25. April 2025
Deinosuchus: kürzer als angenommen, Salzwasser-tolerant und weniger eng mit den Alligatoren verwandt als bislang geglaubtDas Riesenkrokodil Deinosuchus, dessen Name übersetzt "schreckliches Krokodil" bedeutet, gehörte in der späten Kreidezeit vor etwa 82 bis 75 Millionen Jahren zu den gefährlichsten Jägern Nordamerikas. Mit einer Körperlänge von bis zu 7,7 Metern − in Einzelfällen möglicherweise sogar mehr − stellte es selbst großen Dinosauriern eine ernsthafte Bedrohung dar. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Márton Rabi von der Universität Tübingen hat nun neue Erkenntnisse über die Evolution, Lebensweise und systematische Einordnung dieses urzeitlichen Superprädators veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass die drei bekannten Arten − Deinosuchus rugosus, Deinosuchus riograndensis und Deinosuchus schwimmeri − außergewöhnlich gut an verschiedene Umweltbedingungen angepasst waren, insbesondere an salzhaltige Lebensräume. Diese Salzwassertoleranz könnte erklärt haben, wie sich die Tiere entlang der Küstenlinien und um das riesige Binnenmeer, den Western Interior Seaway, verbreiten konnten. Fossile Bissspuren an den Knochen früher Verwandter des Tyrannosaurus rex legen nahe, dass Deinosuchus auch große Dinosaurier jagte − lange bevor der berühmte T. rex überhaupt auftauchte. Während frühere Schätzungen von bis zu zwölf Metern Körperlänge ausgingen, korrigiert die aktuelle Studie diese Zahl nach unten, verweist jedoch auf mögliche größere, bislang unvollständig erhaltene Exemplare. In Bezug auf die Abstammung zeigt die neue Analyse, dass Deinosuchus nicht näher mit heutigen Alligatoren, Kaimanen oder Krokodilen verwandt ist. Vielmehr stellt er eine eigene Seitenlinie innerhalb der Krokodilverwandtschaft dar, die sich früh vom Hauptstamm heutiger Arten abspaltete. Die frühere Annahme, dass sich die Arten durch die Aufspaltung eines gemeinsamen Vorfahren über den Western Interior Seaway getrennt hätten, scheint angesichts geologischer Zeitlinien nicht haltbar. Mit dem Rückgang der Feuchtgebiete gegen Ende der Kreidezeit verschwand auch Deinosuchus − vermutlich, weil sein Lebensraum und die für ihn essenzielle Nahrungsgrundlage verloren gingen. Die Studie zeigt außerdem, dass sich gigantische Krokodilarten in der Erdgeschichte mindestens ein Dutzend Mal unabhängig voneinander entwickelt haben, wobei große Feuchtgebiete und reichhaltige Beute stets entscheidende Faktoren waren. Noch im 19. Jahrhundert gab es lebende Krokodile mit annähernd sieben Metern Länge. Dass solche Riesen heute nicht mehr existieren, führen die Forschenden vor allem auf menschliche Einflüsse wie Überjagung und Lebensraumzerstörung zurück − nicht auf natürliche evolutionäre Prozesse. |
weitere Informationen unter:Dinofressendes Riesenkrokodil war ein Meister der Anpassung New evidence moves early giant crocodile further from modern alligator on family tree Expanded phylogeny elucidates Deinosuchus relationships, crocodylian osmoregulation and body-size evolution |
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