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Stanley

13. Juni 2002


Die Gruppe der
Ceratosaurier

"Gehörnte Echsen"

Die Theropoden, die Fleischfresser unter den Dinosauriern, kann man in zwei Gruppen teilen.

Zur ersten Gruppe gehören die frühen Theropoden, sie gehören zu den ältesten Dinos überhaupt.

Sie erinnerten noch sehr an die Vorfahren der Dinosaurier und hatten noch 5 Finger an jeder Hand.
Zu ihnen gehören Tiere wie Eoraptor, Guaibasaurus und Herrerasaurus.

Dann teilt man alle übrigen Theropoden in die Gruppe der Neotheropoda, was so viel heißt wie "neue Bestienfüße".

Es gibt zwei Gruppen dieser Tiere:

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Einige Ceratosaurier:
Masiakasaurus, Dilophosaurus, Ceratosaurus, Abelisaurus, Carnotaurus, Coelophysis

Die Tetanurae sind die hoch entwickelteren unter ihnen.
Sie haben höchstens 3 Finger.

Zu ihnen gehören Tiere wie Megalosaurus, Spinosaurus, Allosaurus, Ornitholestes, Tyrannosaurus, Velociraptor und und und...

Die nicht so hoch entwickelten Tiere dieser Grupe sind die Ceratosaurier.
Sie haben alle 4 Finger und einen besonderen Schädel:
Etwas weiter, hinter der Schnauze, gibt es eine Lücke.

Parallel entwickelt wurde diese Lücke auch von den Spinosauriern, die Tetanurae sind.

Das gilt allerdings eher für die frühen Ceratosaurier.
Die höher entwickelten Tiere haben oft keine Lücke; dafür ist der Schädel im Verhältnis zum Körper sehr groß.

Die meisten Ceratosaurierschädel haben Knochenkämme.

Der Name der Gruppe leitet sich von Ceratosaurus ab; bei diesem Dinosaurier fielen schon früh Merkmale auf, die sich stark von denen der anderen Theropoden unterscheiden.

So wurde die Gruppe Theropoden, die aufgrund mangelnder Erkenntnisse einfach in zwei Gruppen, Carnosauria und Coelurosauria aufgeteilt wurden, neu definiert.

Theropoden wie Dilophosaurus wurden nun den Ceratosauria zugeteilt.
Dabei fiel auf, dass der Name Ceratosauria sehr passend war; zunächst wegen diesen gemeinsamen Körpermerkmalen und später auch, weil viele Tiere dieser Gruppe Hörner oder eben Knochenkämme trugen (griech. keros = Horn, sauros = Echse).

Die Ceratosaurier waren die ersten richtig erfolgreichen Raubsaurier.

Sie waren in der Späten Trias weit verbreitet und richtig groß.
Sie verdrängten mit der Zeit auch frühe große Raubsaurier wie Herrerasaurus und Aliwalia.

Die Ceratosaurier wuchsen; später wurden sie bis zu 10 Meter lang.

Dann, im Mittleren Jura wurden sie seltener, die Tetanurae hatten sie verdrängt.

Der Trias-Superkontinent Pangäa hatte sich gespalten:
Es gab einen großen Kontinent im Norden, "Laurasia" (Nordamerika, Europa, Asien), und im Süden gab es den Kontinent "Gondwana" (Südamerika, Afrika, Indien, Australien, Antarktis).

Im Norden wurden die Tetanurae immer vielseitiger und mehr.
Dennoch gab es im Oberjura noch viele nördliche Ceratosaurier.

Dann, in der Kreide wurden sie sehr selten.

Im Süden standen die Chancen für die Ceratosaurier besser; in Südamerika gediehen sie besonders, in Afrika ebenfalls.
Dennoch, auch hier hin haben es Tetanurae geschafft.
So herrschten dort als Riesenjäger die Carcharodontosauriden, also Carnosauria, aber als kleine bis große Jäger blieben die Ceratosaurier die erfolgreichsten.

Im Nordteil Laurasia gab es noch lange Ceratosauria, bis in die Späte Kreide.
Im Süden erlebten sie noch das große Aussterben vor 65 Mio. Jahren mit.


Wie teilt man die Ceratosauria eigentlich ein?

Die frühesten Ceratosaurier zählen zu den frühesten Theropoden überhaupt; sie sind viel älter als die Tetanurae.

Die ersten Ceratosaurier waren in der Mittleren bis Oberen Trias (vor über 225 Mio. Jahren) die Coelophysoiden.
Sie glichen tatsächlich dem Namensgeber dieser Gruppe.
Von kleinen (ungefähr 70 cm - 1 m), mittelgroßen (1 m - 3 m) bis großen (bis zu 7 m) Vertretern weiß man.

Viele sahen eher wie der zierliche Coelophysis in verschiedenen Größen aus, hatten also einen langen Hals mit einem im Verhältnis zum Körper eher kleinen Kopf, lange Beine, kurze, vierfingrige Greifhände und einen langen Schwanz; manche Gattungen hatten Doppelknochenkäme á la Dilophosaurus.

Vertreter dieser Gruppe sind u.a. Procompsognathus, Segisaurus, Coelophysis, Megapnosaurus und Dilophosaurus.

Die Coelophysoiden wirkten zierlich, die Lücke im Oberkiefer machte den Schädel aber stabiler.
Sie waren Allesfresser oder aktive "Großwild"-Jäger.
Die Nahrung reichte von Insekten bis mittelgroße Prosauropoden.

Sie hielten sich bis in das mittlere Jura.
Manche glauben übigens, dass die Coelophysoiden einfache Neotheropoden waren, außerhalb von Tetanurae und Ceratosauria.

Die Neoceratosaurier bilden eine große, fortgeschrittenere Untergruppe der Ceratsaurier.
Die meisten hatten im Verhältnis zum Körper einen großen Kopf, kurze, aber mächtige Greifhände, kleine, aufrechte Rückenpanzerplatten und einen massiveren Bau.

Im Unterschied zu den Coelophysoiden hatten sie kürzere Hälse.
Sie wurden ungefähr 3 - 7 m lang.

Weitere Merkmale waren große Zähne, eine weitere (auch bei den Tetanurae) vorhandene Öffnung über dem Oberkiefer und 6 bis 7 Kreuzbeinwirbel (die verschmolzenen Kreuzbeinwirbel sind ein Markenzeichen der Dinosaurier).

Diese massiven Tiere umfassen den Ceratosaurus mit seinen drei Hörnern, den etwas unbekannteren Sarcosaurus als mittelgroßen, stämmigeren Fleischfresser und die vielseitige Gruppe der Abelisaurier.

Die Neoceratosaurier entstanden wohl im frühen Jura (vor 200 Mio. Jahren).
Sie lebten bis zum großen Aussterben, das ja das Ende des Mesozoikums markiert.

Die Nahrung der Neoceratosaurier umfasste bei den kleineren große Echsen, Fische, kleine Ornithischier oder auch die vielen, kleineren vogelartigen Theropoden, bei den mittelgroßen bis großen kleine Sauropoden oder Sauropodenbabys und sonstige mittlere Pflanzen- und Allesfresser...

Dabei könnten viele Gattungen im Rudel gejagt haben.

Die Abelisaurier sind die vielseitigsten Neoceratosaurier.
Sie wurden vielleicht bis zu 10 m lang.
Zu ihnen zählen unbekanntere Tiere, aber auch der bekannte, gehörnte Carnotaurus mit einer kurzen Schnauze, der ebenfalls eher kurzschnäuzige Majungatholus, der zusätzlich zu den Hörnern einen kleinen Knochenkamm hatte und der Abelisaurus, von dem aber nur Schädelmaterial gefunden wurde.
Er hatte keinen markanten Kamm.

Dies sind alles Mitglieder der Familie Abelisauridae.

Wegen der kurzschnäuzigen Gattungen mit Kopfkamm und Hörnern sowie dem Abelisaurus unterteilt man sie in die Unterfamilien Carnotaurinae und Abelisaurinae.

Da der Abelisaurus nur durch den Schädel bekannt ist, glauben manche, er wäre ein Carcharodontosaurine, also ein Carnosaurier und damit Tetanurae.

Umgekehrt glauben manche, dass die Carcharodontosaurinae Abelisaurier waren. Somit wären Riesen wie Carcharodontosaurus und Giganotosaurus Ceratosaurier; das würde die Abelisaurier zu den Topjägern Gondwanas machen.

Die interessantesten aller Abelisaurier sind aber die Noasauriden.
Die meisten unter ihnen weisen an jedem Fuß eine Sichelklaue auf, wie bei den "Raptoren".
Außerdem könnten diese, je nach Gattung 1 bis 4 m langen Räuber die intelligentesten Ceratosaurier überhaupt gewesen sein.

Zu ihnen zählen u.a. der Noasaurus, der wohl wie ein massiger, vierfingriger Dromaeosaurus ausgesehen hat und der Masiakasaurus, wegen seiner vorstehenden Zähne wohl ein Fischräuber.

Es gibt aber auch viele unbekanntere und systematisch unsicherere Ceratosauriergattungen, wie den zahnlosen, möglichen Coelophysoiden Shuvosaurus, den schwer einzuordnenden Elaphrosaurus und Gattungen wie Laevisuchus, Ilokelesia, Betasuchus usw. aus verschiedenen Epochen und Orten.

Die Abelisaurier tauchten recht spät auf; ihre Wurzeln liegen wohl im Oberen Jura (vor 150 Mio. Jahren); aber, wie gesagt, dafür überlebten sie bis zum großen Aussterben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Ceratosaurier gerade wegen ihrer Geschichte, Körpermerkmale und auch trotz ihre bescheideneren Vielfalt nicht weniger interessant als die Tetanurae sind.

Quelle:
www.dinosauricon.com


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