existieren konnten, ohne sich gegenseitig zu vernichten.

    Die Forscher sind nun zu dem Schluss gekommen, dass die Kem Kem Beds durch geologische Umwälzungen bedingt nicht die chronologische Reihenfolge der Fossilien widerspiegeln. Vermutlich liegen, so die Forscher, zwischen den verschiedenen Raubsauriergruppen zeitliche und örtliche Unterschiede, die vom Gestein nicht gezeigt werden.

    26.02.2016

    Dilohosaurus-Skelett mit verheilten Wunden
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben an einem 1942 ausgegrabenen, rund 185 Millionen Jahre alten, fossilen Dilophosaurus-Skelett zahlreiche Knochenbrüche und andere Verletzungen entdeckt. Da die meisten Verletzungen Hinweise auf Heilungsprozesse geben, gehen die Forscher davon aus, dass Dilophosaurus noch mehrere Monate mit diesen Verletzungen gelebt hat.

    Neben den verschiedenen Knochenverletzungen, die sich u.a. am linken Schulterblatt, dem linken Unterarm und dem rechten Oberarm befinden, zeigt Dilophosaurus auch Beschädigungen aufgrund von Infektionen auf, wie z.B. an der linken Elle und dem Daumen der linke Hand. Auch abnormes Knochenwachstum konnte an zwei Stellen nachgewiesen werden.

    Die Forscher gehen davon aus, dass Dilophosaurus zum Schluss sehr starke Schmerzen gehabt haben muss und somit nicht mehr allzu erfolgreich auf Jagd gegangen sein kann.

    18.02.2016

    Alleinige Hinterfußstapfen von Sauropoden deuten auf unterschiedliche Gewichtsverteilung des Vorder- und Hinterteils, nicht auf Schwimmen hin
    KURZNACHRICHT:

    Es hat eine Neubewertung von Sauropodenfußspuren aus China, bei denen nur die Hinterstapfen erhalten geblieben sind, stattgefunden.

    Ursprünglich waren diese Fußspuren einem schwimmenden Dinosaurier zugeschrieben worden, da man sich nicht vorstellen konnte, dass ein großer, schwerer Sauropode auf zwei Beinen an Land herumgetorkelt wäre. Eine Neuanlyse hat aber nun ergeben, dass es sich eindeutig um Landspuren handelt, also kein schwimmender Dinosaurier unterwegs war.

    Die Paläontologen schließen aus den Fußabdrücken nun, dass ein Sauropode im Schlamm unterwegs war und sich die Hinterbeine wegen einer größeren Gewichtsbelastung tiefer in den Schlamm gedrückt haben als die Vorderbeine, so dass zwar die Hinterstapfen erhalten blieben, die Vorderstapfen aber nicht.

    Im Jahr 2003 wurde schon einmal über schwimmende Sauropoden berichtet. Diese Studien gingen auf Experimente mit Plastikdinosauriern und Computersimulationen zurück und führten zu dem Ergebnis, dass schwimmende Sauropoden vermutlich nur Vorderfußstapfen hinterließen, da beim Schwimmen das meiste Gewicht auf den Vordergliedmaßen lag und die Hinterbeine vom Wasser vermutlich angehoben wurden - falls Sauropoden überhaupt hätten schwimmen können. Denn dies wurde in dem damaligen Artikel teilweise bezweifelt. (vgl. Nachricht vom Okt. 2003)

    17.02.2016

    Überarbeitung des Tyrannosaurier-Stammbaums
    KURZNACHRICHT:

    Steve Brusatte, Thomas Carr und weitere Kollegen haben den Stammbaum der Tyrannosauroidea unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse genauer analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vorfahren der Tyrannosauroidea anfänglich eher klein und weniger beeindruckend waren.

    Nach der Analyse unterteilen Brusatte und Carr die Tyrannosauroidea nun in eine Gruppe basaler Proceratosauroiden, zu denen Yutyrannus und Guanlong gehören, dann in eine Zwischengruppe von kleinen bis mittelgroßen Tieren - und schließlich in eine Gruppe, zu denen sie die großen Tyrannosauroidea wie T.rex und Tarbosaurus zählen.

    Die Entwicklung der Tyrannosauroidea ist relativ gut dokumentiert, allerdings fehlt noch eine Zeitspanne von rund 20 Millionen Jahren, kurz bevor der Western Interior Seaway einen Großteil Nordamerikas bedeckte.

    Immerhin, so schlussfolgern die Forscher, zeigt sich, dass die Entwicklung der Tyrannosauroiden hin zu den gigantischen Formen erst allmählich von statten ging und nicht explosionsartig erfolgte. Ebenso erhöhte sich die Beißkraft nur allmählich. Die ersten wirklich schweren und riesigen Tyrannosauroidea, deren Gewicht bei über 1,5 Tonnen und deren Größe bei über 10 Metern lag, erschienen frühestens vor 80 Millionen Jahren.

    Eine interessante Entdeckung machten Brusatte und Carr aber doch: Es scheint in der Oberkreide unter den Tyrannosauroiden mehrere Wanderbewegungen von Nordamerika nach Asien und zurück gegeben zu haben. Und so scheint der T.rex tatsächlich von Asien aus in Nordamerika eingewandert zu sein. Allerdings, so betonen die Forscher, könnte durch weitere Funde von Tyrannosauroiden diese Vermutung wieder gekippt werden.

    16.02.2016

    Hesperornis überlebt Plesiosaurus-Angriff
    KURZNACHRICHT:

    In South Dakota wurden Fossilien des Urvogels Hesperornis gefunden, die eindeutige Belege für einen Plesiosaurus-Angriff in seinen Jugendtagen aufweisen. Der Heserornis konnte diesem Angriff jedoch enttkommen und wuchs bis zum Erwachsenenalter heran.

    Hesperornis füllte als flugunfähiger Tauchvogel in der Oberkreide vermutlich eine ähnliche ökologische Nische aus wie heute die Pinguine. So wie die heutigen Pinguine von den heutigen Räubern der Meere angegriffen werden, wird auch Hesperornis den räuberischen Meeressauriern als Beute gedient haben.

    Da aufgrund des fragilen Skeletts Vogelfossilen nur selten Millionen von Jahren intakt überdauern, wird dieser Fund als sehr bedeutsam eingestuft, obwohl die Knochen des Hesperornis vergleichsweise robust sind. Schon im Jahr 2003 hatte man im Magen eines fossile Ichthyosauriers Vogelreste gefunden, was einer kleinen Sensation gleichkam, da man bis dahin vermutet hatte, dass sich die Fischsaurier in erster Linie von Belemniten ernährt hätten. (vgl. Nachricht vom Juli 2003)

    Nun konnte man aufgrund der Bissspuren an dem fossilen linken Hesperornis-Unterschenkelknochen erstmals nachweisen, dass auch Plesiosaurier auf die frühen Wasservögel Jagd machten, zumindest ein Vertreter aus der Gruppe der Polycotylidae, welche kurzhalsig und langschnäuzig waren. Die vernarbten Bissspuren am Hesperornis-Bein passten genau zum Gebiss des Policotylidae-Plesiosaurus KUVP 1300.

    11.02.2016

    Uralter Hüftknochen könnte neue Erkenntnisse zur Entstehung der Ceratopsier bringen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben den ca. 10 Zentimeter langen Hüftknochen (Pubis) eines Ceratopsiers beschrieben, der bereits 1991 in der San Rafael Swell in Utah gefunden wurde und auf ein Alter von 98 Millionen Jahren geschätzt wird. Vermutlich stammte er von einem höher entwickelten Ceratopsier.

    Da dieser Fund somit mindestens acht Mio. Jahre älter ist als ein Fund aus Usbekistan, vermuten die Forscher, dass die Gruppe der Ceratopsier in Nordamerika entstanden und über eine alte Bering-Landbrücke auch nach Asien gewandert ist.

    Kenneth Carpenter, Direktor und Kurator der Paläontologie am Utah State University Eastern Prehistoric Museum erklärt, dass der Fund dieses Knochens, da er von einem höher entwickelten Ceratopsier stammt, in diesem alten Gestein vollkommen unerwartet kam und sagt: "Es ist so, als würde man eine Boing 747 in einer Zeichnung von Da Vinci finden."

    Somit gehen die Forscher davon aus, dass die Geschichte der Ceratopsier in Nordamerika länger zurückreicht, als bislang angenommen.

    09.02.2016

    Fund aus der mittleren Kreidezeit Idahos bringt Hinweise auf Oviraptorosaurier und drei neuen Tyrannosaurus-Arten
    KURZNACHRICHT:

    In Idaho (USA) haben Forscher die Überreste von mindestens drei neuen Arten von kleinen bis mittelgroßen Tyrannosauriern entdeckt. Die größte der Arten erreichte demnach die Größe eines Pferdes, die kleinste die Größe eines Retrievers (Hund). Wahrscheinlich lebten die neu entdeckten Dinosaurier vor rund 95 Millionen Jahren.

    Neben den Tyrannosaurier-Funden entdeckten die Forscher auch ein Paar Oviraptorosaurier-Eier, das von einer großen Oviraptorosaurierart stammt. Es ist nach Aussage der Forscher der erste Hinweis darauf, dass auch in dieser Gegend Oviraptorosaurier lebten.

    Die Forscher sind begeistert, da zum einen überhaupt ein neuer Fund aus Idaho kommt (in Idaho werden eher weniger Fossilien gefunden) - und zum anderen, dass der Fund aus der mittleren Kreidezeit stammt und somit einige Lücken in der zeitlichen Abfolge klären könnte.

    Die Forscher versuchen nun, anhand der spärlichen Überreste, die sie gefunden haben, die Dinosaurier zu identifizieren. Sie geben aber zu bedenken, dass mögliche Schlussfolgerungen, die sie zum jetzigen Zeitpunkt treffen können, später vielleicht revidiert werden müssen, wenn vollständigere Funde gemacht würden.

    03.02.2016

    Ischioceratops: Neue Ceratopsier-Art in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In der Provinz Shandong in China haben Forscher die Überreste einer neuen Ceratopsier-Art entdeckt, die sie in die Gruppe der Leptoceratopsidae einordnen und der sie den Namen Ischioceratops zhuchengensis gegeben haben.

    Obwohl der Schädel fehlt, sehen die Paläontologen so viele Unterschiede zu den bisher bekannten Leptoceratopsidae, die ausschließlich aus der Oberkreide des heutigen Asiens und des heutigen Westen von Nordamerika bekannt sind, dass sie der neu gefundenen Art einen eigenen Namen gaben.

    Aussagen zum vermuteten Aussehen, zur Größe oder zum Gewicht wurden in dem Artikel nicht gemacht.


    29.01.2016

    Scutarx: Neuer Aeotsaurier aus der Obertrias in den USA entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Petrified Forest National Park in Arizona (USA) haben Forscher die Überreste eines Aetosauriers entdeckt, der hier in der späten Triaszeit von vor 220 bis vor 217 Millionen Jahren gelebt hat und den Namen Scutarx deltatylus (übersetzt: "Schildfestung mit dreieckigem Knopf") erhielt.

    Der Name geht auf den Fundort zurück, der in der Nähe einer geographischen Besonderheit liegt, die "die Sandburg" genannt wird, und auf seine Rückenpanzerung, die zu Lebzeiten aus dreieckigen Platten bestand.

    Aetosaurier waren entfernte Verwandte heutiger Krokodile und Alligatoren, die sich allerdings - nach dem Aussehen ihrer Zähne zu schließen - von Pflanzen und Insekten ernährten.

    Mit dem Fund des Scutarx sind inzwischen schon sieben Arten von Aetosauriern im Petrified Forest National Park gefunden worden. Das zeige, so die Forscher, dass die Aetosaurier in der Triaszeit eine weit verzweigte Gruppe waren. Als Pflanzenfresser nahmen sie darüberhinaus auch einen wichtigen Platz im damaligen Ökosystem ein.

    Laut Aussage der Forscher waren die Aetosaurier bis zu ihrem Aussterben am Ende der Triaszeit die eigentlichen Herrscher an Land. Erst danach übernahmen die Dinosaurier die terrestrische Herrschaft.

    28.01.2016

    Antarktis-Expedition hofft auf bedeutende Dinosaurierfunde
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Team von 12 Wissenschaftlern wird sich von Februar bis März aufmachen, um in der Antarktis nach Dinosaurierfossilien (und anderen Fossilien) vom Ende der Kreidezeit zu suchen.

    Die Forscher erhoffen sich Antworten auf die Frage, wie es den Dinosauriern gelang, sich über die ganze Welt auszubreiten.

    Die Antarktis und Australien waren lange Zeit miteinander verbunden - auch noch am Ende der Kreidezeit. Während die meisten Funde in Australien allerdings rund 100 Millionen Jahre alt sind, kann man in der Antarktis auch Fossilien finden, die ein Alter von 65 bis 80 Millionen Jahren aufweisen.

    Und so hoffen die Wissenschaftler, durch neue Funde in der Antarktis herauszufinden, wann Australien ein eigenständiger Kontinent wurde.

    Da das von dem Team angestrebte Gebiet rund um die James-Ross-Insel einem endlosen Zyklus von Einfrieren und Auftauen und somit einer hohen Erosionsrate ausgesetzt ist, hofft das Team, das schon einmal im Jahr 2009 hier gewesen war - allerdings nur für zwei Tage, weil die Wetterverhältnisse einen Strich durch die Planung von fünf Wochen gemacht haben - hier neue Funde zu tätigen, die früher noch vom Stein verborgen waren.

    Diese Expedition kann auch über Twitter verfolgt werden: AP3.

    27.01.2016

    War Nanotyrannus doch kein jugendlicher Tyrannosaurus rex?
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscher hat sich im Zuge seiner Doktorarbeit mit den Beinlängen der Raubsaurier beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass der fünf Meter lange Nanotyrannus, der häufig als jugendlicher Tyrannosaurus rex gesehen wird, eine eigenständige Gattung gewesen sein muss - und vermutlich viel schneller als alle anderen Tyrannosaurier rennen konnte.

    Der Forscher erklärt seine Befunde: "In der Kreidezeit war der T.rex der Löwe unter den Dinosauriern und Nanotyrannus der Gepard."

    Aufgrund der einzigartig länglichen Glieder des Nanotyrannus hält dieser Forscher es für bewiesen, dass der Nanotyrannus eine eigene Gattung darstellt.

    22.01.2016

    Plesiosaurus-Fund wird dem Oxforder Naturkundemuseum geschenkt
    KURZNACHRICHT:

    Die Überreste eines rund 5,5 Meter langen Plesiosauriers, die bereits im Jahr 2014 in einem Steinbruch bei Peterborough (Großbritannien) entdeckt wurden, wurden nun dem Oxford University Museum of Natural History gespendet, um dort weiter untersucht zu werden.

    Über 600 Knochenstücke konnten damals geborgen werden.

    Der Plesiosaurier, der den Spitznamen "Eve" erhielt, hatte einen 2,5 Meter langen Hals und den für Plesiosaurier typischen tonnenförmigen Körper, vier Paddelflossen und einen kurzen Schwanz. Der Kopf des Plesiosauriers steckt noch im Gestein und muss noch herausgelöst werden.

    21.01.2016

    Eotrachodon: Fund eines frühen Hadrosauriers lässt Ursprung der Entenschnabel-Dinosaurier im Osten der USA vermuten
    KURZNACHRICHT:

    In Alabama hat eine Gruppe Hobby-Fossilienjäger die Überreste einer ursprünglichen Hadrosaurier-Art entdeckt, die hier vor 83 Millionen Jahren gelebt hat und die den Namen Eotrachodon orientalis (übersetzt: "Rauer Zahn der Morgenröte aus dem Osten") erhielt. Der Name soll an den ersten benannten Hadrosaurier erinnern, der 1856 als Trachodon in die Geschichte einging.

    Dieser Fund, so erklären die Forscher, weise darauf hin, dass die Hadrosaurier wahrscheinlich ursprünglich im Osten Nordamerikas entstanden und sich erst später über die ganze Welt verbreiteten.

    Vor 85 Millionen Jahren war Nordamerika in zwei Hälften geteilt, und ein riesiger Wasergraben verlief vom Arktischen Ozean bis zum Golf von Mexiko. Dieser 1000 Meilen breite Graben teilte Nordamerika in den Ostteil, der "Appalachen" genannt wird, und in den Westteil, "Lamidia" genannt. Die Tiere im Osten konnten diesen Graben nicht überwinden. Erst später, als der Graben zuwuchs und eine Landbrücke von Osten nach Westen freigab, kamen die Hadrosaurier von der Insel herunter und zerstreuten sich danach über die ganze Welt.

    Das gefundene Fossil gilt als das am besten erhaltene Skelett eines primitiven Hadrosauriers, das jemals im Osten der Vereinigten Staaten gefunden wurde. Neben dem vollständigen Schädel konnten auch Dutzende von Rückenwirbeln, ein teilweise erhaltener Hüftknochen und ein paar Beinknochen geborgen werden.

    Aufgrund der Knochen gehen die Forscher davon aus, dass der gefundene Eotrachodon noch nicht ausgewachsen war. Sie nehmen aber an, dass er im ausgewachsenen Zustand sieben bis zehn Meter lang werden konnte und in der Regel auf zwei Beinen lief, sich zum Grasen jedoch auf alle Viere niederlassen konnte. Wahrscheinlich hatte er eine schuppige Haut.

    Besonders auffällig an ihm ist ein großer Kamm auf der Nase, der einen der Forscher zur Aussage verleitete: "Dieses Ding hatte eine große hässliche Nase."

    21.01.2016

    Dracoraptor: Überreste eines der ältesten und am besten erhaltenen Raubsaurier Europas aus dem frühen Jura entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    An der Südostküste von Wales haben Forscher nach dem Abrutschen eines überhängenden Kliffs die Überreste eines jungen Raubsauriers gefunden, dem sie den Namen Dracoraptor hanigani (übersetzt: "Drachenräuber") gaben.

    Gelebt hat Dracoraptor, dessen Skelett samt Schädel zu 40 Prozent erhalten geblieben ist, vor 200 Jahren im unteren Jura.

    Er wurde rund zwei Meter lang und besaß eine Schulterhöhe von 70 Zentimetern, war aber - nach den Knochenenden und den nicht vollständig verschmolzenen Nähten zu urteilen - noch nicht ganz ausgewachsen.

    Seine Zähne glichen gekrümmten Dolchen, die an der Innenseite gezackt waren. Wie für Raubsaurier üblich, waren seine Hinterbeine länger als seine Vorderbeine, welche in dreifingrigen Händen endeten.

    Die Forscher sind begeistert, denn "dieser Fund repräsentiert einen der vollständigsten Theropoden aus dem frühen Jura in ganz Europa." (Zitat)

    15.01.2016

    Sirindhorna: Neue Iguanodonart aus Thailand nach Thailändischer Prinzessin benannt
    KURZNACHRICHT:

    In Thailand wurden die Überreste einer neuen Igaunodonart entdeckt, die seit 2007 geborgen und analysiert wurden. Diese neue Art erhielt den Namen Sirindhorna khoratensis benannt nach der Thailändischen Prinzessin Sirindhorn, die im Jahr 2015 60 Jahre alt geworden war und sich sehr für Paläontologie interessiert.

    Bislang wurden 19 Schädelteile, darunter Wangen- und Kieferknochen identifiziert. Möglicherweise wurde Sirindhorna an die sechs Meter lang, zwei Meter hoch und wog eine Tonne. Gelebt hat diese neue Iguanodonart vor rund 120 Millionen Jahren.

    14.01.2016

    Nackenschild eines Chasmosaurus-Babys zeigt deutliche Unterschiede zu dem eines adulten Tieres
    KURZNACHRICHT:

    Phil Currie und seine Kollegen untersuchten die fossilen Überreste eines im Jahr 2013 entdeckten Chasmosaurus-Babys und stellten dabei fest, dass der Nackenschild nicht nur kürzer als der eines ausgewachsenen Chasmosauriers war, sondern dass er erstens weniger breit und eckig war und nach hinten schmal zulief und zweitens auch viel krauser war und auf der Mitte ein Grat verlief. Damit hätten die Forscher nicht gerechnet, so Currie.

    Nun wollen die Forscher weitere Studien durchführen, um weitere Veränderungen zu finden, die während des Aufwachsens der Ceratopsier stattfanden. Dabei soll unter anderem auch das Gehirn des Baby-Chasmosauriers gescannt werden.

    13.01.2016

    Nackenschild beim Protoceratops diente der sexuellen Selektion oder den Rangkämpfen innerhalb der Gruppe
    KURZNACHRICHT:

    Lange Zeit haben sich Paläontologen gefragt, was der Zweck der vielfältigen Hörner, Halskrausen, Helme, Kämme und anderen ungewöhnlichen schmückenden Strukturen der Dinosaurier war. Nun belegt eine neue Studie, dass es sich dabei vermutlich hauptsächlich um Strukturen handelt, die bei der sexuellen Selektion oder bei Rangkämpfen untereinander eine Rolle spielten.

    In der Studie haben britische Forscher die Halskrausen des Protoceratops untersucht, von dem diverse Individuen unterschiedlichen Alters und Reife vorhanden sind. So gibt es eine Menge erwachsener Exemplare, einige fast ausgewachsene sowie jugendliche und auch gerade geschlüpfte Jungtiere.

    Die Forscher konnten feststellen, dass die Halskrause bei den Jungtieren im Verhältnis zum Schädel ähnlich lang war wie bei den adulten Tieren, allerdings noch nicht so breit. Erst in einem Alter, als Protoceratops der Geschlechtsreife nahe kam, wuchs der Nackenschild auch in der Breite.

    Dieser Umstand führt die Forscher zur Erkenntnis, dass der Nackenschild erst im Erwachsenenleben eine Rolle spielte und somit vermutlich erst bei der Partnerwerbung oder bei Rangkämpfen innerhalb der Gruppe wichtig wurde.

    Früher geäußerte Hypothesen, nach denen der Nackenschild auch als Abwehr gegen Raubsaurier diente, konnten damit widerlegt werden, so die Forscher, da ansonsten auch die Jungtiere einen entsprechend breiten Nackenschild gehabt hätten. Außerdem lebten im Gebiet des Protoceratops ähnlich große Raubsaurier wie Tyrannosaurus rex - und die hätte ein 50 Zentimeter langer Nackenschild nicht groß am Zubeißen gehindert.

    12.01.2016

    Machimosaurus: Überreste eines riesigen Krokodils in der tunesischen Wüste gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Im tunesischen Tatouine sind Forscher auf die spärlichen Überreste eines Krokodils mit der Bezeichnung Machimosaurus rex gestoßen, das hier vor 120 Millionen Jahren gelebt hat. Zu Lebzeiten machte Machimosaurus das seichte Meer als Lauerjäger unsicher und konnte bis zu zehn Meter lang und bis zu drei Tonnen schwer werden.

    Das im Wüstensand gefundene Fossil besteht allerdings nur aus einem Schädelfragmet und einigen weiteren Fragmenten.

    Bislang waren die Forscher davon ausgegangen, dass die Gruppe, in die Machimosaurus eingeordnet wird, schon vor der Kreidezeit ausgestorben war. Da das gefundene Fossil allerdings "erst" 120 Millionen Jahre alt ist, muss man davon ausgehen, dass an einzelnen Orten diese Gruppe noch bis weit in die frühe Kreidezeit hinein überleben konnte.

    08.01.2016

    Chinesicher Milliardär plant einen echten "Jurassic Park" vor australiens Küste
    KURZNACHRICHT:

    Vor dreieinhalb Jahren wurde bekannt, dass ein australischer Milliardär auf einer Insel vor der australischen Küste einen "echten" Jurassic Park bauen wollte, in dem lebendige Dinosaurier gehalten werden sollten (vgl. Nachricht vom Aug. 2012).

    Nun äußerte ein chinesischer Wissenschaftler eine ähnliche Idee. Auch dieser von ihm gestaltete "Jurassic Park" soll vor der australischen Küste liegen. Allerdings wird bislang ausgeschlossen, dass in diesem Park jemals lebendige Dinosaurier unterwegs sein werden.

    07.01.2016

    Führten Theropoden Balztänze in Nistplatznähe auf?
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Staat Colorado haben Forscher Kratzspuren entdeckt, die auf einen rituellen Paarungstanz von großen Theropoden der Kreidezeit schließen lassen.

    Die Anordnung der Kratzspuren deutet darauf hin, dass es sich nicht um einfache Laufspuren handelt, sondern eher um ein Scharrverhalten, das auch heute noch diverse am Boden brütende Vögel bei Balztänzen zeigen, so die Forscher.

    Da die heutigen Balztänze in der Regel in der Nähe des Nistplatzes stattfinden, gehen die Forscher davon aus, dass auch die großen Theropoden in der Nähe der gefundenen Kratzspuren ihre Nester bauten.

    Die unterschiedlich großen Kratzspuren lassen möglicherweise darauf schließen, das hier mehrere Theropodenarten ihr Balzritual durchführten, erklärten die Forscher.

    Bislang gab es durch gefundene Schmuckfedern oder anderen Körperschmuck nur indirekte Hinweise auf ein mögliches Balzverhalten bei den Dinosauriern. Die in den USA gefundenen Kratzspuren scheinen diese Vermutungen nun durch direkte fossile Spuren zu bestätigen.

    06.01.2016

    Saurichthys: Spiraldarm weist auf agiles Leben hin
    KURZNACHRICHT:

    Schweizer Paläontologen haben den fossilen Magen-Darmtrakt eines Saurichthys, eines Knochenfisches aus der Trias, untersucht und haben einen geraden Magen und einen spiralförmigen Darm entdeckt. Der Darm ähnele, so die Forscher, dem spialförmigen Darm der heutigen Haie und Rochen.

    Nach Aussage der Forscher deute der Spiraldarm auf einen sehr agilen Lebensstil hin, da durch die Spiralwindungen der Darm wesentlich mehr Länge hat und somit die Verdauungsfläche vergrößert wurde, was wiederum zu einer besseren Verwertung der Nahrung und einer erhöhten Energiegewinnung führte.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2015


    30.12.2015

    Waptia: Frühenster Nachweis von Brutfürsorge bei Gliedertieren
    KURZNACHRICHT:

    Kanadische Forscher haben bei 508 Millionen Jahre alten Gliedertierfossilien der Gattung Waptia fieldensis unter dem Panzer die Überreste von Eiern entdeckt. Gleich fünf dieser krebsähnlichen Wesen aus dem Kambrium trugen bis zu 24 fein nebeneinander angeordnete Eier unterschiedlicher Größe. Die Forscher vermuten daher, dass die Eier bis zum Schlüpfen der Jungtiere getragen wurden, um sie so vor Fressfeinden zu schützen und gleichzeitig intensiv mit Sauerstoff zu versorgen.

    Da bei Gliedertieren in der Regel die Weibchen die Brutfürsorge übernehmen, nehmen die Forscher an, dass es sich bei den Waptia-Exemplaren um Weibchen handelte.

    17.12.2015

    Plesiosaurier setzten zur Fortbewegung vermutlich nur Vorderflossen ein - Hinterflossen dienten lediglich der Steuerung
    KURZNACHRICHT:

    Britische Wissenschaftler haben sich mit der Fortbewegungsweise von Plesiosauriern befasst und mithilfe von Computersimulationen herausgefunden, dass diese vermutlich nur mit den paddelartigen Vorderflossen durch das Wasser "flogen", ähnlich wie heutige Pinguine, während das hintere Paddelpaar lediglich der Steuerung diente. Die Simulationen hatten ergeben, dass der Vorwärtsschub durch den Einsatz der Hinterflossen nur unwesentlich unterstützt wurde.

    14.12.2015

    "Tristan Otto" - das Originalskelett eines Tyrannosaurus rex im Berliner Naturkundemuseum bekommt einen künstlichen Schädel
    KURZNACHRICHT:

    "Tristan Otto", das 2012 in Montana gefundene Skelett eines Tyrannosaurus rex, das von einem Privatsammler dem Berliner Museum zu Studienzwecken zur Verfügung gestellt wird und am 17. Dezember dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, macht Probleme: Der Originalschädel ist zu schwer und würde bei einer Montage zum Bruch des Halses führen.

    Daher werden zur Zeit die Einzelteile des Schädels in einem 3D-Drucker nachgebaut, anschließend zu einem Schädel zusammengesetzt und dann dem Originalskelett aufgesetzt, während der Originalschädel in einer Vitrine neben dem Skelett liegen wird.

    Da die Herstellung aber schon bis zu 30 Stunden dauert und die Aushärtung der Teile nochmals mehrere Stunden in Anspruch nimmt, sind die Museumsangestellten ein wenig unter Zeitdruck geraten, sind aber zuversichtlich, dass sie es bis Donnerstag schaffen werden und alles zur Präsentation komplett ist.

    "Tristan Otto" ist dreieinhalb Meter hoch und zwölf Meter lang und das bislang einzige originale Skelett eines Tyrannosaurus rex, das in Europa gezeigt wird.

    Eine Dokumentation, wie der T.rex in das Berliner Naturkundemusum eingezeogen ist, kann in der ARD-Mediothek bis zum 15.12 2016 angesehen werden: T.Rex - Ein Dino erobert Berlin

    10.12.2015

    Möglicherweise ältestes Plesiosaurus-Fossil Deutschlands bei Warburg entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Vor zwei Jahren fand ein Fossiliensammler Überreste eines Tieres bei Warburg und verständigte Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die die Knochen bargen. Nach der Analyse stellte sich jetzt heraus, dass es sich um das nahezu vollständige Fossil eines Plesiosauriers handelt, der wahrscheinlich in der späten Trias gelebt hat. Somit könnten die über 200 Millionen Jahre alte Plesiosaurus-Überreste der bislang älteste Fund dieser Art in Deutschland sein.

    09.12.2015

    Phosphorosaurus: Kleiner Mosasaurier schwamm eher langsam, konnte dreidimensional sehen und jagte nachts aus dem Hinterhalt
    KURZNACHRICHT:

    Auf der japanischen Insel Hokkaido wurden die außergewöhnlich gut erhalten gebliebenen Überreste einer kleinen Mosasaurier-Art mit dem Namen Phosphorosaurus ponpetelegans gefunden, die es zuließen, dass der Schädel fast vollständig rekonstruiert werden konnte.

    Im Gegensatz zu seinen bis zu 15 Meter großen Verwandten, besaß der nur drei Meter lange Phosphorosaurus nach vorn gerichtete Augen, die ein dreidimensionales Sehen ermöglichten und die zudem so groß waren, dass er wahrscheinlich nachts auf Beutefang gehen konnte. Da der Körperbau allerdings darauf schließen lässt, dass er ein eher langsamer Schwimmer war, gehen die Forscher davon aus, dass sich Phosphorosaurus auf die Lauer legte und eher aus dem Hinterhalt seine Beute angriff - ebenfalls anders als seine großen Verwandten, die viel eher an ein schnelles Jagen angepasst waren.

    Die Forscher vermuten, dass diese Andersartigkeit Phosphorosaurus das Überleben in den Lebensräumen der großen Verwandten sicherte, die zu ihrer Zeit als die Beherrscher der Meere galten.

    09.12.2015

    Zwei Lufengosaurus-Fossilien in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China sind bei Straßenbauarbeiten die 180 Millionen Jahre alten Überreste zweier Lufengosaurier-Arten entdeckt worden:

    Die Überreste des als Lufengosaurus magnus Young identifizierten Exemplars bestehen aus dreizehn Wirbeln, drei Kreuzbeinen, dem linken und dem rechten Darmbein, den gesamten Hinterbeinen sowie 22 Schwanzwirbeln und ergeben eine Gesamtlänge von 5,3 Metern. Zu Lebzeiten erreichte dieser Dinosaurier, nach Aussage der Forscher, wohl eine Länge von knapp neun Metern.

    Einen halben Kilometer entfernt fand man zwei Beinknochen, zwei Wirbel, drei Kreuzbeine und zwei Schwanzwirbel, die der Art Lufengosaurus huenei Young zugeordnet werden.

    Lufengosaurier waren Prosauropoden aus der Gruppe der Massospondylidae.

    02.12.2015

    Brachylophosaurus: Blutgefäßen nachgewiesen und sichtbar gemacht
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher, die einem eher neuen wissenschaftlichen Zweig, der Paläoproteomik, angehören und die sich mit der Erforschung von Fossilien auf molekularer Ebene beschäftigen, haben bei einem 80 Millionen Jahre alten, demineralisierten Knochen eines Brachylophosaurus canadensis zum ersten Mal Blutgefäße nachweisen und sichtbar machen können.

    02.12.2015

    Fährte in Schottland zeigt: Sauropoden lebten auch in Küstengebieten
    KURZNACHRICHT:

    Auf der schottischen Isle of Skye haben Forscher in rund 170 Millionen Jahre altem Gestein Hunderte von alten Dinosaurier-Spuren entdeckt, die sie einer rund 15 Meter langen und über 10 Tonnen schweren Sauropodenart zuschreiben. Da die Isle of Skye im Jura von seichten Meeren und Lagunen bedeckt war, schließen die Forscher aus dem Fund, dass sich Sauropoden, die bislang stets nur auf festem Land vermutet wurden, durchaus auch in Küstennähe aufhielten und ggf. im seichten Wasser nach Nahrung suchten.

    Die Fährten, die teilweise übereinander gelagert sind, lassen auf eine eher schmale Gangart schließen. Der einzelne Fußabdruck war bis zu 70 Zentimeter groß und zeigte eine Klaue am ersten Zeh.


    30.11.2015

    Theropoden-Nestfürsorge evolutionär vorteilhafter als die von Sauropoden und Hadrosauriern?
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben anhand der Porenstruktur fossiler Eierschalen, die von Dinosauriern stammten, darauf geschlossen, dass viele Dinosaurier, u.a. die Sauropoden und Hadrosaurier ihre Eier mit Sediment oder verrottenden Pflanzenmaterial bedeckten, mit deren Hilfe sie ihre Eier ausbrüten ließen, während einige Theropodenarten ihre Nester offen selbst bebrüteten. Die Forscher untersuchten hierfür die fossilen Gelege von 29 Dinosaurierarten und verglichen diese mit denen von 127 heute lebender Vogel- und Krokodilarten.

    Möglicherweise, so schließen die Forscher daraus, konnten die Theropoden ihre Eier an sicheren, für Räuber eher schwer zugänglichen Orten ausbrüten, was den Vogelvorfahren somit einen wichtigen evolutionären Vorteil verschaffte.

    26.11.2015

    Dinosaurier-Auktionen in Europa scheitern häufig - Jugendlicher Allosaurus nicht vekauft
    KURZNACHRICHT:

    Wieder einmal ist bei einer Fossilien-Auktion in Europa ein außergewöhnlich gut erhaltenes Dinosaurier-Skelett nicht unter den Hammer gekommen, weil das Mindestgebot nicht abgegeben wurde. Scheinbar sind die Europäer nicht so spendabel wie ihre amerikanischen Kollegen, die teilweise horrende Summen für ein Dinosaurier-Fossil hinblättern.

    Dieses Mal ging es um einen jugendlichen Allosaurus, genannt "Little Al", der im Vorfeld auf einen Preis von 300.000 bis 500.000 Pfund geschätzt wurde.

    Vor zwei Jahren sollte schon ein besonders gut erhaltenes Diplodocus-Skelett mit dem Spitznamen "Misty" versteigert werden - auch das scheiterte an den zu geringen Geboten - und so wurde dieses Fossil letztendlich zu einem "Schnäppchenpreis" von 483.000 Pfund verkauft.

    20.11.2015

    Auf Spitzbergen Überreste eines Tropenwaldes aus dem Devon entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Auf Spitzbergen haben Forscher die Überreste eines Urzeitwaldes bestehend aus Bärlappgewächsen aus dem späten Devon gefunden, dessen Bäume bis zu 20 Zentimeter dick und vier Meter hoch wurden. Dieser Wald stammt mit einem Alter von 380 Millionen Jahren aus einer Zeit, in der sich die Bäume gerade entwickelten.

    Während Spitzbergen heute im hohen, eisigen Norden liegt, der sechs Monate von Dunkelheit geprägt ist, lag es im Devon noch am Äquator und besaß ein tropisches, schwülwarmes Klima.

    Vermutlich lag der entdeckte Wald vor 380 Millionen Jahren in einem Sumpfgebiet mit einem großen See. Die Forscher vermuten, dass dieser See plötzlich umkippte und dem ehemals sauerstoffreichem Wasser der Sauerstoff entzogen wurde. Da der See vermutlich die Wurzeln der Bäume überschwemmte, wurden die Bäume ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und starben ab.

    Überraschend für die Forscher ist die Tatsache, dass es, obwohl sich die Bäume gerade erst entwickelt hatten, schon zu diesem frühen Zeitpunkt eine erstaunlich große Vielfalt unter dieser neuen Pflanzensorte gegeben zu haben schieint, die sich geographisch stark unterschied. So hatte man kürzlich erst im US-Staat New York einen ähnlich alten Wald entdeckt, der jedoch kaum Bärlappgewächse aufwies.

    18.11.2015

    Theorie zur Entstehung der Urzelle: Aus einem Gemisch von Genmaterial tauschenden Zellen entstand die erste feste Zelle, die sich durch Teilung vermehrte
    KURZNACHRICHT:

    Deutsche Forscher haben sich anhand eines mathematischen Modells auf die Suche nach der Entstehung der Urzelle gemacht, die sich irgendwann vor dreieinhalb bis vier Milliarden Jahren gebildet hat, und sind zu folgedem Ergebnis gelangt:

    Vermutlich gab es schon vor dem ersten Einzeller eine gewisse Art von Leben, das sich nur noch nicht in festen Zellen stabilisiert hatte. Die Forscher gehen davon aus, dass es zwischen den ersten Zellvarianten noch große genetische Unterschiede gab und sich ein reger Gentausch zwischen diesen etabliert hatte. Dabei wurden immer wieder neue Gene miteinander gemischt und ausgetauscht.

    Möglicherweise fanden sich in einzelnen Zellen schon bestimmte Gene zusammen, die besonders gut miteinander korrespondierten, so dass diese noch vereinzelt auftretenden Zellen einen gewissen Vorteil gegenüber den durchmischten Zellen aufwiesen. Möglicherweise hinderte diese Zusammensetzung aber das leichte Weitergeben der Gene an eine benachbarte Zelle, so dass diese Zellen nicht mehr an dem regen Gentausch teilnehmen konnten und sich durch Zellteilung fortpflanzten. Da diese Zellen anfangs aber noch sehr vereinzelt in der durchmischten Masse auftraten, könnte es sein, dass sie sich trotz des Vorteils noch nicht durchsetzen konnten und möglicherweise teilweise wieder verschwanden.

    Mit der Zeit aber scheinen sich diese vorteilhaften, sich teilenden Zellen doch so stark vermehrt zu haben, dass die gentauschenden Zellvarianten immer weiter zurückgedrängt wurden und schließlich kaum mehr Tauschpartner fanden.

    Von diesen vermutlich auch unterschiedlichen "festen" Zellen wird sich dann wahrscheinlich eine Zellenvariante durchgesetzt haben, die schließlich zum Urzeller sämtlichen Lebens auf der Erde geworden ist.

    16.11.2015

    Nach einem Massensterben sind kleinere Tiere im Vorteil
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben sich das Massensterben am Ende des Devon näher angesehen und festgestellt, dass vor dem Massensterben viele sehr große Fische existierten, zum Beispiel ein Panzerfisch von der Größe eines Omnibusses, und nach dem Massersteben die kleineren Arten vorherherrschten.

    Daraus schließen die Forscher, dass zwar das so genannte "Copesche Gesetz" gilt, nach dem es im Tierreich eine grundsätzliche Tendenz zum Größenwachstum gibt, dieses aber im Falle eines Massensterbens außer Kraft gesetzt wird. Nach einem Massensterben können die kleinen Tiere mit einer schnellen Fortpflanzungsrate besser auf die sich verändernden Umweltbedingungen reagieren als die Tiere, die länger für Wachstum und Jungenaufzucht benötigen.

    04.11.2015

    Konnte Tyrannosaurus rex sein Gehör nach vorn ausrichten und nachts jagen?
    KURZNACHRICHT:

    Dass Tyrannosaurus rex nach vorne und dreidimensional sehen konnte, ist schon lange bekannt. Der Paläontologe Robert Bakker fand nun jedoch auch Anzeichen dafür, dass dessen Gehör nach vorn ausgerichtet war wie bei einigen modernen Eulen.

    Bakker entdeckte am hinteren Schädel eine Art Kamm, über dessen Funktion er sich nicht schlüssig war. Da dieser Kamm glatt war und somit nicht als Ansatzfläche für Muskeln dienen konnte, musste er eine andere Funktion haben. Schließlich stellte er fest, dass der Kamm vom Trommelfell auf der Rückseite des Schädels zur Wange verläuft und nahm an, dass in dem Kamm eine Art Rohr verlief, die konkret das Hören nach vorn ermöglichte.

    Diese Fähigkeit, sein Gehör auf die Geräusche vor ihm zu konzentrieren, hätten Tyrannosaurus ermöglicht, im Dunkeln zu jagen, so Bakker.

    Der Paläontologe Philip Currie findet diese Theorie zwar schlüssig, doch vermutet er, dass der Kamm einfach der Verstärkung des Schädelknochens gedient haben könnte, als Gegengewicht zu den Muskeln, die an anderer Stelle angesetzt und enorme Zugkraft auf den Schädel ausgeübt hätten.

    Um Bakkers Theorie zu beweisen, bräuchte man gut erhaltene Schädelfossilien, bei denen auch Weichteile erhalten geblieben sind. Bakker ist jedoch zuversichtlich, dass diese eines Tages gefunden werden.

    04.11.2015

    Erlikosaurus, Allosaurus, Tyrannosaurus: In welchem Winkel war die Beißkraft am größten und wie weit konnten Theropoden das Maul aufreißen?
    KURZNACHRICHT:

    Britische Forscher haben in einer Studie die Kiefer von drei Theropoden daraufhin untersucht, wie weit das Maul aufgerissen werden konnte und bei welchem Schließwinkel die größte Beißkraft ausgeübt wurde.

    Der pflanzenfressende Erlikosaurus andrewsi konnte laut dieser Studie sein Maul maximal bis zu einem Winkel von 43,5 Grad weit öffnen, vergleichsweise gering.

    Allosaurus hingegen konnte sein Maul bis zu einem Winkel von 79 Grad aufreißen und entwickelte die stärkste Beißkraft bei einem Winkel von 30 Grad.

    Die stärkste Beißkraft beim Tyrannosaurus rex, die immerhin auf eine Kraft von 57 Kilonewton pro Quadratzentimeter kam und somit den Rekord beim Zubeißen unter den Dinosauriern bildete, war ebenfalls bei einem Winkel von 30 Grad anzusiedeln, allerdings konnte dieser Theropode seine Kiefer nur bis zu einem Winkel von 63,5 Grad aufreißen. Da der Schädel des Tyrannosaurus allerdings mit einer Länge von 1,5 Metern rund ein Drittel länger als der des Allosaurus war, konnte er auch bei dem kleineren Öffnungswinkel sein Maul in eine ähnlich große Beute schlagen wie der Allosaurus. Außerdem stellten die Forscher fest, dass der T.rex auch bei anderen Öffnungswinkeln schon einen enormen Beißdruck ausüben konnte.


    30.10.2015

    Tyrannosaurus-Knochen weist Nagespuren eines Tyrannosauriers auf - Hinweis auf Kanibalismus?
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Wyoming haben Forscher bei Grabungsarbeiten einen Tyrannosaurus-Knochen gefunden, der eindeutige Nagespuren aufweist. Aufgrund des Abstandes der Zähne und des hinterlassenen Zahnmusters gehen die Forscher davon aus, dass ein anderer Tyrannosaurus der Verursacher dieser Nagespuren war.

    Dies wird als weiterer Beleg dafür genommen, dass Tyrannosaurus kanibalistisch lebte und auch eigene Artgenossen nicht verschmähte. Ob Tyrannosaurus rex allerdings nur tote Artgenossen verzehrte oder diese auch zu Nahrungszwecken selbst tötete, kann aus diesem Knochen nicht abgelesen werden.

    29.10.2015

    Ornithomimus: Federkleid und Federart ähnelten dem heutiger Laufvögel
    KURZNACHRICHT:

    Ein Paläontologiestudent hat in der kanadischen Provinz Alberta die spektakulär gut erhaltenen Überreste eines Ornithomimus entdeckt, die Aufschluss über die Verteilung und die Art der Befiederung liefern.

    Demnach verteilte sich das Federkleid beim Ornithomimus ähnlich wie bei heutigen Laufvögeln mit nackten Unterschenkeln und dicht befiedertem Oberkörper. Selbst die chemische Zusammensetzung der Federn ähnelte der Federzusammensetzung heutiger Laufvögel.

    Da der Ornithomimus nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu dem Zweig der Theropoden gehört, zu dem die direkten Vorfahren der Vögel gezählt werden, sondern zu einer Schwesterngruppe, wird dieser Fund als ein weiteres wichtiges Indiz dafür gesehen, dass die Vögel tatsächlich eine Gruppe innerhalb der Dinosaurier bilden.

    27.10.2015

    Folgen des zur Zeit stattfindenden sechsten Massensterbens der Erdgeschichte
    KURZNACHRICHT:

    Ein internatiolales Foerscherteam hat sich mit dem zur Zeit stattfindenden sechsten Massensterben der Erdgeschichte beschäftigt und ist zu folgenden Mutmaßungen gelangt:

    Aufgrund der Erkenntnissen aus den vorangegangenen Massensterben, gehen die Forscher davon aus, dass es wieder zu einer Umwälzung der Ökosysteme kommen wird. Vermutlich werden aufgrund der Versauerung der Meere die Kalkschalenträger das Nachsehen haben - wie überhaupt viele der Meerestiere. Da sich bei vielen Meerestieren die Körpertemperatur nach dem umgebenden Wasser richtet, wird diese mit dem Ansteigen der Wassertemperatur ebenfalls ansteigen. Eine höhere Körpertemperatur benötigt allerdings auch mehr Sauerstoff - und der wird immer knapper in den Meeren, was zu einem doppelten Schlag für die Meerestiere führt.

    Wie nach den vorangegangenen Massensterben, werden vermutlich auch jetzt die Generalisten, die sich nicht auf eine Nahrungsquelle spezialisiert haben, und die beweglichen Arten, die auch längere Strecken überwinden können, um an Nahrung zu gelangen, zunehmen - ebenso aber auch die Aasfresser, die von dem Massensterben aufgrund der zunehmenden Sterberate profitieren. Möglicherweise werden die von Menschenhand eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten die Gewinner dieses Massensterbens sein, da sie sich oft unkontrolliert ausbreiten und diverese Mutationen testen können, ohne gleich Schaden an der ganzen Gruppe zu nehmen. Vermutlich werden diese Tiere und Pflanzen am ehesten positive Mutationen hervorbringen, die sich an die neuen Umweltbedingungen hervorragend anpassen.

    Welche Tier- und Pflanzenarten letztendlich aber überleben und welche gänzlich aussterben, welche Gruppe von Tieren sich zur beherrschenden Tiergruppe aufschwingen wird, kann nicht vorausgesagt werden, da viele Faktoren und deren Wirkungen nicht vorhersagbar sind.

    27.10.2015

    Besaßen ursprünglich alle Landwirbeltiere die Fähigkeit, Beine und Schwänze nachwachsen zu lassen?
    KURZNACHRICHT:

    Bei der Untersuchung von Salamandern und ihren Vorfahren im Hinblick darauf, warum diese ihre Extremitäten nachwachsen lassen können, kamen die Forscher zu einem überraschenden Ergebnis:

    Die Entwicklung der Beine verläuft bei den Salamandern im Embryonalstadium völlig anders als bei fast allen anderen Wirbeltieren, daher lag die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen dieser andersartigen Beinentwicklung und der Regenerationsmöglichkeit von Schwanz und Beinen gibt. So vermuteten die Forscher, dass die Salamander im Laufe der Evolution diese Fähigkeit entwickelten.

    In einer Studie, die sich mit fossilen Amphibien aus den Erdzeitaltern des oberen Karbon und unteren Perm befasste, stellte ein Forscherteam jetzt fest, dass diverse Amphibiengruppen diese Regenerationsfähigkeit besaßen - unabhängig von der embryonalen Beinentwicklung. Anscheinend war diese Regenerationsfähigkeit ursprünglich für Landwirbeltiere typisch und ging erst im Laufe der Evolution verloren.

    23.10.2015

    Dinosauriernasen dienten als Klimaanlagen
    KURZNACHRICHT:

    Amerikanische Forscher haben mithilfe der numerischen Strömungsmechanik die Beeinflussung der Luft durch das nasale Atmen bei den Dinosauriern untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Nase bei den Dinos quasi als Klimaanlage diente:

    Aufgrund des weichen, gut durchbluteten Gewebes in der Nasenhöhle konnte die eingeatmete Luft gut gewärmt in die Lungen gelangen und kühlte gleichzeitig das Blut soweit ab, dass das Hirn nicht durch Überhitzung geschädigt wurde.

    Allerdings ist die Theorie der "Nasenhöhlen-Klimaanlage" nicht wirklich neu. Bereits im Jahr 1999 stellte ein amerikanisches Forscherteam die These auf, dass der Triceratops über die Nasenschleimhaut überschüssige Wärme abgab. (vgl. Nachricht vom Nov. 1999)

    20.10.2015

    Gab es schon vor 4,1 Milliarden Jahren biologisches Leben auf der Erde?
    KURZNACHRICHT:

    Möglicherweise haben Forscher in Westaustralien Hinweise darauf gefunden, dass biologisches Leben auf der Erde schon länger als 4 Milliarden Jahre existiert.

    Ein Forscherteam hat Zirkonkristalle nach eingeschlossenen Kohlenstoffen untersucht und ist in einem auf einen Einschluss gestoßen, der ungewöhnlich wenig C-13-Isotope enthält. Die Forscher schließen aus, dass es sich dabei um den Einschluss eines winzigen Meteoritenfragments handelt und auch, dass dieser Kohlenstoff durch andere chemische Prozesse entstanden sein könnte, da beides sehr unwahrscheinlich für diese Gegend ist.

    Daher nehmen die Forscher an, dass der Einschluss von einem lebenden Organismus stammt. Dieser Zirkonkristall wird auf ein Alter von 4,1 Milliarden Jahre geschätzt, also muss der Einschluss auch mindestens so alt sein. Das würde, laut Forscher, bedeuten, dass es schon im Hadaikum biologische Prozesse gegeben hat - also rund 300 Millionen Jahre früher als bislang angenommen, zumal die ältesten Mikrofossilien, die bisher gefunden wurde, ein Alter von "nur" 3,5 Milliarden Jahren aufweisen.

    19.10.2015

    War Nanotyrannus doch nur ein juveniler Tyrannosaurus rex?
    KURZNACHRICHT:

    Eine bereits bestehende Theorie hat neue Nahrung erhalten - und könnte somit zum Verschwinden einer weiteren Art aus der Dinosaurier-Liste führen:

    Wie ein amerikanisches Forscheteam nun mithilfe eines 3-D-Computermodells festgestellt hat, scheint der bereits 1946 gefundene Schädel eines Tyrannosauriers, der 1988 erstmals als Nanotyrannus beschrieben wurde, tatsächlich von einem juvenilen Tyrannosaurus rex zu stammen.

    Das Forscherteam untersuchte dafür die Überreste eines zweiten Fundes dieser Dinosaurier-Art, die im Jahr 2002 entdeckt wurden, und konnte anhand von Wachstumsringen im Wadenbein nachweisen, dass dieser Nanotyrannus erst 11 Jahre alt war. Außerdem fanden sie Anzeichen dafür, dass das Wachstum des Raubsauriers noch nicht abgeschlossen war. Nach Aussage der Forscher könnte dieser Dinosaurier die noch bestehende Lücke in der Entwicklungsgeschichte des T.rex füllen.

    Allerdings sind nicht alle Paläontologen mit dieser Deutung der Ergebnisse einverstanden. So meldet auch der bekannte Paläontologe Robert Bakker Zweifel an dieser Theorie an und erklärt, das Team hätte die Überreste des bislang besterhaltenen Nanotyrannus, der im Jahr 2006 gefunden wurde und sich im Privatbesitz befindet, nicht untersuchen können, was möglicherweise weitere wichtige Informationen liefern könnte. (Bakker war an der Namensgebung des Nanotyrannus im Jahr 1988 beteiligt.)

    14.10.2015

    Spinolestes: Säuger aus der unteren Kreidezeit besaß Stacheln und eine besonders stabile Wirbelsäule
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam unter deutscher Beteiligung hat im Osten Spraniens die erstaunlich guten Überreste eines Ur-Säugers gefunden, die auf ein Alter von 125 Millionen Jahren geschätzt werden. Demnach hat dieses Tier zusammen mit den Dinosauriern in der unteren Kreidezeit gelebt.

    Das Fossil ist so gut erhalten, dass unter dem Raster-Elektronenmikroskop sogar Haarspitzen und Weichteile erkannt werden konnten.

    Dieses Tier, das den Namen Spinolestes xenarthrosus (übersetzt: "Stacheliger Räuber mit einer besonderen Wirbelsäule") erhielt, war zu Lebzeiten etwa 60 Gramm schwer und jagte vermutlich Insekten. Seine großen Ohrmuscheln lassen auf einen Jäger mit gutem Hörvermögen schließen.

    Auffällig an ihm war - und daher rührt der Name - seine am Rücken zu Stacheln verhärteten Haarbüschel sowie seine spezielle Wirbelsäule, die ihm eine unglaubliche Wendigkeit und Stabilität ermöglichte. Die Forscher vermuten, dass sich die Stacheln, sobald Spinolestes von einem Feind am Rücken gepackt wurden, vom Rücken lösten. So konnte das kleine Tier fliehen und dem Angreifer blieb nur ein Maul voller Stacheln.

    Möglicherweise war Spinolestes aber von einer Pilzkrankheit befallen, die auch heute noch Säuger befällt und die unter dem Namen "Dermatophytose" bekannt ist. Das schließen die Forscher aus dem Fund einzelner Hautpartien mit besonders kurzem Fell.

    Der neue Fund zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass die Säugetiere zu Lebzeiten der Dinosaurier zwar klein, aber keineswegs primitiv waren, sondern auch damals schon eine enorme Vielfalt in ihrer Anpassung aufwiesen.

    13.10.2015

    Eier-Analyse ergab: Die Körpertemperatur von Titanosauriern lag bei 38 Grad, die von Oviraptoren bei 32 Grad - Oviraptoren waren weder wechselwarm noch warmblütig
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat die fossilen Eierschalenreste von argentinischen Titanosauriern und mongolischen Oviraptoren untersucht und anhand der Isotopenverteilung darauf geschlossen, welche Körpertemperatur die Dinosaurierweibchen während der Eierproduktion in ihrem Körper aufwiesen:

    Demnach kam ein Titanosaurier-Weibchen auf eine Körpertemperatur von 38 Grad Celsius, das Oviraptor-Weibchen auf eine von 32 Grad Celsius.

    Da die mittlere Sommertemperatur in der heutigen Mongolei zur Zeiten des Oviraptors allerdings bei 26 Grad Celsius lag, vermuten die Forscher, dass Oviraptoren nicht wechselwarm waren, sondern ihre Körpertemperatur selbstständig regulieren konnten. Da ihre Körpertemperatur allerdings deutlich niedriger liegt als die der modernen Vögel, gehen die Forscher davon aus, dass die Dinosaurier eine Art Zwischenstadium zwischen Wechselwarm und Warmblütig aufwiesen.

    Die hohe Körpertemperatur der Titanosaurier führen die Forscher auf die Größe und Masse des Tieres zurück, da so große Tiere weniger sensibel auf Außentemperatur-Schwankungen reagieren.

    01.10.2015

    Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahre heizte Vulkanismus in Indien an
    KURZNACHRICHT:

    Ein amerikanisches Forscherteam vermutete schon länger, dass zum Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren sowohl der Asteroideneinschlag als auch der verstärkte Vulkanismus beigetragen haben und nicht nur eines dieser beiden Ereignisse allein. Nun hat es in einer Studie neue Indizien für seine These gefunden:

    Demnach begann der Vulkanismus zwar schon mehrere hunderttausend Jahre vor dem Massensterben, bekam aber in einem Zeitfenster von nur 50.000 Jahren, in dem sowohl der Meteoriteneinschlag als auch das Massensterben datiert werden, plötzlich einen enormen Schub und verdoppelte die Eruptionsstärke.

    Daraus schließt das Team, dass möglicherweise die Schockwelle des Meteoriteneinschlags die Vulkanismustätigkeit in Indien, die schon längst begonnen hatte, weiter angeheizt haben könnte, so dass die Vulkane auch noch mehrere hunderttausend Jahre nach dem Massensterben brodelten bis sie sich schließlich wieder beruhigten und sich die Tier- und Pflanzenwelt wieder erholen und neu entfalten konnte.


    30.09.2015

    Kuriose Theorie: Flöhe trugen durch Übertragung von Pestbakterien zum Aussterben der Dinosaurier bei
    KURZNACHRICHT:

    Und wieder hat ein Forscher mit einer ganz neuen Theorie zum Aussterben der Dinosaurier zugeschlagen:

    Nachdem ein Forscher bei einem über 20 Millionen Jahre alten, in Bernstein eingeschlossenen Floh wahrscheinlich Pestbakterien nachweisen konnte, schließt er nicht mehr aus, dass diese Bakterien wesentlich älter als die Menschheit sind und möglicherweise schon zu Lebzeiten der Dinosaurier existiert haben. Seiner Meinung nach könnten diese Pestbakterien zur Schwächung der Dinosaurier-Population beigetragen haben, so dass sie dem Massensterben vor 65 Millionen Jahren nicht mehr viel entgegenzusetzen hatten.

    22.09.2015

    Ugrunaaluk: Hadrosaurier lebte nördlich des Polarkreises
    KURZNACHRICHT:

    Im hohen Norden Alaskas haben Forscher Unmengen an Dinosaurier-Fossilien gefunden, die einer bislang unbekannten Hadrosaurier-Gattung zugeordnet werden konnten und den Namen Ugrunaaluk kuukpikensis (übersetzt: "Altertümlicher Grasfresser") erhielt. Gefunden wurden hauptsächlich die Überreste von Jungtieren.

    Neben den Ugrunaaluk-Fossilien fanden die Forscher aber noch die Überreste von mindestens 13 weiteren Dinosaurier-Arten sowie die von Vögeln, kleinen Säugern und Fischen.

    Das Außergewöhnliche an diesem Fund ist die Tatsache, dass die Region zu den Lebzeiten der Dinosaurier, die auf eine Zeit vor rund 69 Millionen Jahren datiert wird, wesentlich weiter nördlich lag und somit von einer monatelangen Dunkelheit und (trozt milderem Klima als heute) von häufigen Schneefällen im Winter gekennzeichnet war. Dass dort dennoch Dinosaurier lebten, stellt die Forscher vor das Problem, dass viele vermeintlichen Erkenntnisse über Dinsoaurier mit dieser eher lebensfeindlichen Umgebung nicht zusammen passen.

    22.09.2015

    Aufruf zur Mithilfe bei der Fossiliensuche in Kenia am PC
    KURZNACHRICHT:

    Wer ein Auge für Fossilien hat oder sich immer schon einmal an einer Fossiliensuche beteiligen wollte, sich aber nicht so richtig dazu aufraffen konnte, dem steht nun eine weitere Möglichkeit offen, der Wissenschaft bei der Suche zu helfen.

    Eine Kooperation mehrerer Universitäten, gefördert von britischen Forschergeldern, bietet nun an, über den PC Fotos aus dem Turkana-Becken in Kenia im Hinblick auf mögliche Fossilien zu untersuchen. Anfang September ist dieses Projekt online gegangen und für alle Interessierten offen.

    Eine Anleitung, wie man auf den Bildern Fossilien entdeckt, ist unter folgendem Link zu finden:
    Search and discover fossils at Lake Turkana, Kenya

    21.09.2015

    Bunostegos: Ältestes Tier mit modernem Gang entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Niger wurden die Überreste einer bislang unbekannten Reptiliengattung aus der ausgestorbenen Gruppe der Pareiasauriden entdeckt, die vor rund 260 Millionen Jahren gelebt hat und den Namen Bunostegos akokanensis erhielt.

    Das Besondere an dieser Reptiliengattung ist der Umstand, dass diese Tiere nicht mehr auf den für die Zeit noch typischen seitlich abstehenden Beinen unterwegs waren, wie sie heute noch bei den Krokodilen vorkommen, sondern schon gerade Beine unterhalb des Körpers besaßen. Da das Forscherteam gleich mehrere Individuen dieser Spezies fand, kann es mit Sicherheit sagen, dass weder die Gelenke noch die Knochen einen abgespreizten Gang ermöglicht hätten.

    Damit handelt es sich bei Bunostegos um das bislang älteste bekannte Tier, dass die moderne Lauftechnik ausgebildet hatte. Die Forscher nehmen an, dass diese moderne Beinstellung für die Tiere überlebenswichtig war, da Bunostegos zur damaligen Zeit in einer trockenen Wüste lebte und weite Strecken zurücklegen musste, um von Wasserloch zu Wasserloch zu kommen. Dies wäre mit dem abgespreizten Gang nur unter großem Energieaufwand möglich gewesen. Der moderne Gang mit den geraden Beinen unterhalb des Körpers bedurfte hingegen viel weniger Energie.

    Das Aussehen von Bunostegos wird von den Forschern folgendermaßen beschrieben: "Stellen Sie sich ein kuhgroßes, pflanzenfressendes Reptil mit buckeligem Kopf und einem knochigen Schutzpanzer auf dem Rücken vor."

    18.09.2015

    Ava: Möglicherweise neue Ceratopsia-Gattung in den USA entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In den Rocky Mountains wurden die Überreste einer neuen Dinosaurier-Spezies gefunden, die große Ähnlichkeit mit dem Horndinosaurier Avaceratops aufweist, aber sich auch gleichzeitig so sehr von diesem unterscheidet, dass sie einen eigenen Namen bekam: Ava. Nun wird geprüft, ob es sich tatsächlich um einen bislang noch unbekannten Dinosaurier handelt.

    04.09.2015

    Eunotosaurus: Schildkröten sind Diapsida, keine Anapsida
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 1892 fanden Forscher in Südafrika ein Fossil, das aussah wie ein plattgedrückter Leguan und auf ein Alter von 260 Millionen Jahren geschätzt wurde. Das Fossil erhielt den Namen Eunotosaurus africanus.

    Seine Zuordung zu den Schildkröten war lange Zeit umstritten, da es sich vor allem durch seine Schädelform unterschied: Dieses Tier besaß einen Schädel, der es eindeutig in die Gruppe der Diapsida (Schädel mit zwei Knochenfenstern) einordnete, während die heutigen Schildkröten einen anapsiden Schädel (Schädel ohne Knochenfenster) besitzen.

    Neue Analysen, die jetzt durchgeführt wurden, zeigen aber, dass Eunotosaurus einen ähnlichen Körperbau besaß wie der im Sommer dieses Jahres in Deutschland gefundene "Schildkrötengroßvater" Pappochelys rosinae. Darüberhinaus besaßen beide Tiere diapside Schädelformen.

    Das führte die Forscher zu der Erklärung, dass die Schildkröten ursprünglich von "normalen" Echsen mit diapsiden Schädelformen abstammen, die Schädelfenster sich im Laufe der Evolution aber immer mehr schlossen, bis sie eine anapside Form zeigten. Somit wären Schildkröten "verdeckte Diapsida".

    01.09.2015

    Pentecopterus: Ältester und größter Seeskorpion des Ordiviziums entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In Iowa wurden die rund 460 Millionen Jahre alten, gut erhalten gebliebenen Überreste eines riesigen, bislang unbekannten Seeskorpions gefunden. Das Tier, das den Namen Pentecopterus decorahensis erhielt und als langgestreckt und grazil beschrieben wird, lebte im Ordovizium und erreichte eine Länge von 1,70 Metern. Damit handelt es sich um den bislang ältesten und größten Seeskorpion des Ordoviziums.

    Kennzeichnend für Pentecopterus waren seine vier Fangarme, die mit Stacheln besetzt waren und weniger der Fortbewegung dienten, sondern in erster Linie wohl zum Beutefang eingesetzt wurden, sowie sein bis über den Kopf ragender Rückenschild. Durch den guten Zustand des Fossils konnten die Forscher auch kurze Borsten an den Hinterbeinen ausmachen. Zudem waren seine Hinterbeine ähnlich wie Paddel geformt, so dass die Forscher vermuten, dass Pentecopterus damit hervorragend schwimmen oder graben konnte.

    Aufgrund dieses Fundes vermuten die Forscher, dass die Evolutionsgeschichte der Seeskorpione entweder länger zurückreicht als bislang vermutet, möglicherweise bis ins Kambrium, oder dass diese im Ordovizium eine sprungartige Entwicklung durchmachten.


    31.08.2015

    Ankylosauier: Erst kam der steife Schwanz, dann die Keule
    KURZNACHRICHT:

    Ankylosaurier sind eine ganz besondere Spezies von Dinosaurier: fest gepanzert mit einer dicken Keule am Schwanzende, mit der sich die Pflanzenfresser gegen die gefährlichen Fleischfresser ihrer Zeit wehren konnten. Allerdings weisen nur die späten Ankylosaurier diesen charakteristischen Keulenschwanz auf. Frühe Arten besaßen noch einen flexiblen und spitz zulaufenden Schwanz, obwohl die Körperpanzerung auch bei den frühen Arten schon auftrat.

    Um diesen Keulen-besetzten Schwanz zu entwickeln war es aber notwendig, dass der Schwanz seine Beweglichkeit verlor, damit zum einen genug Energie in den Keulenschlag gesetzt werden konnte, aber auch damit zum anderen keine Muskelrisse und Wirbelverschiebungen beim Schlag auftraten.

    Ein Forscherteam aus den USA hat nun die Fossilien diverser Ankylosaurus-Gattungen aus verschiedenen Erdaltern systematisch untersucht, um zu ermitteln, wie diese Dinosaurier zu dem typischen Keulen-besetzten Schwanz kamen.

    Drei Theorien standen dazu im Vorfeld im Raum: Erstens hätte das Schwanzende zunächst dicker werden können, und danach eine Versteifung der Wibel einsetzen können. Zweitens hätten sich zunächst die Wirbel versteifen und anschließend eine Keule ausbilden können. Und drittens hätte die Entwicklung dieser beiden Faktoren - also Verdickung des Schwanzendes und Versteifung der Wirbel - parallel stattfinden können.

    Nach den Ergebnissen der Analysen traf aber wahrscheinlich die zweite Theorie zu, wobei die Forscher nicht ausschließen, dass in Einzelfällen auch eine parallele Entwicklung stattfand. Allerdings zeigen schon frühere Ankylosaurier, die noch kein verdicktes Schwanzende aufwiesen, schon versteifte Wirbelknochen im Schwanz.

    28.08.2015

    Neue Datierungsmethode spricht für Vulkanismus als Ursache für das Massensterben vor 250 Millionen Jahren
    KURZNACHRICHT:

    Forscher vom Massachusetts Institute of Technology haben Gesteinsproben der Sibirischen Trapps mithilfe der Uran-Blei-Methode datiert und damit den Nachweis dafür erbracht, was bislang immer nur als sehr wahrscheinlich angenommen wurde, nämlich dass das Massensterben vor 250 Millionen Jahren, bei dem rund 90 Prozent allen damaligen Lebens ausgelöscht wurde, durch eine enorme Vulkantätigkeit verursacht wurde.

    Nach Aussage der Forscher begannen der verstärkte Vulkanismus schon rund 300.000 Jahre vor dem Massenaussterben und hielt bis zu 300.000 Jahre danach noch an.

    "Das Timing stimmte. Magmatismus und Massenaussterben verliefen synchron. Ein kausaler Zusammenhang ist deshalb möglich." schreiben die Forscher.

    Im Dezember des letzten Jahres wurden ähnliche Ergebnisse auch vom Vulkanismus in Indien vor 65 Millionen Jahren veröffentlicht: Demnach begann die verstärkte Vulkantätigkeit in Indien rund 250.000 Jahren vor dem Massensterben und hielt vermutlich noch 500.000 Jahre danach an. (vgl. Nachricht vom Dez. 2014)

    20.08.2015

    Fossile Raubsaurier-Zähne aus der Trias in den Allgäuer Alpen entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In den Allgäuer Alpen haben zwei Hobbygeologen die fossilen dolchartigen Schneidezähne einer Raubsaurierart entdeckt, die auf ein Alter von 210 Millionen Jahre geschätzt werden und von einem Tier aus der Trias stammen.

    Ähnliche Zähne wurden schon im schweizerischen Tessin gefunden, die einer Saurierart mit dem Namen Ticinosuchus zugeordnet wurden, welche wie ein stelzenbeiniges Krodili aussah und eine Länge von drei Metern erreichte.

    18.08.2015

    Über 50 Meter lange Sauropoden-Fährte mit 90-Grad-Kurve bei Münchehagen freigelegt
    KURZNACHRICHT:

    In einem Steinbruch in der Nähe des Dino-Park Münchehagen in Rehburg-Loccum sind erneut Dinosaurier-Spuren freigelegt worden, die ingesamt eine Fährte von über 50 Metern ausmachen. Das Besondere an dieser Fährte, die von einem vermutlich 25 bis 30 Tonnen schweren Sauropoden vor ungefähr 135 bis 145 Millionen Jahren verursacht wurde, ist eine 90-Grad-Kurve, die der Koloss gelaufen sein muss. Der Grund dafür ist bislang nicht bekannt.

    Insgesamt wurden bisher 90 Fußstapfen freigelegt, die einen Durchmesser von 1,20 Metern besitzen und bis zu 43 Zentimeter in den Boden hineinragen. Daraus schließen die Forscher, dass der Untergrund zur damaligen Zeit recht weich gewesen sein muss und der gewaltige Dinosaurier somit recht tief eingesunken ist.

    Die Forscher wollen diese Fährte nun vor Ort erhalten, zumal an dieser Stelle das Gestein nicht weiter abgebaut wird.

    11.08.2015

    Megalosauripus: Zwei Raubsaurierfährten aus Münchehagen analysiert
    KURZNACHRICHT:

    Eine dänische Biologin hat zwei 142 Millionen Jahre alte Raubsaurierfährten in Münchehagen bei Hannover näher analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese beiden Raubsaurier, die einer Gruppe mit dem Namen Megalosauripus zugeordnet werden, welche lediglich durch Fußspuren bekannt ist, von unterschiedlicher Größe waren. Ihren Berechnungen zufolge hatte der größere der beiden Raubsaurier eine Hinterbeinlänge von 1,60 Metern, während die Hinterbeine des kleineren nur eine Länge von 1,10 Metern aufwiesen.

    Beide Raubsaurier waren wohl recht langsam unterwegs - auch hier ergaben die Untersuchungen unterschiedliche Geschwindigkeiten: Der größere lief in einem Tempo von 6,3 Kilometern pro Stunde, der kleinere in einem Tempo von 9,7 Kilometern pro Stunde. Beide Fährten deuten darauf hin, dass die Raubsaurier während ihres Ganges hin und wieder ausgerutscht waren, wobei der kleinere der beiden erheblich mehr Schwierigkeiten hatte, seine Spur zu halten. Die Forscherin sieht darin Indizien dafür, dass die Raubsaurier auf recht glitschigem Sand gelaufen sind, der ihnen dieses langsame Lauftempo aufzwang, da Raubsaurier für gewöhnlich wesentlich schneller unterwegs waren.

    Insbesondere die Fährte des kleineren Raubsauriers weist vermehrt Spuren von überkreuzenden Schritten auf. Möglicherweise, so die Forscherin, hat ein starker Wind dem kleinen Raubsaurier so arg zugesetzt, dass er sein Gleichgewicht nur durch das Überkreuzen der Beine halten konnte. Möglich wäre aber auch, dass der kleine hin und wieder in einen etwas schnelleren Trott verfallen musste, um mit dem großen Gefährten Schritt halten zu können, was bei den glitschigen Sand dann zu dem unsicheren Lauf geführt hat.

    Ob diese beiden Raubsaurier allerdings wirklich zusammen hier gelaufen sind, kann nur Spekulation bleiben. Möglicherweise liegen auch einige Jahre zwischen der Entstehung dieser beiden Fährten und die Spuren bilden nur zufällig eine parallel verlaufende Spur.

    Falls diese Fährten aber tatsächlich von zwei Raubsauriern stammen, die gemeinsam unterwegs waren, besteht eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um ein Elternteil mit seinem Jungen handelte.

    06.08.2015

    Hausdurchsuchung in China: Ein Psittacosaurus-Skelett und über 200 fossile Dinosaurier-Eier beschlagnahmt
    KURZNACHRICHT:

    Von einer Baustelle in der Provinz Guangdong waren immer wieder fossile Dinosaurier-Eier verschwunden. Nun fanden Polizisten bei der Durchsuchung eines Hauses in Heyuan, ein Psittacosaurus-Skelett und 231 Eier, die auf ein Alter von 89 bis 65 Millionen Jahren geschätzt werden. In China ist der Besitz, der Erwerb und die Ausfuhr von Fossilien strengstens verboten.

    Das Museum der Stadt Heyuan ist seit November 2004 im Guinness-Buch der Rekorde mit der weltweit größten Sammlung an Dinosaurier-Eiern aus der späten Kreidezeit eingetragen. Damals betrug die Anzahl 10.008 Eier.

    03.08.2015

    Rangomorpha: Lebewesen aus dem Ediacarium mit doppelter Verbreitungsstrategie
    KURZNACHRICHT:

    Bei der Analyse von verschiedenen 565 Millionen Jahren alten Rangomorpha-Fossilien der Art Fractofusus auf Neufundland ist Forschern die Art der Verteilung dieser sesshaften, federartigen Lebewesen aufgefallen: Um zufällig verteilte große Lebewesen standen ringförmig mittelgroße Lebewesen, die wiederum von noch kleineren Lebewesen umringt waren. Daraus schließen die Forscher, dass diese uralten Lebewesen aus dem Ediacarium sich schon mithilfe einer Doppelstrategie vermehrten:

    Zum einen wurden vermutlich Sporen von den Mutter-Lebewesen entlassen, die sich in entfernteren Gebieten zufällig ansiedeln konnten. Zum anderen bildeten sie Ableger, so dass sie sich in der einmal angesiedelten Region ausbreiten konnten.

    Diese Fortpflanzungsstrategie zu diesem frühen Zeitpunkt in der Erdgeschichte sehen die Forscher als Erfolgsrezept für die starke Ausbreitung der Rangomorpha, die sich bis zum Beginn des Kambriums vor 541 Millionen Jahren behaupten konnten.


    31.07.2015

    Auch Dinosaurier und frühere Wirbeltiere litten schon unter Bandwürmern
    KURZNACHRICHT:

    Ein interantionales Forscherteam unter der Leitung der Universität Erlangen-Nürnberg hat divese Koprolithen (versteinerte Kothaufen) untersucht und sämtliche dokumentierte Vorkommen von Plattwürmern in der Erdgeschichte analysiert, um die Koexistenz zwischen Plattwurm- und Wirtstier-Evolution herauszufinden. Dabei hat es unter anderem festgestellt, dass kreidezeitliche Dinosaurier vor 126 Millionen Jahren auch schon unter Bandwürmern litten, wie Kothaufen aus der Zeit belegen.

    Die ältesten Belege von primitiven Plattwürmern sind 382 Millionen Jahre alt und ließen sich bei Fischen aus dem Devon nachweisen.

    Allerdings vermutet das Forscherteam, dass es schon vor 485 Millionen Jahren bei der Entstehung der Wirbeltiere Plattwürmer gab.

    Komplexere Plattwürmer konnten erstmals in 259 Millionen Jahre alten Hai-Koprolithen aus dem Perm nachgewiesen werden.

    Während einfache Plattwürmer sich noch auf wenige Tiere spezialisiert hatten, nutzten die komplexeren Würmer scheinbar mehrere verschiedene Tierarten, um sich zu verbreiten.

    28.07.2015

    Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus, Coelophysis: stahlharte Zähne schon als Jungtier
    KURZNACHRICHT:

    Nach Studien der Zähne von Tyrannosaurus rex, Allosaurus, Gorgosaurus und Coelophysis haben Forscher festgestellt, dass die Zähne dieser Dinosaurier nicht nur äußerlich wie Steakmesser aussahen, sondern auch eine einzigartige Struktur aufwiesen, die sie äußerst stabil machten.

    Obwohl die Zähne sämtlicher Tiere aus gleichen Bausteinen bestehen, scheint es auf die Zusammenstellung dieser Bausteine anzukommen, wie stabil die Zähne waren. Außer bei dem heute lebenden Komodowaran haben die Forscher bei keinem weiteren Tier Zähne gefunden, die die Stabilität der Zähne von T.rex und Co. aufwiesen.

    Das Aussehen und der stabile Aufbau zeugen nach Aussage der Forscher eindeutig davon, dass T.rex Knochen, Sehnen und Muskeln von Beutetieren ohne großen Kraftaufwand zerbeißen konnte. Somit wird T.rex durchaus in der Lage gewesen sein, erwachsene und große Tiere zu erbeuten.

    Selbst die Jungtiere besaßen schon diese außergewöhnliche Zahnstruktur, konnten die Forscher nachweisen, indem sie die noch nicht durchgebrochene Zähne im Kiefer junger Tiere untersuchten.

    26.07.2015

    Gab es Ähnlichkeiten bei den Paarungskämpfen zwischen heutigen Säugern und Synapsiden aus dem Perm?
    KURZNACHRICHT:

    Ein Forscherteam aus Südafrika ist nach der Analyse verschiedener Synapsiden (Säugetier-Vorfahren aus dem Perm) zu dem Schluss gekommen, dass sich diese möglicherweise in Paarungskämpfen ähnlich verhalten haben wie die häutigen Säuger.

    So haben anscheinend die Dinocephalia mit ihren verdickten Stirnknochen ähnliche Kopfkämpfe geführt wie die heutigen Schafe oder andere Paarhufer. Und die in Brasilien entdeckte Anomodontia-Art Tiarajudens eccentricus wird mit ihren langen Hauern möglicherweise ähnlich wie heutige Wasserrehe oder Moschustiere sich neben seinen Nebenbuhler gestellt und diesen mit seinen langen Zähnen verletzt haben.

    24.07.2015

    Tetrapodophis: Vierbeinige Urschlange in Brasilien gefunden
    KURZNACHRICHT:

    Ein Fossilfund aus Brasilien gibt neue Anhaltspunkte zur Entstehungsgeschichte der Schlangen: In 100 bis 145 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten wurden die Überreste einer Urschlange gefunden, die entgegen aller bisheriger Funde, vier Gliedmaßen aufwies, die in fünffingrigen Händen endeten.

    Dies führt die Forscher zu der Annahme, dass sich die Schlangen wahrscheinlich an Land entwickelten und nicht, wie oft diskutiert, im Meer.

    Möglicherweise, so die Forscher, stammen die Schlangen von Tieren ab, die unter der Erde Höhlen gruben. Das würde auch den langgezogenen Körper mit dem abgeflachten Kopf und der kurzen Schnauze erklären.

    Die neu entdeckte Urschlange erhielt den Namen Tetrapodophis amplectus, was so viel bedeutet wie "vierbeinige Umarmende" - was auf ihr Naturell als Würgeschlange hinweisen soll.

    Die Forscher vermuten, dass Tetrapodophis ihre Beine zum Festhalten der Beute einsetzte - weniger zur Fortbewegung. Auch zum Graben waren diese Beine nicht wirklich geeignet, da sie zu schmal und nicht stark genug waren.

    Möglicherweise, so die Forscher, könnten die Beine auch dazu gedient haben, den Partner während des Paarungsaktes festzuhalten.

    16.07.2015

    Zhenyuanlong: Größter Dromaeosaurier mit deutlichem Federkleid entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher die sehr gut erhaltenen Überreste eines engen Verwandten von Velociraptor gefunden, dem sie den Namen Zhenyuanlong suni gaben.

    Den Angaben der Forscher nach, handelt es sich bei diesem Dinosaurier um einen Vertreter aus der Gruppe der Dromaeosauridae. Er lebte vor rund 125 Millionen Jahren in der Unterkreide und wurde an die zwei Meter lang und 20 Kilogramm schwer.

    Das besondere dieses Fundes besteht aber in der Tatsache, dass man mit bloßem Auge an den Flügeln und dem Schwanz eine Befiederung erkennen kann, die aus hochentwickelten Federn bestand. Damit ist Zhenyuanlong der bislang größte Dinosaurier, der mit Hinweisen auf komplexe Federn entdeckt wurde. Sämtliche größere Dinosurier, bei denen ein Federkleid nachgewiesen werden konnten, besaßen primitive Federn, die eher an Haaren erinnerten.

    Allerdings besaß Zhenyuanlong zu kurze Arme, um mit seinen Flügeln fliegen zu können. Vermutlich, so die Forscher, wurden die Federn bei der Partnerwerbung eingesetzt oder um das Gelege vor zu viel Sonneneinstrahlung oder Kälte zu schützen.

    Bei Velociraptor selbst wurden bislang nur Ansatzstellen von Federn entdeckt, wie diese aber aussahen, konnte bisher nur vermutet werden. Nach dem Fund des Zhenyuanlong gehen die Forscher nun aber davon aus, dass auch Velociraptor schon moderne Federn besaß.

    09.07.2015

    Wendiceratops: Sechs Meter langer Ceratopsier in Alberta (Kanada) entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Vor fünf Jahren fand eine Fossiliensammlerin namens Wendy Sloboda in der kanadischen Provinz Alberta die Überreste eines bislang unbekannten Dinosauriers, der jetzt ihren Namen erhielt: Wendiceratops pinhornensis.

    Der neue Ceratopsier lebte vor 79 Millionen Jahren und wurde wahrscheinlich sechs Meter lang sowie ein bis zwei Tonnen schwer. Er hatte nach Aussage der Forscher an seinem Nackenschild knorrige, nach vorn zeigende Hörner, Hörner über den Augen und ein riesiges Nasenhorn. Ob das Nasenhorn allerdings spitz zulief oder eher knubbelig war, ob die Augenbrauenhörner länger oder kürzer als das Nasenhorn war, das ist aus den bislang gefundenen Fossilien nicht zu erkennen.

    Vermutlich lebte Wendiceratops in der Nähe der Küste, die damals wohl sehr begrünt gewesen sein muss.

    (Übrigens war die Finderin so begeistert von ihrer Entdeckung, dass sie sich den Namen des neuen Dinosauriers einschließlich eines entsprechenden Bildes auf ihren Unterarm tätowieren ließ.)

    02.07.2015

    Huanansaurus: Neuer Oviraptorosaurier in der Mongolei entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Chinas, in der Provinz Jiangxi, bei Erdarbeiten für einen neuen Bahnhof in der südchinesischen Stadt Ganzhou, wurden die Überreste eines bisher unbekannten Oviraptorosauriers gefunden, der Ähnlichkeiten mit dem bereits bekannten Citipati osmolskae aus der Mongolei aufweist, sich aber im Aufbau des Kiefers unterscheidet.

    Die neu gefundene Oviraptorosaurierart erhielt den Namen Huanansaurus ganzhouensis und lebte hier in der späten Kreidezeit. Wie viele andere Oviraptorosauria besaß auch Huanansaurus einen auffälligen Knochenkamm auf dem Schädel.

    Gefunden wurden bislang nahezu der komplette Schädel, sieben Halswirbel, Teile der beiden Flügelarme sowie der Beine.

    01.07.2015

    Acht Meter großes Plateosaurus-Skelett in der Schweiz entdeckt und zwei weitere Dinosaurierfunde
    KURZNACHRICHT:

    Das Schweizer Sauriermuseum Frick ist für seine Plateosaurier berühmt. Jetzt wurden in der Tongrube Gruhalde in Frick, die als größte Ausgrabungsstätte der Schweiz gilt, sechs weitere Plateosaurier-Skelette entdeckt.

    Eines der Plateosaurier-Skelette ist mit acht Metern Länge das größte Exemplar, das jemals in der Schweiz gefunden wurde. Nach Aussage der Leiterin des Museums in Frick wurde nur in Süddeutschland ein mit neun Metern Länge größeres Exemplar dieser Dinosaurier-Gattung gefunden.

    Schon im Jahr 2006 wurde ein bislang unbekannter, rund zweieinhalb Meter hoher Raubsaurier und im Jahr 2013 ein weiterer bislang unbekannter Pflanzenfresser gefunden. Das Museum hofft, dass sie spätestens im nächsten Jahr den Raubsaurier vorstellen können und in den nächsten vier bis fünf Jahren auch ein Ergebnis zu dem bislang unbekannten Pflanzenfresser haben, der nun an der Universität untersucht wird.


    25.06.2015

    Oviraptoren legten möglicherweise blaugrüne Eier
    KURZNACHRICHT:

    Laut den Ergebnissen einer Bacherlor-Arbeit, sprechen viele Indizien dafür, dass Oviraptoren blaugrüne Eier legten, ähnlich den Eiern heutiger Emus. Dies wurde mit Hilfe pulverisierter und extrahierter fossiler Eierschalen und einer anschließenden Analyse der Schalenpigmente im Massenspektrometer herausgefunden.

    Da farbige Eier in der Vogelwelt mit komplexen Verhaltensweisen und verschiedenen Strategien einhergehen, dienten die farbigen Eier möglicherweise dazu, auch schon die Dinosaurier-Männchen zu einer intensiven Beteiligung am Brutvorgang und an der Brutpflege zu motivieren.

    25.06.2015

    Hallucigenia: Mariner Insekten-Vorfahr besaß Ring aus Zähnen, Stacheln am Rücken und Tentakel am Hals
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben 165 Fossilien des aus dem Kambrium stammenden Hallucigenia mit dem Elektronenmikroskop untersucht und festgestellt, dass die bisherige Darstellung dieses Insekten-Vorfahren falsch war: Das Teil, das zuvor als Kopf identifiziert wurde, stellte sich als eine Blase von Verwesungsflüssigkeiten heraus, die sich erst nach dem Tod des Tieres gebildet hatte. Die Stacheln, die zuvor als Beine angesehen wurden, waren in Wirklichkeit Rückendornen. Die Tentakeln, die aus dem Rücken wuchsen, waren die Beine.

    Darüberhinaus haben die Forscher noch zwei einfache Augen und - für die Forscher überraschend - sowohl einen Ring aus Zähnen rund um die Mundöffnung als auch weitere spitze Zähne im Rachenbereich entdeckt. Die Forscher vermuten, dass der vordere Zahnring dem ein bis fünf Zentimeter langen Tier, das vor 508 Millionen Jahren am Grunde des Meeres lebte, dabei half, sich fortzubewegen und Nahrung einzusaugen, und dass die Rachenzähnchen verhinderten, dass das eingesaugte Futter wieder herausrutschte.

    Auf dem Rücken trug Hallucigenia paarweise angeordnete Stacheln, dazu sieben Beinpaare mit kleinen Krallen an den Füßen und drei Paare Tentakeln am Hals.

    24.06.2015

    Pappochelys: "Großvaterschildkröte" bringt die Schildkröten stammbaummäßig in die Nähe von Krokodilen und Vögeln
    KURZNACHRICHT:

    Bei Schwäbisch Hall (Baden Württemberg) wurden die 240 Millionen Jahre alten Überreste der bislang ältesten Schildkröte gefunden, die den Namen Pappochelys (übersetzt: "Großvaterschildkröte") erhielt.

    Diese Urschildkröte besaß zwar kompakte Bauchrippen und am Rücken verbreiterte, T-förmige Rippen, doch waren sowohl der Bauch- als auch der Rückenpanzer noch nicht voll ausgebildet. Zudem trug Pappochelys noch Zähne im Kiefer. Das Überraschendste an diesem Fund waren jedoch die zwei Schläfenfenster im gut erhaltenen Schädel, die die Vorfahren der Schildkröten nicht in der Gruppe der Anapsida finden lassen - wie bislang angenommen -, sondern in der Gruppe der Diapsida - und somit in der gleichen Gruppe wie die Vorfahren der Krokodile und Vögel.

    Die Forscher vermuten, dass Pappochelys, in der Nähe eines Süßwassersees lebte und die schweren Bauchrippen ihr halfen, tiefer zu tauchen und länger im Wasser zu bleiben als andere Reptilien. Möglicherweise, so die Forscher, deute dies darauf hin, dass sich der Schildkrötenpanzer im Wasser entwickelte.

    19.06.2015

    Auf der Suche nach winzigen Knochen im T.rex-Schädel
    KURZNACHRICHT:

    Im CT in Fürth hat ein niederländisches Forscherteam den Schädel eines 2013 in Montana (USA) entdeckten Tyrannosaurus rex-Schädels scannen lassen, um vielleicht kleinste Knochenteile zu entdecken, die beim T.rex bislang nur vermutet aber noch nicht nachgewiesen werden konnten.

    Der Schädel stammt von einem 12 Meter langen, vier bis fünf Meter hohen und ca. 5000 Kilogramm schweren Tyrannosaurus-Weibchen, das vor rund 66 Millionen Jahren gelebt hat und bei seinem Tod etwa 30 Jahre alt gewesen ist. Das Fossil gehört zu den fünf besterhaltenen Tyrannosaurus rex-Skeletten weltweit. Lediglich ein Bein, die Krallen, Zähne und das Ende des Schwanzes würden fehlen, heißt es in der Nachricht.

    Außer den kleinen, bislang noch nicht entdeckten Miniknochen erhoffen sich die Forscher durch die Analyse des Scans auch Erkenntnisse zur Entwicklung des Gehirns und der Funktionsweise des Gleichgewichtssinns.

    18.06.2015

    Wurde Europasaurus durch Raubsaurier vernichtet, die vom Land auf die Insel kamen?
    KURZNACHRICHT:

    Der acht Meter lange Europsaurus, eine kleine langhalsige Dinosaurierart, der vor 154 Millionen Jahren auf kleinen tropischen Inseln im heutigen Harz lebte, könnte möglicherweise durch Raubsaurier vernichtet worden sein, die bei niedrigem Wasserstand vom Festland auf die Inseln gelangten, vermuten Bonner Forscher, nachdem sie eine Steinplatte bei Goslar analysiert haben, auf der sich 20 Fußabdrücke erhalten haben.

    15.06.2015

    Große Dinosaurier besiedelten den Äquatorgürtel erst später
    KURZNACHRICHT:

    Gesteinsproben und Fossilien aus New Mexico von vor 215 bis vor 205 Millionen Jahren zeigen, dass sich in der Trias am Äquator immer wieder Tropen- und Dürreperioden abwechselten, die zu häufigen Vegetrationsbränden führten. Das verhinderte scheinbar, dass sich dort frühzeitig größere Dinosaurier ansiedeln konnten, die auf eine stabile Vegetation angewiesen waren.

    Allerdings lassen sich aus dieser Zeit durchaus die Überreste anderer, klimatolerantere Urtiere finden, wie zum Beispiel einige krokodilähnliche Phytosaurier oder gepanzerte Sauropsiden wie Aetosaurier. Auch Überreste des kleinen Coelophysis konnten nachgewiesen werden.

    Die großen Pflanzenfresser fanden den Weg in den Äquatorgürtel erst 30 Millionen Jahre nach Entstehung der ersten Dinosaurier, als sich das Klima in der Äquatorregion stabilisiert hatte.

    11.06.2015

    Dreadnoughtus: Wissenschafler korrigieren das geschätzte Gewicht von 60 Tonnen runter auf 40 Tonnen
    KURZNACHRICHT:

    Im letzten Jahr wurden in Patagonien (Argentinien) die Überreste eines neuen Titanosauriers gefunden, der den Namen Dreadnoughtus schrani erhielt. Forscher schätzten damals das Gewicht dieses rund 26 Meter langen Dinosauriers, der zu 70 Prozent erhalten geblieben war, auf 60 Tonnen.

    Neue Modellrechnungen ergaben aber nun, dass das Dreadnoughtus-Jungtier, das vor 77 Millionen Jahren gelebt hat, wahrscheinlich nur 40 Tonnen wog.

    11.06.2015

    Erneut Funde von Kollagenfasern und Blutzellen in 75 Millionen Jahre alten Dinosaurierknochen
    KURZNACHRICHT:

    In den letzten zehn Jahren hat die amerikanische Forscherin Mary Schweitzer mehrmals Studien veröffentlicht, in denen sie von Kollagenfunden bei Dinosauriern berichtete: 2005 fand sie Röhrenknochenmark bei einem T.rex, der darauf hindeutete, dass es sich um ein weibliches Tier handelte; 2007 konnte das Team um Schweitzer das Eiweiß Kollagen isolieren und so die enge Verwandtschaft des T.rex zum Huhn nachweisen; 2009 entdeckten die Forscher dann auch intakte Bindegewebsproteine und Aminosäuren in den 80 Millionen Jahre alten Knochen eines Brachylophosaurus (Hadrosauriers), anhand der sie wiederum eine enge Verwandtschaft zu den Vögeln herstellen konnte.

    Allerdings fanden sich stets Forscher, die die Methoden und Ergebnisse kritisierten und häufig mit der Verunreinigung der Fossilien argumentierten.

    Nun allerdings hat erneut ein Forscherteam um Sergio Bertazzo vom Londoner Imperial College Kollagenfasern und Blutzellen in Dinosaurierknochen gefunden, obwohl es nicht damit gerechnet hatte.

    Die Forscher untersuchten acht nicht sehr gut erhaltene, 75 Millionen Jahre alte Dinosaurierknochen, die seit zehn Jahren im Natural History Museum in London lagen mit Hilfe eines Elektronenmikroskops und eines gebündelten Ionenstrahls, um in das Innere der Knochen zu schauen und fanden nicht die erwarteten kristallinen Knochenstrukturen, sondern die Überreste von Roten Blutkörperchen und Kollagengewebe, was durch eine zusätzliche Untersuchung mit dem Massenspektrometer bestätigt wurde. Insgesamt konnte bei den Überresten der Blutkörperchen eine große Ähnlichkeit zu dem Blut von Emus festgestellt werden.

    05.06.2015

    Regaliceratops: 68 Millionen Jahre alter Chasmosaurier mit langem Nasenhorn, kurzen Brauenhörnern und kronenförmigem Nackenschild
    KURZNACHRICHT:

    Vor zehn Jahren fand der Hobby-Fossiliensammler Peter Hews in der kanadischen Provinz Alberta den fast vollständigen Schädel einer neuen Ceratopsier-Art, die jetzt nach jahrelanger Präparation den Namen Regaliceratops peterhewsi erhielt (übersetzt: "Peter Hews königliches Horngesicht").

    Gelebt hat dieser neue Ceratopsier, der in die Gruppe der Chasmosaurier eingeordnet wird und schätzungsweise rund 1,5 Tonnen schwer war, vor 68 Millionen Jahren.

    Entgengen der meisten Chasmosaurier besaß Regaliceratops allerdings ein langes Nasenhorn und zwei kurze Hörner über den Augen. Sein Nackenschild war nach Angaben der Forscher wie eine Krone geformt, was dem Ceratopsier zu seinem Namen verhalf.

    02.06.2015

    Gefiederter Urvogel aus Gondwanaland mit seltsamen Schwanzfedern entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Forscher haben in Brasilien das bisher vollständigste Fossil eines aus der frühen Kreidezeit des Gondwanalands stammenden, rund sechs Zentimeter großen Vogels entdeckt, dessen Gefieder teilweise sehr gut erhalten geblieben ist. Dieser kolibrigroße Vogel lebte vor etwa 120 Millionen Jahren in einem heißen und feuchten Klima und war, nach seinem proportional riesigen Kopf und großen Augen sowie einigen noch nicht miteinander verwachsenen Extremitätenknochen zu schließen, vermutlich noch ein Jungvogel.

    Auffällig an diesem Fossil ist sein Schwanz, der von zwei steifen, fast nur aus Kiel bestehenden, rund acht Zentimeter langen Federn gebildet wurde, die nur am Ende eine kleine Fahne aus losen Härchen besaßen und möglicherweise bunt bepunktet waren.

    Zur Unterstützung des Fliegens taugten diese Schwanzfedern wohl nicht, so die Forscher, da sie zu wenig aerodynamisch geformt gewesen seien. Daher vermuten die Forscher, dass sie eher der Zurschaustellung oder der Arterkennung dienten. Möglicherweise besaßen aber auch nur die Männchen solche merkwürdigen Schwanzfedern.

    Bei den heutigen Vögeln entwickeln sich solche Schmuckfedern allerdings erst mit der Geschlechtsreife - daher könnte dieses fossile Vögelchen möglicherweise recht frühreif gewesen sein.


    19.05.2015

    Schlangen entwickelten sich vor 128 Millionen Jahren an Land
    KURZNACHRICHT:

    Nach der Analyse der Gene und Anatomie von 73 lebenden und ausgestorbenen Schnlangen- und Echsenarten kommen Forscher zu dem Schluss, dass der Ursprung der Schlangen in der Oberkreide liegt und sich die ersten Schlangen vor 128 Millionen Jahren an Land entwickelten.

    Vermutlich gingen sie aus vierbeinig laufenden, des Nachts in den warmen Wäldern Laurasias jagenden Reptilien hervor und besaßen anfangs selbst noch vier Beine mit Zehen. Allerdings, so die Forscher, werden diese Ur-Schlangen noch keine Tiere gejagt haben, die deutlich größer waren als sie selbst.

    14.05.2015

    Neue Art von Saurornitholestes identifiziert - konnte besonders gut riechen
    KURZNACHRICHT:

    Bei der näheren Untersuchung eines bereit im Jahr 1999 in Mexiko entdecktem, und der Art Saurornitholestes langstoni zugordneten Fossils sind Forscher auf Abweichungen beim Schädelaufbau gestoßen, die es erlauben, dem Tier eine eigene Artbezeichnung zu verpassen. So nannten sie dieses 75 Millionen Jahre alte Fossil Saurornitholestes sullivani.

    Der "neue" Saurornitholestes war insgesamt 1,8 Meter lang und lebte im damals westlichen Teil Nordamerikas, der "Laramidia" genannt wird.

    Im Gegensatz zu S.langstoni besaß S.sullivani vermutlich einen ausgeprägteren Geruchssinn, worauf die Oberfläche des Schädelteils hinweist, unter dem der Riechkolben des Gehirns lag.

    12.05.2015

    Forscher haben Vögel "rückgezüchtet" - allerdings nur ungeschlüpfte Embryos
    KURZNACHRICHT:

    US-amerikanische Forscher haben bei Hühnern das "Schnabel-Gen" ausgeschaltet und so Hühner mit einer Dinosaurier-Schnauze "erschaffen".

    Nach Aussage der Wissenschaftler diente dieses Experiment, bei dem die Wissenschaftler die so entstandenen Embryos jedoch nicht schlüpfen ließen, aber nicht dem Zweck, "Hühner-Dinos" zu kreieren, sondern die entsprechenden Schnabelgene zu identifizieren, um die Entwicklung des Schnabels nachvollziehen zu können.

    Allerdings hat sich bei den genveränderten Hühnern nicht nur die Schnauze geändert, sondern zugleich der ganze Rachenbereich, der Dinosaurier-ähnlich geworden sei, so die Forscher.

    06.05.2015

    Ottoia: Priapswurm kroch mithilfe der Zähne - neue Art identifiziert
    KURZNACHRICHT:

    Elektromikroskopische Aufnahmen der weniger als einen Millimeter langen Zähne des Priapswurms Ottoia, der vor 500 Millionen Jahren während des Kambriums gelebt hat, ergaben, dass diese Zähne nicht nur zum Fressen eingesetzt wurden, sondern auch nach außen gestülpt werden konnten, so dass sich der Wurm über den Boden des Meeres vorwärtsziehen konnte.

    Zudem fanden die Forscher Unterschiede zwischen den Zähnen verschiedener Priapswürmer, die alle unter dem Artnamen Ottoia prolifica liefen, so dass sie einige Würmer einer neuen Art zuordnen konnten, die aufgrund der dreieckigen Form der Zähne den Namen Ottoia tricuspida erhielt.

    05.05.2015

    Archaeornithura: Bisher ältester moderner Vogel war vermutlich ein Watvogel mit Punk-Frisur
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas haben Forscher die 130 Millionen Jahre alten Überreste zweier amselgroßer Urvögel mit realtiv langen Beinen entdeckt, dessen Federkleid so gut erhalten blieb, dass die kurzen, schaftlosen Federn, die asymetrischen Schwungfedern an den Flügeln und der gefächerte Schwanz mit Afterschwingen erkennbar sind. Die Forscher nehmen an, dass dieser Vogel, der den Namen Archaeornithura meemannae erhielt, schon ein guter Flieger war.

    An den Unterschenkeln besaß Archaeornithura keine Federn, was die Forscher als Indiz dafür werten, dass es sich um einen Watvogel handelte, der im Wasser nach kleinen Fischen oder Wirbellosen jagte.

    Aufgrund des Alters der Fossilien gilt Archaeornithura als der bislang älteste bekannte Vertreter der Ornithuromorpha, der Gruppe, aus der sich alle modernen Vögel entwickel haben.


    29.04.2015

    Yi qi: Dinosaurier aus dem Oberjura mit Flügelmembran in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    In China haben Forscher einen kleinen Dinosaurier gefunden, der scheinbar eine Flügelmembran ähnlich wie heutige Flughörnchen besaß. Diese neue Art erhielt den Namen Yi qi (übersetzt: "Merkwürdiger Flügel"), da bislang nicht klar ist, ob er mithilfe dieser Flügel fliegen oder gleiten konnte - ob er beides beherrschte oder gar nichts von beidem.

    Yi qi war etwa 380 Gramm schwer und lebte von vor 174 bis vor 145 Millionen Jahren. Er wird in die Gruppe der Scansoriopterygidae eingeordnet - einer Gruppe die zu den Theropoden zählt und eng mit den primitiven Vögeln verwandt ist. Die Scansoriopterygidae besaßen zwar ein Federkleid, waren aber nicht flugfähig. Ihre Hände wiesen drei Finger auf, von denen der dritte Finger stets länger als der zweite war.

    Was Yi qi darüberhinaus noch auszeichnet ist eine Knochendorn, der leicht gebogen und spitz zulaufend fast im rechten Winkel schwanzwärts aus dem Handgelenk herauswuchs und länger als die Elle wurde. An diesem Knochendorn sowie an den Fingerknochen wurden Überreste einer membranartigen Struktur gefunden, die vermuten lässt, dass sich eine Flügelhaut von diesem Dorn über die Finger zum Handgelenkt spannte.

    Ob Yi qi aber damit fliegen konnte, ist bislang nicht bekannt. Falls der neu entdeckte Dinosaurier, der nur zum Teil erhalten blieb, so ausgesehen hat, wie die Forscher ihn rekonstruiert haben, würde er sehr schwanzlastig in der Luft unterwegs gewesen sein. Federn besaß Yi qi ebenfalls, aber sie hatten eher eine faserige, pinselartige Struktur und waren zum Fliegen untauglich.

    27.04.2015

    Chilesaurus: Vegetarischer Theropode - das "Schnabeltier" unter den Dinosauriern
    KURZNACHRICHT:

    Im Süden Chiles sind die Überreste eines recht merkwürdigen Dinosauriers gefunden worden, der auch scherzhaft als "Schnabeltier-Saurus" bezeichnet wird. Er erhielt den unspektakulären Namen Chilesaurus diegosuarezi, benannt nach dem Fundland und einem Jungen, der im Alter von sieben Jahren, die ersten Knochen dieses Dinosauriers entdeckt hat: Diego Suárez.

    Bislang wird Chilesaurus in die Gruppe der Therapoda eingeordnet, war aber im Gegensatz zu seinen Verwandten Tyrannosaurus rex und Velociraptor kein Fleischfresser. Sein Gebiss weist ihn eindeutig als Pflanzenfresser aus. Zwar besaß er wohl die kurzen Arme, die viele seiner Verwandten kennzeichneten, und lief auf zwei Beinen, doch hatte er einen langen Hals und einen kleinen Kopf. Diese Zusammenstellung ist so merkwürdig, dass die Forscher zunächst vermuteten, die Überreste mehrerer Dinosaurierarten entdeckt zu haben, doch stellte sich dieses später als Trugschulss heraus, da noch weitere Exemplare dieser Spezies in Chile gefunden wurden.

    Chilesaurus lebte vor 150 Millionen Jahren im Oberjura und wurde drei Meter lang.

    23.04.2015

    Dinosaurier-Eier in China entdeckt
    KURZNACHRICHT:

    Bei Straßenarbeiten in der südchinesischen Stadt Heyuan wurden mitten im Stadtzentrum 43 fossile Dinosaurier-Eier entdeckt, von denen 19 nach Aussage des Kurators des örtlichen Dinosaurier-Museums noch unversehrt sind und das größte der gefundenen Eier einen Durchmesser von 13 Zentimetern besitzt.

    Wie alt diese Eier sind und von welchem Dinosaurier diese stammen, muss noch weiter untersucht werden, so der Kurator.

    22.04.2015

    Stegosaurus: Möglicherweise hatten Männchen größere Rückenplatten als Weibchen
    KURZNACHRICHT:

    Nach dem Fund von fünf fossilen Stegosaurier-Skeletten ist ein englischer Forscher zu dem Schluss gekommen, dass die Art Stegosaurus mjosi möglicherweise Geschlechts-Dimorphismus (Unterschiede in der Körpergestalt bei den Geschlechtern) aufwies, wobei wahrscheinlich die männlichen Exemplare größere und rundere Platten besaßen und die Weibchen länglichere und kleiner.

    Seinen Analysen zufolge kann es sich bei den verschieden großen und unterschiedlich geformten Platten weder um eine Altersvariation handeln noch um einen Unterschied zwischen zwei Arten. Da die gefundenen Skelette alle aus der Zeit vor rund 150 Millionen Jahren stammen und die Unversehrtheit der Knochen ausschließen lässt, dass irgendwelche Aasfresser die Knochen zusammengetragen oder ein Flussbett sie hier zusammengespült hat, müssen nach Aussage des Forschers diese Tier gemeinschaftlich gelebt haben.

    Die Ergebnisse des englischen Forschers sind jedoch nicht ganz unumstritten. So meint ein US-Paläontologe, dass anhand der Platten nicht wirklich gesichert nachgewiesen werden kann, dass alle Tiere schon ausgewachsen waren, wie der englische Forscher meint, und dass auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Spezies nicht beide Arten von Knochenplatten gleichzeitig auf ihrem Körper trug.

    15.04.2015

    Osedax-Würmer: Erst Meeressaurier, dann Schildkröten, jetzt Wale
    KURZNACHRICHT:

    Ein britisches Forscherteam konnte typische Fraßspuren von Osedax-Würmern in fossilen Knochen nachweisen und somit zeigen, dass diese Würmer schon in der Kreidezeit existierten.

    Osedax-Würmer wurden erst im Jahr 2004 entdeckt. Sie besitzen weder einen Mund noch einen Darm und auch keine Augen. Nahrung finden sie in den auf den Meeresgrund abgesunkene Walkadaver-Knochen, wobei der Kopf mit den Kiemenanhängen aus dem Knochen herausragt und der wurzelartig verzweigte Hinterleib im Knochen steckt.

    Die britischen Forscher konnten nun auch an einem fossilen Oberarmknochen eines Plesiosauriers, der vor 100 Millionen Jahren auf den Meeresboden sank, sowie an fossilen Rippenknochen und einem fossilen Panzer von Meeresschildkröten, die vor 60 Millionen Jahren verendet waren, typische Osedax-Fraßspuren nachweisen. Demnach hat es diese Würmer zumindest schon in der Kreidezeit gegeben.

    Auch das Massensterben von vor 65 Millionen Jahren müssen diese Würmer überlebt haben. Die Forscher gehen aufgrund der Funde nun davon aus, dass sie ursprünglich die Knochen von Meeresechsen als Nahrungsquelle nutzten, nach dessen Aussterben die Knochen von Schildkröten, und dass sie, als vor 45 Millionen Jahren die ersten Wale auftraten, schließlich auf die Säugetierknochen gewechselt sind.

    13.04.2015

    Mosasaurier brachten lebende Junge zur Welt
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat Fossilen erneut untersucht, die schon vor 100 Jahren gesammelt und als urzeitliche Meeresvögel klassifiziert worden waren. Dabei hat das Team festgestellt, dass es sich um neugeborende Mosasaurier-Junge handelt.

    Der Umstand, dass die Fossilien einer Region entstammen, die ursprünglich ein offenes Meer war, gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Tiere nicht aus Eiern geschlüpft sind, die an Land abgelegt wurden bzw. dass der Geburtsort nicht in Küstennähe gelegen haben kann. Daraus schließen die Forscher, dass die Mosasaurier-Weibchen ihre Jungen auf hoher See lebend zur Welt brachten.

    Mosasaurier wären allerdings nicht die einzigen Meeresechsen, die lebende Junge zur Welt gebracht hätten - im letzten Jahr wurde ein Ichthyosaurus-Weibchen gefunden, das wohl im Moment des Gebährens umkam und direkt von Sediment bedeckt worden war, so dass dieser Vorgang für die Ewigkeit erhalten blieb. (s. Nachricht vom Feb. 2014)

    Mosasaurier sind Meeresechsen, die ursprünglich von an Land lebenden, vermutlich waranähnlichen Tieren abstammen und von vor 98 bis vor 65 Millionen Jahren in offenen Meeren lebten.

    10.04.2015

    Massensterben an der Perm-Trias-Grenze: Vulkanausbrüche führten zu sauren Ozeanen
    KURZNACHRICHT:

    Ein internationales Forscherteam hat nach Analysen von Gesteinsproben aus den Arabischen Emiraten Hinweise darauf gefunden, dass am Ende des Perms die gewaltigen Vulkanausbrüche zur Versauerung der Ozeane führte.

    Ihren Ergebnissen zufolge, gab es zwei Schübe von vermehrten Vulkantätigkeiten. Der erste Schub, der schon eine gewisse Versauerung mit sich brachte, konnte jedoch noch, da das Meer ausreichend alkalisch war, abgepuffert werden. Der zweite Schub gab dann aber den Lebewesen im Meer, vor allem solchen, die eine Kalkschale oder ein Kalkskelett besaßen, den Gnadenstoß.

    Die Analysen zeigten, dass der ph-Wert im Ozean um 0,7 Punkte zunahm - entsprechend dem heutigen Versauerungsfaktor der Meere - und rund 10.000 Jahre lang anhielt. Allerdings war der damalige CO2-Gesamtausstoß (noch) wesentlich höher als heute.

    09.04.2015

    Daspletosaurus: Möglicherweise häufige Rivalitätskämpfe bzw. Verzehr toter Artgenossen
    KURZNACHRICHT:

    Forscher aus England und Kanada haben an einem halbwüchsigen Daspletosaurus-Skelett Bissspuren gefunden, die wahrscheinlich von Artgenossen stammen. Vor allem am Schädel waren auffällige Bissspuren zu sehen. Die meisten Bissspuren waren allerdings wieder verheilt, also nicht tödlich. Eine Spur am Unterkiefer, die ebenfalls auf einen Artgenossen zurückgeführt wird, ist jedoch unverheilt und somit erst nach dessen Tod dem Tier zugefügt worden.

    Obwohl die Forscher aus diesen Spuren keine sicheren Erkenntnisse ableiten können, vermuten sie jedoch, dass Daspletosaurier häufig in Rivalitätskämpfe verwickelt waren und möglicherweise tote Artgenossen verzehrten.

    08.04.2015

    Nodosaurus hinterm Supermarkt
    KURZNACHRICHT:

    In den USA scheint man an den ungewöhnlichsten Plätzen Dinosaurier-Knochen zu finden...

    Nun haben ein Zoowärter und sein Sohn hinter einem Supermarkt in Texas die Überreste eines Dinosauriers entdeckt, der jetzt ausgegraben wird. Vermutlich handelt es sich dabei um einen rund 100 Millionen Jahre alten Nodosaurus, einen etwa ponygroßen Landsaurier, der zur Gruppe der Ankylosauria gehört.

    07.04.2015

    Brontosaurus ist zurück!
    KURZNACHRICHT:

    Brontosaurus ist rehabilitiert und in die Reihen der Dinosaurier wieder aufgenommen worden:

    Nachdem der Paläontologe Othniel Charles Marsh im Jahr 1879 die Überreste eines riesigen, kopflosen Sauropoden entdeckt hatte, nannte er ihn Brontosaurus. Allerdings fielen einigen Paläontologen im Jahr 1903 die Ähnlichkeiten zum im Jahr 1977 entdeckten, ebenfalls bis dato kopflosen Apatosaurus auf, so dass der später gefundene Brontosaurus als eigentlicher Apatosaurus identifiziert und die Gattungsbezeichnung Brontosaurus aus der Liste der Dinosaurier gestrichen wurde.

    Neue detailliertere Untersuchungen dieses ursprünglich als Brontosaurus bezeichneten Skeletts und weitere Funde von Apatosaurus haben aber jetzt gezeigt, dass es doch markante Unterschiede zu Apatosaurus-Skeletten gibt, dass eine eigene Bezeichnung durchaus gerechtfertigt ist.

    Insofern kehrt die "Donnerechse" nun in die inzwischen sehr umfangreiche Liste der Dinosauriergattungen zurück.


    25.03.2015

    Warburton-Krater: Wahrscheinlich entstanden durch auseinandergebrochenen Meteoriten - bislang größter bekannter Krater der Welt
    KURZNACHRICHT:

    Durch Zufall ist bei geothermischen Probebohrungen im australischen Queensland im Warburton-Becken ein riesiger Doppelkrater entdeckt worden, der vermutlich durch den Einschlag eines in zwei Hälften gebrochenen Meteoriten entstanden ist. Beide Gesteinsbrocken verursachten demnach jeweils einen Krater von rund 190 Kilomtern Durchmesser, zusammen umfassen sie ein Gebiet von 400 Kilometern. Damit ist der Warburton-Krater der bislang größte bekannte Krater auf der Erde, allerdings sind die Spuren dieses Kraters nicht mehr zu sehen.

    Bei den geothermischen Bohrungen. die jetzt durchgeführt wurden, tauchten im Bohrkern Quarzkristalle auf, die nur durch großen Druck oder übermäßige Hitze entstanden sein konnten, wie sie bei einem Meteoriteneinschlag oder einem Vulkanausbruch entstehen. In den beiden benachbarten Kratern wurden zudem Hinweise darauf gefunden, dass noch in 20 Kilometern Tiefe die Erdkruste gebrochen ist, was darauf schließen lässt, dass es sich um einen Meteoriteneinschlag handelt.

    Wann genau der auseinandergebrochene Meteorit auf der Erde einschlug, kann bisher nicht gesagt werden. Das Alter wird vorerst auf 300 bis 600 Millionen Jahre geschätzt. Ob ein Massensterben damit einherging, wie bei dem Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren, bei dem u.a. die Dinosaurier ausstarben, ist bislang ebenfalls ungewiss.

    24.03.2015

    Metoposaurus: Riesensalamander der Trias machte Gewässer unsicher
    KURZNACHRICHT:

    In einem ausgetrockneten See im Süden Portugals sind Forscher auf die Überreste einer aus der Trias stammenden Salamanderart gestoßen, die den Namen Metoposaurus algarvensis erhielt.

    Metoposaurus war an die zwei Meter groß, lebte im Wasser und ernährte sich von Fischen. Möglicherweise, so die Forscher, könnten aber auch schon kleinere Dinosaurier zu seinem Nahrungsrepertoire gehört haben, wenn diese sich zu nah ans Wasser getraut haben.

    Besonders kennzeichnend für Metoposaurus ist sein großer, flacher Schädel mit hunderten spitzer Zähne. Andere fossile Tiere, die eng mit ihm verwandt waren, wurden in Nordamerika, Afrika, Europa und Indien entdeckt.

    19.03.2015

    Carnufex: Drei Meter langes Krokodil jagte in der Trias an Land auf zwei Beinen
    KURZNACHRICHT:

    In North Carolina (USA) haben Forscher die fossilen Überreste eines rund 230 Millionen Jahre alten Krokodil-Vorfahren entdeckt, der vermutlich drei Meter lang wurde und auf zwei Beinen an Land jagte. Die Forscher gaben dem Tier den Namen Carnufex carolinensis (übersetzt: "Schlächter von North Carolina").

    Zu der Zeit, als Carnufex lebte, begann der Riesenkontinent Pangäa gerade auseinanderzubrechen. Auf der Südhalbkugel erschienen die ersten Dinosaurier; auf der Nordhalbkugel, so erklären die Forscher, könnte der für damalige Verhältnisse riesige Carnufex an der Spitze der Nahrungskette gestanden haben.

    Bislang hat man von diesem Ur-Krokodil allerdings nur Fragmente des Schädels, Teile der Wirbelsäule sowie der Oberschenkel gefunden. Der Schädel war kräftig gebaut, mit Wülsten überzogen und maß mehr als 50 Zentimeter.

    Möglicherweise machte Carnufex u.a. Jagd auf gepanzerte Echsen und frühe Säugetiervorfahren, so die Forscher.

    19.03.2015

    Ausstellung März bis Mai: Rock Fossils - Fossilen bennant nach Heavy-Megal-Stars
    KURZNACHRICHT:

    Vom 18.03 bis 31.05.2015 findet im Naturhistorischen Museum in Bern eine Ausstellung statt, die "Rock Fossils" heißt. Da es scheinbar diverse Paläontologen gibt, die ihre Vorliebe für Rock in den Namen gefundener Fossilien einfließen lassen, sind 36 Fossilien dieser Art zusammengekommen.

    So z.B.: der Raubsaurier Masiakasaurus knopfleri, benannt nach dem Gitarristen Mark Knopfler - oder der 160 Millionen Jahre alter Stachelhäuter Paracidaris eluveitie, benannt nach der Schweizer Band Eluveitie - oder der zwei Meter lange Trilobit Arcticalymene viciousi, benannt nach dem 1979 an einer Heroin-Überdosis gestorbenen Punkrocker Sid Vicious - oder der fossile Ringelwurm aus der Gruppe der Vielborster Kingnites diamondi, benannt nach der dänischen Metal-Legende King Diamond - oder der ebenfalls fossile Ringelwurm Kalloprion kilmisteri, benannt nach Lemmy Kilmister, Sänger und Bassist von Motörhead.

    Link zur Seite der Ausstellung: Rock Fossils

    11.03.2015

    Aegirocassis: Einer der größten Anomalocarididen aus dem Ordovizium filtrierte das Meer auf der Suche nach Plankton
    KURZNACHRICHT:

    In Marokko wurde das fast vollständige Fossil eines vor rund 480 Millionen Jahren im Ordovizium lebenden Anomalocarididen gefunden, der den Namen Aegirocassis benmoulae erhielt und mit zwei Metern Länge der größte Vertreter dieser Gruppe war, der bisher gefunden wurde. Er gehört zu den frühen Verwandten der heutigen Gliederfüßer, zu denen Insekten und Spinnentiere zählen.

    Auffällig an Aegirocassis war, dass er − obwohl zu einer Gruppe von Jägern gehörend − das Wasser nur filtrierte, ähnlich wie es heute der Blauwal oder der Walhai tun. Daher wird es als interessante Begebenheit gesehen, dass wie in der Wal- und Haigruppe auch bei den Anomalcariden die größten Vertreter nicht aktiv jagten, sondern das Wasser nach Kleinstlebewesen durchsiebten.

    Zu diesem Zweck hing unter seinem Kopf eine Art Fangkorb aus feinen Filterrippen, mit denen Aegirocassis kleine Planktonteile aus dem Meer fischte. Sein Hinterleib bestand aus mehreren Segmenten. An jedem Segment hingen links und rechts Doppellappen, von denen der untere Lappen ähnlich aufgebaut war wie die beinähnlichen Fortsätzen anderer Anomalcoriden.

    10.03.2015

    150 Millionen Jahre alte, fossile Krabbenlarve zeigt unterschiedliche Evolution in verschiedenen Entwicklungsstadien der Krabbe
    KURZNACHRICHT:

    In den Solnhofener Plattenkalken des Fränkischen Jura hat ein Privatsammler eine fossile, 150 Millionen Jahre alte Krabbenlarve der Gattung Megalopa entdeckt. Bislang sind nur zwei Funde von fossilen Krabbenlarven bekannt; dieser Fund ist älter und besser erhalten als der andere.

    Die Larve ähnelt sehr den heutigen Larven, so zwei deutsche Zoologen. Die adulten Tiere in der Zeit glichen aber noch eher urtürmlichen Tieren. Somit scheint es, dass die Entwicklungsstadien der Krabbe unterschiedlichen Evolutionsverläufen folgten. Nach Aussage der Zoologen könnte es daran liegen, dass sich die Larven als Räuber und Aasfresser spezialisiert und ihre Morphologie angepasst haben, während die adulten Tiere noch in ihrer urtümlichen Lebensweise verharrten und somit ihre "alte" Morphologie beibehielten.


    20.02.2015

    Massensterben durch Dunkle Materie ausgelöst?
    KURZNACHRICHT:

    Ein US-Geologe stellte die Theorie auf, dass das wiederkehrende Massensterben damit zu tun hat, dass die Erde beim Umkreisen der Milchstraße (was sie einmal in 225 bis 250 Millionen Jahren schafft) immer mal wieder eine Scheibe von dunkler Materie passiert, die dafür verantwortlich ist, dass Kometen aus der Oort'schen Wolke auf die Erde gelenkt werden. Da die dunkle Materie auch mit dem Erdkern in Wechselwirkung tritt, könnten so auch die wiederkehrenden Vulkanausbrüche erklärt werden.

    Bislang gilt die Dunkle Materie aber nur in der Theorie - nachgewiesen wurde sie bisher nicht. Daher sind viele Wissenschaftler gegenüber dieser These, dass das Massensterben auf der Erde durch dunkle Materie ausgelöst werden soll, sehr skeptisch.

    20.02.2015

    Evolutions-Studie: Größere Tiere bringen eine größere Artenvielfalt hervor als kleinere
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im 19 Jahrhundert formulierte der Paläontologe Edward Drinker Cope eine Regel, die beinhaltete, dass alle Tiere im Laufe der Evolution größer wurden. Diese Regel war nicht ganz unumstritten, da die Vögel eher kleiner als größer wurden.

    Im Februar diesen Jahres wurde die Regel in einer umfassenden Studie getestet, bei der nach Aussage der Forscher "fast 75 Prozent der ausgestorbenen marinen Gattungen und knapp 60 Prozent aller Tiergattungen, die jemals gelebt haben, [...] in dem Datensatz erhalten" sind.

    Seit dem Kambrium, so stellten die Forscher fest, sind die Tiere im Durchschnitt 150-mal größer geworden. Allerdings folgten nicht alle Tiere einem stetigen Größenwachstum.

    Was allerdings auffiel, ist die Tatsache, dass vergleichsweise große Tiere eine größere Artenvielfalt hervorriefen, sich also mit der Zeit in mehrere Arten und Unterarten aufspalteten als kleinere Tiere.

    Woran das liegt, können die Forscher nur vermuten und geben als mögliche Gründe an, dass größere Tiere eher vor Fressfeinden fliehen, tiefere Höhlen graben und größere Beute jagen können.

    16.02.2015

    Grashalm mit Pilz könnte kleinen Dinosauriern einen Rausch beschert haben
    KURZNACHRICHT:

    Das vorläufige Ergebnis einer Analyse bzgl. eines in einem Berstein eingeschlossenen Grashalms wurde veröffentlicht: An der Spitze dieses in Myanmar gefundenen Grashalms entdeckten Forscher einen Pilz - die Urform des Mutterkorns. Da dieser Grashalm 100 Millionen Jahre alt ist, können die Paläontologen nicht ausschließen, dass möglicherweise pflanzenfressende Dinosaurier Gräser mit diesem Pilz zu sich genommen haben.

    Das Mutterkorn ist die Grundlage für LSD - insofern könnte es sein, dass bei ausreichender Menge an Pilzaufnahme der ein oder andere Dinosaurier einen Rausch erlebte. Allerdings erklärt der Paläontologe George Poinar von der Oregon State University: "Wir können nicht genau sagen, welchen Effekt der Pilz auf die Sauropoden hatte." Ausschließen kann er den Rausch aber auch nicht.

    13.02.2015

    Agilodocodon und Docofossor: Funde aus dem Jura verweisen auf große Vielfalt unter den Ursäugern
    KURZNACHRICHT:

    Im Nordosten Chinas wurden die Überreste von zwei Ursäugern entdeckt, die hier vor rund 160 Millionen Jahren gelebt haben. Das eine Tier war einer der ältesten Baumbewohner, das andere einer der ältesten Tunnelgräber. Dieser Fund wird als Beweis dafür gesehen, dass auch schon die frühen Säuger so vielfältig waren wie heute.

    Agilodocodon scansorius, so der Name des Baumbewohners, war 14 Zentimeter lang und 27 Gramm schwer. Er zeichnete sich durch gekrümmte spitze Klauen und bewegliche Gelenke aus und besaß vorstehende Zähne, ähnlich denen heutiger Säuger, die sich von Baumharzen ernähren. Sein Äußeres erinnerte vermutlich an einen heutigen kleinen Marder.

    Docofossor brachydactylus hingegen war viel mehr an ein Leben unter der Erde angepasst: Er war nur neun Zentimeter lang und 17 Gramm schwer und besaß schaufelartige Hände mit kurzen, breiten Fingern. Auffällig waren die abgespreizten Gliedmaße. Sein Äußeres dürfte dem eines Goldmulls oder Maulwurfs geähnelt haben.

    Beide Tiere werden zu den Docodonta - einer in der Kreidezeit ausgestorbenen Gruppe von Säugetiervorfahren gerechnet.

    06.02.2015

    Neue Polycotylus-Art entdeckt - 70 Millionen Jahre alt, vier bis sieben Meter lang
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2012 haben Kinder in der Region Orenburg in Russland die Überreste eines 70 Millionen Jahre alten Wassersauriers gefunden, die nun beschrieben wurden. Demnach handelt es sich um eine neue Polycotylus-Art, die den Namen "P.sopotsko" erhielt - benannt nach der Leiterin des Geologen-Vereins Galina Sopotsko, dessen Mitglieder die Fossilien geborgen haben.

    Die neue Polycotylus-Art wird auf eine Länge von vier bis sieben Metern geschätzt und besaß einen kräftigen Hals mit einem großen Kopf.

    02.02.2015

    Qijianglong: 160 Millionen Jahre alter Mamenchisaurus mit sehr langem Hals
    KURZNACHRICHT:

    Bereits im Jahr 2006 wurden die ersten Überreste einer bislang unbekannten Mamenchisaurus-Art entdeckt, die Anfang des Jahres erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde und den Namen Qijianglong (übersetzt: "Drache von Qijiang") erhielt.

    Gelebt hat Qijianglong vor rund 160 Millionen Jahren und erreichte eine Länge von ca. 15 Metern. Der Hals machte dabei ungefähr die Hälfte der Gesamtlänge aus und konnte vermutlich besser hoch und runter bewegt werden als zur Seite.


    27.01.2015

    Geht die Entwicklung der Schlagen bis in den Jura zurück?
    KURZNACHRICHT:

    Der Fund von fossilen Schlangen in Portugal, Großbritannien und den USA, die auf ein Alter von 143 Millionen bis 167 Millionen geschätzt werden, verschiebt den Ursprung der Schlangen bis in den Jura hinein.

    Gefunden wurden hauptsächlich Bruchstücke von Kiefern und einige Wirbel, die aber eine eindeutige Zuordnung in die Gruppe der Schlagen erlauben. Über Körperlänge und -aufbau lässt sich aufgrund der Fossilien allerdings keine Aussagen treffen.

    Bisher konnten die Schlagen nur bis zu einem Alter von 100 Millionen Jahren zurückdatiert werden. Forscher vermuteten den Ursprung der Schlangen irgendwann vor 140 Millionen Jahren in der Unterkreide. Die neuen Funde zeigen aber eindeutig, dass es schon früher Schlagen gegeben haben muss.

    Ob die Schlangen allerdings von Vorfahren an Land oder von Tieren aus dem Meer abstammen, kann bislang nicht geklärt werden. Fest steht nur, dass sie von Reptilien mit vier Extremitäten abstammen, zumal diverse Funde fossilisierter Urschlangen noch Ansätze von Hinterbeinen besaßen.

    20.01.2015

    Philydrosauras: Jurassisches Meeresreptil aus China betrieb wahrscheinlich Brutfürsorge
    KURZNACHRICHT:

    Ein vor vier Jahren im Westen der chinesischen Provinz Liaoning gefundenes Fossil zeigt wahrscheinlich ein 160 Millionen Jahre altes Elterntier mit sechs Nachkommen aus der wasserlebenden Reptilgattung Philydrosauras.

    Da auf der Steinplatte die Knochenreste von einem erwachsenen und sechs ähnlich großen und etwa gleichaltrigen Jungtieren identifiziert werden konnten, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass hier ein Elternteil bei seinem Nachwuchs blieb, um es vor Fressfeinden zu schützen.

    "Dieses Fossil repräsentiert unseres Wissens nach den ältesten Beleg für elterliche Fürsorge bei diapsiden Reptilien", erklärt Charles Deeming von der University of Lincoln.

    15.01.2015

    Europas Dinosaurier wurden ebenfalls plötzlich ausgelöscht
    KURZNACHRICHT:

    Nach der Analyse sämtlicher Fossilfunde der letzten 25 Jahre, die aus der späten Kreidezeit Europas stammen, sehen Wissenschaftler die Theorie bestätigt, dass die Dinosaurier gegen Ende des Mesozoikums keineswegs wie häufig behauptet, dem Niedergang geweiht waren, sondern dass sie plötzlich einem unvorhergesehenen Ereignis zum Opfer fielen und bis dahin munter florierten.

    Da in der Kreidezeit unser heutiges Europa eine sich ständig verändernde Insellandschaft war, konnten sich hier nicht so viele Fossilien erhalten wie in Nordamerika. Für das heutige Nordamerika konnte längst gezeigt werden, dass der Meteoriteneinschlag die Dinosaurier in der Blüte ihres Daseins erwischte.

    Nun liegt ein ähnliches Ergebnis auch für die europäische Region vor. "Das ist ein starkes Indiz dafür, dass der Impakt die Dinosaurier tatsächlich in ihrer Blütezeit vernichtete – und das in der ganzen Welt auf einmal", erklärt Stephen Brusatte von der University of Edinburgh.

    06.01.2015

    Verspätete Sauerstoffbildung auf der Erde aufgrund von Eisenfreisetzung während Meereskustenbildung
    KURZNACHRICHT:

    Cyanobakterien sind zum großen Teil dafür verantwortlich, dass sich die Uratmosphäre mit Sauerstoff anreicherte und das pflanzliche und tierische Leben auf der Erde erst ermöglichte.

    Cyanobakterien existieren vermutlich schon seit 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde - die sauerstoffhaltige Atmosphäre bildete sich aber erst mit dem sogenannten Great Oxydation Event (GOE) vor rund 2,4 Milliarden Jahren. Den Grund für die über eine Milliarde Jahre Verspätung sehen deutsche Wissenschaftler nach Laborexperimenten in der exessiven Freisetzung von zweiwertigem Eisen, das während der Bildung der Meereskruste in Form von Vulkanausbrüchen immer wieder ins Meer gespült wurde.

    Diese Theorie wird auch von Ergebnissen anderer Forscher gestützt, die an verschiedenen heißen und kalten Quellen festgestellt haben, dass, wenn zu viel zweiwertiges Eisen im Wasser ist, die Cyanobakterien fehlen.

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    Nachrichten aus dem Jahr 2014


    15.12.2014

    Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren: Vulkanismus oder Meteoriteneinschlag - oder vielleicht beides?
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    Nach Studien eines Forschers der Universität Princeton sollen die Dekkan-Trapps in Indien durch verstärkte Vulkantätigkeiten entstanden sein, die rund 250.000 Jahre vor dem Massensterben vor 65 Millionen Jahren, bei dem u.a. auch die Dinosaurier ausgestorben sind, eingesetzt und bis zu 500.000 Jahren nach dem Massensterben angehalten haben. Allerdings geht der Wissenschaftler davon aus, dass dieser verstärkte Vulkanismus nur gemeinsam mit einem Meteoriteneinschlag einen so großen Einfluss gehabt haben kann, dass es zum Aussterben von 70 Prozent allen damaligen Lebens führte - und nicht ein Ereignis alleine.

    Die bekannteste Vulkanismus-Befürworterin Gerta Keller hingegen deutet die Ergebnisse aus Princeton dahin, dass sie belegen, dass der Vulkanismus die Hauptursache für das Massensterben war.

    Anders einige Impact-Befürworter, die aus dem Ergebnis schließen, dass der verstärkte Vulkanismus eigentlich gar keine Rolle beim Aussterben gespielt haben kann.

    11.12.2014

    Vogelstammbaum enhüllt Zahnverlust vor 160 Millionen Jahren, Genom-Verlust vor 65 Millionen Jahren beim Massensterben
    KURZNACHRICHT:

    In einer vierjährigen groß angelegten Studie, die aus 29 Einzelstudien bestand, an der sich hunderte von Wissenschaftlern aus 80 Institutionen weltweit beteiligten, wurde nun ein Stammbaum der Vögel entwickelt, der in 20 Aufsätzen in verschiedenen Magazinen vorgestellt wurde.

    Unter anderem fanden die Wissenschaftler durch den Vergleich der Genome heraus, dass Krokodile näher mit Vögeln verwandt sind als mit anderen Reptilien (was aufgrund der Zugehörigkeit zu den Archosauriern nicht weiter verwunderlich sein dürfte).

    Außerdem konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Vorfahren der heutigen Vögel vor rund 160 Millionen Jahren durch Mutation ihre Gene für die Ausbildung von Zähnen verloren.

    Darüberhinaus sind vor 65 Millionen Jahren der größte Teil der bis dato existierenden Vögel ausgestorben und nur wenige Entwicklungslinien blieben erhalten, aus denen explosionsartig die über 10.000 heute existierenden Arten entstanden sind, die viele der frei gewordenen ökologischen Nischen besetzten.

    Vermutlich verloren die Vögel beim Massensterben auch einen Großteil ihrer Gene, denn sie zeichnen sich durch ein ungewöhnlich kurzes Genom aus, das häufig nur ein Drittel so groß ist, wie das der Säugetiere und weniger Gene enthält. Die Forscher vermuten, dass gerade dieses kurze Genom dafür verantwortlich ist, dass sich das Artenspektrum der Vögel so schnell ausbreiten konnte und nicht etwa Mutationen oder Genzuwächse. Vermutlich - so die Forscher - ist die Genomzusammenstellung verantwortlich für die Gestalt und das Aussehen eines Vogels.

    10.12.2014

    Aquilops: Sehr früher, kleiner Neoceratopsier aus den USA war enger mit asiatischen Vertretern verwandt als mit nordamerikanischen
    KURZNACHRICHT:

    Im US-Bundesstaat Montana haben Forscher den gut erhaltenen fossilen Schädel eines sehr frühen Ceratopsiers gefunden. Der Schädel hat eine Länge von nur 8,4 Zentimetern, besaß aber schon die spitzen, nach hinten zeigenden Wangenknochen, die an einen krummen Hornschnabel erinnernde Schnauze sowie den knöchernen Nackenschild. Gelebt hat dieser vermutlich krähengroße Neoceratopsier vor etwa 105 Millionen Jahren am Ende der frühen Kreidezeit. Da er wahrscheinlich zu einer der ersten Neoceratopsiern gehörte, die von Asien aus nach Nordamerka kamen, erhielt er den Namen Aquilops americanus (übersetzt: "amerikanisches Adlergesicht").

    Überraschend für die Forscher war jedoch, dass Aquilops enger verwandt mit den zur gleichen Zeit lebenden asiatischen Verwandten war als mit den später in Nordamerika lebenden Neoceratopsiern. Daher vermut